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DVD als Filmmedium = Auslaufmodell (etwa um 2015). Als Datenträger aber etwas länger.
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Leider eher schwache Reaktionen & Belehrungen. Jedenfalls habe ich Theaterwissenschaften studiert und staune über obige Aussagen zum Drama. - - - Es geht um tektonische Verschiebungen in der Branche, nicht um den Weltuntergang (der gehört auf den Klimagipfel). Die Furcht davor, sich mit der Unausweichlichkeit dieser Verschiebung auseinanderzusetzen, verwundert mich immer wieder. - - - Verbleiben wir doch so: Sie ziehen sich den epd-FILM-Artikel heran und melden sich danach zurück. :)
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Das sollte auf keinen Fall propagiert werden (auch wenn andererseits avancierte Programmkinos kulturelle Leuchttürme sind. :) . Wenn der Mainstream immerhin uralt ist und durch ihn etablierte und technisch fortgeschrittene "Lichtspielhäuser" in der Fläche entstehen konnten, dann freut man sich auch über jeden Kinoerhalt - Dank auch der guten Avatar-Cash-Flows. Fraglich ist, ob die Tendenz vorliegt, daß weitere Langzeitauswertungen im Kino nachwievor das Ziel der produzierenden Branche ist. Und ob "Avatar" typisch für die kommenden Kinojahre sein wird. Ungefähr darauf wollte ich hinaus. (Ohne Befürworter des freien Marktes zu sein, falls dieser in die skizzierte Richtung aufbricht.). Das trifft in großen Teilen auch zu. Bereits das Ablegen der Large-Format-Spielfilmformate Anfang der 1970er Jahre schien alarmierend zu sein. Später bedrängte die Vollformataufnahme Super-35 (höhenkaschierbar für die noch vorhandenen Scope-Leinwände der etablierten Filmtheater) das klassische CinemaScope-Aufnahme-Format. Seit der Jahrtausendwende wird sogar HDTV 16:9 als Formatzwitter diese Tendenz fortführen und Kompatibilität noch für ganz andere Märkte (HD-Downloads on Demand für die häuslichen Konsumenten) ermöglichen. Insofern haben sich die Ansätze und Tendenzen, die mit der sog. "Breitwandrevolution" 1952 ins Rollen kamen, sozusagen "umgekehrt". Gäb es es eine vornehmlich kinoorietierter Entwicklung, stärker denn je, so könnte man sich über (wirklich avancierte) Digitalprojektionen ganz ungebrochen freuen: sie ist ja auch eine Modernisierung in vielen Belangen. Setzt man sie ein zur Verschwisterung mit anderen Medienanbietern (was als "ganz normaler Prozess" der Kinowirtschaft bereits seit einigen Jahrzehnten kooperativ akzeptiert wird, bei allerdings sinkenden Kino-Besucherzahlen seit 1958), müssen wir dann nicht wieder von einer Tendenz reden? Interessanterweise beinflussen die Moden und Trends auch die Kinoinhalte. Sollten also die auf Videospielen basierenden Filmproduktionen wie TRANSFORMERS & Co sich häufen (den "Avatar" könnte man nicht pauschal abklassifizieren, da er doch durch den zivilisationskritischen und epischen Ansatz am alten Monumentalkino zehren möchte), so stößt eine Elektronik-Industrie der VFX-Firmen aber auch die Industrie der HD2k/HDTV-Aufzeichner/Produzenten, die an solchen Produktionen beteiligt ist, vorrangig auf Märkte vor, die es vor 10 Jahren so noch nicht gegeben hat. Gab es vor 30 Jahren schon das entwickelte Merchandising (und man mochte der Lucas-Produktion vielleicht nachsagen, sie produzierten auch für die Spielzeugindustrie, nicht nur für die Leinwand, so stehen heute komplette Spielfilminhalte auf fast allen Medienplattformen zu Verfügung. [Ergänzend sollte aber der VHS-Konsum und die Raubkopierung seit Ende der 1970er Jahre nicht unerwähnt bleiben - man muß dies zur heutigen Praxis sinnvoll und vergleichend in Beziehung setzen.] Die Fortexistienz der 35mm-Auswerung für die kommenden 5 oder 8 Jahre steht mittlerweile ausser Frage. Dementsprechend hat Thomson/Techncolor reagiert und bereits mit 7 Companies Verträge geschlossen, die die 35mm-3D-Auswertung besiegeln. Gleichfalls hörte man von Vergleichsvorführungen, nach denen die 35mm 3D-Demonstration bei vielen Teilnehmern als "besser" befunden wurde als die simultan laufende 2k DCI-3D-Vorführungen. Ob man nun 35mm haßt oder liebt, spielt nach dem Fällen dieser Entscheidung keine Rolle mehr. Das Ganze ist außerordentlich positiv: 3D-Filme können so in den nächsten Jahren noch viel mehr Umsätze generieren als bisher. Dank der Umnutzung der 35mm-Anlagen und eingedenk der extrem langwierigen digitalen Umstellungsprozesse. Man sollte dies als Fakten zu akzeptieren lernen und wegen der Umsätze und des Kinoerhalts begrüssen. Wer keine DCI-Projektion mag, kann künftig weiterhin die 35mm-Vorführung besuchen, wer das 35mm-Filmband haßt, der hat bereits heute schon ausreichende Möglichkeiten, seine Bedürfnisse an DCI-Kinostätten zu stillen. Das darf man mit Ruhe und Langmut so sehen. Natürlich gelesen und seit Monaten absehbar - schon seit Januar 2009 stiegen die Besucherzahlen. Spott & Hohn sind somit kein Argument. Spott & Hohn plus Denunziation sind kein Argument. Leider bedient sie der o.g. User seit Jahren, um persönliche Abrechnungen auszutragen. @oceanics, die sonst den freien Markt beschwören, sind jetzt antikapitalistisch? Argumentativer Fehlschlag. In der Tendenz multimedialer Plattformen und in der Verkürzung der Auswertungsfenster. Das sehe ich andersherum: THX ist überwiegend im Kinomarkt erloschen. Weiters könnte man sagen, dass es 2015 vielleicht keine DVDs mehr geben wird. Ob es 2015 noch genau so viele ortsfeste (oder gleichartige) Kinos wie heute gibt, ist in anbetracht der Umbrück kaum vorstellbar. 3D ist sicher kein neuartiges Projektionsverfahren, auch die Bediendung der Gimmicks und des "Karteneffektes" (die beim "Avatar" erfreulicherweise zurückgenommen wurd) sind von der Grundidee nicht neu. Stärkere Momente erzeugt indessen das (bereits vor 3D!) im digitalen Animationsfilm acvancierte digitale Rotoscope - womit die Konsumentenerwartung seit mehr als 10 Jahren konditioniert wurde. 