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Beim Printer eine dejustierte Kondensor-Optik bei Herstellung des Interpositivs. Deutlich noch sichtbar auf DVD (Abtastung vom I.P.), kompensiert sich der Effekt allerdings bei der Kopierung auf 65mm-Dupnegativ und hernach zur 70mm-Theaterkopie ins kaum Merkliche. Fehlerhaft war auch die Justierung der Pendelrollen auf der Bell&Howell in 1988, als LAWRENCE umkopiert wurde: der unzureichende Tageszustand der Maschine führte zu Bildstandsschwankungen in allen Versionen: 35mm, 70mm, Video, DVD. Und das hätte Harris seinerzeit sofort merken müssen. Der Ton ist ein weiteres Kapitel und enttäuschte bei unserem vorletzten Einsatz in Mailand die Sound-Freaks. War aber noch auf Magnetton. Die letzte Kopie hatte die mangehafte Mischung nochmals degradiert und auf DTS umgespielt (nur einmalige Einsätze dieser Version in Berlin und Karlsruhe). Einen so schlechten Ton eines ehemaligen Mehrkanal-Ton hatte ich noch nie gehört.
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Hat eine jahrzehntelange Vorgeschichte und Entwicklung und ist recht interessant. Das Verfahren ist insofern neu, als dass es mit dem neueren Digital Intermediate-Prozeß harmorniert.
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Das DVD-Capture oben zeigt den Film wieder einmal von der schlechten Seite: Ausleuchtungsfehler! (Links violett, rechts grün) Die Privatkopie könnte ein Hinweis sein. Die von ihm selbst autorisierte Version (1988) war es in keiner Weise: gleichwohl liess er sich hinreissen zu anmerkungen, der Film sehe hute besser aus als je zuvor... Sehr schlimm ist die DVD von LAWRENCE OF ARABIA, die die Ausleuchtungsfehler, die ansatzweise im 35mm-/65mm-Interpositiv enthalten sind, noch verstärkt. Stark farbverfälscht und von schlimmstem Korn waren die jüngsten 70mm-Nachkopierungen von etwa 2002. Farblich einigermassen akzeptabel die 70mm-Kopie von 1988 (zeigen wir regelmässig). Das Original der Erstaufführung hatte auf 70mm eine Farbgebung wie "The Fast and Furious": ins Bräunlich-violette neigend. Was heute kaum einer mehr weiss. Und wer es weiss, ist meistens rentiert. Etwas "matt" die Farben und Schwärzen in "Vertigo" in allen Fassungen. Müßte noch einmal restauriert und transferiert werden. Für die Majors zwar "penuts", aber die Lobby ist dort zu schwach und tendiert jetzt eher zum Digitaltransfer und zur Digital Cinema-Wiedergabe.
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Es war es vielleicht wert, auf @Gangolf länger zu antworten. Die kommenden 70mm-SpielTermine sind m.E. immer noch ersichtlich. (Dass derzeit Bilder der Nachbesprechung aus Zlín noch nicht veröffentlicht wurden, liegt daran, dass ich derzeit keine Galerie hierfür anlegen kann.) @Gangolf verlangte auch direkt nach einer Begründung für eine Reise zu entsprechenden 70mm-Terminen, wie sie hier immer wieder angekündigt sind. Und forderte die Einhaltung der Qualitätsstandards. Das konnte dann auch nur hier und möglich direkt beantwortet werden, weil es auch Kritik an den hier auftauchenden Vorführungen enthält. - - Einige Termine des 70mm-Films sind ab Herbst in Berlin angedacht: ist aber noch abhängig von Neu-Montagen.
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Es sind sicher nicht alle 35mm-Kopien schwach, im Gegenteil (und die Parameter lassen sich auf grösserer Bildwand als zuhause dann auch effizient auspielen ... wenn es wieder gewollt wäre). Ein riesiger Anteil von ehemaligen "heavy users" des Klassikerkinos, weiterhin etliche Fachleute und auch Filmemacher, haben sich mittlerweile ihr eigenes "Reich" geschaffen - über die Rezeption der Silberscheiben. Mit diversen Vor- und Nachteilen. Wenn aber der industrielle Rückenwind für 70mm-Roadshows fehlt, dann besteht auch keine Notwendigkeit für Wettbewerb in der Perfektionierung von Wiederauflagen. Der ehemalige Kundenstamm ist mittlerweile weggebrochen, die wirklich markant ins Auge fallenden Filmtheater ebenfalls, die Breitfilmemacher mittlerweile tot und deren Produzenten ebenfalls, die Kopierwerksfachleute sind rentiert, einige Kopierwerke sind abgerüstet worden, die Verleiher könnten anstelle einer einzigen 70mm-Kopie rund 500 oder mehr "DCI"-Festplatten herstellen und warscheinlich mehr als 5000 Blu ray Discs pressen. Die vor etwa zehn Jahren angelaufenen Bemühungen einiger Restaurierungsleiter der Studios zum Ziehen neuer Kopien kamen da überraschend. Teils wurden sie aus Image-Fragen reaktiviert, primär aber mit Blick auf die Home-Cinema-Verwertung aktiviert, da man für neue Abtastungen oft auch neue Interpositive auf 65mm herstellen musste [und somit als Gnadenbrötchen für die Festivals noch schnell eine Theaterkopie abfile, falls überhaupt]. Vor diesem Hintergrund sind die Beschwerden aus der (höchst fachkundigen) Anhängerschaft der Video- und HD-Medien über die heutigen Kinos, Verleiher und Kopierwerke massiv und teils berechtigt, aber kaum einer unter jenen Kunden würde selbst einmal Geld in die Hand nehmen: die meisten HD-Enthusiasten halten leider bereits 7 EUR Eintritt für einen Kinoabend für "Abzocke". Die wenigen "Hardliner" (hard interest am WideSreen-Schaffen), die für eine Sonderformatvorführung auch eine Reise auf sich nähmen, lassen sich leider an zwei Händen abzählen. Die Kinobetreiber und Festivalmacher ebenfalls. Unter diesen enormen Schwierigkeiten ist es ein Wunder (und man sollte dankbar sein), dass überhaupt noch 70mm-Material zum Einsatz kommt, für mich höchst gerne auch mal in gefadetem Zustand, weil bei den alten Kopien fast immer vom Original kopiert wurde (also keine Internegativkopierung zu Auflösungsverlusten führt) und originaler, analoger Magetton vorliegt. Aber auch knapp