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cinerama

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Alle erstellten Inhalte von cinerama

  1. "filmecho" 12/2011, schreibt (und gibt sich normalerweise eher neutral): BRASILIEN: Erfolgreicher Start für analoges 3D Drei Monate nach seiner offiziellen Erstvorstellung bei einer Tradeshow im Badeort Buzios ist das von Panavision und DeLuxe gemeinsam entwickelte analoge 3-D-System jetzt in sieben Sälen Brasiliens installiert. [...] Die Zahl wirkt verschwindend klein im Vergleich zu 260 digitalen Stereoprojektoren (bei insgesamt 2240 Leinwänden). Doch da in Brasilien 2011 mindestens 35 neue 3D-Titel gestartet werden sollen, bilden analog arbeitende Kinos eine einfache und billige Lösung, um den vor allem während der Ferienmonate spürbaren Engpass aufzubrechen. [...] Für das von der Panavision-Vertretung Cinecolor in Salo Paulo vertriebene System sind nur eine Speziallinse und eine stärkere Projektorlampe erforderlich, die Leinwand braucht nicht mehr wie früher unbedingt versilbert zu sein. Verfügt das einzelne Kino zudem schon über einen Digi-Projektor, reicht sogar ein Farbfilter zur Umrüstung auf das analoge Verfahren. Kinobesitzer und Verleiher waren von den ersten Vorführungen stark beeindruckt. Toninho Campos von der Kinokette Roxy fand die Bildqualität "eben so gut wie bei digitalem 3D" und die Panavision-Brille "besser als alle anderen mir bekannten Modelle". José Carlos Oliviera von Warner Bros. Brasil, der das neue Verfahren mit "Yogi Bär" als erster auf den Markt brachte, freute sich wiederum über einen 38 Prozent höheren Kopienschnitt als bei den übrigen Formaten "einschließlich digitalem 3D". win Nachteilig für Panavision, das man später als Technicolor an der Start ging. Offenbar aber wurden langfristige Verträge geschlossen, die die o.g. Theaterbetreiber überzeugten.
  2. "Ben-Hur" wird 2020, wenn wir überleben wollen [defätistische Anspielung an Richard Fleischers "Soylent Green - Jahr 2022: die überleben wollen"], möglicherweise kaum einer mehr sehen wollen. Leider. Und schon jetzt scheint das 65mm-Negativ bleich zu sein. Aber die Entwicklung zeigt folgerichtig den Trend zum "ortlosen" Kino auf. Die "technologische" Revolution, früher durch die Filmtheater/Kinoproduzenten vorangetrieben, ist von seiten des Kinos heute nicht mehr zu gewinnen. Der Irrglaube an das neue Zeitalter der "Roll-outs" wird alsbald offenbar. Für die grossen Flachbildschirme stehen artgerechte Kameras längst bereit: Epic 645 56 × 42 mm (2.2 × 1.7 in) 9,334 × 7,000 (9K) $43,000 Epic 617 168 × 56 mm (6.6 × 2.2 in) 28,000 × 9,334 (28K) $53,000
  3. Die MUTINY ON THE BOUNTY liegt in englischer O.V. vor und wurde ohne Anamorphot projiziert. Ausser den anamorphen Kopien gab es keine weiteren Breitfilmvarianten. Anders bei BATTLE OF THE BULGE: eine sphärische 70mm-Kopie in 2,21 : 1. Farbkommentare: ich gebe sie bei nunmehr 50 Jahre alten Eastmancolor-Kopien ungerne ab. :cool: Bildtiefe und Klangvolumen der magnetischen, diskret gemischten 70mm-Kopien sind noch immer unvergleichlich wie ich meine ... wenn auch die Neukopierung auf 70mm nach der Eroberung des Repertoire-Marktes durch Blu-ray Discs nunmehr keine weiteren Wellen schlägt. Dabei hätte man es sich gerade bei der BOUNTY gewünscht: die für eine kommende Silberscheibe nochmals vom 65mm-Originalnegativ gescannt wurde, weil man mit dem letzen (wahrlich atemberaubenden) Ergebnis noch immer nicht zufrieden war. Warum nicht die gleiche Mühe bei der 70mm-Neukopierung? Technisch spräche nichts dagegen. Leider nur werden, falls überhaupt, die Aufträge spontan an ein bestimmtes amerikanisches Kopierwerk vergeben, andere gar nicht mehr ernsthaft konsultiert, und was dann kopiert wird, wird nicht zur Diskussion gestellt. (Oder es kommen Kommentare wie "Fox-Kopien sahen noch nie so gut aus".) BOUNTY wäre eine grandiose Tat, ihn für die existierenden Festivalkinos in zumindest 1 Kopie herumreichen zu können. Bei BEN HUR (könnte man befürchten, falls ein flüchtiger Eindruck den Kern trifft) käme der Versuch zu spät. Die Umspielung bereits der letzten Silberscheibenversion mit einer minimal farbstichigen, aber auch leicht rauchigen Impression legt den Verdacht nahe, das Negativ sei deutlich gealtern und leider unter Verblassungen. Warum die Neuerscheinung dieses Titel fürs Home Cinema auch so lange auf sich warten lässt. Von der Academy-Kopie hinwiederum erfährt man, wie unausgeglichen die Szenen hin- und herspringen würden: das war wohl nur ein 70mm-Test für den Home-Cinema-Transfer. Sehr angenehm ist auch die Bildwand-Krümmung nach Todd-AO-Richtlinien im 'Centrum Panorama' Varnsdorf. Wenn gewünscht, können ein paar Screen-shots von einer Videocam eingestellt werden. -- Noch bis Samstag läuft das 70mm-Festival im famosen Art-Deco-Palast 'castro' in San Fransisco (und weckte bereits durch die kürzliche Elizabeth-Taylor-Reihe viel Sympathien): 70MM FESTIVAL! The Castro Theatre is the only venue in San Francisco equipped to project this rare and magnificent high-resolution film format. Marvel at the majesty in this unique opportunity to see these big-screen classics as they were intended! Saturday, June 4 and Sunday, June 5 WEST SIDE STORY [offenbar die "grieselige" Neu-Kopie] Sat 7:30; Sun (1:00), 4:15, 7:30 Romeo and Juliet gets re-located to the streets of New York City in this ever-popular adaptation of the long-running Bernstein/Sondheim Broadway show. Always spectacular on the big screen, Jerome Robbins’ brilliant choreography is greatly enhanced by gritty location photography, proving this timeless classic still hasn’t lost its punch. Starring Natalie Wood, Richard Beymer, Russ Tamblyn and Rita Moreno, the song and dance pic won 10 Oscars, including Best Picture and Best Director for Robert Wise and Robbins (1961, 152 min, 70mm 'Scope) Monday, June 6 and Tuesday, June 7 PLAYTIME Mon 7:00; Tue 5:00, 8:00 Jacques Tati’s gloriously choreographed, nearly wordless comedies about confusion in the age of technology reached their creative apex with his fourth feature and boldest experiment. In this monumental achievement — a nearly three-year-long, bank-breaking production — Tati again thrust the endearingly clumsy, resolutely old-fashioned Monsieur Hulot, along with a host of other lost souls, into a bafflingly modernist Paris. With every inch of its super-wide frame crammed with inventiveness and hilarity, Playtime is a lasting testament to a modern age tiptoeing on the edge of oblivion (1967, 124 min, 70mm) Wednesday, June 8 – Friday, June 10 VERTIGO (2:00), 5:00, 8:00 Early-retired San Francisco policeman James Stewart is asked to follow a friend’s wife prone to mysterious absences. As his investigation soon turns to obsession, the film builds to dizzying heights of duplicity, derangement, and delusion. Alfred Hitchcock’s masterpiece is his most powerful and personal work, and has been challenging viewers across the decades to decode the layers of symbolism. Co-starring Kim Novak, Barbara Bel Geddes, and Bernard Herrmann’s indelible score (1958, 129 min, 70mm) Saturday, June 11 – Sunday, June 12 LAWRENCE OF ARABIA 2:00, 7:00 Undisputedly one of the grandest, most compelling epics in modern cinema, David Lean’s multi-Oscar winning blockbuster tells the fascinating, real-life tale of enigmatic adventurer T.E. Lawrence and his adventures in Palestine circa WWI. Lean's production team brought the 70mm format to another level, allowing them to capture the awesome beauty of the desert like never before. The magnetic Peter O’Toole leads an iconic cast featuring Sir Alec Guinness, Anthony Quinn, Jack Hawkins, Jose Ferrer, and Omar Sharif (1962, 216 min + intermission, 70mm ‘Scope) 429 Castro Street | San Francisco, CA 94114 US http://www.castrotheatre.com/p-list.html Im Juli hat sich Kirk Douglas angesagt. (Im letzten Herbst startete ja in Berlin die Reihe der Jubiläumsvorstellungen "50 Jahre Spartacus" - in voller Vorführbreite von 70 mm. 'astor Lounge' und Kinomuseum Berlin e.V. holten ihn nach Berlin zurück). Jetzt endlich kommt der Urheber des Ganzen leibhaftig auf die Bühne: Just announced, Kirk Douglas is coming to the Castro Theatre! On Sunday, July 24, the San Francisco Jewish Film Festival will present its Freedom of Expression Award to Hollywood icon Kirk Douglas on the stage of the Castro Theatre in celebration of the 50th anniversary of SPARTACUS and Douglas' proudest professional achievement: breaking the Hollywood blacklist. Save the Date. For more info: http://www.sfjff.org/I'm Spartacus (Ext. Length)