3D wird also in der Wissenschaft, in der Industrie und im Konsumsektor bleiben - dies im Gegensatz zu THX und DVD. Das Blockbuster-Kino ist jedoch dem medialen Konsumtrend künftig noch stärker unterworfen: es spielt auch nach Elsaesser mitunter noch eine Vorreiter-, zunehmend aber eine Nebenrolle. Dieser Trend, meine ich, wird, sofern das Kino dem ungezügelten Markt unterworfen bleibt, massive und unangenehme Veränderungen herbeiführen. Eigentlich sollte es im Kinointeresse liegen, dagegen aufzumucken, als blindlinks alles abzunicken? Andererseits war Kino immer nur ein nachgelagerter Dienstleister der Comanies, und es sind ihm die Hände gefesselt (was auch den Mangel an kritischer Einstellung in der Branche und auch in diesem Forum erklärt). Einige versuchen sich nun freizuschwimmen, in dem bei mitunter geringer werdendem Interesse einiger Verleiher, eine Kinolangzeitauswertung zu stabilisieren, jetzt alternative Inhalte den Kinostandort beleben müssen. Dieser Trend, der bei Übertragungen und Klassik-HD-Konserven Erfolge zeitigt, soll keineswegs als negativer Programmbeitrag abgecancelt werden! Allerdings es drückt sich darin eine Tedenz des HD-Mediums aus, die ganz unverkennbar ist. Sie betrifft nun zunehmend auch die Spielfilmproduktion, die sich "ihre" geeignetsten Märkte sucht und auch, wie oben richtig gesagt wurde, "auf dem kürzesten Weg" mit Bits und Bytes zu den Kunden drängt. Genau darin sehen ich eine kinofeindliche Entwicklung. - - - Nochmals der Tip: am nächsten Kiosk einfach mal sich die Januar-Ausgabe von "epd Film" greifen und den Report zum 3D-Kino durchlesen. Der Autor drückt sich weniger tendentiös als ich. Dort wird auch auf den "Avatar"-Film Bezug genommen - um endlich zum Thema zurückzukehren. Ich werbe dafür, diese Texte als Grundlage zu nehmen und die Angriffe hier einzustellen.
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Genre-Zitat als Begriff hat sich in der Film-, Kunst- und Musikwissenschaft eingebürgert. Gleichwohl, bei genauem Hinschauen, könnte ich mir eine Präzisierung wünschen und fortan besser von Genre-Anleihen reden wollen. Theoretisch wird dem Blockbuster in der sog. Postmoderne (ebenfalls als Ästhetikbegriff angreifbar) eine Hybridisierung der Sujets unterstellt: sie ginge einher mit einem Sammelsurium der Zitate von Zitaten, welches irgendwann zur "Nummernrevue" tendiert. Die Verfechter der Postmoderne sehen jedoch in der Hybridisierung stärkere Ausrucksmöglichkeiten der Intertextualität, der Multi-Codes und auch irrationaler Verschränkung. (M.E. fungiert diese Filmtechnik aber wie das Getriebe eines Mediamarktes - mit allen bitteren Konsequenzen.) Der sog. "Moderne", und sie wird mit dem "New Hollywood" seit Ende der 1960er Jahre datiert, wird in der Genre-Zitation noch ein vergeistigteres Moment nachgesagt: das Zitat, hier weitaus sparsamer eingebracht, erzeugt dann als dramaturgischer Trick eher eine vertiefte Distanzierung und Objektivierung in der Erzählung, es weist mit reflexiver Schärfe auf die Flucht vor realen Lebenssituationen hin, anstatt die Illlusion einer durchgängigen "Traumwelt" zu beschwören, wie es der Fantasy-Film praktiziert. Inwieweit der AVATAR ernsthaft als avantgardistisches, revolutionäres und wirklich mutiges Projekt bewertet werden sollte, sei einstweilen dahingestellt. Eines verstehe ich nicht: wenn es seinerzeit SOLARIS oder 2001 zustandebrachten, eine originelle Visualisierung mit einem aufwühlenden und philosophischen Inhalt auszubalancieren - und auch die Masse im Kino damit erreichten - warum es in der Postmoderne zwanghaft geboten erscheint, ständig Versatzstücke vorheriger Erfolgsfilme clusterartig zusammenzuwirbeln. In dieser Tendenz wird (seit 30 Jahren) übrigens eine Krise des Genre-Kinos oder des Kinos insgesamt gesehen. Andererseits - und es verwundert schon - hält sich seit 1977 ein solches Verfahren in ungebrochener Form und zeitigt immer höhere Budgets und Einspielrekorde. So rasant aber wie die Einspielergebnisse sind auch die Fluchtbewegungen: weg vom künstlerischen Kino und hin zu muitimedialen PC-Kulturen. Selbst die spiele- und 3D-produzierende Industrie bedarf zwar noch des spektakulären "Startfensters" ihrer Produkte via Filmtheater. 3D ist dann - mittelfristig gesehen - plötzlich keine Exklusivform des Kinos, sondern das Kino wird als Startrampe für multimediale Hard- und Software des PC-Konsummarktes instrumentalisiert, der ständig mächtiger wird. "Film" ist künftig ein ubiquitäres Produkt (d.h. nicht mehr vorrangig theaterbasiert in seiner Distribution) und wird häufiger konsumiert in multimedialer Form auf Laptops/X-Boxes/Ondemand als auf DVD oder in den Filmtheatern. Mit anderen Worten: einige 3D-Filmemacher der Hollywood-Majors haben im Moment Angst davor, im Kino Verluste zu erleiden, sofern Multimedia beim konventionellen Spiel- und 2D-Film Identisches vertreibt und auch die Raubkopierung bei 2D-Filmen nicht in den Griff zu bekommen war. Der Umweg über 3D soll das Kino nun (vorübergehend) als Schaufenster aufrechterhalten, obwohl dieselben Filmemacher für die nächsten 5 oder 10 Jahre 3D-fähige Laptops und TVs prophezeien, und deren Technik-Ausstatter erfolgreicher und nachhaltiger auf eben diese Märkte vorzustossen glauben, als es im Kino je möglich wäre. Das Prinzip des 3D-Erlebens wird auf diese Weise bereits in den Licht- und Entertainment-Centern (Multiplexkinos) "eingeübt", die momentan noch als städtische Publikumsmagneten aufrechterhalten werden, um eine Aufmerksamkeitsbündelung mit Unterstützung der Presse zu erreichen. - - - 3D ist also keineswegs als eine vorübergende Mode zu belächeln, sondern es entsteht mit 3D eine neue Rezeptions-, Vertriebs- und Produktionskultur - und ihr Ziel ist die Absatzsteigerung im häuslichen und privaten Ambiente und die Auflösung der theatralen Fokussierung auf eine Sprechbühne im traditionellen Sinne. Über dieses Paradox hat auch Thomas Elsaesser geschrieben: in der aktuellen Ausgabe von "epd Film" nachzulesen und spannend von A bis Z. (Zitat: "Der Schwanz wedelt mit dem Hund". - Hier ist mit ersterem das "Kino" gemeint). Mir wurde beim Lesen schwarz vor Augen. Es ist aber sein bisher erhellenster Essay.