eíne Handvoll neuerer Kopien, die ausnahmsweise direkt vom Original für bestimmte Festivals gezogen wurden, wären durchaus empfehlenswert. Empfehlens- und sehenswert, aber nicht "perfekt". Auch wenn klar ist, dass in den 1960er Jahren fast alle 70mm-Kopien nahezu perfekt waren (und der industrielle Komplex noch funktionierte). Die jüngste ZHIVAGO-Restaurierung mag indertat perfekt sein. Einige Szenen (bezogen auf die Grösse der Home-Cinema-Bildwand) sind sogar noch sorgfältiger angeglichen worden als 1966 auf 70mm und 35mm. Von intakten photochemischen Negativen lassen sich aber auch heute noch (ohne digitale Hilfsmittel) solche oder ähnliche Ergebnisse für die 70mm-Theaterkopie erzielen, geeignet für eine wirklich authentische Wiedergabe dieses Verfahrens. Dafür fehlen aber derzeit die Fachleute in den damit beauftragten Kopierwerken, während der Markt der Video-HD-Herstellung mittlerweile über solche verfügt oder sich ältere Fachleute heranzieht. Warum ausgerechnet der Umgang mit dem Originalmaterial bei Erstellung einer 70mm-Theaterkopie in den Händen weitaus unerfahrenerer Personen und Firmen liegt, darf man bedauern. Wie gesagt: wenn weltweilt nur etwa 100 Fans bereit sind, für eine näherungsweise perfekte Neukopierung (die nicht unter 50 Tsd. EUR liegen dürfte) anzureisen, reicht das nicht aus. Du kannst ja einen Leserbrief oder Artikel für die führenden DVD- und Blu-ray-Magazine verfassen, wo auf das Dilemma aufmerksam gemacht wird. Dann käme evtl. eine Diskussion ingang.
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Du verleihst sie?
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Das wäre der reguläre Weg, das Minimum an Seriösität. Gibt aber viele Ausnahmen, wo erst lange vom Original kopiert wurde, und erst nach dem Serienauftrag die Sicherheitsmaterialien gezogen wurden. (Könnte ich beitage mal auflisten, adhoc fällt mir aber "Spartacus" ein.) Bei INDI II gibt es diese von Dir genannten Materialien. Von den ZwiPos bspw. wurden die DVDs gemacht, und viele 70mm-Kopien auch vom 65mm-Internegative (eine davon soll etwa 2002 in Frankfurt-Griesheim gelaufen sein und die andere, die ich dann sehen konnte, um 1989 am Kurfürstendamm 225 in Bln mit sehr grieseligem Eindruck und diversen Bildunsauberkeiten - weit entfernt von der Roadshowkopie an der Tauentzienstr. 9 in Bln in 1984). Vermutlich bestand die engl. Kopie, die @Laserhotline beschreibt, in den gelobten Passagen aus einer Originalkopierung. Hätte man darüber im Vorfeld informiert, wäre ich ggf. für einen Tag zur Marienstrasse gereist. So erfährt man das erst hinterher, d.h. zu spät ...
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Dann gilt es jetzt, auch das Positive zu sehen und Potentiale auszuschöpfen. 1. Auflisten auftretender, behebbarer Mängel bei der Belieferung oder im Falle schwankender Qualitätsstandards (die laut des neuen Kopierverfahrens aber ausgeschlossen werden) 2. Druck auf Disney, die kinofeindliche Marktbereinigungspolitik zu ändern (notfalls Beschwerden nach USA): je mehr Disney an Umsatz in den Nicht-DCI-Kinos täglich einbüsst, desto eher wird man die erpresserische Haltung aufgeben müssen 3. Obacht auf das Einhalten der Kopiengüten (ggf. Regressforderungen stellen, falls geringste Abweichungen von den SMPTE-Standards auftauchen) 4. Verleiher und Postproduktionsfirmen durch öffentlichen Druck dazu bewegen, langsam, aber konsequent auf das 4k Digital Intermediate für die 35mm-Ausbelichtung umzuschwenken (sowohl von 2D- als auch von 3D-Filmen) - selbst wenn die native Quelle ein 2k Source Master ist 5. Kontakte zu den amerikanischen und englichen Betreiberkollegen knüpfen, um alle in gemeinsamem Interesse liegenden Ansprüche weiterhin erfolgreich durchzusetzen (siehe www.film-tech.com , dort: "forums", darin: "Film Handler's Forum" , ebd.: "So is the Technicolor 3-D any good??") Aktuelles zur Digitalisierung: http://forum.filmvorfuehrer.de/viewtopi...03&start=0
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Nicht "grundsätzlich" (und eine sarkastische Übertreibung zaubert hier auch nicht die Anlieferung "lückenloser" Informationen über sämtliche in dieser Weise bearbeiteten Filme herbei - wer könnte so umfassend auch informieren?), aber bei vielen nennenswerten A-Produktionen mit hoher Kopienauflage. Auch die Versendung von Originalnegativen selbst ins Ausland ist nichts Ungewöhnliches. Selbst noch nach Jahrzehnten für gewünschte Nachbearbeitungen. Vorzugsweise aber beugte die Einführung des Dup-Prozesses dem vor. Ein klares Veto gab es aber bei der Auslieferungsanfrage des PANZERKREUZER-Originalnegativs anlässlich der Patalas-Restaurierung vor etwa 5 Jahren. Nicht seitens von Gosfilmofond, sondern von seiten des Aussenministeriums. Man selbst war aber nicht einmal in der Lage, in die Büchsen zu schauen, um mitzuteilen, in welchem Zustand denn überhaupt das Negativ sei. Vermutlich eine Paarung aus berechtigter Vorsicht, Misstrauen (dt. Restaurierung eines russischen Nationalheiligtums?) oder auch Desinteresse. Die Fälle liegen halt unterschiedlich. - - @preston st. wird voraussichtlich morgen früh seine Frühstücksscherze machen. Der Aufwand der Niederschrift lässt sich aber auch durch einige interessante Scans der INDI II-Kopie (nicht nur der Startbandeinträge, bitte) umleiten. Was man auch hätte bei THE KING AND I machen können. Ansonsten heisst es: warten bis zum nächsten ernstzunehmenden Widescreen-Festival und auf die Wiederholungen, wo man dann auf die Filmkopien draufschauen darf. In London, Seattle, Bradford, Frankfurt, Oslo, Hertogenbosch, Krnov, Zlín, Mailand, Sittges, Amsterdam oder Innsbruck war das nie ein Problem ... die Forschung wurde dort nicht verhindert.
