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Falls man nach den manchmal schon "erstickenden" wiederholten Grossposter-Shows noch scrollen kann, sei ein Hinweis auf vergessene, skurrile und verfehmte Film erlaubt. Im BABYLON Rosa-Luxemburg-Platz treffen sich seit Monaten die "Freunde des schrägen Films", ein Gruppe junger Filmstudenten und auch promovierter Filmwissenschaftler im dortigen Kino 2. Neben Raritäten wie "Frankenstein Meets the Space Monster" von Robert Gaffney (bekannt als Kameratechniker von SKY OVER HOLLAND und 2001: A SPACE ODYSSEY) waren DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN, HÜGEL DER BLUTIGEN AUGEN, PARASITENMÖRDER, VENUS IN FURS, PLANET LESBOS in ordentlich erhaltenen 35mm-Kopien zu sehen. Kein DVD, keine DCP, kein Blu-ray. Im wöchentlichen Wechsel, stets am Montag immer um 21.30 Uhr: Montag, 21. November 2011 um 21.30 im Babylon Einführung: Bennet Togler ZEIG MIR, WIE MAN’S MACHT / MALIZIA EROTICA Italien/Spanien 1979, R: José Larraz, D: Laura Gemser, Barbara Rey, Mila Stanic, 35mm, deutsche Fassung, 80 Minuten Montag, 28. November 2011 um 21.30 im Babylon SIE LIEBEN UND BEZAHLEN / UN VASO DE WHISKY Spanien 1958, R: Julio Coll, D: Arturo Fernández, Rossana Podestà, Carlos Larrañaga, Marta Flores, 35mm, deutsche Fassung, 80 Minuten Montag, 5. Dezember 2011 um 21.30 im Babylon BLUTMESSE FÜR DEN TEUFEL / EL ESPANTO SURGE DE LA TUMBA Spanien 1972, R: Carlos Aured, B/D: Paul Naschy, D: Emma Cohen, Víctor Alcázar, Helga Liné, Cristina Suriani, 35mm, deutsche Fassung, 86 Minuten Montag, 12. Dezember 2011 um 21.30 im Babylon OASE DER GEFANGENEN FRAUEN / EL OASIS DE LAS CHICAS PERDIDAS Spanien/Frankreich 1981, R: Jose Jara, Mu: Daniel White, D: Nadine Pascal, Francoise Blanchard, Lina Romay, Shirley Knight, Antonio Mayans, Jack Taylor, 35mm, deutsche Fassung, 76 Minuten Montag, 19. Dezember 2011 um 21.30 im Babylon DIE NACHT DER BLUTIGEN WÖLFE / DR. JEKYLL Y EL HOMBRE LOBO Spanien 1972, R: Leon Klimovsky, B/D: Paul Naschy, 35mm, deutsche Fassung, 87 Minuten Das aktuelle Programm: http://www.babylonberlin.de/schraegefilme.htm
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Ein Institut, das sich selbst nährt: "immer am Ball der Zeit - immer nah am Kunden". Warf man dem Hause in früheren Dekaden zu sehr eine verstaubte Archivarensicht und Bunkermentalität vor (selbst auf diesem Niveau noch ein Hort garantierter Auftragspflege anstatt der Veruntreuung des Stiftungsauftrags), sind wir jetzt im Cyberspace angekommen. Das ist zwanghaft, denn die "filmfernen" Kuratoren der Neuzeit (Quereinsteiger) können nur dann von der Inkompetenz ablenken, wenn sie durch wissenschaftlich nicht fundierte "Spekulationen" einen scheinbaren Handlungsbedarf und Fördergelder anschieben. Das Lavieren fällt dann nicht so peinlich aus: man betritt ja unbekanntes Terrain und muss nich länger Museum sein. Die praktisch-handwerkliche Filmgeschichtsaufarbeitung bleibt im Hause des sich bald wieder umbenennenden ehemaligen Filmmuseums vermutlich eine neverending comedy. :blink: Bildquelle: http://ins-netz-gegangen.org/bilder/ Danke für den Link.
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Eines Moderators (@preston sturges) eigentlich nicht angemessen, die Meinungslandschaft zu manipulieren. Demokratie oder Inquisition?