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Das leider 1000ste mal des Abschreibens von Vorgedrucktem (eben so in "Morgenpost" und "Abendschau"). Nachrufe sollten facettenreicher sein und die Programmgeschichte einmal gründlich ausleuchten: aber es wird einen solchen Nachruf leider nie geben. (Weil sich die "Personality Shows" eben besser verkaufen).
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Digitale Projektion im Cinedom Köln
cinerama antwortete auf Bubbagump's Thema in Digitale Projektion
Reglerstellung "7" ist ja Studio-Normpegel - und einer der wenigen sinnvollen Einrichtungen aus dem Hause D. Alle nachrangigen Probleme der Verzerrung und falsch empfundener Lautheit unterliegen somit Mängeln der Kinospielstätte, die behoben werden sollten. Angesichts der problematischen Akustik im EMPIRE (Tonnendecke) wird zu seiner Zeit THX der einzige Anbieter von Lösungen gewesen sein. Der Saal ist somit heute verändert worden und büsste auch einen Teil der Aura ein. Als ich 2005 in London war, sah ich die Premiere von "Mr. und Mrs. Smith" ebendort: in einwandfreier Scope-Projektion auf etwa 19 bis 20 Meter Bildbreite - identisch zur Breite bei 70mm-Format 2.2 : 1. (Leider hat die Bildwand nicht die Wirkung des ODEON MARBLE ARCH und anderer Super-Cinerama-Häuser ihrer Zeit, deren Konkav-Bildwände bekanntlich niedergerissen wurden.) -
Das Publikum läßt sich mitunter - nicht immer, auch nicht überall - für attraktive Bildgüten und Tone, aber auch für inhaltlich oder designerisch aufregende Filme begeistern. Die höchst wechselhaften und variierenden Paramater von 35mm, Digital, Magnetband oder Silberscheibe interessiert das Kino-Publikum kaum, da es kein Teilnehmer der Arbeitsvorgänge in den Bildwerferräumen ist. Die elektronischen Formatfragen also interessiert es erst bei Anschaffung und Betreiben von teuren Home-Anlagen. Kino lebt wohl auch von der Magie des Geheimnisvollen - und seine Shomansship auch davon, die eigene Hexenküche und deren Zauberkünste nicht in allem zu offenbaren. Dies beflügelt übrigens auch die Konkurrenz: auch und gerade durch die Divergenz und das Variantenreiche des Gebotenen an Formaten, Bildwänden und Auditorien. Etwas aber, das immer gleich zu sein behauptet (etwa 2K-DCI oder 35mm 1.85 : 1) und nach Wunsch einiger Verleiher, Betreiber oder Produzenten das alleinige Format sein sollte, führt m.E. evolutionstheoretisch in die Sackgasse. Gerade der AVATAR erlebt die verschiedensten Präsentationsformate: 70mm IMAX 3D, 35mm 2D (für die unter 3D-Schwäche Benachteiligten), 2k in 2.39 : 1, Aufführungen in 1.78 : 1 (auf DCI und auf 70mm) oder sogar als Quadruplex-Projektion bei der Weltpremiere im EMPIRE am Leicester Squaire. Das profane Listen allein von Neuzugängen an 2k-DCI-Kinos wie auch der reinen Umsatzzahlen reicht zumindest mir nicht aus für die Beschreibung eines Blockbuster-Phänomens. Einige User sollten sich um eine tiefergehende Betrachtung des Themas bemühen, finde ich ...
