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Fast zeitgleich zu Warnungen (etwa des Bundesverbandes Kommunaler Kinoarbeit, der AG-Kino vor einem Kinosterben) verfaßte ich die Polemik eines Aussterbens der Kinobetriebe. Derer ich mich nicht schäme in Anbetracht der damaligen Finanzierungslage. Preston Sturges schrieb in diesen Jahren zum Beispiel dieses:
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Berliner MGM-Theater am Ku'damm
cinerama antwortete auf breathtakingcinemascope's Thema in Nostalgie
Noch ein letzter Einwurf: ich bitte die Moderation die obigen Bilder (Snaps des Abrissfilms) freundlicherweise herauszunehmen. Mir waren die Folgen nicht bewußt. Den Thread von @breathtakingcinemascope wollte ich keineswegs "kapern" und verlasse den Thread. Dankesehr. -
War vor Jahren aber kaum absehbar, dass der Staat die Digitalisierung so massiv massiv subventioniert. Zeitgleich kursierten (und kursieren immer noch) Forderungen nach Abschaffung oder Verkürzung der Auswertungsfenster. Nachwievor ist der dem Immobilienmarkt unterworfene "ortsfeste Regelspielbetrieb" gefährdet. Nächste Deadline: 2018 ein grosser Schrumpfungsprozess? Oder grosses Wachstum dank 4K und 70mm? So wie ein Wachstum der normalen HD-Wiedergabestätten mit unregelmässigem Betrieb (Kneipen, Clubs, VHS, Schulen, Heime, Bahmhöfe, Smartphones etc.? - Ende des Off-topic Einwurfs -
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Dank der DCPs werden ja auch keine 70mm- und 35mm-Kopien mehr gezogen. Dass 16mm mit mindestens 2K gescannt werden sollte, hatte Kodak schon vor 10 Jahren empfohlen: mit mehr sogar. da sichtbare Differenzen erkennbar sind. Kann ich bestätigen. Auch ist es müssig ein Negative-Frame (Standbild), das seine Schärfe aus Bewegtkorn generiert, aufgrund eines Einzelbildscans fixieren zu wollen. Derzeit entscheiden sich diverse Hochschul-Absolventen in Dtd. für ihren Abschlussfilm für 35mm oder sogar auf Scope, eben so professionelle Produktionsfirmen. Mit Nostalgie hat es nichts zu tun. Oftmals ist der "natürliche" Eindruck des Bildes entscheidend. Leider haben sich aber nun die Entscheider für das 65mm-Format (Nolan, Anderson) verschätzt oder versagten (trotz hehrer Vorsätze) in der analogen Postproduktion. Die Ergebnisse konterkarrieren den erträumten Ansatz. Ausserdem frage ich mich, ob überhaupt eines der hier erwähnten (in D oder E) Theater überhaupt 4K-Informationen via vorhandene 2K-Objektive (gängiger Aufsatz der DLP-Proektoren) oder aus noch anderen Gründen auf die Bildwand bringen? Wenn also schon @Klaus-Peter vom Hype genervt ist, dann ich eben so und erst recht vom 4K-Geschrei: als hätte man darin die Ultima Ratio gefunden. Meinungsäusserung: Das Kino hätte auch ohne 4K überlebt, denn der Auflösungsvorsprung (bei den besseren Beamern ´a la SONY) ist durch 98% aller darauf zu sehenen Contents nur mit Vorsicht zu bescheinigen. Mich überzeugte nur ein kürzlich gesehener Imax-Ausschnitt - die Red-Beispiele sahen schlechter aus als 35mm. Möchte man meinen, ist aber nicht generell so. Weder bei gescannten Farb-Negativen morderner Filme noch - oder schon gar nicht - bei dem jetzt digital restaurierten LAWRENCE OF ARABIA; der so nie aussah und wie auch sonst kein Eastman Color-Film aussieht, den ich kenne. Die alte Harris-Restaurierung von 1988 (mit diversen analogen Artefakten und leider einer inakzeptablen Tonmischung) hatte dennoch mehr Farbsättigung und Differenzierungen als die Digitalversion von 2012. Fazit: man darf Filme nicht nur aufgrund der eigenen Projektionsanlage her beurteilen, sondern an die Wurzeln gehen, so weit möglich.
