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cinerama

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Alle erstellten Inhalte von cinerama

  1. Man kann am Tag gar nicht so viele Däumchen drehen, wie von Nachwuchs-Journalisten wieder das digitale Kino und der bevorstehende Roll-out beschworen wird. Zum Gemeingut tiefschürfender Branchenskizzierung gehört gebetsmühlenartig: a. arme Kinos, b. lupenreine Moderne, c. zaudernde Politik, d. ächzende Filmeinleger, e. skurril flimmernde "Filmrollen", f. epochaler "Avatar". Eigentlich müßten die Theaterverbände Büros unterhalten, die mit täglichen Richtigstellungen derartigen Diffamierungen der Theaterpraxis begegnen.
  2. cinerama

    Imax Bremen

    Das ist die Folge der überstürzten Digitalisierung. Sie zwang zu Kompromissen bei der Bildwandgröße und zur Aufweichung der Firmenphilosophie.
  3. Das vergangene Jahr ist ja noch jung und mal sollte "niemals nie" sagen. Der kommerzielle Druck wird sicherlich ansteigen und zur Veröffentlichung der Materialien führen, zumindest für Forschungszwecke. Preston Sturges: das ist nichts Neues mit dem Special Venue-Ton. Der Magnetton wurde digitalisiert und später für die SR-Mag-Kopien reanalogisiert, insofern bringt eine "neue" Kopie des Films überhaupt nichts an Mehrwert. Weiß auch nicht, inwieweit das im Zusammenhang mit den Out-takes steht? Erst recht vor diesem Hintergrund: Wohl kaum. Und wenn doch? Dann bliebe der Gesamteindruck nachwievor Makulatur, weil der Film von A bis Z auf altem I.P. gedoubelt zu sein scheint, wofür charakteristische Eigenheiten des Looks sprechen, die völlig abseits akzeptabler Ergebnisse liegen. Das Dup von MY FAIR LADY oder PATTON ist da weitaus vorteilhafter. Da in der Nachfolge der fast einwandfeien HD-DVD-Edition von "2001" auch ein sogenanntes DCP nun das Tageslicht erblickte, ist im Originalformat nichts Bahnbrechendes mehr zu erwarten.
  4. Nicht neu als Nachricht, jedoch kaum beachtet: 17 Minuten aufgefundener Out-takes könnten nach Vorstellung von Douglas Trumbull wieder eingefügt werden. Da der Regisseur sich zu Lebzeiten dagegen verwahrte, liegt die Entscheidung bei Warner, die Erbin des Repertoire-Stocks der MGM ist. While here in Toronto introducing rare 70mm screenings of Stanley Kubrick's 2001: A Space Odyssey, documentarian Douglas Trumbull dropped a bombshell. While preparing a now-aborted documentary on the making of the film Trumbull and his partner David Larson learned that seventeen minutes of footage cut from the film by Kubrick shortly after its release has been re-discovered by Warner Brothers. The footage is apparently in mint condition and was stored - bizarrely - in a Kansas salt mine vault. While there's no firm word on what will happen to the footage now that it is back in WB hands it seems like a safe bet that we'll be seeing an expanded version of Kubrick's masterpiece somewhere in the not too distant future. Aus: http://twitchfilm.com/news/2010/12/seventeen-minutes-of-lost-2001-a-space-odyssey-footage-found.php?utm_source=feedburner&utm_medium=twitter&utm_campaign=Feed%3A+TwitchEverything+%28Twitch%3A+Everything%29 "mint condition": in dem Zustand dürfte aber der Rest des Originalnegativs schon lange nicht mehr sein. :-x
  5. Das Gleichnis harmonisiert und verharmlost gravierende Vorgänge. Nicht "neue Reifen", sondern "neues Lenkgetriebe" und "neue Strecken" käme der Sache schon näher. Ein gewaltiger Umbruch. Und ein oft einseitiges, profitables Geschäft für wenige: und von "kleiner Provision" sollten wir lieber nicht sprechen bei EUR 2,50 Aufschlag. Das Ganze wird bereits hier auf den Punkt gebracht: http://www.filmvorfuehrer.de/topic/6734-cinemaxx-goes-sony-4k/
  6. Vielen Dank für alle Anmerkungen und Beobachtungen zur letzten Vorführung - worauf ich noch einmal eingehen wollte: Die gezeigte Kopie der WEST SIDE STORY auf 70mm war doch insofern keine Restaurierung/Rekonstruktion, wie man sie bei Harris und Katz kennt, sondern eine Kopierung des Regisseurs vom Kameraoriginal, welches er noch 1993 als "in gutem Zustand" bezeichnete (während Harris es als restaurierungsbedürftig erachtet). Eine Umkopierung auf älterem Filmstock/Duplikatpositiv und Negativ der 1980/90er Jahre hätte das Korn und evtl. die Bildstandsschwankungen eher noch verstärkt, wie man es bereits bei früheren Restaurierungen der Benannten konstatieren konnte. Auch der Ton am Sonntag war rein-konventioneller Magnetton ohne Dolby - und meines Erachtens auch, wenn überhaupt, nur von unbedeutendem Grundrauschen geprägt. Womit sich eine Dolbysierung kaum gelohnt hätte, die sich theoretisch klangverschlechternd ausgeübt hätte. Einige Blessuren auf der Kopie scheinen durch recht launige Kopieneinsätze in NRW zustande gekommen zu sein. Da gab es so einige Frohnaturen und selbstgebastelte Anlagen, die mitunter ihr Eigenleben führten... Der nicht felsenfeste Bildstand kann mit einer gewissen Wellung der Kopie zusammenhängen. Außerdem wurde die Kopie so kurzfristig (und gegen die Akklimatisierungsbestimmungen mit langsamer Erwärmung und Föhnung) aus dem Kühllager geholt, daß möglicherweise eine Beeinträchtigung vorlag. Erkennen wird man da erst beim nächsten Einsatz, was Sache ist. Einige Szenen, die herausfallen, sind im Negativ bereits defekt oder von vorneherein als Dup-Insert eingefügt - aber auch Ausschnittsvergrößerungen an der Oxberry würde ich annehmen. Das Ganze müsste noch einmal Einstellung für Einstellung erkundet werden, habe es nicht extra notiert. Aber auch die Tanzsaal-Szene (zudem gefiltert) ist gedupt und hätte eine weitere Korrektur am Analyzer vertragen (die Szene sieht in der ansonsten sehr körnigen und farbmässig "kreischenden" Neukopie von Fotokem zufälligerweise besser aus). In jeder Kopienneuauflage hat auch der (auf 35mm produzierte) Titel-Abspann eine andere Farbe: bei der Fotokem-Kopie sehr grün, in meiner Kopie minimal magenta. Kurz zuvor fand auch wieder einer Toneinmessung im Hause statt: mit geraden Kennlinien. Die Projektionsoptiken angehend: wir hatten sie dreimal gewechselt, mit Fest- und auch schon einer Zoom-Brennweite projiziert. Dabei schwankte das Seitenverhältnis von Film zu Film von 2,13 bis knapp 2,3 zu 1. Der Grund hierfür: unterschiedlich starke Negativblitzer oder Möglichkeiten, im Safety Aerea Bereich an Bildbreite hinzuzugewinnen (sofern es hierzu Aussagen der Verleiher oder Kameraleute gibt), brachten die Notwendigkeit mit sich, jeden Film einzeln anzupassen. Für stark verwellte Kopien z.B. kam eine Festbrennweite mit großer Feldtiefe zum Einsatz, die mögliche Randunschärfen aus vergangenen Projektionen "gegenkompensierte". Für sehr dichte Kopien eine etwas hellere Optik (hier rechne ich bei ANNA KARENINA mit Bedarf). Vom Applaus hörte ich leider wenig in der Kabine, aber nach dem ellenlangen Titelabspann staunt es einen schon, erst recht bei derart arg früh angesetzen Vorstellungen. Die Tonlautstärke fand ich etwas zu leise, stand allerdings nur hinten kurz am Eingang hinter einer Säule, was nicht aussagekräftig ist. Das können andere besser beurteilen, die sich aber auch melden müssten (z.B. spätestens in der Pause eines Films), was sie wahrnahmen. Andere äusserten, es wäre zu laut, inbesondere der Schluß. Änderungen in projektionstechnischen Belangen sind jetzt aber nicht mehr vorgesehen; die Reihe läuft so bis April weiter mit dem, was ein- und hergerichtet ist. Ausverkauft war der Film nur online. Wovon man sich nicht abschrecken lassen sollte: meist bleiben 30 Besucher weg und ein Nachkommen kurz vor Vorstellungsbeginn lohnt fast immer. Jedenfalls bekam auch diese Matine der am Sonntagmorgen arg menschenleeren City-West trotz grauer und nieseliger Witterung ganz gut, und das gelingt zuallererst mit Sonder- und Eventscreenings, nicht aber mit Standardware oder dem Nachspiel von Filmen aus dem Hauptprogramm. Und das Repertoire hatte noch in den 1970er Jahren eine Tradition in diesem Bezirk, die dann nach einer Renaissance der "Play it again"-Reihe Ende der 1990er Jahre endgültig geschleift wurde: Aufwand und individuelle Betreuung stehen doch konträr zu den üblichen Arbeitsabläufen der Hauptprogramme. Und ohne Planung, Unterstützung und Initiative dieser Filmreihe durch den Verein Kinomuseum Berlin e.V. hätten sich noch mehr Leute den Fuß zerfetzt - abgesehen von von der Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit der Filmanlieferungen und Vorbereitungen, die beim Repertoire-Material oft gewisse Unwägbarkeiten beinhalten. Vielen Dank für Euer Erscheinen - und für die Ferngebliebenen als Ermutigung: vielleicht ist Anfang Oktober eine Wiederholung des Films andenkenswert!
  7. cinerama

    Tron 3D

    Die Realwelt wurde in TRON (1981) noch in 65mm gefilmt. Heute nicht einmal mehr auf 35mm. Das neue Werk ist ansonsten ästhetisch und inhaltlich spannender und anspruchsvoller als der Vorgänger, aber achtet mal auf den Look der Realszenen. Und der hat weder etwas mit "trübem" Wetter" noch mit "trüber Linse" zu tun. Der von Emmerich auf Digitalformat gedrehte Film sieht dagegen besser aus.
  8. Aber das ist doch seit Jahren bekannt (zumindest in Teilfällen) und keine Novität. Ich frage mich, wie sehr man ernsthaften Diskussionen aus dem Wege geht (insbesondere wiss. Hypothesen durch den Kakao zieht, die als nicht praxistauglich diskriminiert werden), nur weil das eigene gewählte Betriebskonzept eine auch einmal kritische Sicht der Dinge a priori verbietet. Daher das Primat der Individualinteressen, das vom Tisch fegt, was nicht sein kann und nicht sein darf. Eben so könnten die Banker der Wall Street in ihrer selbstgefälligen Manier als Architekten der zukünftigen Gesellschaft gelten, an was schon auch keiner mehr glaubt.
  9. Es gibt auch 80 Jahre alte Aussagen, die Relevanz haben. Imax-Kinos sind natürlich Kinos, 70mm ist ein Meilenstein für prächtige und volle Kinos mit Langzeitsauswertung (fraglich bei DCI-Distribiton), und Kameras sowie Negative sind die Voraussetzung für eine hochqualitative Kinoauswertung. Aber auch die Studentenschaft stellt ein Gros der Kinobesucher und bildet den Nachwuchs an Theoretikern oder Wissenschaftlern. Vielleicht ist es jetzt klarer geworden. :grin:
  10. Zitate von Filmwissenschaftlern sind "kursives Geleier" - werde ich dem Autor freundlich ausrichten. Da Sie fortschrittlich sind, nennen Sie doch bitte die Digitalisierungsquote in Frankreich. Mir ist sie entfallen, lag aber in etwa um wenige Prozentpunkte höher als in Dtd., Ende 2010 bei wohl 27% der Säle. Einige DCI-Säle dürften auch nachwievor 35mm einsetzen aus logistischen Gründen ähnlich Dtld., und von diesen DCI-Sälen verfügen wohl derzeit etwa nur 65% über den 3-D Zusatz. Von Kino-Revolution zu sprechen ist zumindest erörterungsbedürftig. Ist HARRY POTTER also mehrheitlich oder minderheitlich in Frankreich via Festplatte gelaufen? Die IMAX-Starts sind bekanntlich die erfolgreichsten. Überwiegend über DMR 4k gemastered und auf 70mm kopiert, übertreffen sie die von Ihnen empfohlene "Digitalprojektion" hinlänglich bekannter Standards deutlich.