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Ein enorm breites Spektrum an Kinoarten, Formaten und Genres, die er in seinen Häusern versammelt hatte. Sein fast durchgängiges 70mm-Repertoire von 1972 bis 1982 konnte ich jede Woche wie die "Muttermilch" aufsaugen. Diese Art von Kino war das normalste von der Welt - und um so schmerzlicher, daß dieser Standard in der Industrie später nicht mehr ausreichend forciert wurde. :cry: 102 Jahre alt ist er geworden. DELPHI FILMPALAST AM ZOO, den er 1949 eröffnete und bis zuletzt verteidigte, feierte ebenfalls im letzten Jahr Jubiläum. Und auch DIE KURBEL, die er einst lange Jahre leitete, wurde 75. :)
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Die "Milliardenschwelle" wurde wohl am Sonntag, 3.1.10, genommen: $ 1,018,811,000 (domestic + foreign = worldwide). Tägl. abrufbar: http://boxofficemojo.com/movies/?id=avatar.htm $ 1,842,879,955 von "Titanic" müßten dann inflationsbereinigt mit "Avatar" verglichen werden - eben so wie mit den besucherstärksten Filmen aller Zeiten ("Gone with the Wind" u.a.). Also bei "Avatar" sind noch einmal so viele Besucher zu generieren, wie sie am 3.1.10 erreicht wurden. Recht nützlich für den Kinobetrieb auch das geballte Feedback von Besuchern, also etwa derjenigen, die für Technik und Inhalt schon aufgrund ihrer Heimkino-Passion gesteigertes Interesse zeigen (mühevoll, aber lesenswert!): http://www.beisammen.de/board/index.php...6&pageNo=4 http://www.imdb.de/title/tt0499549/
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Erste Testvorführungen ergaben, dass sogar einer Mehrheit des Publlikums die Bildqualität von Thomson/Technicolor 3D *besser* gefiel als eine parallele DCI-Projektion. Befürchtungen, die Bilder würden körnig, wiesen schlechte Deckung auf oder seien extrem unscharf (wie noch in den 1970er Jahren mit miesen Kopien und uralten Optiken) sind absolut passé. Ein 35mm Printmaterial hat kein sichtbares Korn! 200 bis 550 Linienpaare pro Quadratmillimeter - was sich in "k"-umrechnen mag, wer Spaß daran hat. Minimaler Staub auf dem Film stört nicht merklich. Bei 3D nicht mehr als 2D. Und es gibt ja Telleranlagen seit 1967 und länger, wo nach einwandfreiem Einlegen des Films der Eindruck noch nach Jahren so frisch ist wie am ersten Tag. :D Die Split-Optiken bei 35mm sind leichter zu justieren als RealD-Anlagen. Ich kenne leider RealD-Anlagen, an denen auch nach mittlerweile 1-jährigem Betrieb das Haus nicht imstande ist, die gravierenden Dejustierungen und massiven Unschärfen in den Griff zu bekommen, gleichwohl sich stündlich die Besucher beschweren. Man kann davor nur warnen. Betriebswirtschaftlich zweifelt in USA keiner mehr an der Sinnhaftigkeit des 35mm-Verfahrens! - Zu lesen auch auf www.film.tech.com -
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Oh je... deutsche Schprache - chwähre Schprache. Nach Besuchern, Umsätzen, Startrekorden oder künstlerischen Maßstäben bewertet? Oder in Fragen der Bildauflösung und Detailschärfe, der Filmmusik, der schauspielerischen Leistungen, der neuartigen Handlung sowie in der Aktivierung der Tränendrüsen ("Doktor Schiwago") oder des Lachmuskels ("Moderne Zeiten") gefaßt? Das sollte man schon artikulieren können. Es gibt ja auch ein Ranking der absolut "besten Filme" der Welt. M.E. ein Unterfangen, nach dem man hinterher weniger weiß als vorher. :lol: Entschuldigung, aber ich hatte einige optische Schwächen erwähnt, die auch viele andere, nicht filmberuflich tätige Besucher bemerkten. Künstlerisch zu debattieren wären eventuell folgende "Erfolge"/"Mißgriffe": a. das mit nur wenigen Sekundschritten auf einen emotionalen Grundaffekt zielende musikalische Motiv von James Horner (das er nicht weiter variiert, vertieft oder abwandelt - was handwerklich zumindest John Williams bemühte) b. eine Story, die Plot- und Bild-Elemente aus WINNETOU I, APOCALYPSE NOW, DER MIT DEM WOLF TANZT, 2001, LITTLE BIG MAN, FANTASIA verarbeitet. - Frage: wurden diese Element kreativ und unaufdringlich aufgenommen und vertiefen sie psychologisch den Handlungsfortgang - oder bedienen sie emotionale und visuelle Muster an Reiz-Reaktionen des "Konsumenten", der auf grelle Symbolik "anspringt"- auf eine Symbolik, die zudem austauschbar wäre und in jedem Blockbustertitel als manipulatives Versatzstück ankoppelbar ist? c. Positiv ausgelegt könnte man bei AVATAR von einem "fruchtbarem Genre-Mix" in visuell avantgardistischer Formausübung sprechen. Skeptisch gesehen, gerade nach sich ständig "wiederholenden" Erfahrungen an Versatzmustern bekannter US-Filme, käme aber ein Plagiat-Vorwurf, der auf Filme zurückgreift, die in sich "kraftvoller" wirken, weil der Inszenierungseinfall damals neu war und "tiefer" in das Bewußtsein eindrang (der Hubschrauberangriff in APOCALYPSE NOW zu Wagners "Walkürenritt" oder die galaxiegreifenden Odysseen einer Discovery in 2001: A SPACE ODYSSEY zur beklemmenden Musik von Ligeti). In AVATAR (wie in vielen Blockbusters) "blitzen" diese Versatzmuster nur unverbindlich auf: sie erinnern als Runnig Gag an große Vorbilder und verrauschen eben so schnell und wurzellos wie die Bildwechselfrequenz einer Blu ray Disc. Jenseits aller Kunstästhetitik aber, die ein Thema von Philosophie-Symposien wäre, fällt außerdem auf, daß ein Regisseur, der 1986 noch mit ALIENS II recht martialische, aber wenigstens inszenatorisch "straffe" Durchhalteorgien inszenierte (Motto: Frauen an die Waffen, Atomschlag gegen Fremdlinge als präpotentes Elixier, Feuer und Napalm gegen "alles was sich bewegt" usw.) 2009 zum braven Pazifisten und Ethno-Wissenschaftler geworden ist. Ein George-Busch-Kritiker mithin, von dem man die letzten 12 Jahre leider keine kritischen Worte vernahm, als sie nötig gewesen wären. (Selbstverständlich kann jeder seine Auffassung ändern und "vom Falken zur Taube" mutieren. Der Filmemacher Cameron schien mir aber immer leicht durchschaubar zu sein, was auch durch die Interviews bestärkt wurde. Ein Raum für Bewunderung und für Rätsel blieb da nicht unbedingt, so sehr, wie er sich selbst bewundert [im Stil von "Ich bin der König der Welt!"]). Eventuell könnte man ihn vom Erfolg her und gemessen am monetär aufgebotenen Produktionsapparat als den Cecil B. DeMille unserer Zeit bezeichnen. Was bedeutet, daß auch DeMille kritisierbar war und heute weniger als "größter Regisseur aller Zeiten" gehandelt wird, sondern als Dompteur des kullissenträchtigen Spektakels, der Show und der pseudoreligiösen Mythologie. Fazit: demnächst glauben wir an die Na'vi, so wie an die Klingonen und Jedis. Die neu erdachte Na'vi-Sprache beherrschen wir bereits, weil das Lernen einer echen Sprache zu mühselig ist. Dann erscheinen auch Romane von Weltrang auf navianisch, geschrieben von James C. Kirk. Wer sich übrigens für Meisterwerke des seriösen Ethnofilms interessiert, könnte sich, wenn sie denn einmal laufen, Filme von Jean Rouch anschauen: Godard soll von „Moi, un noir“ gesagt haben, es sei der mutigste und zugleich bescheidenste Film, den er kenne, von unfassbarer Machart, aber der Film eines freien Mannes. http://www.arte.tv/de/film/Kurzschluss/...84480.html