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Blaufärbung von Agfa Kopie auf den ersten 5 Metern
cinerama antwortete auf Thomas007's Thema in Tips und Tricks
Ja, entweder das - ein Lagerschaden mit Color Fading - oder ein Entwicklungsfehler (kurzzeitiger ungewollter Lichteinfall bei nicht rechtzeitig geschlossenen Tanks in der Entwickungsmaschine). -
Die Sekquel-Manie gab es (zumindest bei B-Pictures) seit der Stummfilmzeit. Die Fortsetzung eines Monumentalerfolges eher selten (Sissi, The Robe - in dann ausländischen Studios El Cid- und Spartacus-"Fortsetzungen") in den 1950er oder 60er Jahren. Marx-Brothers-, Tarzan-, Don Camillo-, Doktor-Mabuse-Forsetzungen u.v.a. waren schon davor erfolgreich. Später Bruce Lee-, Winnetou-, jap. Godzilla-, Schulmädchen-Report-, Edgar Wallace-Filme überall. Im letzten Vierteljahrhundert Star-Wars-, Superman-, Indie-, Terminator-, Alien-Reihen und allein 12 Police-Academy-Folgen in den 1980er Jahren. Was die heutigen Filme anders oder angeblich schlechter macht, wäre schon untersuchenswert. Es sind auch eher ältere (oder sehrerfahrenere) Menschen, die den Wiederholungszwang zu Recht brandmarken. Unbedarfte Kinogenerationen sind die Seqkuels durchaus aufgeschlossen. Und jeder - jung wie alt - guckt sich einen neuen 007-, Star-Wars- oder Indiefilm an, weil damit eine "Edelmarke" assoziiert wird. X-MEN war auch in den Vorgänger-Filmen in Dtld. nicht der erwartete Erfolg. Wild vermutend kann gefragt werden, ob man genug davon hat, dass jedes Action-Spektakel um Weltrettungs-Themen rankt. Und äusserlich zeigen Trailer und Werbeplakate oftmals nur die bereits geläufigen Kampfszenen mit ihren bewährten "Wunderwaffen", obwohl einige Filme durchaus mehr zu bieten haben. Eine zu sehr auf Reizrekationsmechanismen zielende Werbung kann durchaus ein Grund sein, dass Filme "unter Wert" (oder schlichtweg zu plump und aufdringlich) kommuniziert werden. Wenn sich die Erfolge und Themen in den Arthausmarkt verschieben bei gleichbleibender Besucherzahl landesweit, ist das ja auch kein Unglück, sondern eine Chance für ernstzunehmende Kino-Arbeit. Ein sogar positiver Trend?
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Eine Reihe des Berliner Zeughaus-Kinos: Die Welt in Waffen D-Day In unregelmäßiger Folge erzählt die Reihe DIE WELT IN WAFFEN eine Geschichte des Zweiten Weltkriegs dies- und jenseits des 8. Mai 1945, der bedingungslosen Kapitulation der deutschen Wehrmacht. Dabei folgt DIE WELT IN WAFFEN weniger der Idee eines radikalen historischen Bruchs, als welcher die deutsche Kapitulation im öffentlichen Bewusstsein vor allem präsent ist. Vielmehr interessiert sie sich für eine Zusammenschau von Konflikten, die mit der Niederlage der deutschen Wehrmacht und dem Ende des nationalsozialistischen Vernichtungsprogramms keineswegs gelöst waren und die die Geschichte Europas und der Welt auf unabsehbare Zeit prägten. Am 6. Juni 2014 jährt sich die Landung alliierter Truppen in der Normandie zum 70. Mal. Aus diesem Anlass veranschaulicht eine Retrospektive mit sechs abendfüllenden Produktionen und einem Kurzfilmprogramm, wie sich die Vorstellungen des D-Days im Kino gewandelt und welche Erinnerungsprozesse vor allem der US-amerikanische und französische Film durchlaufen haben. Die Reihe DIE WELT IN WAFFEN wird kuratiert von The Canine Condition. Quelle: http://www.dhm.de/ze...-in-waffen.html Gestern wurde dort René Clements Schaufilm "Paris brûle-t-il? - "Is Paris burning?" (B: Gore Vidal, Francis Ford Coppola, Claude Boulé, Jean Aurenche, Pierre Bost, Anthony Veiller K: Marcel Grignon, M: Maurice Jarre, D: Gert Fröbe, Bruno Crémer, Glen Ford, Simone Signoret, Anthony Perkins, Alain Delon, Jean-Paul Belmondo, Orson Welles, Kirk Douglas. 136 Minuten, schwarzweiss, Scope) präsentiert. Zahlreiche Weltstars, exzellent fotografierte Drehs an Originalschauplätzen und die Musik von Maurice Jarre machen ihn zu einem Event. Die 35mm-Kopie war gestochen scharf. Sehr dichte Abstimmung (hätte sogar ein wenig mehr Licht noch vertragen) und englischer Ton. Demnächst wird auch THE LONGEST DAY zu sehen sein, der "teuerste Schwarzweissfilm" aller Zeiten.
