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cinerama

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Alle erstellten Inhalte von cinerama

  1. Forschritt ist zuallererst kulturell, sozial und künstlerisch von Wert. Mit rein apparativen Neuerungen (durchaus als ingenieurwissenschaftliche Leistungen zu würdigen!) ist alleine keine Wohlfahrt der Branche zu garantieren: eventuell eher ihr Untergang. Das ist eine völlig logische Betrachtung, und man kann sich immer wieder über die aggressive Abwehr der Einwände nur wundern. Die Ersatzteile für die U2 kommen dabei aus dem Museum? Das macht Dir der Mechaniker Deines Vertrauens: wir haben solche - also kein Problem. Die Programmvielfalt ist nicht riesig sondern meist rot. Deine Argumente sind keine Fakten sondern nostalgische Träumereien. Wieso? Bei Breitfilm diverse Neukopierungen, und der Bereích osteuropäischer Filme ist keineswegs rot. Ich sattle noch einen drauf: Weit über 90 Tsdt. 35mm-Filme, die noch mechanisch abgespielt werden könnten, sind bis dato nicht HD-digitalisiert. Es müssten auch Ultra HD-Digitalisierungen sein, um zufrieden zu stellen. Wer hier derzeit umrüstet, beschränkt seinen Geschäftsbereich auf aktuelle Ware, zumeist 3-D-Ware. Ansonsten ist der Rol-out widersinnig, branchenschädlich, inhuman und untergräbt die Fundamente der bisherigen Verleihpraxis. Nur Nostalgiker glauben, Sie könnten mit Einbau elektronisierter Bildwiedergabe die traditionell oder nostalgisch festgezurrten Kinobetriebsweisen in Deutschland hinüberretten. Eine Illusion.
  2. Wie so das? Bauer U2 für 35mm/70mm gibt keiner freiwillig ab. Bis zu 8k-Auflösung, je nach moderner 70mm-Kopie. (Es kommt eine solche 2010: SAMSARA). Bildstand: selbst mit der Nase an der Wand "wie ein Dia". Kontrast: siehe Beschreibungen der Rohfilmhersteller. Wartungs- und Stromkosten: geringer als DCI Nachrüstungszyklen: geringer als DCI Witterungs- und Staubanfälligkeit: gering Mechanische Stabilität: unübertroffen Bildparameter: nicht limitiert wie bei Panel-Projektion, linear anwachsend mit Verbesserungen der Rohfilme Wirtschaftlichkeit: hervorragend Programmvielfalt: riesig, da nicht nur neue, sondern alte Filme unbegrenzt verfügbar Dispositionfreiheit: mehr Unabhängigkeit von Gängelungen und Knebelverträgen durch die Distributoren Bekommt der tradierten Kinobranche mittel- und langfristig besser als die bevorstehende Flubereinigung. Das sind Fakten. Und die haben nichts mit "Nostalgie" oder Realitätsblindheit zu tun.
  3. Ich liebe aber mehr das klassische Todd-AO-"Rechteck", weil 90% der Filme kompositorisch darauf abgestimmt sind. Berlin ist sozusagen "Work in progress", inbesondere das Feilen an immer neuen Qualitätsmasstäben... und auch wieder Vorreiter zu sein. Ich finde es z.B. reizvoll, für unterschiedlich kopierte 70mm-Filme individuelle Projektionsmasken anzufertigen. Die jüngste Vorführweise vom Sonntag beim FISCHER war übrigens der Näherungsversuch an die "rigorose" Todd-AO-Norm: 22 x 48,6mm. Also der Verzicht auf die volle Wandbreite, die ansonsten von einigen Besuchern und Freunden von "CinemaScope" präferiert würde: Es halten sich aber längst nicht alle Filmkopien an den Todd-AO-Standard von DIN und SMPTE, selbst die nicht aus der klassischen Epoche der Todd-AO-Auswertung. IN DEN SCHUHEN DES FISCHERS, ich hatte es nicht bedacht, empfiehlt sich nicht für die klassische Projektionsweise in 2.21 : 1: die Negativblitzer sind doch zu auffällig. Gerade MGM hatte die Neigung, besonders starke Negativ-Klebestellen zu verrichten. Bei erneutem Einsatz des FISCHER-Films müsste eine kürzere Objektivbrennweite eingesetzt werden. Mir schweben dabei ein Dutzend verschiedener Optiken und Masken vor, um jedem Format historisch gerecht zu werden. Die museale Vorführung vom Sonntag aber hatte - im Nachklang des stärkeren Bldstrich-Blitzens - die m.E. nicht uninteressante Seite, nahezu alles zu zeigen, was auf dem Bildfilm drauf ist. Das war es mir aus der Erfahrung der internationalen Vorführungen der letzten Jahre, die einen manchmal leicht "gepresst" zurückliessen, auch wert. Spinnt man das museale Experiment weiter, so könnte man verschiedene Vorführungen ein und der selben Kopie anbieten: a. mit unterschiedlichen Optiken und Verstärkern, aber auch b. mit wechselnden Beleuchtungs-Aktionen während der Ouvertüren-, Pausen und Schlussmusiken. Schon im Vorfeld wurde auch nachgedacht über die Bühnensteuerung: beginnt man beim Einblenden der Löwenmarke mit dem Öffnen des Wolkenstores oder - im Sinne des Typs der 70mm-Cinerama-Häuser - mit dem sich öffnenen Spalt des Panorama-Vorhangs? Verzichtet man in der Pause bei der Intermission-Musik zugunsten der Reinheit des Scores auf Abdeckung der Bildwand? War der Einsatz des Wolkenstores am Ende des Films, mit Ausblenden des letzten Titels die elegantere Variante als sein Einsatz zu Beginn des Films? Also ich war mit diesem Durchgang am Sonntag zufrieden, auch mit dem optimierten Bildstand. Was nicht heisst, daß man beim nächsten Mal nicht auch die anderen Varianten durchspielen würde! Nach dem Klagelied aber über die Mängel des Royal-Palastes der letzten Jahrzehnte, die mir auch von älteren Lehrmeistern insinuiert wurden, die stets den Zoo Palast bevorzugten und schon den phonetischen Klang des Royal-Palastes wie einen Reim auf eine Schokoladensorte ablehnten, habe ich es aufgegeben, dieses Haus zu verteidigen. Seit 1976 wurde im Royal Palast unentwegt das "milchige" Bild der sich bereits zersetzenden Super-Cinerama-Objektive kritisiert. Heftig attackiert (aber wiederum von mir goutiert) waren auch die Bilddehnungen an den Flanken (die zur Sogbewegung bei sich lateral beschleunigenden Bewegungsvorgängen beitrugen: siehe Szenen aus dem Lichtkorridor in "2001" oder die "Achterbahnfahrten" aus den Sternenkriegen.) Weitere Anwürfe waren die viel zu dunkle Projektion und der massive (!) Bildbeschnitt durch das überbreite Bild von 2.5 : 1. nicht zuletzt auch eine Laufstreifenbildung am äußeren rechten Bildrand der Kopie. Das war somit auch der "Vorteil" der kleineren und flacheren Bildwand im Delphi-Filmpalast in den 1970er Jahren, die in etwa 2.21 : 1 beinhaltete (aber ringsherum das Bild dennoch beschnitt), jedoch heller und randschärfer wirkte. Die 1990er Jahre brachten in fast allen Berliner Kinos nur noch verwackelte Projektionen, Bildbeschneidungen, Blendenflackern oder sogar pumpende Bilder - selbst im Royal-Palast mit dem einst (unübertrieben) vollkommenen Bildstand. Nachdem man sich den Unmut der Kollegen zuzog, sie "immer wieder in diese Kinos" zu 70mm-Sichtungen mitgeschleppt zu haben, schien mir die ASTOR-Lösung für die Oskar-Werner-/70mm-Matinee diejenige zu sein, die den Grossteil der Kritik aufzugreifen versuchte. Eingesetzt wurde erstmals ein Isco