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Cineplexx stellt alle 193 Kinos von Film auf DCI um.
cinerama antwortete auf oceanic's Thema in Digitale Projektion
Schwanger werden kann ich zwar nicht, Deckungsbeiträge aber sehr wohl errechnen (ist staatlich/von Branchengremien zertifiziert worden. --- Sie wollten's unbedingt wissen.) Einen weiteren Bericht, der das Für und Wider in der Balance hält, finden Sie auf Seite 18: http://www.filmstiftung.de/fist/downloa..._dez07.pdf Daß Sie leider mit seriöser Recherche ein ernstes Problem haben, kann man Ihren Beiträgen fast täglich entnehmen. Ihr Marketing seit Jahren ist keine Forschung, sondern eigennütziges Business. Verlangt auch kein Mensch, denn Sie sind ja nach eigenen Aussagen "Showman"... Ein FILMECHO-Report mit Aussagen von Somnitz und Koch folgt in Kürze, um hier den Original-Wortlaut wieder herzustellen. -
Cineplexx stellt alle 193 Kinos von Film auf DCI um.
cinerama antwortete auf oceanic's Thema in Digitale Projektion
Da brauchen sie nicht weit suchen - Schauen sie einfach mal die letzten 4 Wochen durch: Neu runde 3000 DCI Projektoren bei den größten US-Kinoketen bestellt, die größte österreichische Kette 193 dazu [...]. Bitte bei Ihren Aussagen bleiben: bei neuen Kinos DCI [haben} digitalprojektoren den kurzfristig billigeren mechanischen Projektoren den Rang abgelaufen. Das ist nicht eruierbar, denn dies bedürfte ja einer mehrheitlichen Ausstattung der neuen Kinoeinrichtungen mit DCI-Projektoren. Wo bitte stehen diese Gebäude? Imax wiederum als Kette ist minderheitlich auf dem Markt vertrreten - und hat noch gar nicht "umgerüstet". Man sollte nur das vermelden, was wirklich stattgefunden hat. schlecht (wenn überhaupt) recherchiert ... K.L. Koch (bis vor wenigen Wochen Geschäftsführer von Rincke Medien Consult) hat dazu klar stellung bezogen ... Völlig korrekt recherchiert. Selbst die Aussage, die Sie sich herausgefischt haben (aus dem rundweg digital vernetzten BLICKPUNKT:FILM, die einem bis in die Wohnstube folgen) ist relativierend und völlig korrekt, das könnte ich unterschreiben! Die Entwicklung finde auch ich überaus "interessant". Und zweifelsohne ist der Ideenreichtum der Betreiber beim Finden von Content von Relevanz und könnte auch in konventioneller Videoprojekion (XGA u.a.) einen aktuell einen Interessentenkreis ansprechenden Beitrag übertragen: dies gibt es seit Jahrzehnten im Kino (habe selbst genug Videovorführungen machen müssen). Was Sie verschweigen, sind andere Fachblätter, Gremien und Tagungen (etwa die NRW-Tagung), in denen etwa Koch als seriöser Statistiker konstatierte, dass mit dem digitalen Spartenprogramm "keine Deckungsbeiträge" (FILMECHO) derzeit erwirtschaftet werden könnten und der ureigene Kinoprogrammauftrag anders ausgerichtet sei (auf das Abspielen von Spielfilmen ist damit gemeint). Sehr klar ist somit: wenn kein Deckungsbeitrag errechnet werden konnte, so fällt die Prognose nicht positiv aus. Es gibt da nur ein "ja" oder "nein" bei Investitionsentscheidungen, eben so wie "schwanger" oder "nicht schanger" Der Aufruhr Ihrer Programmkinokollegen sprach somit Bände... Herr Regisseur @preston sturges: Wenn Sie sich als Early Adaptor hier mit Belustigung über die Tatsachen und Insolvenzen hinwegsetzen, sollten Sie erst einmal Beiträge Ihres Kollegen aus Nürnberg lesen: das kracht jetzt aber mächtig in den Balken! (Aber warum plaudern Sie vom VistaVision? Oder Cinerama? Ein Beitrag in der Diskussion von Roll-out-Modellen mit Videoprojektion? Bei Ihnen kommen ja nur ganz wenige Gäste in Nostalgie-"Events", wie man immer wieder hört? Darum viel häufiger auch eine HDTV-Live-Übertragung?) -
Cineplexx stellt alle 193 Kinos von Film auf DCI um.