  4. hard matted bei der Kopierung zur Sicherheitsreserve für die Projektion also ist vielleicht die verbreitste Auswertungsvariante. Zwei Diskussionpunkte würde ich beisteuern: Hatte BARRY LYNDON (GB 1973-75) gemäß vorhandener Masken und Objektive stets in 1.66 : 1 vorgeführt. Obwohl wie erwähnt DIE Premiere nach Willen der Filmemacher in 1.75 : 1 abzuhalten war und hierfür umgerüstet wurde. Das war offenbar die gewünschte Aspect Ratio für das am ausgewogendsten aussehene Bild. Heute wird aus dem ähnlichen Seitenverhältnis des Heimkinomedien (1,77~ : 1) auf das "native" Filmformat geschlossen. Was für Zeitzeugen skurril anmutet, aber verständlich wird, wenn man den hohen Anteil an Repertoire im Home Cinema und ein fast nicht existentes Repertoire im Kinobereich gegenüberstell. Was mich an BARRY LYNDON erinnert: GIANT (USA 1956). Hard matted auf 1,66 : 1. Trotzdem sieht mein Scan aus der BARRY LYNDON-EA-Kopie (mit ca. 1,69 : 1) etwas breiter aus als Klaus Peters Scan von GIANT (ca. 1,54 : 1). Folgedessen gelang die Vorführung in ca. 1,66 : 1 wohl nur, weil genau zentriert wurde und der Bildstand des Projektors (nicht aber der europäischen Duplikatkopien) optimal war?
  5. Der Ausbau der Pyrcon UP 700 im 'Kino International' zugunsten der (von mir durchaus geschätzten Philips DP70) aufgrund der Anweisung des Kinematheks-Direktors Dr. Rainer Rother beinhaltete neben der Entsorgung dieses denkmal-inhärenten Equipments eine im Zustand noch weitaus desolatere Vorführeinrichtung, die des 'City im Europacenter'. Schon Mitte der 1970er Jahre häuften sich Klagen über letztere. Massive Bildstandsschwankungen und Blendenflackern während der sogenannten 70mm-Retrospektive "Bigger than life" auf den nun "neuen" DP70-Bildwerfern waren die Folge dieses Schildbürgerstreiches. Nur mit Leihgaben (Spulen und Bildbühnen sowie Tonprozessoren) kam die Veranstaltung überhaupt ingang. Nachdem dann auch noch die Leihteile dieses rühmlichen Philips-Equipments gleich nach der Filmfestspielen wieder abgezogen wurden, soll dieses Kino heute für das 70mm-Format nicht mehr spielfähig sein. Mängel der auf den DP70 beobachteten Vorführungen während "70mm - Bigger than life" traten übrigens auf den Pyrcon-UP 700 nachweislich nicht auf. Auch der Vorwurf einer mangelnden Filmschonung der beiden Pyrcon UP 700 war aus der Luft gegriffen und beruht auf Inkompetenz der Kuratoren besagter Veranstalter sowie der technischen Leitung der Berlinale. Somit hätte man - und dies unterstreiche ich als ansonsten glühender Philips-DP70-Bewunderer und alter Westberliner - die herausragenden Pyrcon UP-700-Bildwerfer unbedingt erhalten und aufarbeiten sollen. Sie befanden sich zudem im spielfähigen Betrieb: mit erstklassigem Bildstand und ohne das Blendenflackern - auf beiden Maschinen. In so einer Art und Weise mit historisch und technisch renommierten Gütern umzugehen, halte ich für ein Armutszeugnis der berliner Kinemathek. -- Pyrcon UP 700 befanden sich auch in Kulturhäusern und Stadthallen. Wir haben in fast neuwertigem Zustand zwei Musterexemplare gerettet und werden sie in Betrieb nehmen. Und auf unsere Philips DP70 verzichten.
  6. Das intendierte Seitenverhältnis war 1,75 : 1. So wurde auch 1975 bei der Deutschlandspremiere des Films das Kino 'Cinema Paris' in Berlin hergerichtet. Der Regisseur war nicht zugegen, jedoch sein Abgesandter, der neue Objektive anschaffen liess. Die Blu ray arbeitete fast sämtliche Anforderungen, die man an den Film stellen kann, authentisch auf.
  7. Diese Art von Anamorphose ist gar nicht vergleichbar mit konventionellem Billig-CinemaScope. Bedenke den gerinfügigen Kompressionfaktor und die riesigen Vorteile in der Auslösung. Beim Film zudem auch ein Kontrastzuwachs bei Formatzuwachs seit jeher. Und bessere Ausleuchtung, je quadratischer (oder kreisförmige) der Bildfensterausbruch ist - bei allen rotationssymmetrischen Lampenhaus-Spiegeln, also Film wie Beamertechnik. Filmkorn sieht m.E. nicht schöner aus als Aliasing, aber natürlicher, ist also ein grundlegender Beitrag zur Auflösung und zur Farberzeugung. Schliesslich müsste nach Deiner Theorie (und nach DMR-Umkopierung auch pixelfrei anmutend) das "kornlose" HDCAM-SR-Bild von AVATAR in der 70mm-Imax-Projektion einer in 65mm-gedrehten und am Negativkorn identifizierbaren Produktion an Schärfe überlegen sein. Ausser einem früheren Dauer-User der Digital-Rubrik hat noch keiner solches behauptet.
  8. Weiss ich leider nicht. Weil Du zum Thema Dolby Examen schriebst, könnte ich Dir dazu jetzt nichts Brauchbares sagen. Also gab es tschechische Nachbauten? (Kenne Nachbauten aus der DDR, die kurz vor der Wende in Serie gehen sollten, sonst bin ich da uninformiert). Habe aber die tschechischen transistorisierten Magnettonverstärker mehr genossen als die Dolby MPU-1. Aber auch das bedürfte eine Erörterung: Aufbau der Schaltung usw. Es gibt tschechische Kinotechnik-Zeitschriften, die ich ab Juni einmal durchforsten wollte. Vielleicht dort Informationen?
  9. In Varnsdorf (Nord-Tschechien, Nähe Bautzen) finden heute weitere 70mm-Vorstellungen statt: im 'Centrum Panorama', einem Breitfilm-Solitär. Ohne viel Beweihräucherung wird hier schlicht und überzeugend 70mm-Kultur pur geboten. Wirklich eines der schönsten Theater der Welt, ohne die üblichen grellen Stoffe, Unterhosenolpolyester-Sitze oder Sichtblendungen. Das Kino ist baugleich mit dem Velke-Kino in Zlín, über dessen Festival in 2010 vielleicht noch ein Bericht folgt. AMADEUS, BATTLE OF THE BULGE, MUTINY ON THE BOUNTY bilden das Mai-Programm auf der Grossbildwand (mit ca. 17m Breite grösser als fast alle andere mir derzeit bekannten 70mm-Repertoire-Theater weltweit, ausgenommen das gigantische 'Arcadia' im Melzo/Milano). Das Programm wird fortgesetzt. Folgende Bilder: http://www.facebook.com/photo.php?fbid=102155926461438&set=o.92889511213&type=1&theater http://www.facebook.com/photo.php?fbid=102155929794771&set=o.92889511213&type=1&theater http://www.facebook.com/photo.php?fbid=102155943128103&set=o.92889511213&type=1&theater http://www.facebook.com/photo.php?fbid=102155936461437&set=o.92889511213&type=1&theater Einen schöneren Projektor als Meo UM70 gibts nimmer - auch die Philips DP70 versinkt davor in Bleichheit! Anstelle klinischer Concessions hier noch stimmige alteuropäische Kulturgastronomie. Sehr berückend geriert sich auch der 70mm-Clip als Marke neben dem Kopflogo des Programmheftes: http://www.centrumpanorama.cz/ Das habe ich noch gut aus angenehmen Zeiten in Erinnerung, als ein Betreiber sein süddeutsches Kino auf Repertoire einschwor und Marilyn Monroe nebst Todd-AO-Clip das Kinologo schmückten.