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Es ist ja vor ein paar Wochen relativ gründlich erläutert worden: diese Praxis war bei hohen Auflagen so üblich, einzelne Akte an unterschiedliche Kopierwerke zu geben. Mitnichten ein Einzelfall also. Ja: Kosten- und Zeitdruck. - - Es sollte dringend korrigiert werden, dass dieser Film nur, wie von @p.s. behauptet, vom "Internegativ" kopiert wurde. Das ist absolut falsch und stellt den Film in ein schwaches Licht. Auch scheut man sich ja offenbar, von der engl. Kopie ein paar Ablichtungen von Bildkadern hier einzustellen. Lieber lebt man wissentlich mit der Aufrechterhaltung eines Irrtums, als eine neue Erkenntnis einzugestehen. Das geht ja nun seit Jahren so. Denn wenn es egal ist, wovon der Film kopiert wurde, und somit verbürgte Standards und Höchstände des photochemischen Films nicht mehr treffend erkannt und gedeutet werden (sondern alles automatisch herrlich ist, auch wenn es grundverschieden aussieht), dann kann man sich sehr bald die Arbeit am 70mm-Film sparen. Und zur digitalen Projektion wechseln, wenn das nicht schon der Fall ist (siehe 35mm)
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Ist m.E. zu riskant, wenn Kollektorkohlen und Schneckengetriebe am ST 200 nicht mehr einwandfrei funktionieren. Fällt bei kleineren Wickeln nicht auf, aber bei überraschend langen Filmen "fliegt" der Film unerwartet vom Teller, so etwa in der letzten viertel Stunde der Laufzeit. Ist nicht viel anders, als 2000m Film auf einen 50mm-Holzkern auf der EX aufzuwickeln, was nicht immer gut ging (unterschiedliche Materialkonsistenz, Friktionsverschleiss usw.). Solche Mutproben mit Filmrollen zahlen sich nicht aus. "Auszahlen" kann man dann heiter die Gäste, je weiter der Abend.
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Könnte man eventuell die engl. Kopie von INDI II noch etwas genauer beschreiben? Einiges mehr könnte ausserdem vom Umroller her erkannt (und gerne auch fotografiert) werden. Vor einiger Zeit hatte ich hier in der Sache "Variety" bzgl. der Kürzungen, inbesondere in England, zitiert - aber eine Fassung, die wie oben beschrieben "kompiliert" zu sein scheint, kann visuell nicht vollständig konsistent im Eindruck sein. In der dt. 70mm-Fassung war die Herz-Szene drin und bei der berliner Kopie der gesamte Film (!) vom Kameraoriginal kopiert. Alles war wie aus einem Guss und sah beinahe aus wie eine klassische 65mm-Produktion. Ausserdem wurde diese Glanzkopie durchgängig mit einwandfreiem Dolby-A-Magnetton (auch wenn auch ohne NR ein fantastischer Klang erreichbar wäre) wiedergegeben. Frage: Gelten die unteren Filmbeschreibungen von @preston sturges - junge Leute übernehmen dies in der Regel ungeprüft - nachwievor? Möchte man ggfs. vielleicht relativieren - revidieren ...? Ich frage freundlich an. Complete rubbish ... "330 prints from the original negativ" ... this statement already reveals that you do not know what you are talking about. The original negative of such a big budget title is a most valuable item and can't be replaced. Nobody at Paramount, neither Lucas or Spielberg (being both producers of this movie) would have allowed to do such an enormous idiotic print run from the OCN. You tell this fairy tales all the time ... they are simply wrong and belong to your fantasies. Have a nive dream :-) The fact is: Two 65mm Internegatives were produced at DeLuxe USA and the complete 70mm print run was made using this internegatives. The Original Version print we have shown 8 days ago was made from 65mm Internegative #2 and of stunning quality. Das ersehnte Beispiel hat @preston sturges nun oft genug in den Händen gehalten. Warum so unsicher in den Gutachten?