  11. Aufgrund der kritischen Kartenverfügbarkeit bemühen wir uns um eine Wiederholung - evtl. Anfang Oktober und mit special guests. Ort und Zeit hierfür werden beizeiten bekanntgegeben... Bildquelle: United Artists/MGM
  12. Vom Album 70mm- und Panorama-Shows in Berlin

    Die westberliner Premiere fand am 13.9.1962 in 35mm statt: im 'Cinema Paris' am Kurfürstendamm. Es handelte sich nach Aussagen unserer Forumskollegen um eine Technicolor-Kopie mit 4-Kanal-Magnetton- Später gab es in Berlin auch 70mm-Einsätze im 'Capitol' am Lehniner Platz und im 'Sportpalast'. Ab Mitte der 1960er Jahre feiert der berühmte Film auch Triumpfe in den rund 30 ostdeutschen 70mm-Filmtheatern, unter anderem im 'Kino International' an der Karl-Marx-Allee 33 in Berlin, dort ab dem 25.5.1975 [wir suchen hierzu noch Dokumente und Anmerkungen von Zeitzeugen - melden Sie sich bitte!] Anbei das Wiederaufführungs-Foto zur Bewerbung der kommenden Sonntagsmatinee, für die es noch Restkarten (evtl. auch noch kurz vor Vorbestellungsbeginn) gibt. -- 'Kinomuseum Berlin e.V.' leitet die diesjährige Reihe vieler Jubiläumsvorführungen der WEST SIDE STORY mit einer triumphal farbwertigen und hochauflösenden 70mm-Kopie ein - lichtbestimmmt und im Kopierwerksprozess 1992 überwacht von Regisseur Robert Wise persönlich. Der Breitfilm wurde kopiert direkt vom 65mm-Kamera-Negativ. Das gewährleistet, in exklusiver Roadshow-Güte ohne die bildtrübenden Zwischenschritte über heute übliche Duplikatkopierungen ("Internegative") zu einem traumhaften Ergebnis zu gelangen. Ein Erlebnis mit einer "Anmut, als kniete man vor den Kathedralenfenstern Marc Chagalls", behauptete einmal ein Gast. WEST SIDE STORY - der Auftakt in Berlin zum Jubiläumsjahr der Weltpremiere: farbprächtige 70mm-Todd-AO-Vorführung am Sonntag, 9.1.2011 um 11.00 Uhr im Kino 'astor Film-Lounge'.

    © (c) United Artists, 1968

  13. Sie finden ja alles falsch, was ich anführe, aber vielleicht nehmen auch Sie zur Kenntnis bitte, daß HARRY POTTER das Gros seiner Einnahmen auf 35mm erzielte. Zumindest bei diesem Titel steht die "Digitalisierung" für mich nicht in erkennbarem Zusammenhang mit diesem "Plus". Kurzum: das Besucherplus ist evtl. saisonal bedingt, dem ein Minus in Deutschland gegenübersteht, und ist nicht hinreichend aussagekräftig für das Besucherplus in 2011, in dem wiederum mehr US-Action-"Knaller" als 2010 angekündigt sind.
  14. Die Erneuerung des Kinos kann auch inhaltlich, ästhetisch und politisch manifestiert werden (Nouvelle Vague als Beispiel) - nicht allein in Adaption der kursierenden Fun-Kulturen (auch wenn 3-D das Potential zum Autorenfilm hätte). Der Dünnfluss an vernünftigen Drehbüchern und stilistisch ausgefallenen Ideen im marktdominanten Kino der westlichen Hemisphäre, der sich via "Entwicklung der digitalen Leinwände" eine Schonfrist vor der Krise gönnt, kann wohl nicht automatisch mit "Kinoerneuerung" gleich gesetzt werden. Hier sollte man nicht die sozialen und künstlerischen Prozesse, die in unseren Gesellschaften abaufen, zugunsten der Umformung des Spielfilms zu einer Art "Subkategorie des Animationsfilms" (Lev Manovich) ignorieren. Prof. John Belton vermittelte vor 8 Jahren - nun schon einer Ewigkeit - auch einige richtige Erkenntnisse: Die Innovationswelle wird gegenwärtig stärker vom Interesse der Industrie am Heimkino sowie an Soft- und Hardware für die häusliche Unterhaltung vorangetrieben als von einem wie auch immer gearteten Bedürfnis, die Kino-Erfahrung zu revolutionieren – was frühere Neuerungen motiviert hatte. Kurz, die digitale Revolution ist Teil einer gegenwärtigen Synergietendenz der Firmen innerhalb Hollywoods, die auf den lukrativen Heimunterhaltungsmarkt spekulieren. [...] Sci-Fi und Actionfilme mit Special Effects geben nun in Hollywood den Ton an. Doch auch die übrigen Genres gibt es noch. Außerdem setzen andere Regisseure weniger auf Effekte und auf Fantasy; zahllose Filmemacher wie Woody Allen, Martin Scorsese, Robert Altman, Stephen Frears, John Sayles, Paul Schrader und Mike Leigh kommen ohne die neue Technologie aus (auch wenn sie gelegentlich digitale Spezialeffekte verwenden). Ihre Filme handeln von mehr oder weniger realen Figuren in mehr oder weniger realer Umgebung. [...] Hardware-Hersteller wie Sony oder Matsushita kauften Software-Hersteller wie Columbia und Universal. Verlage wie die Time-Gruppe fusionierten mit Studios (Warner) und Kabelsendern (Turner), um zu vertikal integrierten Unterhaltungslieferanten zu werden. Die Devise hat sich allerdings in den letzten Jahren ein wenig von „Synergie“ zu „Konvergenz“ verschoben. „Konvergenz“ meint „die Verbindung von Audio-, Video- und Datenkommunikation zu einem einzigen Strom, der auf einem einzigen Apparat empfangen und von einem einzigen Sender bereitgestellt wird“. [...] „Ihr Leben ist digitalisiert“, führt er weiter aus. Da diese jungen Zuschauer es gewöhnt sind, Filme auf Fernsehmonitoren zu rezipieren, und wahrscheinlich noch nie eine optimale Projektion gesehen haben – eine 70mm-Kopie auf großer Leinwand mit sechsspurigem Dol- by-Stereo-Ton – , können sie die digitale Vorführung nur mit mittelmäßigen