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cinerama

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Alle erstellten Inhalte von cinerama

  1. Der Hausflyer für die berliner 70mm-Saison ist fertig - und in Verteilung. Das Trailering ist ebenfalls angelaufen: es läuft ein echter Technicolor-Trailer von Technirama-Matrizen. Kommenden Sonntag um 10.30 Uhr - in herbstlicher Frühe - geht es los. Wer noch sehr müde ist, kann die Filmpause zum Schlummern nutzen. Für den 7.10.2010 ist noch eine kleine Reminiszenz im Forum angedacht.
  2. In der Nacht zum 30.10. verstarb Hollywood-Legende Tony Curtis. Als Sohn ungarischer Juden wuchs er in der Bronx auf und setzte sich in Hollywood durch, gewann aber nie einen Oscar. Sein Schauspiellehrer war Ende der 1940er Jahre Erwin Piscator (der auch als Regisseur eines berliner Theaters am Nollendorfplatz berühmt wurde). Robert Sidomak gab im 1949 in GEWAGTES ALIBI die erste Filmrolle. Eine Oscar-Nomierung gab es dennoch für FLUCHT IN KETTEN (1958) an der Seite von Sidney Potier. Gleich in drei grossformatigen Technirama-Produktionen trat Curtis auf: TRAPEZ (1956), DIE WIKINGER (1959) und SPARTACUS (1960). Die grösste Popularität brachte ihm die Fernsehserie DIE ZWEI (mit Roger Moore) sowie Rollen der geschlechtlichen Ambuguität wie in MANCHE MÖGENS HEISS (USA 1959, an der Seite von Marylin Monroe)und SPARTACUS ("gebadet" von Laurence Olivier) ein. Im realen Leben war er sechsmals verheiratet - u.a. mit Christine Kaufmann und Janet Leigh - und zeugte eben so viele Kinder. Eines seiner letzten Interviews: http://wn.com/Tony_Curtis http://dlisted.com/node/39053 http://www.tagesschau.de/multimedia/bilder/curtis112.html Als filmhistorische Hommage an Tony Curtis zeigt das Berliner Kino 'astor Filmlounge' am 10.10.2010 um 10.30 Uhr Stanley Kubricks SPARTACUS (rekonstruierte Breitwand-Version in 70mm 6-Kanal-Dolby Magnetton und neuen Farben) - einschliesslich der ausladenden "Schnecken- und Austernszene". Karten über http://www.astor-filmlounge.de/tickets-kaufen/film/spartacus/ Bild: Universal Classics:
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  3. cinerama

    Sarrazin

    Was @Nizofilmer konstatiert, hat nachwievor Allgemeingültigkeit für alle Länder - mit ähnlichen Ängsten vor der "Überfremdung". Die greift überall dort, wo angestammte Besitztümer und scheinpatriotisches Selbstwertgefühl durch soziale und regionale Umbrüche erschüttert werden, die durch Anderes verursacht wurden. Die sozialen Schieflagen haben die angestammten Bevölkerungen und ihre Regierungen selber zu verantworten, nicht die Flüchtlinge oder Migranten. Auch sind diese "Phänomene" Folge der Globalisierung des hegemonistischen Marktprimats sowie der Immobilien- und Bankkrisen, aber auch der Hungersnöte und ethnischen Zersplitterungen in vielen Ländern der Welt, die von der westlichen Welt und Zivilisation bekanntlich mit erschaffen und gefördert werden. Eine "Festung Europa" (die sich abschirmt gegen alles Nicht-Leistungsfähige, Nicht-Landessprachliche, Nicht-Marktfähige, Nicht-Christliche) ist nicht der Beginn eines goldenen Zeitalters der Besitzstandswahrung und Heimatliebe, sondern die Aussaat kommender Kriege. Wenn im obigen Beitrag nun ein österreichischer Staatsbürger von deutschen Vorrechten und Privilegien gegen islamische Unterwanderung schwärmt, spricht er zumindest nicht für die auf deutschem Staatsterritorium geltende Rechtslage, die durch einige sinnvolle Verankerungen des Menschenrechts im GG festgelegt sind. Und im übrigen auch nicht, eben so wenig wie Sarrazin, für die Stadt Berlin - die ich glaube durch täglichen Kontakt hinsichlich der vermuteten und der realen Potentiale der türkisch- oder arabischstämmigen deutschen Staatsbürger und auch Nicht-Staatsbürger ganz gut zu kennen. Auch dort kursieren einige Vorurteile (zumeist nicht gegen die Christen, sondern gegen die Juden - und das vornehmlich aufgrund derer bisweilen expansiven Besatzungspolitik in Palästina), aber von Säuberungen spricht keiner. Eher ist unter den Deutsch- und Arabisch-Stämmigen hierzulande ein der Antisemitismus zu beklagen, der leider auf einer von der trotz eines voll-demokratischen Systems in Israel nicht auf faire Teilung mit den Nachbarvölkern beruhenden Tagespolitik basiert, welche zu brandmarken uns Deutschen indertat nicht zusteht, weil wir massgeblich mit Auslöser des Exodus waren. Die zu heute annektionistischen Tendenzen der damaligen Opfer führte - gleichwohl Israel und arabischstämmigen Bevölkerungsanteil mit ihrer Religion und Kultur wirtschaftlich nicht lebensfähig wäre und entsprechend tolerant bleibt. Daher erwähnte @Nizofilmer das Syndrom der "Täter-Opfer-Umkehr". Beispiel: viele Deutsche erwarten ausgerechnet von den Israelis mehr "Moral" als Deutsche sie je hervorbrachten. Man kehrt etwas um, um sich selbst von Schuld und Komplexen reinzuwaschen. Und relativiert damit das Verbrechen, das nachweislich von der "eigenen Heimat" (Heimatliebe?) millionenfach ausgingen. - Ein Symptom der Dummheit! Kritiseren wir also aktuelle arabische und israelische Politiken, landen wir stets bei der heutigen, letzten verbliebenen Supermacht, die ein massgebliches Interesse an der Spaltung der arabischen Völker hat - und israelische Annektionspolitik vornehmlich aus strategischen Gründen deckt. Hieraus speist sich wiederum ein platter Anti-Amerikanismus oder Anti-Semitismus einiger Arabisch-Stämmiger aber auch jüngerer Deutscher und nicht zuletzt auch der früheren 68er-Bewegungen. Das Dümmste ist dann, anstatt die Kausalfunktionen zu untersuchen, die stets rein politisch konnotiert sind (auch hinsichtlich religiöser oder atheistischer Extreme), wieder mit dem Finger auf das zu zeigen, was alles dem Besitzstands-Kodex der einheimischen "Patrioten" nicht gefällt, nur weil man glaubt in einem überlegenen System zu leben. Wer da mit vererbten genetischen "Schwächen", die pauschal zu Disfunktionalitäten führten, argumentiert, begibt sich leider doch in die rassistische Ecke. Ob das dann alles sofort faschistisch oder nazistisch ist, sei dahingestellt - aber die hier vorgetragene Rassenkunde ist nicht mehr oder weniger als der Keim zum Krieg. Mit "mathematischer Gewissheit". Und im Gegensatz zu den meisten von uns, die kein Wort einer arabischen Sprache beherrschen, lesen entsprechend arabischstämmige oder muslimische Mitmenschen auch die europäischsprachigen Internet-Foren und ziehen aus solchen Aussagen ihre Schlüsse. Und das ist "uns" doch kaum von Nutzem? [Der Thread hat mit Film und Kino nichts zu tun und bereichert m.E. die in der Branche Tätigen in keiner Weise. Weit eher wird hier ein Kampffeld aufgemacht, das der jahrunderalten Kultur in heute Österreich oder früher Deutschland nur Schaden zufügt und den Sündenbock bei den Schwächsten sucht, nachdem unsere einhemische Markt- und Sozialpolitik zunehmend durch Deklassierungen und Spaltungen von sich Reden machte. Soll doch dieser Banker Sarrazin, der mit Horst Köhler und Schäuble schon mit der kahlschlagartigen Wähtungs-, Wirtschafts- und Sozialunion sein Können unter Beweis stellte, möglichst bald auswandern!]. Wenn ich mir etwas wünschen würde, dann ist es die Sperrung dieses schmutzigen Threads.
