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cinerama

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Alle erstellten Inhalte von cinerama

  1. Gestern abend eröffnete Berlins neues Luxuskino 'CineStar EVENT Cinema' seine Pforten. Hoher Besuch aus Hollywood, 3 Dimensionen und 4k Wide XL Digitalprojektion gaben ihren Einstand. Der FLUCH DER KARIBIK brauste im vierten Teil durch den Saal und zahllose Sektgläser stiessen an auf Berlins neue größte Bildwand. Typographisch drängt sich beim Kinologo - wie einst bei VistaVision oder bei 'V for Vendetta' - das "V" in den Vordergrund. Ein Chiffre für magnitudes, arising und Potenziertes. "V" auch für "Victory". Tatsächlich entsprach die größte sichtbare Bildfläche mit etwa 1.89 : 1 dem alten Paramount-Verfahren von 1954, das leider nie richtig Fuß fassen konnte, da Theaterneubauten erforderlich gewesen wären, also mit haushohen Bildwänden zu starten versuchte. Nach dem Umbau erscheint der jetzige 'CineStar Event'-Saal etwas weniger steil aufgerampt zu sein als zuvor, mit einer Tendenz zum Arena-Seating. Neu ist auch ein Vorhang, auf den zu Imax-Zeiten verzichtet wurde. Ob FREMDE GEZEITEN aber der bestmögliche Eröffnungsfilm war, sei dahingestellt. Wer war sonst bei diesem Event und wie sind die Eindrücke?
  2. cinerama

    Kurfürstendamm

    12. Studio - die Filmkunst jubiliert, 13. Zoo-Palast brummt bärig, 14. Capitol Lehniner Platz - zurück zur Sprechbühne, 15. Astor Filmtheater - "Tommy" von Ken Russell läuft hier schon lange nicht mehr..
  3. cinerama

    Kurfürstendamm

    Ein herrlicher Mai-Abend im Frühjahr 2011: ein Hauptstadtboulevard erblüht! Abgeschritten: der größte Kinofriedhof der Welt: Ganz Berlin feiert, und der Duft der großen weiten Welt liegt förmlich in der Luft. Abgeänderte Ortsbeschriftung: 1. Friedhofszufahrt zum Marmorhaus, 2. Christo-Verhüllung der Gedächtniskirche, 3. digitalisierter Royal-Palast, 4. modischer Gloria-Palast, 5. Blue Movie 1 & 2, Smoky, Oscar und Camera tummeln sich im neuen Kudamm-Eck, 6. 5. mediatisierte Lupe 1, 7. versandete Filmbühne Wien, 8. futuristisches MGM-Theater Kurfürstendamm, 9. KuLi sowie ABC 1 & 2 - Publikumsmagneten des Kudamm-Karrees, 10. Lupe 2 - jetzt ägyptisch, 11. Kino Hollywood (es fehlt nur noch der Sunset-Boulevard)
  4. Die Härtung der Normen und Standards (auch wenn man noch leidenschaftlich gegen die Substandards kämpft) folgte im NS-Staat sicherlich der Basis spätkapitalistischer weimarer Verhältnisse: und diese posperierte weder zuvor noch danach, sondern erlebte eine Scheinblüte aufgrund von Zwangswirtschaft oder Monopolisierungsendenzen. Und so anheimelnd sind die fast immergleichen Bauten des Heimatschutzstils aus heutiger Sicht nicht. Es sein denn, man schachtet sie aus für bessere Auframpungen und breitere Bildwände. In der stromlinienförmigen Logik der Hymnisierung unbedingte Standards (und dieser drögen Vereinheitlichung im Heimatschutzstil) wäre eine Idealisierung fehl am Platze und die Heiligkeit der Normierung bitte doch einmal auch auf hinlänglich konforme Multiplexsäle (Black Box mit Steilauframpung und 1.85 : 1-HDTV-Bildwand) zu übertragen, obwohl wir es hier mit einer deregulierten Wirtschaft zu tun haben. Anderes Beispiel: nur weil Heinz Riech mehr feste Beschäftigungsverhältnisse einging als heutige Multiplex- oder Programmkinobetreiber, war das kein soziales oder lebenswertes Terrain. Die Funktion des Kinos war in verschiedenen Gesellschaften diese widerspiegelnd recht verschieden und erlebte hin und wieder Auflösungserscheinungen. Stets entstanden Kinos mit Anpassungsstrategien an moderne Konsumgewohnheiten. Die derzeitige "digitale" Anpassung ist allerdings mehr als eine Verjüngung oder Rehabilitierung einer Kundenorierung. Diesmal hat man sich ein Instrument der Auslöschung ortsfester theatraler Filmabspieleinrichtungen ins Nest gesetzt. Im übrigen gab es verschiedene Etappen der Enwicklung "nationalsozialistischer" Wirtschaft und Kinopolitiken. Um nicht der Nostalgie anheimzufallen, bemühe ich doch eben mal jenes Zitat: Nach dieser Theorie ist der Faschismus keine eigenständige Bewegung, sondern eine besondere Form des Kapitalismus. Aus der Perspektive einiger marxistischer Denker waren Anfang des 20. Jahrhunderts die Klassengegensätze so stark, daß eine Revolution des Proletariats wahrscheinlich wurde. Um dies zu verhindern, hätten die Träger des Finanz- bzw. Monopolkapitals den Faschismus installiert. Zugleich hatte der Faschismus die Funktion mit seiner Rede von "Volksgemeinschaft" die realen Klassengegensätze zu vertuschen. Im Interesse der Kapitalisten war auch die große Rüstungsproduktion, die neue Profite sicherte. Der Faschismus ist, wie bereits 1924 die Komintern (Kommunistische Internationale) festhielt, die "offene terroristische Diktatur der am meisten reaktionären, chauvinistischen und imperialistischen Elemente des Finzanzkapitals". Vertreten wurde diese These auch in der offiziellen Geschichtsschreibung der realsozialistischen Staaten. Allerdings zeigte eine genaue Analyse, daß die Großindustrie eher auf die konservativ nationalen Kräfte setzte und die faschistische Rechte erst mit ihren zunehmenden Erfolgen deutlicher unterstützte. Auch sprechen die betont antikapitalistischen Attitüden der frühen Bewegungen gegen eine planmäßige Steuerung durch das Kapital. Aus: http://www.shoa.de/drittes-reich/ns-ideologie-und-weltanschauung/143-faschismus.html Die Kinowirtschaft im NS-Staat und teils auch in der DDR und BRD ist nicht nachahmenswert oder frei von Widersprüchen. Dort, wo sie ausschliesslich wirtschaftlichen Zielen diente, war sie sein Instrument der Dummhaltung und Zerstreuung. Auch in der sozialistisch sich im Aufbruch glaubenden DDR.