Kinoerlebnissen vergleichen: mit normalen 35mm-Kopien der dritten Generation, die oft ziemlich dürftig sind, insbesondere wenn sie auf den heutigen Hochgeschwindigkeitsmaschinen gezogen wurden, die über 600m pro Minute belichten. [...] Die Hersteller des Digitalsystems versuchen die Filmtheater dazu zu überreden, indem sie sich auf den Traum vom Kino-Fernsehen und die neuen Einnahmen, die dadurch fließen würden, berufen: Digitale Kinos könnten auf der großen Leinwand Sportereignisse vorführen oder Rockkonzerte oder andere kostenpflichtige Kabelangebote. Aber das Fernsehen im Kino hat sich in der Vergangenheit nie als Unterhaltungsformat bewährt, was zum Teil allerdings auf technische Schwierigkeiten zurückging, die nun durch die Digitalisierung behoben sind. [...] Kodak behauptet, 35mm-Film „weise eine sechsmal feinere Auflösung auf als HDTV“, und stellt fest, „dass das Auflösungsvermögen eines Kamerafilms, seine Bandbreite (MTF) zeigt, dass auch bei einem Scanverfahren von 4000 Pixeln per Zeile und 3000 Linien per Kader immer noch Detail zu erkennen ist“.40 Die Auflösung bei einem heutigen Digitalprojektor beträgt ungefähr 2000 horizontale Linien, immer noch weniger als die eines 35mm-Films. [...] Gerade die zufällige Verteilung des Korns gibt dem Film Wärme und eine subtile Textur, während die genormte Mechanik der Video- und Digitalprojektion ein Bild kalt, elektronisch und „tot“ erscheinen lässt. Das digitale Bild ist zu starr, zu rational, allzu geradlinig und zu wenig dem Zufall unterworfen. [...] Aus: http://www.montage-av.de/pdf/121_2003/12_1_John_Belton_Das_digitale_Kino_eine_Scheinrevolution.pdf Also findet eine Technik-Revolution statt, die nicht primär "Kinoerneuerung" bezweckt, sondern von solchen Kräften vorangetrieben wird, die erstens Kinos nur als Fenster zur Eroberung des Heimmarktes bestücken und zweitens Film als sozial-realistisches Genre (Neorealismus u.a. Kultur-Erneuerungen) zugunsten von pseudo-realistischen, pseudo-raumbildlichen Medien verwerfen. Erneuerungen fürdar, die auch antiproportional zum geistigen und sozialen Fortschritt verkaufen können. So ist das Besucherplus in Frankreich, falls ich richtig gelesen habe, auf das Konto nicht-amerikanischer und nicht-französischer Filme zurückzuführen. Aus Ländern also, deren Filmproduktion nicht vorrangig auf digitale Projektion oder den pseudo-stereoskopischen Film angewiesen ist. Schon erstaunlich.
  15. Allerdings: wie die "Insektenköpfe" ragen solche "Schallerzeuger" aus der Wand heraus... oder wie de Wasserspeier an den Kathedralen. Schallanlagen sollte nicht "visualisiert" werden. Modisch und profan dereinst beworben, als man mit Dolby und THX propagierte, erstmals SOUND dem Kino zu schenken, zeigte sich plötzlich vor Filmbeginn ostentativ die nackte Leinwand: und was sich dahinter auftürmte, war grell genig angestrahlt, um dem Gast zu vermitteln, wie selbstverliebt ein George Lucas seine Apparate gern ausstellt. (Letzlich doch, um von der Kunst abzuweichen, die er noch nie beherrschte. - Kommentar von @cinerama). Der Mythos Kino- und Theatertechnik liegt ehe vielleicht im Verbergen des technischen Wunders. Das gerade dann überwältigt, wenn niemand dingfest machen kann, wie und wer das alles erschaffen hat. Darum wurden ja Bildwände hinter Vorhängen und Wolkenstores versteckt. Und Effekt-Beschallungen hinter einer Endlos-Dämmwand klassischer Kinosäle. Ton sollte, darin heiliges Schauern erbringend, aus dem Nichtortbaren, dem Außenraum - aus dem Weltraum oder aus anderen Tiefen kommen. Ähnlich den Elektronik-Märkten changierte die heutige Filmtheater-Praxis zu einer zu penetranten Anmache: da recken sich dem ahnungslosen Lieschen Müller JBL-8340-Kisten entgegen, die, weil all zu oft ortbar, die meisten Gäste mehr erschrecken als erstaunen. Die Mängel in alten Palästen sind ja von Stefan schon treffend benannt worden. Längst hätten neue und bessere gebaut werden müssen! Daß wir heute den Altkinos nachtrauern, liegt daran, daß seit den 1970er Jahren nur noch Provisorien entstanden sind. Selbst ein heutiges Muster-Multiplex im Norden Berlin, das durch überdurchschnittliche Beschallung von sich reden machte, bleibt vergleichsweise profan und unfestlich. Das führt uns zu dem Paradox, plötzlich in alte Riesensäle Hoffnungen zu setzen, die möglicherweise daran scheitern, daß heute kein Stab an Fachleuten, Idealisten oder Ideengebern, keine ehrgeizgen Techniker und Künstler diese Projekte voranbringen dürften, sondern wieder nur eine Vergabe an marktbekannte Firmen als Lösungsmodell für komplexe Fragen "aus einer Hand" zu erwarten ist. Oder Planungsingenieure in Nähe zur Festspiele GmbH als angeblich unabhängige Instanzen zurate gezogen werden, die bereits zu viele neue Säle in Berlin verdarben auch auch kinotechnisch nicht sattelfest sind. Wohl auch aus Gründen der Vereinfachung in der Verplanung der finanziellen Ressourcen und aus Zeitgründen. Gewissenmaßen "Projektionstechnik aus einer Hand" (Fa. K....n) oder "Innenausstattung aus einer Hand" (Marke xX). Und überall das Gleiche... Bei so viel geballter Fülle renommierter Markennamen spart man sich das Nachdenken! -- Welches Image