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Das trifft warscheinlich zu. APOCALYPSE NOW hinterliess bei mir 1979 fast den selben fahlen Nachgeschmack wie heute eine Filmbotschaft des J. Cameron: überzüchtete Ersatzwelten (Joseph Conrad verwässert hier eine Vietnam-Aufarbeitung nur und soll offenbar den mangelnden narrativen Content oder zu staffagenhafte Darsteller übertönen) und eine mystisch verbrämte "Horror-Show" zwischen Geisterbahnfahrt und Hollywood-Erlebnispark (trotzdem auf den Philippinen und in Dominik gedreht wurde). Man hatte 1979 endlich etwas über Vietnam erfahren wollen und bekam einen Film wie von Lean, der seine Liebes- (hier Horror-)Geschichte "vor historisch bewegtem Hintergrund" illustrierte. Die opernhafte Kullisse für eine Manege der Attraktionen, sodass man nicht wusste, ob man beim Walkürenritt applaudieren oder sich schämen sollte. Aber vielleicht liegt darin der einzige kritische Ansatz des Films, der die Schande offenbar werden lässt und zur Läuterung führt. Die Darsteller hatten wohl zeitweise ein Alkohol- und Kokain-Problem (Sheen und Hopper). Vielleicht half diese Rollenauslegung über die Runden. Bei Brando ist zu spüren, dass er ganz schnell weg wollte vom Set und nur das Geld abgreifen wollte. Ganz negativer Punkt des Films - was sehr schade ist. So schafft Martin Sheens Blick direkt ins Kamerauge die nötige Identifikationsklammerung: "Schaut, ich bin wie ihr - kommt mit in die Horro-Show!" - was als abgeschwächtes "Alex"-Zitat aus CLOCKWORK ORANGE verstanden werden kann [wenn man so gemein ist, auch daran kein gutes Haar zu lassen]. Der Regisseur muss sich durch jede Szene und Drehbuchseite - mit sich selbst uneinig - gequält haben, als wollte er ursprünglich einen ganz anderen Film inszenieren. Sodann rettete nur der Filmschnitt den Zusammenhalt des Plots und der auseinanderdriftenden, nicht zuendegeführten Ansätze (John Milius, spekulativer Abenteuerfilm-Regisseur, drehte später "Die rote Flut"). Natürlich geht szenisch einiges "unter die Haut": so der Naturalismus der Luftangriffe (dabei wurde kameraperspektivisch die Beschleunigung aus Bondartschuks BORODINO zitiert), psychotische Delirien und Tagträume, Orte der Einsamkeit, animalische Triebstrukturen usw. Über die Vietnamesen erfährt man (bis zu Oliver Stones ZWISCHEN HIMMEL UND HÖLLE) natürlich nichts: dunkle Chiffren, unzivilisierte Zombies. Von nationalem Befreiungskampf und politischer Gegenstrategie: keine Rede. Im Vordergrund: die verletzte Seele des Amerikaners. Mein damaliger italienischer Dozent am OSI schon über Francis F. C.'s GODFATHER: "reine Folklore!". Betrifft m.E. auch Nino Rotas Musik. (Aber über Carmine Coppola darf man dann getrost den Mantel des Schweigens ausbreiten.) Nun aber eine positive Kritik: Willard fährt zu den Quellen des Horrors, des Wahnsinns, der dunklen Seite seiner Seele und der dunklen Seite der Zivilisation. Er sieht, wie Soldaten angesichts des überwältigenden Horrors, zu dem sie selbst maßgeblich beitragen, verzweifelt und ohne irgendeine Chance auf Erfolg eine Normalität des Zu-Hause-Seins inszenieren wollen, wie sie eine Show veranstalten, Willard und seinen Leuten bereitwillige Mädchen zur Verfügung stellen. Er sieht aber auch – als wenn es ein Albtraum im Albtraum wäre – eine Insel der vorherigen Kolonialmacht Frankreich, eine Truppe Heimatloser, die weder weggehen, noch wirklich da bleiben können, die sich einbilden, ein Zuhause in der Verlorenheit errichten zu können, die mit ihrer Vergangenheit nicht fertig werden und sehen, wie ihre Nachfolger, die Amerikaner den gleichen Kreislauf durchlaufen wie sie selbst, nur noch brutaler. Das Lager von Kurtz ist der Höhepunkt der apokalyptischen Vision, die zur Realität geworden ist. Schon der Speer, der Chief tötet, deutet den Rückbezug auf eine Barbarei an, die nichts anderes war als der Beginn der Zivilisation. Ganz anders und doch ähnlich wie Kubrick in der Anfangssequenz von „2001: A Space Odyssey“, „entdecken“ wir und Willard hier die Ursprünge einer Kultur, die das Werkzeug als verlängerten Arm erfand und damit direkt einhergehend als Waffe gegen sich selbst, gegen die eigene Spezies. Die Vietnamesen haben ihre Kleidung, ihre Uniformen abgelegt, sich angemalt wie ihre Vorfahren. „This is the end, my friend“, singen die „Doors“. Das Ende und der Anfang zugleich. Die gespenstische Stille im Dschungel, der nicht mehr für sich selbst, sondern für den Dschungel des Lebens steht, in dem Kurtz seine letzten Tage verbringt, drückt die Perversion dessen aus, was Zivilisation ausmacht. Nicht die Menschenrechte, irgendein humaner Forschritt oder dergleichen herrschen hier, sondern der Krieg gegen den Krieg, den Kurtz mit aller Brutalität führt. Die Zivilisation wendet sich gegen sich selbst und erfüllt doch zugleich ihr ureigenes Anliegen: die Herrschaft des Menschen über den Menschen, über die Natur, über das Dasein. Willard ist Augenzeuge, Täter und Opfer zugleich. Er tötet Kurtz wie die Vietnamesen den Ochsen in einer Opferzeremonie, mit einer Machete. Der Mythos des (religiösen) Opfers aber verkommt zum Eingeständnis der völligen Unterordnung unter die Regeln der kriegerischen Gesellschaft, als die sich die Zivilisation letztlich erweist. Aus dem Kult der Vorfahren wird der Kult des Todes. „Apocalypse Now Redux“ besticht noch mehr als die ursprüngliche Fassung durch seine kompromisslose Darstellung dieses Gangs durch die Hölle. Die zivilisationskritische Tendenz des Films schätze ich ebenso hoch ein wie die von Kubricks „2001: A Space Odyssey“. Die zusätzlichen 49 Minuten passen sich meinem Gefühl nach nahtlos in die ursprüngliche Fassung ein, vertiefen die Aussage des Films. Coppola schuf damit neben dem „Paten“ ein weiteres Meisterwerk der Filmgeschichte. Aus: http://www.filmzentrale.com/rezis/apocalypsenow.htm
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Funktioniert auf Firefox nicht. DLP hatte ich mal - zurückgeschickt wegen schlechten Bildes...
