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Diese Bedenken sind durchaus gerechtfertigt, woraus sich eben doch eine Diskussion ergibt. Prinzipiell sind bei jedem Thema und in jeder Rubrik auf jeden Thread und Fred Antworten immer möglich, die nicht allen gefallen. Gewerbliche Angebote sind durch Debatten grundgesetzlich eben so anfechtbar wie öffentliche, private oder politische Aussagen. Anderes habe ich noch nie gehört - und nur weil einige Anbieter aus der Kintop-Szene sich auf den Schlips getreten fühlen, ist dies hoffentlich noch kein Grund, die Meinungsfreiheit und Produktkritik einzuschränken. Wie gesagt: ich finde es sehr ungewöhnlich und auf Dauer nicht durchsetzbar. Es widerspricht dem eigentlichen Sinn eines Forums. Rechtlich gesehen ist die Meinungsfreiheit auch bei starker Kritik an Dienstleistungs- und Warenangeboten voll gedeckt - und sicher auch wünschenswert im Sinne der Entwicklung von Wirtschaft und Politik, die nun einmal auf Wettbewerb basieren sollte. Hier ein kurzer Rat, wie dies bei den Juristen gesehen wird: http://www.verbraucherrecht-ratgeber.de/verbraucherrecht/warenkritik_bewertung/ Ich hoffe, dieser Thread wird nicht geschlossen, zumal er sachlich argumentiert.
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Umgekehrt kämen wir zu einer seriösen Ergebnis. Gibt es nunmehr den totalen "Anbieter"- und "Arbeitgeberschutz"? Mein Argument: Wer etwas anbietet (es handelt sich mithin um ein Geschäft), sollte sich auch zu rechtfertigen wissen. Zumal er hier entgeldos inseriert. Das gebietet der Anstand und ein Minimum an Transparenz und Demokratie. Gerade ohne demokratischen Austausch und Diskussion wäre niemals eine funktionable kapitalistische Wirtschafts- und Gesellschaftsform entstanden. Wir erleben in vielen Foren, von Yahoo bis Yasni, "Kundenkommentare" und "Produktbewertungen". Wie aber ist denn unsere Branche aufgestellt? Betreiber, die nicht einmal den Tariflohn bezahlen. Uun hier inserieren für das Eingehen von Arbeitsverhältnissen, deren Rechtmässigkeit (Verstoss gegen AZO u.a.) zu keiner Zeit überprüft wurde. Was wird da aus dem Arbeitnehmerschutz? Händler, die alle möglichen Waren anbieten und veräussern, ohne daß ein Minimum an Verbraucherschutz erkennbar ist resp. zugesagt wurde. Und sich jederzeit aus dem Staub machen. Selbstverständlich verhalten sich nicht alle Anbieter unseriös: in einigen Fällen ist Kunden wie Arbeitnehmern geholfen worden. Nur: diese Personen/Firmen/Anbieter hätten auch keine "hämischen" Kommentare zu befürchten, oder? Und sie wüssten sich jederzeit glaubthaft zu rechtfertigen: und gewännen sogar an Ansehen und Glaubwürdigkeit. Vielleicht kenne ich nicht alle Hintergründe, aber diese Entscheidung überzeugt mich nicht wirklich. Sollten also Ärgernisse durch unseriöse Anbieter entstehen, lassen sie sich garantiert nicht durch den Verweis "nehmt bitte per PN Kontak zu den Anbietern auf!" umgehen. Im Gegenteil: es entstünde ein Refugium für teils auch fragwürdige Anbieter, die dank völliger Abschirmung in einem widerspruchslosen und rechtsfreien Raum sich Dauerannoncen sichern. Wahr? Nicht wahr? Übertrieben? Oder evtl. berechtigt? Ich bitte noch einmal, darüber nachzudenken. :rolleyes:
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... stimmt. War am Auktionstag mit dabei und extra angereist. Die Gebote wurden schnell 6-stellig! Charlton Heston als Moses in THE TEN COMMANDMENTS auf IMAX-Grösse hätte diese Würden zweifelsfrei verdient. :grin:
