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Früher war nicht alles besser, aber heute einiges schludriger und oft "unapettitlicher". Ausmerz-Polemik à la Oezeeanicks zeigt doch immer wieder auf, wie DCI-Jubilierer nicht weiter über den Tellerrand vorliegender Altfilmkopien oder spekulativer 1K/2k-Vergleiche eines James-Cameron-Movies hinauskommen. Seit wann triumphiert forciertes Super 35-Material als state-of-the-art der Filmkunst? Farbbeurteilungsvermögen spielt ebenfalls offenbar keine Rolle mehr, wenn wie oben geschrieben akzeptable Objektive von 1998 für "Altglas" und "Schrott" erklärt werden. Dann überkommt uns als Erlösungs-Chiffre "4k Sony Digital Cinema" und alles soll gut sein. (Für einige wenige vielleicht, die Mehrheit in Deutschland zieht daran vorbei!) Welche toll fotografierten Filme geniessen wir in Fülle auf diesen Systemen? Wo bleiben bitte die vielen 4k DCPs? Könnte es sein, dass die 4k-Strecke, wenn zwar nicht tot, so doch am Kränkeln ist? Hast Du mal einen Blick in die deutschen und europäischen Postproduktionsstätten geworfen? Wo finde ich dort die Berge an herrlichen 4k DCPs? Wieviele 4k-Bildwerfer finden wir in Berlin, nun schon 12 Jahre nach Beginn des digitalen Roll-outs? (Weniger als zehn in etwa 250 Sälen, oder noch weniger?) "Heute ist alles besser". 24 bit und moderne Filmmaterialien lassen uns abheben. Nicht unbedingt: Filme, die heute auf modernstem mittelempfindlichen Material auf 3-Perf fotografiert sind (ähnlich der erwähnte "Titanic") sehen bisweilen schlechter und grobkörniger aus als Filme der 1970er Jahre auf 50 ASA. Filme, von der Red One auf 4k digital aufgenommen, durch die Bank farblich schlimmer als ein Techniscope-Film über CRI (furchtbare Hauttöne). Manches dreht man übrigens nicht auf Red One oder Kodak, sondern besser auf 35mm-Fuji (hochempfindliches Material), um Körnung und Schwächen bei Kodak zu umschiffen. Für den Kameramann gängige und hochgeschätzte Produktionsmittel, die im oberen Beitrag in seltsamen Altkopienvergleichen völlig untergehen. Einige Filme trotz linearem PCM-Ton hören sich m.E. auch grausiger an als Dolby-A-Filme der späten 1980er Jahre (kürzlich wieder gehört und davon total beeindruckt gewesen) resp. frühes Dolby-SR. Dolby-SR war kein Mittelweillenton: bitte keine Demagogie! Alte 4-Kanal-Magnettonkopien (ALIEN 1) selbst auf kaputten Röhrenanlage klagen bisweilen deutlich besser, transparente, orchestraler als "Potter" oder "Lord of the Rings" im nächsten Plex auf Digitalton mit gängigen Lautsprecher-Anlagen und stark gedämpfter Akustik. Einige DCI-Enthusiasten hängen da, scheint mir, einer digitalen Erlöserphantasie an, die fast religiöse, wenn nicht fanatische Züge annimmt (Ausmerz-Rhetorik gegenüber Film, Kodak oder Juji; Autosuggenstion von der Endgültigkeit und Vollkommenheit der eigenen Anlage usw.). Wo bitte stellt Kodak die Rohfilmherstellung ein? Gestern erst nachgefragt: alle gängigen, für die Produktion benötigten Materialien werden nachwievor geliefert. Wer möchte zur Mittelwelle zurück? Niemand. Welche Filme in welchen Fassungen sind eigentlich gemeint? Kommt jetzt als nächstes der Hohn, man solle sich doch mit Vinyl eindecken? Nicht nötig, denn auch ohne Mittelwelle und Vinyl war der Standard der Filmkopierwerke höher als der durch DCI mittlerweile ramponierte. Und: auch unter Auschluss einer mitunter anstössigen 35mm-Kopien sehen die meisten Filme in Digitalprojektion leider im Grundcharakter nicht besser aus, sondern im Look bisweilen anspruchslos oder desaströs. Und sähen so auch auf Imax noch aus, trotz hochwertigster Objektive und breitester Filme oder 3,5k-Digitalprojektion. Erstaunlich: in neuesten Grading-Studios (mit teils katastrophalen Mastern) fehlt plötzlich das Filmwissen der älteren