  4. cinerama

    Sarrazin

    Viel zu wenige islamische Immigranten hier, könnte die Gegenthese lauten. Der Islam konnte Europa schon immer befruchten. Und: möglicherweise sind Muslime und säkulare Immigranten gleichermassen die modernsten Europäer: die die Zukunft mitgestalten werden? So waren die Juden, wird zurecht konstatiert, die ersten "Deutschen" - als in Vorreichszeiten die Deutschen regional-patriotisch zerplittert waren. Einer anderen Farbe als rot folgend meint der Neokantianer Habermas, die Furcht vor der Überfremdung gründe auf der Furcht vor Erfahrungen mit sich selbst: http://de.qantara.de/webcom/show_article.php/_c-469/_nr-894/i.html Noch eine andere Farbe: Gegen die Dämonisierung des Islam als "Wiedergänger des dt. Faschismus" wehrt sich die Intifada: http://www.intifada.at/node/535 Wie weit sich aber Antisemitismus und Islamphobie überschneiden oder derzeit noch nicht, untersucht dieser Essay: http://www.netz-gegen-nazis.de/artikel/islamophobie-und-antisemitismus
  5. cinerama

    Sarrazin

    So einige sehen hinter der von Sarrazin lancierten "Kritik" an den vielen Drückebergern doch eher eine vorgeschobene Leistungsideologie. Die fungiert als Rettungsankter für ein System, das Armut und Korruption selbst produzierte und sie nun einer Naturhaftigkeit von Genen und Mentalitäten zuschiebt: "Statt sich, wie es Sarrazin als ehemaliger Finanzsenator und jetziger Bundesbankchef gebühren sollte, mit dem von Politik und Banken verursachten Finanzdesaster auseinanderzusetzen und dabei schamhaft jegliche Verunglimpfung der Opfer dieser Politik und dieses Finanzsystems zu vermeiden, sondert er im Stern Töne ab, die ich als ungeheuerlich empfinde." Aus: http://www.flegel-g.de/hetzmaschine.html http://www.ft-ci.org/article.php3?id_article=2965?lang=de http://www.sozialismus.info/?sid=2516 http://www.randzone-online.de/?p=6438 http://www.binsenbrenner.de/wordpress/2010/09/01/thilos-willfahrige-apologeten/#more-12427 Die Sarrazin-Alternative: http://www.internationales-kulturfest.de/
  6. Leider ist der Etat begrenzt und sämtliche Flyer müssen in der hieisigen Region verteilt werden, in der um jeden einzelnen Besucher gekämpft werden muss. Es geht hier weniger um 70mm als um jede mögliche Stärkung der Kinematographie in der durch Kinosterben veränderten Stadt. Wir möchten nicht nur 70mm-Experten erreichen (die auch ohne Flyer-Auslage den Weg zu ihnen interessant erscheinenden Veranstaltungen finden, zumal sie von Natur aus sehr findig sind - und weil wir uns alle untereinander kennen), sondern den ganz normalen berliner von der Straße. Schlicht: nicht kreisen ums Elitäre, sondern Volkstümliche. Nicht nur um die "Jugend", sondern auch das "Ältere". Das indirekte Zitat in der "3. Person" versucht etwas zu objektivieren. Man geht also innerhalb einer Diskussion auch einmal auf Abstand zur eigenen Sichtweise. Das balanciert die differenten Ansichten besser aus. Der Humor ist dennoch statthaft.
  7. Wenn @Laserhotline auch das eine oder andere Filmröllchen sammelt und konserviert, sind wir uns schon sympathischer. Weil neugierig, würden mich die Raritäten - oder auch Dubletten, denn auch diese nützen i.d.R. hin und wieder zur Anschauung oder Ausbesserung - stark interessieren. Muss aber nicht Gegenstand öffentlicher Foren sein, falls das diskret bleiben soll. -- Das @preston sturges-Saal-Foto habe ich nicht geknipst. Recht geschickt (Verzeihung für die "Unhöflichkeit") finde ich die Gleichzeitigkeit seines Opportunismus-Vorwurf an mich mit seinem großzügigen Angebot, Veranstaltungshinweise gegenseitig auszulegen. Noch gestern galt es, mich bei den Kinos ("im In- und Ausland") als den "Kompromisslosen" recht populär zu machen. Zum Vorwurf des "Opportunismus": bisher kam der gegenteiliger Vorwurf. Seitens der von @preston sturges gelobten Akteure der Kinemathek/Retrospektiven "CinemaScope" und "Bigger than life". Andere Veranstalter waren recht zufrieden: auch wenn es mal anstregend war, kam etwas bei heraus und die Arbeit lohnte sich. Hinterher war besser als vorher. @preston sturges verlangt "Kompromisslosigkeiten", mit denen aber Projekte zusammenbrechen würden - auch seine wohl. Hoffe doch nicht, dass er das wünscht. Ich glaube, dass @preston eine mehr schwärmerische und devote Haltung gegenüber seinen Darlegungen fördern möchte: oder sie auch durch Freikarten und Geschenke absichert. Von dieser Wirkung sind hier oft auch die "Färbungen" der Diskussionen beeinflusst, denke ich. Präziser: ein "Beschenkter" wird niemals zu einem Kritiker des Schenkenden - aber das Diskussionsniveau zerfällt zur Schein-Harmonie. Und diese finde ich nicht voranbringend. Nichts gegen die interessanten, programmatisch sinnvoll zusammengestellten jährlichen Festivals mit arbeitsintensivsem Einsatz in Karlsruhe. Veranstaltungsbezogen von stärkerer innerer Anteilnahme gekennzeichnet als die staatlich verordnete "Bigger than Life"-Retro von 2009 (die @preston lobte, auch wenn er es anders meinte). Leider muß ich nahezu jede @preston sturges-Äusserung hier im Filmvorführerforum als Gegenteil meiner Sicht der Dinge einordnen. Einige Äusserungen zeugen nicht davon, dass urplötzlich gegenseitige Flyer-Auslagen und allergrösste Liebe beflügelt würden: [http://www.filmvorfuehrer.de/topic/2421-70mm-event-in-karlsruhe/page__st__140] [http://www.filmvorfuehrer.de/topic/2421-70mm-event-in-karlsruhe/page__st__200] Ich fände es für die historische Themenaufaufblätterung "interessanter", die Unterschiedlichkeiten des Sichtweisen sachlich, aber noch deutlicher hervorzuheben, weil davon die Leser und Veranstaltungsbesucher profitieren, und damit sie sich selber Gedanken zur Entwicklung der Kinematographie zu machen anstatt in Hymnen einzuschwingen (ist so in der Kunst, Wissenschaft, Politik: dadurch "entwickelt" sich erst etwas). Das begeistert auch mehr, diese lokalen Unterschiede und Facetten (kalte Gross-Stadt, freundlichere badische Kaiserstadt meinetwwgen oder auch anders beschrieben. Und unterschiedliche Kinoarchitekturen, verschiedene Programm- und Serviceaufassungen) im Sinne der Artenvielfaltund Meinungsverscheidenheiten auszudifferenzieren als sie global anzugleichen. Warum ist es unhöflich, wenn einer sagt: einen @preston sturges-Flyer lege ich nicht aus, weil a. seine Forumsbeiträge konträr zur eigenen Auffassung stehen und b. der Auslageplatz für Hintergundinformationen zu berliner Veranstaltungen schon recht knapp dimensioniert ist? (Man müsste dann nämlich auf Faltblätter/Booklets zur Produktionshistorie oder zur Restaurierungsgeschichte verzichten). Viel lieber werbe ich für objektive und unabhängige Instanzen wie www.in70mm.com , www.widerscreenmuseum.com , 70mm Publishers und andere Festivals, die mir sympathischer sind. -- 5 Frontkanäle nach den Konzepten von H. Reeves, später John F. Allen und in deutschen Landen @stefan2 (bei dann hoffentlich auch 5 perfekt gleichartigen Kennlinien der Lautsprecher) sind nicht falsch und sie werden von uns auch hergerichtet, sobald der Film es hergibt oder der Hörwinkel es unerlässlich erscheinen lässt. Eine Belehrung durch @preston sturges ist nicht nötig: einige Vereinsmitglieder bauten solche Anlagen schon Ende der 1950er Jahre auf oder führten die Originalmischungen der deutschen Todd-AO-Fassungen durch; die Literatur zeigt uns diese Möglichkeiten und wiederum @cinerama