Magnacom 65 der Goldenen Serie, von dem ich vorher nicht wußte, ob es für Breitfilm adaptierbar wäre. Das Ergebnis war besser als alles, was ich anderswoher bisher gesehen hatte, auch wenn keine Opitken neuester Rechnung zum Tragen kamen. Ideal wäre in der Theorie die kinematographische Lösung mit einem verstellbaren Bildwandrahmen, um sämtliche Modelle der Krümmungsindizes von Normalwand, CinemaScope, VistaVision, Ultra Panavision (so flach wie im Original der MGM-Theateraufführung anno 1962), elliptisch wie bei Todd-AO, kreissegmentartig wie beim Cinerama oder 70mm-Cinerama Schritt für Schritt durchzuexerzieren. Ich glaube aber schon, das im Astor einige Varianten adaptierbar wären, zumal mit einer gewölbten Breitbildwand und einer hervorragenden Akustik hier zwei Parameter zusammentreffen, die ich aus anderen Kinos unses Landes nicht kenne. Es ist nur etwas verwirrend, wenn einem dann am Saalausgang zwei ältere Damen bitterböse ins linke Ohr eine Beschwerde über zu lauten Ton infiltrierten, und auf dem rechten Ohr ein Zeitzeuge giftig den zu leisen Ton beklagte. Vor allem dann, wenn sich im Astor einige Besucher, wie ich es oft beobachtete, genervt in die hinteren Reihen setzen, weil ihnen das Bild "zu gross" ist. Wäre das Bild im Astor so hypertroph wir im Royal Palast, so würde einem die Ironie der Geschichte sagen, dann wäre es vermutlich schon dem Abriss anheimgefallen. Da es Todd-AO als Original wohl nie mehr gibt (weder als Filmkopie noch als Theaterraum von anno 1960), heißt es, den Ansatz nach besten Kräften rekonstruieren, aber auch erklären zu müssen. Allerdings weiss man als Berliner, dass sich in Delphi-Palast und Astor jeweils die siebte oder fünfte Reihe empfiehlt, und reserviert entsprechend. Im Royal-Palast war es die 15. Reihe. Bei ARD und ZDF die erste Reihe. Die Billets kosteten 10.00 oder 12.50 EUR, je nach Platzwahl. Im Foyer gibt es einen Sektempfang und eine exklusive Filmtheater-Fotoausstellung von Kinomuseum Berlin e.V. mit rund 120 Motiven. Saalbetreuung und Platzanweisung sind ebenfalls im Einsatz.
  4. Fußball-WMs waren auch vor HD-Zeiten in Kinos disponiert worden, davor Eidophor-Übertragungen, davor die ersten Fernsehstuben. "Kinogüte"/Projektionsart, schreiben Sie, sei etwas für Nerds: Demnach wäre jedweder Erfolg, wie sie ihn herleiten, rein sozial determiniert. Einigen Sie sich bitte auf eine verbindliche Lesart. Das ist aber traurig, wenn ein professioneller Spielfilm (stets 35mm) von ausgefallenen DCI-Übertragungen ("DCI live" wie Sie schreiben) verdrängt würde. Dann läuft ja gar nichts mehr im Kino. Was sagen uns aber dazu die Wochenumsätze? Robbie Willams live oder Tosca in HDTV - die ganze Woche lang auf allen Schienen? CD und bluray sind ja auch kein Kinoformate, sondern Home-Entertainmenterfindung. Tja, aber CD bzw. bluray sind dennoch besser als 35mm Dolby Digital-Ton, unkomprimiert eben. Da sieht man doch, wieweit es gekommen ist, dass das Kino keine arteigenen Formate mehr aufrechterhalten darf. Da wird dann keck die Infiltration durch Home-Cinema-Medien wie HD, Blu ray und CD empfohlen. Das nenne ich "Übernahme durch die Home-Cinema-Industrie" und bleibe dabei. Sie schreiben täglich, das Publikum bevorzuge nur noch DCI-Kinos und Christie-RealD-Bildwerfer, die fast ewig Marktführer blieben. Dafür reicht auch der Einsatz von Chaplin-Filmen, selbst auf Super-8. "Sozialer" und lustiger als heutige US-DCI-Filme sind sie allemal, oder nicht? Und wieviele soziale Ereigenisse gerieren bitte speziell die Thomson- oder RED-Kameras? Nicht eher eine HD-Format-Manie für Exoten, die niemand im Publikum je ernsthaft diskutieren würde? Wenn man 6 - 7 Opern pro Halbjahr aus den berühmtesten Opernhäusern der Welt dem Publikum anbietet, sowie einige handverlesene Events wie das Robbie Williams Konzert ist das eine zusätzliche Ergänzung des kulturellen Angebotes mit sonst nicht andersweitig verfügbarem Programm in den jeweiligen Städten. Es bringt ein Publikum ins Kino, dass zum Teil schon lange kein Lichtspielhaus mehr betreten hat. Es bringt Berichterstattung in den örtlichen und überregionalen Medien, die Kino als einen Ort der Begegnung hervorheben und der Aussendarstellung des Kinos nur helfen können.[...] Was Du als Fluchtbewegung bezeichnest, ist der seit über 100 Jahren natürliche Reflex der Film- und Kinoindustrie sich an den Wünschen und Bedürfnissen des Publikums zu orientieren. Das läßt die Branche überleben und ggfls. wachsen ... Zunächst sind wir bitte höflich und per "Sie" in der respektvolleren Anrede. Die "Reflex-These" ist auch nicht bezweifelt worden. Weiters gab und gibt es eine Pogrammkinobewegung, die aber auch gegen den Mainstream erst Bedürfnisse erschaffen und gelenkt hat. Das ist ausserordentlich wichtig hervorzuheben. Entfernen wir uns aber für einen Moment von der goldenen BWL-Regel des permanenten Wachstums durch Integration in immer neue Märkte: Sie müssten mir schon in der Betrachtung abweichender Faktoren entgegenkommen, die zu schneller Sättigung oder gar zur Degeneration im Produktlebenszyklus (sprich: der Filmtheatergattung) führen könnten. Die zu enge Verknüpfung mit gängigen Multimedia-Distributionen halte ich fü einen Diffusionsvorgang, der zur Aufhebung der (traditionellen) Alleinstellungsmerkmale des Kinos führen dürfte. Fallen diese weg, so müssten neue Alleinstellungsmerkmale an deren Stelle treten, und würden voraussichtlich das Kerngeschäft der Spielfilmauswertung tangieren. Von diesen Kernaufgaben sprach mit Blick auf zu viele Live-Übertragungen auch Ihr Kollege K. L. Koch - gleichwohl er jüngst die neuen Auswertungsformen selbst massiv vorantreibt. Andererseits gibt es die interaktiven Bedürfnisse des modernen Publikums: Multi-Tasking-Bewegungen, stark kollektiv erlebte Live-Übertragungen; ästhetische Reizreaktionen auf diverse taktile Tätigkeiten des Surfens, des Googelns, der Webcams, des Simsens, Herunterladens, twitterns und Programmierens. Eine solche Mediendebatte lässt sich nicht in 1 Minute führen. Sehr unwarscheinlich aber ist, daß Stätten der öffentlichen Audiovision künftig die heutige Kinostruktur noch benötigen. Die bisher disparaten Distributionsfelder (früher hiesse es: "kein Meter Films ans Fernsehen!") diffundieren immer schneller und stärker. Was am Ende steht ist ein Wandel, der vielleicht viel radikaler ist, als ihn sich die Spielfilm-Nostalgiker wie @oceanic vorzustellen vermögen. Wozu denn noch? Steht doch schon in den Wohnstuben - alsbald auch mit neuer Blu ray-Norm oder neuem Codec (dann auch fortgeschrittener als JPEG 2000 laut DCI-Spezifikation) @T-J: "Off Topic aus dem DCI-Sammelthread" klingt in meinen Ohren wie eine Debatte ohne Anspruch. Diese hier verdient aber eine neue Überschrift, sobald sich ein übergreifendes Thema findet.