Filmfachleute: man holt sie teils aus der Rente zurück. um bei neuesten Filmen, aber auch Reprisenbearbeitungen auf das entsprechende Handwerk zurückzugreifen, an dem jüngere Coloristen manchmal verzweifeln. Teilweise haben diese Fachkräfte ihren meisterlichen Blick an den von Dir diskreditierten "Schrottfilmen" und "Schrottobjektiven" geschult. Immerhin sind Kunstwerke dabei entstanden mit Erfolgen, an denen man sich heute eine Scheibe abschneiden kann. Nachwievor ist auch gemäss der FIAF 35mm das Standardformat der weltweiten Archivkinos, eben so für Sicherungs- und Duplizierung. Gut und richtig so. 4k wird die Kinobranche noch weniger retten als 3D. Natürlich erwarten die Gäste ein attraktives, qualitativ gutes Bild und einen opulenten, sauberen Ton. Aber trotz totaler Digitalisierung der Lebensräume seit 20 Jahren bis ins letzte Glied und die jüngste PC-Anschaffung: wie viele Gäste fragen eigentlich bewusst nache einer 4k-Projektion? 1 %? 0,1 %? Und wenn sie dort einen Upscale eines 2k DCPs sehen, merken sie dann, dass es kein 4k DCI war? Die Anschaffung derartiger Geräte werden schon ob ihrer Kosten m.E. in wenigen Jahren bereut werden, sobald Laserprojektion Platz greift. Mir käme nie ein Produkt des japanischen Elektronikriesen ins Haus. Man weiss ja aus München, wie die vor einiger Zeit in führenden Kopierwerken installierten SXRD-Bildwerfer, weil sie ständig kaputt gingen, wieder ausgebaut wurden. Und dass soll nun der Projektionsstandard der Zukunft, insbesondere für die Programmkinos, Kleinkinos und autonomen Filmveranstalter unserer Republik sein? Die dürfen schliessen, weil sie keine Kunden des genannten Elektronikriesen sind? Jeder Tag mit 35mm ist dagegen Freudentag, mein Freund! Falls die Moderation Anstoss am Abgleiten des Themas nimmt, wäre doch eine Verlagerung der Debatte anzuregen - sofern dies nicht der letzte Beitrag war. Vielen Dank.
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In dem Sinne, wie wir es noch aus den Flaggschiff-Häusern der Republik kennen (Europa-Palast Essen, Kino an der Prager Strasse Dresden, Royal-Palast Europacenter Berlin oder Freiluftkino Karl-Marx-Stadt) sicher nicht mehr. Das Haus organisierte dennoch bis heute sechs exquisite 70mm-Filmfestivals und scheint die somit älteste bekannte Stätte zu sein, die darin ihre Tradition nie aufgegeben hat. Heraus kamen die nach meinem bescheidenen Verständnis programmatisch und filmwissenschaftlich besten 70mm-Retrospektiven weit und breit. Selten anderswo konnte man so frei, kritisch und auch humorvoll über das Oeuvre reden, ohne an Bewunderung und Respekt hierfür einzubüssen. Tonlich von Anbeginn für 5 Frontkanäle und zwei Surroundkanäle ausgelegt, ist auch die strikte Einhaltung des Projektionsformats (ohne Verzerrungen und Beschneidungen) nur hier gewährleistet. Vor genau 25 Jahren (August 1986) fand dort das erste 70mm-Festival statt. Dabei sein durfte ich erst ab 1991 und versäumte dort keinen Film. Auch hält dieses Museum seine 70mm-Kopien unter gekühlten klimatisierten Bedingungen, sodass wir am "Spiel der Rollen" auch noch in einigen Jahrzehnte Freude haben dürften (falls dann noch jemand weiss, was eine Filmrolle war. Die Einrichtung eines Depositums kann ich in Frankfurt/Main nur wärmstens ans Herz legen. ;-) ) Werde gerne die alten Programme mal scannen und hier einstellen (nachdem inzwischen schon zwei Forumskollegen die 70mm-Frage aufwarfen.).
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Typographie ein wenig schwach - dafür reichte es wohl nicht mehr. Aber dafür waren die damaligen Vorführungen und Symposien um so anspruchsvoller (Symposien gab es in der diesjährigen Chaplin-Show des Hauptstadtkulturfonds in keiner Weise)! Erschienen ist in der letzten Woche noch ein Nachklang zum Thema.