hat diese Filme seit 1972 in jeder freien Minute so verinnerlicht, dass genaue Vorstellungen entsprangen. @preston sturges, wenn er von "Diskreditierung" und "Schädigung" des Todd-AO- (oder besser: 70mm-)-Anliegens als Folge meiner Bemühung spricht (andererseits lobt er Berlin bei jeder Gelegenheit), könnte dann selbstkritisch auch eigene Positionen überdenken. So bewirbt er beispielsweise seine digitale Anlage mit "High End Projection". Sie mag ja dem gebräuchlichen Industriestandard entsprechen (eben so wie eine 3-kanalige Lautsprecheranordnung oder Frontinformation in den meisten heutigen Kinos mit Bildwänden sogar weit über 20 Metern), allerdings handelt es sich (ebenso wie bei den kritischen Hörwinkeln in grösseren Sälen bei 3-Kanal-Frontbeschallung) auch hier um ein Kompromiss-Format. Genauer gesagt in meinen Augen um eine Unterabtastung der heute noch majoritär auf 35mm gedrehten Filme - und um eine zu starke Nähe zu den stark konkurrierenden Home-Cinema-Medien (HDTV, Blu ray Disc usw.) [der kinematographische "Vorsprung" ist in Zukunft auch nicht mehr zu gewinnen, vermte ich]. @preston wirbt bei dieser Projektionsart für High End-Projektion. Dann wirft er kleinen Akteuren - 600 km vom eigenen Standort - 70mm-Schädigungen vor. Das ist nicht logisch. Aber einfältig. Gerne, weil höflich angefragt wurde, lege ich hier im Forum einen ersten Flyer-Entwurfs aus, der gerne verissen werden darf (das 70mm-Logo hat mir Darren Briggs genehmigt, die Negativ-Perfo ist eine bewusste, freie gestalterische Eingebung ohne Anspruch auf Darstellung eines "originalen" Filmclips. Aber ich bin nur Graphik-Laie, was man sieht. - Wenn man das Bild anklickt, wird es qualitativ besser):
  8. Bei Laserthotline gibt es m.W. keine Filmkopien für 70mm-Filmreihen. Wie sollte man dort bestellen? DVDs, Ansprachen zu karlsruher Filmveranstaltungen und Erotik kann man dort bestellen, wohlwahr. DTS ist sehr brauchbar für neue Filme in durchgehender Prozesskette. Ein heikles Unterfangen indes beim Remix alter Filme. @preston sturges: bitte weiter so mit Deiner kollegialen Unterstützung: Hauptsache, andere Aktivisten zur Strecke gebracht - um so mehr fahren dann natürlich ... wohin wohl? Zu Deiner Entrüstung über die berliner Entwicklungen: 2005 empfand auch ich die Akustik in Berlin eingeschnürt: ältere, bereits lange im Einsatz befindliche Tonanlagen, und mittenzentrierter Dolby-Ton - auch und gerade im ehemaligen Royal-Palast, der an Breite nicht zu überbieten war, und auch noch 2000 bei einem Besuch der Schauburg Karlsruhe. 2009 - hier mehrmals schon angeführt - wurde in Berlin modernisiert. Eine solche Chance hat es verdient gewürdigt zu werden. Die Situation 2005 fand ich seinerzeit seltsam, weil kein 70mm zu der Zeit gespielt wurde. Kein Einzelfall. Meinungen ändern sich, Kinos entwickeln sich, Personen (@cinerama) entdecken eigene Defizite und schieben nicht nicht alle Schuld auf andere. Summa summarum: Ideen wachsen von reiner Spinnerei hinüber in realisierbare Veranstaltungen. Nicht mehr meckern (auch nicht schleimen), sondern Projekte erarbeiten und investieren! Jo, jo. Verwinkelte Worte des Vorsitzenden M., ähm @preston sturges. Schauburg meckert also über Astor. Im letzten Jahr waren Mr. Fumagalli, Gründer und Betreiber des 'Arcadia' in Melzo mit seinem 70mm-Festival und seiner 26-Meter-Bildwand sowie die mailänder Kinemathek die Zielscheibe seiner freundlichen Nachrede. -- Vergessen wir aber nicht das Drama der Hotspots, auf das @preston sturges besorgt hinweist! Kleiner Blick eines kinotechnischen Fachingenieurs auf @prestons "Sonne" (eigentlich müsste man ein neues Kinosterben initiieren, damit, nachdem der Hot Spot verschwunden ist, @preston sturges als Sonnenkönig übrig bleibt.), und eine nüchterne Betrachtung der Realitäten und Kompromisse, auch in der Schauburg in Karlsruhe: [ http://www.filmvorfuehrer.de/topic/2421-70mm-event-in-karlsruhe/page__st__780] Ich würde mir nicht einfallen lassen, deswegen gleich eine Spielberechtigung anzuzweifeln. Aber, wie wir lernten: für manche Könige dieses Planeten ist "Todd-AO erfunden" worden, auch mit kanonenrohrartigem Lichtabfall und hüpfendem Bild.
  9. Vorweg: manche Internet-Debatten haben bisweilen Züge bewußt lancierter Unterstellungen oder pathologischer Phänomene. Mit der Realität haben sie nichts zu tun. Dessen ungeachtet: Es wird auf unserer Veranstaltung alles andere als aus einer "Not eine Tugend" geschmiedet (oder betrifft dies den umgebauten Schauburg-Kinosaal?), geschweige denn "diskreditiert" oder "geschädigt" (Zitate von @preston sturges). Es wird ernsthaft aufgebaut und geforscht. Ich sehe darin 0.0%-Sinn, für die aktuell disponierten Filme in 2010 die (seit langem bereits geplanten und durchgerechneten) 2 zusätzlichen Lautsprecher-Installationen jetzt und sofort einzubauen - die dann über Wochen ungenutzt bleiben, wenn die Filme das nicht beinhalten. Was diejenigen sofort verstehen, die die Hörvergleiche angestellt haben. Oder die Tonmischungen durchgeführt haben (zwei sind Mitglied im hiesigen Verein. Eine weitere Stimme wäre Robert A. Harris, als er selbstkritisch Revisionen verfasste: Please also note that many DVDs use the term 5.1 not as a reference to the reality of the tracks, but rather, to the holding technology available, and into which the tracks have been placed. Occasionally, we'll see this correctly stated as 3.0 or 4.0.) @Laserhotline bewirft mich als Home-Cinema-Freak (ich verfüge ausser 1 Röhrenfernseher über keine Anlagen). Seine Ausführungen über 6.0-Sound-Layouts kann ich nicht nachvollziehen. Auch nicht sein Bluy ray-Engagement für 7.1, das wohl nicht nur Dave Strohmaier, der Inititator des WINDJAMMER-Transfers, nicht verstanden hat. @preston sturges wertet in seinem Pranger die 5.1-Wiedergabe über die Blu ray auf und macht implizit Reklame fürs Home Cinema. Gegen diese Keule ist natürlich schwer anzukämpfen, und ich kann nur dafür werben, ins Kino zu gehen und daran erinnern, dass LORD JIM und LAWRENCE OF ARABIA auf keiner 5.1- oder sonstigen Konfiguration auf Blu ray erschienen sind. Sie sind auf Blu ray überhaupt noch nicht erschienen. Sie laufen aber in Berlin in 70mm, mit magnetischem Raumton und mit filmkundigen Einführungen und Begleitausstellungen. Mein Standpunkt ist: 1. Die Akustik hier ist für einen historischen Kinosaal herausragend, ich wüsste keine akustische Alternative. Tut mir leid, die Wahrheit auszusprechen. 2. Der Bildstand und eine einwandfrei laufende DP-70-Umlaufblende werden die höchsten Erwartungen erfüllen: auch hier sehe ich keine Alternative, zu der eine Anreise lohnte. 3. Die Debatten um die Metallbildwände wirken auf mich wie ein Ablenkungsmanöver. @preston und @Hotline, die das anprangern (und den berliner Veranstaltungen dennoch Glück wünschen) gehen ganz andere Kompromisse bei ihren karlruher Todd-AO-Veranstaltungen ein, die durchaus "Verluste" des Todd-AO-Originals mit sich bringen. Der Thread "70mm Event in Karlsruhe" gibt hierüber auch Auskunft. Womit wir in der Welt der Kompromisse angekommen wären. SPARTACUS und LAWRENCE OF ARABIA in 70mm werden in unserer Projektion nichts anderes wiedergeben, als die Kopien hergeben. Das sind auch nicht die einzigen Titel, deren Anschaffung einer Investition bedurften. Von @Laserhotline jedenfalls konnten wir diese und andere Filme nicht beziehen.