  5. Na, hmm, sagen wirs mal so: - Der *PROJEKTORENMARKT* besteht nicht mehr nur nur aus Kinos. - Der *KINOMARKT* besthet nicht mehr nur aus Konserven.. Obwohl es sich um eine Allegorie handelt: bitte erklären Sie mir den Sinn dieser Anapher. Das Publikum kennt kein DCI. Es liest nur "R. Williams live auf Grossbildwand". Weder sind DCI Erfinder von HDTV-Codecs noch von Live-Events. Weder sind ausverkaufte Vorstellungen durch Live-Übertragungen erfunden worden, noch festigt sich der Sinn der Aussage, wonach Live-Events der natürliche Platzhalter nicht ausgelasteter Spielfilm-Säle zu sein hätte. Es zeigt die Schwäche der heutigen Spielfilmauswertung und m.E. die Fluchtbewegung einiger Betreiber zum alternativen Content, um zu überleben. Es wird sich zeigen, welche Folgen aus dieser Strategie erwachsen. Der Widerspruch tappt im Dunkeln. Ernemann als Typenname, insbesonder des EIX, kann keine "Firma" sein, die sich ihr Grab geschaufelt haben, da die Firmen Zeiss Ikon AG oder seit 1975 Anschütz und seit 1995 Fa. Raytheon Marine GmbH und seit 1999 Ernemann Cinetec GmbH heissen. Letztgenannte stellten keine EIX her, und Raytheon verdient im Rüstungsgeschaft und ist auf Kinotechnik nicht angewiesen. Könnte mir gut 2012 vorstellen, insbesondere bei Staatssubvention wie in Norwegen oder in der BRD geplant. Das ist zwar marktverzerrend, aber wird zum sofortigen Zusammenbruch der 35mm-Belieferung führen. Dem folgend ist auch die grosse Content-Krise des Digital-Zeitalters für die Filmtheater vorpogrammiert, die sich aus dem ubiquitär empfangsfähigen Überangebot an medientechnisch "austauschbarer Programmvielfalt" nicht mehr freischwimmen werden können. HD ist ja auch kein Kinoformat, sondern eine Fernseherfindung. Rein kategorial müsste für Kinotheater ein anderes Medium zur Verfügung stehen. So funktionierte das Geschäft in den letzten 110 Jahren sehr verlässlich. Fortan - nach dem Roll-out - ist auf nichts mehr Verlass, was die Produzentenseite auf den Markt wirft: HD ist HD und kein Privileg der sogenannten DCI-Filmpaläste. Diese verlieren entgültig ihr Technik-Monopol (das aus einem Spezialformat bestand, das nur im Kino auswertbar war.)
  6. Eine Prognose zum Ende oder zur Wiedergeburt des oder der Kinos gebe ich nicht ab. Eine Vermutung aber sei gestattet: es bleibt bei der Vermutung, dass mit Durchdringung digitaler Freitzeitmedien vielleicht 2015 massive Einbrüche denkbar sind. Schon für 2012 wird mit ähnlicher Flächendeckung des Freizeitmarktes mit Blu rays ähnlich dem heutigen Stand der DVD gerechnet. 3-D-DVD-Titel sind bereits auf dem Markt. Die Blu ray-Fraktion bringt neue Player mit effizienteren Codecs heraus, insbesondere zum Blu ray-Start von AVATAR, für den der Produzent des Films schon mehr in Deutschland die Werbetrommel rührte (Funkausstellung) als für die Kinoauswertung. Ich distanziere mich also höflich von Auffassungen, die völlig blind den Ausbau bewährter Bildwerfertechnik (vom Publikum beim Wechsel zu "digital" qualiatitv kaum bemerkbar, von Live-Übertragungen einmal abgesehen) plötzlich als Allheitkräfte für die seit Jahren oder Jahrzehnten sich verschärfenden Probleme oder Defizite verklären. Diese ungelösten Probleme scheinen mir jene zu sein: - Overscreening - Verkürzung der Auswertungsfenster - Mangelnde Nachhaltigkeit der filmtheaterbasierten Auswertung - Verringerung des traditionellen Kinospielstätten und Paläste zugunsten billiger Standard-Säle - Mangelnde Motivierung des Personals durch zu bescheidene Entlohnung - Wartungsresitenz bei seit Jahrzehnten bewährter angestammter Filmprojektionstechnk - Verstopfung des Marktes durch Blockbuster (und Schwächung des mitteren Programmsegments) - Schädigung des Repertoires durch inflationäre TV-Ausstrahlungen in zudem technisch minderwertigen MAZzen - Zu wenige Angebote für ein älteres Publikum, aber auch zu wenig didaktische Einfühlung der Jugend im Umgang mit Medien oder Kinobesuchen - und am wichtigsten: die sozialen Bedingungen, die im allgemeinen Bewusstsein eine Kollektivität von Kinobesuchen auch als Event der Begegnungen "mit anderen Bürgern" wieder herausstellt - dies anstelle der Selbstsucht, der Monitor-Fixierung, der autistischen Aneignung von Medieninhalten, der Zerstückelung von Filminhalten (seit Erfindung der Fernbedienung), anstelle der Dumping-Filmangebote auf Videos und Silberscheiben. Anstelle auch der Reprivatisierung von Debatten, Begegnungen, Interessenwahrnehmungen, politischen Prozessen oder theatergeschichtlichen Erkenntnisprozesse. Nicht der Tausch der Bildwerfer zum rein digitalen Panel (so sehr dessen "Reinheit" faszinierte), der ja jetzt durch den Vorstoss von Technicolor im 3-D-System als nicht der Weisheit letzter Schluss sich erkennbar macht, sondern durch Änderungen der Bedürfnisse, eingeleitet durch Änderungen in den sozialen Prozessen, können ernsthaft Aussagen zur Wohlfahrt des Kino gemacht werden. Es ist aber sinnlos mit Menschen darüber zu sprechen, die aus der Schule der standardisierten Betriebswirtschaft kommen. Ohne deren markt-analytische Methoden kleinzureden, sind deren Sichtweisen nur ein Teil der Wirklichkeit: das hat uns die Finanz- und Weltwirtschaftskrise gelehrt. Eindimensionale BWL-Argumentierer (darunter auch einige Marktschreier) verstehen daher leider nicht, wenn man Aspekte aus der Geschichte, der sozialen Bedingungen oder der Philosophie heranzieht, um über Bestand und Zukunft einer Kulturtechnik nachzudenken. Kurzum: ob die 3-D-Projektion im Kino durch DCI-Bildwerfer erfolgt oder - aufgrund vorhandener Bildwerfer - durch das günstigere und teils qualitativ bessere 35mm-Technicolor-System, hat zunächst wirtschaftliche Bedeutung und sollte auch BWL-Argumentierenden einleuchten. Neben der "Bestandssicherung" aber der Kinobetriebe (die in den Kostenlawinen ständiger Um- und Nachrüstungen ersticken würden) muß dann an der Frage der Distributionspolitik und der sozialen Funktion des Kinos gearbeitet werden. Vor allem die produzierende Seite hat sich zu fragen, welche Märkte sie mit Vorzug beliefern möchte. Ein Debatte findet derzeit kaum statt. Geredet wird allenfalls eindimensional vom Austausch der Bildwerfer (und Hoffnung auf öffentliche Subvention): und damit hat die Kinobranche aus meiner Sicht verabsäumt, ihre Hauptinteressen wahrzunehmen. Anmerkung: dieser Thread gehört m.E. in "Allgemeines Board"... mit Nostalgie hat er ja nichts zu tun.