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Die Ausgangsfragestellung wirft vermutlich eine Reihe komplexerer Fragen auf, als auf den ersten Blick erkennbar. Und lässt offenbar werden, dass das Jammern um zu hohe Filmkopienkosten auf Verleiherseite vielfach nur vorgeschoben war. Die Belieferung der nichtgewollten Spielstätten (Einrichtung von Abspielkreisen A, B oder C) scheint aus ganz anderen Gründen restriktiv gehandhabt worden zu sein. Gründe, die plötzlich, nachdem nun flächendeckend alle digitalisiert sind, durch die Hintertür zurückkehren. Fazit: DCP-Förderkopien würden vermutlich auch noch im Falle eines Vertriebs á la "DCP aus Luft" abgerechnet werden müssen. :grin: Fortschritt also auf ganzer Linie... [ironie-Modus "aus"]
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Kleine Kinos in Bedrängnis: Digitalprojektion zu teuer
cinerama antwortete auf THX's Thema in Digitale Projektion
-> Laserprojektion: in nur wenigen Jahren serienreif. Und überall implementierbar, vielleicht auflösungsunabhängig: http://www.digitaleleinwand.de/2011/05/26/kinodigitalisierung-abgehakt-es-folgt-die-laserprojektion-vortrag-auf-der-dokville-2011/ Im Gegensatz zum derzeitigen Roll-out ein ernstzunehmender technologischer Fortschritt, der schlagartig die DLP-basierten Verfahren hinwegfegen könnte, die eine reine Brückentechnologie zu sein scheinen. Einen solchen Fortschritt würde auch ich gerne mitnutzen wollen, der unegahnte Miniaturierungen des Bildwerfers zu ermöglichen scheint. Panel-Systeme in den digitalisierten Kinos erwecken bei mir vom Gefühl des Historikers aus betrachtet den Verdacht des Epigonentums (Nachfolger von Idophor, aber auch des Cosumer-Flachbildschirmes). Einfach nicht modern und vielseitig genug, um tatsächlich im Wettbewerb medialer Unterhaltungsplattformen mithalten zu können. Und die meisten DCI-Bildwerfer fungieren zu 98% im Spielstättenbetrieb nur als 35mm- und "Filmersatz". Für Live-Übertragungen bedürfte es nicht zwingende eines DCI-Systems. Subsysteme sind m.E. realistischerweise zu fördern, anstatt zu boykottieren. Die AG Kino hatte dazu Stellung genommen. Außerdem klappt doch die 35mm-Belieferung nachwievor. Hat @buzzdee treffend erkannt. Geyer hatte seit Jahren nicht mehr so viel zu tun wie gerade jetzt. -
Das ist ja wohl kontraproduktiv, oder? Wir sprechen über soziale Begegnungen und Erfahrungen im Kinoraum, innerhalb eines Kinoforums - und sicher auch über eine Ausweitung des filmhistorischen Dialogs auf Fragen der Filmtechnik und Kameraästhethik, und Du machst Werbung für den sozial regressiven Heimkino-Vertrieb? Was manche doch unter "Hilfe" verstehen, das hat sich mir noch immer nicht erschlossen.
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Lieber DCI-Kollege: es war ein kurzer Off-Topic-Beitrag zur Frage nach dem Auflösungspotential des Films, die ich den netten Filmkollegen gerne beantworten wollte. :grin: Selbstverständlich steht es jedem frei, darüber zu sinnieren, ob ARIETTY im weiteren für 4k DCI tauglich ist, oder auch einer 35mm-Auswertung oder Imax-70mm-Auswertung (wie bei vielen Animationsfilmen üblich) "wert" ist. Das war glaube ich der Ausgangspunkt, oder? (Und bevor @preston sturges anderen unterstellt, was sie gesehen haben oder nicht, sollte er etwas Rücksicht auf kurze Zwischenfragen von Usern nehmen, die nun einmal beantwortet werden möchten.)
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Die Dokumentation war augenöffnend: selten eine didaktisch so griffige Darstellung der Funktionsweise einer Technicolor-Kamera erlebt: vorgestellt natürlich vom Maestro selbst, der mit der Virtuosität eines Tänzers, Pianisten oder Chirurgen sich an den Mechanismen zu schaffen machte. Bleibt zu hoffen, dass die Dokumentation auch auf den nach Berlin folgenden Globians-Festivals an anderen Orten zu sehen ist.