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Royal-Palast / City Berlin ERINNERUNGEN
cinerama antwortete auf Savoy-Lichtspiele's Thema in Nostalgie
Daneben stand m.W. zeitweise eine Bauer Selecton - aber in der Zeit davor, d.h. ab Eröffnung auch eine FP20 Solo-Automatik (mit dem gekrümmten Einlaufkanal vor der ersten Vorwickelzahnrolle). Wichtig ist noch einmal der deutlichere Hinweis, dass dieser BWR der des CITY IM EUROPACENTER ist. Wie im ROYAL PALAST IM EUROPACENTER war er von Anfang an mit zwei DP70 ausgerüstet. Wobei der CITY fast zeitgleich mit dem Europacenter 1965 eröffnete, aber ROYAL PALAST erst einige Wochen später (mit der Berlinale) eröffnet wurde. @BauerU2, unser Forumkollege, ist fachkundig für die 60er-Jahre in diesem Hause und könnte präzise antworten. Das Foto stammt aus der "Kinotechnik", 1965. -
Berliner MGM-Theater am Ku'damm
cinerama antwortete auf breathtakingcinemascope's Thema in Nostalgie
Dann bitte ich sehr um Entschuldigung, da es nicht meine Absicht war, den Originalcharakter des Kurzfilms in ein schlechtes Licht zu rücken. Im Gegenteil. Sehr oft finden wir in Zeitungen und Büchern auch nur noch gerasterte Motive, die von schlechter Güte sind. Es war von mir eher gedacht als Referenz an den Mann/Frau, der/die zur rechten Zeit die Kraft hatte, 1978 vor Ort zu sein und etwas zu dokumentieren, was um so beachtlicher ist, weil nicht nur die Schokoladenseite des Kinogeschäfts interessant ist. Ausserdem der schamhafte Hinweis (s.o.), dass es nur ein Capture einer VHS einer kopierten VHS einer MAZ eines auf Super-8 existierenden Films sein soll. Es wäre um so erfreulicher, wenn das Dokument gegenebenfalls in verbesserter Qualität einsehbar wäre. Ein Kinokollege erwähnte, diesen Film sogar auf DVD zu besitzen - falls ich da keinem Bären aufgesessen bin? Dafür lässt sich auch gerne etwas bezahlen, wenn dies möglich ist. Seit der ARD-Ausstrahlung und (ggf. dem Transfer auf DVD?) sind diese privaten Aufnahmen (eines nicht ganz so privaten Ereignisses) in Umlauf geraten, wobei mir Ausschnitte daraus erst sehr spät zukamen. Neu ist in diesem Thread ein Foto von "Journey" - ohne Hinweis ob Privataufnahme, zumindest anschaubar, aber evtl. nicht zitierfähig. Daneben einige Namen, die man raten muss: Helmut aus der Schlüterstrasse? Oder das Bild eine vollkommen privaten kinos mit Exponat. Vorbeugend verzichte ich besser darauf, nach der Verfügbarkeit anfragen zu dürfen, weil sie voraussichtlich verneint würde. * Die groben "Wasserzeichen" auf Fotos verwende ich seit Jahren nicht mehr. Es war seinerzeit eine Reaktion darauf, als Schauburg (Krls.) seine Werbematerialien (Film-Clips, Filmposter, Kinobilder usw.) mit dem Wasserzeichen seiner Website oder Copyright versah. Das wertete ich als Schutzmassnahme - und machte das genau so. Keine gute Idee, wie mir später bewusst wurde. Tut mir leid. Die Wasserzeichen mussten aber dort verwendet werden, wo das von mir bei der Architektengemeinschaft des Europacenters auf Anfrage gescannte Material, das mir als CD zuging, den Hinweis enthielt, die Quellenangaben zu benennen. Wäre es besser gewesen, gar nichts davon hier vorstellen zu dürfen? Wer das eine oder andere Bild z.B. hochauflösend sehen möchte - ohne nervtötende Wasserzeichen -, macht einfach einen Termin und er erhält gerne das Original vorgelegt. Entgeldlos. -
Royal-Palast / City Berlin ERINNERUNGEN
cinerama antwortete auf Savoy-Lichtspiele's Thema in Nostalgie
Erinnerung zehn Jahre nach der Schiessung an das nach Auffassung nicht weniger Branchenkundiger konstruktiv genialste Panorama-Kinos überhaupt. Bisher zumindest, aber man kann ja neu bauen! Der 10-jährige Trauertag war bereits im Vormonat April, gemäss der Schliessung im April 2004 und Abrissbeginn in 2005. -
Berliner MGM-Theater am Ku'damm
cinerama antwortete auf breathtakingcinemascope's Thema in Nostalgie
OFD und Liegenschaftskataster ... oh ja - Kontakt gehabt vor 20 Jahren - damals ging es um den ehemaligen Kinosaal im Haus Cumberland, den die OFD gerade wieder geräumt hatte. Nun ist das Haus entkernt und umgewidmet. Hotel wie üblich. * Bilderstrecke der hässlichsen Bilder des Jahres (denn auch der Schmerz gehört zum Leben): a. Gebäude des späteren MGM-Grundstücks als zerbombtes Wohnhaus in 1949, b. VHS-Captures einer ARD-Sdg. mit Auszügen aus dem von R.B. (?) gedrehten Super8-Film anlässlich des Abrisses - zu Anfang das geschlossene Kino ohne Fassadenwerbung, c. Smartphone-Snap vom gestrigen Kudamm-Bummel... "Enjoy" the horror. Edit: 5 Bilder auf Wunsch von @cinerama entfernt! (Preston Sturges - 1. Juni 2014) -
Berliner MGM-Theater am Ku'damm
cinerama antwortete auf breathtakingcinemascope's Thema in Nostalgie