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Das schönste und perfekteste Kinoverfahren hätte man unbedingt beizeiten geniessen sollen. ;-) Was folgt, sind nur vergrößerte Fernsehbilder: neudeutsch "HD" oder "DCI". Gegen solche digitale Langeweile war die kurze Pause bei Imax-Spielfilmen ein Event: nach anderthalb Stunden POTTER auf 70mm hat man kurz unterbrochen und den letzten Akt auf 3D gezeigt. Beim AVATAR auf 70mm (mehr Bild, Format und Inhalt zu sehen als in den hiesigen Digitalprojektionen!) war es auch nur eine Pause. In anderen, konventionellen Kinos nennt man die Unterbrechung, unabhängig von der Projektionsart, nicht zu unrecht auch "Zwangspause zwecks Popcorn-Konsum". Und diese sehr unappetitliche Art Konsum hielt sich in den 70mm-Roadshow-Kinos und auch 70mm-Imax-Kino m.W.n. doch sehr in Grenzen. Verwendet wurden in Berlin als Imax-Telleranlgen übrigens a. MK-II (Mark Two) "Reel Unit" (vom Aussenwickel her abspielbar) sowie b. Quick tur reel unit(QTRU, gemeint ist eine "Center feed unit" mit Einsteckeinheit) -- Ansonsten hatte DeLuxe vor ein paar Jahren ein riesiges, brandneues Kopierwerk gebaut - obwohl die Majors ständig DCI ankündigten. So sind nun einige Überkapazitäten aufgelaufen. Im Mai 2000, Zeitpunkt meiner ersten Digitalprojektion in Germany, glaubte ich an Einstellung des Filmbandbetriebes bis spätestens 2004. 2011: knapp 30% der dt. Filmtheater digitalisiert, knapp 50% der US-Theater digitalisiert. Einige werden jetzt wohl zusätzlich 35mm 3D einbauen, sodass auch Kopierwerke ihre Bereitschaft signalisierten, auf dieses Format einzuschwenken. Bestätigt ist es noch nicht, aber lebhaft in der Diskussion. Nach Aussagen von "Variety" sei das Kopierwerksgeschäft in Europa "sehr gesund": "There is still a very good business on the release print side in North America," Cyril Drabinsky, prexy-CEO of Deluxe Entertainment Services Group told Variety, adding, "35mm release printing in Europe is still very, very healthy."
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"Die auf die Nüsse gehn" - DVD Release
cinerama antwortete auf Thema in Ankündigungen und Forum interne sachen
Der Tatbestand der Beleidigung ist erfüllt. Könnte man den User bitte zur Raison bringen? -
Filmszenen gesucht: Pyramiden, alte Märkte und einiges mehr
cinerama antwortete auf elektroe's Thema in Allgemeines Board
Und hier das grandioseste Werk der Hollywood-History (in Avatar-Color): http://www.youtube.com/watch?v=cDKrifcXNZk&feature=related ("Moses...The first terrorist leader in recorded history, a mass murderer, inventor of bio and eco terrorism, leader of an invading, genocidal army..." schreibt ein You-Tube-User) -
Filmszenen gesucht: Pyramiden, alte Märkte und einiges mehr
cinerama antwortete auf elektroe's Thema in Allgemeines Board
10.000 BC(USA 2008) PHARAO (PO 1965) -
Filmszenen gesucht: Pyramiden, alte Märkte und einiges mehr
cinerama antwortete auf elektroe's Thema in Allgemeines Board
Mein Lieblings-Genre: LAND OF THE PHAROHS (USA 1955) http://www.youtube.com/watch?v=BDh1l_XwxIk im besseren Format, und nur in CinemaScope: http://www.youtube.com/watch?v=-Fl46npCx2Q Mittelalter: ANDREJ RUBLJOW (UdSSR 1968) -
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"Die auf die Nüsse gehn" - DVD Release
cinerama antwortete auf Thema in Ankündigungen und Forum interne sachen
Eigentlich ist das lustig, dass man wie Salvatore über verschrammte 35mm-Kopien jammert, die er wohl nie gesehen hat (und vermutlich auch nicht weiss, wie man sie regeniert) und hernach 4k DCPs fordert, die niemand braucht. Sofern der Film auf s/w Kodak Double-X gedreht ist (werden die Macher, von denen Regisseur und Kameramann immerhin Mitglied des Forums sind, auch besser erläutern können), fragt sich, ob das DCP und die gängigen konrastschwachen Panels der meisten DCI-Kinos hierfür das richtige Medium wären? Das alles sind Konsum-Tiraden, wie ich bereits