  7. Schätzung, Ihre Spekulation oder die verlässliche Angabe des Herstellers? Mittel- und langfristig, zieht man einmal die höheren Stromkosten für DCI-Anlagen ab, vermutlich auch wirtschaftlicher. Theoretisch ja - und das dachte ich mir ja die ganze Zeit, das noch einiges Potential drin ist. Es sind ja die 35mm-Printmaterialien in den Faktoren Kontrast und Auflösung (bis zu 8k liessen sich theoretisch ausbelichten, was jedoch keiner macht, obwohl es für 65mm-IMAX-Reduktionen sehr reizvoll wäre) seit den 1970er Jahren mit Riesenschritten vorangegangen. Da sich aber immer wieder einige Forumskollegen (vornehmlich der obige Herr aus der Betriebswirtschaft) auf die damaligen, mitunter miserablen Umkopierungen und Kinoapparate bezog, um damit von vorneherein einer 35mm-Auswertung anno 2009 eine Absage zu erteilen, freue ich mich, dass findige Techniker und ein dankbares Publikum der us-amerikanischen Testphase sich diesen Möglichkeiten nicht verschließen möchte. Es mögen daher immer die Freiheit des Erfinders und die Lernfähigkeit des Publikums respektiert werden. Ziel wäre es, noch natürlichere Raumbilder zu kreieren als mit den früheren und (teils identischen) heutigen stereoskopischen Verfahren stehen zu bleiben. Höchste Auflösung, höchster Kontrast und auch eine Breitbildprojektion aus der Evolutionsphase der Breitwand- und Breitfilmformate, aber auch der Neubau funktionsgerechter Filmtheater sollten ebenfalls eines Tages wieder dazugehören.
  8. Verstehe ich es richtig, dass eine Marktsättigung durch den derzeitigen "Roll-out" zur Einstellung der Produktion und Entwicklungen bei digitalen "Kino"-Bildwerfern führt: aufgrund von schneller und nachhaltiger Marktdurchdringung? Schon einige Zeit kam mir beim Hören und Lesen des DCI-Marketings doch der amüsante Gedanke, daß der stark ideologisch determinierte Glaube an Digitalisierung subnival von "Endzeitvisionen" ausgeht. Hier grassiert dann eine positive Endzeitvision: die der Unsterblichkeit und Vollkommenheit. Und hiesse dies nicht auf das Gebiet der Wirtschaft übertragen: es müsste der Markt aufhören zu existieren? Das aber hätte im Sinn einer "Doppelbedeutung" schon Relevanz: also doch die letzte Etappe in der Entwicklung von ortsfesten Filmtheatern? Der 2k-DCI-"HDTV"-Roll-out jedenfalls legt diese Annahme nahe. Sie benutzen in Ihrem Studio nicht die 2k DCI-Bildwerfer, sondern 4k-Projektoren? Diese Aussage finde ich bemerkenswert. Möchten Sie sie untermauern? (Ich kenne nur 1 Studio in unser gemeinsamen Stadt, das darüber verfügt)
  9. cinerama

    TWILIGHT DOPPEL

    Seit Erfinderung der Telleranlage durch Willi Burth galt es als Revolution der Kinoechnik, die besagten Film-Abnutzungen wie etwas Regen und Schrammen an Aktenden nach Einzelaktüberblendungen vollständig eliminiert zu haben. Bei ordnungsgemässer Bedienung, und zudem Ultraschall-Bürsten-Absaugern (was ich fast schon übertrieben finde), nützt sich gar nichts mehr ab - ausgenommen eine Dolby-Digitaltonspur, zumal dieser Teil über die Andruckkufe läuft. Die Relationen der Betriebssicherheit zwischen 35mm-Kopie und DCP müssten erst noch statistisch ergründet werden. Ich finde derzeit den Qualitätsverlust in der Postproduktion bedauerlich. Noch bedauerlicher die Wartungsresitenz der DCI-Beamer-Besitzer: sieht man die Digital-Titel an mehreren Orten der DCI-Projektion, ist das Bild dermassen unterschiedlich, wie es es aus den besseren Zeiten der 35mm-Serienkopierungen (noch bis Ende der 1990er Jahre) in dieser Sprungshaftigkeit nicht kannte. Unterschiedliche Farbstiche sind dort nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Die Legende von der Perfektion im Digitalzeitalter ist nur ein frommer Wunsch. Mancher, der sie zu Ideologie macht, weiss um die Schwächen - geht mir ihr aber nicht konstruktiv um, sondern verschweigt sie einfach. Und das kann nicht Sinn einer ernsthaften Debatte sein.
  10. Sondervorührungen im Sinne verschiedenster Video-Formate. Live-Übertragungen aber gibt es auf den IFB ebenfalls.
  11. Am Potsdamer Platz und zur Berlinale die verschiedensten "begeisternden" Sondervorführungen erlebt - und auch die zu Knöpfedrückern degradierten Filmvorführer (die nur noch das Saallicht einschalten - und sich eines Tages noch selbst "ausknipsen"). So viel Formatchaos, so viel depremierende Untätigkeit für angestammte Filmvorführer gab es nie. Viele Existenzen werden daran zugrunde gehen - am Ende auch die Theaterbetreiber. 2015 kaum noch Kinos? Alles möglich.
  12. Zyklische Wiederkehr immer nur unter verändertem Vorzeichen. Niemals also die Wiederholung des Herkömmlichen. Ein Beispiel einer These: der Kinobegriff fortexistiert auch noch in einigen Jahren für audivisuelle Inhalte, aber die Menschen kommen künftig weniger zum Kino als dass das Kino zu den Menschen kommt. Erörterungswürdig wäre dies auch dann noch, wenn das Jahr 2009 eventuell 20% an Umsatzplus generieren sollte. Warten wir doch ab, was mit der MET-Verwertung in naher Zukunft passiert.