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Absolut: und darin liegt die Crux seit der Umstellung auf Digital Intermediates vor zehn Jahren, wo man genügsam den 2k Scan (zudem mit Farbverfälschungen des Original) vorantrieb. Auf "35mm" ist die Spannbreite der Auflösungen durchaus dehnbar (mit weiterer Latitude als beim DCI): 35 mm original camera negative motion picture film can resolve up to 6,000 lines. 35 mm projection positive motion picture film has about 2,000 lines that results from the analog printing from the camera negative of an interpositive, and possibly an internegative, then a projection positive. Aus: http://en.wikipedia.org/wiki/Image_resolution Die Auflösung des 35mm-Positivs schwankt nach anderen Prüfergebnissen (MTF-Verfahren u.a.) m.E. zw. 700 und 4000 Linien, im theoretischen Fall, der mangels Aufnahmemedium potential nicht ausschöpfbar ist, bis zu 8000 Linien (höher also als ein 35mm-Aufnahmenegativ und jede auf dem Markt kursierende Digitalkamera oder Digitalprojektion). Diverse DCI-Anlagen erreichen ebenfalls defakto nicht immer 2k-Auflösungen, auch wenn das Panel dafür ausgelegt ist. Das D.I. oder Master gerät hier bereits nach mehreren Durchläufen in der Postproduktion zum "Nadelöhr" für die Auflösung.
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Wenn ähnlich zum alten DP-70, könnte ich bestätigen, dass bei jenem Modell immer die Abwärme problematisch war: im Royal-Palast legte der Chefvorführer immer furchtsam die Hand auf den Motor, weil er da was "kommen" glaubte. Es gibt auch eine voluminösere Motorausführung beim DP-70, die ältere Version mit größerem Wickelkern, die, obwohl ebenfalls über Hilfsphase angetrieben, kühler läuft. Die kleinere Abart ist beim DP-70 ständig mehr als "handwarm", da sie nur über Anlasskondensator und Hilfsphase läuft (die Version lief auch im City und heute in einem andere Kino Berlins). Das kann jahrelang gut gehen. Bei den DP-75 in der grossen Auster hier im Garten wurde vor 12 Jahren ein Austausch gegen fast identisch aussehende Drehstrommotoren vollzogen. Nicht weil die alten kaputtgingen, wohl aber wegen Synchronlauf und Verkopplung mit den Sondor-Bandspielern. Aber meine Angaben sind da leider wenig verlässlich und belastbar...
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Das DFM eröffnet heute nach monatelangen Umbauten seine Ausstellungsräume und sein Filmtheater mit neuen Konzeptionen und einer Erweiterung seiner projektionstechnischen Ausstattung. Durch den Zusammenschluss zwischen Deutschen Filminstitut und Deutschem Filmmuseum entstand eine Stärkung der Aufgabenprofile und der öffentlichen Positionierung in der deutschen Museumslandschaft. Zwei Links beschreiben die Etappen: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13508006.html http://www.rundschau-online.de/html/artikel/1312975148552.shtml
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Die Prognosen von Stefan2 scheinen mir nicht nur spekulativ (und eigennützig im Sinne derzeitige DCI-Vetriebsmodelle) zu sein, sondern auch unsubstantiiert mit Blick auf das "Digital Dilemma", das immer heisser in den Archivkreisen (Mazzanti u.a.) diskutiert wird. Die Amerikaner, die vor den Fortschritts-Tölpen in Europa, aus katastrophalen Erfahrungen in der Datensicherung und Kostenspirale zyklischer Sicherungsprozesse lernten, empfehlen die Sicherung von Filmen und (!) rein digitalen Produktionen auf filmischem Sicherheitsmaterial (oder Schwarzweiss-Auszügen). Ein sehr grosser Anteil an Filmemachern schwört nachwievor auf Dreh auf Negativfilm: immer noch aus qualitativen Gründen (und trotz der Bedrängnis durch die erstklassige Digitalkamera Alexa), teils aus Sicherheitsgründen. @Stefan2 macht gern Propaganda für lückenlose Beamerversorgung von Norwegen bis Germany, vergisst aber in seinen ozeanischen Ausflügen die Praxis der Postproduktion, die seit längerem mit enormen Datenkonflikten konfrontiert ist. Und - darin könnte @Filmantiques Vorahnung sich schon früher als erwartet erfüllen - zu Produktionsausfällen und Verteuerungen führt. Bei der ganzen DCI-Mantra Stefans scheint es ihn leider wenig zu tangieren, dass ausserhalb der Sphäre der euphorischen Goldgräberstimmung auf dem Beamer-Markt, sofern er sie in vollen Zügen geniesst, der Bankrott der jüngst aus dem Boden spriessenden Postproduktionsstuben das nächste Armageddon vorzeichnet. Grosse Gradings-Suites, brandneu eingerichtet, arbeiten massiv unterhalb der Auslastung: Schließung vorprogrammiert, denn die Kunden verrichten diese Arbeiten zunehmend zuhause. Wer