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cinerama

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Alle erstellten Inhalte von cinerama

  1. Nun, wenn einige posten "alles tot", dann darf man schon mal auf schöne Kinostätten hinweisen (sind noch einige mehr), die man eigentlich nicht als Friedhof bezeichnen sollte. Fairness gegenüber Betreiberkollegen nennt man das.
  2. Züge, die abgefahren sind, kommen trotzdem an. Im Einsatz befindet sich anscheinend MEGAMIND http://kino-center-weil-der-stadt.kino-zeit.de/programm sowie YOGI BÄR http://www.movieplace.de/index.php?show=week und http://www.quadroscope.de/ (vermutlich SAW 3D - VOLLENDUNG aber nicht)? Angaben unter deutlichem Vorbehalt, um Korrektur wird freundlichst gebeten. Hörte hier, es wären mittlerweile 2 Installateure? [Nicht "Installierer", das wäre angliziertes Deutsch.]
  3. Wir kamen auch etwas später hinzu: Hoppe war sehr kurzweilig und amüsant. Er gab auch Autogramme und die Filmreihe läuft weiter. (Am 6.2.11 um 11 Uhr läuft nochmals GOYA, diesmal im 'astor', Kurfürstendamm.) Und als ich gestern aus der 'Komischen Oper' kam, lag ein Flyer bereit zu einer Filmreihe zum Leben und Wirken von Walter Felsenstein (berühmtester Regisseur dieser Oper), veranstaltet im BABYLON, Rosa-Luxemburg-Platz, Berlin. Ob es sich um Fernsehdokumentationen oder - erstmals? - um 35mm-Entdeckungen handelt, war nicht zu erfahren. Weiterhin ist soeben eine umfängliche und vollständige Vincente-Minelli-Reihe im 'arsenal' angelaufen. Inbesondere auf LUST FOR LIFE bin ich sehr gespannt (Anscocolor).
  4. @stefan: alles schön und gut und auch zu bestätigen (mit Ausnahme von Blu-ray Discs, die eminente Skalierbarkeitsprobleme auf DCI-Bildwerfern haben). Aber in diesem Thread geht es um Filmtechnik, nicht Videotechnik. Und um die "Skalierbarkeit" auf 35mm Intermediate und Printmaterial. Anscheinend ist das Wort Film ein solches Unwort geworden, dass man frech meint, im Filmvorführerforum filmkopiertechnisch deklarierte Fragen mit Videomüll volldröhnen zu müssen.
  5. Schwer vorhersagbar: Dolby brauchte 3 Jahre, um in jeder dt. Stadt wenigstens 1 Kino zu ergattern. DLP Digital Cinema siechte ab 2000 ein halbes Jahrzehnt vor sich hin und hatte nur jeweils einen Saal in Bochum, Köln, Berlin und Düsseldorf. Bei Einführung des 70mm-Verfahrens verhielt es sich ähnlich. CinemaScope hatte in Dtld. nach 1 Jahr kaum mehr Säle als das jetzige 3D von Technicolor. Beim Tonfilm: noch längere Spannen. Kommt auf den US-Markt drauf an (Vorreiterfunktion). In diesem Thread weiß keiner, wie es damit weitergeht, zu dünn ist der Informationshorizont. Daher lohnt keine weitere Diskussion im Moment. Aus USA hört man immer wieder, die Betreiber seien zufrieden damit. Von Klagen und Ressentiments der damit Operierenden habe ich noch nichts gehört.