  5. Sein Fehlen fiel seit längerem auf. Ich dachte an etwas anderes (er sei des Gezänks in der sich wandelnden Branche überdrüssig?): ganz falsch gedeutet, aber wir wissen nichts Näheres. Es ist unfasslich, schon in seinem Alter. Die Kinder waren noch unmündig? Zum persönlichen Kennenlernen kam es leider nicht, abgesehen von einer Andeutung eines Berlin-Besuchs im letzten September. Zum Moderator: Gerade in diesem Forum Sichtweisen verschiedenster Akteure zu verstehen und zu vermitteln, was seine Kunst, sein menschliches Format. Ein Demokratiebeitrag - vorher gab es keine Kinoforen dieser Grössenordnung. Ich sah ihn, trotz nicht hohen Alters, auch als Traditionalisten und alten Haudegen der Kinokultur. Auf althergebrachte Standpunkte und Kulturen geringschätzig herabzusehen, hätte er sich trotz des Branchenwandels verkniffen. Die Liebe zum Kino war allgegenwärtig und von absoluter Redlichkeit gestützt. -- Wünsche mir zu späterer Zeit eine kleines Galerie ihm zu Ehren. Wenn seine Familie und die Moderatoren einverstanden wären - und auch er nichts dagegengehabt hätte. Das ist auch Ziel dieses Forums: den Vorführern ein Denkmal setzen. Tiefen Dank an Torsten!
  6. Natürlich sind nicht Bildgrösse, Auflösung und Sozialisationen gemeint gewesen: da ist eine Silberscheibe sehr ärmlich. Die Richtigstellung ist natürlich geboten. Gemeint sind aber einige andere, nicht ganz unbedeutende Ingredienzien. Und die Produzenten, Hersteller und Dokumentaristen dieser Editionen besitzen zweifelsfrei Fachkompetenz, gleichwohl sie auf entsprechenden Festivals und Filmreihen nicht auftreten. (Die besagten 'arsenal'-Filmtitel gehören zum Stammrepertoire der KoKis laut Bestandlisten der FIAF. [Cinema-]Scope-Dauerrepertoire einst im Delphi Berlin, viel später in Programmkinos in Essen, Berlin, Düsseldorf, Karlsruhe oder Bonn (weitere Städte und Orte?) waren bei näherer Betrachtung doch stets avancierter: frei finanziert und gründlicher verhandelt. Die Spielpläne existieren ja noch und auch die technischen Voraussetzungen übertreffen die hiesigen Flachbildwand- und Black-Box-Darbietungen am Potsdamer Platz.)
  7. Vom 1953er Schärfekreus bei Scope würde ich jedoch nicht so dezidiert sprechen. Zahlreiche Kopien vom Originalnegativ - damals eine Branchekonvention mit ausgewählten und deutlich weniger Filmkopien als heute - gewährleistete auch eine 35mm-Wiedergabe auf Bildwänden breiter denn 20 Meter. Die Fachzeitschriften zeigen solche Kinos auch an exponierten Orten. Der Betrachtungswinkel von 36 Grad sei davon unberührt. Einen "Nazi-Baustil" würde ich durchaus erkennen wollen. Das wird dadurch nicht aus der Welt geschaffen, dass der neolassizistische und neo-antike Baustil ansatzweise schon in den 1920er Jahren Blüten zeigte. Zur repräsentativen Staatsarchitektur der Herren Speer & Co wurde sie erst ab Mitte der 1930er Jahre erhoben und kennzeichnet diese Epoche signifikant.