das Wesen der Digitalisierung begreift, versteht auch seine demokratische Sprengkraft: den Abbau von Zugangsschranken, die letztlich zum Abbau "privilegierter" Standorte führt: diese Standorte sind die Kopierwerke, Kinostätten und Schutzfristen für Kinoauswertungen. Diese Trinität zerbricht aller Vermutung nach. DCI, immer wieder von Stefan2 als Kinostandard verteidigt und bedenkenlos affirmiert, spielt aus meiner Sicht nur eine Übergangsrolle: Studios, die nachwievor Beziehungen zur Kinoauswertung aufrechterhalten, bezwecken damit derzeit noch die Abgrenzung zum Home Cinema, einen Ersatz für den 35mm- und 70mm-Film, der sich aus Erfahrung weit effizienter vom Home Cinema abhob [im Gegensatz zu 2k-Medien lassen sich Filmrollen und Projektoren nicht ohne weiteres nach Hause verfrachten und für den Massenkonsummarkt vertreiben]. Indem DCI ausserdem die Subschwelle unterhalb eines DCI-Codecs und der 2k-Auflösung verwehrt und die Anschaffung extrem teuren Equipments erwzingt, steht es gegen qualitativ vergleichbare Lösungen auf dem 1.9k-Sektor, der bereits in einigen Programmkinos und den nicht vollgewerblichen Einrichtungen Fuss fasste. Hier ist in Anbetracht rasant verfallener und wechselhafter elektronischer Standards gar nicht vermittelbar, warum Nicht-DCI-Quellen und 1.9k-Standards, die verschiedentlich lukrative öffentliche Aufführungspraxen nach sie ziehen dürften, ignoriert oder stigmatisiert werden sollen. Gerade die Debatte einige Major Companies, Kinofenster zu verkürzen und Download-Portale voranzutreiben (letztere sind eben falls nicht DCI-spezifiziert), lassen erkennen, dass uns Verwertungskreisläufe und Strukturen bevorstehen, deren Vielfalt vom derzeitigen DCI-Kinostandard nicht abgedeckt werden können.
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So wie ich dem Programm entnehme: heute abend Vorstellung der Dokumentation im TONO Weissensee (Berlin): es gibt nur diese eine einzige Vorstellung. Also ein letzter Aufruf: 20.15 Uhr - JACK CARDIFF - das Biopic! http://www.globians.com/
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Hier sprichst Du von Deiner persönlichen Erfahrung - andere, ebenfalls(ums Programm, ihr Publikum und jahrelanges Engagement) verdiente Kinoleute können dies nicht generell bestätigen. Und einvernehmliche, gerechte und rationale Lösungen sind (trotz BKM/FFA/Europa-Förderungen) m.E. nicht zu erwarten. Auch nicht die vielen wunderbaren Traditionsstätten, engagierten Programmkinos, Paläste und Einzelhäuser, die schlossen, profitierten von den vielen Innovationen, die Dir professionell vertraut sind, aber noch kein Gesamtbild an Kinokultur abgeben. Ketzerisch gesagt: möglicherweise war Kino in den 1920er Jahren im interessantesten. Und möglicherweise auf lange Zeit banal, als die Tonfilmzeit anbrach. Man denke über diese Polemik bitte ernsthaft nach. Möglicherweise muss man dann eingestehen, dass mancher Fortschritt, wie er zustande kommt und sich auf lange Zeit eine Deutungshoheit beansprucht, in wesentlichen Teilen auch angezweifelt werden kann. Rein subjektiv gesehen, fand ich beispielsweise in dieser Stadt (Alt-Westberlin) die Zeit der 1970er Jahre am interessantesten und vielfältigsten: kinotechnisch wie auch programmatisch. Wir hatten grössere Bildwände und häufigere Repertoire-Einsätze. Beides ist heute, trotz den angeblichen Erleichterungen durch die momentante "Umstellung" (= Elektronisierung des Kinos und des Abspiels), nicht in gleicher Ausprägung wiedergekehrt. Selbst 3D war in dieser Zeit hin und wieder zu sehen. Wo also steht diese Wunschmaschine - oder konkret das, womit heute ein substantiell anderer, weitaus überragender Eindruck in der Perzeption des Rezipienten erzielt werden kann? Farb-, Ton- und Breitwandfilm waren seinerzeit signifikante Änderungen in der Kinowahrnehmung. Digital DCI-Cinema scheint es mir nicht zu sein, gleichwohl aber der schwerwiegenste und folgenreichste Einschntt in der Abspielkultur aller Zeiten. DCI vollzieht, eben so wie die vorgenannten Systeme, nach meiner Wahrnehmung eine Marktbereinigung, ohne aber gleichartige, epochale Wandlungen in den Modi der Zuschauerwahrnehmung zu evozieren. Und wenn doch, so zum Teil vielleicht auch im negativen Sinne: durch Einschleusung von Programmsparten und Rezeptionshaltungen, die durch Fernsehkultur inkorporiert wird (Sport- und Live-Übertraungen usw. - das Kino wird zu grossen Fernsehstube). Übrigens sind die obigen Anmerkungen kein "analog-ist-besser"-Vortrag, sondern eine sozialökonomische und wahrnehmungspsychologische Betrachtung.