  6. Sprechen wir gerne vom Kommerz: denn die Lebensfähigkeit von 35mm- und 4k-Systemen entsprang einst dem Kommerz und wäre dennoch kein Widerspruch zu Kunst und Sparsamkeit oder einer nicht-kommerziellen Produktion: der 4k-Prozess verteuert die Filmkopierung und Belieferung jedenfalls in keiner Weise. Der frühere, voll-analoge Duplikatprozess ebenfalls nicht: im Gegenteil. Erst die digitale 3D-Projektion führte zum Kostenanstieg. Dem arteigenen Kinoformat (35mm) schadete es sicher, dass ab etwa 1991 zu viele Serienkopien im Zuge des Overscreenings in Umlauf kamen und die Auslastung die Kosten kaum deckte. Nächster Schritt war daher die Elektronisierung des Kinos und übernächster Schritt wird vermutlich die Abwanderung des elektronischen Kinos aus ortfesten grossen Sälen in verstreute und auch ortlose Verwertungsräume sein. W. Allen käme vermutlich auch ohne digitale Postproduktion aus, ungezählte andere Filmemacher auch. Das Infragestellen bleibt m.E. stets legitim und gehört zur Gedankenfreiheit, und niemand würde die digitale Postproduktion "beseitigen" wollen oder können. Wenn Du nicht verstehst, warum ein Digital Source Master aufgrund veränderter Bearbeitungsschritte auch andere Filmkopiengüten nach sich, fehlt Dir der Einblick in die Produktion. Es gibt daher auch keine von Dir angenommenen "Ausnahmekinos" mit "Ausnahmestreifen" und "Schnellkopien". Kenne niemanden in der Plex-, Arthouse-, KoKi- oder Postproduktionsszene, der solche Begriffe in den Raum wirft. Auch ist der schlecht gewartete Bildstand in Kinos kein Argument gegen eine 4k-Ausbelichtung im Dupnegativ. Das hört sich fast an wie @oceanics Vergleich vom Filmkorn vs. 3D-Effekt. Das ist Spekulation, denn eine Auswertungspotential in "erster Linie" im DCI-Format setzt voraus, daß der Anteil an 4k-DLP-Bildwerfern in Kinos in den kommenden (sagen wir einmal drei) Jahren höher sei als der der 35mm-Projektoren. Zwar ist die Nachfrage nach den 4k-DLP (CP 2210/2220/Solaria usw.) derzeit hoch, aber der real existierende 35mm-Park überwiegt bei weitem und profiziert im Falle einer prinzipiellen Lieferung von 4k-Intermediates a. ab sofort und b. völlig kostenlos von diesem Qualitätssprung. Der normale Zuschauer sieht auch selten den Unterschied zwischen intakter 35mm-Projektion und DCI-Projektion, wurde oft genug berichtet und festgestellt. Eine bessere Filmkopie im Kino, die den Betreiber keinen Cent mehr kostet, ist jedenfalls kein Hindernis für die Unterstützung und Forderung auch der inhaltlich guten Filme. Das eine schliesst das andere nicht aus, sondern beides sollte sich gegenseitig aufbauen. Nur solange, bis etwa wirklich Besseres läuft. Von AVATAR wurde ja auch behauptet, er besässe eine tolle Bildschärfe. Das, was einige sahen, war aber etwas anderes: HDCAM-SR-Schärfe. Volle Zustimmung. Ergänzt um die Nachbemerkung, dass, da diese gute Sache den Betreiber und Projektionisten keinen weiteren Handschlag kostet, man sich doch sehr wundert, warum die gute Sache im Forum madig und lächerlich gemacht wird. Denn während diejenigen, die euphorisch auf den 2k DCI-Zug aufgestiegen sind und nicht alle über eine Nachrüstungsoption verfügen, jetzt gehandicapt sind, könnten sich die 35mm-Betreiber, sofern das 4k-Modell einmal Schule macht, über den Anschaffungswahn ihrer Kollegen bald köstlich amüsieren.