  10. Ein zu ironischer Tonfall wird die Verständigung unter uns nicht voranbringen, glaube ich. Und der Ausmass an Sorge, dass in Berlin (oder Frankfurt am Main, Zlín, Innsbruck, Mailand u.a. nicht "genehmen" [?] Spielstätten) 70mm-Filme verdorben würden, gründet sich m.E. auf Vermutungen - oder heimlichen Wünschen? Man sollte schon vorort gewesen sein, wenn man hier öffentlich schreibt. Ich habe mit dem Magnetton-Downmix jedenfalls keine Probleme (die Gründe wurden anhand Webers angeführt). Die direktionale Information wird dadurch nicht ausgelöscht: ich bitte Dich, Vermutungen nicht aus den Erfahrungen der Video- und DVD-Formate auf die Kino-Tontechnik zu übertragen. Trotzdem werden wir umfassendere Vergleiche anstellen - die @filmempire bereits schon seit Jahren unternimmt. Wenn nachweislich etwas hörbar fehlt (und auch "sichtbar" fehlt, z.B. Bildinformation in der Kadrage oder Auflösung), werden Lösungen erwogen. Meinen Einfluss darauf würde ich mit etwa 80% der in der Vergangenheit für Veranstaltungen in Kontakt tretenden Spielstätten veranschlagen. Also auch 20% Versagen, wenn man so will. Manchmal zeigten auch die durchgeführten Veränderungen nicht die absolut durchgreifenden Resultate, die man sich erhofft hatte. -- In anderer Thematik wird bisweilen von den zu Ungeduldigen häufig polemisiert, Berlin sei eine Wüste der Projektionsformate und WideScreen-Vorführungen. Zählt man aber nur allein die Breitfilmeinsätze seit dem Debut des Formats im Delphi Palast seit 1958 zusammen, die Einsätze im Cinerama-Theater Capitol, im MGM-Theater Kurfürstendamm, im Zoo Palast, Royal Palast und City im Europacenter, die Premieren, hundertfachen Wiederaufführungen in Ost und West - die Programmkinoeinsätze in Cinema Princess, Cinema Steglitz, Urania-Filmbühne oder Filmpalast Berlin - oder das stärker promotete Festival durch die Internationalen Filmfestspiele in 2009 sowie die im Herbst beginnenden Matineen am Ku'damm - so ist die Spannbreite immens. (Das ist in der Zeitungs-Annoncensammlung beim Kinomuseum Berlin e.V. auch nachweisbar.) -- Daß der Regisseur David Lean die deep curve-Bildwand des von Dir eventuell meistgeschätzen Kinos, des ODEON MARBLE ARCH, entfernen liess, führte zu meinen Versuch, darauf hinzulenken, dass sich der Umgang mit der Breitwandtechnik stark verändert hat. Du kritisierst diesen Ausbau vermutlich als Abweichung vom historischen Kontext. Dann könnte ein solcher Anspruch m.E. auf weitere Aspekte ausgeweitet werden: auf die Veränderungen der Tonverfahren und Neumischungen alter 70mm-Filme sowie auf den mit dem Todd-AO-Werbeanspruch nicht konform gehenden Look und Sound der 70mm-Revivals seit 1988. Erst recht müsste das Zeigen farbstichiger Altfilmkopien auf Deine Ablehnung stossen sowie der Bildbeschnitt und die Flankenaufhellung bei den Deep Curved Screens. Hier im Thread dominiert derzeit das (mir unverständliche!) Beschwören der 5.1.-Konfiguration (habe ich das im richtigen Video-Terminus umschrieben?). Spielstätten werden abgecancelt (und Reisen gecancelt), nur weil sie noch anderen Pflichten nachzukommen haben. Fast alle im Herbst/Winter 2010 von uns eingesetzten 70mm-Filme sind zu einer Zeit hergestellt, in der eine 3-kanalige Frontzuteilung erfolgte. Zzgl. Subwoofer-Information und Surroundmodulation resp. Split-Surround. Das kennzeichnet auch den seit 1988 eingeübten und eingemessenen Zustand der Spielstätte für die "Film Classics Matinee" in Berlin, in der 2009 nochmals mit neuen Lautsprechern modernisiert sowie mit neuen Prozessoren ergänzt und erweitert wurde. Man kauft sich also sinnvoller Weise eine Zusatzausstattung hinzu, die dem disponierten Filmbedarf und der Zuschauerrezeption auch Rechnung trägt. Eine 5.1-Beschallung im Vergleich zur 3-kanaligen Frontanordnung dürften in 'Pictureville Theater Bradford', 'Schauburg Karlsruhe' oder 'astor Filmlounge' nur Besucher der ersten Reihe wahrnehmen. Keine dieser Bildgrößen geht über 16 Meter hinaus. Da der Produzent Michael Todd immer wieder als Säulenheiliger herangezogen wird, wenn es eigene Überzeugungen zu rechtfertigen gilt, so sind seine Ansätze mit Blick auf ein Showverfahren der 50er Jahre anfänglich noch konsequent gewesen, um sie binnen kurzer Zeit durch "Kompromisse" wie 35mm- oder 34mm-"Todd-AO"-Formate zu umgehen. Schon Ende der 1950er Jahre spielte das Todd-AO-Prinzip hinsichtlich der Vorgaben auf Einrichtung der Filmtheater (pder der Aufnahmewinkel während des Dehs) kaum mehr eine Rolle: was von der Kritik ausdrücklich begrüsst wurde, da jetzt den Möglichkeiten einer mehr narrativen Prägung der Filminhalte entsprochen werden konnte. "Ben-Hur", "Salomon and Sheba" "West Side Story", "Lawrence of Arabia" oder "Hello Dolly" haben nur wenig mit dem Todd-AO-Prinzip noch zu tun, am wenigsten "Baraka", "Far and away" oder "Hamlet". In einigen durchaus dafür geeigneten Sujets dieser Filme bedaure ich das Wegbrechen dieser Ästhethik. Andere Filmemacher wie John Frankenheimer oder Fred A. Young sprachen sich leider zur Gänze gegen die deep curved sceen aus. Technisch von der Industrie stiefmütterlich behandelt, wurde diese Bildwandvorrichtung - gerade nach Wegfall der auf epische Panoramawirkung zielenden Monumentalfilme, zur Farce. Daß bei zunehmender Bildverschlecherung durch die Blow-up-Kopien bei gleichzeitigem Dynamik-Zuwachs durch den nun dolbysierten Magnetton die Kluft noch grösser wurde, darf als weitere Farce angesehen werden. Auf genau die Spielstätten in 2010 jetzt einzuhacken, die sich ausnahmseise innerhalb von Sonderreihen redlich um eine überzeugende Filmdarbietungen bemühen (und dabei bescheiden bleiben oder falsche Versprechungen vermeiden, trotzdem aber einige exquisite WideScreen- und 70mm-Fassungen an Land ziehen), heisst auf die Falschen einzuprügeln, nachdem sich die Industrie seit längerem bekanntlich aus der Large-Format-Produktion zurückzog. Es waren die Filmemacher und Produzenten, die es nicht mehr wollten, während die Kinos noch Anfang der 1990er Jahre bei Neueröffnungen stattlich in Anschaffungen von 70mm-Anlagen investierten und auch in diversen Multiplexen (Kinepolis und CinemaxX) Festivals durchführten: mit teils bereits 30 Jahre alten Kopien. Der Anstoss zur Reihe gründete sich auf der Betroffenheit, den Erfahrungen des Kinosterbens Rechnung zu tragen. Wissend, dass sich ein Grossteil der "elderer agers" und kulturinteressierten Öffentlichkeit (sie ist demographisch stark in Charlottenburg-Wilmersdorf situiert) nach Schließung bevorzugter Traditionskinos partiell vom Kinobesuch zurückzog und ihre eigenen Reiche des Heimkinos einrichtete. Vom ko-veranstaltenden Verein wurde fernerhin begründet, dass etwa das Fehlen jedweden Repertoires etwa auf Sprechbühnen, in Opern oder Konzerthäusern einem Paradoxon gleichkäme und derartige kulturhistorische Leerstellen nur in der heutigen Kinolandschaft (als Folge des Aufblühens der Medienlandschaften) Fuß greifen konnten. Abgesehen von dieser (vielleicht auch ideologischen) Begründung konnte gegenüber den Betreibern jedoch der Aufwand an Vorarbeiten für diese Themenbereiche glaubhaft gemacht werden, sodass wir für eine Filmreihe einen Zuschlag erhielten, die sich bescheiden gibt und trotzdem unverhältnissmässig Arbeit macht - zumal ja eher ein Einsatz des Prime-Time-Programms auch auf der Matinee-Schiene die praktischere und häufigere Programmvariant im heutigen Kinobetrieb abgeben würde. -- Da hier im Thread extreme Verunsicherungen hinsichtlich des 70mm-Bildes im Kino 'astor' Wogen schlugen, schlage ich eine Aspect Ratio vor, die wir vor 1 Jahr für eine Sonderveranstaltung ausprobierten. Eine Bildanlage zeigte die Proportion zur Bühnenbreite sowie die Maßhaltigkeit des Seitenverhältnisses gemäss den Standards zwischen 2.20 und/oder 2.21 : 1. ;-) Bildquelle Motiv 1 und Motiv 2: astor Film Lounge, Berlin. Bildquelle Motiv 3: Gerhard Witte, Kinomuseum Berlin e.V.