  10. Warum wird bei 4k kein Anamorphot mehr gebraucht? Das liest man immer wieder, aber die substantiierte Begründung bleibt aus. Der Anamorphot wird angeboten. Umkehrschluss: man entwickle ein 55-Negativ in der A.R. 1.275 : 1. Dann beschneide man es bei der Projektion auf 2.55 : 1, was Verluste in Auflösung und Ausleuchtungsgüte mit sich brächte. Genau dies wurde vermieden. Eben so im 35mm-Format (von den an einer Hand abzählbaren Ausnahmen einer Super-35-Weltpremiere von TROY, wo mit 2 Perf projiziert wurde, einmal abgesehen). -- Trotz eines sichtbaren Korns kannst Du mehr Auflösung erzielen als in den DCI-Systemen, die kornlos anmuten. Denk' an das Imax-Verfahren. Korn war stets erkennbar. Panelbasierte Systeme haben bis heute diese Güte nicht ersetzen können. :grin:
  11. Und oft noch mehr beim Pseudo-CinemaScope der DCI-Ära: beim DCP REVNGE OF THE SITH Panelansteuerung von 1920 x 817 pix anstelle des 2k-Standards 2048 x 858. Bei 4k wären es standardmässig 4096 x 1716, aber oft leider auch 3996 (ursprünglich für 1.85-Format gedacht) x 1674. DCI mit Anamorphot kann da nur gewinnen: die Photen sind ja sehr hochwertig und besitzen mit 1.25x einen niedrigen Dekompressionsfaktor als der klassische Filmanamorphot mit 2.0x. Sind nur leider sehr teuer. Ähnlich echtem CinemaScope beim Film (gegenüber Super 35) gewänne hier die Auflösung und der Farbkontrast. Da aber wohl 99% der DCI-Kino die Letterboxversion spielen, spreche ich ironisch vom "Super 2k"-Format. Filmprojektoren mit einwandfreien Malteserkreuzen (lange vor der der der E-Serie, die m.E. kein bis dato ungekanntes Optimum aufzeigte, sondern nur Ersatz für Engpässe bei der Kreuzfertigung überbrückte) schaffen ohne weiteres 2 Promille und bessere Bildstände. Filmkamers und Kopiermaschinen noch präziser, sodass über Jahrzehnte das Thema Bildstand kein Problem war, solange unter 480 Fuß kopiert wurde. Auch wenn Panelsysteme hier aufgrund komplett anderen Bildaufbaus im Vorteil liegen, darf man glauben, dass die Mechanik im Rahmen ihrer Grenzwerte Bildstandsschwankungen auf den Level der Nichtsichtbarkeit herunterdrücken konnte. Die nicht-indexikalische, wechselnde Kornverteilung beim Film macht das Verfahren erst richtig hochauflösend und ist kein Artefakt - so wenig wie die Blutkörperchen in unseren Adern. Dennoch würde ich nicht im negatigen Sinne beim Fernseh-/D-Cinema-Bild vom "toten" Bild sprechen. Und auch unter Lebendigkeit des Films verstehe ich andere Parameter als ein Wackeln, Schrammen oder Grieseln: die bisweilen gar nicht zum Filmoriginal (Negativ) gehören und dem Film keine besondere Werkaura oder Kinoromantik verleihen. Diese Mängel sind ja schliesslich vermeidbar.
  12. Interessante Einlassungen zum Thema, die durchaus noch Auslegungspotential bergen. Einige Fragen die ich anschnitt bezogen sich dennoch nicht auf das Ganze, sonderen deren Teile. Exemplifiziert anhand der historisch gewachsenen Sehgewohnheiten und Bildgrössen dachte ich mir, von einem Rückschritt in den Parametern Leuchtdichte, Bildgröße, Betrachtungswinkel, Saalgrösse, Bildwandgeometrie und Rahmung, Krümmung und Breite, Höhe und Bildtiefe ausgehen zu müssen. Nicht pauschal an jedem existenen Beispiel festzumachen, aber doch an den meisten. Die mir (und auch Stefan bekannten), noch vor wenigen Jahren gepflegten Sehmaschinen des Panoramakinos finden keinen Niederschlag in mittlerweile 11 Jahren digitalem Roll-out. Die Regression zur Bildwand mit der A.R. 1.85 : 1 beweist den Stellenwert einer arteigenen Kinokonstruktion. Er wurde und wird unterhöhlt durch die HFTV-kompatiblen Systeme - zu denen dank Live-Content-Verwertung und Panelabmessungen (1.89 : 1) auch die hochgelobten Sony- oder sonstigen Bildwerfer gehören. Wenn sich jedoch die Maxima in der Auflösung und im Kontrast nicht wie in früheren Dekaden an einer Breitleinwand (breiter als 2 : 0) orientiert, ebenfalls auch an existenten, richtungsweisenden Größen der Filmtheater mit übergrossen Bildwänden und diese sogar geschlossen oder zurückgebaut werden, dann muß leider auch ein Rückschritt in der Wahrnehmung kinematographische Bilder eingeräumt werden. Der durch diese DCI-Installationen auf Jahre und Jahrzehnte hin zementiert wird. Das zu akzeptieren fällt schwer, gerade in gutem Wissen, Besseres zu kennen. Problem der 35mm-Serienkopierung sollen hierbei allerdings nicht verniedlicht werden: ich darf die Unterstellung, "Fehler einer veralteten Technik unkritisch hochzujubeln" hiermit in der gebotenen Höflichkeit zurückweisen? Eben so steht unter den von Dir selbst freimütig zur Debatte gestellten "Begleiterscheinungen" (oder Collateral-Schäden?) klar im Raum, dass die Strategie offenbar in die "klemmende" Richtung läuft und auch kaum Gegentendenzen auszumachen sind. Eine ähnliche, kritisierenswerte Entwicklung erlebten wir mit der Marktdurchdringung der Multiplexe. Mit einigen Modernisierungen, Effizienzen und geniessbaren Neuerungen - eben so aber mit Verwüstungen auf der anderen Seite. Allein von normalen Vorgängen des technischen Fortschritts und der Evolution zu sprechen und sie zu affirmieren, würde ich als Verblendung kritisieren wollen. Um solche Segnungen populär zu machen, investieren bestimmte Konzerne natürlich Unsummen in die PR. ;-) Das meine ich seit Jahren. Unabhängig von Sympathien für die Art des Filmträgers (photochemisch / bit-technisch) erscheint das Konstrukt von DCI sehr löchrig und wenig zukunftssicher zu sein. Da müßte, um für die Laserprojektion als panelunabhängige Projektionsart mit optimalen Adaptionen an geometrische Unebenheiten beliebiger Projektionsflächen und Körper zu sprechen, ein anderer Weg eingeschlagen werden. Setzt er sich der Erwartung nach durch, ist das DCI-Konstrukt wie auch die Verwertung über Panelsysteme (DLP, SXRD u.a.) am Ende der Entwicklung angelangt. Soweit meine These.
  13. Neben den Zahlen erwärmen sich auch nicht die Kritiken: http://www.fuenf-filmfreunde.de/2011/05/19/pirates-of-the-caribbean-fremde-gezeiten-review/ Ein Verisss, der sicher eleganter sein könnte, aber unmissverständlich vom Überdruss spricht. Die 3D-Wirkungen enttäuschen ebenfalls: verhalten, deplaziert oder auch parallaktisch inkonsistent. Warscheinlich wird erst wieder bei TITANIC und STAR WARS ab 2012 mehr Sorgfalt angewendet. Stereoskopisch verständlich inszeniert ist im Moment nur der PINA, scheint mir. Und da HARRY POTTER düster zu werden verspricht, bin ich mal auf das Grading gespannt, um über die Polfilter halbwegs noch ansehnliche Bilder hervorzukitzeln. Vielleicht ein sympathischer Sommer der guten 2D- und Arthouse-Filme?