  13. Vielen Dank für die Nachhilfestunde. Zyklische Wiederkehr (und auch "fast" identische Wiederholungen) sind ein Teil der Geschichte. (Auch die der Vor-, Zwischen- und Teilumnutzungen von Kinogebäuden könnten erörtert werden, bevor man sich etwa als ältestes Kino der jeweiligen Region bezeichnet.) Eidophor-Systeme habe ich noch auf musealer Ebene sehen dürfen. Ohne Ihnen das Wort im Munde umzudrehen: der damalige Roll-out (und die Fließbänder liefen in USA bereits auf Hochtouren, schaut man in die Literatur) wurde alsbald verworfen. Nicht weil die Qualität der Bildwerfer für damalige Verhältnisse schlecht war, sondern wegen der hohen Umkosten und/oder der mangelnden Nachhaltigkeit von Fernsehprogramm im Kino. Es gibt aber neuerdings Forscher und Profs. (u.a. ein Medien-Prof. in Weimar), die in der multimedialen Nutzung und Ankopplung des Kinos seine Zukunft sehen. Sie vergassen vielleicht zu erwähnen, dass die heutigen MET-Übertragungen ebenfalls einen bedeutenden Kostenfaktor darstellen.
  14. Die Fragen sind mittel- und langfristig berechtigt. Es wird aber darauf in diesem Forum keine "kritische" Antwort geben. Allenfalls eine restlos positive: Attraktiv bleiben Kinos m.E. für eigens dort distribuierte Programmangebote. Wie lange das mit MET- und Live-Konzerten funktioniert, darf fragend in den Raum gestellt werden. Einige zweifeln am Langzeitpotential, andere nicht. Kurzzeiterfolge als Modell für die Kinozukunft auszugeben, die, wie @EVIIb ebenfalls zu bedenken gibt, das könnten auch zu Lasten der "traditionellen" Verleiherware führen, die sich dann andere Märkte sucht, wenn das Kinoeinspiel zu unstetig wird. Das sicherlich bereits der Fall - seit Jahren. Und wenn einige Filmverleiher sich wandeln, also künftig weniger Spielfilm-Langzeitauswertung forcieren, sondern auch und ausserdem Medien-Content-Anbieter jedweder Art sind (der auch inhaltlich Gutes bringen könnte: Didaktisches, Politisches, Soziales, Regionales usf.), so sollte man auch den Mut haben einzugestehen, dass der klassische Spielfilm evtl. nicht mehr die dominante Unterhaltungsform der Audiovisionzentren (als Nachfolge des antiquierten Kinobegriffs aus der 1. Hälfte des 20. Jhds.) sein wird. Darin liegt das Wesen der Digitalisierung. Eine Illusion wäre es zu behaupten, das alte Kino mit seinen "klassischen" Aufgabenbereichen (Langzeitauswertung von Spielfilmen in exklusivem Ambiente) könnte unbeeinträchtigt fortexistieren. Ich verstehe nicht, wie man jede aktuelle Entwicklung, nur weil sie Bestandteil des aktuellen, eigenen Programms ist und als Sonderveranstaltung naturgemäss auch höhere Auslastungen erzielt, als restlos glücksverheissend umwirbt. HD-Übertragungen haben immerhin die Eigenheit, dass man sie auch zuhause ordern kann oder sollte. Wenn also die MET, ein Rockkonzert u.a. Events künftig auch für das Bezahlfernsehen freigegeben werden, dann bekämen doch die Kinospielstätten plötzlich ein Image-Problem: nämlich dass man sie nicht mehr mit stringenter Spielfilmauswertung in Zusammenhang bringt, sondern mit Live-Entertainment, das vermutlich dorthin abgewandern wird wo es herkommt und auch hingehört: ins Fernsehen. Ab diesem Punkt müssten ganz neue Events für's Kino erfunden werden, und falls die Live-HD-Übertragungen eines Tages für Kinos unwirtschaftlich werden, dann stelle ich mir eine Rückkehr zum reinen Spielfilmbetrieb des 20. Jhds. schwierig vor, wenn dieses Fundament an Belastbarkeit verloren hat. Mir erscheint dieses Szenario als eine nicht logisch-sinnvolle Wirtschaftsentwicklung, sondern doch als etwas Paradoxes, auch wenn die Anpassung der Kinokulturen an Zeitgeist und Modeströmungen immer etwas Selbstverständliches war. Hier aber erscheint eine neue Kategorie: die Verschmelzung mit einem anderen Medium, was somit eine ganz neue Hybridität hervorbringen dürfte. Offenbar hat es das in der Geschichte des Kinos so noch nie gegeben, sobald man den Eigenwert der theatertypischen Produktion preisgeben sollte.
  15. Die Fakten, von @VII B aufgezählt, stimmen, kann ich aus der Wessie-Sicht bestätigen. Zudem wäre hinzuzufügen, wie man "alternative" Programmacher in West-Berlin (Zehlendorf) Anfang der 1970er Jahre als "schwule Kommunisten" ins "KZ" wünschte. Die Prügelorgien der Brandt-Regierung wenige Jahre zuvor sind noch gut bekannt, die Diskriminierung und Kriminalisierung sozialen Protests zur Zeit der Hausbesetzerbewegung durch Richard von Weizsäcker und Heinrich Lummer mir gut präsent. Auch die Diskriminierung an "sozialdemokratischen" Schulen von aufgeweckten und zeitkritischen Jugendlichen (noch in den 1970er Jahren) sorgte mit politischer Zensur (also einfach mal eine "6" in einem Schulaufsatz, der eher als herausragend hätte bewertet werden müssen) für Zerstörung von Existenzen und Laufbahnen. Verwanzte Kinos haben ich zwar noch nicht gesehen, aber vielleicht meint @oceanic das von ihm gefürchtete Filmkorn, das er mit StaSi-Verwanzung verwechselte. :wink: Falls wir mittlerweile gesamtdeutsch auf StaSi 2.0 zusteuern, verliert der repressiv-fürsorgliche Überwachungsstaat DDR zunehmend an Schrecken - obwohl es genug Schrecken gab. Unter welchem politischen Vorzeichen auch immer: die Neubauwelle der Großfilmtheater in den 60's/70's war in der DDR vorbildlich wie von @VIIB beschrieben. Es gab sie auch noch im Westen durch die späten Bauten der Cinerama Inc. (aufgrund des Hypes der Panorama-Bildwände), aber der Niedergang der Branche war über all sonstwo spürbar. Sehr vorbildlich auch das Rundkino in Dresden, das noch existiert, leider aber von Bank- und Versicherungsgebäuden "verstellt" ist, was ihm seine Imposanz und magnetischte Anziehung raubt Weder von Rundkino, Kosmos oder International ist mir eine Verwanzung bisher zu Ohren gekommen. Wenn's das gäbe: wäre durchaus interessant zu hören.
  16. So auch noch jüngst (vor wenigen Jahren) von der American Cinematheque und Sabucat-Prouductions im 'Egyptian Theater' zum 3-D-Festival perfekt praktiziert. Immer wieder "begeisternd" dagegen, wie die Roll-outs vom Kino des 3. Jahrtausend (2k-DLP plus RealD-Vorsätze) es auf derart dunkle, kontrastschwache und schwach auflösende 3-D-Bilder gebracht haben. (Dazu auch noch im Format wahllos hochskaliert auf "Scope" 2.39 : 1, obwohl die Produktion "OBEN" derart alberne Verstümmelungen nicht verdient hat.) "Die Digitale 3-Revolution" eben so wie "Maxximum 3-D" hätten auch innovative Kinobauten erwarten lassen. Stattdessen Flachprojektionen in gewohnten Sälen, nicht selten mit verkleinerter Bildwandausnutzung. Entwicklungshochstände, wie etwa Blickumhüllung, Panorama-Bildwand, Sehwinkel-Füllung, aktive Kopfbewegung des Betrachters, echte Raumstaffelungen (anstelle der mitunter etwas platten Effekte im Stil der Pop-up-Bücher) hat diese Revolution vergessen. Toller Roll-out.