  8. Im Grunde ist der Stellenwert solcher und vergleichbarer Themen in berliner Programmkinos bejammernswert. Der schwärmerische Duktus des 'arsenal'-Programmtextes bewirbt für sich zunächst einiges, was Du als Voraussetzung für das Verständnis dieser Bild- und Ton.Innovation von 1953 ausmachtest. Von Relevanz für eine entsprechende Schau sind also Umbau oder Neubau von Kinos, eine gekrümmte Metallbildwand (die bswp. das Kino 'astor' am Kurfürstendamm besitzt), nicht-dolbysierte Verstärkerzüge, eng gefasste Esxponentialtrichter anstelle breit und passiv abstrahlender JBL-Boxen, genau berechnete Wolken- und Vorhangsstores nebst Farbkaskaden vor Filmbeginn, Filmkopien der Erstaufführungszeit mit korrekten Bild- und Tonformaten usw. usf.. Nicht zuletzt eine versachlichte Herangehensweise: Sein und Schein zu unerscheiden, Werbung und Produktionzwänge zu durchleuchten, künstlerische Idee und industrielle Konvention und Fetisch voneinander zu scheiden... Kaum einen dieser Ansätze sehe ich im 'Kino arsenal' und von den Programmkuratoren umgesetzt. Sie werden uminterpretiert als ideelle Inspiration der Avantgarde wie schon der Nouvelle Vague, des Free Cinema, des Dogme95 usw. - eben, um ein derart ausgerichtetes Publikum einzufangen. Die Brüche, Widersprüche und Schattenseiten - über sie spricht man nicht. Von welcher Seite man es auch betrachtet: es zeigt sich grossenteils einer Wiedereinsatz der Kinematheks-Retrospektive von 1993 mit gleichermassem schwärmerischen Duktus und jetzt mit dem Potsdamer-Platz-Schlagwort "Bigger than life" garniert, um Steuergelder für kalt-routinierte Programmarbeit einzuheimsen. Das 'arsenal' der 10er Jahre ist weitaus mehr dem Establishment als das 'arsenal' der Siebziger Jahre angenähert. Leider ohne wenigstens den Produktionshintergrund der Herausbildung industrieller und genre-prägender Prozesse des ehemaligen "Klassenfeindes" sich etwas näher unter die Lupe zu nehmen. Nicht nur, dass der erste CinemaScope-Film, THE ROBE, in einem 'arsenal' nie gezeigt wurde und auf dem Status fast von Pornokultur klassifiziert ist, schon die Vereinnahmung von Breite und Grenzüberschreitung durch das Chiffre eines einzigen Seitenformats (2,35 : 1) wird dem nicht gerecht, worum es geht: einem Film- und Kinoformat, das schon anhand der disponierten Filme ständig von 2,35 : 1 abweicht. Fazit: der Kosum von DVDs ist nachweislich lehrreicher als dieser Neuaufguss der schon 1993 von vielen Fachzeitschriften kritisierten Kinemtheksretrospektive - die dennoch Gold gegen den lustlos multiplexalen Abspulbetrieb war, den die Kinemathek 2009 mit "Bigger than Life - 70mm" nachschob, um "Leistungsfähigkeit" unter Beweis zu stellen. Aber vielleicht lohnen wenigstens einige ausgewählte Filmkopien den Besuch - den Rest und das Drumherum muß man dann eben aus der Erinnerung vor dem "inneren Auge" rekonstruieren.
  9. Das berliner 'arsenal - Institut für Film- und Videokunst' brilliert im Mai mit riesiger Breitwand, Vorhangspielen und bigger than life, dem selbst die Wände des Kinosaals keinen Einhalt bieten können: CinemaScope – kaum eine andere filmtechnische Bezeichnung weckt größere Erwartung beim Zuschauer. Der sich langsam öffnende Vorhang zu Beginn der Vorführung gibt eine immer größer werdende Leinwand preis, eine Projektionsfläche, der die Wände des Kinosaals kaum Einhalt gebieten können. Expandierende Bilder, spektakuläre Weiten, atemberaubende Nähe, visueller Reichtum – bigger than life oder doch eine unnütze Übergröße? Billy Wilder fand nüchterne Worte für die technische Neuerung um das anamorphotische Objektiv, die die Twentieth Century Fox 1953 mit dem epischen Kostümfilm The Robe lancierte: "Ein ideales Format, um das Leben eines Dackels zu verfilmen!" Unvergessen auch Fritz Langs Äußerung in Godards Scope-Film Le Mépris: "Das CinemaScope-Format ist nicht für menschliche Wesen, es ist für Schlangen und Begräbnisse." Die 16 Filme aus fünf Jahrzehnten unserer CinemaScope-Reihe kommen garantiert ohne Dackel, fast ohne Schlangen und mit nur wenigen Särgen aus. Stattdessen vermitteln sie einen Eindruck von der ungeheuren Bandbreite (!) künstlerischen Umgangs mit dem übergroßen Bildformat 1:2.35 und seiner Auswirkung in Bezug auf (Raum-)Inszenierung und Erzählstrategien. http://www.arsenal-berlin.de/de/arsenal/programmtext-anzeige/article/2231/304.html?cHash=cbcce33ecc Da fast alle Filmemacher und grossen Kinobauherren tot sind, wissen wir natürlich nicht, was wirklich gemeint war. Der wissenschaftliche Mitarbeiterstab des Instituts für Videokunst hat daher die Hintergründe aufgearbeitet und wird möglicherweise eine anamorphe Linse einsetzen.