anmerkte, aber typisch für eine Kinomitarbeiter- oder Filmvorführer-Generation, die ihre Kinosozialisation mit Anbruch der Digital-Ton-Systeme ab 1992 erlebte: mit entsprechender Beschäftigung der damit einhergehenden Prioritäten im damaligen Gewerbe. Dann versucht Salvatore in seinem Rundumschlag gegen antiquierte Technik die Vertikal-Xenonblöcke ins Lächerliches zu ziehen, mit denen zumindest ich die allerbesten Erfahrungen sammeln konnte. Dem folgt sein Spott über den Magnetton. Zu dem man anmerken darf, dass ihm, der ja in seinem Lieblingskino Schauburg eine ganze Reihe mißratener 70mm-Neueditionen geniessen durfte, kaum aufgefallen sein dürfe, wie abartig das von ihm favorisierte DTS-Verfahren alte Filme verstümmelt. Typisch, denn die riesigen Sound-Logos verdecken die eigentlichen Schwächen der modernen Produktionsweise. Nachdem er mich zitiert wegen einer billigen Herstellung von DCPs, merke ich an, dies auf 2k Scans bezogen zu haben. Er fordert nun, ohne den Film verstanden zu haben, generelle 4k-Workflows: dabei dürfte es kaum ein Kino dieser Sphäre geben, das diese "DCPs" einsetzen würde, zumal jene Kinos mit POTTER und TRANSFORMERS ausgelastet sein dürften. Insofern: präpotente Knaben-Fantasien! Da AUF DIE NÜSSE GEHEN in aller erster Linie ein Film über Filmbandprojektionisten ist und teilweise auch eine Komödie, scheinen einige Technizisten dieses Forum die Funktion und das Einsatzgebiet dieses speziellen Films mit Big-Screen-Anforderungen zu verwechseln, mit denen sich derzeit die datenmigrierende Imax Corporation herumzuschlagen hat. Nach meiner Meinung ist der Programmcharakter eines Films vorrangig und nicht die DCI-Norm. Gute Nacht! 16mm. Und HDTV (Eureka). VistaVision (Wilcam) und 65mm (Arri 765). -
Das klingt mystifiziert - und trifft den Einzefall be THE VIKINGS durch und durch in unglücklicher Weise: wir hatten zwei Technicolor-Kopien des Fleischer-Films im Archiv, und die Enttäuschung war gross. Grosse Namen ("the greatest name in color") sind nicht immer eine Referenz. Eastman Color-Kopien vom Kameraoriginal durchaus: daher mein Verweis auf die 70mm-Direkt-Kopie. Bis zum heutigen Tage besitzt Schauburg Karlsruhe allenfalls die 2k DCI-Anlagen - und das Schmücken mit Lorbeeren der Zukunft mutet nebulös an. Empfehle die 4k-Projektionen in Berlin, einerseits im CinemaxX, in der Postproduktion und anderseits auch und gerade auf der 23-Meter-Bildwand im CineStar Event Cinema... Leider werde ich das karlsruher Seminar nicht besuchen können. Ausser den üblichen Referenten, auch und gerade in Ermangelung von Kenntnissen des tatsächlichen Looks der Filme (Kritiker von Restaurationsfassungen werden dort regulär als "Gelbseher" abqualifizert) und der Nonexistenz wirklich profunden Wissens zur historischen Bearbeitung von Filmbandoriginalen, erscheint mir der direkte Kontakt zu Zeitzeugen und Fachleuten geeigneter. Das Ganze dort halte ich für eine reine Marketing-Veranstaltung zugunsten eines bestimmten Filmtheaterbetriebes, seiner Migrationen und Umrüstungen, denen sich gerne @magentacine begeistert widmen darf. Ach so, wegen der freundlichen Anfrage: für das Thema "Referenz DVD" eignet sich bestens Forumsmitglied @Laserhotline, Hauptreferent und Filmkopiensachverständiger der karlsruher Event-Begegnungen. Frage ihn nur: er kommt bestimmt. AFRICAN QUEEN: wer möchte, kann sich an dieser durch und durch von Unglücksfällen geplagten Huston-Produktion aufrappeln, um Vorteile einer 4k-Demonstration gegenüber einer zufälligen Technicolor-Kopie unter Beweis zu stellen. Interessanter wäre da eine Neukopierung anderer Technicolor-Filmtitel, insbesondere in den 1990er Jahren, die hin und wieder auch in Berlin zu sehen sind...