  7. Sehe ich genau umgekehrt. Und kommentiere: - 3D (AVATAR) oder 4k (SPIDERMAN II) wurden mit Blockbuster-Titeln salonreif gemacht, nicht mit Low-Budget-Produktionen. - Deutsche Synchronisationen führen zu keinen Startverzögerungen oder Komplikationen beim 4k-Work-Flow - "Standard IN-Ausbelichtung" und "High Speed"-Kopierung als Fachterminus finde ich ungebräuchlich. Immerhin hat (nicht nur) ARRI am 4k+-Prozess ebenso wie am LUT gearbeitet (seit 2004 schon auf der IBC mit dem Grass Valley Spirit 4k, lustre-Suite sowie 32 but-Farbtiefe vorgestellt). Ein Report anbei (mit tlws. etwas laienhaft kompilierten Auflösungsschemata): www.arri.de/?eID=registration&file_uid=3525 - Nachwievor beklagen Filmemacher und Filmfachleute, dass sie jederzeit auf der Bildwand den Unterschied zwischen einer vom photochemischen Originalnegativ kopierten 35mm-Rolle sowie einer 4k-Ausbelichtung erkennen würden, auch wenn Ihnen der Film unbekannt sei und keine Informationen über den Kopierprozess vorlägen - Nachwievor wirtschaften mehr als 80% der Filmtheater weltweit auf Basis des vielfältigen 35mm-Films. Potentiale nutzt man - man zerstört sie aber nicht. - Zwangsbeglückungen per VPFs mit 4k-Projektoren bringen wenig Nutzen, da, wie @Stefan2 selbst einräumt, Story und Produktionswert eines Blockbusters davon nicht spürbar aufgewertet werden konnten (beim 70mm-Filmprozess war das noch anders: das "zog" die Technik und war auch verkoppelt mit geigneten Groß- und Panorama-Bildschirmen ... währenddessen die meisten 4k-Dijektoren in den eher kleineren Sälen der Multiplexe untergebracht wurden und andererseits unabhängigen Kinos oder Programmkinos den Todesstoss versetzen würden) - @Stefan2 beklagt beim deutschen 4k-Prozess die Filme in der (technischen?) Qualität des kleinen Fernsehspiels. Wenn das so ist, dann gibt es ja keine Notwendigkeit zum Einbau der SXR-Projekoren, zumal AVATAR und TRON LEGACY auch im 2k- und 3D-Prozess reüssieren. Da aber neben Fernseh- und Computerproduktionen viele Filmemacher noch ganz normale Kinofilme mit 35mm-Kameras drehen, ist die 4k-Ausbelichtung bei 35mm, dort, wo sie angewandt wird, seit Jahren eine Erleichterung im "digitale Nadelör": von @magentacine bereits rundum schlüssig zusammengefasst, woran auch nichts zu rütteln ist. Ganz meine Meinung. Das ist wirklich eine Schande. Es klingt doch absurd, daß ständig in Pressevorführungen die DCPs (Digital Cinema Packages = Consumer-Festplatte) neuester Blockbuster vor Schreck "erstarren" (Bild eingefroren und surrender Störton im Saal - wie kürzlich im SONY-Zentrum am Potsdamer Platz: wo übrigens trotz aller hier werbenden SRX-4k-Verkäufer überall 2k DLP-Beamer verbaut sind. Oder Schlüssel nicht freigeschaltet sind). Ausserdem könnten vielleicht 90% aller Kinofilme auf jedwede digitale Nachbearbeitung verzichten - auch wenn deswegen gleich ein Sturm der Entsürtung losbricht... Mal angenommen, man hätte diese Gestaltungsmittel nicht an der Hand, so müsste man sich ja wieder Gedanken darüber machen, wie man mit wirksamem Schnitt, ausgeklügelter Photographie, durchdachter Set-Beleuchtung und geschickter Regie endlich wieder eine dramatisch "unter die Haut" gehende Wirkung erzielen könnte.
  8. Kurzer Einwurf (denn ich bin nicht der Angesprochene): Die Argumentation ist widersprüchlich. VPF sei gut für DCI und schlecht für TC 3D (den US-Markt betreffend), würde ich hier herauslesen wollen. Jedoch wird durch jede VPF der freie Programmzugriff, der gerade erst propagiert wurde, stärker eingeschränkt als je zuvor. Bei TC 3D wäre die VPF glücklicherweise nur auf das Kontingent von 3D-Filmen und auf die USA bezogen, nicht auf das gesamte Jahresprogramm. Redet man im weiteren das Wort den freien Progammzugriffen (was ein Vorteil der Medialisierung [der Elektronisierung, präziser benannt: der Digitalisierung wäre], gibt es auch keine moralische Berechtigung mehr, den Mitbewerber davon