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Berliner MGM-Theater am Ku'damm
cinerama antwortete auf breathtakingcinemascope's Thema in Nostalgie
Super-Bericht - danke für die Entdeckung! (Man kritisierte damals schon neue Theater nicht minder als ein heutiges Multiplex). Den Plakatständer auf dem obigen Bild (oder zumindest 1 Stück unter mehreren), hatten wir im Kinokeller des steglitzer 'Cinema'-Programmkinos zu liegen. Mit den dortigen Kündigungen verliert sich die Spur leider... -
Sicher ein Report, der sich sehr angenehm und vor allem nicht ständig kritisierend oder erbsenzählerisch (damit lässt sich ja kein Geschäft machen) lesen lässt. Der Georg hat ja in FTVK, Ausg. 1-1996, den ersten grossen Breitwandessay verfasst. Und ihn gleich mit attraktivem Aufmacher garniert: 2001-Odyssee um Weltraum wurde in Cinemascope gedreht. (Bild: David Bowman im Gespräch mit HAL-9000). Auch Klassiker werden in einführenden Worten gewürdigt und dann die Produktionswirklichkeiten erwähnt: Viele der größten Erfolge, wie 'Die Brücke am Kwai','Ben Hur', 'Spiel mir das Lied vom Tod', '2001 - Eine Odyssee im Weltraum', 'Krieg der Sterne', 'Der mit dem Wolf tanzt', verdanken ihre Wirkung den Cinemascope-Bildern auf einer breiten Leinwand. [...] Wenn es um die vielzitierte Weite des Weltraums geht, führt kein Weg an Cinemascope vorbei. [...] Für westdeutsche Cinemascope-Produktionen mußten die Objektive allerdings immer im Ausland geliehen werden, was die Kosten natürlich in die Höhe trieb. [...] Auch der Kostenfaktor war ein Thema. Vergleicht man die Kopierwerkskosten zwischen Cinemascope und Super-35 - bei gleicher Menge an gedrehtem Filmmaterial in beiden Formaten - ergibt sich entgegen ersten Vermutungen, daß Super-35 trotz Einzelschrittkopierung kaum teurer ist als Scope. In manchen Fällen geht der Preisvergleich sogar zugunsten von Super-35 aus. Bedingung dafür ist, daß - wie bei einem normalen Kinostart üblich - auch von Cinemascope- und Breitwandkopien ein Dub-Negativ als Vorlage für die Massenkopien gezogen wird. Für Cinemascope ist dann wegen des dünnen Bildstriches nur eine A/B-Roll-Kopierung möglich. Bei Super-35 kann das Negativ dagegen auf ein Band geschnitten werden. [...]. Mal schauen, welche Entdeckungen und Wunder in der kommenden FTVK-Ausgabe zur ihrem Recht gelangen. Neuen Sichtweisen sollte man sich nicht verschliessen. :smile:
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Sequentielle Problem angehend schon. Aber warum kriege ich Kopfschmerzen in einem von Dir favorisierten (?) Kino 3 im CxX mit RealD-Over-Under-Projektion? Ergriff die Flucht in hinterste Reihen, weil es vorne nicht mehr auszuhalten war. Ausserdem noch randunscharf, was zu 35mm-Scope-Zeiten deutlich besser im Griff war. Brillensystem dürften keine grosse Zukunft haben. Unter "natürlichem Sehen" verstehe ich alles mögliche: nur das bitte nicht, was in diesem Thread überzeugend kritisiert wird!
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Berliner MGM-Theater am Ku'damm
cinerama antwortete auf breathtakingcinemascope's Thema in Nostalgie
Wenn das am ZOO PALAST-Beispiel festgemacht wird, trifft es die Sache auch nicht, weil dort Klangfilm-6-Kanal-Verstärker und 5-Kanal-Frontsysteme seit 1960 (für die dann ins DELPHI verlegte "Porgy and Bess"-Premiere) eingebaut waren. >>4-Kanal<< kann ja ein simplifizierter Begriff sein, so wie >>Raumton<, was noch schwammiger ausfiele. Zur Kinoausrüstung sagt es nicht das ausreichend genau, was es angeblich anzeigen möchte. Das heutige könnte wohl das dritte sein - weiss nicht, wie oft er wechselte? Das Kinoton-Lampenhaus der EX ging 2004 zusammen mit dem DP70 nebst MGM-Utensilien und Schildern direkt nach Griesheim. Dem Zoo-P.-Foyer gab ich anderthalb Jahre zuvor ein Original-Ernemann-Lampenhaus aus NRW, zumal die ausrangierte EX, die lange Zeit mit dem Kinotonlampenhaus etwas untypisch im Foyer wirkte, jetzt viel authentischer rüberkam - während ich auf ein 4kW Xenon-Lampenhaus sehr erpicht war, das UCI-Technikleiter Schmu. dann veräusserte. Wäre schön, wenn das Lampenhaus noch existiert. Ich nähme es sehr gern zurück, trotz verbrauchtem Spiegel. [Dein Schwarzweiss-Foto zeigt sehr schön den BWR in ZOO 1 ein Jahr vor des Chefvorführers Ladwigs Tod. Hatte er selbst etwa den Hasen auf die Maschine geklebt? Die U2 existieren ja heute repariert in Schönberg] Erinnerungen von der Transaktion: -
Berliner MGM-Theater am Ku'damm
cinerama antwortete auf breathtakingcinemascope's Thema in Nostalgie