  14. Hallo Stefan. Bei so viel Lobgesängen dürfen ein paar Worte der Relativierung oder Gegenrede gestattet sein, oder? 1. Die Bildwand ist eindeutig und mit großem Rückstand zu klein gegenüber Möglichkeiten des Raumvolumens und objektiv ermittelten Parametern des menschlichen Gesichtsfeldes (das weit über den vorgegebenen Rahmen hinausweist: fast schon ein Letterbox-Bild, und es wundert mich, dass hier nicht 1.85 : 1 gewählt wurde, um wie in Berlin die die Bildhöhe zu steigern und an die native Panelgrösse der Projektorchips anzugleichen. 2. Die Akustik dürfte laut Geometrie der Schallabsorber wunderbar sein. 3. Die Kongresstheaterbestuhlung ist dieselbe wie in der berliner Kongresshalle: ungemütlich. 4. 14 Meter Bildbreite sakrosankt zu sprechen, um ein gegenwärtig auf dem Markt stehendes Projektionssystem zu rechtfertigen (das das Mass aller Dinge sei), ist nach meinem Verständnis der unbefriedigende Ansatz. So zwingt der 3D-Film zur Aufgabe des Panorama-Horizonts und zur Wiedereinführung des Letterbox- und fernsehtypischen Seherlebnisses. Das ist sicher nicht in Deinem Sinne, wird aber auch nicht ausreichend kritisiert. Daher von "Marktführern" zu sprechen, ruft in mir keine Empfindung hervor. "Marktführung" heisst auch nicht "Vorreiter": niemand weiss dies besser als Du. 5. Was hast Du gegen die vorhanden FP30 Direktantrieb-Anlage? Lass sie bitte stehen! Und: macht Programm, liebe Grönländer, nicht aber Entsorgung und Marktbereinigung. Kleine und ältere Filme werden es Euch danken. 6. "Was Filmvorführung heute real bedeutet" sollte man aus wirklich täglichen Filmsichtungen und nicht nur aus den Negativbeispelen KINGS SPEACH und (übrigens auf Digitalseite) PIRATES OF THE CARIBBEAN 2011 ableiten. Lezterer sieht auch in hellster Projektion stumpf aus: ursächlich dem Red-One-Dreh anzulasten. CARIBBEAN dürfte derzeit in fast 90& aller DC-Kinos mit flauem 3D-Bild zu sehen sein. Allenfalls die neuen Barco-Beamer oder Dolbys Dualprojektion dürfte höhere Lichtleistungen auf den real großen Bildwänden der Republik ermöglichen. Oder sollte man diese Bildwände verkleinern, die Säle nach Imax-Manier zurückbauen? Da ich gerade aus einer 35mm-Weltpremiere komme (deutsch-chinesische Koproduktion in der Kulturbrauerei auf 18 m Bildbreite, enormer Bildhöhe und voller 1.85 : 1 Wand nebst exzellenter Auflösung, Kontrast und tollem Bildstand, kann ich die positive Bewertung von CARRIBEAN nicht nachvollziehen. 7. Die 4k-Installationen sind dann überholt, wenn ein Durchbruch der Laserprojektion erreicht ist: die vermutlich dann einzige relevante kinotechnische Revolution seit 1926. Eure Euphorie kann ich nur schwer nachempfinden, vor allem, wenn eklatante Einschränkungen ständig schön geredet werden. Auch lässt sich 4k nicht mit 70mm vergleichen, wie von oceanics immer wieder insistierend nachgeschoben wird, und auch die Bauer-Filmpost argumentierte im Slang des Marketings, als Todd-A.O. gerade und mit Vorrang für mittelgrosse Theater empfohlen wurde. Hierin sehe ich klare Tatsachendrehungen, die sich jetzt bei den Sony-SXRD-Installationen zu wiederholen scheint, denn diese kenne ich ausnahmslos aus Sälen mit max. 14 Meter Bildbreite - während in den grösseren Sälen die kontrastschwächere Variante von Christie und NEC Einzug hielt. Von Einheitlichkeit der Postproduktionstandards also keine Spur. Oder?
  15. Die Breitenseer hatte ich im letzten Januar besucht: wurde wieder hergerichtet und stand kurze Zeit vor der Schliessung oder war kurzzeitig geschlossen. Aus Tradition finden dort auch Stummfilmvorführungen, Filmkonzerte und Filme mit Laurel & Hardy statt. Grosse Besuchermassen findet das Haus kaum, es liegt bezirklich abseits und auf auf höherem Plateau. Auch die Enge eines Ladenkinos, zu Normalfilmzeiten erträglich, wirkt in anbetracht expandiert Foyers und Scope-Bildwände der Jetztzeit stubenhaft und ein wenig steril. Ebenfalls in Wien war das Gartenbau mehr nach meinem Geschmack, auch so das Bellaria mit der Salon-Atmosphäre. Tilsiter in Berlin hat ein enorm abwechslungsreiches Programm, aber alles andere deprimierte. Moviemento hatte um 1985 Ingrid S. aus wirtschaftlichen Erfordernisse umbauen lassen, das seitdem auch zerteilt wirkt, aber verbesserte Projektionstechnik beherbergt. Gerne wäre man mal bei einer Skladanowsky-Vorführung im Wintergarten dabeigewesen, 116 Jahre erst her. :) Steht aber glaube ich im Moment nicht an.
  16. -> http://www.laserhotline.de/
  17. BIGGER THAN LIFE (der Ray-Film) lief noch 1993 in 4-Kanal-Magnetton in Berlin im damaligen 'Filmpalast Berlin' (heute 'astor Filmlounge'). Nun also die pflegeleichte Lichttonkopie. BIGGER THAN LIFE 2011 (das meint die Filmreihe des 'Kino arsenal', die laut Vorwort im Programmheft den "Auftrag" des Veranstalters in der Repertoire-Pflege erfülle) brachte einige diskutable Titel beim ansonsten fast abgelutschten Thema Scope: GEORGE WASHINGTON (eine Sozialtragödie in einer Kleinstadt North Carolinas): klassische, liebevoll ausgeleuchtete anamorphotische Fotografie auf Fuji-Negativ. Die schönste Filmkopie seit Jahren, hervorragende Farbkontraste und fast völlige Kornlosigkeit. Großenteils spielen Kinder und heranwachsende Jugendliche die Hauptrollen. Ein Erfolgsfilm des Forums des Jungen Films von 2001, etwa 20 Besucher fanden sich hierzu ein. CARMEN JONES (der Preminger-Film) war als beige-farben ausgelaugte Version zu sehen, Bildbeschnitt auf 2.55 zu 1, der leider bei singenden Protagonisten auffiel. Tonformat Dolby SR, aber wie Monoton anzuhören (auf DVD ist der Surround-Ton dagegen besser, der Digitalton aber schlechter). Vielleicht kamen so um die 12 Besucher. Immer interessierten sich 21 Gäste für STRASSENKONTROLLE (einer der Vorbehaltsfilme von 1971, nach der "Perestroika" 1985 freiggegeben), der natursymbolistische Ansätze mit klassischen Montageprinzipien des russischen Formatlismus verband. Recht gute Schwarzweiss-Duplikatkopie. Inszenatorisch sehr ernst, merklich eine Botschaft oder Belehrung aussenden wollend. Verboten, weil hier ein dersertierte russischer Soldat zurückkehrt zur Roten Armee und damit ein Tabu-Thema anpackte. NEUN LEBEN HAT DIE KATZE (Stöckl-Film) gilt als Pilotfilm des feministischen Ouevres im CinemaScope-Format und läuft desöfteren in Berlin. AGE OF INNOCENCE (Scorsese/Ballhaus-Film, gedreht im sphärischen Super 35-Format) konnte ich technisch und inhaltlich nicht so richtig als CinemaScope-Beitrag einordnen. PIERROT LE FOU (Godard-Film) ist dagegen immer ein grosser Klassiker und vor DOGME 95 ein Werk, dass Schemenhaftigkeiten im Scope-Format aufbrach. Vor DOGME 95 und noch konträr hierzu schuf Lars von Trier jedoch einen aufsehenerregenden Scope-Wurf mit EUROPA: der auf verschiedenen Tableaus Farb- und Schwarzweiss-Szenen kombinierte und Rückprojektionen in Ausschnittsvergrößerungen einsetzt, um psychedelische "Affekte" zu erzielen (angelehnt offenbar an Kafka und mit einem Aufwänd von DOCTOR ZHIVAGO-Verhältnisse produziert). FORTY GUNS (Fuller-Film) war