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"Die auf die Nüsse gehn" - DVD Release
cinerama antwortete auf Thema in Ankündigungen und Forum interne sachen
Wie skandalös, dass es ein Regisseur gewagt hatte, aufgrund der heute üblichen Forderungen der DVD-Freaks dem Wunsch nach den Silberlingen "endlich" nachzugeben. (Mir reicht der Film auch als Kinoprojektion: ist ja schliesslich ein Kinoforum.) Nachdem er es also getan hat, hörte man nicht ein Wort des Respekts mehr dafür, dass er seinerzeit auf 35mm filmte! Stattdessen wird noch die damalige Kino-Projektion aufgrund "stehender Xenonkolben" durch den Kakako gezogen, weswegen es unbedingt (für eine Handvoll Forums-User?) eines 4k DCPs bedürfe... das klingt nach teils absurden Maximalforderungen von - Verzeihung: in meinen Augen - reinen Konsumfetischisten. Der, der das fordert, besitzt warscheinlich gar keinen 4k-Projektor - also reinste Polemik. Und auch sonst hat keiner hier eine solche Kiste privat zur Verfügung. Auch die beachtliche Güte einst stehender Xenonlampenblöcke von vor 20 Jahren, die er als abfälliges Zitat heranzieht, scheint ein Salvatore nicht miterlebt zu haben. Jedenfalls ist das der Eindruck, den ich mir von seinen Beiträgen gemacht habe. Rein zufällig das identische Vorkabular zu den Postulaten, die man in Blu-ray- und Beamerforen zu hören bekommt. Garniert wie immer meist mit abwertenden historischen Vergleichen. -
Jack Cardiff - ein Meister der Filmbandformate! (Technicolor, 65mm-Showscan, Panavision Scope). So möchte man diese Filme sehen: zur Vergewisserung des zeitgenössisch festgelegten Eindrucks - und eben nicht als "DCP" bitte. Kenne keine 4k-Projektionen von Preston Sturges. Bald gibt es sie im Home Cinema. Aber von Cardiff-Filmen gibt es keine 4k DCPs, und seine Filme überzeugten auch ohne das Festplatten-Desiderat. Eigentlich wollte Preston doch 70mm machen? Dann wäre es doch der direktere Weg, THE VIKINGS auch im 70mm-Roadshow-Format zu zeigen. Auch eine anamorphotische Technirama-Kopie auf 35mm-Eastman Color-Stock würde nach meinen Wertmaßstäben dem Wunsch Cardiffs gerecht werden. Warum den Kompromiss über Datenmigrationen beschreiten, wo doch Kino ein Hort historisch-technisch authentischer Aufführungsformen darstellen könnte?
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Ein Sprichwort sagt: Ja selig ist der fromme Christ, wenn er nur gut bei Kasse ist.