MGM-Silvesterparty? Oder doch mit Filmbeigabe? Laut Tageszeitungen passierte da auch mal etwas. Ein Foto von nach 1958 zeigt eine Party mit dem MGM-Vorhang, auf den kaleidsokopartig eine Planet-artige-Figur projziert wird. Hintergrund für eine davor stehende Band mit Elektrogitarre, Trompete, Schlagzeug und Saxophon.Zwischen Vorgang/Band und 1. Sitzreihe so in etwa 5 Meter Platz mit vielen tanzenden Paaren. Daher sind die Stuhlreihen lichter geworden, aber einzelne Ehepaare beschäftigen sich mit Silvesterschlangen, aufblasbaren Luftballons (mit Martini-Emblem?), Bier- aber auch Sektflaschen.Anscheinend wird im Saal auch geraucht? * Danke @Lobern, auch für die Vermittlung an Deinen Kollegen Peter B. (1959-1969 im MGM), von dem für unsere Ausstellung/Archiv die Premierenkarte der "Meuterei auf der Bounty" eines Morgens im Briefkasten lag! (Das Gold ist in den digitalen Scans nicht gut abbildbar, aber es glänzt in alle Richtungen). Ein Treffen der mGm-Freunde - in Berlin 2014? -
Angeblich wurden in Deutschland bis heute 100 000 Kubikmeter radioaktiver Abfälle kumuliert, deren langlebige Nuklide Halbwertzeiten von mehrern hunderttausend Jahren besitzen. Die unterirdische Lagerung stellt ein gewisses Risiko dar, nicht nur für eine Trinkwasserversorgung. Ein "Geschenk" an die kommenden 40.000 Generationen? Bis 1973 flossen rund 150 Mio. USD in die Forschung & Entwicklung der Atomenergie und in erneuerbare Energien leider gar nichts. Der günstiges# Strom aus AKWs ist auch staatlichen Subventionen (bis dato 100 Mia. EUR bei Berücksichtigung steuerfreier Rückstellungen) zu verdanken. Das Erbe aber wird noch teuer: Gan CO2-frei verläuft m.W. auch der AKW-Betrieb nicht, sobald Für den Abbau des Urans wird ebenfalls CO2 frei und zudem sehr viel Wasser aufbereitet: eine Kostbarkeit in trockenen Regionen. Machen wir damit weiter, werden wir aber auch Exporteur in Krisenregionen ähnlich der Waffenindustrie, was die Konflikte unkontrolllierbar werden läßt. Die derzeit aus Profit- und Beschwichtigungsgründen weiterbetriebenen älteren Kraftwerke stellen das größte Risiko dar. Neue Reaktortypen III und IV beinhalten ja nachwievor das physikalische Risiko der Kernschmelze - und befänden sich trotz avancierterer Sicherheitsauflagen in der Minderheit. Die "Ruinen unter Sarkophag" (Tschernobyl, Fukushima) könnten schon mit dem nächsten Erdbeben einstürzen. Tatsächlich ist es so, dass die Regierung unter U-Minister Gabriel eine Begrenzung von Windenergie und Solarenergie beschloss und damit durch die Hintertür neuen AKW-Konzepten die Bahn bricht. Die Energiekonzerne der Kernenergie strichen in dieser Anordnung gigantische Beträge ein - und ließen zeitgleich die Energienetze verkommen. Da der Ausbau der Ferntrassen aber direkt Kohle-, Gas- und Ölvorkommen verbindet, wird auch hier neuerlich der Steuerzahler bluten müssen, und neue Konzerne und Kartelle werden entstehen, die internationale Finanzmärkte bedienen. Das selbst CDU/CSU/FDP auf Energieeinsparung setzen, sollten auch wir im Forum diese Erkenntnis sacken lassen. Der Verschwendung sollte Einhalt geboten werden.
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Immer wieder sehr informativ und auch seitens G.K. hervorragend dokumentiert und illustriert.
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„Zurück in die Zukunft" - eine Bestandsaufnahme der Entwicklung des digitalen Kinos
cinerama antwortete auf chappie's Thema in Allgemeines Board
Danke an Kollegen @kinokunstbutter für die Verlinkung auf beisammen.de http://www.beisammen...threadID=115969 - wo auch ich schon einmal gerne Gast war. Der Eingangspost dort über die Messe-Vermarktung neuer Texas-Instruments-Erzeugnisse ist bisweilen auch schönfärberisch: kredenzt: von der Nachbemerkung, man dürfe sich schon auf die neue DMD-Chip-Generation "freuen". (mögliches Konterargument: man könnte sie auch zugunsten der ILA-Technik endlich einstellen!) Eine Steilvorlage für nachfolgende Posts, die sich an Begriffen des Eingsangsposts wie "lamp free"-DLPs, "Informationen direkt von DLP erhalten" oder "on/off Kontrastverhältnis 50.000 : 1" (der kommenden Chipgeneration) aufreiben. Verkaufsrethorik kennt man auch von Sound-Herstellern und Rohfilmherstellern zu genüge, man muß sie nicht noch in journalistische Beiträge ummünzen. In beisammen.de brandmarkt der Forumsbetreiber die Praktiken einiger "Händler" in seinem Forum. Auf filmvorführer.de darf ein anderer Händler (= 1 Kinobetreiber) fast sein gesamtes Jahresangebot (ausserhalb der Erstaufführungen) kostenlos annoncieren und höhnt über Korrekturen, die aus filmtechnischer Perspektive Zweifel an seinen Produktbeschreibungen anmeldeten. Da er auch Freikarten, persönliche Geschenke und kostenlose Beratungen durchführt, bekommt er dafür devot Moderatorenposten zugebilligt. Auf beisammen.de wäre dies eine schwer vorstellbarere "Privilegierung", möchte ich beischeiden anmerken. *** Das gibt zwar nicht die Gesamtwirkung der Kinogeschichte wieder, fokussiert aber direkt auf den Punkt, das explodierende Home-Cinema-Technologie in ausgewählten Abarten "erfolgreich" auf dem Kinomarkt vordrang. Ein allerdings sehr überaschaubarer Markt, der diesen rasanten Entwicklungen nicht immer folgen könnte, zumal derartige Investitionsgüter erst nach Jahren abgeschrieben werden können und die "Theater"-Branche eher auf Kontinuität angewiesen ist. Der Optimismus von @mibere hinsichtlich des überlegenen DCI-Standards ist mir unverständlich, da die Fallhöhe zum avancierten Heimkino immer kürzer wird. Und die meisten hier, die eine Loblied auf das ortsfeste Filmtheater singen, arbeiten eher nicht in einem Kino oder favorisieren letzlich doch mehrheitlich das Heimkino. Fachspezifisch aber sind sie den Kinobetreibern weit voraus. -