in einer viel zu dunklen Kopie zu sehen, Mono-Lichtton. EAST OF EDEN (Kazan-Film) in einer verglichen zur ZDF-Fassung total ausgelaugten Mono-Lichttonkopie mit gröbstem Korn. Als schräge Entdeckung kann DIE ENDLOSE NACHT (Tremper-Film) goutiert werden: zu 98% nur in der Empfangshalle des Flughafen Tempelhof gedreht, die Aussenaufnahme versinken in bewusst insenierten Diffusionseffekten bei Nacht. Immerhin kamen hier etwa 25 Besucher. DER GETEILTE HIMMEL (Wolf-Film) liefe schon ein paar Wochen zuvor im 'arsenal' und hätte nicht wiederholt zu werden brauchen. BONJOUR TRISTESSE (Preminger-Film) in eher neuerer Dupkopie mit Farbe. Das Projektionsbild lag stets bei 2.35 : 1, war stark beschnitten und ohne jede für CinemaScope erforderliche Durchbiegung. Zumeist schienen an den Einzelfilmen interessierte Gäste den Weg ins 'arsenal' gefunden zu haben. Ein Bezug zur Thematik "Scope-Ästhetik/Technik/Geschichte" war weder bei den Gästen noch den Kuratoren auszumachen. Auf Referenten wurde generell verzichtet, der Foyer-Aushang beschränkte sich auf Kleinplakat und Inhaltsangabe der Handlung. Die Besonderheit von CinemaScope auch als Vorreiter des Mehrkanalton fand keine Erwähnung. Die vollmundige Ankündigung mit, direkt zitiert, "übergroßen CinemaScope-Format, das die Breite der Leiwnand zu sprengen scheint" [...] wir bieten Ihnen die Möglichkeiten zur Horizonterweiterung" war in anbetracht der Kastenbühne nicht nachvollziehbar. Den "sich langsam öffnenden Vorhang zu Beginn der Vorführung" der eine "immer größer werdende Leinwand preisgibt, eine Projektionsfläche, der die Wände des Kinosaals kaum Einhalt gebieten können" konnte ich am Potsdamer Platz, insbesondere in dieser Spielstätte, nicht finden. -- M.E. eine erfeulichere Ankündigung: Im 'Zeughaus-Kino' eine weitere Wiederholung (diesmal der Berlinale-Retro der 1990er Jahre): KALTER KRIEG: https://www.dhm.de/kino/index.html Darunter Fritz Langs DIE 1000 AUGEN DES DOKTOR MABUSE (BRD 1960) mit Einführung von Oliver Baumgarten: https://www.dhm.de/kino/celluloid%20curtain.html#augen Projiziert mit zwei exzellent kalibrierten FP30-Projektoren mit 3-Flügelbende.
  18. cinerama

    Digitaler Filmton

    Ist ein Clip aus Emir Kustoricas ARIZONA DREAM mit Jerry Lewis, Faye Dunaway und Johnny Depp. Berlinale-Kopie von 1993 aus dem ZOO PALAST! (28 Jahre her - wie die Zeit verrinnt. Falls Du mal in die Stadt kommst, kann ich den Clip noch mal einscannen). :D
  19. Verstehe ich im Moment nicht. (Gerade mit einem 2D-Film befasst gewesen, fällt mir das Umschalten nicht immer leicht.) Oder es ist ein ähnlicher Effekt wie bei der MPEG2-Kompression gemeint, wonach der Kompressionsgrad bei ruhigen/stehenden Bildern massiv ansteigt (weniger Datenmenge wird als erforderlich erachtet) und nur bei Bewegtszenen steigt, um Artefakte zu unterdrücken. Aber das kann eigentlich nicht gemeint sein. Als Legitimation für das Abspiel unzulänglich auf 3D konvertierter 2D-Produktionen gemeint? Demnach enscheidet der Betreiber über das Wiedergabeformat, wohingegen die Industrie ihre Versprechen nicht einlöst? Also Plädoyer gemeint, die Anlieferungen der produzierenden DCPs strikt zu respektieren, da Abweichungen hiervon die Marktdurchdringunge hemmten? -- 3 unterschiedliche Statements, die sich aber nicht ganz aus der Deckung kommen. Rückblick: Nachdem in der Geschichte Stummfilme plötzlich in beschleunigten Tonffassungen liefen, Farbfilme aus Kostengründen in schwarzweiss kopiert wurden, Breitwandfilme in Normalformat erschienen und zuletzt 1080p-Filme wie "Avatar" auf Imax DMR 15-70mm aufgeblasen wurden, scheint man neuerlich in den Wirrwarr der variablen Seitenverhältnisse und verkehrten Raumdarstellungen zurückzufallen. Vermutlich ist der Markt verschiedenster Verwertungsplattformen derart angewachsen, dass trotz erstrebter Gleicheit und Vereinheitlichung (DCI als Versprechen auf Konstanz) die Variantenstückliste in Zukunft noch "facettenreicher" ausfallen könnte. Das wäre dann aber ein Widerspruch zum Interesse der DCI. Wie dieser Widerspruch gelöst wird, ist allemal spannend mitzuerleben.
  20. Nun, Du bist auch nicht Geschädigter der Diskriminierungstrategien seitens des betreffenden Moderators. Diese zielten auf ein Kaltstellen von Kulturveranstaltern, die ähnlichen Themen, wie er sie verfolgt, auf Veranstaltungsbasis ein Podium verschafften. Nachweisbar anhand der Zitate, die eine Ansammlung negativer Unterstellungen summieren, um Kooperationen ausserhalb seine Einflussbereiches zu torpedieren. Er bleibt als Moderator daher durch persönlichen Nutzen interessegeleitet, wie übrigens die Gesamtheit seiner früheren Beiträge untermauert, die fast immer auf eine Positionierung seiner Firma zielten.
  21. Sehr korrekter Beitrag, wie ich meine. Eine Überempfindlichkeit kann es gar nicht geben. Dein Einwand ist sehr verständlich und unterstützenswert. Wünschenswert ist irgendwann einmal ein Auswahlprocedere nach Minimalstandards, bei dem Wahlverfahren und Konzept-declarations sehr begrüssenswert gewesen wären. Gängig ist das Procedere in ziemlich allen Gremien, wenn Ihr Euch das gesellschaftliche Leben betrachtet. Auch in der Parteien, Verbänden und Vereinen. Sogar im Mittelalter und bei der Papstwahl. -- Mich irritiert lediglich die Verbindung von handfesten Wirtschaftsinteressen und Marketing-Vorgängen in Personalunion mit der Besetzung einer Forenleitung. Natürlich wurde dem Betreffenden die Rolle angetragen - und hierauf würde er sich stets glaubhaft berufen können - und dennoch gibt es da sehr subitle, fast charmante Methoden, um sich diesem Ziel zu nähern. a. eine massive,auf längere Zeit angebotene "Hilfeleistung" an ausschlaggebende Personen. b. ein Zureden auf psychologischer Ebene, kurz gesagt: viele Schmeicheleien, die dann zum Schein Freundschaften stiften. c. Nutzniesser ist dabei der Wirtschaftstreibende, der in einem Forum ein "Pivileg" nutzt. Das Privileg besteht zum Beispiel im kostenlosen Annoncieren eines kommerziellen Warenangebots, dem Schalten von Werbebannern und in der Suggestion, "Marktführer" zu sein. Ein beliebiges Beispiel - frei aus der Luft gegriffen: es gibt auch Möglichkeiten des Sponsoring, wie auf einer inhaltlich und fachlich sehr lobenswerten dänischen Website erkennbar ist. Irgendwann verschmolzen der bislang nicht kommerziell ausgerichtete Website-Betreiber mit dem kommerziell ausgerichteten Sponsor, der (auch in Gestalt eines Forums-Avatars) eindeutig ein Wirtschaftsunternehmen darstellt: http://www.in70mm.com/schauburg/index.htm Ich bin sicher, dass wir vergleichbare Banner und Privilegien sehr bald auch an dieser Stelle sehen werden. Eine solche Entwicklung wäre ausserordentlich zu bedauern, und ich denke schon, dass man sich beizeiten rechtzeitig Gedanken machen wird, nicht in eine solche Richtung aufzubrechen. ;-) Positiv anzumerken ist, dass fast alle Moderatoren, auch die aktuell tätigen, dies aus nicht-wirtschaftlichem Interesse heraus praktizieren. Denen gilt mein ganzer Respekt.