abzuschneiden, wie hier zu lesen ist. Je mehr Mitbewerber, desto freier die Gesellschaft - das würden selbst die Marktliberalen als Credo ausdrücklich verteidigen wollen. Ich gehe noch einen Schritt weiter: die individuelle Befreiung durch das Internet und die Digitalität liegt gerade darin, den freieren Zugang zu befördern. Was künftig auch für international auf allem Medienplattformen vermarktbare Filme gilt, denn anders macht der elektronische Vertrieb und der Widerstand gegen ein exklusives Filmtheaterformat (wie 35mm) keinen Sinn, wenn man nicht überall und ohne Schutzfristen präsent sein kann. Andersherum bedürfen Kinos der Schutzfristen und als Immobilien eines möglichst exklusiven Angebots und der Bewirtschaftung durch Spitzenkräfte in der real existierenden Marktwirtschaft. Diese Konstellationen bildeten sich in der Monopolisierung der 1910er Jahre als ortsfeste Filmtheater heraus - entgegenstehend dem Massenmedium der Schellackplatte oder des Radios. Lichtspiele konnten und mussten exklusiv in sog. Film-"Theatern" besucht werden. Und auch die Fernsehverkäufe ab Anfang der 1950er Jahre waren nicht lukrativ genug, um das Produktions- und Verwertungssystem grundsätzlich infragezustellen. Ironischerweise ist gerade Technicolor 3D (ohne die weltbeste Technik darzustellen) ein technisch nicht austauschbares, explizit für Filmtheater eingeführtes Format. Bedenklicherweise sind gerade die in der Kalibrierung moderneren Technologien bei DCI diejenigen, die über abgewandelte Blu-ray-Codecs in abgespeckter Version in verblüffend ähnlichem Gewand auf den Heimkinomarkt drängen. Bestürzenderweise sind gerade die neuesten 3D-Kinoinstallationen (in dieser Stadt im Sony-Zentrum sowie an der Hardernbergstr.) dauerhaft so dunkel und unscharf, daß man den Technicolor-Präsentatoren vom letzten Februar ihre Doofheit, in alter Vorführermanier nicht einmal die Bildschärfe nachgezogen zu haben, leicht verzeihen möchte. Die Präsentation war allerdings lange nicht so dunkel und kontrastschwach wie in den erwähnten DCI-Häusern der Hauptstadt). Das alles stellt massiv jeden Druck infrage, die Kinos zwingen zu wollen, auf diesen Zug aufzuspringen, der zu ständigen Umrüstungen ("konvertieren" genannt) oder durch zu viele alternative HD-Programmsparten eher davon wegführt, was den althergebrachten Kinobegriff ausmachte. Wenigstens hätte man gerne gewusst, wohin die Reise in neuen Zügen gehen soll; aber, @preston sturges hat es erwähnt, dieses Ziel ist vorher nicht klar deklariert worden. Man fährt also mit, weil alles das so machen und man nicht zurückbleiben möchte - das wäre der einzige einleuchtende Grund für die Akzeptanz des DCI-Cinemas. Fast 17% Besucherrückgang in diesem Jahr - trotz AVATAREN - zeigen eigentlich ganz woanders einen Handlungsbedarf. Kino in der noch heute allgemeinverbindlichen Form könnte es in schon wenigen Jahren nicht mehr geben, weil die treibenden Kräfte des Marktes die theaterbasierte Form nur als einen Partner unter anderen betrachten, auf den man im Ernstfall auch verzichten könnte. Man wird den Theater sicher nicht die Verwertungsmöglichkeiten verschliessen, allerdings ist es dann deren Sache, wie sie aus dem grossen Medienkuchen ihrer Schnitte noch habhaft werden. Je mehr alternativer Content in den Filmtheatern gespielt würde, desto vielfältiger und bürgernaher könnte der Versammlungsort werden. Umso mehr aber auch schwächt er sein Profil als Bastion für exklusive Spielfilme, wie wir es aus dem 20. Jhd. gewohnt sind. Angesicht dieser bedrohlichen Szenarien Geräte für EUR 80.000 anzuschaffen oder gar noch Virtual Print Fees und Third Parties zu bedienen, empfinde ich als Hohn. Gäbe es ein ausreichendes 3D-Angebot auf 35mm in Deutschland, könnte man dieser schleichenden Unterwanderung der Kinos eventuell entgegentreten und die tradierte Branchenstruktur, die womöglich doch einige standortsichernde Vorteile hatte, verlängern.