Ein neues MAKING OF: http://www.taschen.com/nl/4207/cd8b1acaf784b25ba6726741bba598a9/c6bfb4f320d7c3a37af17db3180f3d37/cinerama%40zedat.fu-berlin.de
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Analoge Kinos in Berlin für Meisterprüfung gesucht
cinerama antwortete auf Medizinmann's Thema in Allgemeines Board
BROTFABRIK KINO, Prenzlauer Berg BALI, Zehlendorf HAUS DER KULTUREN DER WELT, Tiergarten -
In eine offenbar neue US-Blu ray von "2001: A SPACE ODYSSEY" hineingeschaut. Eine Abtastung vom 65mm-Interpositiv, technisch ähnlich zu KHARTOUM. Der Bildstand ist nicht mehr in den Griff zu bekommen: offenbar I.P. von 2000 im Rahmen der Erstellung der sogenannten "restaurierten" Fassung für die Kinoauswertung. Es türmen sich lichtbestimmerische Fehler ohne Ende, teils sind die Farben und Schattierungen der Raumgondeln (im Original schneeweiss - was zur Faszination des Films beitrug!) verkreuzt, während nach Umschnitten ins Innere der Raumschiffe die Farbbalance zumeist intakt ist. Besonders schlimm die Szenen um den Australopithecus "Mondschauer" (die Affenszenen zum Beginn des Films). "Ferndiagnostisch" darf man fragen, ob die entsprechenden Negativrollen zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Maschinen entwickelt wurden oder auf verschiedenen Emulsionen und Materialien belichtet wurden. Das Ganze lässt auf ein beeinträchtigtes Originalnegativ schliessen, sodass von diesem Film (anders als bei KHARTOUM oder ZULU) wohl keine Resultate mehr erzielt werden können, die dem Anspruch der Erstaufführung entsprechen. Hinzu kommen Ausleuchtungsfehler, die in den Kinokopien seit 2001 so nicht konstatierbar sind, also am Spirit entstanden sind. Der dt. Ton teils wieder direktional, aber zu stark auf die Aussenkanäle geschwenkt. Überraschend gut das Paket der STAR-WARS-Filme - dagegen die Box mit INDIANA JONES (inbesondere dem zweiten Teil mit extremer Körnung) enttäuschend. THIS IS CINERAMA eine Enttäuschung. WAR AND PEACE (VistaVision) ist eine Eastmancolor-Duplikatfassung, die aber den Look des Films nicht verfälschte. Hier enttäuscht nur das Korn dieser Umkopierung so wie der beeinträchtige Monolichtton. Wunderbare Photographie. Vergessener Film, offenbar ohne die Lobby, noch einmal an das Originalnegativ heranzugehen.
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Das nimmt keiner mehr ernst. Ich schalte hiermit auf den Ignoriermodus und wünsche den Fanboys und allen Sekten dieser Welt ein langes, produktives und beglückendes Dasein.
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Analoge Kinos in Berlin für Meisterprüfung gesucht
cinerama antwortete auf Medizinmann's Thema in Allgemeines Board
ZEUGHAUS KINO Unter den Linden - mit täglichem 35mm-Spielbetrieb! Lichtton bis 4-Kanal-Magnetton. Versierte und auskunftsfährige Projektionisten. Alte Filmkopien gleich vor Ort. * BABYLON Rosa-Luxemburg-Platz ein allen Sälen * KINO INTERNATIONAL: 35mm und 70mm * Evtl. CINEMAXX 10 - Potsdamer Platz * FILMRAUSCHPALAST Moabit: 35mm und Curved Screen * KINOMUSEUM BERLIN e.V. - Lichtenberg (im Aufbau: 8mm; 16mm, 35mm, 70mm) -
magentacine - Dipl-Pädagoge oder Ethik-Forscher? - hat soben beschlossen, was redlich ist, und wer mit Links und Quellen versorgt wird, während Faule nicht bedient werden. Vielen Dank. Von den Mitdiskutanten hält er nicht viel, allenfalls als Staffage für die von Karlsruhe beklatschte Pornofantasie. Sehr komisch, lange nicht so gelacht. Fanboys unter sich! Der Weg zurück zu HAMLET ist ja nicht versperrt. Aber warum ein Thema abwürgen (Blow-up-Filmkopien), das eben auch von @magenta maßgeblich genährt wird. Dennoch ein paar Anmerkungen zu seinen sachlich erscheinenden Essays, die frühere Fachberichte (SMP[T]E, BKSTS, INT. PROJ., FILMTECHNIK, FKT usw.) kondensieren und auf Widerspruchsfreiheit gegenlesen. Das Verwertete daraus las man dann in Karlsruher Programmbroschüren - die deswegen nicht schlecht sind. Aber auch das genau nicht bewirken, was er selber möchte: Diskussionen anzuheizen. Das liegt aus meiner Sicht daran, dass darin nicht provoziert wird und keine Angriffsflächen geboten werden: ein Wagnis gehen diese Abhandlungen eben nicht ein - und das ist (Geschmackssache natürlich) aus meiner Sicht zu brav, um ein Streitgespräch anzukurbeln. Tatsächlich ist ein Streit besser als langweiliges Wiederkäuen der Fachzeitschriften. Habe sie selber 12 Jahre lang kopiert und zweifle inzwischen am Wert und der Fähigkeit etlicher Autoren zur "Bewertung" oder Beurteilung. Die obengenannten älteren Fachzeitschriften sind gemeint eben so wie die von Kodak oder Arri in der neuen Zeit. Also hier die Antwort auf die "Richtigestellungen" von @magenta - wie folgt anhand seiner Textbausteine: In der Fachpresse findet man 1962/63 die ganze Logik hinter den Blowups: Entscheide