  10. Die baulichen Bedingungen vieler Multiplexe sind (ausgenommen die weiträumigen Foyers mit teils grossen Glaswänden nach aussen als Novum) bisweilen auch sehr uniform. Es sind Minimalstandards für Bild- und Tonwiedergabe seit 1953, die somit schwierige Sicht- und Hörverhältnisse einiger älterer Säle vor den grossen Technikrevolutionen überwinden wollen, aber dafür Atmosphäre, Charme und Individualität einbüssten. Oft wurden auch diese Maßstäbe schliesslich zugunsten ergonomischer Ausreizung vorhandener Flächen wieder aufgegeben. Auch reichen sie nicht an bahnbrechende Standards wie die der Imax- oder Cinerama-Kinos oder der frühen Dekor-Paläste und selbst der funktionalistischen Konzeptionen des Bauhauses heran, sondern folgen dem Verwertungsprinzip flächendeckender Normierung und "Gleichschaltung" des Blockbusterfilms. Ähnlich im Arthouse-Sektor bei entsprechenden Neubauten. Ähnliches vollzeiht sich mit der momentanen "Digitalisierung", die sich einige Fortschritte (angeblich flächendeckend gleicherechtigte Filmbelieferung auf gleichem technischen Niverau) mit Rückschritt erkauft (Kinosterben, Zerstörung angestammter Filmberufe und Institutionen, Übernahme von TV-Kultur, von der sich Kino stets distanzierte, um seinen Sonderstatus zu behaupten. Investitionsspiralen usw.). Die grösseren Freiheiten in der digitalen Programmgestaltung haben eine zweiseitige Schneide: sie nutzen der kulturellen Bereicherung und Expansion auch kleiner Initiativen, kleinerer Kinos und kinoartiger Clubstätten jenseits des Mainstreams jenseits des DCI-Standards, sie erschweren aber dem ortsfesten kommerziellen Betreiber unter dem Druck einer Immobilie seinen Broterwerb, zumal dieses Brot immer häufiger geteilt werden muss. Anscheinend sind die Epochen übergrosser Säle und Bildwände abgeschlossen: ganz eindeutig aufgrund der Aufgabe des Vertrieb exklusiver Kinovents und des Wechsels in der Vertriebspolitik hin zu digitalem Content: ein Content, der auf da Kino weniger angewiesen ist als je ein Content zuvor in der Geschichte. Die staatliche Kontrolle, Förderung und Subvention kann durchaus lebensrettend sein und war sie auch in vielen Ländern und Epochen. Sie bewahrt einige Mindeststandards, erschwert aber individuelles unternehmerisches Vorgehen und andererseits auch die Gründung von Kleinstkinos (die, obwohl kulturell am vielfältigsten, paradoxerweise keine DCI-Förderung erhalten). Natürlich eine im Ansatz rationale und im Sinne der Gerechtigkeit der Kulturzuführung für "breite Schichten" sinnvolle Einrichtung. Da aber die Anreize und ein (meinetwegen auch sozialistischer) Wettbewerb nicht durchgreifend genug vorangetrieben wurden - ausgenommen die Bauphase des Kulturhäuser und Todd-AO-Stätten -, führte letzlich der Material- und Devisen-Mangel zur Erstarrung dieses Systems. Von dem es dennoch heute zu lernen gilt. @Pinbot könnte recht behalten, dass auf längere Zeit keine Reformierungen und Revolutionen in Gesellschaft und Kultur zu erwarten sind, sondern der vorgezeichnete Weg der Marktbereinigung (überdies auch die der digitalisierten oder multiplexalen Stätten, würde ich hinzufügen) unaufhaltsam ist. Wenn @EIX die Verschmelzung von Computer/Internet/HD mit dem Consumer-Verhalten in einen Zusammenhang bringt, spiegelt dies den momentanen und uns für längere Zeit begleitenden Trend. Der m.E. (a. aus konservativer Sicht und dementgegen b. auch aus einer kulturavantgardistischen Sicht) eine beständige, nachhaltige Kinoauswertung erschwert. Richtig ist die Aufstand der Kinobetreiber in USA gegen die Kürzung der Kino-Auswertungsfenster, wie @rabust dringend einmahnt, auf alle Fälle. Aber warum kommt das so spät? In dieser Richtung und in Richtung Standort- oder Inhaltsprofilierung muss man weitermachen. Weniger sollte man sich um artegrechte Ausstrahlungen von Filmen im Fernsehen oder das Schickssal der Videotheken kümmern, die ja gewissenlos am Fundament des Kinos sägten. Auch unbenommen der nüchternen Erkenntnis, dass sich die Rahmenbedingungen vorerst nicht revolutionieren werden, wird man in vielfältiger Weise und in unterschiedlichen Varianten weitermache müssen. Förderlich wäre, man würde das Recht der Verwerter von Online-Streams, der Videotheken, der TV-Anstalten beschneiden. Ein notwendiger Eingriff in die marktliberale Struktur unserer Gesellschaften. Das wäre aber in den dominanten filmproduzierenden und auswertenden Ländern nur mit Verfassungsänderungen durchzusetzen. Man könnte es begrüssen, nur leider hält das hiesige Meinungsbild gesellschaftspolitische Umwälzungen für wenig opportun und aussichtsreich. Multiplex-Mitarbeitern wie auch Kleinkino-Verfechtern, KoKis, Arthouse-Protagonisten und allen anderen dürfte aber in anbetracht der Fensterdebatte klar werden, dass sie plötzlich in einem Boot sitzen. An diesem Punkt erscheint der Appell von @rabust von hoher Brisanz, um ein Umkippen zu verhindern.
  11. Korrektur der Errata: Nicht SNOW WHITE (1937), sondern SLEEPING BEAUTY (1957) war im vorigen Post gemeint. [Die Nachkorrektur-Möglichkeit in der Forumssoftware ist wirklich ein grosser Nachteil zu den Vorjahren!]