  9. Höflich erinnert, wurde mehr als einmal behauptet und beklatscht: Na, das wird dann wohl ein wahres Arbeiter- und Bauernparadies, folgend dem, was die BWL-Genossen den (Bezichtigung von @preston sturges) "Ahnungslosen" hier verständlich machen wollen. (Jene Zeitgenossen erzählen jeden Tag was anderes, sobald der Wind sich dreht). :drink:
  10. Man sollte jedoch nicht zu sehr auf die Irrläufer in diesem DVD-Forum schimpfen, da die User solche Spezialinfos einfach nicht heranziehen können, die laut Produzentenauflage in verschlossenen Räumen lagern. Die ganze Debatte zielt ja auf die bestmölgliche Blu-ray-Disc-Erstellung, deren Reinheit sich alle anderen Medien unterzuordnen oder auch (unter Verlust) anzupassen haben. Ich sehe das schlichter: den Film so zu lieben, wie er ist, was mir genügt - und weniger den Markt, der etwas fordert, was sich als neu verkaufen lässt oder was man erst verwandeln muss, damit es als Produkt der Neuzeit sich verkauft. Darum las ich den Thread nicht zuende, weil die Probleme und Bedürfnisse der dortigen Konsumenten mir oft fremd und überzogen erscheinen.
  11. Während bei den Majors noch gemunkelt wird, schafft Arri München für den 35mm-Markt Tatsachen. Der Startschuss zur künftig generellen Ausbelichtung der 35mm-Kopiernegative mindestens in 4k-Auflösung ist gefallen. Die Bildgüten werden - zumindest die Auflösung betreffend - mindestens wieder das Niveau der 1990er Jahre erreichen respektive übertreffen. Um ganz deutlich zu werden: unter den 4k-Standard will man in der münchener 35mm-Postproduktion nicht mehr zurückfallen. [ich gehe aber auch von Kundenwünschen niedrigerer Standards aus, denen man sich letzlich nicht verschliessen wird.] Das stellt m.E., sofern dieser Mindeststandard auch die ausländischen Companies erreicht, die Notwendigkeit einer "flächendeckenden" Kinodigitalisierung, wie Dr. Bernd Neumann sie fordert, infrage.
  12. Gut argumentiert. Eindeutig wird hier durch Präferenz für "Infrastrukturerneuerung" (durch Ansiedlung der immerselben Handelsmarken) der Verödung der Städte Vorschub geleistet. Langfristige Standortinvestionen wie Theater- oder Kinobauten dem schnellen Basar zu opfern, fällt in der geistigen Höhe der Zeit noch hinter die Erkenntnisse des frühen Kapitalismus der Kaiserzeit zurück. Wir werden aber in dieser Rubrik noch die Schliessung von Multiplexen erleben, die nicht den Bruchteil an Betriebsdauer der Traditionsstätten erreichen dürften. Andersherum, wenn schon der Staat das Gemeinwesen ruiniert, ist es Aufgabe von Bürgerbewegungen, das Schicksal (und ihre Lebensräume) selber in die Hand zu nehmen. Ich denke da an die sehr achtbaren Erfolge der Hausbesetzerbewegung vor etwa 30 Jahren.
  13. Die Benannten und Zitierten sind hier in Berlin gut im Geschäft. Um nicht in Missverständnisse hineingezogen zu werden, nur kurz der Vermerk meiner Sichtung des OCN im Sommer des Jahres: wirklich guter Zustand. Auch die Sichtung einer Filmkopie aus den 1980er Jahren ergab keine besonderen Auffälligkeiten, um standardisierte A.R.s abändern zu müssen. "CinemaScope-Dreh", so wie in den Credits erwähnt, scheidet aber nach Prüfung des Negativs aus. Bei Ultrascope käme man evtl. weiter (allerdings habe ich in dieser Woche keinen Zugriff auf das Archiv, um die Produktionshistorie nachbilden zu können: könnte @magentacine vielleicht fündiger werden??).
  14. Nicht in den analogen Kopierwerken.
  15. cinerama

    Mein Freund Godard

    --- Schreibkorrektur in Zeile 2: es heisst nicht "Antiemistische", sondern richtigerweise "Antisemitische". --- Enschuldigung für den Tippfehler.