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Wenn Sie so sprechen, so vermisse ich bei Ihnen leider das, was man im aufkärerischen Sinne als humanistische Erziehung immer einfordern sollte: und hier gilt sowohl emotio als ratio etwas - nicht allein affektives Aufschaukeln von Hypes und Massenphänomenen (und des Zählens vermeintlich neuer Rekorde). [uns trennen Welten, mein Freund.] - - - "Imageschädigend" fürs Kino war m.E. die fehlgeschlagene DRM-Encryption am Starttag des stark gehypten Films - einzigartig in der gesamten Filmtheaterhistorie. Imageschädigend ist das Zögern und die Borniertheit seitens der Produktion/des Verleihs, rechtzeitig die Umrüstung der 35mm-Kinos auf 3D veranlasst oder gefördert zu haben. Nach Roll-out 1.0 von 1999, der 2005 Schrottgeräte hinterliess (als wieder ein neuer Standard verabschiedet wurde), hat es auch der 2. Rollout von 2005 in diesem Jahr, 2010, nicht einmal zu 25% aller Filmtheater in der Marktdurchdringung geschafft. Mit Gewalt lassen sich aber die restlichen 3 Viertel nicht zu DCI-Verträgen zwingen, und der grosse Ökonom @preston sturges scheint hier kaltherzig eine Marktbereinigung inkauf zu nehmen - da er selbst als DCI-Vertragspartner alle Anstrengungen unternehmen muss, um bei aktuellen Starts die Filmbandwiedergabe (selbst herausragender Original-Kopien oder solcher, die in 4k ausbelichtet wurden) zu verhindern. Weil er das so machen muss, soll auch der Rest der Branche nachziehen. Das tut sie aber nicht freiwillig. Und auch der Steuerzahler, den @preston sturges dafür einspannen möchte, wird die ständigen Umrüstungen kaum finanzieren wollen - was Herrn Neumann in aller Deutlichkeit klar zu machen wäre. Die Amerikaner rüsten also ab März 35mm auf 3D auf, und die Gründe hierfür sind höchst nüchtern und rational: sie nennen sich Markterfordernisse, und werden noch lange vor AVATAR II ihre Blüten zeigen. Daß @oceanics und @prestons nicht gefragt wurden, wird die dortigen Betreiber und auch Technicolor, sowie die Companies, die Vertragspartner von Technicolor sind, wenig erschüttern. :D
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Soll im März am Markt ausrollen. 7 Companies unterstützten das System bereits. :D
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Da las ich andere Zahlen von der Large-Format-Site. Zu Zeiten möglich, als Filme noch exkusiv für's Kino produziert wurden. Und noch nicht als HD-Konserve an einem Wochenende ihr Geld einspielen sollten (ich denke hier mal zwei Jahre voraus...). In der Langzeitauswertung für das Profil eines Kinos eine sehr gesunde Distributionspraxis, keine Frage. Mit den Zwitterformaten 2.39 und 1.78 : 1 beim "Avatar" dachte man aber an die 16:9-Videoauswertung, falls das Werk floppen sollte. AVATAR als Flop hatte ich nie prophezeit. Nur vermerkt, daß mir der Trailer mißfiel - was der Regisseur ebenfalls tat, als er einräumte, damit nicht das Zielpublikum erreicht zu haben und auch um die weibliche Kundschaft fürchten würde. Ansonsten steckt der Film voller Ungereimheiten und auch technischer Unvollkommenheiten: grundsätzliche Gegebenheiten bei der gleichförmig beschleunigten Bewegung widersprachen sich oft gegenseitig (auch in anderen CGI-Produktionen wie SPIDERMAN und SUPERMNAN bemerkbar), selbst wenn man andere Gravitationskräfte auf dem Pandora-Planeten zum Anschlag bringt. Hierzu etwas aus dem Reich der "Mechanik-Nerds": http://www.walter-fendt.de/phys/mech/beschlbw.pdf Viele Gäste beschreiben den Film (gerade bei DCI-Wiedergabe) übrigens als schwammig im Bild und die Horner-Musik als Enttäuschung. Einige jüngere Leute wagten sich sogar an einen "Totalverriss": http://www.fuenf-filmfreunde.de/2009/12...ra-review/ Die interessanteste und aufwühlendste CGI-Erfahrung entdeckte ich heute auf dem Profan-Sender n.tv: http://www.tvister.de/sendung/79834%20-...nte+Welten Man kann sich vorstellen, wie toll diese Doku-Fiktion über Anfang und Ende fremder Welten als Science-Fiction-Produktion mit Handlung ausarten würde. Atemberaubend! Fazit: die großen utopischen Stoffe müssen erst noch auf die Leinwand, aber es traut sich keiner ran aus Angst vor einer Überforderung des Publikums. Hoffentlich bin ich nicht der Nestbeschmutzer, nur weil abweichende Meinungen hier zitiert wurden? Auch zur Eigenheit des Blockbuster-Syndroms gibt es vielfältige An- und Einsichten: http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,602939,00.html http://www.pajiba.com/guides/the-10-mos...summer.php http://www.sueddeutsche.de/kultur/723/473240/text/ http://www.jump-cut.de/blockbuster.html http://www.inside-digital.de/news/12960.html Man muß dem nicht beipflichten, sollte aber andere Argumente zur Kenntnis nehmen. "Wer in DCI investiert, zahlt drauf": also zumindest dieser Slogan überzeugt mich vollauf. Und darum wirbt man gern für die Gegenseite: Für 3D auf 35mm hatte nicht nur ich vor zwei Jahren dringend geworben, als eine Staffel von 3D-Erfolgen sich bereits ankündigte: dies hätten Betreiber im Zusammenschluß längst erwirken sollen. Etwas verspätet erscheint nun 2010 das 35mm Technicolor-System, das im März in die Kinos rollen soll, berichtete mir ein Kollege. 7 Companies unterstützen das Verfahren, Disney (bislang) noch nicht. Etliche Betreiber in USA (mehr als in Dtl.) wollen nämlich für die nächsten 5 Jahren und mehr auf keinen Fall DCI-Verträge eingehen. Es hat dort offenbar ein Debakel mit der Virtual Print Fee gegeben. Auch technisch betrachtet liegt der 35mm Printfilm gegenüber sämtlichen (!) digitalen Bildprojektionssystemen vorne in Auflösung, Farbraum und Kontrastumfang. Ist nur eine Frage der Ausbelichtung und des Renderings, um zur hochwertigen 35mm-Kopie zu gelangen. :D
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Was für Orientierungsbilder? Wer Filmvorführer ist, der spricht von Startband und Startbandmarkierungen.