cinerama antwortete auf oceanic's Thema in Digitale Projektion
Müßte ich drüber nachdenken. Der Begriff ist negativ kontaminiert, wurde auch mit negativer Wertung von mir verwendet. Umgangssprachlich auch anderswo, etwa von der SPD (" Gleichschaltung der Medien im Dritten Reich, in der DDR. Und jetzt zunehmend auch bei uns?"): http://spdnet.sozi.info/brandenburg/bar...?nr=4416&m Wenn anstelle dessen der Begriff "Anschluß" (an TV-Medien und Video-Verwertung) gebraucht würde, wäre auch dieser Begriff kontaminiert ("Anschluß des Sudetenlandes und Österreichs" - ein Terminus der NS-Propaganda.) - Schwierige Begriffsfindung allemal. Aber was möchten Sie mit der Kritik an der Semantik inhaltlich bewirken? Es handelt sich eindeutig aber um Marktbereinigung und bei den Majors um den Versuch der Aufstellung neuer Monopole mittels DCI. Dazu konträr das Interesse von Arthouse-Verleihern und einigen kommunalen Kinoleuten, mit Kleinstleinwänden und einem (erfreulich) sozial-politisch ausgerichtetem Auftrag, etwa mit "Delicatessen", Substandards aufzurichten und das Major-Monopol zu unterlaufen (1.4k-DLP-Beamer: teils unter dem Niveau von 16mm). Mit der Gruppe @oceanic gibt es eine weitere Interessen-IG, die beide Lager unterstützt, sofern die 35mm-Auswertung dadurch zerschlagen werden könnte (zum einen aus Gründen der Kritik an einer Abweichung der Filmkopierung von einem digital erstellen Master, oder zum anderen aus Gründen der Beförderung von Kleinaufträgen und Kleinproduktionen inkl. deren "kostenneutraler" Kinodistribution. Es existiert fernerhin ein Lager der Kinobetreiber mit Grundversorgung, die in kleinen Orten hoffen, via Festplatte schneller an eine Erstaufführung zu gelangen und es gibt auf der anderen Seite solche Betreiber (und Verleiher), die ihre Grundversorgung infragegestellt sehen, wenn digitaler Content alsbald in day-to-day-Starts "verschleudert" würde, d.h. auf dem Videomarkt erscheint und dann eine nachgelagerte Kinoauswertung für die sozusagen auf Leinwand gebrachte Videopremiere erfährt (dies anstelle der traditionellen 35mm-Langzeitauswertung, die über das Zeitfenster zeitweilig unbehelligt bleibt). Und es gibt nicht zuletzt Wirtschaftsprüfer, Kinokaufleute und Forscher, die prognostizieren, dass bereit heute, mit einem Filmangebot von rund 450 Titeln im Jahr, der Markt völlig überschwemmt und undurchsichtig geworden sei, daß nur sehr wenige Filme die Gewinnschwelle erreichten und der Rest vor leeren Häusern spiele. Sinken nun aber die Kosten für hochwertige 35mm-Kopien durch Digitalersatz und mitunter auch die Ansprüche an Bildgüten (1.4-Systeme sind ein sichtbares Monitoring auf Kinoleinwand), so erblüht plötzlich "mehr Content". Content bis hin zu Urlaubsfilmen, die anstelle einer Langzeitsauswertung einen Kinobetrieb aufrechterhalten sollen? Content mit angeblichen Live-Events, die dennoch aber TV-Ware sind und bleiben. Und gerade bzgl. der digitalen Spartenprogramme wurde kürzlich, etwa durch Rincke Medien Consult, eine sehr skeptische, wenn nicht sogar ausgesprochen negative Prognose für "nicht kinogerechten" Content gestellt. Und zuguterletzt gibt es die Auseinandersetzungen über Blickwinkel, Kontrastumfänge, Artefaktbildungen, Bildstandsschwankungen, Geräteanfälligkeiten, Mindesauflösungen und Investitionszyklen. Diese Anforderungen für eine stabile Theaterbewirtschaftung konnte nachwievor durch Einführung digitaler Projektionssysteme nicht überzeugend erfüllt werden. Es bleiben somit etliche Beiträge in diesem Thread und diesem Forum (evtl. die von @cinerama eingeschlossen), die in voller Überzeugung Empfehlungen erteilen, Prognosen stellen oder von pauschalen Verbesserungen sprechen, auf allen Gebieten anfechtbar. Antithese an die Gruppe @oceanic betreffs ihrer Aussage über aktuelle Kinoausstattungen: Es haben keinesfalls, wie gerade geschrieben wurde, bei neuen Kinos DCI digitalprojektoren den kurzfristig billigeren mechanischen Projektoren den Rang abgelaufen. Es gibt entweder Doppelausstattungen in neuen Kinokomplexen oder mehrheitlich mit dem 35mm Standards bestückte Neubauten. Woher kommen diese Informationen, bitte? Wenn einem Realitätsverlust vorgehalten wird, möchte ich gerne überzeugende Bilder dieser ausschließlich oder mehrheitlich mit DCI ausgestattenten Kinos sehen, die gerade neu eröffnet wurden. Vielen Dank! -
Cineplexx stellt alle 193 Kinos von Film auf DCI um.
cinerama antwortete auf oceanic's Thema in Digitale Projektion
Ich rede über Film und Kinoverwertung, nicht über Vinyl. Das ist nicht mein Gebiet! Einfach mal nachdenken über die Verwertungsstrukturen der Branche und die Voraussetzungen, unter denen es erst zur Herausbildung ortsfester "Lichtspieltheater" kam. Und dann die heutigen Interdependenzen zu den Media-Märkten, Downloads, Panel-Herstellern und Videoproduzenten in eine Investitionsrechnung mit hineinsetzen. Dann weicht die Begeisterung für den sauberen Beamer schnell dem Schock, dass man als Kino keinen Markt mehr bedient, der ein Publikum damit versorgt, was anderswo Mangelware ist. (Ich war im Mai 2000 auch digitalbegeistert uns sagte: "Bloß weg mit dem Wackelfilm - das wird nichts mehr mit dieser alten, anfälligen Industrietechnik!" Heute denke ich umgekehrt: es ist eine arteigene Technologie mit gewachsenen Infrastrukturen, die einer Branche ein nicht austauschbares Gut zuführte. Würde diese exklusiv zugunsten des Kinos durch arteigene neue Technologie ersetzt werden, könnte man sich anschliessen. Dies aber ist leider nicht der Fall. Es ist ein Anschluß, eine Gleichschaltung und die Kapitulation vor dem Fernsehvertrieb unter deren Produktionsbedingungen.) -
Ein Artikel mit unangenehmen, aber unumgänglichen Wahrheiten. Die viele nicht vertragen, die in das Gequieke der Media-Markt-Technologie-Verwerter eingestimmt sind und ausser dem Drücken von Knöpfen keine Vorstellung davon haben, wie weitreichend Kultureinrichtungen zerstört werden können.