  11. Ergänzung zu meinen Anm. der Vorseiten: Oslo spielte verschiedene Versionen des Films "Lawrence of Arabia", a. mit Magnetton und b. mit DTS. Hier der Trailer zu "Spartacus" (wundere mich über den verblassten Zustand, denn dieselbe Version gibt es ja auch auf 35mm Technicolor und 1.85 : 1) http://www.youtube.com/watch?v=u_C21N1UabM&feature=fvst Und so geht es Kirk Douglas heute: http://edition.cnn.com/video/?JSONLINK=/video/showbiz/2009/04/09/intv.kirk.douglas.cnn
  12. Das ist so nicht: LAWRENCE OF ARABIA in der jüngsten Kopierung von etwa 2002 (der ichbam fernsten stünde) beruhte auf der "reduzierten" Dolby-Mischung von 1988 (3-kanaliger Dolby A-Magetton-Mix für die Front, nochmals auf DTS umgespielt und "remixed". Zu hören an der typischen Harris-Mischung von 1988. Also ein Remix, der etwas simuliert, war schon nicht mehr da war). Vielleicht warst Du mit Bild und Ton dieser jüngsten Version zufrieden - ich suche da lieber nach eine anderen Möglichkeit. - Oder anders gefragt: Fand jemand die allerjüngste Tonversion von LAWRENCE OF ARABIA zufriedenstellend? Auch das Norsk Filmsinstitut weigerte sich, diese "neueste" LAWRENCE-Fassung zu spielen und präferierte die Version von 1988. Zum Thema einige Zitate zur damaligen Praxis. Johannes Webers schreibt in FKT 1970, Nr. 5 ab S. 148: Die großen Bildwände im Filmtheatern erfordern jedoch eine bessere Auflösung der Lokalisierung, bei der der Ton eine feste Beziehung zum Bild hat. Um dies zu erreichen, wendet man im Filmtheater ausschließlich das Prinzip der raumbezüglichen stereophonen Übertragung an. Die bringt zwar den Vorteil, daß mehr als zwei Kanäle mölgich sind - in der Praxis verwendet man drei bis fünf Wiedergabekanäle - jedoch sind derartige Aufnahmen wegen der vorhandenen Laufzeitunterschiede nicht kompatibel. Wie bereits gesagt, kann man nur dann optimale Ergebnisse erreichen, wenn man den unterschiedlichen Gegebenheiten der jeweiligen Übertragungstechnik Rechnung trägt, was sich nicht zuletzt in der Ausstattung der Bearbeitungsräume sowohl in baulicher als auch in technischer Hinsicht äußert. Will man den verschiedenen Übertragungstechniken in gleicher Weise gerecht werden, so müßte man deshalb für jeden Verwendungszweck je eine Aufnahme herstellen. Vorteilhafter ist es jedoch, die Mehrspurtechnik (Bild 1) dabei so einzusetzen, daß gleichzeitig eine fünf-kanalige und eine zweikanalige Aufnahme entstehen. Verwendet man hierfür eine Achtspurmaschine, wie im Bild 1, so hat man noch eine Spur für die Synchronisierung mit dem Bild zur Verfügung. Unabhängig von der Aufnahme kann dann in weiteren Bearbeitungsgängen die Herstellung eines Magnetfilms zur Vertonung von Stereo-Filmen nach dem Todd-AO-Verfahren, die Überspelung eines kompatiblen Stereo-Bandes für Rundfunk und Schallplatte und die Aufnahme einer monophonen Fernsehfassung auf 17.5- oder 16-mm-Magnetfilm erfolgen [Ende S. 148][vom Film WEST SIDE STORY zum Beispiel zu bestätigen. - Anm. von @cinerama]. Weiter auf S. 149: Bei der Vertonung stereophonischer Filme für das Filmtheater (70mm-Todd-AO) werden alle Schallerereignisse mit Ausnahme der Musik zunächst einkanalig aufgenommen [darauf wollte ich hinaus - Anm. von @cinerama]. Dies einmal deshalb, weil eine echte stereophonische Schallaufnahme - im vorliegenden Falls mit fünf Mikrophonen - im Atelier gleichzeitig mit dem Bild den Tonmeister wegen der zu erwartenden Behinderung durch eventuelle Mikorphonschatten vor nahezu unlösbare Probleme stellen würde; zum anderen handelt es sich hier meist um Einzelschallquellen, die eine echt [Ende S. 149] stereophonische Aufnahme aus ökonomischen Gründen nicht rechtfertigen, Deshalb schließt man einen nicht immer günstigen Kompromiß und verwendet für Sprache und Geräusche ein pseudostereophonisches Verfahren [hierauf scheint mir @filmempire abzustellen? - Anm. von @cinerama], während man die Musik in den meisten Fällen in echter raumbezüglicher Technik aufnimmt. Zur Bearbeitung der Einzelschallquelen bedient man sich der sogenannten Vormischung [das ist der wohl wichtigste Punkt. - Anm. von @cinerama] (Bild 4), bei der die seitliche Verteiligung der Sprach- und Geräuschaufnahmen entsprechend der im Bild sichtbaren, oftmals wechselnden Lage der Schallquellen erfolgt. Sie dient dazu, den Tonmeister bei der Hauptmischung von der zusätzlichen Aufgabe der Richtungsverteilung zu entlasten und wir mit Hilfe von Panoramareglern vorgenommen. [s. 149 Ende]. Weiter auf S. 151: 3.3. Panoramaregler Bei mehrkanaligen Tonaufnahmen kommt es häufig vor, daß ein einkanaliges Schallerereignis auf mehrer Kanäle verteilt werden soll, und zwar so, daß es aus einer bestimmten Stelle des Raumes zu kommen scheint oder daß es in einer bestimmten Richtung durch den Raum zu wandern scheint. Eine Schaltungsanordnung, mit der sich dieser Effekt erreichen läßt, bezeichnet man als Panoramaregler (Pan-Pot). Die biser bekannten Panoramaregler sind meistens als Kontaktregler aufgebaut, sind also Dämpfungsregler, mit denen das NF-Signal direkt geregelt wird. Es ist leicht einzusehen, daß bei mehr als zwei Kanälen Handhabungsschwierigkeiten auftreten, da die mechanischen Reibungsverliste mit der Anzahl der zu bearbeitenden Kanäle größer werden. [...] Ich hoffe schon, den Klangeindruck der (jeweils vorleigenden und krtisierbaren) Studiomischung durch unsere ersten Vorführungen in Berlin in diesem Jahr weder zu reduzieren noch zu verfälschen. Resumee: die stärksten (und auffälligsten) Klangänderungen verschiedener traten ein durch die Mischungen 1988 auf Dolby-A Magnetton und um 2002 auf DTS. Man muss das mit den alten Fassungen verglichen haben, um den neueren Labels (Dolby, DTS o.A.) mit kritischer (oder solidarischer) Vorsicht zu begegnen. -- Noch ein Photo des Schaukastens mit dem Eröffnungsfilm - 50. Jahrestag der Weltpremiere von "Spartacus" - für diejenigen, die diese Reihe tatsächlich besuchen kommen:
  13. Wirklich nachteiliger als die Aufhellung der Bildwandflanken und Formattreue auf der von Euch beiden favorisierten Bildwand? Wie gesagt: man kann ja über alles diskutieren ... aber manchmal steckt auch anderes dahinter. Zu den @preston sturges-Anmerkungen: Kann seine beständige Kritik an der 70mm Retrospektive der Berlinale 2009 nun endlich voll verstehen, da mussten wir alles im 5-Kanal Layout hören. Da kamen mir die Ohren total durcheinander ... zuviel Front-Input. Möglicherweise durcheinander. Denn die bahnbrechenden Todd-AO-Filme WEST SIDE STORY, LORD JIM oder LAWRENCE OF ARABIA liefen in 3-kanaliger Mischung - trotzdem die Lautsprecherkonfiguration beider Säle auf 5 Frontkanäle hergerichtet wurde. Oder trotz und gerade wegen DTS (oder noch eines anderes Grundes, den Crover C. von der Restaurierungsfront gerne erklärt). @preston sturges hatte rund die Hälfte der Vorstellungen erlebt, fuhr mit mir in seinem Wagen von Kino zu Kino und reiste dann unerwartet ab. Ich machte mir die Mühe, sie komplett zu sichten und zu hören und lernte viel daraus. Die Toneinmessungen in den kommenden berliner Veranstaltungen übernimmt Kinoton - die gleiche Wartungsfirma wie bei @preston sturges (und von @laserhotline bzgl. der Kinos, die er kennt und unbehelligt läßt). Der Einwand beider widerspricht sich auch ein wenig, glaube ich. Beide gehen von unumstösslichen Fassungen, Versionen und Rezeptionsbedingungen aus - die von beiden erst einmal definiert (!) werden müssten. Hingegen würde ich lieber den Prozess der "Rekonstruktion" stark machen. Ein Beispiel für das, was ich nicht verstehe: wenn @Laserhotline vom Nachteil von Todd-AO-Wiedergabe auf einer (von ihm nie besuchten) Bildwand spricht, muß er eben so von Nachteilen anderer Bildwänder (die er bitte erläutern möchte!) sprechen. Super Cinerama, Vistarama, Flachleinwände u.a. würden dann warscheinlich zur Todd-AO-Wiedergabe ausscheiden. Auch die Schauburg in Karlsruhe, der ehemalige berliner Royal-Palast oder der Europa-Palast in Essen wären nicht "Todd-AO-gerecht". Das alles wäre nicht mehr original zum Todd-AO-Konzept oder konform zu Standards der Projektorenhersteller wie Philips und Bauer, die Krümmungs-Richtlinien für Todd-AO-Bildwände vorgaben, die jeder nachlesen kann. Worüber man diskutieren könnte! Ein Beispiel: David Lean hatte 1988 im Odeon Marble Arch die stark gekrümmte, 1967 eingerichtete Dimension-150-Bildwand mit 120 Grad-Krümmung (trotzdem sie ein Produkt der Todd-AO-Corp. ist) zugunsten einer flacheren Bildwand entfernen lassen. Ihnen störten die Randverzeichnungen und der Bildbeschnitt. Die Richtigkeit oder Notwendigkeit kommentiere ich nicht. Da aber die beide Vorredner sich über Kinos rund 600 km von ihrem Wohnort amüsieren, haben sie alle Möglichkeiten in ihrem Wirkungskreis Todd-AO gemäss a. ihrem subjektivem Todd-AO-Anspruch und b. dem Anspruch der Filmemacher recht widerspruchsfrei zu lösen. (Wenn Ihr fertig seid, reise ich gern an zu diesem Event.) Viel Erfolg. :smile:
  14. Glaube auch, dass man sich von Fall zu Fall auf Sonderlösungen einlassen muss: Perfektion im Todd-AO-Bereich ist ein zäher Prozess und ich kenne kein Beispiel nach 1974, wo alle Elemente standardgemäss (d.h. auf dem Stand der Neuproduktion der 60er Jahre) "nahtlos" versammelt werden konnten. So, wie es die ausgewählten Filme uns gebieten, würden wir mit 3 diskreten Frontkanälen aufwarten. Die restaurierten Versionen von "Spartacus" und "Lawrence of Arabia" haben genau diese Abmischung (und ich würde sie aufgrund des unkomprimierten Magnettons stets einer DTS-Wiedergabe vorziehen - selbst wenn DTS 5 Frontkanäle speiste). Einige neuere Kopien von "Lawence of Arabia" und "Lord Jim" haben ebenfalls diesen 3-Kanal DTS-Down-Mix für die Front: so hörte ich sie bei den letzten Aufführungen. Sollte es zum Einsatz einer 5-kanaligen Front-Mischung kommen, würde ich im A/B-Vergleich den gerne Unterschieden nachgehen. In Erinnerung ist mir aber: fast alle Todd-AO-Kopien seit den 60er Jahren haben ursprünglich eine 3-Kanal-Mischung, monaurale Sprach- und Geräuschmodulation (was beabsichtigt war und theoretisch begründbar ist), 2-kanalige Musikaufnahmen und keine wirklich diskreten 5 Frontinformationen. Die Kanäle halb-links und halbrechts sind später hinzugefügte "Hilfsinformationen" für Theater mit Bildbreiten ab vielleicht 20 Metern und dort für abgelegene Plätze von Vorteil, um ein "akustisches Loch" zu überbrücken. Im hiesigen Imax (bei 27 Meter Breite) sind ebenfalls nur 3 diskrete Frontkanäle gegeben. Mir würden sogar 2 Kanäle reichen, sofern der richtige Sitzplatz erobert wurde. Ich finde es aber gut, wenn die Diskussion auch andere Eindrücke herauskristallisiert und man etwas dazulernen kann. -- Konkret sind die 70mm-Einsätze in 4-Kanalton, 5-Kanalton oder 6-Kanalton. (Beitage werde ich die einzelnen Titel nochmals in der Annoncierung präzisieren oder Angaben umschreiben). Vorteilhaft wirkt sich in besagtem Kino die Akustik aus: der Raum wurde vor 22 Jahre auf THX-Standards umgebaut, von dessen Dämmwand man heute noch zehren kann. Die Forumsfraktionen sind mit dabei: man erkennt sich auch fast immer, sobald man sich in die "Diskussionszirkel" begibt. -- Bildstandswackeln und Blendenflackern (nach jahrzehntelangem Maschinen-Einsatz auch auf einem DP-70 nie auszuschliessen) werden Euch nicht erwarten. Es gibt aber leichte Schwankungen von der unzulänglich justierten Bell& Howell-Kopiermaschine von 1988, als "Lawrence" restauriert wurde. Bei allen anderen Filmen schliesse ich das völlig aus. Es wäre auch eine Schande in Anbetracht des Anspruchs diese besten aller Filmverfahren! Trotzdem würde ich mit der von Dir gelobten FP 30 (die zuletzt einen wie "festgenagelten" Bildstand aufwies, die Projektion von RAINTREE COUNTY - "Das Land des Regenbaums" im März präferieren, schon um den DP-70 im umgerüsteten (und eingemessenen) 70mm-Zustand zu belassen. Ein "DP-70"-Problem gibt es also nicht - und was kurzeitig "passieren" könnte, ist im Nu reparabel. Zwei komplette Getriebesätze lagern in Berlin abrufbereit, inkl. Blenden und Malteserkreuze. Den Einsatz eines anderen Projektors für 70mm-Neu- wie Altfilmkopien kann ich nicht zuraten. Sowohl bei geschrumpften, rissigen wie auch neuen und nicht maßhaltigen Kopien verhält sie sich am gutmütigsten bei gleichzeitig gleichmässigster Randschärfe und akzeptabelstem Bildstand. -- Es geht weiter mit 70mm in Berlin im IMAX Potsdamer Platz: INCEPTION ist eingetroffen und läuft in analoger 70mm-Projektion.