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Dolby Surround 7.1 - wo in Deutschland?
cinerama antwortete auf LaserHotline's Thema in Allgemeines Board
Wer hat die Debatte mit eindrucksvolleren mittelgrossen Bildwänden und dem 80-prozentigem Anteil der Soundkulisse im modernen Film stark gemacht? Warte gerne auf Aufklärung. :grin: -
Dolby Surround 7.1 - wo in Deutschland?
cinerama antwortete auf LaserHotline's Thema in Allgemeines Board
These 1: "Film ist heute zu 80% Sound": In anbetracht der personellen, finanziellen und zeitlichen Aufwendungen, die in der Postproduktion in die Bildbearbeitung fliessen, ganz zu schweigen vom "production value" der CGI-Welten, lässt sich das schwer untermauern. Ganz zu schweigen vom Aufwand bei Realaufnahmen und beim Setting seit jeher, wobei zumeist zwei- bis dreistellige Millionenbeträge fliessen. Woher die obige These stammt (George Lucas?), weiss ich nicht. Sie scheint mir eine Polemik gewesen zu sein, um evtl. den Verkauf neuer Soundsysteme oder THX-Anlagen zu promoten. Ihr haben wir u.a. zu verdanken, dass in den 80er Jahren immer schlechtere 70mm-Kopien gezogen wurden, oder diese einen Nimbus annahmen, der sich mehr auf John Williams und Soundcluster des Actionfilms stützte. Ob @Salvatore und @Stefan sich dem unkritisch anschliessen möchten? Ich gehöre nicht zu dieser Fraktion und empfand das, was mit Filmen dieser Kategorie einherging, als Täuschungsmanöver gegen den Konsumenten. These 2: "70mm kann gerade in kleineren Häusern wesentlich eindrucksvoller daherkommen". Das vermag ich auch nicht zu erkennen. Ausleuchtungstechnisch und in anbetracht schwieriger Akustik in größeren Auditorien dürfte jede Art von Projektion in einem mittleren oder kleineren Haus einfacher zu bewerkstellige und zu kalibrieren sein. Mit 70mm strebte man aber auf Panorama- und Grossbildwände. Wer damals "gerade auch mittelgrosse" Säle propagierte, war allein die Bauer-Filmpost (zumal man gegenüber Philips mit dem DP-70 in Verkaufsdefizite zu rutschen schien, war jenes Modell doch nur halb so teuer wie der U2). Und ähnlich wird heute die 4k-Projektion (die mit 70mm sonst nichts zu tun hat) für gerade mittelgrosse Auditoren beworben: aus dem Defizit heraus, dass es über Jahre SONY an Lichtreserven fehlte und etliche Multiplexe ihre mittelgrossen Säle bevorzugt mit 3D einrichten: in denen dann SXRD 220/320 usf. den Zuschlag erhielt. Eindrucksvoller sind somit immer die grössten Säle mit den gewaltigsten Bild- und Panoramawänden: und nicht der mittelgrosse Saal mit Flachleinwand, 70mm oder 4k. Es macht in Anbetracht des weiten Gesichtswinkels des Menschen auch wenig Sinn, diesen durch mittelgrosse Säle und Bildwände zu beschränken, nur weil die Industrie nicht imstande ist, hochauflösenden Film und ausreichend starke Leuchtmittel einzusetzen. Kurzum: aus einem Mißstand (mangelnde Leuchtmittel und hochauflösende Medien oder Mangel an künstlerisch ausdrucksstarken Bildern) eine "Doktrin des Mangels" einzuberufen (= mittelgrosse Säle eindrucksvoller oder 80% ist Ton), ist keine wissenschaftliche Begründung, sondern Polemik, um Mistände und Defizite in der Branche zu verklären. -
Todesinseln gibt es überall...