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Cineplexx stellt alle 193 Kinos von Film auf DCI um.
cinerama antwortete auf oceanic's Thema in Digitale Projektion
Ausdruck kompletter Branchen-, Film- unf Kinounerfahrenheit. Mit dem High-Tech-Vokabular (s.o.) aus der Fernseh- und Mediamarkt-Branche wird kein Kino zu machen sein. Solch ein Zug fährt nicht ins Paradies, sondern in die Vorhölle eines SATURN-Marktes: gekoppelt an unzählige minderwertige und wechselnde Standards (wer noch nie eine gute 35mm-Kopie gesehen hat, hat m.E. auch kein Recht auf Verhöhnung der Mindestgrundlagen der Kinowirtschaft), vermixt mit Blu ray-"Repertoire" (für das im Ernst doch keiner eine Kinovorführung vermarkten möchte?) und garniert mit Live-Übertragungen dessen, was in jeder Kneipe zu sehen ist. Mit Nostalgie hat dieser Einwand nichts zu tun, sondern mit dem Ringen um die Identität einer Branche. Es geht aktuelle um nichts mehr oder weniger als um die Okkupation der Kinobranche durch TV- und Videoverwerter. Sehen manche natürlich ganz locker und easy - denen seit gesagt: denn schnell mal rein in den Zug! Aber bitte: Was hat der Volksempfänger mit dieser Problematik zu tun? Oder die Eisenbahn, die man nicht überlebt? Oder Kaiser Wilhelm auf dem Pferd, das die Bahn überlebt? Oder nur 3 Computer, die die Welt sich leisten kann, die uns alle überleben? Ich verweise auf die kompetenten Einwände der Plex- und Programmkinobetreiber auf den letzten Branchentreffen gegen den Nötigungshorizont des Digital Cinema eben so wie auf aktuelle Artikel in "Filmecho" (S. 40) oder in der Neuen Zürcher Zeitung: Nach dem Mooreschen Gesetz verdoppeln sich in der Computerwelt die Leistungen der Systeme rund alle zwei Jahre. Aufgrund des hohen Investitionsbedarfs werden die Geschäftsmodelle für das digitale Kino über Laufzeiten von acht bis zehn Jahren kalkuliert. Zu diesem Zeitpunkt haben sich die teuren Anlagen amortisiert, sind aber unter Umständen veraltet, so dass erneut Geräte erworben und finanziert werden müssen. Das Versprechen für die Kinobetreiber, dass die Anlagen nun ihnen gehörten, sei damit wertlos. http://www.nzz.ch/nachrichten/kultur/fi...76005.html Nicht das enthusiastische Gejaule hier in diesem Thread über die strahlende Zukunft hat "Hand und Fuß" (es handelt sich m.E. um juvenile Begeisterung für "starke Apparaturen", um ein postpubertäres Ausprobieren von Grenzen und ein Kräftemessen), sondern die Erfahrenheit von Filmfachleuten und Kinobetreibern, die einige Jahrzehnte Marktbeobachtung aufweisen können. Und selbstverständlich kann eine einwandfreie 35mm-Kopie die Güten der DLP-Projektion weit in den Schatten stellen, kürzlich erst erlebt. -
IMAX will komplett von 70mm auf digital umstellen.
cinerama antwortete auf oceanic's Thema in Digitale Projektion
Sorry, Freud'scher Versprecher: natürlich Cinealta (und nicht Altavista). Laut Liste bspws. eine SONY Super Slomo HDC-3300 (HDTV Zeitlupenkamera) im Nettogewicht (ohne Sucher und Optik) 4,8 kg, dazu kommt die HDCU-3330 Kamerakontrolleinheit mit 16,8 kg Bruttogewicht. Sind zusammen mehr als 22 kg. Plus Festplattenlaufwerk. Das Gerät ist von 2007 und wird sehr wohl mit Hard-Disc-Recorder angeboten und vertrieben: http://www.sony.de/res/attachment/file/...715462.pdf Die Werbebroschüre geht auch auf Probleme der Knee Saturation und Low Key Saturation ein. Umständlich. Also soweit ab vom Schuss lag ich wohl nicht mit den Erinnerungen. -
In Deiner Verärgerung zielst Du aber auch ganz schön daneben... Kann ich so nicht stehen lassen: - Criterion-Collection ist ein DVD-Verleih. Filmtrestaurierung etwas anderes. - Habe etliches im Archiv restauriert, Large Format einmal ausgenommen - Das Repertoire im Kino, aber auch exotische Ausgrabungen aus der Filmgeschichte sind heute zehnmal schwieriger als vor zwei oder drei Dekaden verwertbar - Der Metropolis-Film ist populär wie ein Schlager und als Evergreen motivisch überall präsent: http://www.spiegel.de/kultur/gesellscha...36,00.html - Die 80er Jahre-35mm-Version war nicht optimal, aber keinesfalls gräßlich! Selbst die Moroder-Fassung war kopiertechnisch einwandfrei. Der Zugriff aufs O-Negativ 2000 brachte eine weitere Verbesserung, müßte aber in 4k wiederholt werden - Filmmuseen sind nicht die BILD-Zeitung, sondern haben ausser Touristenrummel, unnützen Publikationen und fetischhaftem Requisiten-Kult noch andere Pflichten: Erhalt der Kinokultur und des Filmbandoriginals. Daher meine Breitseite gegen Metropolis Version 2.0 - Das mit dem Remake ist ernst gemeint (und die Realität stets skuriller als die entgleisendste Kritik): http://www.welt.de/kultur/kino/article1...plant.html Wir können uns gerne duzen, da ja nichts persönlich Diffamierendes vorgefallen ist, @preston sturges aber möchte ich weiterhin sehr gerne siezen dürfen.