  16. cinerama

    Mein Freund Godard

    Den Mut Godards zur Radikalität bewundere ich mehr als den Drang Cohn-Bendits ins Establishment. Aber Cohn-Bendit berührt einen wunden Punkt, der Teilen der damaligen ausserparlamentarischen Opposition auch als Ausfall ins Antiemistische unterstellt wurde: gemeint ist der Fehler, nach den Erfahrungen des Zweiten Weltkrieges den Angehörigen des sog. auserwählten Volkes plötzlich mehr Klugheit, Heiligkeit und Unfehlbarkeit abzuverlangen oder nachzusagen, in der Erwartung, gerade die Verfolgten müssten es künftig am besten machen. Und wenn nicht, so seien sie nur die Lakaien des in Nahost sich niederlassenden US-Imperialismus und Unterdrücker eines flüchtenden Drittweltvolkes, das ihnen militärisch nie das Wasser reichen könnte. In späteren Jahren wurde die Lage komplizierter: sowohl Irak wie Iran waren in der Lage, einen Angriffskrieg gegen Israel zu führen. Er brach bis heute nicht aus, aber die aktuelle Rhetorik des Machthabers aus Teheran wäre in ihrer Umsetzung schlimmer als jede Landnahme und jeder orthodoxe Judaismus, die sich in überschaubarem Rahmen bewegen. Godard als Befürworter der palästinenstischen Befreiungskämpfer befindet sich daher mitnichten in der Bastion Amadinischads (und dessen Credo: "Israel muss von der Landkarte verschwinden"). Auch nicht in der Bastion der Schuldverdränger oder "Aufrechner" (von denen wir in Deutschland immer noch zu viele haben). Ich kann auch nicht erkennen, dass er sich zur jeweiligen Zeit in seinen Bewertungen völlig geirrt hätte.
  17. Den Diskurs zum sowjetischen Panorama-Kino könnten wir fortsetzen? -- Dennoch in kurzer Unterbrechung ein weiterer Vorführhinweis für LORD JIM, morgen, um 11 Uhr in Berlin. Erfreulich, dass in der verjüngten Presselandschaft mitunter ein Funke für die verfemten und untergegangenen Epen neu aufglimmt. Es ist also noch immer ein Wert, einen aufwendig und langwierig produzierten Film in einem Auditorium zu erleben, obwohl dort nie die Perfektion möglich ist, die man mit calibrierbaren Heimkinoanlagen und Director's Cut- und sonstigen x-Versionen sich zuhause nach eigenem Geschmack zubereiten könnte: die neuen Silberscheiben leben ja von der Behauptung, nur sie hätten das echte und das wahre Kino zurückgebracht und Ultimate Editions erschaffen. Neben "TIP" und "ZITTY" auch ein Artikel in "NEUES DEUTSCHLAND" zu dieser (arg frühen) Matinee: »Die drei Monate in Kambodscha waren ein Albtraum. Wir standen bis zu den Knien in Eidechsen und allen möglichen entsetzlichen Insekten, und alle hassten uns.« So sollte sich der irische Schauspieler Peter O’Toole später über den Dreh der Joseph-Conrad-Verfilmung »Lord Jim« äußern. Die Hollywood-Produktion – 1964 von Regisseur Richard Brooks als farbenfrohes und actionreiches Monumentalepos in Fernost gedreht – stand anfangs offenbar unter keinem guten Stern. [...] Auch als der Film in die Kinos kam, fiel er bei Publikum und Kritik zunächst durch. Doch heute gilt er als Klassiker und ist im Rahmen der Matinee-Vorführungen von 70mm-Filmen aus den 60ern in der Astor-Filmlounge (wieder) zu entdecken. zit. aus: http://www.neues-deutschland.de/artikel/186214.70mm-im-dschungel.html Website: http://www.astor-filmlounge.de/filmprogramm/film/lord-jim/ Erschaffen in 70mm - plastisches Sehen ohne Brille! Bildrechte bei Columbia Pictures, 1965
  18. IMAX 3-D sollte, da viel in 65mm gefilmt wurde, allemal schärfer sein. Aber auch für die Ausbelichtung und Kopierung gilt: je grösser das Format, desto stärker ein der Kontrastzuwachs (das ist bei 35mm auf 70mm in der Blow-up-Kopierung bekannt seit den 1960ern). Bei IMAX DMR verhält es sich noch etwas anders, aber auch hier ist das Printmaterial zu einem grösseren Kontrastumfang fähig als eine DLP-Projektion. Durch Interpolationsverfahren und den 4k uprezz können auch reine 2k Produktion schärfer werden. Das gilt auch für analog gedrehte 35mm-Filme, die den DMR-Prozess durchlaufen und dann auf IMAX 70mm durchaus erfolgreich mit einer 2k DLP-Projektion konkurrieren können. Nimmt man den Innovationsfilm AVATAR allerdings, war er auf keinem Medium wirklich scharf, ausser auf der Blu-ray Disc. :???: Die, die von Schärfe sprachen, meinten etwas anderes. Immerhin war er auf IMAX-70mm vollformatig (window box) und ausreichend hell. Jedenfalls würde ich gerne HiFi-Stereo 70-Filme und Stereo-70 auf 70mm sehen wollen (wir haben dazu in Berlin die Projektionsmöglichkeit), um ein authentischeres Bild zu bewerten.