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Das Engagement für diesen Ort und das Objekt stellt niemand infrage - stünde mir überhaupt nicht zu. Schön, wenn es sich rentiert. (Mir einen fiktiven Spielplan von 2004 (für ein längst hinfälliges Gebäude) zum Vorwurf zu machen, läuft an der Realität heutiger Pflichten vorbei. Und hat mit Live-Übertragungen wenig zu tun.) Nach dem Beispiel aus der Vergangenheit hier das der Zukunft - eines Kinos, das diese Zukunft gestalten will (und sich völlig anders definieren würde als @EIX): http://www.arsenal-berlin.de/de/home.html Live-Übertragungen sind dort verpönt. Weitere Symposien zur Zukunft (die die gestellten Fragen nicht beantworten können): http://www.zukunftkino.com/veranstaltungenn.htm Deiner engen Beziehung zu dem Kollegen aus Karlsruhe bin ich mir seit längerem bewusst. Ob sich daraus auch Internet-Phalanxen begründen, entzieht sich allerdings der Notwendigkeit. [Deine Werbebilder funzen nicht. - Und der Name 'Royal Princess' bzw. 'Cinema Princess' ist ein berliner Kinoname für ein Objekt an der Tauentzienstr. 7, dem heutigen 'Broadway'. Wer da wem was abgeguckt hat?]
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Es ist die Distribution normalen HD-Contents, die alsbald keine Unterschiede mehr macht zwischen Filmtheater, Cinema und Public Viewing. Eine Performanz allerdings, die auf andere Produktionsmittel setzt, würde und müßte technologisch anders beliefert werden - um der Austauschbarkeit zu entfliehen. Das heisst mit arteigenem Content. Diese über Jahrzehnte gültige "Trennung" (demokratisch oder nicht demokratisch, ist eine andere Frage) sicherte den Fortbestand der Kinos: vornehmlich in den Industriestandards 35mm und 70mm wurde ein "Werk" produziert mit perspektivischer Begehrlichkeit zur Langzeitauswertung auf grossen Bildwänden oder in grossen Sälen, die theater- oder opernhafte Züge seit den 1910er Jahren annahmen. Mit Einführung der Telleranlagen sahen wir Änderungen der Kinobewirtschaftung (Saalteilungen), Änderungen der Vorführstile (unterbrechungsfreies Koppeln aller Contents und Fließbandabfertigung), der Kinoprospekte und Kassenräume (kaufhausähnliches Mischangebot), des Besucherservices (niemand, der aufpasst) usw. usf. Die Schaffung der Vielsaalkinos war geboren, aber die Telleranlage war noch immer eine arteigene Erfindung der Kinematographie. Das, obwohl durch Centerkinos die Konsumgewohnheiten des "Zappens" an häuslichen Fernsehern tendentiell bereits aufgegriffen wurden. Beispiel für ein Kino, das mit royalistischen Ambiente wirbt (erbaut 1963-65 - abgerissen 2004) und eines von 2008: http://www.royal-palast.de/ http://www.walhalla-kinocenter.de/Kinos...royal.html Die Umbrüche durch flächendeckend volldigitalisierte Kinos nebst Live-Übertragungen plus Public Viewing dürfte die bis dato gewaltigsten Veränderungen, Umschichtungen und Marktbereinigungen überhaupt bringen. Weitere Sichten auf das "Public Viewing": Wie schnell sich mit der technischen Umstellung durch Digitalisierung der Begriff von Kino grundsätzlich verändert, zeigt der Bericht von heute in der Berliner Morgenpost über die Übertragung des Londoner Robin Williams Konzerts [...]. Zwar sind Bühnenübertragungen nicht mehr neu [...] aber mit was will man sonst Kinos bespielen, wenn das Auswertungsfenster für Spielfilme von drei Wochen auf ein einziges Wochenende schrumpfen sollte? Das derzeitige massive Investment in proprietäre Satelliten-Technik bei den großen Kino-Ketten zeigt, dass die Technik auch genutzt und refinanziert werden will. Digitalprojektor und 3-D-Technik sind also nur Teil des inhaltlichen Shifts, zu dem auch exklusiver Zugang zu Direktübertragungen von Live-Events gehören dürfte. Will man den Shift auf den Begriff bringen, so müsste man den Wechsel vom Werk zum Programm attestieren. Beim 35-mm-Filmstreifen gab es immer nur Werke, für die eine gewaltige Maschinerie in Gang gesetzt wurde; mit der "Großen Fernsehstube" regrediert das Kino letztlich statt sich durch seine Begrenzung entfalten zu können. Aus: http://kinoberlin.blogspot.com/2009/10/...-kino.html Je größer die Bildwand (siehe Cinerama-Zeiten) desto schlechter die Auslastung: Rüber geht‘s zum Alten Stadttheater: ins Pacifco mit seiner Großleinwand. Hier ist es nicht so voll wie in den bisherigen Public-Viewing-Stätten. Die Leinwand ist riesig. So kann keiner übersehen, wie Podolski seinen Elfmeter verballert. Aus: http://www.donaukurier.de/lokales/eichs...75,2290698 Buchhinweis: Sommer 2006: Fußballbegeisterung in Deutschland! Mit der FIFA WM 2006 fand eine Veranstaltung statt, deren Zuschauerinteresse alle bisherigen Medienereignisse in den Schatten stellte. Neben den Bildern der Begegnungen, Spieler und Tore, gingen Szenen von feiernden Massen um die Welt – außerhalb der Stadien. Es schien, als würde die Diskrepanz zwischen der aktiven Teilnahme im Stadion und den passiven medialen Sehgewohnheiten vor dem TV-Schirm durch eine dritte Rezeptionsform aufgehoben, dem ‚Public Viewing’. Mit Veranstaltungen von bis zu einer Million Menschen wurde der öffentliche Raum wieder neu ‚bespielt’. Doch was verspricht diese neue Form vom Erlebnis eines gesellschaftlichen Großereignisses und was kann sie tatsächlich leisten? Das sind Fragen, die sich auch nach dem ‚Fußballfieber’ stellen, schließlich entwickelt sich durch das Phänomen ‚Public Viewing’ eine Medienrezeption gegensätzlich zum viel diskutierten Trend der digitalen Vereinsamung. Aus: http://www.nofb-shop.de/buchhandlung/pu...-1102.html