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Cineplexx stellt alle 193 Kinos von Film auf DCI um.
cinerama antwortete auf oceanic's Thema in Digitale Projektion
Das war jetzt aber sicher hart-ironisch gemeint? Das große Geschrei bei Center-, Plex- aber auch Programmkinobetreibern ist ja eben seit Jahren, daß sie programmatisch durch Digital Cinema entmündigt werden, und außerdem im Saaltausch gehandicapt sind. Ein Supergau bahnt sich da an. -
Cineplexx stellt alle 193 Kinos von Film auf DCI um.
cinerama antwortete auf oceanic's Thema in Digitale Projektion
Zum letzten Beitrag lassen sich etliche Beobachtungen bestätigen. Bin sehr erstaunt, wie einige Kollgen dennoch (mit, sagen wir einmal - uns allen inhärentem, genetisch bedingtem Zweckoptimismus) immer wieder "neue Aufgaben" der Filmvorführer auszumachen glauben oder ein "Weiterlernen" oder die "Umschulung" als Garant für die Weiterbeschäftigung sehen. Gebraucht werden IT-Ingenieure und ein Hauselektriker für das Grobe und Ganze. Beides läßt sich durch Gebietsleiter in Springerfunktion vollstens abdecken. So wie in Garagen, U-Bahnhöfen oder manchen Museen mittlerweile kaum mehr Personal anzufinden ist, so werden die Technikräume der Filmtheater zu Geisterkammern. Es liegt im Wesen der seit der Industralisierung fortschrittlichsten "Erfindung", der Digitalisierung, sich über eben grenzenlose Vernetzung zu verbreiten: kosten-, personal und zeiteffizient. Alles, was dem kulturell und produktiv im Wege steht, muß aufgesogen oder beseitigt werden (Parallelentwicklung: sog. "Globalisierung", der sich aber einige erfolgreich widersetzen.). Die Umwälzung der Produktions- und Arbeitsbedingungen wird in einer neuen Medienlandschaft einer Entrechtung weiter Bevölkerungsteile (beispielsweise durch die staatliche und kommerzielle Einschränkung von Privatsphäre und informationeller Selbstbestimmung) Aufwind geben. Personalintensive, auf performative Kulturdarbietungen spezialisierte Unterfangen außerhalb des Internets können sich künftig immer schwerer "bemerkbar" machen. Weil aber nun "Filminhalte" seit den 1980er Jahren als austauschbare AV-Güter gelten (im Gegensatz zur Operndarbietung oder zum Sportverein), deren Besuch in ortsfesten Film-Zweckbauten von der produzierenden Industrie nicht mehr als zwingende Notwendigkeit erachtet wird, scheint eine endliche Entwicklung in Sicht. Eine Umrüstung aller Filmtheater ist auszuschließen - und selbst die meisten um- (oder genauer gesagt: zu-)gerüsteten Häuser tragen Hypotheken mit wenig Mehrwert zur klassischen 35mm-Distribution - sie schreiben über kurz oder lang Rote Zahlen. Sobald sie in den Bereich der Amortisation gelangen, haben sich durch On-Demand, Blu ray und Internet längst riesige Krater im theaterbasierten Gewerbe breit gemacht. Ganz abgesehen von der Neuanschaffung von Projektoren nach 5 Jahren, deren Zustand rasch verschleißt und deren Technik nach wenigen Monaten bereits überholt ist:völlig theateruntypisch. Es wäre daher sinnvoller, in den Service, ins Marketing, in die Gebäudesubstanz und in das Schienenspiel zu investieren und die "Herausforderung Geisterkammer" einstweilen aufzuschieben. Wir werden ein Paradies der Heimkinos und die Hölle ortsfester Filmtheater erleben. Hoffentlich nicht zu bald ... man kann ja etwas bremsen (was bereits geschieht). :) -
IMAX will komplett von 70mm auf digital umstellen.
cinerama antwortete auf oceanic's Thema in Digitale Projektion
Zu grob 98% besteht der Film aus 3-Streifen-Aufnahme, ja. Das hatte ich vergessen in der Gewichtung deutlich zu machen. Es handelt sich nur um einige zusätzliche Special Effect-Aufnahmen 1961 für HOW THE WEST WAS WON, als die 65mm Handheld zum Einsatz kam. Man sieht es der "Flachheit" dieser Einstellungen an. Zusätzlich noch die Verwendung von Einstellungen auf 65mm-Mitchell-20er-Jahre-Kameras (1957 gelabelt als MGM Camera 65) für Szenen der Bürgerkriegarmee durch Moore und Flüsse, die dem Film RAINTREE COUNTY entnommen wurden und 1961 in HOW THE WEST über Panel-Kopierung in die 3-streifigen O-Negative eingefügt wurden. Auch diese sehen wiederum deutlich flacher und unschärfer aus als der Restfilm in Cinerama. -
aha...Enno Patalas "stellt sich pfauenartig aus und vernachlässigt wichtigere Pflichten"...so, so wußte gar nicht, dass Du das pflichtenheft führst und haltungsnoten verteilst ... ich finde die breite berichterstattung in der presse über den fund und die umstände des fundes mehr als positiv und eine unterstützung für die zur zeit geführte diskussion um die novellierung des bundesarchivgesetzes. E.P. würde ich dies niemals unterstellen - das tun nur Schützen aus Ihrem karlsruher Hinterhof, die FILM nur noch für "Nostalgiker" einsetzen. Von der Diskussion um das Archivgesetz haben Sie schwerlich etwas mitbekommen, da sie kürzlich in Berlin stattfand (ich habe Sie dort gar nicht gesehen). @preston sturges plaudert hier etwas nach, was er irgendwo (zumeist in BLICKPUNKT:FILM) aufgeschnappt hat. Hauptsache, was gesagt. Von Archivierung hat er m.E. nicht die Ahnung. Genau darum sollte der Blick auf Restaurierung (oder wenigstens Erstellung von neuen 35mm-Archivkopien) geschärft werden durch Bewerbung weitläufiger Repertoiretitel. Das "Problem" an METROPOLIS ist, das er den Blick stark auf einen Evergreen verengt hat. Das war in den 1970er Jahren anders: das Interesse an verschiedenen Repertoire-Titeln (auch bei der Jugend) war weit höher als heute. Also: es sollte keine Komplettierung des Films "niedergemacht" werden, sondern mit einen Nebenvermerkt auf die Schieflage fokussiert werden: man greift sich immer wieder den Evergreen (und tut sonst nichts zum Erhalt oder für WA's deutscher Filme. Das ist insbesondere ein Drama der Verfügungsberechtigten in der subventionierten berliner Kinoszene, die keine deutschen Filme mag.) Und wie sehr Medien am Hype und nicht am Inhalt interessiert sind, zeigt das Interview mit dem Direktor der Deutschen Kinemathek, der mit leichtem Humor und dem Versuch der Versachlichung darauf hinlenken möchte, daß der Film trotz jetzt fast originaler Schnittlänge (und erforderlicher digitaler Aufarbeitung der unscharfen, schrammigen Dupmaterials) nachwievor ein Torso bleiben wird: http://www.welt.de/kultur/article217427...ewinn.html Die Brüche zwischen den Qualitätsstufen werden trotz dieser Aufarbeitung wohl gravierend bleiben. Warscheinlich könnte dies der Anlaß werden, dass in Experimentalversionen diffuse Szenen einmal in schwarzweiss 2009 auf 35mm nachgedreht werden oder kurzerhand das gesamte Thema als Remake bei Eichinger oder Peterson landet. :wink:
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IMAX will komplett von 70mm auf digital umstellen.