Einige - brüchige - Eingaben meinerseits: - MGM Berlin von Anfang an mit Perspecta-Intergrator (anzunehmen also auch Frankfurt am Main) - Nicht alles am oben dargestellten und sicher erhaltenswerten Projektor ist total und komplett aus dem MGM-Berlin. Die jüngsten Information korrigieren einiges daran, sodass @preston sturges von mir seinerzeit eine voreilige Information erhielt, als ich ihm 2003 den Projektor mitgab und wir beide das Lampenhaus separat aus dem Zoo Palast besorgten (ehemaliges Lampenhaus der dortigen Ernemann X). Jetzt besitzt dieser Projektor in Krls. seit 2011 ein weitaus besseres Lampenhaus - was etliche erfreute. Original MGM ist aber das sichtbare Schild an der Projektortür. An der es im Original nie haftete. - Das MGM-Schild hat eine seltsame Odyssee hinter sich: mein Mentor baute twls. die Anlagen des MGM aus und entnahm diese Schilder den Verstärkerracks und setzte sie auf seine Eurodyn-Klangfilmlautsprecher. Die ich später von ihm übernahm, die Schilder abschraubte und auf die Projektortüren setzte. Der zweite DP70 (bei uns im Vereinslager) trägt nochmal dasselbe Schild. Fernerhin meine Schlafzimmertür das dritte und letzte Schild. ;-) Zwei 4-Kanal-Magnetton-Saalregler und Philips-Röhrenvorverstärker des MGM baute ich 1987 privat ins Wohnzimmer, von dort wanderten sie mitsamt Projektor ins Sputnik Wedding für einige 70mm-Vorführungen (WILD BUNCH sowie UNHEIMLICHE BEGEGNUNG) - letzlich gab ich sie einem Akquisiteur der Stiftung Deutsche Kinemathek nach unserer Umrüstung auf MPU-1. 70mm-Film im MGM Berlin wurde mir erst ab dem Ersteinsatz der MEUTEREI AUF DER BOUNTY von 1962 berichtet. Mein alter Vorführlehrer war in dieser Zeit mit diesem Film betraut und berichtete vom Austausch eines Filmaktes aufgrund minimaler, nur unter der Lupe erkennbarer Perfoanschläge (wofür extra ein Fachmann aus USA eingeflogen wurde). Er erwähnte auch, die beiden DP70, die dann für Royal Palast und City im Europacenter vorgesehen waren, befanden sich einige Monate (5 Monate?) im MGM im Probelauf (also um 1964?). Mein Kopierwerkslehrer berichtet indes noch heute, für die BOUNTY sei nicht nur ein Akt ausgetauscht worden, sondern drei Wochen nach der Premiere gleich die komplette Anlage. "Ständig" wären dort neue oder andere Anlagen eingebaut worden, hiess es salopp. Die Ultra Panavision-Anamorphote waren nicht schwarz, sondern rot eloxiert und vorne mit Messingring und Gravur versehen. Auch sind mir keine FP20 aus dem berliner MGM bekannt. Aus Listen, vom Hörensagen (und evtl. einer Abb.) war es ein gekapselter FP7-Projektor von Philips. Vielleicht auch zwei. Ein Zeitzeuge und Themenfreund von @breathtakingCinemaScope, R. B. (ehem. auch Cinerama-Vorführer, später im Zoo-P.), könnte darüber bescheid wissen. Möglicherweise erinnert sich auch @TomCat genauer zu den Vorgängen. KAMPFSTERN GALACTICA lief nur im Delphi und in der Filmbühne Wien. 1978, wo das MGM schon abgerissen war. Kurz nach Schliessung eröffneten (ebenfalls unter Olympic-Flagge)7 weiteren Kinos in der Filmbühne Wien, die die verlorene Platzkapazität des MGM auszugleichen wussten. In der FBW lief auch ACHTERBAHN. MIDWAY habe ich gerade vergessen. -- Bei den 70mm-Einbauten zw. 1955 und 1968 (?) gehe ich eigentlich immer von 5 Frontkanälen aus. MGM Frankfurt Main hatte ja um 1957 die DP70 nur mit 35mm-Umrüstsätzen in Betrieb und spiele SCHIWAGO und BEN HUR in 35mm 4-K-MT. Bei BEN HUR wurde von einem tonlichen Umbau gesprochen. Erst ab 1968 (GRAND PRIX) wurde auf 70mm gespielt. -- Dann haben wir 3 Bilder in die Galerie der Astor Lounge Berlin gehängt, die das berliner MGM zeigen: zur Eröffnung, zur Zeit um 1958 in Farbe sowie vom Hubschrauber aus fotografiert. Besuchbar zwischen 9.00 und 23.00 Uhr (oder länger), Eintritt frei. Für weiterführende Infos zur Geschichte des Hauses wäre ich ausserordentlich dankbar... -- Wie gesagt: bruchstückehafte Einwerfungen, denn ich bin kein Kenner der MGM-Kinos gewesen. Ansonsten sollte man alle Fragen einfach mal bündeln und im US-Nachlass der Firma forschen. Irgendwo wird schon etwas Wunderbares liegen! -
Da möchte ich keine "Präferenz" anzeigen, weil man dann sofort gesteinigt würde. Aber da bei diesem alten Format immer wieder mal was zu tun ist oder was Neues anfällt, und sich daraus Veränderungen ergeben, empfiehlt sich dann zumeist das Haus mit den zuletzt getätigten Veränderungen. Ansonsten kann man sich mal privat in der Stadt treffen - denn das Ganze würde sonst enzyklopädische Aussmasse annehmen...