  22. Diese Auffassung teile ich vollends. Vielleicht aus anderen Blickwinkeln und andere Personen betreffend, aber doch aus belastbaren Gründen. Ganz sachlich gesprochen: Es ist immer wieder im Zuge von Diskussionen herausgekommen, dass bestimmte Personen ein eindeutiges wirtschaftliches Interesse in diesem Forum vertreten und entweder über subtile oder methodisch auch polemische Strategien der Färbung und Beeinflussung über "Stimmungen" entfachen. Wenn dann auch noch das Spartenprogramm eines bestimmten Betreibers hier regelmässig abgedruckt wird und schon nicht mehr kritisierbar ist - denn er ist ja Moderator geworden - haben wir ein Betreiber-, aber kein Vorführerforum mehr. Es war einst eine grosse Genugtuung, mit einer so unabhängigen Person wie Torsten J., der sich weder marktschreierisch noch ideologisch hat einbinden lassen, sondern die Tätigkeit altruistisch ausführte, die Jahre verbracht zu haben. Es kann nicht sein, dass jemand, der m.E. Schmeicheleien ohne Ende zur indirekten "Kundenwerbung" und "Imagepflege" einsetzt und leider zu selten in kritischer oder selbstkritischer Weise den Zuständen der Branche begegnete, urplötzlich als Kontrollinstanz eingesetzt wird. Eine Verquickung der Moderatorenrolle mit gewerblicher Nutzung in einem wie ich dachte nicht-kommerziellen Forums ist der denkbar schlimmste, anzunehmende Gau. Zudem, wenn persönliche und materielle Zuwendungen in den letzten Jahre "günstige" Rahmenbedingungen für diese Person schafften. Der Betreffende wird, denke ich, die Situation selbst erkannt haben und könnte meines Erachtens freiwillig auf diese Funktion verzichten, schon um die Neutralität und Meinungsfreihet des Forums zu wahren. Es sollte Euch zu denken geben, dass nach externen Auffassungen Inhalt und Diskussionanspruch des Filmvorführerforums in den letzten Jahren leider abgenommen haben und immer konformer und unkritischer wurden. Dafür mache ich eine "Banalisierung" und eine Persiflage des Diskurses verantwortlich. Eine Rolle spielen dabei Mittel der griechischen Rhetorik der Beinflussung, gezielt lancierter Humor zur Lächerlichmachung eigentlich grundernster Ansätze, aber auch ein ständiges "Süßholzraspeln", wie es Methode gerlernter Businesss-Manager ist. Man kann das auch wissenschaftlich ausführen, aber ich vertraue hier auf genügend Rationalität, den Weggang wichtiger Beitragender diese Forums zumindest ansatzweise zur Kenntnis genommen zu haben. Das Thema wurde schon einmal durchgenommen und nie durchgreifend geklärt: http://www.filmvorfuehrer.de/topic/4896-schauburg-ka-eigener-bereich/page__hl__%2Btrutz-guenther+%2Bschauburg__st__20 Und noch eine Anmerkung zu einer Problematik, die ggf. künftig ins Auge zu fassen wäre: So hatte das OLG München am 10.12.2009 (Az.: 29 U 2841/09) in einem Fall zu verhandeln, in dem Links, die zu Unterseiten mit werbendem Inhalt führten, auf einer Internetseite platziert wurden, die zu rein redaktionellen Zwecken dienen sollte. In diesem Fall entschieden die Richter, dass das Setzen von Links mit Verweis auf werbende Unterseiten gegen das Gebot der klaren Trennung zwischen Werbung und redaktionellem Beitrag verstoße und somit eine wettbewerbswidrige Verschleierung darstelle. Ist ein Internetportal so aufgebaut, dass der Besucher nur davon ausgeht, rein redaktionellen Inhalt vorzufinden, so empfiehlt es sich, Werbung gänzlich zu unterlassen oder aber für eine klare optische Abgrenzung zwischen Werbung und redaktionellem Beitrag zu sorgen. Einen weiteren rechtlich interessanten Bereich für Schleichwerbung stellt auch das so genannte Web 2.0., also das Internet zur eigenen Gestaltung, zum Beispiel durch Blogs und ähnlichem dar. Unter Blogs sind Internetseiten zu verstehen, die als Foren dienen und auf denen Besucher Diskussionen über nahezu jedes Thema führen können. Das Interesse an diesen Blogs nimmt immer stärker zu, sodass diese auch für Unternehmen eine interessante Werbeplattform darstellen. Gerade der Werbeeffekt persönlicher Empfehlungen eines Produkts sind für Unternehmen unbezahlbar – oder doch nicht? Nicht selten werden Blogger von den Unternehmen für positive Einträge entlohnt. Aus: http://www.business-on.de/muenchen/werbung-internetseiten-anzeigen-redaktionelle-seiten-pflicht-_id11223.html Es gibt vielleicht sogar eine Reihe von Gegenvorschlägen, die auf sog, "heavy users" zurückgreifen: spontan fallen mir die häufig in Aktion tretenden User @Filmtechniker, @magentacine, @showmanship, @filmempire, @Jenz666, @Klaus-Peter Weber, @Tomcat u.a. ein, die sicher ausreichend neutral und schlichtend auftreten. Erstaunlich, dass die Majorität der Forumsnutzer von der Besetzung des Filmvorführerforums durch Betreiber nichts wusste und nicht einmal befragt wurde. Während die von mir Kritisierten nichts Bessers zu tun haben, als Betriebsräte zu verhindern, kämpft ein Grossteil der Filmvorführer und Kinomitarbeiter um Mindestlöhne, die ihnen verweigert werden. Haben sie eine Stimme im Moderatoren-Board? Warum nicht? Es würde juridisch "wasserdicht sein", wenn ich kurz den Bescheid des Landesgerichts BerlinLG Berlin -Urteil vom 26.07.2005 - 16 O 132/05 - (§ 7 TDG - Werbung im redaktionellen Kontext - Kennzeichungspflichten von Werbung) anführen darf, mit Werbemittlern so zu verfahren, wie es die Gesetzeslage zulässt: Die Rechtsprechung sagt demnach: 1. Gem. § 7 Nr. 1 TDG müssen Diensteanbieter darauf achten, dass kommerzielle Kommunikation, wie Werbung, klar zu erkennen ist. 2. Ein Hyperlink der aus einem redaktionellen Zusammenhang auf eine Werbeseite führt, muss so gestaltet sein, dass dem Nutzer irgendwie erkennbar wird, dass auf eine Werbeseite verwiesen wird. 3. Ist ein Werbelink genauso gestaltet wie die sonstigen Hinweise, die zu redaktionell gestalteten Seiten führen, ist von einer solchen Unterscheidungsmöglichkeit jedenfalls nicht mehr auszugehen und es liegt ein Verstoß gegen den Trennungsgrundsatz vor. 4. Mag das Internet auch große Freiheit bei der Art und Form der Gestaltung eines Hinweises auf den Werbecharakter einer Anzeige gewähren und sind insofern die Anforderungen möglicherweise geringer als in anderen Medien, ist dennoch dem Diensteanbieter zuzumuten das "Ziel der Kenntlichmachung" nach besten Anstrengungen zu verfolgen - dies gebietet schon der Sinngehalt des § 7 Nr. 1 TDG. MIR 2005, Dok. 001, Rz. 1-14