erst dann, wenn der Film, fertig ist, ob Du eine Roadshow-Auswertung machen willst. Spare die teurere und langsamere 65-mm-Produktion. Kassiere die höheren Einnahmen aus der Roadshow-Auswertung. Nein, ist so nicht. Es ist umgekehrt richtig. Der Dreh gerade etlicher der ersten Titel war direkt für die 70mm-Auswertung gedacht. Man wußte, dass man in die 70mm-Roadshow-Auswertung ging. Bei einigen Titel fiel die Entscheidung erst nach unerhofften Erfolgen der Startwoche: THE DIRTY DOZEN ist hierfür ein Beispiel- Wenn man sich im Vorfeld hierzu entschlossen hatte, wurde auch die Bestimmung der Negativ-Entwicklung auf diese Qualitätsstufe hin verändert, um etwas durch eine deforcierte Entwicklung ein feineres Korn zu erzielen, womit der Blow-up-Prozess optimiert werden konnte. Einige Filme wurden auch bereits beim Dreh auf die 70mm-Auswertung hin auf bessere Schwärzen und darauf angepaßte Kostüme visualisiert, auch mithilfe forcierter Beleuchtung (DOCTOR ZHIVAGO, CAMELOT oder ANNE OF THOUSAND DAYS). Oftmals zeigen gerade diese 35mm-Negative mit Spezialentwicklung heute einen desolaten Zustand auf. Im 65mm-Bereich betrifft es im weiteren Titel wie CAN-CAN und im 55mm-Bereich CAROUSEL. Spare die teurere und langsamere 65-mm-Produktion. Kassiere die höheren Einnahmen aus der Roadshow-Auswertung. Das ist nicht zwingend begründbar. Und übernimmt sattsam bekannte Totschlagargumente der Filmszene. Ähnlich den Anwürfen gegen den sich nicht durchsetzenden Magnetton (der immerhin 40 Jahre Bestandteil der Filmkopierung war: DTS, SDDS, DD lebten kürzer), die von anderen hier im Form bedient werden. Das Gegenteil möchte ich bestärken: Dreht man wie Hitchcock, ist wäre 65mm-Produktion die günstigere und schnellere (verglichen mit dem Blow.up-Prozess). Dreht man wie George Stevens 8bis zu 1 Mio. Meter 65mm-Material verwendet), kann man sogar eine Produktionsfirma ruinieren. Man sieht, dass etwa die Postproduktion gerade der ersten drei Blow-up-Titel die teurere war gegenüber der Strecke 65mm-Dreh und 70mm-Kontaktkopierung. Diese Labors für Spezialentwicklung kassierte dafür mehr als für die reine Large-Format-Strecke. Begründung: die Printer beim 35 -> 70mm-Blow-up-Prozess laufen langsamer. Es steht bei diesen Printern weniger Licht zur Verfügung als bei der 65/70mm-Kontaktkopierung, erst recht bei einer A/B-Kopierung wie bei SEVEN BRIDES FOR SEVEN BROTHERS. Eine einzige 70mm-Blow-up-Kopie ist daher dreimal teurer als die Kontaktkopie vom 65mm-Negativ auf 70mm. Es gibt soviele 70-mm-Blowups mit wirklich schlechter Bildqualität, daß die These, das Format habe immer nur der besseren Bildgüte gedient, absolut wirklichkeitsfern ist. @magenta abstrahiert von seinen subjektiven Eindrücken auf eine vermutete Produktionspraxis. Die Feststellung ist falsch. Daher teile ich die Auffassung von @Christian Müller. Auf den Punkt gebracht: auch ein schwächeres Blow-up und eine fehlerhaftes 65mm-Duplikatnegativ produzierte im Allgemeinen noch immer besseres Ergebnisse als die (im gleichen Labor erstellten) 35mm-Duplikatnegative für die 35mm-Theaterkopien. Aufgrund dessen stieg dann auch die Masse der Blow-up-Kopierungen in den 80er Jahren, angetrieben maßgeblich vom Bedürfnis der Stammbesucher der Roadshow-Theater nach "perfektem" Sound. Positive Beispiele ändern daran nichts, denn auf jedes gelungene Blowup wie THE BIG BLUE kommen zwei mißlungene wie ALIENS oder A CHORUS LINE. Nein, es geht so in der Bewertung nicht auf. BIG BLUE/LE GRAND BLEU fand ich lediglich annehmbar: kein Vergleich zu FAME, INDIANA JONES II, GORILLAS IN THE MIST, HOWARDS END oder GREYSTOKE und TERMINATOR II. A CHORUS LINE sah auf 35mm noch enttäuschender aus. Weswegen meine damaliger Chef eine 70mm-Kopie für den berliner "Zoo Palast" ziehen liess, evtl. noch eine für den Frankfurter Raum (heute Bestand des DIFs). Eine Kombination aus Umweltschutzauflagen für Lösungsmittel/Magnetitpaste (gerade in den US-Bundesstaaten, in denen die 70-mm-produzierenden Kopierwerke residierten) und der Wunsch Kostensenkung führte zur Ablösung der Magnetbespurung, als mit DTS ein praktikables System zur Verfügung stand. Greift argumentativ nicht durch. Die Umweltschutzauflagen wurde erlassen, die Praxis war ein Weiteranbieten der Magnetit-Bespurungen (wenngleich auf grund der Schwankungsbreite ohne Garantien). Ein Grund, wenn nicht der wichtigste für den Rückgang der Blow-up-Kopierung war die Verbreitung der Polyester-Kopien, auf denen (bis vor wenigen Jahren der Durchbruch kam) keine Magnetitbespurung möglich war! Die Auflösungs- oder "K-Gruppen"-Debatte ist müßig, seit auf Film gedrehte Aufnahmen generell durch die digitale Sandwichmühle gedreht werden. Kodak hat bei der Einführung des 4K-Cineon-Systems die Auflösungsgrenze des damals niedrigempfindlichsten Kameranegativs klar benannt und zur Grundlage genommen. Nur hat kaum jemand 4K benutzt, wie es wünschenswert gewesen wäre. Der - sachlich korrekte - Hinweis auf Verbesserungen des Filmmaterial seither ist rein theoretisch und wurde/wird von Filmemachern ad absurdum geführt, da praktisch niemand auf 35mm