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Die Trailer sind ja zumeist vom Dup kopiert worden. Gute Erstaufführungs- und Premierenkopien des Spielfilms selbst waren dann nicht schlechter als eine HD-Restaurierung, warum auch. Letzlich ist auch das digitale DVD-Medium kein Beweis dafür gewesen, dass digitale Bild-Tonträger nie die Höhe eines Filmbandoriginals erreichen könnte. Ich würde da jeden Einzelfall für sich betrachten, nicht aber die Blu ray generell loben, die ja für den Heimkinomarkt produziert wird - und der Immersion des auratischen Kinoraums entbehrt. Ansonsten danke für den Hinweis auf diese Neuedition. Manche kennen den Film vielleicht noch nicht: http://www.imdb.com/title/tt0066122/
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Deine These schneidet ganz schwierige Fragen an, die der Referenz und die der Beliebigkeit oder Neuinterpretation. Danke für diese Hervorhebung der Differenz, zumal in der Branche und auch im Restaurierungsbusiness darüber kaum debattiert wird: das scheinbar "saubere" Endergebnis überrollt da jeden Zweifel (siehe "Der Fall METROPOLIS", fd-Artikel von 2001). Schon zur Zeit der Premieren der Breitwandfilme existierten verschiedenste Emulsionen der Rohfilmghersteller und keine feste Standardisierung. Begrifflichkeiten vom "Look" von Premierenkopien können dennoch näherungsweise angegangen werden, womit ich dem verbreiten Eindruck widersprechen würde, man bräuchte sich darum nicht mehr bemühen, und sollte den Mund halten. Wir wissen ungefähr oder bei einzelnen Filmen auch konkret, wie der Look beschaffen war, sei es bei den dt. Agfacolor-Filmen oder den Eastman-Color-Filmen. Bei den geringfügig fadenden Film-Materialien gibt es dafür Anhaltspunkte, bei den gelungeneren Blu-ray-Editionen eben so welche beim Eastman Color-Transfer. Neben Deinem Hinweis auf frühere DVDs, die es aufzubewahren gilt (in anderen Punkten sind sie fehlerhaft) könnten auch VHS-Kassetten herangezogen werden: beim 65mm-Filme PLAY TIME vermitteln sie einen ungeführen Eindruck, in welche Richtung die vor einigen Jahren neu herausgebrachte Version, die bei Gulliver umkopiert wurde, hätte gehen können (oder gehen müssen). Hermeneutisch fehlerhaft wäre - wie von Dir offensichtlich gemeint -, schlussgültig von gelungeneren oder vertrauteten Video-Medien auf das absolute Filmoriginal zu schliessen. Das ist so nicht gemeint. Und Hinweise auf Videomedien, die sich dennoch stark dem Referenzmedium näherten, führten in anderen Thread des Forums (Festval- und Jubel-Threads verschiedenster Provenienz etc.) zu aggressiven oder ironisierenden Ressentiments. Man glaubt anhand einiger verfügbarer Theaterkopien (alter oder neuer) bereits ein Optimum an Referenz erklommen zu haben - die Motti: "so wie Todd-AO erfunden wurde" oder "Farben wie bei der Premierenkopie". Erkannt wurde nicht die Gefahr durch die Sektion der Home Cinema-Industrie, die beim finalen Grading und geeignete Fachleute vorausgesetzt ohne weitere Korrekturkopien zu einem weniger fehlerbehaftetem Ergebnis führten. Schön wäre, wenn man diese Sorgfalt auch bei der Um- und Neukopierung eines Filmbandoriginals tätigen würden, wovon die Ergebnisse bei den Large-Format-Filmen der letzten 25 Jahre weit entfernt sind. Nicht weil es nicht geht, sondern weil bei den meisten entdeckten Fehlern Inkompetenz vorlag. Bei BEN HUR wurden nun aber auch in der hochgelobten digitalen Postproduktion grundständige Kenntnisse des Films und der Nachbearbeitung offensichtlich in den Wind geschrieben. Und noch bei ganz anderen Titeln dieses Genres. Die jetzt krasser zutage tretenden Dynamik zwischen Tag- und Nachtaufnahmen ist eben doch veräflschend: wenn Bilddetails in den Schattenpartien nicht mehr vorhanden sind (wie ich schon dreimal im Thread schrieb, aber nicht ganz genau gelesen wurde), dann handelt es sich bereits um Verfälschung, nicht aber um Interpretationsfragen. Finden wir diese Details über eine technologische "Krücke", die DVD, kann zumindest widerlegt werden, dass die Blu ray-Edition in den Innenaufnahmen die Potential des Negativs korrekt ausschöpfte. Hier ist von fehlerhaftem oder bewusst-willkürlichem Grading auszugehen. Mit dem Effekt des Look, als hätte man in früheren Jahren von einem deutlich gefadeten Negativ direkt auf Film kopiert; was aber hier nachzuweisen schwierig ist oder auch den Grading-Fehler entschuldigen würde. Wenn Du berechtigterweise aber vor den A-B-C-Vergleichen warnst - so müssten Alternativen benannt werden. Viele gibt es nicht, oder man nimmt selber Geld in die Hand. Wenn wir hypothetisch auch aus einer desaströsen "C"-Quelle schöpfen (BEN HUR aus der Edition von 2000), grenzt das schon an Karikatur. Es ist aber nur der verzweifelte Reflex auf noch fehlerhafterere Bearbeitungen der jüngsten Zeit und auf die kommerzielle Geheimniskrämerei einiger Postproduktionsstudios oder Restaurierungsbetriebe. Von BEN HUR bspw. wurde so gut wie nichts hinsichtich der Bearbeitung berichtet! Warner hat es wohl nicht nötig. Zur ideologischen Komponente des Films: die Einverleibung der jüdischen Kulturgeschichte und der territorialen Sendungsbewusstseins durch den amerikanischen Calvinismus - mit christianischem Wertekosmos, der die postkoloniale Ära möglichst bruchlos (aher es standen zwei Weltkriege dazwischen) in "Freedom and Democracy", "Selling Democracy", den