  12. Ultra Panavision hätte doch aber in allen Belangen und Varianten andere Aspect Ratios und Bildflächen (ausgenommen im Einheits-Reduktionsformat 35mm-Scope-Lichtton für die abgestufte Auswertung aller Filme, die einst in der Aufnahme-A.R. 2.0 : 1 entstanden waren). Und hätte auch andere Bildhöhen im Negativ und in der Large-Format-Kopie als Technirama. Dann hat es mit Technirama nur eine (gegenüber dem klassischen Scope) moderat-anamorphe Bildpressung(und somit auch leichte Verflachung des Feldes gegenüber Todd-AO oder VistaVision bei gleichem Bildwinkel) gemeinsam. Hat George Gunn bei Technirama eine effektive Negativfläche nahe Ultra Panavision beschrieben? Also wenn Du Dir die Negativ von "The Vikings", "Les Miserables", "Salomon and Sheba" und "Spartacus" beschaust, findet sich dort stets dieselbe "Full Frame" wie bei VistaVision von etwa 1,49 : 1. Man landet davon ausgehend bei der nutzbaren Wiedergabe-A.R. von 2.23 : 1, je nach Kopierwerk in London oder Roma. Bei der optischen Kopierung auf 70mm wird das Bildfeld auf die A.R. von 2.34 : 1 ausgeweitet: genau zwischen die Perforationsreihen noch passend. Dabei wurde die Bildhöhe am optischen Printer meist etwas beschnitten. Zusätzlich der Technirama-Bildbeschnitt durch die verdeckenden Magnettonspuren auf der 70mm-Kopie. Warum von Perforation zu Perforation kopiert wurde, entzieht sich meiner Kenntnis. SNOW WHITE hatte eine Höhenkaschierung im Technirama-Negativ: das wäre m.W. der einzige mir bekannte Technirama-Film, dessen Aufnahme-A.R. in die Nähe von Ultra Panavision rückt: auf dem Negativ in etwa 1.7 : 1 mit nutzbarer Wiedergabe-A.R. von 2.55 : 1. Beziehst Du Dich aber auf die A.R. des 65mm-Negativs von FALL OF THE ROMAN EMPIRE, müßte von der erlaubten, effizienten Bildbreite von 48,6mm ausgegangen werden. Zieht man davon 25% ab (was der Entzerrung auf ein sphärisches Format entspricht), gelangen wir auf 48,6 - 12,15 = 36mm. Wobei aber die Bildhöhe bei nur 23mm läge gegenüber 25mm be VistaVision und Technirama. Aber vergleichbar (oder vergleichenswert) finde ich die beiden Verfahren eigentlich nicht unbedingt, wenn unterschiedliche Laborentwicklungen, Aufnahmeoptiken und optische Umkopierungen imgange sind. Das wäre eine sehr abstrakte Parallelziehung, die schon aufgrund dieses Einzelfalls einer Filmkopierunge (FALL OF THE ROMAN EMPIRE) und anderer Faktoren nur akademisch kurios ist, jedoch praktisch meiner Vermutung nach zu keinen Versuchsaufbau führt, um daraus Schlüsse in der Bildqualität zu ziehen, die man nicht auf anderem Wege optimal anstellen könnte, indem man gleiche Kopierwerke, Filmstocks gleicher Jahrgänge, gleichartige Optikerhersteller usw. heranzieht, um Negativ a) mit Negativ b ) zu vergleichen. Alles andere endet - sarkastisch gesagt - im Irrsinn (Irrsinn im dem Sinne, dass man zu keinem Ergebnis gelangt und "wahnsinnig" wird, sofern man wirklich annimmt, zu einem Ziel zu gelangen?). [Also ich klinke mich an diesem Punkt aus.] Letztere sind doch vom Duplikatnegativ erstellt.
  13. Und sind, ohne ins Detail in anbetracht der Notanfrage aus Wien auszuweichen, leider gegenber der Magnettonkopie im Nachteil. Man höre den harschen Orgelton zu Beginn der Zarathustra-Fanfare, und auch die begrenzte Dynamik des hochfrequenten Signals bei Nachichtenübertragungen des Monolithen gen Jupiter (im Krater Tycho). Jemand hatte mir, weil ich ständig darauf herumritt, den Hergang der Neumischung erklärt, und auch auf alte und minderwertige Grammophon-Aufnahmen verwiesen. Die damals schon über diverse Tondups liefen. Aber gegenüber den alten Mono-Lichttonfassungen (und zu raren 4-Kanal-Magnettonfassungen, die wiederum zuletzt grünlich waren) ist die neueste Kopie von Warner doch eine Erlösung! @batesman: Du könntest vielleicht einmal bei Warner Deutschland nachfragen, denn die neue Kopie lief letztens in etlichen Kinos und auch in Karlsruhe zur offensichtlichen Zufriedenheit.