hat der Zoo-Palast - ohne romantische Verklärung? a. Gerne umhegt von der Presse als Symbol des alten Westberlin und der Filmfestspiele b. Unter Filmkritikern (so im TIP von ca. 1990): "hatte mit Bud Spencer, James Bond und Adriano Celentano ausserhalb der Berlinale noch nie Kultur gehabt" (und Max Knapp hatte nach 1960 gar nicht mehr den Idealismus, sie durchzusetzen, glaube ich) c. Junge Leute, wortwörtlich 2005 auf der Treppe im CinemaxX Potsdamer Platz: "Ähm, wer geht denn heute noch in den Zoo-Palast?" (was andeutet: 1. Zoo Palast hat alle seine Trümpfe aus der Hand gegeben und 2. einige kommunikative Faktoren in heutigen Multiplexen erweisen sich tatsächlich gewichtiger als ein prunkvoller Theaterbau aus anderen Jahrhunderten usw. -- Herr Knapp erzählte mir vor vielen Jahren: nach Eröffnung des ROYAL PALAST im Europacenter mit Europas größter Bildwand flohen die Besucher in Scharen aus seinem Zoo Palast. 3 1/2 Jahre lief im ROYAL "Doktor Schiwago" mit fast zwei Millionen Besuchern, flankiert von "2001: Odyssee im Weltraum", "Grösste Geschichte aller Zeiten", "40 Wagen westwärts", "Die Letzte Schlacht" und später von weiteren Panorama-Blockbusterfilmen bis hin zur "Krieg der Sterne"-, "Indiana Jones-" und "Alien"-Epoche. Herr Knapp wollte im Zoo-Palast eine vergleichbare Panorama-Bildwand einbauen, was an einigen Auflagen der Baubehörden (schwalbennestartig eingebauter BWR, Versenkung des Bildwandrahmens tief im Bühnenboden oder in die Decke um an Bildhöhe zu gewinnen) scheiterte. Und auch an Brisanz verlor, nach dem ROYAL PALAST zunehmend weniger Panorama-Film zeigte und für die 35mm-Wiedergabe stark verkleinerte Bildgrößen fuhr - was damals lichtechnische Gründe hatte. Weitere Gründe dafür lagen in der damaligen Körnigkeit älterer Filmmaterialien oder in Wünschen einiger Filmemacher. Diese Einwände sind heute, in anbetracht von 35mm-Negativ-Auflösungspotential für mehr als 30 Meter breite Bildwände oder der eingeführten 4k-Bildwerfer für die elektronische Bildwiedergabe nicht mehr haltbar und zeitgemäß. Aber Max Knapp konnte von der mangelnden Profilierung des ROYAL PALAST-Kinos letzlich profitieren und sah wettbewerbstechnisch keine Notwendigkeiten für eine Großbildwand. Drängender war plötzlich die Frage zu lösen, wie nach Ausbau der Filmbühne Wien zu 8 Sälen mit vervielfachtem Filmangebot analog zum Fernsehangebot auch der Zoo-Palast quantitativ sein Filmangebot steigern konnte. Der Grund für die Saal-Anbauten, die seit gestern nun abgerissen werden. Heute ist die Situation dramatischer als Mitte der 1960er Jahre, fast hoffnungslos und zum Verzweifeln. Die Zoo-Palast-Stammgäste wanderten doch nicht ab in benachbarte Kinos oder zur DVD, sondern zum Potsdamer Platz. Die weniger als 20-Meter breiten Bilder im Zoo-Palast sind unzeitgemäss klein: in den Multiplexen erstrecken sie sich rigoros von Wand zur Wand und vom Boden bis zur Decke, im Cubix Kino 9 und bei UCI Gropius-Passagen hängen sogar Bildwände von über 20 Meter Breite. Die nur gelegentliche Konkurrenz durch Großbilprojektionen im einstigen ROYAL PALAST hat sich seit der Jahrtausendwende durch das Dauer-Programm des IMAX-Kinos im Sony-Zentrum vielfach verschärft: frühere ROYAL PALAST-Kunden (auch ich) geniessen dort auf 70mm die Blockbuster-Hits HARRY POTTER, INCEPTION, MATRIX oder AVATAR auf mehr als 27 Metern Breite mit vollem Bild-Genuß. Wenn sich der Zoo Palast 2012 also kein multiformat-variables "Bildwandportal" zulegt und stattdessen die Bausünden von 1957, als keiner in Deutschland an mehr als CinemaScope glaubte, weiter verlängert, hat unser Bezirkskino Zoo-Palast leider endgültig verloren. Programmatisch sehe ich die Situation ähnlich gelagert. (Aspekte der Service-Freundlichkeit, des Sitzkomforts, der Online-Dienste und Verzehrauswahl, sparte ich hier aus, da nicht kompetent darin.) -- @albertK's Erinnerungen trügen nicht, als daß bei hervorragenden Scope-35mm-Kopien noch in den 1980er Jahren auch eine andere Optik eingesetzt wurde, nämlich für das hausintern "SuperCinemaScope" genannte Format, bei dem fast die Gesamtbreite der für 70mm zur Verfügung stehenden Fläche genutzt wurde. Knapp 20 Meter also bei etwa 8.50 Meter Bildhöhe (und knapp 10 Meter Bildhöhe bei 70mm). Der Bildwandrahmen wurde seit 1960 nicht verändert: etwa 20 x 10 Meter (Kurt Deutschl. baute sie ein und besass Erinnerungsfotos von dieser Aktion). Nur die Kaschierungen wanderte immer weiter "nach innen".... Wie unzeitgemäss auch die maximal dort mögliche Bildfläche in anbetracht optimierter Bildgrößen in Multiplexkinos anmutet, möchte ich mit einem Schaubild von 1979 aufzeigen (Arnold Ladwig wirbt dort für erneuerte Technik, er war aber an die "Grenzen" einer kompromißbehafteten Bühne gebunden, auf der die Bildwand wie ein typisches Provisorium in einem Konferenzsaal, der eigentlich für andere Zwecke errichtet wurde, wirkt. Das Schaubild zeigt in etwa 20 Meter Breite und 8.50 Meter Bildhöhe das oben beschriebene "SuperCinemaScope"):
  16. Sofern "DCI" die Zukunft ist und nicht früher als erwartet "von der Realität eingemottet" wird. Trotz rasenden Roll-outs glaube ich nicht an einen Kinostandard.