  17. Beinhaltet dies auch den eventuellen Umbau einiger BWRs auf Staubfreiheit, sowie auch die erhöhten Stromkosten nebst 3D-Applikation? Das alles"schon für EUR 200" (die allenfalls nur für3-D wohl lohnten, denn der 2-D-Betrieb wäre mit 35mm bis in alle Ewigkeit gut durchzuführen). Dieser 2k-DLP-RealD-Roll-out soll dann für 100 Jahre feste Betriebstrukturen schaffen (obwohl derzeit Sony mit einer filmwürdigeren 4k-SXRD-Variante ausliefert, aber ebenfalls auf Real-D setzt) und ein Bollwerk gegen den Home Cinema-Markt abgeben. Die Nachhaltigkeit solcher Kino-Umstrukturierungen kann nur auf der Strecke bleiben. Wenn der Staat somit die sich wiederholenden Umrüstungen bezahlen soll, dann wirft das aber auch ein Licht auf die Wirtschaftlichkeit von Filmtheatern, resp. die Einstellung der Industrie zur Aufrechterhaltung der Kinofenster. Sobald der Staat aber für die Kinos eintritt, dann sicherlich nicht für alle, sondern für ausgewählte. Umrüstung/Roll-out und Umstrukturierung rücken dann hochwarscheinlich in die Nähe der Infrastrukturbereinigung. Unbenommen dessen, ob der Kinoumsatz 2009 um 20% zum Vorjahr nun gestiegen ist oder nicht.
  18. Volltreffer - heute ein 1 : 0 für Sie als Champion, denn ich kannte Mr. Katz' Vita nur in Teilen. Ich recherchiere, so gut man vorankommt. Bitte aber auch 'Schauburg Filmtheater' darum, es künftig genau so zu tun. Ja, das Lob für die VERTIGO-1983er Version halte ich aufrecht (obwohl es für Herrn Katz nur amüsant wäre zu hören, was andere darüber denken). Er ist erfolgreicher Produzent, aber als Lichtbestimmer kenne ich ihn nicht. Das ist mehr eine Domäne von Robert A. Harris. Wenn wir beide uns zumindest darauf einigen könnten, dass nicht alle WA-Kopien und Revivals dem Original entsprechen, auch wenn sie so verkauft werden, rudere ich massiv zurück. Man sollte dies ehrlicher verkaufen, dann kann man doch über alles sprechen. Sogar über eine Null-Kopierung, sofern man erklärt, das dies eine ist und kein weiteres Geld im Moment zur Verfügung stand (siehe FLYING CLIPPER u.a. auf der Berlinale). Im übrigen haben die beiden Restaurateure Harris und Katz ja ihre eigenen Aussagen über nicht kopierfähige Negative später nicht nur relativiert, sondern sogar ihnen diametral widersprochen. Mich stört, wie schon @regular8 anmerkte, dass sich einige durch aufgebauschte Behauptungen Aufträge sichern wollen. Auch gehe ich davon aus, dass sich VERTIGO und LAWRENCE damals hätten besser kopieren lassen können (auch wenn die Opticals bei VERTIGO ein Spezialfall sind, die @shomanship bereits auffielen). - - - Kurze Rückblende zur Veranstaltungsankündigung am 25.10.09 in Berlin - Fundsache einer interessanten Rezension zu IN DEN SCHUHEN DES FISCHERS: Cinéastisches Meisterwerk mit Topbesetzung Was anderes soll man zu diesem Film sagen, als eines: herausragend! Zum Inhalt des Filmes selbst möchte ich nicht viel sagen, die Beschreibung findet sich weiter oben bei Amazon. Anthony Quinn als Erzbischof von Lemberg Kyrill Lakota bzw. Papst Kyrill spielt die Rolle des (damals 1968) ersten osteuropäischen Papstes ausgezeichnet, übertroffen nur vom genialen Oskar Werner als Pater Telemon[d], der in diesem Film wohl am Zenit seiner schauspielerischen Ausdruckskraft steht. Sir Laurence Olivier als Papst (Paul VI?) rundet die hervorragende Besetzung dieses Filmes ab. Für den wissbegierigen Cineasten und Vatikan-Interessierten bietet der Film auch einen guten Einblick in die geheimnisvolle Welt des Konklave - der Papstwahl. Regisseur Michael Anderson hat gut recherchiert und dieses jahrtausende alte Ritual sehr realistisch und faszinierend zur Darstellung gebracht. Der Film selbst erzählt in drei Parallelhandlungen die Geschichte des 20 Jahre lang in einem sibirischen Gefängnis inhaftierten Erzbischofes von Lemberg (Anthony Quinn), der kurz nach seiner Entlassung zum ersten osteuropäischen Papst gewählt wird und für den Frieden zwischen Ost und West vermitteln soll (was ja Johannes XXIII. während der Kubakrise 1961 zwischen dem damaligen Sowjet-Präsidenten Chrustschow und dem us-amerikanischen Präsidenten J.F. Kennedy tatsächlich erfolgreich getan hatte). Konkret geht es dabei um das von Hunger bedrohte, kurz vor einer Rebellion stehende, kommunistische chinesische Riesenreich und dem im Überfluss lebenden Westen. Papst Kyrill entschließt sich am Ende des Filmes die Reichtümer der römisch-katholischen Kirche zu verkaufen, um den Erlös den Armen dieser Welt zukommen zu lassen, eine Intention, die im realen Leben 10 Jahre später im Jahre 1978 auch Johannes Paul I. zu beabsichtigen nachgesagt wird. Die zweite Handlung dreht sich um den unheilbar kranken, aber genialen Theologen und Philosophen Pater Telemon[d] (Oskar Werner), der letztlich an den konservativen und verhärteten Machtstrukturen im Vatikan zerbricht. Ihn ernennt Papst Kyrill zu seinem persönlichen Berater und Sekretär, was innerhalb der Kurie zu großen Konflikten, Neid und Missgunst führt. Die dritte Parallelhandlung beschreibt die zerrüttete Beziehung zwischen dem US-TV-Vatikankorrespondenten und seiner Frau, einer Ärztin.[...] [...] Will man auch etwas Negatives zitieren, dann das wohl etwas zu konstruiert wirkende und sehr unrealistische Ende des Filmes. Überhaupt wirkt der Film ob seiner Länge von über 2 1/2 Stunden zwar niemals als zu lang oder gar langatmig, aber man merkt gegen Ende hin, dass der Produzent George Englund wohl auf den Abschluss der Dreharbeiten gedrängt haben dürfte, so dass die letzte halbe Stunde nicht ganz mit der Genialität der ersten beiden Stunden mithalten kann (vielleicht liegt es auch daran, dass Oskar Werner in der Rolle des Pater Telemon schon zuvor gestorben ist). Ich selbst besitze sowohl die (ausgezeichnet synchronisierte) deutsche Fassung, als auch die originale englische Fassung ("The Shoes of the Fisherman"). Beide Versionen sind sehr zu empfehlen, obwohl meist die Original-Version die bessere ist. Bei "In den Schuhen des Fischers" trifft dies zum Glück nicht zu, nicht zuletzt durch die Tatsache, dass Oskar Werner zu Synchronisation seiner Rolle gewonnen werden konnte. Aus: http://www.amazon.de/den-Schuhen-Fische...B00004RXFS