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Dolby Surround 7.1 - wo in Deutschland?
cinerama antwortete auf LaserHotline's Thema in Allgemeines Board
Soweit ich es mitbekam, war aber THX kein Verhinderer von 7.1., siehe auch http://www.hennicitta.de/html/sound-formate.html Viel zu teuer für eine Kinopremiere, alles in 7.1 zu mischen. Sinnvoller wären da für die Grossbildwände eher Halb-links und Halb-rechts-Informationen. Leider scheint das in Vergessenheit geraten zu sein. Als hätte sich das Zentrum des Bildgeschehens zur Hinterseite des Zuschauers verlagert. Zudem fehlt die 360-Grad-Projektion, wollte man endlich wieder Bild und Ton in eine Einheit bringen. -
Es gibt eben so nachwievor Filme, die NUR auf 35mm neu herausgebracht werden. Und in Deutschland postproduziert werden - somit Arbeitsplätze in Kino und Kopierwerk sichern. So ist es nämlich auch, wenn man den Markt etwas gründlicher betrachtet... (Und Berg von der deutschen Fox sagte vor einiger Zeit zum auch an Kunden, die aus verschiedenen Gründen noch am 35mm-Format festhielten, diese beliefern zu wollen. Verwunderlich ist kaum, dass derartige Korrekturen im Medien-PR- und Tendenzblättchen http://www.mediabiz.de nie auftauchen. Bei der dortigen redaktionellen Kompetenz kein Wunder.)
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Dem würde ich mich dringend anschliessen wollen - die Umbenennung ist unterstützenswert! Seinerzeit ga es viel Streit, weil geschichtliche und gegenwartskritische Beiträge im Bord "Allgemeines" für Konflikte sorgt. Und sich dabei am Markt der Aktualitäten befindende Akteure und Arbeitnehmer provoziert oder herabgesetzt fühlten. Selbst @preston sturges befürwortete seinerzeit die Einrichtung einer Rubrik "Nostalgie" nicht. Jetzt ist sie da und proppevoll, aber der Nimbus des "Niedlichen", "Altgestrigen", "Wehmütig-Schwärmerischen" ... und letzlich auch der "Märchen und Mythen", ist der Ernsthaftigkeit des Themas nicht angemessen. Konkret: das Forum gewänne enorm durch Beiträge aus den Universitäten und Archiven u.v.a.. Deren Angehörige haben immer wieder Schreibhemmungen, ihre ausgearbeiteten Erkenntnis in einer "Nostalgie"-Rubrik, die irgendwie doch immer wieder nach "Trödelmarkt" zu klingen scheint, zu verschleudern. Der Vorschlag an @Henri zu Umbenennung der Rubrik "Nostalgie" ganz allgemein in "Geschichte" (Film-, Kino-, Technik-, Theorie-, Wirtschaftsgeschichte u.a. umfassendend) ist gut durchdacht.
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Nach der Lektüre dessen, wonach bereits Ende der 1950er Jahre in der BRD befürchtet wurde, dass die durch die grossen Roadshow-Kinos an den Rand gedrückten Bezirks- und Provinzkinos eigentlich immer weniger die Minimalstandards erfüllten, scheint das Problem nicht neu zu sein. Wäre es verwunderlich, wenn dies kein zeitgenössisches Phänomen wäre? -- In welchem schönen Roadshow-Haus warst Du tätig?
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Zustimmung. Die, die klagen, haben, das bezeuge ich, beizeiten verabsäumt, Maschinerie und Fachpersonal intakt zu halten. Man strebte sozusagen auf die neuen Märkte, denn "schon morgen werde vielleicht kein Filmmaterial mehr geliefert" - hiess es von Seiten des SDK-Kurators Koerber bereits vor 3 Jahren. (Was die glatte Unwahrheit ist, denn Kodak u.a. liefern selbstverständlich nachwievor alle erforderlichen Materialien.) Man versuchte offenbar - sich unabhängig machend von mitunter kritisierbaren Filmkopierwerken, aber sich auch m.E. abkoppelnd vom vorbildlichen Bundesarchiv - die Sache unter eigenem Dach, in eigener Regie, in die Hand nehmen. Das heißt: unausgegorene Digitalisierungprojekte als innovationsfähige Erhaltungsprogramme dem Geldgeber Bundesrepublik Deutschland anzudienen, obwohl man sich damit als Museum überflüssig macht. @ATRIUM: Wäre Part 1 beschaffbar? Vielen Dank! (der harte Kern der heutigen Restaurations-Colloquien: http://www.ace-film.eu/wp-content/uploads/2011/02/FIAFSS_trainers+countries.pdf )