  17. Danke für die Zeitzeugen-Aussagen von Klaus-Peter! Sein in etwa gleichaltriger Kollege und ebenfalls geschätztes Forumsmitglied, löst bohrende Fragen zur Berlin-Situation: West-Side-Story lief im Cinema Paris in 4 Kanal Mag, ich sehe noch genau die Plakatwerbung an den Litfaßsäulen vor meinem geistigen Auge. Im Sportplalast lief WSS aber erst im Sommer 1964 während eines 70 mm Musical-Festivals auf Bauer U 2, wobei mit der linken Maschine durch die Tür des Vorführraums projiziert wurde und man dann als Filmeinleger in diesem eingesperrt war; also bei einem dringenden "Bedürfnis" den Raum nicht verlassen konnte. Es waren immer zwei Filmeinleger im Einsatz. Ein im ebefalls gleichaltriger Kollege (Nicht-Forumsmitglied) bezeugt, die 35mm-Technicolor-Fassungen der WEST SIDE STORY (er führte sie in TC 4-Kanal Magnetton im 'Thalia Lankwitz' vor) seien ausnahmsweise einmal wirklich in Farbgebung und Gradation nahezu identisch zur 70mm-Kopie gewesen, die er im 'Sportpalast' sehen konnte. Das sei ein seltener Glücksfall gewesen. Die MY FAIR LADY, so ein Zeitungsbericht meiner Sammlung, wurde aber nach dem Starterfolg im 'Delphi-Palast am Zoo' aufgrund vielfachen Wunsches auf einer Sonderschiene auch in englischer Original-Version gezeigt: auf 70mm. Der Zeitungsbericht betont, dass die Kosten einer solchen Kopie mit "50 Tausend D-Mark") exorbitant hoch seien. PORGY UND BESS kenne ich wiederum nur in englischer Fassung mit deutschen Untertiteln, auf 35mm Mag wie auf 70mm. Die Synchronisation hätte auch nicht gelohnt - weitaus weniger Dialoge als in der FAIR LADY. -- Verwunderlich guter Zulauf für diesen Film. Auf ausgewiesenen 70mm-Festivals kamen mitunter nur 50 Besucher, und zu rechnen war in Berlin eher mit 30 Gästen für einen Stoff, der an jeder Ecke und gratis zu sehen ist. Kurz noch ein Schnappschuss von der am Sonntag zu sehenen 70mm-Original-Kopie (mit einigen Schrammen im Mittelteil, doch eine Labsal gegenüber der neuen, körnigen und grell-bunten Fotokem/Berlinale-Kopie, die nachwievor umhergeistert): © United Artists
  18. Sonate mit Wollpolster - wäre das diese Kombination? http://skeie.com/products/cinema-seating/solist-tip-up/ Alles andere hat holzharte Armlehnen. Die hatten auch alte Kamphöner - aber es ist wahr: man konnte auf ihnen (z.B. in Delphi-Palast am Zoo und in der Kubel - von letzter Stätte übernahm ich die ausgebauten) 4-Stunden lange Monumentalfilm wie GONE WITH THE WIND oder BEN HUR ermüdungsfrei über sich ergehen lassen. Die multiplex-üblichen Schaumsitze reichen gerade mal für den ermüdungsfreien Verzehr einer Popcorntüte. Wer danach noch wachbleiben will, muss sich etwas einfallen lassen (vermutlich der Grund für den virulenten Ausbruch des SMS-Epidemie in Kinosälen). - Widerspruch zum nicht all zu lange funktionierenden Bildwandrahmen für Panorama-Anwendungen, wie oben angeführt: es handelt sich doch eher um einfachste mechanische Vorrichtungen. Die allerdings aufgrund von Desinteresse im "Alltagsbetrieb" ab einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr regelmässig zum Einsatz kamen (weil plötzlich generell alles auf "rund" gespielt wurde. Oder später nur noch "flach" projiziert wurde)! Das gleiche bei Sonderformaten wie 16mm und 70mm, wo dann die Projektoren-Getriebe verharzten. Ein wenig Schmierung, und diese Wunderwerke zweifellos zukunftsfähiger Bildwandverstellungen würden noch heute laufen wie eine "1". Wenn in Zukunft noch Menschen vom Flachbildschirm abrücken sollen, bedarf es des Bildpanoramas. Das Panorama entspricht auch dem natürlichen Sehwinkel: alles andere ist Stummfilmpraxis oder Fernsehen. Allerdings sind die Optiken auf eine Panorama-Bildwand hin sorgfältig abzustimmen. Sind denn eingebürgerte Gewohnheiten wirklich zukunftsfähig, wie die nachfolgend angeführten Praktiken? Erscheint es klüger, auch dem Prinzip eines Auditoriums Rechnung zutragen, ihm seinen Tribut zu zollen? Die angefügte Synopse ist unschwer die Steilvorlage für eine solche Argumentation zu erkennen, die sich für den kinemagographischen Fortschritt anbieten könnte. Man erkennt: Die Saalumwandung geht hier nahtlos über in das Bühnenpanorama. Der geschwungene Vorhang nimmt das Panorama vorweg, nimmt den Blick in sich auf und wirft ihn zurück. Der Zuschauer kann m.E. also nur auf das eingestimmt werden, was aus der Saalharmonie, den Saal-Schnittlinien und dem natürlichen Sehwinkel heraus sich entwickelt. Möchte man im Kino künftig mehr als HDTV bieten, könnten eventuell die beiden Schaubilder aufzeigen, daß viele großartige Kinobauten ihr Potential nur selten zu nutzen wußten. Aber ob heutige oder künftige Kinoarchitekten überhaupt noch wissen, daß man noch in den 1960er Jahre in vielen Roadshow-Kinos einprägsamere, auflösungstechnisch bessere, tiefere und natürlichere Bilder in sich aufnehmen konnte als in der Uniformität unserer medial gleichförmigen Epoche? Dafür eine Lösung zu finden, ist keineswegs utopisch, und sie folgt auch nur den Einsichten einiger US-Multiplexe, die seit geraumem das Prinzip der Panorama-Bildwand zurückeroberten. Ob sich das bis hin nach Germany durchspricht, wünscht man sich nach Jahren visueller Nüchternheit all zu sehnlichst herbei.