  19. Mit vermutlich beschränktem Sichtwinkel. Aber jenseits der momentanen Schwierigkeiten gehört die Zukunft den wirklich fortschrittlichen Technologien: dem brillenlosen 3D eben so wie der Laserprojektion. Wenn schon in der Holographie Fortschritte erreicht werden und schon 1970 70mm-Film nach dem Linsenrasterverfahren in Moskau Erfolge zeitigte, wird klar, dass es mit "Sehkrücke" und "Trübkonstrast" wie im heutigen Kino so nicht weitergehen kann. Wenig "realD"-imensionale Bilder von 2010, die schlechter aussehen als guter 35mm-Farbfilm schon vor 75 Jahren (3-streifiges Technicolor - mit pseudoplastischer Bildwirkung aufgrund der Farbsteuerungsprozesse) werden doch in diesem Jahrzehnt nicht das letzte Sagen haben, oder?
  20. Mutig gesagt. In dieser Stadt (und mit dem hiesigen sog. "Filmmuseum") könnte man deswegen einen vehementen Dissens anstimmen. Dort scheut man sich auch nicht vor Werbeveranstaltungen mit völlig unbekannten Dienstleistern, die (darin unreflektiert und unhinterfrage seitens der Kinematheks-Kuratoren) in amerikanischer Showmanier auf den Symposien im Filmhaus am Postdamer Platz neue Datenspeicher präsentieren, die a. LKW-Unfälle überleben [erinnert an den Film "T2"] oder gar tausend Jahre überleben. Länger wie Gorleben. Die, die das propagieren, haben auch mit Film sonst nichts zu tun, obwohl sie funktional damit betraut sind. Und in den heutigen Filmmuseen gibt es ja auch fast keine Filmtechniker mehr, sondern nur welche, die das vom Hörensagen kennen. Nicht, dass man sich darüber nicht freuen könnte, was gut und sicher irgendwie mal digitalisiert ist - wie über jede technische Neuerung man sich freut, die partiellen Nutzen bringt. Aber hier geht es primär nur ums Geschäft, um Marktverdrängung und Marketing. Dem sich Filmmuseen und KoKis leider blauäugig unterworfen haben - und selbst einmal vom Markt weggespült werden könnten. Ansonsten hängt die Geschichte des Films im 20. Jhd. mit einem perforierten Transparentträger zusammen, wenn das heute noch straffrei bleibt, einmal erinnern zu dürfen. Das ist ein spezifisches Medium mit eigenem Charakter. Man baut ja auch keine Geige und setzt ihr, anstelle der Saiten bunte LED-Leuchten und Tongeneratoren ein. Ausserdem fällt auf, dass die meisten, die so enthusiastisch die Digitalisierung entdeckt haben (die es seit 40 Jahren gibt), am wenigsten um die Zusammenhänge wissen und zeitlebens nie im Kopierwerk waren. Sondern sich einfach nur ein leichtes Leben machen.
  21. Der Filmwissenschaftler Karl Sierek schreibt: »Was war das Auge Gottes im neunten Wiener Gemeindebezirk vor seiner Renovierung im Jahr 1990? Ein jubilierender Aufschrei der Lichtspielkunst, ein Rufzeichen vergangener Monumentalfilme. Und heute: Gottlos geworden und somit der Allwissenheit verlustig gegangen, wirkt das Auge wie der lichtbringende Erzengel Luzifer nach seinem Sturz: entrechtet und nur als Seitenflügel eines Coca-Cola-Tempels im Nachbarhaus geduldet.« ("Aus der Bildhaft", Sierek, Karl: a.a.O. S. 1.)