Scope drehte und auf 70mm aufblies oder wenigstens in 4K bearbeitete und auf 70mm ausbelichtete. Zu subjektiv argumentiert. Man redet zwar bei SNOW WHITE von vor zwei Jahrzehnten von 4K-Daten, aber CINEON warb damals nicht mit solchen Begriffen. Deren Restaurierung ist überholt und unbrauchbar (feherhafte "Pastellfarben") und musste kürzlich wiederholt werden. Verbesserte Filmmaterial gibt es wirklich, u.a. wurde vor zwei oder drei Jahren noch einmal ein extrem niedrigempfindliches Material mit 25 ASA von Kodak angeboten, leider aber m.W. nur für 16mm-Filme eingesetzt. Sozusagen ein "Tageslichtfilm für die Sahara". Grundsätzlich haben die Filmemacher eigene Entscheidungen bei der Wahl der Aufnahmeoptiken und Scan-Raten getroffen (so auch Pfister für 6K bei den Scope-Szenen in DARK KNIGHT) und misstrauen den Angaben der Fachblätter. Ich selber habe keine Negativ-Messungen durchgeführt, finde aber stills von Negativen nur bedingt aussagekräftig bei einer Schärfebewertung, die anhand des Bewegtkorns getroffen werden muss. Diverse andere Aspekte in diesem Thread wollte ich auch noch einmal hinterfragen, weil damit äusserst unzufrieden. Das dauert Tage, und die Kraft habe ich nicht. Mich nerven aber diese Fanboys mit Pornoplakaten, Mobbing-Allüren gegen vermeintliche Ferndiagnostiker oder mit ihren Zoten und Karikaturen. Sie schneiden sich damit ins eigene Fleisch, je mehr sie ausfallend werden. Eine kleine Farce zum Schluss: Hiermit gebe ich zu, das Film niemals 6K-Auflösungen erreicht und schon aufgrund schlechter Bildstände und dürftiger Aufnahmeobjektive schlechter ist als Red One-Aufnahmen und daher auf 35mm-Theaterkopien niemals mehr als 0.8K-Auflösungen bewerkstelligt.
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Na siehst Du, endlich sind wir uns einig. Es hat ja auch lange genug gebraucht. ;-)
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Ironische Predigt zum "Samstag" (im Stil gerlernt von den Vorrednern und hoffentlich nicht "verdreht"): So angenehm ist das moderne Leben: warum sollten wir uns ihm (und seiner Rendite) verschliessen? Nach der Filmkopie und ihren vermeintlichen Errungenschaften und analogen Komplexen beweist gerade der von magentacine resummierte Standpunkt, dass nur gut oder schlecht zählt. Oder korrekt zitiert: Sinnvoll ist meiner Ansicht nach eigentlich nur noch die Frage, wie man alte Filme korrekt und hochwertig präsentiert. Empfehle die Blu ray-Präsentation für Filmmuseen. Die Kleinheit der Bildwände bedarf keiner DCPs, die sich nur graduell unterscheiden und nur Versandkosten nach sich ziehen. Und dann noch diese Schlüsselfreischaltungen anstelle für uns Konsumenten frei zugänglicher Contents! Nein: mit Blu ray ist es viel einfacher, und sie bietet mit Bonus-Materialien und digitaler Anbindung noch viel viel mehr als Kino, dass wird ihm doch hoffentlich Salvatore Di Vita nahegebracht haben. Die Win-Win-Kalkulation geht endlich auf. . Gerade WEST SIDE STORY sieht auf Blu ray tatsächlich schärfer und farbgetreuer aus als auf dieser "teuren" 70mm-Neukopierung (mit anstrengenden Nachkorrekturen), von der doch nur der Special Venue-DTS-Ton praktischen Nutzen hat. Besonders grauenhaft sind die Beschädigungen und die Anfälligkeit der Magnettonspuren auf 70mm-Film, nach dem im Londoner DOMINION bis 1960 über zwei Jahre lang die selbe Kopie im auf allen Programmschienen eingesetzt wurde und schwerst(en)sversehrt daraus hervorging (angeblich zu Krümeln zerfallen - der Vorführer aber sah kaum einen Unterschied, was an seinem Alkohopegel gelegen haben muss). Welche Gnade, dass 1993 endlich Dolby Digital mit Null Fehlerrate das weltweite Abspiel des bis dato stabilsten Filmtonformats in größten Häusern und breitester Verbreitung unter Beweis stellen konnte. Herrlich unkomprimierter, natürlich klingender und immer gleichbleibender digitaler Sound, damit die Dinos über unsere Trommelfelle hinwegsteigen, als sei man "mitten drin im Geschehen". Abgesehen davon, dass wir im Alter mal alles besser hören werden nach so vielen Jahren reinsten Druckschallpegels! Bin ja so glücklich mit diesen Segnungen - wir sollten den "alten Kram" endlich in die Mottenkiste versenken! Elende Filmrollen, überhaupt nicht korrekt, denn wir wissen es ja besser, sie stinken nach Essig, brennen uns die Bude ab und sind auch noch von den Negativen kopiert worden. Nachdem wir mit Film so tief gesunken sind, sollten wir uns erheben: magentacine zeigt uns mit "Spartacus" und "2001" in Frankfurt, wie man "korrekt und hochwertig" präsentiert. Weiter so und danke für seine "Literaturhinweise", die in nur zwei Klassifikationen uns aufzeigen, warum Breitfilmkopien gut oder schlecht waren. Und HAMLET natürlich ein von Bildstandsschwankungen strotzender Film ist, wie er ja in Karlsruhe erleben durfte. Bei mir um die Ecke steht übrigens SATURN mit im Preisverfall liegenden UHDTV-Bildschirmen. Warum sich dem verschliessen? Immerhin kann man sich die Filme über die Menü-Einstellungen selber "korrekt" machen. "Kino war gestern". * Mein nächster Beitrag wird dann wieder ernsthafter....