  19. Steht im Internet, was er alles produziert hat. Ob er selbst lichtbestimmte, möchte ich bezweifeln... Wie respektabel und glaubhaft er ist, dass zeigen ja die Schimmelfilme, die die beiden Restaurateure in die Kamera halten und sagen, das sei das Originalnegativ. Nicht weiterführend finde ich auch sowas: Inzwischen gehört VERTIGO zu jenen Filmklassikern, die auf keiner Hitliste fehlen dürfen und schaffte es 2007 sogar auf Platz 9 der „Greatest Movies af all Times“-Liste des American Film Institutes. Dem 1980 verstorbenen Hitchcock hätte das sicher gefallen. Erst 1983 wurde VERTIGO zusammen mit den anderen Filmen wieder für Aufführungen freigegeben. Etwa zehn Jahre später machten sich die Restaurierungsspezialiten Robert A. Harris und James C. Katz daran, den Film aufwändig zu restaurieren. Denn leider wurden das Negativ sowie die Schwarz-Weiß-Separationen über Jahre hinweg unsachgemäß gelagert, so dass sich die Farben veränderten und die Filmrollen zu schrumpfen begannen. Von Rechteinhaber Universal Pictures mit über einer Million US-Dollar ausgestattet, konnten Harris und Katz eines der aufwändigsten Restaurierungsprojekte realisieren. 1996 war es dann soweit: VERTIGO glänzte jetzt wieder in der von Hitchcock ausgeklügelten Farbdramaturgie. Und er glänzte erstmals im 70mm-Format. Und nicht nur das. Während der Restaurierungsarbeiten wurden auch die Originalbänder mit der Musik von Bernard Herrmann entdeckt. Überrascht stellte man fest, dass der komplette Score sogar in 3-Kanal Stereo aufgenommen wurde. Damit lag es nahe, den Film mit einer entsprechend neuen Tonmischung auszustatten und die immense Wirkung von Herrmanns Musik dadurch noch zu erhöhen. [...] Die Version, die wir Ihnen heute Abend im 70mm-Format und mit 6-kanaligem DTS Digitalton präsentieren, entspricht somit exakt der von Hitchcock favorisierten Fassung. [...] Freuen Sie sich jetzt mit mir zusammen auf dieses Meisterwerk der Filmgeschichte, dessen Inhalt der schwarz-humorige Hitchcock einmal selbst mit folgendem Satz zusammenfasste: „Es geht um einen Mann, der mit einer Frau ins Bett gehen möchte, die bereits tot ist. In gewisser Weise geht er also einer Art von Nekrophilie nach“. http://www.in70mm.com/news/coming_soon/.../index.htm Die Farben waren stumpf, einige Szenen gar nicht erkennbar (Turmszene). Die Musik und Geräusche-Neumischung stiess überall auf Kritik. In der 'Schauburg' werden ja fast allen Neukopierungen mit den Lorbeeren gescreened, es sei wie zur Erstaufführung oder vom Regisseur gewollt. (CLEOPATRA, VERTIGO u.a.) Dem würde ich mich niemals anschliessen. Man kann es auch nüchterner sagen: eine Neukopierung, die aufwendig war. Das ist dann auch unverfänglicher.
  20. Total falsch, leider (oder gottseidank). Für die 1983/84er Fassung ließ James C. Katz überhaupt nichts herstellen. Wie kommen Sie darauf? Das war eine Arbeit der Universal mit überwiegend intakter Lichtbestimmung, ohne Mitarbeit von J. C. Katz. Das "rauchige" Intermediate von Robert A. Harris und James C. Katz aus dem Jahre 1997 indes war beanstandenswert, @Sam hatte es bereits beschrieben. Man merkt, dass die Repertoire-Geschichte und Restaurationsgeschichte etwas ausführlicher abgehandelt werden müsste als in Kurzeinführungen etwa auf VistaVision-Festivals.
  21. Also CLEOPATRA sollte im Transfer keine Probleme bereiten: weitgehend einwandfreies Negativ. LAWRENCE (bis auf die wiedereingefügten Outtakes resp. Auto-Select-Printing) ebenfalls intakt, wurde aber seit 1988 nur noch in der Harris-Version (Dup-Version) herausgebracht. Diese ist - obwohl immer wieder auf Festivals seit 1988 und auch von Steven Spielberg hochgejubelt als "Referenzfilm" für das 70mm-Verfahren - enttäuschend in Farbe, Bildstand, Kontrastverhalten, Gradation und Bildstand. SONY sträubt sich offenbar davor, den Film von den 1988er-Materialien herauszubringen. Bei BEN HUR gibt es ein Riniging: offenbar ein Fehler der Optik des 65mm-Scanners resp. Separationskopierung. SPARTACUS, von Harris 1989 dupkopiert, war auf 70mm noch erträglich, wurde nach der Abtastung aber nochmals massiv verschlechtert und fehlerhaft auf den Markt geworden. Im Gegensatz zum gleichformatigen Film KING OF KINGS schon eine Schande. EL CID ist mit das Inakzeptabelste der grossen Breitfilm auf Silberscheibe. Ausgangsmaterial ist das in den 1970er Jahren gezogene "Internegativ" (also nicht "Dupnegativ") der Technicolor-Fassung. Komplettiert von Scorsese Anfang der 1990er Jahre und als 35mm Dolby A-Kopie in'Pacific's Cinerama Dome' in Los Angeles gelaufen. Neuerlich optisch enttäuschend. Davon dann auch Laserdiscs und DVDs, offenbar auch die neue Blu ray. Vor zwei Jahren lief das Werk als Digital Cinema-2k-Präsentation : als schon wieder restaurierte Fassung. Diesmal könnte Digitalretusche und Gradationsänderungen oder Staubentfernung eingesetzt worden sein. Es bleibt aber wohl die traurige Grundeigenschaft des alten 35mm-Internegativs der 1970er Jahre bestehen. Von anderen Ausgangsmaterialien habe ich bisher nichts vernommen. Die meisten Large Format-Abtastungen haben auch eine gewisse Unschärfe, die man auf guten Beamern erkennt (vor allem gegenüber Abtastungen von zeitgenössischen 35mm-Filmen, die völlig einwandfrei oder herausragend geworden sind!). Müsste also im 65mm-Bereich fast alles wiederholt werden. :wink:
  22. cinerama

    Leasing

    Darum lieber zurück zum Thema "Leasing" und den aktuellen Möglichkeiten, wenn es Ihnen weh tut. :)
  23. cinerama

    Leasing

    Zum realen Leben gehörte die Erfahrung, Carow bei uns empfangen zu haben und - noch Jahre zuvor, unter den Bedingungen des "Eisernen Vorhangs" im "uralten" Westberlin - nicht das geringste Bezugsproblem für L. V. PAUL UND PAULA im kinotypischen Originalformat gehabt zu haben. Nach soviel Blühenden Landschaften wundert es, dass im glücklicherweise vereinten Deutschland (und nach dem Zusammenschluß der Archive) dafür kein Geld da sein soll. Finde ich auch von der Moral her traurig, wenn sich einer hinstellt und sagt, nur er dürfe aufgrund eines DCPs noch diesen oder jenen Film spielen. (Falls das überhaupt mit der Realität übereinstimmt). Da in Karlsruhe sehr engagierte Programmkinos wie das AFK oder die Kinemathek die Stadtkultur mit hochhalten, fände ich es etwas vermessen, sich wieder zu outrieren mit "Diesen Film bekomme nur ich". Ist zwar ein schöner Traum (und hatte schon Herr Riech erträumt), läuft aber an der Kinowirklichkeit vorbei. Immer gut, wenn die Vielfalt und kollegiale Solidarität erhalten bleibt, auch der 35mm-Belieferung. Man weiß ja nie... :)