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Soll das ein Witz sein? Eine 35mm-Kopie des gleichen Films wie die andere? Und auch noch bei hunderten Kopien? Gratulation zur Erfahrungsresistenz der letzten Jahrzehnte. Na ja, ist trotzdem schön, wenn du noch Illusionen hast. [...] Zitativ von mir herausgegriffen und im Thread http://forum.filmvorfuehrer.de/viewtopi...304#125304 behandelt.
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Diskussion Thread 2K/4K [On-Topic-Thread]
cinerama antwortete auf magentacine's Thema in Digitale Projektion
Zitativ von mir herausgegriffen und im Thread http://forum.filmvorfuehrer.de/viewtopi...304#125304 behandelt. -
Das freut, daß der 35mm-Cinematographie entsprechende Würdigung widerfährt: einige andere werden leider nicht müde, ihre HDCAMs als photographisch gleichwertiges oder überlegenes Aufnahmeverfahren zu hypen, das aber selbst für eine 2k-DLP-Auswertung unzureichend erscheint. - - - Aus dem Thread "Avatar-Einspielergebnisse" herausgegriffen - denn es passt m.E. besser in diesen Thread: Soll das ein Witz sein? Eine 35mm-Kopie des gleichen Films wie die andere? Und auch noch bei hunderten Kopien? Gratulation zur Erfahrungsresistenz der letzten Jahrzehnte. Na ja, ist trotzdem schön, wenn du noch Illusionen hast. [...] Natürlich kann man immer aufgeben, und die Mißachtung von Standards und Normen (in den analogen Kopierwerken, aber seit geraumem auch bei deren neuzeitlichen, digitalen Mitbewerbern) erscheint als Teufelskreis. Kopien, die sich wie "Tag und Nacht" voneinander unterscheiden, werden jedoch m. E. immer aus unterschiedlichen Kopierwerken stammen. Trotzdem sollten Dupnegative (= Kopiernegative) weltweit in allen Kopierwerken identisch sein (was sie auch nicht immer sind). So verwundert, dass manche 35-mm-Dupnegative der Neuzeit im einen Kopierwerk mit 2K und im anderen mit 4K ausbelichtet werden (Zeit- und Geldfaktoren sind schadensursächlich zumeist beim Produzenten zu suchen, der nichts ausgibt). Trotz aller Normabweichungen und unterschiedlichen Auftragslagen könnte man allgemein sagen, dass beim Erststart die Masse der Serienkopien in einem bestimmten Land zumeist auch einem bestimmten Kopierwerk zuzuordnen ist. Und dass dort vom immergleichen Negativ kopiert wird. Abweichende Fälle gibt es sicherlich (etwa zu Zeiten, als sich Geyer, Arri und Bavaria die Serienkopierung amerikanischer Mainstream-Titel teilten). Wenn aber die Regel das immergleiche Kopiernegativ-Negativ als Ausgangspunkt hat, dann ist die Bildschärfe i. d. R. auf allen Kopien identisch. Wenn hier die Schärfe auf 35mm-AVATAR-Kopien als gut beschrieben wird, könnte man annehmen, dass das Digital Source Master nach dem DI direkt auf die Kopiernegative ausbelichtet wurde (unter Umgehung des Interpositivs) - was m. E. bereits auch bei RACHE DER SITH (gedreht ebenfalls auf HDCAM 1080p) geschah. Scharf, detail- und kontrastreich ist aber AVATAR deswegen noch lange nicht: gemessen an authentischen Filmgüten. Die Kopierung spart nur 1 Generation an Zwischenstufen ein: dadurch wirkt das Bild "verlustärmer" als mancher in 35mm gedrehter Film nach diversen Scans, Ausbelichtungen, Intermediates und Rückbelichtungen. Schlagendes Beispiel vor Beginn einer AVATAR-2k-Projektion war ein auf DCI-2k gesehener Trailer aus einer 35mm-Produktion, ebenfalls projiziert in der A.R. von 2.39 :1 . Als AVATAR in 2k begann, wurde war das Bild deutlich weicher, kontrastärmer und zeigte weniger Bilddetails (= Auflösung). Die Idee der Digitalisierung war u. v. a. einmal gewesen, ein natives Bild verlustfrei und beliebig oft umkopieren zu können. Die Produktionspraxis aber steht diesem Ansatz leider entgegen. Daher auch ständiges Auswechseln der Karten in der Postproduktion, was schon seit längerem nicht mehr rentabel ist. - - - So könnte es durchaus kommen (etwa bei der Firma mit dem "Stern" im Logo) - und solches ahnte ich 1999 bei meinem allerersten Digital Cinema-Erlebnis noch nicht, als man sich die 35mm-Serienkopie "zur Hölle" wünschte. - - - Marktwirtschaftlich werden mit Sicherheit Rationalisierungsmaßnahmen eingeleitet werden, die nicht zu mehr Betreuung und mehr Pflege im Kinobetrieb führen, sondern