Marshall-Plan und das Teils der freien Märkte überführt, würde ich genau so sehen. Den stärksten Ausdruck findet diese Haltung bereits in QVO VADIS von 1951, sodass man die Kritik nicht an BEN HUR alleine festmachen könnte. Gegenüber dem militärischem Tonfall uind QVO VADIS (am Ende Robert Taylor als General Marshall, der Europa bereinigt), strebt BEN HUR mehr in die pazifistischer Richtung (Quäker-Filme von William Wyler und seine eigene Biographie sind zu berücksichtigen). Letzlich lässt der Film am Römischen Reich kein gutes Haar: ein Reich des Totalitarismus, während in QVO VADIS ein Reich des Reichtums goutierbar ist, dass durch eine kompetente Militärdikatur von den Abstrusitäten eines Führerkults und die Vereinheitlichung des Gottesbildes befreit wurde. Dennoch gilt der "reaktionäre" (?) QVO VAVIS als kurzweiliger und humorvoller: auch in Kreisen der Intellektuellen. Was ihn keinesfalls "harmloser" macht! BEN HUR ist nie langweilig in Anbetracht überragender Raumgestaltung und atmosphärischer Wirkungen, einem herausragenden Score, ausgeklügelten Dialogen und zwei grossen Action-Highlights (Seeschlacht und Wagenrennen), was innovativ die filmtechnologischen Möglichkeiten ausreizt. Die melodramatischen Zuspitzungen sind überall meisterlich gelöst (Dachszene zw. Miram und Ben Hur, Sterbeszene Messalas, Wiederbegegnung mit den Eltern, Verhätlnis des jüdischen Prinzen/Galeerensklaven zum Patrizier Quintis Arrius, ambivalentes Verhältnis Ben Hurs zu seinem Jugendfreunde Messala). Einzigartig herausgearbeitet und von keinem anderen Monumentalfilm übertroffen: und auch in der Gegensätzlichkeit des ideologischen Gegensatzes klar und unversöhnlich. Streiten lässt sich freilich darüher, ob man einen Roman für einen auf Realismus bedachten Hollywood-Film hätte heranziehen sollen, der teilweise auch ahistorische Gleise verfolgt. Auch ist die Kreuzigungs-Szene anfechtbar, die später in Stevens GREATEST STORY EVER TOLD (in etwas kindischer Weise in einem der Festival-Thread abschätzig abgetan) ganz hervorragend umgesetzt wurde. Aber das Erleben von Filmen hängt auch mit der eigenen Sozialisation zusammen. Ist diese kuturell ähnlich angesiedelt wie gewisse religiöse oder opernhaft inszenierte Monumentalfilme, wird man sich davon zeitlebens nicht mehr lösen wollen. Man kann also selbst als Atheist enthusiastischer Bewunderer von Bibelspektakeln sein - ich sehe da keinen Widerspruch. Auch muss der Lean-Film LAWRENCE OF ARABIA - als verkappter Bibelfilm - auf den Prüfstand gestellt werden. Ich habe in ihm nie ein Meisterwerk gesehen, sondern eine Spekulation bzw. einen Historien-Thriller. Tödliche Langeweile empfand ich indes bei einem Meisterwerk der Neuzeit: AVATAR. Trotz fleissiger Lektüre zum Film: das Ganze war kitschiger als jeder Bibelfilm, geschmackloser und verlogener als jeder Disney-Kitsch. Wyler hätte sowas nie gedreht. Mithin eine schöne Steilvorlage für eine gute Kinowissenschaft. :smile:
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Die Bauer U2-Kombimaschinen (35/70) sind seit Jahren entsorgt. Auf Xenon umgerüstet, waren die auch in Berlin keine Freude mehr. Wollte dem Betreiber aber einen neuen 35/70mm-Projektor schenken. Vielleicht wird's ja erhört. Dann würde aber ein Teller oder Zweitprojektor noch fehlen. Übrigens gab es dort die einzige Vistarama-Bildwand Deutschlands so weit ich weiss, installiert von der FTT Düsseldorf.
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Wenn man das denn in den 60er Jahre noch erleben durfte, wird man mit der Gegenwart Probleme kriegen. Bei mir ist die Schmerzschwelle nicht ganz so niedrig, da ich erst ab 1972 in der Materie der Reprisen mit dabei bin. Man wird heute einen Mix verschiedener Eindrücke erleben, aus denen einiges schockiert, anderes doch noch erfreut oder auch versöhnt. Die Kinos mit perfektem Bildstand sind nicht diejenigen, die in den letzten 30 Jahren 70mm zeigten, sondern paradoxerweise andere Schienen bespielen. Die aktiven 70mm-Stätten (zumeist abhängig davon, ob sich an den betreffenden Orten Enthusiasten oder Institionen mit entsprechender Zielsetzung 70mm zu spielen, niederliessen) gehören nicht zu den Orten auf der Landkarte, wo ich einen Bildstands- oder Schärfest durchführen möchte. Einige dieser Stätten begannen ihre Reihen oder Einsätze unter desaströsen Bedingungen, konnten aber über die Jahre merkliche Besserungen unter Beweis stellen. Nicht an die Grenze der Perfektion heranreichend, aber immerhin. Und leider dauerten diese Prozesse unendlich lang, sodass weitere Jahre an Basteleien vergingen, in denen zeitgleich sich die Filmkopien zersetzten. Es gibt also m.E. durchaus Fortschritte auf der Kinoseite, seitdem einige Klassiker plötzlich wieder laufen. Aber die Kopiensitiation hat sich weltweit dramatisch verengt: trotz eines Dutzends an neuen Kopien, die zumeist nur in USA kursieren und nicht gerade "Referenz" sind, und in einimaligen Fällen auch Oslo, Bradford, Berlin oder Karlsruhe erreichten. Zumeist mit unerträglich schlechte DTS-Wiedergaben, die einen Hohn auf das originale Klangbild darstellen. [Gleich werden die Forumskollegen wieder wüten, die all das nicht hören mögen ... aber so ist nun mal die Lage von 2011. Alles eine Geldfrage: mehr davon, und dann gibts auch perfekte Kopien, Bildstände, Töne und Projektionen. Technisch alles nachwievor machbar!]