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HHP-Prinz... wurde noch dreister: man solle froh sein, dass die Reihe überhaupt stattfinde. Und immer wieder: die erste komplette Chaplin Retro. -- So kommt man zu Geld! Ein kleiner Blick auf die wahren Chaplin-Entdecker und couragierten Kinomacher Berlins (zwar von 1977, aber den "Hautpstadtverantwortlichen" wie Prinzler nicht ganz unbekannt):
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Gibt es Kritik am berliner Hause "Kino arsenal", so heisst es immer mit tränenrührender Unschuld, sinngemäss: "unser Etat ist niedrig, leider haben wir die Mittel nicht". Dies wird übrigens unhinterfragt übernommen, repetiert, abgedruckt oder weiterreferiert: a. von den Stadtmagazinen, b. von Teilen des Fachbeirats - der nebenher Institutsdirektorinnen an der filmwissenschaftlichen Theater-Fakultät der Freien Universität Berlin stellt. Eine kritische Instanz existiert quasi nicht. Dort arbeitet m.E. nur, wer mit der alteingesessenen Hausvorführerin harmoniert. Wer höher qualifiziert ist, würde vermutlich scheitern. Die BWR-Chefin erhält immerhin das Beamtengehalt ihres Vorgängers Werner Moeg., des früheren Chefvorführers im arsenal (mit Nitro-Vorführschein!): der zumindest sein handwerkliches Können im M-G-M-Theater Kurfürstendamm unter Beweis stellten konnte (ich lernte auch um 1981 so einiges von ihm). Er sprach zu mir scherzweise immer vom "Irrsenal". Die heutige arsenal-Doktrin (O-Ton Christoph Terhechte, Nachfolger der Gregors) ist, sagens wir's mal so, "neoliberal": »Inzwischen entstehen zahlreiche Filme digital. Manche werden auf 35mm-Material transferiert, andere, meist aus wirtschaftlichen Gründen, eben nicht. Daher macht die Unterscheidung zwischen Film und Video kaum noch Sinn.« (zit. aus "Berlinale Journal 2003). Und aus meiner Sicht folgende Replik: es hat dort mit Klassikern und Kinematographie wirklich keinen Sinn!
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Vermutlich ist es auf diese Weise nicht lösbar. Irgendwann werden, vermute ich, auch die jetzigen Befürworter es seltsam finden, dass sozusagen eine widerspruchsfreie Zone entsteht - da, wie ich fürchte, nur eine Seite ihren Vorteil ausnutzt durch exklusiv exkludierende Rubriken. [absichtlich eingesetztes "Wortmonstrum", um die Absurdität zu unterstreichen]. Werfen wir einen Blick auf die Praxis im Internet? Was ich jetzt zitiere, ist ja nicht von mir: Im Internet sind Bewertunsportale gang und gäbe. Fast jede Ware und jede Dienstleistung kann in diesen Portalen bewertet werden. Für den Verbraucher können diese Portale eine wichtige Informationsquelle sein. [...] Geschützt sind alle Bewertungsportale und ihre user durch das grundgesetzlich gewährte Recht auf Meinungsfreiheit. [...] Die Äußerungen über ein Hotel, dass Essen habe nicht geschmeckt oder das Personal sei unfreundlich gewesen, ist als Werturteil von der Meinungsfreiheit gedeckt. [...] Bei Werturteilen ist die Grenze überschritten, wenn es sich um eine bloße Schmähkritik oder eine Beleidigung handelt. Die Bezeichnung eines Verkäufers als "Schwachkopf", "Schwindler" oder "Blödmann" ist nicht mehr von der Meinungsfreiheit gedeckt und kann Unterlassungs- und Schadensersatzansprüche zur Folge haben. Von der Meinungsfreiheit gedeckt sind grundsätzlich auch Boykottaufrufe. [...] Rechtswidrig sind Boykottaufrufe, die auf falschen Tatsachenbehauptungen beruhen: "Getränk X ist krebserregend". "Der Hersteller des Produkts Y ist Mitglied der Sekte Z." [Oder sofern sie] Strafgesetze verletzen: "Kauft nicht bei Türken" Aus: http://www.verbraucherrecht-ratgeber.de/verbraucherrecht/warenkritik_bewertung/ Im Grunde sind es dieselben Bedingungen, die bei der Prüfung von Internetbeiträgen durch die Moderation auch in allen anderen Threads beachtet werden. Mein Antrag: sowohl die Rubriken "Biete" als auch "Stellenangebote" aus wirklich triftigen Gründen offen zu halten für ihnen folgende Kommentierungen. Es ist dem Verbraucherschutz m.E. nicht genüge getan, wenn Bewertungen externalisiert werden (Verschiebung in Rubrik "Talk"). Auch hoffe ich, dass nur aufgrund des wirklich höflich vorgebrachten Zitats einer gültigen Rechtsauffassung zur Meinungsäusserung dieser Thread nicht sofort geschlossen wird.