evtl. zu mehr Verwahrlosung. Bspw. monatelang nicht in der Schärfe nachjustierte DCI-Beamer/dejustierte RealD-Vorsätze, wie ich sie bei einer Kette mit den 3 Buchstaben erlebte, zeigt die Entmündigung des Personals, das nun "nichts mehr anrührt". Nach Ablauf der VPFs wird zualledem der Verleih den Betreibern keine weiteren Rabatte gewähren, obwohl er doch auch weiterhin an Kopienkosten "einspart". Er bekommt trotz gesenkter Leistung (billigeres Abspielmedium, kurzlebiger Beamer, kürzeres Auswertungsfenster) auch künftig die gleichen Garantien & Prozente - und ausserdem noch weitere Kontroll- und Nötigungsintstrumente in die Hand, die die Freiheit und Autonomie des Kinobetreibers gängeln sollen. Daß die stets modernste (und zyklisch auszutauschende Technik) immer zum Wohl des Menschen und des Kinobetriebs der Zukunft zum Tragen kommt, das muß aus guten Gründen angezweifelt werden. Aus dem Nostalgie-Thread "Cinedom Köln zwei 70mm-Projektoren" herausgegriffen: Da ist deutlich zuzustimmen, da von der HDCAM-Ausspielung nach der Postproduktion zum DCP auf 1920 x 858 pix kaum filmwürdige Details zu erwarten sind. Nach alledem kam somit auf dem 2k DCP von AVATAR weniger als 2k an, was die zeitgleiche DCP-Projektion eines 2D-Trailers einer 35mm-Produktion blendend unter Beweis stellte, der das DLP-Panel besser, d.h. hochauflösender und kontrastreicher als AVATAR ausnützte. Ausweichend gäbe es aber die Möglichkeit, ein 2k-Digital Source Master mit mehr als dieser Auflösung, d.h. über 4k Digital Intermediate, weiter zu bearbeiten und auch in 4k (oder 2k) auszubelichten, um starke Verluste in der seriellen Kinoprojektion (d.h. in die Projektion über 35mm oder auch 2k-DCP) in Grenzen zu halten. Wenn es also für die IMAX-Auswertung immerhin den 4k-DMR-Prozeß gibt, so zielt dieser auf unzureichend auflösende Aufnahmequellen, zu denen nicht nur Super-35-Aufnahmen, sondern (im Fall von AVATAR noch viel bescheidener ausfallend) HDCAM-Quellen gehören. Die von Dir beschriebene Dual-Beamer-Projektion im Cinemagnum (Dolby-Prinzip) könnte aber einen insgesamt höheren Kontrast und stärkere Helligkeit als die konventionelle ReaD-Beamer-Projektion im CineStar Metropolis zutage bringen, eben aufgrund der Dual-Projektion. Ist das so? Ist auch die Pixel-Visibility bei der Dual-Projektion eventuell geringer, sofern ja die die Panel-Raster bei der Dual-Projektion auf der Bildwand geringfügig "überlappen"? Vorstellbar ist ebenfalls, daß eine Projektion mit nur einem Beamer auf immerhin eine 25-Meter-Bildwand den Schwarzwert des DLP-Panels herabsetzt: weswegen man bei 14 Meter bleiben sollte. Und man bei 3D 1-Beamer-Projektion am besten nicht die 8-Meter-Grenze überschreiten sollte... :lol: "Optimal" bei heutiger 3D-Produktion ist und bleibt somit nicht RealD, Expand, Masterimage, Dolby oder SXRD, sondern nachwievor das 70mm-IMAX-3D-Verfahren - was ja die meisten User hier bestätigen. Typisches Beispiel eines neuzeitlichen 70mm-IMAX-"window-boxed"-Bildformats. Im Fußraum des Bildes bleibt Platz für evtl. Untertitel, etwa übersetztes "navianisch" oder "klingonisch".
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Fox war schon während der Produktionsphase klar, dass Filme dieses Regisseurs keinen Explosionsstart (wie etwa "New Moon") bringen, sehr wohl aber eine Langzeitauswertung. Ich würde keine 2D-Fassungen dieser speziellen Produktion sehen wollen: dass 1/3 der Zuschauer aber diesen Handel dennoch eingingen, untermauert folgende Annahmen: - ein erhblicher Teil der Bevölkerung ist fehlsichtig (17% mit Problemen bei der Streoskopie?) - die Umüstung der 35mm-Theater auf ein filmbandbasiertes 3D-System war diesmal geboten: Cameron wusste dies eben so wie Zemeckis. Zweiterer räumt dem 3D-Techicolor-System gute Chancen ein, ersterer forcierte diese Ausrüstung nicht, wohl aber das filmbandbasierte 3D auf 70mm IMAX- - Technicolor machte den Fehler, sein Verfahren zwar schon im September vorgestellt zu haben, ohne aber mit Nachdruck auf eine AVATAR-Auswertung sich zu fokussieren. Bisweilen fehlt noch dieser "Druck von unten" - ist aber nur eine Frage der Zeit: falls 3D in seiner Werbewirkung nicht vorzeitig erlahmen sollte.