  24. cinerama

    Leasing

    Nicht photochemisch, digital oder logosyllabische Schriften sind in ihrem Kommunikationswert böse und gut, sondern m.E. der Einsatz der Mittel zur Erreichung der Durchdringung, verbunden mit der Frage von Umstülpungen, Innovationen oder Beibehaltungen der Infrastruktur. Ich schätze es nicht, wenn gesagt wird, man wechsele die Produktionsmittel wie eben die heimische Tapete, aber das Umfeld, das Mobiliar, das Programm und die Bewirtschaftungsweise bliebe gänzlich beim Alten. In dieser Frage (wenn auch aus unterschiedlichen Positionen heraus) dürften selbst wir beide Einigkeit erzielen. Angenommen, das alte Vertriebssystem wäre überholungsbedürftig oder ablösenswert (in enigen prekären Punkten liegt darin auch eine Logik), dann muß das moderne System sich als Heilsbringer erst erweisen. Oder als Büchse der Pandora. Dabei ist zu unterscheiden zwischen technologischen Sprüngen und Rationalisierungen einerseits und einem posperierendem Kinoleben andererseits. Zugunsten des digitalen Vertriebs (allerdings so zu betrachten erst unter dem Eindruck der "Verwahrlosung" des Filmrepertoires in den Privat-Fernsehsendern, die die Kinoeinsätze um ein weiteres erschwerten) kann ich mir kostengünstigere Repertoire-Bezüge zur Not selbst über Blu ray vorstellen. Hierfür, aber auch für moderne Spartenprogramme offerieren sich Möglichkeiten, die evtl. Menschen wieder zu verstärkterer Begegnung mit schwierigen Filminhalten führen könnten: das kann man nach der Ära schlechter Super-8-Kopien, VHS-Kassetten, völlig verschroteter Filmkopien, lediglich einer Handvoll staatlicher Fernsehsende oder des Abwendens vieler Zuschauer vom Kino oder vom Repertoire ab Anfang der 1980er Jahre stark vermuten. Wir wissen aber auch, dass diese neuen Vertriebsstrukturen sehr stark in der Fläche und vetriebspolitisch streuen: stärker als zu Zeiten des Super-8-Home Cinemas (und der entsprechenden Clubs), aber auch des 16mm-Films werden im Zuge der digitalen Verfügbarkeit multiple Veranstaltungsorte aus dem Boden spriessen. Das ist kulturell in der Vielfalt und Freiheit im Umgang mit Medien sehr begrüssenwert. Diese (auch preiswerten) Möglichkeiten stehen in Konkurrenz zu etablierten "Lichtspielhäusern" (um bewusst ältere Typologien zu bedienen), zu Programmkinos, Kinocentern, Multiplexkinos aber auch kommunalen Kinos und grundversorgenden Einzelbetreibern. Und ihnen allen ist gar kein Vorwurf zu machen, sie hätten nicht rechtzeitig modernisiert, reformiert und renoviert - was immer darunter zu verstehen ist. Ihnen wird aber durch die "Industrie", die ja von @preston sturges obenstehend schon beinahe angeprangert wird (anstatt mir ihr zu verhandeln), das Alleinstellungsmerkmal nebst sicheren Auswertungsfenstern zunehmend abhanden kommen. Begründung: Der Druck durch viele aufstrebende, kleinere Filmzirkel (in Nachfolge vielleicht der 1910er-Jahre-Nickelodeon-Kleinstkinos oder die Film-Clubbewegungen) auf grössere Kinoimmobilien wird kaum ausbleiben, denke ich. Zu danken ist diese Wettbewerbsverschärfung natürlich einer technischen Revolution: der Digitalisierung und "materielosen" Übertragung von Informationsträgern. Die "Kategorie" einer materielosen Übertragung ist wiederum eine Eigenheit des Fernsehens, das zumindest in den 1950er Jahren als Bedrohung empfunden wurde. Heute gilt es als "Partner" im Common Sense etwa der Filmförderung - oder es beklagen Gegner des Modells (neuerdings erst) die Ästhetik des "Amphibienfilms" in der deutschen Filmproduktion - die aber schon in den 1960er Jahre virulent wurde. Wenn daher die Kinoindustrie (das meint die Verbände der Theaterbetreiber) lediglich brav nachrüstet und das Multimediale kopiert und imitiert, dann drückt dies einerseits eine Anpassung an aktuelle Bedürfnisse und konsequente Adaption jedweden Contents aus, der verfügbar erscheint, es zeigt aber auch auf der anderen Seite die "Verschmelzung" mit anderen Freizeitangeboten, von denen man sich traditionell bislang distanzierte, mit ihnen konkurrierte oder sie durch hochwertige Spielfilm- und Dokumentarfilm-Angebote aus dem Felde schlagen konnte. Der HDF selbst vertritt die Auffassung, es müssten Alleinstellungsmerkmale oder ein technologischer Vorsprung gesichert werden. Das klingt eher konservativ im Sinne der 1950er Jahre, ist aber logisch im Sinne der Standorterhaltung von teuren Versammlungsstätten, die breite Publika magnetisch anziehen sollen, um kostendeckend zu arbeiten. M.E. steht dieses Postulat im möglichen Widerspruch zur Adaption dessen, dem man stets "vorspringen", "vorauseilen" oder sich von ihm absentieren wollte: zu televisionären Angeboten. Angenommen, an einer solchen "progressiven" Entwicklung, und dass hiesse einer inhaltlichen und auch technologischen Verschmelzung mit allen multimedialen Trägern das Wort zu reden, führe kein Weg mehr vorbei, so bewegt uns doch die Frage, wie der Kuchen zukünftig (zweimal?) verteilt werden solle. Weder in unserem Forum noch in den Branchenverbänden gibt es herifür Antworten. Es scheint, als drückten sich einige vor unangenehmen Fragestellungen: denn das Eingeständnis, dass es darauf noch keine Antwort gibt (oder sie auch negativ ausfallen könnte), diese Blöße möchte man sich nicht gerne geben - schon gar nicht ein @preston sturges. Es ist daher lediglich eine These zu behaupten, die Digitalisierung der Kinobranche führe zu einer neuen Prosperität. Gut oder Böse, schön oder häßlich, jung oder alt - mit diesen Einteilungen gelangen wir den Dingen nie auf den Grund. War bei uns auch zu Besuch bei L. v PAUL UND PAULA: gab keine Probleme mit 35mm-Einsatz. Wochenlang vorgeführt. Immer wieder amüsant, dass Sie sich zum Entdecker des Filmerbes aufschwingen. Wo waren Sie in den 1970er, 80er und 90er Jahren?
  25. cinerama

    Leasing

    Die lustigen Sonntagsrätsel lösen diese schwere Frage allemal. Aber wenn man eine Seite zurückblättert, dann steht dort ernsthaft: Ein ernstzunehmendes Wirtschaftsgutachten. Gibt es dann ein echtes Wirtschaftswunder? Ein anderes Zitat aus diesem Forum, und ich möchte @preston sturges schon gerne folgen, wenn es auch nicht immer einfach ist:
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