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Genau. Und auch FFA-statistisch sind die Besucherknicks nachgewiesen. Ebenso strittig das Potential der Kinocenter nach dem Vorbild des Heinz R., die in jener Zeit als "erfolgreiche" resp. im negativen Sinne "folgenreiche" Einrichtung erachtet wurden. Gegenüber der sehr zahmen VHS-Liebhaberei der 1980er Jahre ist die heute umfänglichere und oft auch qualitativ bessere Versorgung mit Medieninhalten viel effizienter. Allerdins war der Abstand VHS -> 35mm überdeutlich. Die vielen HD-Plattformen 2010 indes lassen diese Alleinstellungsmerkmale und auch die Formatunterschiede schmilzen. Das bedarf aber einer medienwissenschaftlichen Untersuchung, derer es kaum brauchbare derzeit gibt. Ersatzweise gibt die Gesellschaft für Konsumforschung "tagesaktuelle" Barometer-Anzeigen preis. Sie kann aber keine Prognosen aufstellen: http://www.spielfilm.de/news/9531/ffa-a...elter.html Es deutet sich an, dass die produzierende Industrie dem Kino täglich untreuer wird, allenfalls noch an kurzen "Werbefenster-"Funktion interessiert ist, um anderweitig und auf Langzeit auszuwerten. Porportional "untreu" hierzu gerieren sich die Live-Event- und Sportübertragenden, die ihrereits nach neuen Wegen suchen. Möglicherweise wird auch die Kultur- und Kunstform des narrativen und abendfüllenden (Spiel-)Films "Transformationen" erfahren, über die man sich freuen oder ärgern darf.
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Gute Ergänzung. Und keinesfalls ist alles "negativ". Wir wissen aber auch, dass der Programmkuchen nicht beliebig geteilt werden kann, wenn es um etablierte Filmtheaterstrukturen geht. Das bringt Dein Resumee zum Ausdruck: Programmvielfalt [...] im Kinowesen brauchen wir sie interessanterweise nicht mehr. :wink: Der leicht beleidigte @EIX wird dies sicher anders sehen. Beides (Fensterverkürzung plus Einsparung von Film = Broadcasting overall) ergänzt sich perfekt. Die Entwicklung stärkt diese These Tag für Tag. Da sprechen wir bereits von echtem, human-technologischen Fortschritt. Allerdings werden wir im real existierenden K. diesen Wettbewerb nicht mehr erleben. Warst Du in Tschechien Mitveranstalter? Ja. Wolltest Du das gerne übernehmen? Warum machst Du es nicht? Ärmel aufkrempeln und ran an die Sachen! Na, im letzten Jahr stagnierte der DVD-Markt deutlich, und Blu-ray hat auf dem internationalen Markt nicht die Prognosen erfüllt. Was sich rasch ändert, gekoppelt an Ondemand. Schön, dass Du die Realitäten nunmehr verarbeitest. Der Hoffnung gab ich schon vor einigen Jahren im Forum Ausdruck (aber das hier ist auch kein Kongress der NATO der MPAA). Insofern rennst Du bei mir offene Türen ein und wärest gut beraten, Dir in Deinem eigenen Interesse eine andere Zielscheibe oder einen Berater aufzusuchen. Gerne darft Du Deine Lobbyarbeit gerne auf diese Problematik lenken: http://film-dienst.kim-info.de/artikel.php?nr=155334 Das sind m.E. die wirklich relevanten Fragen, und weniger die, welches 3-D-System (Technicolor, RealD, Panavision, Masterimage) in der Kabine vor sich hinsurrt. Das Publikum sieht den Unterschied nicht. Es merkt aber, sobald ein Filmtheater seine Kernkompetenz (Langzeitauswertung von Spielfilmen z.B.) an den Nagel hängt und sich den neuen Leitmedien anbiedert, die hier salopp als netter "Nebenerwerb" kursieren.
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3-D hätte ich schon Anfang der 1990er Jahre gerne als Filmrenaissance erlebt. Digitalkino ist mir seit Mitte der 1990er Jahre (Hughes JVC-Lichtventilprojektoren) bekannt - was kommt, war voraussehbar - und seit der ersten DLP-Projektion Deutschlands im Mai 2000 war ich "Feuer und Flamme": diese "perfekte" Zukunft (nie wieder wackelnde Bilder!) wünschte ich sofort und flächendeckend herbei. 2010 hat sich das Erkennen umgedreht: die Eindampfung auf einen einheitlichen 2k /HDTV-Standard in Kopplung an Public Viewings könnten offensichtlich der Wegbereiter zum Ende ortsfester, kommerziell betriebener Kinos werden. Analog zur Fensterverkürzung in der Filmtheaterauswertung der Spielfilme. Indem man anfangs gerne mit der Zeit ging, hat man hat auch dazu gelernt, denn die DLP-Technologieschübe sind Revolutionen der Home-Cinema-Industrie, und sie wurden passiv und widerstandslos von der Film- und Kinoindustrie "hereingelassen". Den hatten wir in Berlin einigemale in 70mm full of Colors gezeigt, und erst letztens in Tschechien vor 700 Besuchern bei heissestem Wetter. Und so etwas gehört (als Minimalbeitrag) für mich zur Verteidigung der Reputation des Kinos sowie seiner geschichtlichen Wurzeln, ohne die es keine Zukunft gäbe. Andererseits muss es auch Experimente geben. Diese könnten sozialer und politischer Natur sein. Womit digitaler Content ein zweischneidiges Schwert ist: es untergräbt die Exklusivität und die Alleinstellungsmerkmale des Kino, vermag aber andererseits differenziertere Zielgruppen und kleinere Kreise anzusprechen. Sicherlich zulasten der klassischen, kommerziellen Kino-Langzeitsauswertung, die einst prägend zur Herausbildung grösserer Filmtheatergebäude