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Wenn Sie sich nicht in Stilfragen zurückhalten, werden Sie in gleicher Weise zurücktituliert und wir werden eine Pöbelei über Jahre hier zu erwarten haben. - Zur Erläuterung: der Sinne eines Branchen-Diskussionsforums liegt in meinen Augen im Hinterfragen und auch in der Bildung von "Anti-Thesen" zum Kanon der Public Relation und der Marketing-Floskeln, mit der der Verbraucher täglich eingedeckt wird. Es gibt demnach eine Ambivalenz: sowohl beim erfolgreichen wie auch nicht erfolgreichen, beim billigen wie beim teuren Film. Es könnte von Nutzen sein, um Kino nicht "tot" zu erleben, nicht nur Box-Office-Hits hier zu posten, sondern evtl. auch hundert andere Filme zur Festtagszeit einmal vorzustellen. Der Box-Office-Hit - und auch Sie mit Ihrem Theater, das ihn in zwei Sälen einsetzt - ist nicht dringend "schutz-" oder "schonungsbedürftig. Der Box-Office-Hit kann für den Betrieberhalt fördernde Wirkung erzielen, weist aber auch Schattenseiten auf. Wenn Sie dieses Nachdenken als Miesmacherei oder mit Zynismus attributisieren, werden wir hier noch Schlammschlachten heraufziehen sehen. Absichtlich verschweigen Sie, dass ich z.B. die Kopieraufträge für das 70mm-IMAX-Format, volle Säle, wie auch vom CGI-Mainstream abweichende Design-Visionen des Filmemachers als positiv empfand. Das eisige Wetter hatte ich nicht vergessen, auch nicht den Dezember-Start. Dennoch scheint zumindest die erste Werbekampagne (z.B. auf den Trailer bezogen) nicht so angezogen zu haben, wie es gewünscht war. So hat sich auch der Filmemacher mittlerweile vom Trailer eben so distanziert, wie auch zum Ausdruck gebracht, dass man das frauliche Publikum nicht wie erwartet "auf Anhieb" angesprochen zu haben. Diese Deklaration ist eben so wenig neu wie die Unterstellung, es handele sich um den "teuersten Film aller Zeiten". Beides ist nach meinem Verständnis absolut nicht aufrechtzuerhalten. Ein "nicht-inflationsbereinigter" Umsatz macht - gerade bei historischen Evaluationen - überhaupt keinen Sinn. Eben so macht es wenig Sinn, die Anzahl der Zuschauer zu verschweigen. - - - Nachtrag zur Formatdebatte: James Cameron äusserte übrigens in einem Interview, dass, ob der AVATAR in 2D oder 3D sei, für die Wirkung der Handlung nicht ausschlaggebend sei. Aus: Aktuelle Ausgabe von "Zoom". (Das entspricht nicht meiner Auffassung, gibt aber Anlaß zum Nachdenken.)
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In Berlin wird eine farblich noch nicht zu stark ausgeblichene Kopie archiviert: sie ist klanglich der Lichttonfassung deutlich überlegen und verdient die Einstufung als Archivgut. Diese Version lief auch auf einem 70mm-Filmfestival im "Filmpalast Berlin" (heute: "Astor Film Lounge"). Über den Kopierwerksprozess berichtet der American Cinematographer: den Report kann ich auf Wunsch ggf. zusenden. Grüsse aus Berlin!
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Nobelpreis für die Revision der Volkswirtschaft, gratuliere. - - - Das beste Startwochenende ist in diesem Jahr von TRANSFORMERS II und NEW MOON angeführt worden. Sogar das "beste Dezember-Ergebnis" für AVATAR steht auf der Kippe: [...] International bedeutete das Starteinspiel von 165,5 Millionen Dollar das bisher fünftbeste Ergebnis. In den USA konnte der Film mit 77 Millionen Dollar ganz knapp an den bisherigen Rekordhalter für einen Dezemberstart, „I am Legend“ (77,2 Millionen Dollar), herankommen. Aus: http://www.filmecho.de/start/meldung/?i...uer-Avatar Auch die anderen 2D-Titel X MEN - WOLVERINE und STAR TREK in 2009 überflogen an ihrem Startwochenende AVATAR deutlich: http://www.insidekino.de/USAJahr/USA2009.htm Auch da müssen Sie mir Nachhilfe bitte geben: Das mir bekannte Ranking weist GONE WITH THE WIND als Rekordhalter aus, gefolgt von E.T. und STAR WARS u.a. Und selbst als Trilogie konnte LORD OF THE RINGS nicht GONE WITH THE WIND übertrumpfen. Siehe: http://www.insidekino.de/USABO.htm#TOP_20_ Besucherzahlen werden ja ebenfalls genannt, wenn man seriös ist. :wink: Box-Office-Angaben sind dagegen betriebswirtschaftlich am schnellsten funktional einordnenbar. Geradezu frevelhaft wäre es sicher in den Augen von @oceanics dann noch anzuführen, dass die "Box-Office"-Vorreiter DARK KNIGHT und INGLORIOUS BASTERDS überwiegend (überwiegend heisst nicht "ausschliesslich, @oceanics) rein photo-chemisch produzierte Blockbuster-Filme waren, außerdem in 2D. Selbst der Tarantino hatte ein besseres Startwochenende als seine Kollege Cameron und produzierte somit kein Sequel, @Mr. sturges. Somit verlagert sich die Box-Office-Beobachtung beim AVATAR m.E. auf das Endergebnis der Erstaufführung und läßt sich nicht völlig allein an den Speichelfluss-Begriffen "3D" oder gar "digital" festzurren.
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Was auf die Besucherzahlen zurückwirft, nicht nur auf das Kassenbrutto. - - - "Avatar" mit 72 Mio. Dollar am 1. Startwochende erfolgreichster Film aller Zeiten in den USA? http://www.insidekino.de/USAJahr/USABOS...m#DEZEMBER Bei über 190 IMAX-Kopien und sicher etlichen 70mm-Aufträgen hätte ich mich natürlich riesig gefreut, sofern die Begriffseinheit "Cameron & 3D & 70mm" jenseits des üblichen Mainstreams obsiegt. Aber was nicht ist, kann ja noch werden: die Hoffnung stirbt zuletzt. Suspekt erscheinen einem aber die Zahlenakrobaten dieses Forums. :roll:
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Implizit, indirekt und sehr sublim tun Sie das - und da stünde ich ausnahmsweise auch auf der Seite von Frau Alice Schwarzer. Aha. Die Frau als "Zusatz", als Anhängsel, als Restmarge des Blockbuster-Films. Filme aber von Frauen, die eventuell eben so erfolgreich und intelligent wie AVATAR (oder eher intelligenter) sind, die trotz vorrangiger Frauenthemen (nicht-technisch determiniert?) dennoch auch Männer ansprechen könnten und sollten, stehen nicht im Umfeld des Box Office? All das also ist geschrieben als "Drehbuch" des Lebens, simplifiziert vom Vorredner. Nach Besuchern bitte.