  22. Auf 35mm-Film?
  23. Das hört sich doch recht positiv an, da damals das Lagerdenken noch stärker ausgeprägt war, und ein Mann des knallharten Box-Office-Denkens hier eine Schneise für die aufkommende Programmkinobewegung bereitet. Wo auf der anderen Seite die Programmkino-Hardliner es lange verpönten, Lean, Kubrick oder Hitchcock zu zeigen, weil zu "spekulativ". Im Zeitgeist der 70er Jahre allerdings verständlich. So konnte man auf kinematographischen Gebiet und dem Durchführen des Kanons des "Filmkunstkinos" eher mit den liberal-konservativen und etablierten Kinofürsten etwas unternehmen als mit den Revoluzzern mit ihrem Interesse mehr an einer Politisierung: wobei leider Filmästhetik oft ins Hintertreffen gerieten. Da man ja mit den Alt-68ern täglich zusammen ist, sind die Scherers der Sechziger Jahre für mich die wahren Entdeckungen und Vorbilder. Verwandt und in dieser Linie liegt auch Flebbe. Man sollte mehr Bücher über solche für die Kinolandschaft prägenden Figuren schreiben. Wenn ich das nicht durcheinanderbrachte, war Scherer auch bei Premieren in Österreich und der Schweiz zugegen, vermutlich mit kontinentalen Befugnissen ausgestattet? Der Vater des (erzkommerziell erscheinenden) Projekts, Gandert, ist aber auch Derjenige, der länger als irgendjemand sonst die Exilantenforschung vorantrieb. Sonst fällt mir nur noch Günter-Peter Straschek ein (in 35mm im Okt. 2010 auf der Viennale wiederaufgeführt), der zur Zeit der APO aufgrund seines radikalen Engagements vom späteren Kinematheks-Direktor Rathsack aus der dffb "religiert" wurde. Ob Gandert und Straschek sich verstanden haben? Gandert ist Mitgründer des doch weltberühmtem 'arsenal'-Kinos in Berlin. Da ich mich über diesen Boulevard beschwerte, bot er einem gestern noch galant ein Rederecht für Gehässigkeiten an. Hinterher tat mir das dann leid. Denn es hilft ja auch nicht, auf die Pro7-Fassade des Boulevards Farbbeutel zu werfen, wenn die Erinnerung an die Exilanten tatsächlich - so Ganderts Befürchtung - in Vergessenheit zu geraten droht. Er scheint auch an jeder Gedenktafel wie an eigenen Angehörigen zu hängen - die ihn über Jahrzehnte der Forschung "begleiteten". Daher hat ihn das mitgenommen, dass die Plaketten durch das Granulat immer mehr verkratzen (Fertigungsfehler). Dieser Boulevard ist trotz multimedialen Schnickschnacks auch nicht gut besucht, und man kommt nicht umhin, sofern man dieses Modell der Aufarbeitung nicht mitvollziehen kann, selber die Exilanten-Gedenken voranzutreiben. Da bin ich ja der Meinung, es gibt nichts Besseres, als deren Filme zu zeigen. Und der Etat für den Boulevard hätte vielleicht 1000 neue 35mm-Kopien Realität werden lassen können. Aber dem widerspricht natürlich das Interesse der Stadtplanung an attraktiven Orten, die geschichtlich als Mahnmal oder Monument fungieren: und somit Werbemittel im Tourismus hergeben (denn mit einer Filmkopie lassen sich keine Berlin-Kataloge füllen).
  24. Wollte kommen, denn Person und Thema interessierten sehr! Grassmann und dann noch Eckelkamp, der PLAY TIME nach Deutschland brachte! Gibt es einen Videomitschnitt? (Leider gestern zeitgleich Mitgliederversammlung des Förderkreises des Museums für Film und Fernsehen. Ohne Antrag - aber aufgrund eines Schreibens zum "Boulevard der Stars" - wurde einem das Mikro in die Hand gedrückt, danach stürzten auch die Temperaturen unter Null).
  25. Das könnte man gerne auch tun und es wäre sehr informativ mit Blick auf ein Zeitgefühl. Wirklich ärgerlich und weitaus weniger lustig wird es aber, dass neueste BD-Editionen wie SOUND OF MUSIC, ALIEN, ALIENS, GLADIATOR so gut wie nichts mehr mit dem Filmlook oder, ich ergänze, einer perfekten Abtastung und filmgetreuen Nachbearbeitung zu tun haben. Bei LAWRENCE OF ARABIA ohnehin nicht: was der Grund wohl ist für den hohen Preis dieser Technicolor-Kopie.
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