war. Das Public Viewing betreffend streifte ich au Büchersuche am Freitag die Unis in Berlin-Brandburg ab, entdeckte grosse und brechend volle Hörsäle mit 8 x 5 Meter-Bildwändern und recht passabler HDTV-Übertragung. Hier also hat das digitale Medium (HD) das ortlose Kino Aus den 1950er Jahren ist das Closed-Circuit-Prinzip bekannt. Ein Artikel vom Dez. 1958 in "filmtechnikum" greift sich gleich im Anschluss an die Liste der "Besten Film aller Zeiten" (Panzerkreuzer P., Goldrausch, Fahrraddiebe, La Passion de Jeanne d'Arc, La Grande Illusion, Greed, Intolerance, Mutter, Citizen Kane, Erde, Der letzte Mann, Das Kabinett des Dr. Caligari) die neuesten Errungenschaften heraus: "Fernsehen im Filmtheater" (S. 445). Dort heisst es recht cool: Der letzten Fernseh-Übertragung der amerikanischen Teleprompter-Gesellschaft waren jetzt 151 Filmtheater angeschlossen. Die Übertagung erfolgte im "Closed Circuit"-Verfahren, also unter Ausschluß eines allgemein empfangbaren Strahlers (Fernsehsender waren nicht zugelassen). Die angeschlossenen Filmtheater zählen über 200 000 Besucher. Die Einnahmen lagen bei "knapp einer Million Dollar". Das Closed-Circui-Fernsehen kann sich bei den rund 18 000 amerikanischen Filmtheatern nur schwer durchsetzen. Die Zahl der teilnehmenden Zuschauer ist in den letzten Jahren fast konstant geblieben. Die Übertragungen sind unregelmäßig und meist auf große Sportereignisse beschränkt, zu denen die normalen Fernsehsender nicht zu gelassen werden. Unabhängig von diesem "Filmtheater-Fernsehen" laufen die Versuche, in einzelnen Städten ein allgemeines Drahtf-Fernsehen einzuführen. Ein erster Versuch in Bartlesville ist bereits gescheitert. [...] Gleichzeitig wird in einer kanadischen Stadt von der amerikanischen Telemeter Corp. ein Fernseh-Drahtfunknetz eingerichtet. Entsprechende Versuche Telemeters in USA selbst haben aus vielerlei Gründen (darunter auch rechtlichen) bis heut noch nicht zum Erfolg geführt. [Ende S. 445]. Keine Frage: ohne Experiment kein Fortschritt. Der läge aber m. E. eher in politischen Veränderungen unses dahinvegetierenden Landes. Hinwiederum die Spiel-Filmtheater zu Fernseh- und Theaterstuben umzudrehen, repräsentiert nicht die Hoffnung, die ich an Spielfilmtheater knüpfen würde.
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Ja, schon. Farben wie aus einem anderen Jahrtausend - als wollte die Bildwand zu glühen anfangen! - Dagegen sieht die aufgemotzte Flora und Fauna in AVATAR fahl und leblos aus, ist aber auch nur eine anhand von Natur-Fotografievorlagen "gerenderte" Natur. (Kritisch betrachtet könnte man bei APOCALYPSE NOW analysieren: vor allem das noch junge Heißprozeßnegativ von Kodak um 1977 ist anfechtbar. Mir wäre somit ein Direkt-Blow-up auf 70mm lieber, und natürlich 6-Kanal Dolby-Magnetton mit SS) Besucher: Abgesehen von meinen beiden Geburtstagsgästen verirrten sich etwa 27 spanisch sprechende Touristen in diesen Film. Mit anderen Worten: interessiert niemand (außer den Usern in diesem Thread). Effekt-Ton kaum gehört. 1 x vielleicht. Heute abend dann die andere Rarität: REAR WINDOW in der 1997er Harris-Restaurierung, der ihn erstmals auf TC herausbrachte. Allerdings sind die farbigen Titeldups ein Problem bei TC: sie bluten aus. Leider ebenfalls in Kino 2, dem "Schwimmbassin-Kino". Zum Glück in Mono.
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APOCALYPSE NOW-REDUX kenne ich nur auf 35mm und ausschliesslich in OV m.dt. UT - die Tobis-Verleihfassung. - - Verwirrend die Umschreibung auf WIKIPEDIA: Vittorio Storaro also came back from Italy to head a new color balance of the film and new scenes. When Redux was being released, Storaro learned that a Technicolor Dye-Transfer Process was being brought back. The Dye-Transfer is a three-strip process, that makes the color highly saturated and has consistent black tone. Storaro wished to use this on Redux, but a problem was that in order to do it, they needed to cut the original prints of Apocalypse Now, leaving Apocalypse Now Redux the only print available. Storaro decided to do it, when convinced by Coppola that this version would be the one that would be remembered. Zitiert aus: http://en.wikipedia.org/wiki/Apocalypse_Now_Redux Das heisst sinnvollererweise in meinen Ohren: Die Out-takes wurden bei Herstellung der Redux-Version zum Interpositiv umkopiert. Sollte man so vorgegangen sein, darf dieses Material als Original dieser Version gelten. Folgt man dem obenstehenden Wirrwarr (wo anstelle des Negativs immer nur von einem Orignalprint die Rede ist), hätte sich Storaro eine Matrizen-Herstellung vom Originalnegativ gewünscht, was trotz der bereits kurz vom dem Start befindlichen und fertiggestellten Reduxversion nicht gegeben war, weil [Vermutung anhand obiger Darstellung!] das O-Negativ im Cut von 1979 vorlag. Nachdem Storaro aber von Coppola vom Technicolor-Prozess/der Redux-Version überzeugt worden war, entschloss man sich "es zu tun". Was zu tun? Auch das O-Negativ neu zu schneiden oder auf das neue Interpositiv zurückzugreifen? Das ist nicht erkennbar und eindeutig festlegbar, da die Matrizenherstellung sowohl vom O-Negativ als auch vom Interpositiv möglich (und üblich) war. Vielleicht gibt es ja einen Artikel, der das aufklärt, oder im Bonus-Material der DVD gibt jemand darüber Auskunft.