  14. Das Kontrollbild am Endband würde ich bei einer Archivkopie oder auch sonstigen Rarität, die kontrollierte Einsätze erfährt, fast eher vermeiden wollen. Ohne damit anderen etwas empfehlen zu wollen, denn jede Betriebskonvention und Verleihsituation ist anders. Diejenigen, die solch einen Film und solch eine Kopie spielen, denke ich mir, sind jedoch meiner Erfahrung nach Liebhaber und widmen sich auch mit ausreichender Zeit dem Öffnen eine Klebestelle - möglichst, ohne neue zu fabrizieren. Man könnte aber (so mir vor 30 Jahren eingetrichtert) beim Schneiden 1 Bildfeld Schwarzfilm am projektionsfertigen Film dranlassen, wo dann Schwarzfeld auf Schwarzfeld stösst. Kurzer Aussetzer sozusagen (und evtl. kurzer Tondoppler), aber es schiebt das verbreitete Schneiden und Trennen im Bildteil erst einmal auf den x-ten Nachspieler hinaus. Bei ANNA KARENINA haben es die mitentscheidenden Vorführer z.B. in der berliner Matinee so beschlossen, bei vorhandenen Klebestellen diese zu öffnen und keine neuen zu fabrizieren. Man weiss (und akzeptiert), dass minimale Auffälligkeiten damit inkauf genommen werden, nimmt also Rücksicht auf kommende Einsätze. Denn immerhin könnte ja mal von einem anderen Datenträger ein Synchronton zugespielt werden? ;-) Damit auch die Bildanzahl so bleibt, wie im Negativschnitt einst vorgesehen war. Und ein Bildfeld Schwarzfilm schützt mittelfristig vor weiterem Bildverlust. -- Beim GOYA, von dem es mehrere Kopien und ein Sicherheitspaket gibt, hatte ich dann die Kopie vorbereitet. Und bei diesem Titel direkt an der Negativklebestelle geschnitten: ebenfalls die Bildanzahl komplett so belassen, wie vorgesehen. Wenn ihr Euch eine solche Negativklebestelle anschaut, seht ihr, das an dieser Stelle wenig verloren gehen kann: sie ist so tierisch breit und hell, das der Schnitt an dieser Stelle den Film nicht verkürzt, denke ich. Anbei ein Bild, um zu sehen, das die Schnittbreite zeigt: bei dieser Rolle wurde gottbewahre nicht (!) geschnitten, zumal es sich um das Ende des ersten Teils handelt: den weissen Blitzer haben wir "authentisch" mitprojiziert und im Schwarzfilm abgeblendet. Einverstanden? -- ANNA KARENINA am Sonntag im berliner 'astor' könnte "ausverkauft" werden, bislang haben sich 200 Gäste angemeldet. Soweit der offizielle Status. Die Einführung hält der Filmhistoriker Marc Hairapetian, der Versionsvergleiche mit früheren Verfilmungen, aber auch den Musikeinspielungen der sowjetischen Version von 1968 anstellen wird. Ganz sicher aber werden Gäste aufgrund des schönen Wetters ihre Karten nicht abholen! Ein Kartenerwerb an der morgentlichen Kinokasse wird für evtl. Nachzügler Erfolg haben, sage ich mal... viel Glück und bis bald.
  15. Technirama nicht eher 2.34? Aber auch Technirama wäre auf 70mm minimal beschnitten. Diese A.R. von 2,2 : 1 war in der Praxis, in späteren Jahren und bei optischen (Um)Kopierungen m.E. eher ein "Korsett", oder?
  16. Ähnlich das berliner DELPHI: hatte nicht die allergrößte Bildwand der Stadt, aber als erstes Todd-AO und spielte bis Anfang der 1980er Jahre durchgängig und landesweit am aktivsten Breitwand- und Sandalenfilme. Und wurde zu meinem Stammkinos über den Zeitraum von 12 Jahren. Eine Trennung ist dann immer hart.
  17. Also wir zeigten drei verschiedene 35mm-Fassungen ab 1991: Die erste Kopie war rötlich, schlechter Ton der deutschen Erstauffühung, aber grandiose Bildschärfe. Später eine nicht gefadete, aber leicht grünliche Kopie mit deutlich besserem Ton aus den 1990er Jahren, mit Pause. Beide Kopien gab ich ab: war nie das, was man auf curved screen auf Riesenbildwand und Breitfilm kannte. Dann die rötliche 70mm-Kopie gekauft, mit kleineren Fehlern, aber zumindest die "Aura" dieser Mammutproduktion offenbarte die alte Wucht. Die Kopien vom Jahr 2001 haben immerhin Dolby-Digitalton gegenüber früherem Lichtton und sind recht scharf. Eine Pause muß nicht gezeigt werden, selbst bei der Erstaufführung wurde sie in den meisten Roadshow-Theatern weggelassen. Wichtig ist natürlich die Ligeti-Ouvertüre und ein kompletter Titelabspann. Man könnte die Kopie ja vorher säubern und mit Filmguard reinigen: vielleicht nimmt das etwas weg vom Regen? ["Spartacus" auf 35mm ist natürlich in der Restaurationsversion eine Katastrophe, trotz Dolby-SR. Hätte man nicht zeigen sollen!]