cinerama antwortete auf oceanic's Thema in Digitale Projektion
Das lustige Standardvokabular der Leute, die gern postmodern sind, aber Angst davor haben, in die Details der Filmtechnik einzutauchen. [sie existiert ja schon gar nicht mehr in der Psyche solch kluger Personen.] So machem Forumsteilnehmer scheint nicht bekannt zu sein, wie strafbewehrt börsenrelevante pressemitteilungen sind, wenn sie nicht exakt sind. Es ging mir um eine grundfalsche Einstellung - nicht um den Wahrheitsgehalt börsenrelevanter Pressemitteilungen. Aber auch diese sind - wenn man die vielen CinemaxX-Mitteilungen auf Jahresversammlungen hört - blumige Heilsversprechungen (Ankündigungen schon 2006 eines Relaunch oder einer Digitalisierung, die nicht durchsetzbar war). Sind sie auch. Einführung einer Panavision Handheld Camera 1960 (eingesetzt extensiv für Reissschwenks und als Zierde einer Motorhaube in Grand Prix; eingesetzt vom (jedenfalls keinem Fitness-Studio verpflichteten) Mr. Kubrick himself: bei Auf- und Abgängen in "2001-Mondkratern"; Verfolgungsjagden über die Dächer von fahrenden Zügen und durch reissende Flüsse in "How the west was won", Einsätze der Mitchell-65-mm-Handkamera APS in "Patton" usw. M.C.S. besaß eben so eine Handkamera wie auch - nachwievor - IMAX u.a. 15-70 oder 10-70 Anbieter. Eine KSWP-Hand-Cine Camera konnte ich testweise einmal ausprobieren - war kein Problem. (7kg). Jan Jacobsen baute mehrere Large-Format-Handkameras: leichter als alles, was je war. Wieviel wiegt eine Altavista? HDW F 950? Ich habe sie recht klobrig und schwer in Erinnerung. Belehren Sie uns bitte! Mit ist schleierhaft, wie seit Jahrzehnten Gerüchte angeblich nicht tragbarer 65mm-Kameras in der Branche die Runde machten: gerade vor dem Hintergrund ebenfalls klobriger HD-Kameras und der Festplattenrekorder, die man hinter sich her buckeln darf (zusätzliches Personal!) Da bringen sie was durcheinander. Bspw. die Wachowkis haben digitale 65mmers im Einsatz, bspw. die Phantom,. Da bringe ich gewiss nichts durcheinander. Mir scheint jedoch Ihre Vergleichsweise stets an Naturwunder zu grenzen. Gehe ich zurecht davon aus, das sie noch nie ein digitales IMAX gesehen haben und das alles bloss annehmen? Ob @magentacine je im Leben eine Filmkamera und einen Beamer gesehen ha, bin ich nicht berechtigt zu beantworten. Vielleicht meldet er sich noch einmal. Angenommen werden könnte aber, dass allein das Sehen einer digitalen Imax-Projektion zugegebenermassen gegenüber dem häuslichen DVD-Konsum eine leichte Verbesserung darstellt - sofern man auf fragwürdige DLP-Güten abfährt. :wink: -
Es ist ein unfreiwilliges Ausscheiden als Cinemaxx-Chef ....
cinerama antwortete auf RaKna's Thema in Allgemeines Board
Zur Umsatzentwicklung: Das Programmkinosegment hat in Deutschland seit ein paar Jahren stärkere Zuwächse als der MP-Bereich, was mich wundert. Also keine Entschuldigung für diesen Abstieg. Es wäre eine grosse Geschichtsverkürzung, aus der Verantwortung zu flüchten - sowohl für die stillgelegten Kinos als auch für die abgewickelten Programmkinoverleihs. Wohne hier leider direkt am größten Kinofriedhof der Welt und vergesse nichts von dem, was hier gelaufen ist. Aber die Details auszubreiten ist allemal müssig. Auch hat er individuelle Initiativen von Mitarbeitern stets verhindert, die im Interesse der jeweiligen Spielstätten gewesen wären, wie sich im Nachhinein herausstellte. Dies war selbst bei Riech liberaler und diskutabler gemanaged worden. Schon 1985 (Concorde-Filmtheater) wurden bei ihm Mitarbeiter gek. (u.a. eine recht hübsche und akademisch gebildete Kollegin von mir), weil sie integer und freundlich nach einer Gehaltserhöhung von nur 50 Pfennig pro Std. anfragten. Das war das erste mal, daß ich stutzig wurde. Heute, in der Gesamtbewertung, ist nichts, was bleiben wird. Geblieben ist auch keiner seiner ehemaligen Mitstreiter, sofern ich das mitbekommen habe... Weil die nur ausgelernte BWLler einstellen. "Hans Joachim Flebbe trauert um das alte Kino" - und: "Es tut mir immer noch sehr weh, wenn wir traditionelle Kinos schließen müssen. Aber was tun, wenn die Leute nicht mehr hingehen? Sie erwarten eben Mainstream". Versuch auf ein Psychogramm eines Kinomoguls, verfasst in DIE ZEIT: http://www.zeit.de/2000/38/Der_Cineast_als_Kapitalist -
IMAX will komplett von 70mm auf digital umstellen.