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Die Güte der alten dt. Tonfassung (suboptimal in der Dolby-A-Lichttokopie) besserte sich später auf der Laserdisk. Ist die Neusynchronisation für DVD gemeint? APOCALYPSE NOW-REDUX kenne ich nur auf 35mm und ausschliesslich in OV m.dt. UT - die Tobis-Verleihfassung.
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Bei der "unfertigen" 70mm-Version für Cannes ganz offensichtlich. Bei der deutschen Premiere in Mnch. in 70mm (Kopie wurde angeblich massiv beschädigt während des Langzeiteinsatzes) war es die gültige Verleihversion. Es existiert aber heute noch eine 70mm-Kopie in 1A-Zustand, die den Aussagen des Regisseurs entsprechend den überragendsten Sound aufweist, den er je gehört habe. - - Heute abend, am 18.6.2010 um 19.30, läuft die Redux-Version im berliner kommunalen Kino 'arsenal 2'. Den Vorabinformationen folgend die 35mm-Technicolor-Version, mit dem (gegenüber Dolby-A-Lichtton bei der EA) besserem Dolby-Digital-Ton - allerdings im Bild etwas verregnet. Der Dolby-Lichtton im September 1979 erschien im damaligen Premierenhaus Z-Palast wenig transparent, fast ohne Tiefe, kaum Panorama (vom Kreisen der Helikopter-Flügel zu Beginn einmal abgesehen), er knisterte, und der CP50 fiel andauernd aus. Die Bildkopie war nur ein durchschnittliches Dup. 6 Wochen später eine neue Kopie für das Nachspiel im Atelier am Zoo, die etwas dichter wirkte. - - Zur "Formatwandlung" von 2.35 zu 2.0 : 1 in den Video-Medien: Ist evtl. zu revidieren, zu relativieren oder zumindest ergänzungsbedürftig: da Technovision-Scope-Systeme gewisse Randverzerrungen und Randabfälle beinhalten, ist vorstellbar, dass die Filmemacher vor der "erbsenzählenden" HDTV- und Blu-ray-Gemeinde diese Umstand leugnen oder zumindest "kaschieren" wollten. Bleibt natürlich eine Neuformierung. Man könnte ja für die nächste Version Kurz' grimmige Stimme (im Original Marlon Brando) mit Hall oder Laufzeitveränderungen "größer" machen, um sie an heutige Hörgewohnheiten anzupassen. :wink:
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Nach guten Berichten zum heutigen noch passablen Zustand von DIE HARD, DIE HARDER und THE UNTOUCHABLES wie auch über die saalakustisch unterschiedliche Rezeption harren aber die brandneuen Eindrücke ihrer Niederschrift - gibt es ein Resumee der Sommerreihe? Wie war der Besuch, vergleichbar dem bei Festivals, und war es ausverkauft? (Habe noch die vollen Zoo- und Royal-Paläste Berlins vor Augen, wo es ein dankbares Publikum gab). Ist die 70mm-Kopie von TOP GUN tatsächlich gezeigt worden? (Bei diesem Film hatte ich Zweifel, daß er auf 70mm läuft). Sehr interessant könnte auch mal ein kleines Foto sein von einigen Kadern der Kopie INDIANA JONES AND THE TEMPLE OF DOOM sein (evtl. auch von THE LAST CRUSADE). Mich hätte dabei ein Blick auf die Schichtseite interessiert, dort, wo zwei unterschiedliche Bilder nebeneinander liegen (also einen Szenenwechsel, d.h. genau dort, wo die Negativklebestelle liegt), und auch die Farbe und der Verlauf der Randnummerierung würden mich bei der jüngst eingesetzten Kopie interessieren. (Ist sicher nur eine unbedeutende Randnote, die ja den Gesamt-Spaß am Film nicht tangiert, aber wäre trotzdem aufschlussreich.) THE LAST CRUSADE gibt vom Negativ die beste Bildgüte her. Als wir ihn 1989 auf 35mm kopierten, war das seinerzeit die Referenz und beinahe vergleichbar mit der 35mm-Reduktionskopie der restored version von LAWRENCE OF ARABIA. (Unter dem deutschen Verleihtitel INDIANA JONES UND DER LETZTE KREUZZUG lief er ab September 1989 in 70mm z.B. im Gloria-Palast in Berlin.)
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Grosses SOUTH PACIFIC-Event bei der Academy of Motion Picture Arts and Sciences (AMPAS): http://www.oscars.org/events-exhibition...cific.html Die Kopie wurde (farblich) bereits von Forumsmitgliedern scharf kritisiert, hatte aber trotz Dupkopierung eine beachtliche Bildschärfe. Home : Events & Exhibitions : Events : South Pacific South Pacific (1958) Get Adobe Flash player Presenting a recently restored 70mm print Featuring an onstage discussion hosted by Center Theatre Group’s Artistic Director Michael Ritchie, with special guests Mitzi Gaynor [die Hauptdarstellerin], John Kerr, France Nuyen and Rod Gilfry. Einer der Funktionsträger in der AMPAS (für das Filmarchiv der Academy), Michael Pogorzelski, war auch Unterstützer, Berater und Promoter der Restaurierung von PATTON. - - Nach so vielen Jahrzehnten versammeln sich also noch einmal Beteiligte des Films. Das wäre durchaus eine rührende Angelegenheit - wenn man sich das SOUTH PACIFIC-Ticket für USA leisten kann. Der 70mm-Film läuft im Samuel-Goldwyn-Theatre (Kurzinformation: http://www2.tft.ucla.edu/goldwyn/sgf.cfm ) Kontakt: Samuel Goldwyn Theater 8949 Wilshire Blvd. Beverly Hills, CA 90211 Directions, Parking & Theater Policies All seating is unreserved. (310) 247-3600