  23. Dann darf ich mich auch noch einklinken in die Meckerrunde! Und mal in alle Richtungen ein wenig austeilen, auch wenn man hernach noch "gesteinigt" würde. Warum im Kopierwerk ein Film von 1.37 auf 1.85 gezerrt? Finde ich missverständlich. Es sei denn, eine Videokonversion auf 16:9 wäre gemeint. Altec-Lautsprecher würden gewiss niemanden enttäuscht haben. Aber da die derzeitige JBL-Anlage nach Kennermeinung o.k., kann sie m.E. unproblematisch an 70mm angeschlossen werden. 5-Kanal Frontbeschallung wird dann für die Anfangzeit als Downmix geschaltet. Ist weniger störend als 5-kanaliges Layout über verzerrte Lautsprecher und Verstärker, wie ich sie noch aus den 70er Jahren kenne. SPARTACUS hatte nie Digitalton. Der SR-Lichtton ist aber gar nicht so übel, Rauschen habe ich 1992 nicht bemerkt. Auf 70mm Mag ist diese Neuversion klanglich toll, aber die Direktionalität leicht zurückgenommen. Bildlich haben bede Teile durch unterbelichtete Postive gelitten und sind recht rauchig und körnig. 2001 klingt nur dann nach Mittelwelle, wenn es eine Monoton-Kopie von vor 1990 war. Irgendwann wurde ein neues Mono-Lichttonnegativ gefertigt: das 20 Jahre existierende der dt. Version war immer ein Graus. Letztens hatte ich doch den Tip gegeben, bei der dt. Warner anzufragen. Woher soll aber nur "das" KINO XY [ich verallgemeinere] eine 70mm-Kopie von ODYSSEE IM WELTRAUM beziehen? Vermutlich ist es nur ein oder zwei Leuten zu verdanken, dass überhaupt ein Oldie lief, währenddessen der Alltagsbetrieb (Arthouse, regionale Grossfestivals, Pressen, Premieren usw.) ein solches Engagement kaum zulassen, die ausserdem unrentabel sind. Ist in allen Kinos heute so! Beispiel a) karlsruher 2001-Kopie rotstichiger als die berliner Kopie b ) berliner Kopie ist schrammiger als karlsruher Kopie c) englische Magnettonkopie hat Tonstörung d) "neue" Kopie ist derzeit in der Pipeline, aber vom alten Dup kopiert. Die wenigsten hier scheinen sich einmal einen Begriff zu machen, wie schwer oder fast unmöglich die wie selbstverständlich daherkommenden Ansprüche erfüllbar sind. Dennoch glaube ich, dass ein paar Schlossergesellen die verhassten Kaschzüge schon lockern wird und eine einfache Verdrahtung und Überblendung der beiden exzellent erhaltenen DP70 den 70mm-Betrieb nach wenigern Stunden reaktivieren dürfte. "Neue" Anlagen à la Schauburg sind dazu nicht nötig, wiewohl dort eine Melange aus alt und neu vorherrscht, da jedes Budget seine Grenzen kennt. Auch sind die Projektionswinkel im Gartenbau mit Abstand besser als die vergleichbaren in Berlin oder Karlsruhe. Da hier mehrere Forumskollegen recht hitzig schreiben, darf ein jeder auch einmal vorort anpacken und ein paar Tage sich handwerklichen Dingen widmen. Bei meinem letzten Wien-Besuch waren ja die meisten verhindert oder trauten sich nicht ins Gartenbau wegen uralter Ressentiments. Nachdem ich von der Theaterleitung fast 1 Stunde ausführlich durchs Haus geführt wurde, konnte ich keine film- oder kinofeindliche Haltung entdecken. Allenfalls den stadtweit schwachen Einsatz der am Thema Interessierten, sofern der Einsatz plötzlich über den Kauf einer Eintrittskarte hinausläuft. Ist es nicht so? So wird das nichts! Ich empfehle einen zunächst kostenneutralen Einsatz der an der Reaktivierung Interessierten, und wenn dann mal ein Festival läuft, kann man die Rechnung ja für andere Dienstleistungen nachreichen. Ein paar Sachen, falls überhaupt erforderlich, hätte auch ich liefern können, aber bauliche Arbeiten sollten immer von stets mind. 3 Personen ausgeführt werden. So viel ist es nicht: und das Kino hätte es auch gar nicht nötig, sich von Bradford, Karlsruhe, Oslo, Krnov oder Berlin eine Scheibe abzuschneiden, da die regionale Kompetenz völlig ausreichend ist. Technisch muss das Rad nicht neu erfunden werden, und das erforderliche Material ist grossenteils vorhanden. Kommen aber die entsprechenden Aktivisten, die auch Hand anlegen, nicht zusammen, wird man das Thema wohl begraben können. Der Theaterleiter sollte die hiesigen Forumskollegen mal persönlich einladen und fragen, was jeder bereit wäre, für die Sache beizutragen. Dann wird schnell klar, was Substanz hat - und was weiterhin wenig mehr als feierliche Reden abliefert. So, jetzt wurde genug geschimpft. Ärmel hochkrempeln und ab die Post!
  24. Kleiner Widerspruch (und Dir gegenüber einräumend, vor 20 Jahren genau so gedacht zu haben). Weniger gelungene Veranstaltungen können naturgemäss vorkommen - auf der Sprech- und Singbühne sind sie geradezu die Regel. Ein "Kampf gegen den Substandard" (oder die Willkür einiger Verleiher und deren Packages?) ist natürlich berechtigt. Bohrt man aber im Einzelfall, individuell und adressarisch wie öffentlich gegen die eine oder andere bestimmte Adresse, sind die Erfolgsaussichten schwer vorhersehbar, wenn man sich nicht eben so gründlich die betriebliche Situation der jeweiligen Spielstätte durch den Kopf hat gehen lassen. Würde daher sagen wollen: man sollte die Existenzberechtigung einer Spielstätte nicht nur eigenen Maßstäben folgend rechtfertigen oder eben auch absprechen. Beispiel Kurfürstendamm Ende der 1970er Jahre: "Lange Nächte" im Marmorhaus mit vielen lauten, billigen, vulgären aber auch überraschenden Genrefilmen - viele Schrämmchen und diverse Filmrisse gehörten zu den nächtlichen Überraschungen und Zwangspausen. Was schimpfte man doch auf den bösen Kinozaren Heinz, zumal, wenn man im eigenen Betrieb mehr Mühe und Zeit für gute Projektion und gutes Programm investiert sah, der aber nicht über eine zentrale Lage verfügte. Und demgegenber der Kudamm nur "abnudelte". Anderenortes gab es die langen Nächte auch in kreuzberger Off-Kinos: eben so mit schrammigen Kopien und zeitweise zerrendem Ton. Das alles hat aufgehört - und heute sehnt man sich nach Zeiten des Substandards zurück, wo Berlin bis in die Morgenstunden Kinofilme zeigte! Dem Druck, den heute das Leitmedium Silberscheibe auf Standards und Programmauswahl ausübt, kann nicht mehr nur durch ähnliche Standards (lupenreine digitale Bild- oder Tonwiedergabe) begegnet werden: die teuer ist und ihrerseits in Kontrastumfang und Auflösung Substandards geschaffen hat, welche bei nichtverschrammten Filmen einst weitreichendere Latituden zuliessen. Dazu kommt ein Verfall der fotografischen Mindeststandards an Ausleuchtung, Kadrage und Schärfenziehung derzeitigen Filmschaffens - und eine zur Mode gewordene, unmotiviert beschleunigte Eigenbewegung der Kamera. Für die unzerschrammten, aber nicht selten "lausigen" Bilder lohnt weder eine 4k- noch eine 70mm-Kopie. Gerade die Spielpraxus der 4k- und Imax-70mm-Kinos hat leider die Herzlosigkeit und zu geglättete Schemenhaftigkeit des Programmangebots negativ unter Beweis gestellt. Das neueste 4k 3D-Kino an den besten Plätzen der Welt offeriert bisweilen grausamere Leuchtdichten, Kontrastumfänge und Farbtiefen, als man sie aus sozial benachteiligten Bezirken oder auch verschachtelten Centerkinos an Hauptstadtboulevards noch in den mißhandeltsten Filmkopien je hätte erahnen können. Die Novität des BROADWAY war einst, als erstes Programmkino sich in dem vom Mainstream dominierten City-West-Teil Berlin in bester Lage und umringt von den Center-Zaren Heinz und Max hineingewagt zu haben. Für einige unabhängige Verleiher wurde es somit attraktiver, auf dem Kinomarkt spezielle Filme oder Reprisen zu wagen, nachdem selbst mit Uraltfilmen wie KINDER DES OLYMPS, TEOREMA oder LA BELLE ET LA BÉTE ein Vorreiterkino gefunden war, das zumindet die Herausbringungskosten einspielte. Wovon im Nachspiel auch geringer besuchte