cinerama antwortete auf oceanic's Thema in Digitale Projektion
Das IMAX selber da anderer Auffassung ist und 70mm durch 2*2K ablöst ist ja nun offiziell. Was da IMAX-Public Relations absondern, ist nicht überall ernst zu nehmen. Wenn nicht sogar grundfalsch. Die "Flachheit" der Imax-Aufnahme ist bekannt, systembedingt und auch auf den Gebrauch heutiger empfindlicherer Aufnahmematerialien zurückzuführen. Wenn Sie das nicht erkennen, frage ich mich, wie lange Sie eigentlich in der Branche sind? Das hat auch überhaupt nichts mit Ihrer Mantra 2k+ 2k zu tun, so ein Unsinn aber auch, was Sie gebetsmühlenartig hier absondern. (Jeden Tag hier Business-2k-News, die niemanden interessieren.) Haben Sie jemals eine 65mm-Kamera in der Hand gehabt? :roll: (Ich meine, die echte, nicht die von Peter Jackson mit dem "65mm Sensor" :shock: ) Die Modernisierung der Kinos ist ein jahrelanger Prozeß - und erheblich mehr als im Schnitt 350-750 Kinos/Monat wird in der heissen Phase 2007-2012 auch nicht sein. Wie bitte? 350-750 umgerüstete IMAX-Kinos pro Monat? Jetzt drehen sie endgültig durch... -
Den Film mag ich gar nicht - am wenigsten das Prestige-Gehabe einiger Gralshüter des Filmerbes, die sich damit immer wieder pfauenartig ausstellen und wichtigere Pflichten vernachlässigen. Warum der Artikel aber schreibt Und vielleicht haben die Kratzer, die vermutlich auch nach der Restaurierung bleiben werden, einen Vorteil: Der Kinogänger wird daran erinnert, welche aufregende Vergangenheit dieser große Film hat. bleibt mir unverständlich. 2000 wurde mit der Diamond-Software einiges an Verschrammung herausgeholt, es wurde naß gescannt (über perfolose Läufer) und bildstandsstabilisiert. Das Ergebnis war sauberer als je zuvor, aber eine Testrolle vom Kameraoriginal bewies höheren Kontrastumfang und bessere Schärfe. Da es sich um eine Nitro-Originalkopie handelt (und der Dup-Prozess erst ein Jahr später einsetzte, soweit ich mich erinnere), sollte der Zustand der fotografischen Qualität des Fundes gar nicht schlecht sein, abgesehen vom zeitgenössischen "Tüteneffekt" als Folge der Über-Niveau-Entwicklung. Warum die Bildausschnitte dennoch derart grausig aussehen, erkläre ich mir nur mit einer Schmalfilmkopie oder einer miserablen Digitalablichtung vom Schneidetisch für die Newspapers. Spannender wäre, man würde sich endlich um andere Filme kümmern, die technisch oder künstlerisch avancierter und auch humorvoller waren, aber niemand zu kümmern scheinen (etwa AELITA, UdSSR 1924). Was meint @magentacine zu dieser einmaligen Entdeckung in der Menscheitsgeschichte?
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IMAX will komplett von 70mm auf digital umstellen.
cinerama antwortete auf oceanic's Thema in Digitale Projektion
Das ist Werbung, aber keine nachvollziehbare Theoriebildung. Beim 3-D-Film wird mit zwei Bildflächen gearbeitet, die an sich 2-dimensional sind. Eine bruchlose Auslotung der Tiefenschärfe ist entweder nur der realen Wahrnehmung in unseren Alltag zueigen, oder sie kann ansatzweise auf einer 2-dimensionalen, breitwandigen, gebogenen und mit höchstauflösenden Filmband (Todd-AO) verwendeten Großleinwand simuliert werden. (pseudo-plastischer Effekt). 3-D mit Brillenzwang ist daher genau so wenig wie eine überall gleiche DLP-Panelprojektion (die ja auch nur als 35mm-"Ersatz" fungieren soll) als ernstzunehmende kinotechnische Revolution zu erachten. Diese steht noch aus, dürfte aber auf gänzlich anderer Basis Erfolg haben. IMAX 70mm wäre überragend gewesen (wenn nicht das Bildfeld meist zu "flach" belichtet worden wäre) - und wird nun durch Allerweltstechnologie ersetzt. Hoffentlich nicht allzubald! -
Danke für den Report. Nachdem ich nun gelernt habe, daß die Silber-Indium-Antimonium-Tellurium-Legierungen besonders von CD-Roms des Jahres 1983 auf ewig bleiben, und daß beim FILM eine Erstellung von Filmsicherungspaketen analog und 1 : 1 auf mediengerechtes 35mm-Polyester-Material offenbar Selbsttherapie für Ewiggestrige ist (und auch Wind und Sonne sich digital steuern lassen), müßte ich eigentlich ein neues Leben anfangen. :oops: Man sieht ja, wie bei Unterabtastung die Migration des feinsten Filmkorns noch im 4k-Transfer zu Aliasing und Farbraumverlusten führt: http://www.arri.de/news/newsletter/arti...ystems.htm
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Na, immerhin kostet ein DLP-Beamer "Ruby" runde 4000 Euro. Die Besitzer eines solchen Geräts einschliesslich dreissig Silberlinge für ein paar Cent können sich kaum vorstellen, welcher technische und personelle Aufwand in der Herstellung einer Filmkopie anfällig wird. Die abnehmende Achtung vor diesen Werten geht einher mit der Unlust an Kinobesuchen innerhalb der Gemeinde von DVD- und Beamer-Freaks, die sich in einschlägigen Foren über den Wert ihrer high-fidelen Kupferkabel oder über den Unwert einer Filmvorführstätte auslassen. :oops:
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Es ist ein unfreiwilliges Ausscheiden als Cinemaxx-Chef ....