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Enorme Fleissarbeit, alles in Excel zu übertragen. Aber dann wäre bei den anderen Jahrgängen noch etwas zu tun? @Peter2: das mit den Kinos der BFD ist ausgesprochen ärgerlich hinsichtlich der Quellen- und Archivlage. Selbst in Berlin komme ich da kaum weiter mit den Fundsachen, Fotos und Verzeichnissen. Dürfte in den GUS-Staaten kaum anders sein, wo man es gar nicht eilig genug hatte, alles zu "beräumen". :|
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Spät abends noch vorbeigegangen, aber da lief schon der KÖDER FÜR DIE BESTIE. Heute abend also NACHT DES JÄGERS. Stammfilm der frühen Off-Kinozeit, wo ich ihn nur in 16mm vorführen konnte. 35mm ist da im Jahre 2011 keine Selbstverständlichkeit. Weiters läuft RIVER OF NO RETURN, OV mit spanischen UT. Vor 12 Jahren lief auf der Preminger-Retro eine recht bunte, monaurale Kopie, und nur in 2,35 : 1. Eine Original Technicolor-Kopie mit 4-Kanal Magnetton zeigt ja leider keiner...
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"Erzreaktionär" ist wohl auch der Film WINDJAMMER (Lob der US-Verteidigungsdoktrin)? Lese hier zumeist nur vom Guten und vom Schönen. Was sagen denn die Kriegsopfer in Indochina zu solchen Filmwundern? So wird eben mit zweierlei Maß gemessen, wie es einem gerade vom "Format" her passt - Hauptsache, die Schlagbegriffe stimmen. Lean x Breitwand x Kino y x PR x large format-Negativ ist demnach sofort und vorbehaltlos unterstützenswert, auch wenn die Reihe schon drei Jahre zurückliegt und kaum einer hinging. Und schon keiner mehr Filmkopienrecherche unternimmt, sondern das klaglos schuckt, was man ihm vorsetzt. Kann es sein, das mancher gewisse Dinge vielleicht nur aus der Distanz kennt? Hingweisen und besucht wurde auch die Kurosawa-Reihe. Also was soll die Unterstellung der Unterschlagung? Lustigerweise griffen einige die Berlinale-Retrospektive an (aus der hessischen Distanz), dulden aber keine kritische Hinterfragung der Aufführungspraxis in den ihnen sympathischeren Örtlichkeiten. Wo es manchmal noch saurere Gurken zu sehen gab.
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Die WEST SIDE STORY ist nunmehr sehr gelungen. Nicht ganz im leichten Magentatouch der 35mm-TC- und 70mm-Premierenkopien, sondern neutraler und sehr stark farbgesättigt. Korn kaum erkennbar und die Dupinserts sind im Kontrast und in der Farbabstimmung optimal angeglichen. Bis hin zu Farbverschiebungen, die bei Kamerafahrten im Original unübersehbar waren, die man jetzt korrigierte. Die Ouvertüre ist aber etwas dumpf: als habe man den Effekt eines geschlossenen Vorhangs imitieren wollen.
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Quellenangabe möglich? Soweit ich weiss, wurde in einigen Kinos zunächst Todd-AO eingebaut, zeitweise zugunsten von CineMiracle entfernt, um dann nach Ende der CineMiracle-Phase reinstalliert zu werden (Royal-Palast München). Im Atrium war die Bilwandkrümmung nützlich auch für den Einbau des Roadshow-Nachfolgers Todd-AO. Auf "CinemaScope" geht kein Bericht ein.
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Es gab Anfang der 80er Jahre eine komplette Lang-Retro im hiesigen 'arsenal', später in einem weiteren Programmkino, sowie auf den IFB 2001. Mir fast schon zu viel der Bewunderung für diesen Blockbuster-Regisseur und Technik-Guru, ist aber Geschmackssache. Es gibt doch auch Regisseure der Arbeiteravantgarde in Weimar, die aber zumeist nur einige Alternativ-Kinos pflegen, während die staatstragenden Kulturstätten die Ikonen technischer Leistungsfähigkeit der Nation kultiveren: eben Fritz Lang (oder in USA Griffith, DeMille, Vidor, Stroheim usw.). Im Grunde empfinde ich das als sehr kommerziell und in den Genregrenzen des Sensationsfilms zubereitet. Die Frage der Anzahl der Säle kommunaler Kinos ist meineserachtens für den Stellenwert des jeweiligen Hauses und den Erhalt der Subvention von Bedeutung. Umgekehrt könnte es auch erwägenswert sein, weniger Säle in idealer Weise zu bauen (Pictureville in Bradford hat diesen Ansatz gewagt, das kleinere Kino dagegen fällt uniform ab. Oder im alten Amsterdamer Filmuseum im Vondelpark, Dir bekannt, der historische Architektur mit der Präsentation von frühem Film kongenial verband und wo R. Wolf seine Breitwandshows andererseits ins Bellevue verschieben konnte: womit nach Abriss des BELLEVUE und dem Neubau des Museums auch Schluss sein dürfte). In Berlin hatte auch der ZOO PALAST mit 20 Meter-Bildwand für Todd-AO trotz schwacher Krümmung gute Wirkungen und technisches Niveau zu bieten, das CINESTAR EVENT hätte eine gute Todd-AO-Wirkung, ASTOR FILMLOUNGE verbindet die Retro-Architektur des italienischen Opernstils mit einer konkaven, moderat