Off-Kino profitierten, gleichwohl sie sich über eine Vormachtstellung der BROADWAY-Betreiber beklagten. Aktuell bricht also das Kinderprogramm in der City-Westberlin mit Wegfall des BROADWAY in sich zusammen. Und es gibt keinen Hinweis, dass es den Kindern in diesem Kino etwa sehr schlecht ergangen ist? Auch die kleineren Säle hatten sämtlich leicht gebogene Bildwände der A.R. 2,35 : 1, ausreichend helle und ruhige Bilder, einen sauberen Ton und stets penible Projektionisten. Darin war das BROADWAY fast allen anderen Häusern dieses Stadtzentrums mit auch grösseren Bildwänden und Sälen überlegen. Anmerkung: Es kann doch nicht angehen, dass schon junge Besucher zu einem kulturell sterilen Potsdamer Platz sich verirren, um in Black-Box-Kinos in 4k oder 3D eine "Filmbildung" zu durchlaufen, die diesem Begriff spottet. Nicht nur dort wird eine neu eingekaufte Technologie scheinbar perfekter HD-Computerbilder zur kulturellen Farce. Und sie blamiert sich selbst angesichts von Leuchtdichten von 15 cd/qm - "hinter der Brille gemessen". Die Filmauswahl schwankt dort bekanntermassen zwischen Disney- und Bruckheimer-Productions: Bildungsniveau gleich Null. Das BROADWAY hätte evtl. 2004 eine Chance bekommen können: a. durch Schärfung des bisherigen Programmprofils und b. durch bauliche und meinetwegen firmelle Verbindung zum benachbarten ROYAL PALAST-Center, um der sowohl sozial, künstlerisch, technisch wie auch programmatisch sich verschärfenden Krise des ZOO PALAST etwas Positives entgegenzuseten. Da jedoch viele Grundstückseigner und Vermieter eher kurz- und mittelfristigen Cash-Flows folgen mochten, weniger aber Langzeitprojekten für eine vielfältige Entwicklung der Standorte, war das der Sargnagel für das Betreiben von Filmtheatern. Meines Erachtens sind solche Faktoren evtl. gewichtiger anzusiedeln als gelegentlich technisch nicht ganz ausgereifte Standards. Prinzipiell genügt also ein Standard, der dem Zuschauer in Ruhe ermöglicht, sich auf den Film einzulassen, ohne Technik als etwas fatal eingreifendes oder Störendes wahrzunehmen. Fatal eingreifend und geradezu störend können nicht nur verschrammte und plärrige Vorführungen sein, sondern eben so brandneue und steril-saubere stereoskopische Projektionen unterhalb des Dämmerungssehens. Hinzu kommt als Selbsterhaltungsfaktor das Dilemma des Popcorn-Verkaufs: bisweilen 25 - 30% des Gesamtumsatzes ausmachend, scheint es unverzichtbar zu sein. Andererseits verprellt es feinsinnige Besucherschichten. Hinzu kommt auch das berliner Overscreening mit dem etwa 2.3-fachen an Platzkapazität gegenüber 1995. Die sich verkürzenden Kinofenster. Der Abverkauf von DVDs in Kinofoyers, der Wille der Majors zur Marktbereinigung durch VPF-Verträge und Digitalisierung und zur Programmkontrolle der Spielstätten. Und der oftmals mangelnde Sitzkomfort. Sehr strittig verhält sich das "Einschleichen" von sog. alternativem Content: bestehend aus TV- und Opernübertragungen, die langfristig die Fundamente der Filmtheater unterspülen, weil diese zu Fernsehstuben werden. Fazit: ich würde mein Geld nicht primär in die Anschaffung neuer Projektionsanlagen stecken, egal ob analog oder digital. Erstmals wegen einiger, aber derzeit sich abflachender 3D-Eventerfolge ( http://www.filmvorfuehrer.de/topic/10683-fluch-2d-vs-fluch-3d/page__pid__137351#entry137351 ) amortisierte sich die Digitalisierung. Auf lange Sicht mündet sie in Investitionspiralen und vermutlich immer neue Versuche einiger Companies ein, die Programmschienen-Strukturen der Theater zu manipulieren. Auch wenn die EU angeblich der potentiellen Gefahr bei DCI, die Filmauswahl in "vorprammierte" Gleise zu lenken, einen Riegel vorgeschoben haben will. Jedenfalls wird das BROADWAY nicht geschlossen werden, weil es derzeit nicht DCI-fähig ist. ;-)
  25. So etwa von 1973 (?) bis 1976 'Cinema Princess' (ich hörte auch schon mal von 'Royal Princess' - und mutmasste darin eine kleine Opposition gegen den direkt anliegenden 'Royal Palast' mit Europas größter Cinerama-Bildwand und dem 'City im Europacenter'. Nicht ohne Grund wird der gelernte Seefahrer und geniale Radio-Entertainer [Filmmusikmagazin 'Spätvorstellung', die in mir das Todd-AO-Fieber anheizte] Kl.P.H. dort einen Minipalast eröffnet haben, der in Erstaufführung sogar 'Jesus Christ Superstar' bekam, aber auch Reprisen von 'In 80 Tagen um die Welt' oder '55 Tage in Peking' auf seinen 70mm-Fedi-Maschinen zeigte. Von 1976-77 dann 'Barbarella', vom 'Princess'-Gründer weiterbetrieben - und von Be.U. übernommen, so ich nicht irre. Ob zuderzeit noch die Fedi standen? 1979 'Broadway' als Bestandteil der Yorck-Gruppe, und von 1982-83 baute die stark motivierte Belegschaft das Haus zu vier Sälen aus, erhielt aber den 'Princess'-Saal unverändert. Arthouse oder besser gesagt "Off-Kino" mit Erstaufführungsstatus war nunmehr zum Kern der Programmausrichtung geworden. Die 70mm-Cinerama-artige Leinwand blieb bis m.E. bis zur Jahrtausendwende (bis 2002?) erhalten, wurde dann leider aufgrund von Beschwerden von Fachbesuchern oder der Pressefritzen entfernt, die die Flankenverzerrungen massiv kritisierten. Aus der Gründungszeit sind noch immer die kerzenartigen Wandleuchter erhalten geblieben - die manchem etwas etwas spiessig anmuteten. Das Renomme der letzten Jahre war der starken Initiative der Kinomitarbeiter zu verantworten, welche das Kinderprogramm stark ausbauten. Merkwürdigerweise brach das Haus tlws. mit dem Arthouse und zeigte seit Schliessung des 'Royal Palast'-Centers ab April 2004 immer häufiger Blockbuster. Das wirkte auf mich verunsichernd, weil meine 'Broadway'-Besuche stets anderen Filmen galten, während ich die martialischen Blockbuster im 'Zoo 1' auf mich eindröhnen liess, wo es auf einen sauberen Ton auch weniger ankommt. Projektionstechnisch dominierten im 'Broadway' die soliden Ernemann- und Philips-Bildwerfer der 1950er Jahre (also FP 56, aber auch EX oder eher EIX?). Das Bild in all den Jahren war immer scharfgestellt, der Ton ordentlich und unverzerrt. Allenfalls fiel die Perforation der Bildwände deutlich ins Auge, weil die Sitzabstände in den kleinen Sälen kurz waren. Das Foyer war ganz angenehm dekoriert und gut für eine Kafferunde geeignet. Abgesehen vom Kinderprogramm scheint die Programmdisposition bis zuletzt zentralistisch gebündelt gewesen zu sein. Das hat zwar gewisse Effizienzen und Optionen für Verhandlungsstärke gegenüber Verleihern, bremste aber auch den Erneuerungsprozess, der gerade am Tauentzien/Kurfürstendamm dringend geboten wäre, wollte man die verbliebenen Kinos auffrischen und erhalten. Durch die Verwahrlosung der dortigen Einkaufspassage ('Mini-Tauentzien') scheint auch das Kino beeinträchtigt worden zu sein. Man hörte schon vor Monaten von anstehenden Umgestaltungen dieser Passage, dem nun auch die Kinospielstätte zum Opfer gefallen sein dürfte. Soweit meine - äusserst subjektiven - Betrachtungen.
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