  18. Der You-Tube-Trailer zeigt zumindest eine Homogenität der 3 Panels, wenn auch auf beeinträchtigtem Grundniveau. Nun sah die 3-Streifen-Präsentation (mit der vor 20 Jahren neu gezogenenen Kopie) in Bradford zur Gänze anders aus: relativ normal der mittlere Panel, klatschblau abwechseln das linke oder rechte Panel - wenn auch nur kurzzeitig auftretend und daher ingesamt verzeihlich. Gehe von einem Bearbeitungsfehler, nicht aber von einem Negativfehler aus. Jedenfalls auf dem Stand der 1991er-Kopierung. Auf 70mm war der Film vom Dupnegativ gezogen worden, A.R: 2,2 : 1 (also mit seitlichem Beschnitt), aber recht schöner Ton, wenngleich natürlich keine 7 Kanäle drauf. ;-)
  19. Sehr selten. Viel wird in Frankreich vom DEFA-Schaffen auf Breitfilm nicht gezeigt worden sein? Und Deiner Darstellung nach mit guten Farben besonders rar (wobei Du ja objektiv die Versionsvergleiche anstellen konntest. Und wiederum die berliner GOYA-Kopie für Orwocolor o.k. ist, aber von FLORIAN VON DER MÜHLE aus Tschechien letzlich überrundet wurde. Was auf unterschiedliche Alterungen hindeutet, auch beim Orwocolor). -- Orwocolor/Sovcolor bringt auch die ANNA KARENINA: die Kopie zeigten wir zuletzt 1991 im 'Kino International'früh morgens am Sonntag, mit etwa knapp einem Dutzend Besuchern. Dass der Film zwanzig Jahre später bereits 2 Wochen vor Einsatz die Hundertergrenze knackte, kann sich keiner recht erklären. Hoffentlich hat sich die 70mm-Kopie seitdem nicht verändert, was in anbetracht der Kühllagerung erhofft werden darf. Sie schien seinerzeit sehr dicht und in der atmosphärischen Stimmung und Lichtsetzung fast "kalt-düster". -- Das Projektionsbild wurde nochmals gecheckt, die Aspect Ratio und die Umlaufblende ebenfalls. -- Kinomuseum Berlin e.V. bemüht sich wieder um eine Aufführung von Tolstois KRIEG UND FRIEDEN. Dem Vorhaben sollte ANNA KARENINA am 10.4. im berliner 'astor' also thematisch vorgreifen: mit einer atemberaubenden Tatjana Samoilowa in der Titelrolle. -- In Erinnerung an Elizabeth Taylor, die Erbin des Todd-AO-Verfahrens, hat das die Bibliothek im Filmhaus am Potsdamer Platz eine Hommage ihrer Biografien zusammengestellt: zuguterletzt noch ein Bild anbei.
  20. Immer kürzer sollen auch die Auswertungsfenster des Kinos werden. Und day-and-date Starts für Ondemand-Bezug freigeschaltet werden. Kino, erst einmal elektronisiert, wird diesem Vertriebssystem dann immer gleicher. Historisch gesehen erleben wird das Gegenteil der Roadshow-Verfahren und klassischen Film- und Kinoproduktion früherer Dekaden. Kino wird zur Luxus-Videothek. Nach meiner Meinung ist eine solche Fragestellung ungleich relevanter und brisanter noch als die Erörterungen von filmbandbasierter oder elektronisierter Projektionsqualität oder der Servicefrage nebst den Produktzyklen des sog. D-Cinemas. Dazu in auffallender Weise kein Kommentar von Seiten NATO oder HDF. Die laufende Verwandlung wird als schicksalgegeben hingenommen und im Ausfluss der Doktrin liberaler Marktwirtschaft als Naturgesetz akzeptiert. :blink:
  21. Grandissimo - tausend Dank! Roadshow hat einen Namen. Leider wurde die Wiederbelebung des GRINDEL massiv bekämpft: seitens des Vorstandes eine dort ansässigen, marktdominanten Gruppe, die darin (auch in der Fortführung originalsprachiger Filme) nur Nachteile sah und - wortwörtlich - einer "Marktbereinigung" das Wort redete (Artikel FE/FW). Der Screen-shot von WINDJAMMER (von 1960?) ist schon etwas blau, so wie die neue FLYING CLIPPER-Kopie von 2009. :P Als wäre er eine Prophezeiung für das, was heute an Roadshow so geboten wird. Der Screen-shot von der EA WILDE WESTEN im GRINDEL zeigt dagegen eine perfekte Technicolor-Kopie. Auf Mehrschichtenfilm war damals der Abgleich aller drei Panels zur völligen Gleichheit technisch nicht möglich.