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So kamen sie dann gestern alle zum Event der Events. Neben mir zwei freie Plätze (auf die sich ausgerechnet der "Bundesfilmpräsident" HHP zu setzen wünschte, während ein Kollege (der meinte, ich zöge die "Verbre." offenbar förmlich an [ist seine Betitelung, nicht die meine]) bat, lieber mit ihm zusammen zu Frau Chaplin zum Interview gehen, die er nicht erkannte. Timothy Grossman, Friedemann Beyer, Volker Schlöndorf und Geraldine Chaplin begannen dann mit ihren Einführungen. Fehlten nur Bernd Neumann und Klaus Wowereit, für die die Show beachtliches Prestige abwirft. GOLDRAUSCH hatte dann noch immer die bekannten Kopierfehler (Dup von Tonkopie, linksseitig beschnitten wie Brownlow im Vorspann erläuterte), zudem stark durch die Orchesterpulte aufgehellt. Sehr auffälliger Bildstand auf beiden FP30. Der Film selbst: ein Epos ohne Vergleich, der sämtliche Ressentiments vieler Anwesenden und sich nicht gerade liebenden Filmleute dieser Stadt, Anfechtungen und Ungereimtheiten für 2 Stunden zum Schweigen brachte. Später am Brandenburger Tor, wo Grossmann stolz noch den DIKTATOR aufführte und der Bauwagen inwändig vor neugierigen Zuschauerblicken verbarrikadiert wurde, begann es dann man ausgiebigem Schaukeln, zumal der Bauwagen erst lange ausschwingen musste. Wie schon in der Indoor-Projektion GOLDRAUSCH auch hier viel zu starke Aufhellung durch Umgebungslicht und überflüssige Trauerränder auf der 1,85er-Leinwand drumherum ums Normalformat. Grossmann Ansprüchen gemäss erwartete ich eigentlich digitale Projektion, da er ja kein "Venyl" zeigen möchte. Und siehe da: einbauen musste er eine Ernemann 15. 35mm-Kopie (abgesehen von Kontrastaufhellung): 1A. Wenig Gäste am Tor, eher Zufallstouristen - trotz stadtweiter Plakatierung. Auch beim Opening im BABYLON bekamen Nachzügler noch 2 Minuten vor Vorstellungsbeginn eine Karte, was mich dann doch über die realte Lage nachdenken liess. Die Lehre: der Kreis film- bzw. Filmkino-historisch Interessierter ist im neuen Jahrtausend sehr klein geworden. Letzlich müssten sich sogar Diejenigen , die sich jahrzehntelang anfeindeten, irgendwann noch verbünden, weil ausser ihnen in wenigen Jahren keiner mehr in solche Kinoveranstaltungen geht, die mit modernen Hypes kaum mithalten können. Die Ausstellung im Obergeschoss war von Herrn Jammerthal (SDK-Neuzugang) kuratiert. Der Veranstaltungsprospekt ist in der Typographie und Druckgüte sehr hochwertig. Das Orchesterensemble natürlich nicht ganz auf dem Niveau von Strobel oder Davis. Vom Gefühl her glaube ich nicht, dass es in den kommenden Tage durchgehend ausverkauft wird. Eher noch würde sich mit cleopatraschem Benhuren-Scheiss (hat man so auch schon gelesen) oder Technicolor-Dreams der Saal diese oder eines anderen Kinos füllen. Chaplin in Berlin könnte dann noch zu früh sein, sagt einem das innere Empfinden. Erst muss die Sucht nach Blur-ays, Digitalprodukten sowie kinoseitig die Formung der Massen durch Blockbuster, 3D-Filme oder Breitwandfilmen ein Ende finden, bevor man sich auf Stummfilm wieder einlassen könnte. Bedauerlich bleibt, dass veranstaltungsseitig und auch vom Reg. Bürgermeister von einer erstmaligen kompletten Versammlung der Chaplin-Filme die Rede war. Angebracht wäre auch eine Würdigung der 1977 tatsächlich ersten berliner Komplett-Retrospektive von M.G. und U. Z. in der Akademie der Künste gewesen (s.o.). In der auch die Kurzfilme nicht als Heimvideo, sondern wenigstens als 16mm-Kopie zu sehen waren. Deplaziert wirkte auch die Einordnung Wowereits von Chaplin als "Liberalen". Nun gibt es im Liberalismus verschiedenste Strömungen: von Herrmann Schein bis zu "Atom"-Brüderle, gute