  19. Die seit rund zwei Jahrzehnte im berliner Traditionskino 'EVA lichtspiele' etablierte Reihe des alten deutschen Films wird nun auf den Nachkriegsfilm ausgeweitet. Da dieser - gerade die Unterhaltungs- oder Heimatfilme angehend - am Potsdamer Platz eher verpönt ist, ist es spannend zu sehen, was an Programm und 35mm-Kopien zu erwarten ist: http://www.eva-lichtspiele.de/ am 27. Dezember: Berliner Ballade (1948) Gert Fröbe als hungriger „Otto Normalverbraucher“ in der Filmversion von Günter Neumanns erfolgreicher „Stunde Null“-Kabarettrevue „Schwarzer Jahrmarkt“. Ein Klassiker! Mit Aribert Wäscher, Tatjana Sais, O.E. Hasse, Brigitte Mira. Regie: Robert A. Stemmle am 3. Januar: Die lustigen Weiber von Windsor (1950) Opernverfilmung nach Shakespeare. Schöner Musikfilm! Mit Sonja Ziemann, Camilla Spira, Paul Esser, Claus Holm. Regie: Georg Wildhagen am 10. Januar: Sündige Grenze (1951) Problemfilm mit Krimihandlung: Schmuggel an der westdeutschen Grenze. Mit Inge Egger, Dieter Borsche, Jan Hendriks. Regie: Robert A. Stemmle am 17. Januar: Tromba (1949) Dramatischer Zirkusfilm mit prominenter Besetzung. Mit René Deltgen, Angelika Hauff, Gustav Knuth, Hilde Weissner, Grethe Weiser, Adrian Hoven. Regie: Heinz Weiss am 24. Januar: Der Kahn der fröhlichen Leute (1949) Romantisches Lustspiel auf der Elbe - seinerzeit sehr erfolgreicher DEFA-Film. Mit Petra Peters, Fritz Wagner, Joachim Brennecke, Paul Esser, Werner Peters. Regie: Hans Heinrich am 31. Januar: Irgendwo in Berlin (1946) Zeitdokument und wichtiger Berlin-Film: Kinder erleben die Trümmerstadt als ihren Abenteuerspielplatz. Mit Harry Hindemith, Hedda Sarnow, Charles Brauer, Hans Leibelt, Fritz Rasp. Regie: Gerhard Lamprecht
  20. Nicht vergessen, Mr. Brillo: DOCTEUR JIVAGO - http://www.imdb.de/media/rm15503872/tt0059113 Aber in dieser Stadt ist er auch schon aufgebrochen zu neuen Ufern [da sind die "Millimeter" zur Minuskel verrutscht - orthographisches Copyright: "Deutsche Cinerama GmbH"]:
  21. Ja, warum nicht? Ist doch nicht schlimm. Tippfehler gerade auf Websites häufen sich in diesem Medium und im Internet. Viele zitieren aber aus diesem eher flüchtigen Medium, aber dank der Community gibt es eine Gegenkorrektur (die zu Zeiten, als das Internet noch fehlte, nur sehr eingeschränkt möglich war). Ich finde das gut so und profitiere ebenfalls davon. In diesem Forum enorm gelernt, das gab's vor zehn Jahren noch überhaupt nicht. Ansonsten hat Du selbst Zeit für jeden Joke, da wundert mich die Aufforderung, andere dafür zu bemühen oder bezahlen zu wollen.
  22. Leider muss ich absagen ... mein Interesse ist nicht-kommerzieller Natur. Wir schauen auf so viele Programme engagierter Kinos, und da wäre eine "Korrektur" oder ein Workflow unnötig. Die machen das selber professionell. :rolleyes: [schöne Grüsse von der "Tanya" - alias Geraldine Chaplin]
  23. Vom Album 70mm- und Panorama-Shows in Berlin

    Die westberliner Premiere fand am 13.9.1962 in 35mm statt: im 'Cinema Paris' am Kurfürstendamm. Vermutlich handelte es sich um eine Technicolor-Kopie: über das Tonformat (mit oder ohne Magnetton) ist nichts bekannt. Wenig später gibt es auch 70mm-Einsätze im 'Capitol' am Lehniner Platz und im 'Sportpalast'. Ab Mitte der 1960er Jahre feiert der berühmte Film auch Triumpfe in den rund 30 ostdeutschen 70mm-Filmtheatern, unter anderem im 'Kino International' an der Karl-Marx-Allee 33 in Berlin, dort ab dem 25.5.1975 [wir suchen hierzu noch Dokumente und Anmerkungen von Zeitzeugen - melden Sie sich bitte!] Anbei das Wiederaufführungsplakat zur Bewerbung der kommenden Sonntagsmatinee. -- 'Kinomuseum Berlin e.V.' leitet die diesjährige Reihe vieler Jubiläumsvorführungen der WEST SIDE STORY mit einer triumphal farbwertigen und hochauflösenden 70mm-Kopie ein - lichtbestimmmt und im Kopierwerksprozess 1992 überwacht von Regisseur Robert Wise persönlich. Der Breitfilm wurde kopiert direkt vom 65mm-Kamera-Negativ. Das gewährleistet, in exklusiver Roadshow-Güte ohne die bildtrübenden Zwischenschritte über heute übliche Duplikatkopierungen ("Internegative") zu einem traumhaften Ergebnis zu gelangen. Ein Erlebnis mit einer "Anmut, als kniete man vor den Kathedralenfenstern Marc Chagalls", behauptete einmal ein Gast. WEST SIDE STORY - der Auftakt in Berlin zum Jubiläumsjahr der Weltpremiere: farbprächtige 70mm-Todd-AO-Vorführung am Sonntag, 9.1.2011 um 11.00 Uhr im Kino 'astor Film-Lounge'.