  22. Die von uns eingesetzte GOYA-Fassung war aber keine (!) Archivkopie. Sie ist regulär im Verleih und lagert auch nicht im BArch. Abgetrennt waren bereits die Startbänder (löblich ersetzt durch neue SMPTE-Startbänder, tausend Dank). Abgetrennt wurden von mir die Endbänder. Vertretbar in anbetracht der begrenzten Einsatzfrequenz des Films und der Warscheinlichkeit, dass diese Kopie eher aus anderen Gründen einmal nonexistent sein wird (z.B. chemische Zersetzung wie bei allen Triacetatfilmen) als aufgrund der gut abgewogenen Trennung zwischen letztem Bild und Endband. Wichtiger wäre, den Nachspielern eventuell Hinweiszettel anbeizulegen, um auf Wegschneiden von sog. Koppelbildern zu verzichten und stets möglichst die gleiche Klebestellen zu öffnen. Das erscheint mir verständlicher und konstruktiver als das Verlesen der FIAF-Empfehlungen, die m.E. bei intaktem 35mm-Betrieb ihre Berechtigung haben. Vom praktischen 70mm-Betrieb dürfte auch die FIAF wenig Kenntnis haben, woher auch? -- Meine Aussage zum Tellerbetrieb: Der Tellerbetrieb hat zumeist monatelang oder jahrelang zu beschädigungsfreiem Betrieb geführt. Während im Spulenbetrieb immer irgend etwas verschrammte oder regemässig Filmrisse auftauchten: leider auch in Stätten der Archiv-Konferenzen. Die reale Lage ist diese: die meisten Menschen beherrschen das Handling nicht mehr, weil es erst wieder eingeübt werden muss um im Spulenbetrieb komplizierter als im Tellerbetrieb ausfällt. Seit Einbau der Telleranlage etwa im berliner ROYAL PALAST 1976 (mit dann allerdings auch dunklerem Xenonlicht als Schattenseite der Medaille) liefen die Kopien verregnungsfrei durch: 1977 über 36 Wochen KRIEG DER STERNE, monatelang INDIANA JONES, DAS SCHWARZE LOCH, DAS IMPERIUM SCHLÄGT ZURÜCK, BLADE RUNNER oder DOKTOR SCHIWAGO in WAs (der bei der Erstaufführung im Spulenbetrieb den Verschleiss zweier Kopien mit sich brachte). Was man dort übersah, war eine dejustierte Führungsrolle: die aber eben so im Spulenbetrieb zur Gefahr geworden wäre. Im damaligen Filmpalast Berlin liefen monatelang ohne jedwede Veränderungen WIEDERSEHEN IN HOWARDS END oder THE WALL. Denn so lange alle Teller- und Projektorrollen richtig fluchten und beweglich sind und der Filmzug konstant-schonend bleibt, gibt es keinen Anlass für Beschädigungen. Die grösseren Gefahren kamen stets von den so gut wie immer verbogenen Transport- oder Projektionspulen im Überblendbetrieb, insbesondere vom Verwechseln von Projektions mit den (schmaleren) Transportspulen. Nach mittlerweile 29 Jahren Praxis mit dem Format erlaube ich mir in aller Bescheidenheit, diese Begebenheiten richtig zu stellen. Wer allerdings mit seiner Überblendanlage verheiratet ist, wird schon wissen, wie man sie richtig behandelt. Ohne mich mit Stefan zu streiten: aber ich hätte einige Beispiele aus dem Überblendbetrieb parat, die auch ihm zu denken geben würden. Aus dem Thread "Warum eigentlich Akte koppeln" entnommen: Aus: http://www.filmvorfuehrer.de/topic/1402-warum-eigentlich-die-akte-koppeln/
  23. Ab Freitag, 8.4.2011, startet Krnov (ehemals Jägersdorf) durch: mit dem aussergewöhnlichen 70mm-Festival voller Raritären. http://www.in70mm.com/news/2011/krnov/index.htm Website der Kommune: http://www.krnov.cz/ Der Youtube-Trailer von 2008 ist noch immer recht zugkräftig:
  24. GOYA hatte ich falsch eingeschätzt hinsichtlich der Kopienlage. Daher einen Automatimus angenommen: dass die zuletzt in Dt. gezeigte Kopie (kannte ich als längste und besterhaltene - eben auch als die Originalversion) weitergereicht werden würde. Zumal sie auch auf den IFB 2009 als beste Fassung galt. Pardon - also frage ich an: hatte die in Bradford gezeigte tschechische UT? Welche Länge und wie war der Zutand? -- In Kürze ist als Film des besten Eastmancolor wieder der Ron-Fricke-Film von 1992 auf dem Programm der 70mm-Spielstätten, ist den Kalendarien zu entnehmen. Trotz eines Scans in 8k und einer sicherlich vorliegenden DCP-Fassung kann nur diese Version die schlussendlich gültige sein. Do, 14.04. - in 70mm Todd.-AO Baraka Durch eine computergesteuerte TODD/AO 70mm Kamera wirft Regisseur Ron Fricke ("Koyannisqatsi") einen faszinierenden Blick auf die Schönheiten der Natur ebenso wie auf bekannte Errungenschaften des modernen Lebens. Ein ungewöhnliches filmisches Kaleidoskop, das Videosehen zu einer Entspannungstechnik macht. Frauen schmücken morgens Götzenbilder in Kathmandu - Ein hinduistischer Mönch murmelt seine Mantras - Orthodoxe Juden an der Klagemauer in Jerusalem - Urvölker malen sich die Gesichter an und huldigen im Tanz der Erde - Ein buddhistischer Mönch entzündet Hunderte von Kerzen. In vierzehnmonatiger Arbeit entstand Ron Frickes 96minütiger Flug über die Erde, der immer wieder Halt macht, um Menschen in aller Welt zu beobachten. Entstanden ist eine grandiose Dokumentation, die in ihrer Machart an "Koyannisquatsi" erinnert und mit beeindruckenden 70mm-Bildern in ihren Bann schlägt. Regie: Ron Fricke USA 1992 Verleih: Delta - Dokumentarfilm - Laufzeit: 96 Minuten FSK: ohne Altersbeschränkung Vorstellungsbeginn? Evtl. 15.00 Uhr? Aus: http://www.schauburg.de/specials.php?show=movie&Id=4058&Date=%3CB%3EDo,%A014.04.%3C/b%3E&Zusatz=36&Preis=&return=3
  25. Wer anspruchsvoll Filmkunst zeigt, kommt um artgerechte 35mm-Auswertung nicht herum. Man kann natürlich auch Silberscheiben zeigen, die aber als Billigpappenheimer kaum akzeptiert werden. Ausserdem klingt lustig, dass das alles noch "mindestgarantiefrei" sein soll. Wie billig denn noch bitte? Dann kann man sich gleich die Übertragungsrechte für wie Tele5 oder Turner Classic Movies sichern und das Kino zur Fernsehstube umwidmen.
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