gekrümmten Bildwand ggf. mit Breitfilmformat, INTERNATIONAL wurde nach TGL-Vorschrift für Todd-AO-Zwecke gebaut (leider heute mit höhenreduzierter Wiedergabe). In Frankfurt Main frage ich an, ob nicht das CineStar METROPOLIS sich für WideScreen-Vorführungen anbieten würde oder ggf. Open Air am Mainufer? [Darf man eigene Favoriten nennen, so würde ich für die meisten Filme vor 1953 auf Berlin bezogen die Kammerspiele im HAUS VATERLAND sowie für WideScreen-Aufführungen den Royal Palast von 1965 als Ideal bezeichnen.] Generell ist die architektonische Kinoeinfalt vielleicht weiter fortgeschritten, aber die programmatische Vielfalt hat m.E. in den Ballungszentren dagegen zugenommen und wird mit HD-Medien weiterhin zunehmen. Wahnsinn, was allein in Paris und Berlin für Reihen laufen gegenüber dem Einerlei der 60er Jahre! Der Saal hat mittlere Kapazität von rund 450 Pl. Starke Auframpung, soweit ich mich erinnere. Ebenläufige Decke, statt fortgeschrittener Tortenstück-Bauweise (Reisinis Cinerama oder Imax-Kinos). Das Haus Cinémathèque Française spielte doch kaum je 70mm-Titel oder WideScreen-Festivals: andere Ausrichtung der Programmstruktur und der Kuratoren dürften der Grund sein. Ich vermute, die Bereitschaft hierzu ist weitaus verdriesslicher als in Berlin, wo doch hin und wieder unter verkrampften Anspannungen diese Themen schon einmal durchsickern. Also liegt die Bedeutung des pariser Hauses evtl. in anderen Hochleistungen und Errungenschaften, weniger aber auf kinematographischen Forschungsgebieten. Auch das DIF/DFM hat darin vermutlich wesentlich mehr Erfahrung seit 1987 als Paris. Mit einigen Parisern tauschte ich Mails aus, u.a. mit dem Vorführer des GAUMONT CINERAMA, die allesamt nichts von einer spektakulären Kinoarchitektur in der Cinémathèque Française zu berichten wussten. Warscheinlich ist, dass Paris einmal die besten Kinos der Welt und aller Zeiten hatte. Also fragt sich, warum man in der Cinémathèque Française Neue hat bauen müssen? Durch die HD-Medien ist andererseits auch das Monopol der technologischen Führerschaft der einstigen Paläste der Zerstreuung und Illusion gefallen. In der Kinoarchitektur fallen einem kühne Innovationen nur nur bei der Ausrichtung nach aussen durchlässiger Multiplex-Foyers und Eingangshallen ein. Von kühner, funktional vorwärtsweisender und spektakulärer, aber auch intimer/kommunikativer/meditativer Saal-Architektur - kann davon noch die Rede sein? Vielleicht ist das ganz einfach so, das wir in Jahren der kulturellen und wirschaftlichen Rezession leben und Neuansätze erst in einigen Jahren zu erwarten sind.
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Sony 4k - neues Vertriebsmodell - Preise purzeln...
cinerama antwortete auf carstenk's Thema in Digitale Projektion
See the Difference? What do you mean by this? http://www.dlp.com/de/cinema/dlp-enhanced-4k/default.aspx Thank you, preston & Kinotone. Very enlightening. -
Stimmt alles. WA-Kopien waren nicht mehr state-of-the-art, sondern stets fehlerhaft. Jedoch ist die Schärfe auf der BD besser als bei KING OF KINGS u.a. Large-Format-Transfers. Gemäss @TK ist nicht der Scan ausschlaggebend für das Desaster, hoffentlich auch nicht das Negativ zu stark gefadet, sondern Versagen im Grading. Scan & Retusche waren demnach nicht umsonst und eine korrigierte Edition dürfte ein Leichtes sein. Ärgerlich nur, dass nirgendwo Restaurierungsberichte erschienen sind. Fast ein Staatsgeheimnis! Auch THE SOUND OF MUSIC sieht in der neuesten Edition seit Jahrzehnten endlich mal wieder authentisch aus. Traumhaft schön in Farbe und Lichtausgleich bis in die feinste Nuance ist DOCTOR DOLITTLE, erschienen bei Koch Media. Zeigt aber ringsherum eine eigenartige Randunschärfte, weswegen Fox sich vielleicht vor einer Veröffentlichung gesträubt haben mag. Auch WEST SIDE STORY scheint in der Vorschau um Welten stimmiger geworden zu sein als die jüngste 70mm-Neukopierung: http://www.dvdbeaver.com/film/dvdcompare/westsidestory.htm Kommt ein verbesserter BEN HUR noch heraus, wäre aber auch diese Version in anbetracht des Auflösungsverlustes gegenüber dem 70mm-Original und der Letterbox-Ablegung nicht der Weisheit letzter Schluss. 70mm war dann doch wieder das beste Kinoverfahren, das es je gab.
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Man merkt auch, daß der Zeichner Probleme hatte, eine Parabel zu ziehen: wonach sich an den seitlichen Flanken der Lamellenbildwand eine Abflachung einstellen würde. An der linken Flanke ist es ihm erkennbar geglückt, auf der rechten Seite wurde einige Male nachgebessert. Wieviel Grad das sind, möchte ich nicht dem Nachmessen anvertrauen. 120 Grad ist ja üblich für 70mm Cinerama. Oder CineMiracle: dort aber variabel.