  15. Die "2001"-Kopien waren eigentlich immer recht scharf: meine erste Kopie (um 1983, schon etwas bräunlich) war bildlich atemberaubend, obwohl es keine Kopie vom Kameraorigial war. Der Ton aller älteren 35mm-Kopien war jedoch sehr schlecht: in den 1990er Jahre durch ein neue Ton-Dup ersetzt. Die jetzige Version mit Dolby-Digitalton finde ich auch sehr gut, bildlich weit besser als die jüngeren 70mm-Kopien. Das stimmt sicher, so arg "vergrünt" und "abgedunkelt" wie die schlecht gescante Clip-Abbildung der BEN-HUR 70mm-Kopie aus Australien war die reale Vorführung wiederum nicht. Hier täuscht also die Aufsicht auf das Scan-Bild gegenüber einer Projektion. Ein gewisser Trend aber war auszumachen (und es wechselte in der 70mm-Kopie szenenweise, was mir auch in den jüngeren 35mm-Kopien auffiel). Daher noch einmal anbei ein Screen-Shot mit einer Digi-Kamera im Automatik-Modus. -- In anbetracht der Anteilnahme an den Fragen zur Wandlung und dem Originalcharakter von "MGM Camera 65" möchten wir eine Veranstaltung zum Thema anbieten. Im Rahmen des 70mm-Festivals im Kino 'astor Film Lounge' in Berlin dürfen wir auf ein Wiedersehen mit RAINTREE COUNTY - "Das Land des Regenbaums" gespannt sein. Dieser Film wurde seit Jahren (man möchte meinen, seit 4 Jahrzehnten?) nicht mehr gezeigt - zumindest nicht in der Region Brandenburg. Zwei Archivkopien sind durch den Einsatz von Experten erhalten, beide in hervorragendem Zustand. Das heißt ganz unumwunden: noch nie sah ich auf 35mm Technicolor schönere Farben und eine überragendere Schärfe als auf diesen Archivkopien. Anbei ein Screen-Shot mit einer Digi-Kamera im Automatik-Modus. Auch wenn man ewig von einer 70mm-Fasssung träumen wird - diese Technicolor-Kopie ist in einem Ausmaß schön, dass die Verzweiflung über alles, was später kam, beträchtlich ist. :) Wir laden herzlich ein zur Wiederaufführung am 13.3.2011 um 11.00 Uhr in die 'astor Film Lounge. Ort: Kurfürstendamm 225, 10789 Berlin.
  16. Die restaurierte Farbe von LAWRENCE OF ARABIA aus 1988 sieht noch etwas anders aus als in den PC-restaurierten Scans der heute gefadeteten Kopie von 1963 (siehe die obige Abbildung). Die Orginalfarben von LAWRENCE OF ARABIA sahen auch definitiv anders als in den jüngsten Kopierung auf 70mm aus diesem Jahrzehnt, die noch im Februar 2009 nach Berlin und im Oktober 2009 nach Karlsruhe verschickt wurde (versehen mit DTS-Tonumspielung der restaurierten Magnetton-Version von 1988). Wir glauben, uns einer ausgewogeneren Abstimmung von Farbe und Kontrast mit Einsatz der 70mm-Magnettonkopie von 1988 (aus der ersten Generation der Restaurierung) jetzt wieder nähern zu können. Sie wird im Oktober 2010 in Berlin gezeigt. Und auch kommende Restaurierungen dieses Films werden hoffentlich Anlaß zu Diskussionen und Forschungen bieten. Interessant wäre allemal eine Vergleichsvorführung aller verfügbaren Versionen: auch der rotstichigen Premierenkopien. Viele würden staunen, wie stark die Varianten sich unterscheiden: im vorteilhaften wie im unvorteilhaften. :smile: -- Die allergrößte Leinwand jedoch (obwohl ich dankbar für die 70mm-Wiederaufführung im berliner ROYAL PALAST 1991 auf der 32-Meter breiten Bildwand bin) war aber schon 1989 von David Lean nicht mehr gewollt, leider. Er ließ die stark gekrümmte Bildwand im londoner ODEON MARBLE ARCH entfernen und gegen eine flachere ersetzen, um den starken Verzeichnungen eine deep curve-Bildwand entgegenzuwirken. Und auch Fred A. Young, der Kameramann, das ist anzunehmen, hätte hier die nüchternere Variante bevorzugt: eine verzeichnungsfreie und unbeschnittene Projektion. Dies als historische Ergänzung (gleichwohl die londoner Entscheidung nicht mein Empfinden wiedergibt).
  17. Unsere 70mm-Reihen in Berlin beginnen in Kürze. Und auch einmal jenseits der Breite von magischen 7 Zentimeter werden die verfahrenen Wege und Umwege von "MGM Camera 65" ein spannendes Thema sein. Der 50. Jahrestag der Weltpremiere von SPARTACUS wird gewürdigt, was wir im kommenden Jahr auch für einen Wiedereinsatz der WEST SIDE STORY vorhaben. Wir laden herzlich ein und geben eine erste Übersicht: http://www.astor-filmlounge.de/filmprogramm/vorschau/film/-3083dcaa80/
  18. Dann doch "altersschwach", so schwankend wie folgende Äusserungen? Godard: Aber die Ideen, die wir hatten, sind verschwunden, sie erneuern sich nicht. Für mich ist es schwerer geworden, eine Idee zu haben, wie man so sagt. [...] Godard: Mich interessiert eher der Zusammenhang zwischen dem Unbewussten des amerikanischen Kinos, das die visuelle Welt besetzt, und dem Unbewussten einer Politik, die in andere Länder einmarschiert. Und wie die Besetzung der visuellen Welt und eines Landes mit Amerikas Geschichtslosigkeit zusammenhängt. Mich würde auch interessieren, wie das amerikanische Kino diesen Krieg erzählt. Der Vietnamkrieg wurde auch nicht vom chinesischen oder vietnamesischen Kino erzählt. [...] ZEIT: "Kino", haben Sie einmal gesagt, "heißt geben, aber davor muss man empfangen." Godard: Das ist, glaube ich, der Unterschied zum Digitalen. Als die Fotografie erfunden wurde, ging es um einen technischen Vorgang, bei dem das Material Licht empfing. Im Kino kann der Projektor dieses Licht zurückgeben. Heute wird nichts mehr empfangen, sondern nur noch eingefangen. [...] Die Oberfläche des Bildschirms ist an jedem Punkt gleich, man könnte auch von der Demokratie [meint er Autokratie?] der Pixel sprechen. Dieses Bild ist sehr glatt und kompakt. Das ist verführerisch, denn von Anfang an hat man im Kino nach diesem gleichmäßigen Licht gesucht. So wie im Fernsehen, wo die Moderatoren keinen Schatten haben. Alles soll gleichermaßen hell sein. Aber das Leben rächt sich, denn man sieht, dass es im Fernsehen falsch repräsentiert wird, weil nicht immer und überall das gleiche Licht herrschen kann. ZEIT: Trotz allem entsteht diese Wahrheit des Kinos für Sie immer aus der Realität der Kamera und der Realität des Abgebildeten. Godard: Das ist wahr. Und ich finde, dass die computeranimierten Filme alle gleich aussehen. Vielleicht ist es nur ein Übergangszustand. Was das Digitale wirklich ist, kann man vielleicht erst in 100 Jahren sagen. [...] ZEIT: Unter den Filmen, die Sie bewundern, sind aber auch ziemlich viele teure. Godard: Ich würde ja auch gern einen Film mit 200 Assistenten drehen. Nur um zu sagen: "Nein, das geht nicht, das müssen wir noch mal machen!" Dieser Film wäre teurer als jeder Hollywoodfilm. [...] ZEIT: Sie haben sich mal als amerikanischen Filmemacher im Exil bezeichnet. Godard: Ja, aber das kam noch aus den Zeiten, als wir von der Nouvelle Vague ein bestimmtes amerikanisches Kino verteidigten. Die Filme von John Ford oder Howard Hawks. Filme, in denen wir mehr Kino sahen als in der Routine der französischen Regisseure. Heute fühle ich mich eher im Exil in meinem eigenen Land. Im Land des Kinos. Aus: http://www.zeit.de/2007/49/Interview-Godard