wie schlechte Kerle. Wowereit schreibt dann von der Entsagung Chaplins gegenüber seinen radikalen Vereinnahmern oder Feinden, Kommis wie Nazis in einen Topf werfend. Hätte er MODERN TIMES gesehen, würde ihm Chaplin Schwenken der Roten Fahne aufgefallen sein. Gerade ein Sozialdemokrat sollte das wissen. Einige Fotos gemacht. Sie hier einzustellen bin ich unentschlossen. Gibt am Ende nur Ärger, fürchte ich. Bericht mit Hakenkreuz-Rune auch hier ersichtlich: http://www.sz-online.de/Nachrichten/Kultur/Chaplins_Grosser_Diktator_am_Brandenburger_Tor/articleid-2814337
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Man hörte kürzlich, es sei Bewegung in der Sache (35mm). Hätte auch seine Logik. Nicht alle Ketten (und auch nicht alle Säle) sind bereits verplant. Warten wir's ab. ;-)
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Stehe aber nicht so auf Männerliebe. Vielleicht ein anderer Partner?
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Heute läuft aber im von preston sturges geschmähten BABYLON keine digitale Projektion, sondern 35mm. Billig und digital nur am Brandenburger Tor: http://www.rbb-online.de/nachrichten/kultur/2011_07/chaplins__grosser.html Er kann ja dort einkehren. ;-) Bert Rebhandl schreibt im TIP Folgendes, was diskutiert werden sollte: "Das Kino im 21. Jahrhundert ist digital": Mit diesem deutlich zu apodiktischen Satz hat Timothy Grossman auf den Ärger von Besuchern der Hitchcock-Retrospektive im Babylon Mitte reagiert, die sich getäuscht fühlten, als sie einen Klassiker in einer DVD-Projektion vorgeführt bekamen. Es ist eben doch ein Unterschied, ob man einen Film in der Form vorgeführt bekommt, in der er historisch gemeint war, oder ob man ihn nur als Informationspaket versteht, das sich in jede beliebige Situation übertragen lässt. Die historisch korrekte Präsentation ist Aufgabe einer Kinemathek, die DVD hingegen ist ein Medium für das Heimkino, in dem jedermann nach Belieben die Standards selber festlegen kann. Grossmann hat recht, wenn er sagt, dass das Babylon keine Kinemathek ist. [...] Im Detail sabotiert Grossmann damit die Hoffnungen auf einen verantwortlichen Umgang mit dem Medium Kino in seiner Geschichtlichkeit in Berlin: Denn mit einer äußerlich erfolgreichen, im technischen Detail aber unbekümmerten Eventkultur koppelt er die großen, längst weitgehend digitalisierten Namen endgültig von ihrem (analogen) Kontext im 19. und 20. Jahrhundert ab, und damit auch von der weltweiten Arbeit am filmischen Erbe, bei der Filmarchive aus allen Metropolen zusammenarbeiten. Selbst das Babylon greift bei Chaplin ja auf diese unverzichtbare Arbeit zurück. Was für die anderen Künste gilt, muss auch für das Kino gelten: hohe Editionsstandards wie in der Literatur, profunde Aufführungskritik wie in der Musik, materiale Werkspezifik wie in der Bildenden Kunst. All das setzt Grossman aufs Spiel, wenn er nun auch gegenüber dem tip wieder sagt: "Das Kino-Erlebnis ist für mich in beiden Fällen dasselbe." Diese Meinung sei ihm unbenommen. In die Verantwortung gerufen gehört hingegen die Berliner Kulturpolitik, die desinteressiert dabei zusieht, wie sich diese Stadt, die sich gern als Filmstadt gibt, von der Filmgeschichte abkoppelt." Text: Bert Rebhandl Und eine Anmerkung hierzu: ich sehe zwischen Blu-ray-Discs, die das Kino einsetzte ("North by Northwest") und DCPs (angeblich professionelle digitale Projektion für Filmtheater) so gut wie kaum noch Unterschiede. Man sollte nicht so scheinheilig in diesem Thread sein und hier immer wieder künstliche Gräben ziehen! Rebhandl fordert mit keinem Wort die Einführung der DCI-Projektion und dürfte, wie auch Grossmann zurecht, seine Gründe haben.