    © (c) United Artists, Kinomuseum Berlin e.V.

  24. Noch mal zurück zu DOKTOR SCHIWAGO und den Ankündigungen heutiger Kinos - man hat mich lustig darauf hingestossen: auf der Website von Schauburg Karlsruhe wird nun ein DOCTOR SCHIWAGO [also mit "c" im akad. Tit.] angekündigt, der aber, falls auf englisch, DOCTOR ZHIVAGO im Titel hätte. Neben dieser ersten Irritation las man eine Inhaltsangabe und glaubte sich nach Schicksalsbeschwörungen einer "Tanya" im falschen Film. Gehört das zu den neuen Silvester-Rätseln von @preston sturges, oder hat Boris Leonidovich Pasternak seine Heldin umbenannt? Der Originaltext: Die weltberühmte Verfilmung des gleichnamigen Romans von Nobelpreisträger Boris Pasternak, in dem die schicksalhafte Begegnung zweier Menschen vor dem Hintergrund der russischen Revolution, die die Liebe der beiden zerstört, geschildert wird. An Neujahr um 15 Uhr präsentiert in 4-Kanal Magnetton auf der großen Schauburg-Bildwand. Der russische Arzt und Dichter Schiwago führt in den Jahren vor und während der Oktober-Revolution ein bewegtes Leben: Das individuelle Schicksal des Helden berührt sich mit den politischen und militärischen Ereignissen seiner Zeit, wobei freilich die privaten Leidenschaften deutlich im Vordergrund stehen. Schiwago (Omar Sharif) ist mit der Aristokratin Tanya (Geraldine Chaplin) verheiratet, doch er verliebt sich in die ebenfalls verheiratete Lara (Julie Christie). Während des Ersten Weltkrieges und der Revolution werden Schiwago und Lara, die seine Dichtung inspiriert, immer wieder zusammengeführt, aber auch ebenso oft wieder getrennt. Ihre Liebe ist letztendlich zum Scheitern verurteilt. David Leans äußerst publikumswirksame Inszenierung schwelgt in monumentalen Stimmungsbildern und beeindruckt durch ihren langen Atem in der Abfolge lyrischer und dramatischer Momente. Einer der größten Kassenerfolge der 60er Jahre, der wie kaum ein anderes Kino-Opus die gängigen Vorstellungen vom "alten Rußland" prägte und verfestigte. Interessant auch die Weltsicht, eine Revolution sei der Feind der Liebe. Umgekehrt wäre es nach Marx richtig: indem die Klassenherrschaft niedergeworfen wird, fällt auch die Ausbeutung der Frau und die Geschlechter-Entfremdung. Historisch folgte diese Revolution auch dem Zusammenbruch des alten Systems und dem Krieg alter Kolonialmächte untereinander (sog. "Erster Weltkrieg"). Dass am Ende solcher Plattitüden letztlich auch noch ein Filmdienst-Text - ohne Kennzeichnung und Absatz - mit angebaut wird, erweckt wenig Vertrauen in eine fundierte Programmarbeit.
  25. Die "Mahnung" nehme ich gern an. Und erwidere sie etwas keck und in die andere Richtung: bitte künftig mehr Sorgfalt + Urteilskraft bei Auswahl und Beschreibung von Filmkopien/Kopierungen walten lassen: das schützt Dich vor langen Gesichtern ... -- Die LehmanAdaptionen sind nach dem, was ich erfuhr, nicht unumstritten. Zur Sachlichkeit gehört eben so, nicht der @preston-sturges-Neigung zu verfallen, zum Künstler/Produktionsmitarbeiter als Genius in ein Anbetungsverhältnis zu treten, vor dem jeder Einwand schweigt. THE SOUND OF MUSIC: ein mutiges Kunstwerk, oder eher ein klischee-behaftetes Unterfangen? Man wird fragen dürfen. Und aufgrund seines Drehbuchs allein schon ein "hervorragender 70mm-Film"? William Wyler, der Regisseur erster Wahl, der mit Lehman das Projekt erörterte, dürfte seine Gründe gehabt haben, die Arbeiten daran beendet zu haben. NORTH BY NORTWEST bewundern viele in erster Linie optisch und musikalisch: weniger wegen der Dialoge und Story, die nur den Plot bilden. HELLO DOLLY - wieder Lehman - scheiterte wohl auch an seinem Konservatismus und fand keinen nachhaltigen Zugang zum zeitgenössischen Publikum. VIRGINIA WOOLF traf ihn dann aber zielsicher. Aufschlussreich sind damalige Kritiken zur Erstaufführung der Filmversion der WEST SIDE STORY, wie ich sie vor ein paar Wochen aufgabelte: die Texte von Sondheims "Liebessongs" und die Technicolor-Ästhetik dieser Szenen werden als eine Verwässerung des sozialkritischen Anliegens und der "dynamischeren" Musik Bernsteins zum Einwand erhoben. Die damalige Kritik, es lohnt so9was zu lesen, um nicht auf der Nostalgie-Schiene zu stolpern, stand allerdings mehr dem italienischen Neo-Realimus nahe als der amerikanischen Sichtweise der Klassenwidersprüche. Als nicht überzeugend galt auch die Paarbildung von Natalie Wood mit Richard Beymer, denen keine Liebe anzumerken sei. Besonders Beymer geriet dabei in die Kritik. „Das „Romeo und Julia“-Thema in einem von Puertoricanern bewohnten Armenviertel von New York: die blutige Auseinandersetzung zweier Halbstarken-Banden, verflochten mit einer pseudotragischen Liebesgeschichte. Als ein Musical mit der faszinierenden Musik von Leonard Bernstein von bemerkenswerter Qualität, die auf dem Zusammenklang glänzender tänzerischer Leistungen, optischer Einfälle und gelungener Persiflage des Milieus beruht. In der zweiten Hälfte des Films gewinnen Sentimentalität und reißerische Dramatik die Oberhand.“ – Lexikon des internationalen Films
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