  19. Gute Idee: fange bitte mal an bei Deinen Todd-AO-Legenden: da wird ja täglich poliert, dass sich die Balken biegen. :rolleyes: Vermuten darf jeder das, was ihm gefällt. Fakt ist: der bekannte Autorenregisseur hat "keine Lust" zur Scheinheiligkeit. Marlon Brando sei ebenfalls an dieser Stelle erinnert, der eine Indianerin zur Preisverleihung schickte. "Interkontinentale Flugverbindungen" zu thematisieren, verschleiert Ursache und Wirkung. Ausser, man glaubt an das, was man sich selbst einredet (oder sich gewünscht hätte: einen jubelnden Godard in Hollywood, Arm in Arm mit den schon oben benannten Regie-Kollegen). :unsure:
  20. Kleine Korrektur: Die T-Kiptagon-Baureihe (seinerzeit von 50 bis 200mm lieferbar (damals telefonierte ich längere Zeit mit Isco) hat ausser dem Minifier und Magnifier keine anderen serienmässig angebotenen Vorsätze. Adaptionsmöglichkeiten gibt es natürlich, aber man muss sie angebots- und begriffsmässig trennen von der oben benannten Objektivserie. Die Adaptionsmöglichkeiten sind schon interessant: auch einige spätere Super Kiptare (auch die der letzten Ausführung bereits mit dem Messingmantel) lassen sich in dem großzügigen Tubus des T-Kiptagons einschrauben. Und umgekehrt: die damaligen Minifier- und Magnifier-Vorsätze kann man bequem auf die später herausgebrachte Cinelux Ultra MC 70-Serie für kurze Brennweiten (ebenfalls 101,6 mm im Fassungsdurchmesser) adaptieren. Möglich und sinnvoll ist außerdem - alternierend zu den 50er/60er Jahre-Optiken - der Einsatz von moderneren 35mm-Normafilmobjektiven der goldenen Schneider- und Isco-Serie, ausnahmsweise auch für 70mm-Format: bis runter zur Brennweite von f = 60mm, auch wenn die Hersteller erst längere Brennweiten für diese Anwendung empfehlen. Das Ergebnis war klasse. :idea:
  21. Zur obigen "Werbesendung" ein paar kleinere Anmerkungen: 1. Magnetton-Kopien können sehr wohl im Sonderauftrag noch hergestellt werden, sogar auf Polyester-Material. Empfehle eine genauere Examination der Branchenangebote. 2. Kaum eine Kopie aus der 70mm-Sphäre ist "Unikat": man sollte doch bitte auf dem Teppich bleiben und keine Legenden schüren. Von etwa 99% aller 70mm-Titel sind jeweils Zweit- und Drittexemplare vorhanden. "Für immer verloren" ist auch nichts, da die meisten Originalnegative existieren, eben so auch die Tonmaster. Es ist eine Frage des Willens und des Budgets, eine sowohl neue wie auch perfekte Kopie herzustellen. Dass man mit jeder älteren Filmkopie - egal ob Unikat oder nicht - pfleglich umgehen sollte, ist eigentlich selbsverständlich.
  22. So rar ist die BOUNTY-Kopie nun nicht - und vielleicht sollte man der Fairness halber hinzüfügen, dass in dieser Kopie in besagter Vorstellung mehr als 10 Minuten Material fehlten (offensichtlicher Schadensfall). Werbung ist um so schöner, je klarer der Wein, den man einschenkt. :smile:
  23. "T-Kiptagon" von Isco, stolze 50 Jahre alt... (Fassungsdurchmesser 101,6 mm [= 4 Zoll]: habe davon noch mehrere von Berlin Zoo). Davor kann man ein sog. "Minifier" oder "Magnifier" schrauben, ein grün lackierter Vorsatz, der die Brennweite um 8% verkürzt oder verlängert.
  24. Ist eigentlich nicht bekannt, dass er nicht laufen könnte... :D Realität und Illusionierung liegen ja in einem alten Zwist. Auch die Art und Form, wie man Realität mit dem Zuschauer konfrontiert. Da verfährt die Hollywood-Industrie nach sehr alten (und auch hoch entwickelten) Strukturen der Epik (nach griechischem Vorbild). Andere theatralische Ausdrucksmöglichkeiten (oder auch eine radikale "System-"Hinterfragung) würden aber angeblich die Verkäuflichkeit der Glamour-Produkte stören, behaupten nicht wenige Produzenten. Diese Industrie hat sich also selbst als "Traumindustrie" definiert. Der Wunsch nach "Desillusionierung", "Aufklärung", "Aufwachen" und "Entlarvung" - und sozio-ökonomischer Analyse der Wirklichkeit - brach vor allem in der europäischen Avantgarde der 1960er auf: und beflügelte auch einige amerikanische Outsider wie Cassavetes und diverse Experimentalisten - eben so dem Protest gegen den Vietnam-Krieg und die "Amerikanisierung" der Weltkulturen. Was alles in Godards Filmen in bisweilen spättischer Weise Eingang findet (Belmondo z.B. artikuliert einen pseudo-amerikanischen Slang zu Bildern des Bombenkrieges in Südostasien usw.). Realität versus Illusion - darüber hat ein Filmstudent die treffenden Wort gefunden: http://www.filmkrake.de/index2.php?option=com_content&do_pdf=1&id=48 Gut möglich, dass er nach Hollywood gereist wäre, sofern sein Konzept des Filmemachens dort ein Echo fände. Aber was hätte er auf einer Bühne verloren, auf der ihm Tränen und Heuchelei angetragen würden: Kniefälle vor seiner Mutter, vor dem Chauffeur (oder am Ende der "Nation")? Vor der reuigen Rückkehr in den "Schoß" der "Filmfamilie" (us-amerikanisch dominiert?). Eben so möglich, dass es bei Godard Vereinnahmungsversuche in den 1960er Jahren gegeben hat ("Le Meprís"). Dem sich aber viele Künstler widersetzten, denen ihre Lebenszeit und die Erleuchtung kostbarer war als das Bestreben, eine Box-Office-Hit zu produzieren.
  25. Der "aufrechte Gang", Gratulation. Eine Academy, die an die immergleichen Götzen Preise vergibt - auch wenn sie inhaltlich Mittelmässiges ablieferten (Lucas, Spielberg, Cameron, Jackson, Bruckheimer u.a.) - und die die aus der Autorenperspektive Engagierten nur mit Nebenpreisen oder "Alterswürden" versieht, ist eine Institution zur Weihung rein kommerzieller Industrieleistungen, viel weniger aber der filmsprachlichen Neuerer. Mit anderen Worten: vorzugsweise werden Filme gerade dann zusätzlich gelabelt, die schon in den Vormaten 3-stellige Millionenbeträge einspielten. Damit soll eine "Industrie" durch den religiös anmutenden Kultus geschmiert werden, auch wenn sie inhaltlich und formal irgendwann nur noch Kopien der Kopien der Kopien der Kopien produziert. So sahen es die europäischen Filmemacher der 60er Jahre, zu denen auch Godard gehört. Er wird auf einer Nebenbühne abgespeist, während ein Cameron in die Menge brüllt "ich bin der König der Welt". Das passt nicht zusammen. Die Generation der 60er wollte ja keine Könige, Hierarchien und Pseudomythen mehr. Die Generation ab den 80ern - Peterson, Eichinger und Emmerich - denkt umgekehrt.
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