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Das Kino hat keine DCI-Projektion. Die obigen kompetenten Diskutanten @salvatore & @preston ignorieren einfach den hochwertigsten Restaurierungsstandard der Chaplin-Filme. Der auf 35mm und nicht in 4k vorliegt. Entweder man diskutiert sachlich über Chaplin oder über irgendetwas, was einem gerade so gefällt, um Nebenschauplätze aufzumachen. Mir ist dieser @salvatore im übrigen unbekannt. Ich bezweifle auch, dass er sich mit Chaplin befasst hat. Und mir ist unerklärlich, was er immerzu mit seinem Vollmond meint. Vielleicht könnte Moderator @preston sturges einmal höflich anfragen? @preston: spricht man so über seine Kollegen? Hier spricht nur der Neid, als nicht zuwendungsfähig kategorisiert worden zu sein. Und hier spricht Geraldine Chaplin: http://www.welt.de/kultur/article13480515/Ich-habe-Chaplins-Namen-immer-nur-ausgenutzt.html Und heute abend vor Ort!
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Du irrst. Stefan, preston und ich waren in der besagten Babylon-Veranstaltung von "North by Northwest" nicht dabei! Es wird aber von einer blassen Kopie berichtet (@Totalvision kenne ich als glaubhafte Person). Andere Vorführungen im Babylon sind nicht blass. Sie können aber unscharf sein, wenn die Schärfe nicht fokussiert wird. Beides müsste man trennen in der Argumentation.
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Die Versionen vom "Unsichtbaren Dritten" kenne ich fast alle. Heute abend bin ich gern wieder im BABYLON, Geraldine Chaplin kommt ja zur Eröffnung der Chaplin-Reihe und es läuft auch 35mm ... Wann warst Du im BABYLON, preston? Du wohnst doch in Karlsruhe... weit weg. Also erzähle bitte nicht so viele Stories, die der sachlichen Beurteilung nicht standhalten. Deine Thesen: a. hervorragende neue Kopie b. North by Northwest in 4k gescannt c. Schön, dass das Kino seinen Gästen entgegen kommt (und zuvor noch unterstellte preston sturges dem Kino mangelnden Service) d. @Sam hat in der Kurbel die Kopie gesehen, die @preston "schwer begeistert" in Karlsruhe gezeigt zu haben glaubt (@Sam sah aber eine Technicolor-Kopie) Empfehlung: prestons Aussagen lieber nicht verfestigen, sondern sich auch anderswo sachkundig machen!
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Preston Sturges hat, und das ist mehrfach durch schwammige Filmformat- und Versionsbeschreibungen der letzten Jahre explizit geworden, ein nur gemütsmässig gesteuertes (oder business-fixiertes) Verständnis der Materie. Er dürfte wissen, dass in fast jedem Verleih, erst recht bei Repertoirestöcken, verschiedene Versionen sich akkumulieren. Fall 1: @Sam erwähnt die Technicolor-Druck-Kopie, kürzlicher Einsatz in "Die Kurbel" - enstammend dem Lager von Neue Visionen, die die Fassung lobenswerter Weise aufbewahrten. Fall 2: @totalvision erwähnt eine blasse Kopie. Bei der blassen Kopie kann es sich mitnichten um die von preston sturges als "hervorragend" beurteilten Kopie handeln. Fall 3: die blasse Kopie ist eine blasse Kopie und keine blasse Projektion. Das Kino verfügt über Goldene Serie von Isco, moderne Kinoton-Projektoren und vergütete Proektionsfenster. Davon hat preston sturges vielleicht kein Wissen, denn er wohnt in einer anderen Stadt. Zufällig besuche ich dieses Kino jede Woche. Fall 4: MFA-Kopien hatten eine wie oben beschriebene Blässe und waren in OmU herausgebracht worden. Preston Sturges sieht in diesem Zitat einen Angriff auf Neue Visionen, will aber in erster Linie Zwietracht säen. Es ist doch folgerichtig, wenn Neue Visionen verschiedene Versionen heranzieht und vorrätig hält: aus wirtschaftlichen wie aus historischen Gründen. Selber sammle ich auch verschiedene Fassungen: alt, neu, restauriert, gedupt, Originalkopierung, bunt oder rot. Manche Fassung erntet auch mal Kritik. Interessant wäre zu hören, aus welcher Branche Preston Sturges seine "Ahnung" erworben hat? Ist es ihm ein Begriff, wie man einen Film entwickelt, kopiert, mustert, lichtbestimmt oder restauriert?