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Richtige Richtung und treffende Diagnose von Stefan. Ich sehe es genau so - seit den 1970iger Jahren. Graduell weiche ich nur in der Ulbricht-Bewertung ab, der, obwohl aktiver Widerstandskämpfer, mir Inbegriff des in der Aura fast kleinbürgerlichen oder großbäuerlichen Miefs daherkommt. Da wurde in der Kultur ein Kahlschlag begangen, von dem der "1. Arbeiter- und Bauernstaat" sich nie mehr erholte. Erst nahm man Stellung gegen die Kultur des westichen Eskapismus und Nihilismus, gegen die Beat-Musik und dekadente Kriminalfilme des Westens mit ihren antirpoletarischen Leitbilder und Ideologemen. Teils kann ich die Kritik an der Westkultur aus der Perspektive eines dialektischen Materialismus sogar nachvollziehen. Aber die Fähigkeit die eigenen Künstler mit revolutionärem Leuchtfeuer zu entfachen, vermochte Ulbricht nicht. Letztlich versuppte er im Mief des Epigonentums westlicher Leitbilder, darunter plötzlich eine eigene Beat-Musik (lahm und pathetisch), großbürgerliche Revuen, Operetten und Schwank in Funk und Fernsehen - und die systemkritischen oder parteiabweichenden Schriftsteller, Physiker und Philosophen (Janka, Havemann), die radikalsten Marxisten-Leninisten, wurde eingesperrt oder unter Hausarrest gestellt. Eine Avantgardekultur fand wohl nur noch im Untergrund, in Clubs oder Kirchen statt, aber ich bin kein DDR-Bürger. Die westliche Hybris wurde von Ulbricht irrational auf ein realsozialistisches System übertragen, welches eigentlich dazu da ist, die Ideologeme und die Gier nach Privilegien zu bekämpfen. Nach der Welle einiger sog. "Verbotsfilme" folgte die zähe Epoche der Eventfilme auf 70mm: allesamt kleinbürgerliche Phantasien über die Idylle des Spiessertums. Diesen Kurs des Revisionismus trat die DDR fast zeitgleich an mit der 20. Parteitag der UdSSR, auf der der Bauerntölpel Chrustchow den proletarischen Internationalismus entgültig begrub. Leider aber waren auch die Anarchisten, deren Kritik an bolschwestischen Fehlentwicklungen ernst zu nehmen sind, in der Praxis nie schlagfertig und strukturell zum Umsturz der Klassengesellschaft in der Lage. Im "Elend der Philosophie" zerreist K. Marx das antiautoritäre und ökonomisch laienhafte Bestreben etwa des Anarchisten Proudhon, der letztlich die Kleinfamie und die Frau als Füsorgerin kategorisiert. Lenin hat dann mit diesen Phrasen Schluss gemacht und eine Avantgarde der Berufsrevolutionäre tatsächlich dazu befähigt, die Machtverhätlnisse in Russland zu revolutionieren.
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Wurde ja obenstehend eingeräumt, dass er floppte. Man muss nicht jeden vernünftigen Satz gegendarstellen. Und man braucht nicht auf "Erfolgen" herumzureiten (wie auf AVATAR), als wollte man das Thema damit erschlagen? Extrem unsympathisch, dieser BWL-Jargon. Sonst trägt ja (ausser den engagierten Kollegen in der Schmalfilmrubrik oder @Filmtechniker) kaum jemand etwas dazu bei, was praktische Erfahrungen rekurrierte. Stattdessen "texteditorische" Umerziehungstribunale, die man hier ertragen muss, weil manche Ihr Welt- und Konsumbild (digitale Fluchtwelten) angegriffen glauben. Allein der Absturz von HAMLET und 70mm zu 4K und CD-Debatten zeugt davon, was manche Teilnehmer primär interessiert. Kaum doch der Film als Filmbandoriginal.