cinerama antwortete auf RaKna's Thema in Allgemeines Board
Ähnliche Entwicklungen gab es partikulär sicher zu allen Zeiten - das sollte man auch kritisch aufarbeiten. Auch die Einführung des Cinema-"Scope"-Systems kann sehr kontrovers betrachtet werden: dem Fortschritt an Gesichtsfeld folgte der Rückschritt an Bildgüte (gegenüber dem sphärischen Normalbild: bis heute reihen sich Beschwerden über Randunschärfen der Scope-Vorführungen oder systembedingte Mängel der Kasch-Breitwandverfahren wie Super 35 oder 1.85 : 1.). Flebbe hat aus der Not eine Tugend gemacht: "Die vierte Wand ist die Leinwand", wurde zum Modewort. Bei soviel Zeitgeist wurden nicht selten kompositorisch von Filmemachern festgelegte Rahmungen, Seiten- und Lichtverhältnisse egalisiert: 2 : 1 hiess mitunter das kuriose Universalformat, dass sich in den "baulich modernen" Sälen dem Primat des Getöses unterwarf, und darin mit einem Kultursender wie "Pro 7" gleichzog. Wenn heute die Klagen über eigentlich perfekt ausgereifte und avancierte Filmtechnik in den Kinos so stark geworden sind, hängt dies u.a. nicht nur mit den Filmemachern, Verleihern und Kopierwerken zusammen. Es scheint einige Modernisten, die wie Herr Flebbe & Adepten das Rad zum zweiten Male zu erfinden glaubten, wenig zu bekümmern, dass ihre "amphitheatralischen" Steigerungen nicht nur zum Brechreiz evozieren, sondern ganz beiläufig Trapezbilder und dunkle Schwartenrändern der maskierten Bildprojektion ins 3. Jahrtausend retteten. Vom "wattigen" 'Sound' moderner Säle mit Helmholtz-Resonatoren auf 3 Buchstaben (nicht THX in diesem Falle) schweigt des Sängers Höflichkeit allemal. Ich fühle mich durch solche und ähnliche Kinoversorgung schlecht und ungesund abgespeist. Sei noch zu erwähnen, wie insgesamt unter Flebbe und seinen beiden Partnern durch Gründung der Cineropa Anfang des neuen Jahrtausends der Branchenverband HDF kaltgestellt werden sollte, um sich aus allen Verpflichtungen des gewachsenen Filmtheatergewerbes davonzumachen. Gelungen ist dies nicht - und so sind nicht die Filmtheater gegangen, sondern - gottlob - nur deren Scheinpropheten. :D -
Es ist ein unfreiwilliges Ausscheiden als Cinemaxx-Chef ....
cinerama antwortete auf RaKna's Thema in Allgemeines Board
Herr Flebbe (und die einst hinter ihm stehenden Magnaten Deyhle und Kloiber) sind moderne Großkino-Expansionisten, aber keine Architektur-, Technik-, Film-, Kunst- oder Kulturgeschichts-Experten. Das könnte man aber von Kulturträgern durchaus erwarten! In keiner anderen Branche unterliegen die Zwänge der ständigen Anpassungen an Modetrends und Kurzlebigkeiten so sehr der Oberflächlichkeit des Zeitgeistes. Dieser Traditionsverschleiß ist somit eine Gefahr: für die Identität des Kinos im Mahlstrom der Multimedia-Hypes und für soziale Entwicklungspotentiale der Menschen. Die Plexe von Herrn Flebbe haben keine Seele und keinen avancierten Inhalt, so oft auch er versprach, sie ihnen "zurückzugeben". Eingestandenermassen pilgerte auch ich bis Mitte der 90er Jahre durch solche Plexe dieser Republik, bis deren Schnellebigkeit, Unpersönlichkeit, Billigkeit und Austauschbarkeit offenbar wurde. Selbst wenn nun die UFA dagegen eine an sich sinnvolle Hybridform mit bestehenden Filmtheatern anstrebte, so wurde der Grundsatz durch das Spätkömminghafte und Geschmacklose unterminiert: Früchte konnten daraus nicht mehr erwachsen, wenn ein Kino schon nicht mehr mit Überzeugung und zufriedenem Personal weiterbetrieben werden konnte. Auch kleine Orchideen und großflächigere Naturwunder könnten nirgendwo gedeihen, wenn die nächste gleißende Stahlglas-Fabrik "mehr Leben, Geiz und Geld" als das ranzige Kiezkino vorgaukelt, dabei ungesunde Kost verabreicht und laufend die falschen Investoren anlockt. Nach jedem einzelnen, heute nicht mehr existierenden "ranzigem" Kino sehnt man sich heute zurück. Auf Herrn Flebbes Kinos und denen seiner Nachahmer hätte man zum großen Teil verzichten können, gäbe es in diesem Land eine Bestandsgarantie resp. behördliche Interventionsregelung bei den Genehmigungsverfahren für sog. Kaufhauskinos. (In anderen Ländern möglich oder üblich!) So hat der stets konziliante und jungenhafte Herr Flebbe (mit großer Ähnlichkeit zu Bill Gates), jahrelang das Hätschelkind der Presse, gewiß keine Verdienste erworben. Seine früheren Programmkinos (u.a. "Concorde Filmtheater") gingen nach und nach in den Verkauf oder wurden aufgegeben, seinen Programmkinoverleih "Impuls-Filmverleih" wickelte er ohne eine Träne zu vergiessen ab, um fortan einem Krawall-Kino mit THX und Dröhnfaktor die Ehre zu geben. In