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Leiser Widerspruch: Vielleicht trifft Kinosaal trifft nicht in schlussendlich allen Ansichten den Zeitgeist von Fritz Lang? Und ein neutraler Raum hätte warscheinlich auch nicht den Auftrag, eine Premieren-Situation zu reanimieren. Solche Filmreihen sind m.E. 2011 keinesfalls unüblich, laufen in zumindest den bessere besoldeten KoKis regelmässig, und auch Fritz-Lang-Reihen konnte man vier an der Zahl seit 1982 in dieser Stadt konstatieren. Warscheinlich sind Lang-Filme in ihrer Zeit in Dekor-oder funktionalistischen Theatern gelaufen. Daher ist mein Beispiel "D-150" oder "Cinerama" nicht das, worauf ich prinzipiell einmal anspielen wollte. Experimentell hatte ich mal Ausschnitte aus bekannten Filmen in Saal- und Bildwandfotos zeitgenössischer Stätten wie 'Cines' am Nollendorfplatz oder 'Universium' am Lehniner Platz per Photoshop eingepasst. Man könnte museal eines Tages auch in diese Richtung gehen, was den Hintergrund meines Zweifels am Langlois-Saal abgab. Ob es da nicht auch andere Möglichkeiten gäbe, wenn es von öffentlichen Interesse wäre. (Warscheinlich interessiert es niemanden)
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Gibt es da bzgl. des CASINO CINERAMA eine Einzeichnung mit 120 Grad-Hinweis für 3-strip Cinerama? Fände ich sehr ungewöhnlich, von Anfang an auf 120 Grad gesetzt zu haben, zumal 1954. Evtl. Sinn macht es erst bei Beginn einer Spielsaison mit den "70mm- Cinerama-Kopien" ab 1963 - dann mit Entfernung der Lamellenbildwand zugunsten einer Perlleinwand oder mattweissen. Welche Kinos mit 3-streifiger Projektion unter Führung der Cinerama Inc. sind eigentlich unter den 120-Grad-Leinwänden gelistet? Die "Aufweichung" des 146-Grad-Prinzips ist mir eher geläufig bei Cinemiracle, das ja in vorhandene Todd-AO-Kino drängen wollte. Im 'Capitol' Berlin sind etwa vier verschiedene Breitleinwände bekannt, im 'Sportpalast' wurden mir zwei benannt: die moderate auf den bekannten Abbildungen mit etwa 90 Grad, und nach Cinemiracle-Einbau für Windjammer später im Sondereinsatz für Cinerama dann eine deep curved screen mit mir unbekannten Kurven. Ab da an brechen meine Detailinformationen leider ab. Falls nicht klärbar, versuche ich es noch einmal im Bauamt. Danke! -- Bei den Räumen (erinnert aus einem halben Semester Akustik-Lehre) sind parallele Wände wohl zu vermeiden. Somit verjüngt sich das ATRIUM hin zu Bühne, fast identisch zu den Showscan-Kinos. Und ähnlich auch zu paradigmatischen Enwürfen der Eugen-Bauer-GmbH für seine Todd-AO-Kinos. Nicholas Reisini ging für einige Super-Cinerama-Kinos in die andere Richtung: zur Bühne wird der Saal immer breiter und höher - was selbst gegenüber IMAX an Kühnheit kaum zu überbieten war.
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DCP Screenings von Klassikern
cinerama antwortete auf preston sturges's Thema in Digitale Projektion
Störend (oder zumindest irritierend) könnte aber auch sein, wenn hier 4k DCPs angekündigt werden und dann in einem von Dir so benannten "digitalen High End cinema" mit dem herkömmlichen 2k-Panel abgespielt werden. Ausserdem: Du selbst verleihst doch gegen Berechnung diese so alten störenden Filmkopien Deines Hauses neuerdings an Berliner Kinos - die seit Jahren den Digitalbetrieb einführten, um Störungen zu entgehen. Filmkopien von Titeln, die gerade "frisch restauriert", oder in Deinem Tenor perfekt-digital, u.a. auf Blu ray Disc erschienen sind, wenn ich mir mal die aktuellen berliner Altkopieneinsätze von FRÜHSTÜCK BEI TIFFANY anschaue. Das sind doch Deine Verkaufsversionen, und die stören dort nicht? Hier urteilt man nach meinem Eindruck leicht doppelzüngig, also mit zweierlei Maß, wie es gerade ins Geschäft passt, oder? Das schauen wir uns dann mal bei Deinen Leihkopien an. Weitere Beispiele perfekter Bild- und Tontechnik, wie Du sie perfekt einforderst, finden sich real in diesem Thread: http://www.filmvorfuehrer.de/topic/2421-70mm-event-in-karlsruhe/page__st__1840 Es tut mir leid, dies so hart hier anzusprechen, aber ich bin geschockt, wie weit Werbung und Wirklichkeit und praktisches Geschäft auseinanderklaffen. Digitale High-End-Projektion heisst doch auch, frühere 70mm-Filme auf 4k DCP zu bringen, um "Laufstreifen, störenden Klebestellen, Tonknacksern, Überblendlöchern in Mega-Größe" und ausserdem fehlenden Filmakten oder dem permanentem Rotstich zu entrinnen. Oder? -- Zurück zum Thema: was haben diese angeprangerten Altmaterialien mit der neuen, vom 4k D.I. gezogenenen restaurierten 35mm-Kopie von DR. STRANGELOVE zu tun? Für diese Version würde ich gern Eintritt zahlen.