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http://www.bild.de/politik/inland/leo-kirch/ich-habe-einen-wirklichen-freund-verloren-18866976.bild.html
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Also die hier liegende Technicolor-VistaVision-Kopie ist ultrascharf, stark farbgesättigt und brillant in der Gradation! Kein Grund, zu billigen DVDs und Blu-ray Discs zu greifen. Weiss nicht, welche seltsamen Bestellwege das BABYLON beschreitet? Vielleicht leihen dorthin mittlerweile nur Wenige noch ihre Schätze aus? Wenn nicht mal das Bild scharf getellt wird, das Bild nicht zentriert wird und dem Publikum Schauermärchen über die angeblich versiegte Filmarchiv-Bestell-Lage weiß gemacht werden?
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DCPs sind gar nicht so aufwendig und daher bei Filmgeschichtspflege nicht sehr einsatzwürdig. Zudem könnte man dann doch gleich eine Blu-ray-Disc spielen, was auf das gleiche Niveau billigster Performation hinausliefe? Richtig aufwendig, formatgerecht und goldrichtig war die vor wenigen Jahren vollzogene, in der Bildkopierung voll-analoge, photochemische Umkopierung auf 35mm: herausragend scharf und unübertroffen im Schwarzwert! Im Auftrag der Cineteca Bologna/L'Immagine Ritrovata. http://www.cinetecadibologna.it/en/chaplin_project http://www.cinetecadibologna.it/files/festival/CinemaRitrovato/archivio/2009/catalogoCR2010.pdf Zu 99%, also fast ausschliesslich mediengerechte, arteigene 35mm-Projektionen - und keine digitale Prostitution. So macht Kino noch Sinn - so erblüht Kinogeschichte! --- Zum COMPLETE CHAPLIN erreichte mich eine Mail eines früheren Mentors (ein reputierter Programmkinobetreiber, wie man dergleichen im heutigen Berlin der DVDs und DCPs vermisst): Wie ich sehe, betreibt das Babylon wg. der Chaplin- "complete"-Reihe [... gekürzt]. In dieser Sache muss ich leider etwas korrigieren. Manfred Salzgeber vom Bali-Kino und ich vom Cinema haben bereits vom 27.5.1977- 23.6.1977 in der Akademie der Künste am Hansaplatz erstmalig eine komplette Chaplin-Reihe (mit 35/16mm-Kopien und Live-Musik-Begleitung veranstaltet. Wir hatten vorher Chaplin kontaktiert, der zu dieser Zeit schon sehr krank war. Er fand die Idee aber sehr gut und hat uns über seine Agentin in Paris jede erdenkliche Hilfe zukommen lassen. Es gab nämlich Probleme mit der Tobis, weil die Rechte der Langfilme kurz zuvor von der Tobis gekauft wurden und sie uns eigentlich das Aufführungsrecht untersagen wollte. Schliesslich hat die Tobis unter Chaplins Druck der von uns veranstalteten Retro zugestimmt. Ich werde den Babylon Leuten mal ein altes Programm schicken.....