Persona war es Flebbe, der die Bautwut, das Overscreening und das Kinosterben begünstigte wie kein zweiter. Selbst der Mitbewerber UCI hatte eine andere Politik, zog zumeist in die Peripherien der Metropolen, selten in die Zentren. Nicht so Flebbe in seiner Hybris der "maxximalen" Protzerei. Also nicht nur "Bruchbuden" wurden durch vornehmlich "modernere Großkinos" ersetzt, sondern leider auch die größten Paläste und letzten Roadshow-Häuser während seiner Amtszeit geschleift: Grand- und Europa-Palast sowie Roxy in Essen; City, Savoy, Grindel und Ufa-Palast in Hamburg; Royal-Palast, Filmbühne Wien, Marmorhaus und Gloria-Palast in Berlin und hunderte weiterer Spielstätten. Mögen vielleicht auch einige recht schöne Häuser und Säle zu "seinem" Imperium gehört haben, die allermeisten bei uns in unmittelbarer Wohnnähe situierten Klötze gleichen seelenlosen Abspielfabriken, die man nur mit Bauchschmerzen wieder verläßt. Es ist nunmehr die Frage, ob bestimmte Faktoren wie z.B die Fernseh- und Video-Schwemme, das Overscreening und die sich ständig verkürzenden Auswertungsfenster bereits in den 1950er (oder 1920er) Jahren zu gleichartigen "Kino"-Fabriken geführt hätten. Glaube das eher nicht. Und würde sagen, dass "moderne" Kinoarchitektur eben so wie moderne Stadtarchitektur einer globalen Sterilität zum Opfer gefallen sind, wie es sie zuvor in der Menschheitsgeschichte noch nie gab. Somit darf die Vita des Herrn Flebbe als kein gutes Vorbild erachtet werden, zumal keines seiner "Häuser" den Anforderungen an zeitlose Stadtarchitektur und kulturelle Grundversorgung (siehe Theater-, Rathäuser oder Opernbauten) standhalten könnte. Ein sehr schöner Artikel eines Uni-Professors bringt es auf den Punkt: http://www.zeit.de/2008/10/Traum-Bill-Bryson?page=all (Die längere Fassung geht weit detaillierter auf die Verwerfungen virulenter Standardisierung ein und ist im ZEIT-Archiv aufrufbar.) -
Die PATTON-"Kornentfernung" ist in der Szene mittlerweile bekannt. Und wunderte mich in anbetracht bisher sehr guter DVD-Editionen älterer Fox-Titel, in denen der Gesamteindruck ausgesprochen stimmig war. Allerdings sollte der "Experte" RAH einmal bei seinen eigenen Restaurierungen anfangen, bald nachzubessern. Ihm glaubt man mittlerweile nicht mehr. Eine der bekanntesten war fehlerhaft und wurde von SONY sogar noch verschlimmbessert. Ein Ausschnittsscan der besagten und getadelten Negative hülfe hier weiter, da ich von den Restaurations-"Geschäftsverlautbarungen" mittlerweile weniger als die Hälfte mehr als glaubwürdig erachten möchte. Das ist ein Business, bei dem die Originale mitunter auch übertrieben schlecht gemacht werden (und die Fakten einzuklagen wäre höchst aussichtslos), um das eigene Projekt sakrosankt zu sprechen. Trotzdem könnte A STAR IS BORN (Edition 2008) durchaus eine Glanzleistung werden. Dies aber ist an den Presseverlautbarungen nur mutmassend abzulesen. Allgemeingültiger dagegen die Reportagen in SMPTE und FKT, die verschiedene Scan-Ergebnisse von 2k bis 10k vorstellen, die somit für alle Filme allgemeingültig sind. Aber grundsätzlich ist Deine Thread-Anregung schon relevant und begrüssenswert.
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Wenn das Negativ nicht nur geschnitten, sondern mechanisch/farblich intakt ist, wäre eine 6k-Sicherung ebenfalls nicht dringend erforderlich. Es genügt eine photochemische Umkopierung auf Schwarzweiss-Auszügen, Interpositiven oder eine Direktkopie, wie wir sie kürzlich in voller Schärfe erlebten. Farblich authentisch (ohne Migration durch digitale Farbmodelle) und dazu in jedem Kopierwerk weltweit günstig durchführbar! Das ist ein gängiger, perfekter Standard, und ich verstehe Deine 6k-Euphorie (ein teures Unterfangen, das wäre eine der Begründungen der 1.4k-Restaurationsbefürworter und kommunalen Kino-"Filmexperten") nicht in allen Punkten. Photochemisch, d.h. voll analog: das ist der erstrebenswerte Weg.
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IMAX will komplett von 70mm auf digital umstellen.
cinerama antwortete auf oceanic's Thema in Digitale Projektion
Ja, beinahe... 4k D.I. :wink: -
Das Bundesarchiv-Filmarchiv informiert: Nachbemerkung zu obigen Filmbeispielen: es gab vor Jahren für den Privatsammler Star-Trek-Folgen der Sixtees auf 35mm auf "Big Reel" im Angebot: also in voller Auflösung. Die Blu-ray (vom komprimierten HDCAM SR-Master) ermöglicht natürlich massenweise Verbreitung dieser älteren Folgen in weit höherer Güte als früheres STV. Allerdings existieren 35mm-Negative, und vom Color Fading kann i.d.R. keine Rede sein.[/size]