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Gefällig und kunstgewerblich allemal. Aber "hand-gewerblich" noch immer zeitnäher am Rokoko, als unsere TV-Serials und unzähligen Kostumfilme, die im Würfelfernsehen durch Stilbruch belästigen. AMADEUS ist maniriert und exaltiert im Habitus und im Overacting, aber konservativ-restriktiv in der Kameraführung. Ein fast zeitgleich gedrehter Kostümfilm, THE REVOLUTION, der auf 70mm erschien, gab sich postmodern und nahm Dogme 95 vorweg: hier konnte weder von Handwerk noch von Stil mehr die Rede sein. Aber der Inhalt überzeugte. Mit am problematischten für das Verständnis einer large-format-Präsentation war bswp. dieser Film (eine Regieleistung des Drehbuchautors von RAMBO II), dessen Photographie ebenso wie seine Trickbearbeitung alles schleifte, was bis dahin als Inbegriff eines plastischen, breitwandigen und kontemplativen Bildes gelten konnte: Hier ersetzen die Soundeffekte die fehlende Tiefe der visuellen Möglichkeiten. So viel Fernsehlook auf 70mm war nie. 8)
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Im Dia-Format wurden alle VisaVision-Filme aufgenommen. Trotz des Uraltstocks von Eastmancolor Kaltprozessnegativ von 1956 wurde z.B. vom Restaurateur R.A. Harris für STORY OF A PATRIOT ein Scan in 6k angesetzt, der m.E. noch immer kompromissbehaftet ist. Blue ray ist in keiner Weise ein Ersatz für korrekt kopiertes 35mm-Material, auch nicht für ältere Kopien. Es mag einige Technicolor-Kopien geben, deren verlustbehafte optische Kopierung in Zusammenhang mit 1k-Auflösungen gebracht werden. Entsorgt werden dürfen dies trotzdem nicht, wenn sie bisweilen letzte Zeugen eines Farbschemas sind, das nur anhand der Negativs nicht rundum nachvollzierhbar ist. Restauriert man aber die Technicolor-Originale (die drei Nitrat-Kamerauszüge, so werden plötzlich von den DVD-Verwertern Limits von 4k gesetzt (etwa bei der aktuellen Restaurierung von QUO VADIS?, die angeblich photochemisch kaum mehr durchführbar war aufgrund evtl. längenverzogener Teilauszüge). Wenn also gefragt wird, warum man überhaupt einen Film in der vervielfachten Auflösung scannen sollte, als er je früher wahrgenommen wurde, dann spricht dafür die hohe Güte des Originals, sofern diese in zeitgenössischen Technicolor-Kopien in der Auflösung leider nicht erreicht wurde, aber in photochemischer Umkopierung heute erreicht werden könnte. Wenn eine Verbesserung nicht gilt, so fragt sich: Wozu sollte man dann Blu-rays zur besseren Verfügbarkeit einfordern, wenn Filme schon immer so aussahen wie in den erwähnten Altkopien mit Sektglasobjektiv im nächsten BWR? Weil es mit heutigen Materialien der Umkopierung adäquater und viel viel kostengünstiger herzurichten ist, Filme (entweder im Original-Premierenlook oder in Anschlagsetzung zum Potential des Originals) neu herauszubringen. Darum werden ja z.B. die späten Chaplin-Filme - etwa von der Cineteca Ritrovata in Bologna - ausdrücklich photochemisch auf 35mm umkopiert, da die digitale Restaurierung nicht überzeuge. Darum befriedigt es - gerade mit Nitromaterial - sehr oft nicht auf dem Wege des Einscannens, weil sich hinterher Verläufe der Kontrastkurven herauskristallisierten (Vergleich einer Rolle "Metropolis" a. vom Original kopiert und b. gescannt und digital projiziert viel haushoch zugunsten der photochemisch vom Original kopierten 35mm-Rolle aus). Gefährdet sind m.E. weniger die korrekt gelagerten Nitro-Filme als die Acetatmaterialien. Hier müßten zuerst Digitalisierungen stattfinden, sofern der Zersetzungsprozeß begonnen hat und - aufgrund mechanisch zerstörten Trägermaterials (etwa Perforausrisse und fehlende Bildinformationen) die rein analoge Kopierung an Grenzen stoßen würde. Jedoch erfahrungsgemäss mit der Folge, daß späterhin erneut digitalisiert und gescannt werden muss (was bei 35mm Polyester-Sicherungsstock für die nächsten 300 Jahre nicht erforderlich ist - also warum diese Technologie unbedingt einstampfen wollen?) Genau darum geht es: die einmalige Digitalisierung, die alle Anforderungen erfaßt, wäre zwar wünschenswert, ist aber ein Irrglaube unserer Zeit, in der eine mächtige Industrie den Menschen Sand in die Augen streut. Eine Konservierung des gesamtes Filmerbes des 20. Jhds. innerhalb auch nur eines Jahrzehnts in digitaler Form (sei es auch nur für Blu ray) ist nicht durchführbar. Auch ist das Medium Blu ray spowie Telecineabtastung hierfür ungeeignet, jedenfalls inadäquat als Archivformat für in 35mm produzierte Filme - und daher auch nicht als Archiversatz zugelassen. Es gab einmal einen heute pensonierten Herrn B. vom Bundes-A., der zeitweise in "1k" restauriert hatte (DER KLEINE MUCK u.a. verunstaltete Filme), der die Kassierung der Nitrooriginale für vertretbar hielt. Zum Glück haben sich solche Wahnvorstellungen nicht durchgesetzt. Wenn einige Produzenten das Geld haben, heute Neuabtastungen ihrer älteren Filme in 4k vorzunehmen, ist das weniger schlimm als "Blu-ray-Archivierung". Es gibt aber auch digital-versessene Produzenten wie George Lucas, die soeben in Cannes anfragten, ob INDIANA JONES IV dort in einer 70mm-Kopie laufen dürfe (trotzt SXRD 4k-Beamer ebendort). Man staunt nicht schlecht: denn dies ist auf Vernunft gegründet. Zur 4k-Debatte und der Berechnung einer 6k-Auflösung für die vordersten Reihen verweise ich erneut auf die aktuelle Ausgabe "Film- und TV-Kameramann". Dort sind umfänglich die Rezeptoren des Auges beschrieben, Bogensekunden usw. Ich füge hinzu die Unterscheidungsfähigkeit von 100 Mio. Farben durch das menschliche Auge. Das erreicht Film nicht, die DLP-Projektion allerdings am wenigsten. Auch in der digitalen Aufnahmetechnik liegen wir um Lichtjahre hinter dem zurück, was des menschlichen Auges würdig wäre: Gehen wir aus von einem Detektor, also einer CCD-Kamera oder einem Photomultiplier, haben diese eine untere und eine obere Grenze in der Intensität, die noch messbar ist. Ein zu schwaches Signal wird nicht detektiert, ein zu starkes fällt ausserhalb des Messbereichs oder ins Clipping. Ein Wunder der Natur dagegen das menschliche Auge: es kann an Helligkeit deutlich mehr adaptieren und ist allen bis heute gebauten Detektoren überlegen. Es wäre schon, wenn solchen Maßstäbe berücksichtigt würden anstelle des Ankurbelns einer Digitalisierung um jeden Preis, die sich Selbstzweck ist oder auch dann durchgeboxt werden soll, wenn man weiß, daß sie wiederholt werden muß. In diesem Augenblick nämlich geht es primär um ein Geschäft, Marktdurchdringung und Marktverdrängung. Typisch zwar für die Marktwirtschaft, kuturgeschichtlich aber ein Supergau ähnlich der Entsorgung architektonischer Denkmäler, der Naturschutzgebiete oder der Migration der Künste und Literaturen ins Internet.
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Variiert das nicht eher?? Es gibt sog. Statements oder Frontal-Einstellungen in Interviemanier, die über Rückblenden die zentralperspektivische Großaufnahme betonen. Und auf der anderen Seite ausladende Kompositionen in Aktions- und Interaktionsszenen: dort wiederum finden sich fabelhafte Cadrages, die nur in Widescreen dynamisch wirken. Da ich erst kürzlich in eine VHS-Kassette des Film hineinschaute (auf ca. 1.66 : 1 amputiert), fand ich auffällig, daß dieser Abtastbereich nicht durchgängig zu ertragen war. Die Lichtsetzung kam nach meinem Empfinden dem Rokoko-Zeitalter und echter Bühnenatmosphäre sehr nah, näher als frühere oder spätere "Kostümfilme" - BARRY LYNDON und Bergmans ZAUBERFLÖTE einmal ausgenommen. Diese Einstellungen zeigen in AMADEUS eine m.E. ausgeklügelte Breitwandmotivik: Und hier die "Interviewszenen", die in kongenialer Weise der TV-Ästhetik angenähert sind:
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Da ich sowohl in die klassische und nachwievor den Alltag bestimmende Kopierwerkstechnik als auch in das Bundesarchiv einen Einblick habe (tägl. damit zu tun habe), kann ich Euch beruhigen und dabei nüchtern festhalten, daß es rein sachliche, technische, finanzielle und vor allem qualitative Erwägungen sind, die zur Filmpräservation führen. Auch nach Digitalisierung der alten Filme, die umfänglich weder personell noch finanziell ableistbar wären, ist das Original das Original, das immer aufgehoben wird, um auch künftigen Technologien der Umkopierung oder der verbesserten Datenmigration noch Wege offenzuhalten. Wie gesagt, es geht mir bei diesem Argument um Ausgangsmaterialien und High-Quality-Standards, weniger um alltagstaugliche Belange einiger Filmverwerter und Aufführer beziehungsweise den Volkssport der Internetlektüre. Freuen wir uns als Individuum oder als Konsument, daß es viele und schnelle Möglichkeiten gibt, ohne zu große Barrieren an Medien zu gelangen. Und akzeptieren einfach die für jedes Medium artgerechte Präservation und Projektion. Eine 8k-Forderung, die immer ins Kuriose gezogen wird, ist keine Erfindung von @cinerama. Ihr möchtet bitte mal in die Fachblätter hineinschauen, um diese Diskussionen ernster zu nehmen (am Kiosk: "Film- und TV-Kameramann". Fazit: man benötigt sicher nicht ausschließlich nur ein 8k-Medium, um eine öffentlich bezahlte Vorstellung durchführen zu düfen. Mit Blick aber auf Werbeverprechungen und Verdrängungsfloskeln der Digitalindustrie, erstmals perfekte Bilder für alle Kinos für alle Sitzplätze zu gewährleisten, ergaben die Berechnungen einen Trend zur stufenweisen Anhebung der Auflösungsgrenze je nach Saalgröße und Proportion. 2k Digital Cinema wurde allgemein als Substandard erachtet und im Vergleich zu einer gängigen 35mm-Negativgüte als inadäquat beurteilt. Wenn Euch das mißhagt, dann schreibt doch einen Leserbrief!
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Ein Mißverständnis: ich las Ihren Beitrag so, daß seit Jahrzehnten den Filmemachern vermittels DCI verbesserte Möglichkeiten geboten würden. Aber egal... 48 p (oder fps) sind keine einzigartige Novität des Digital Cinema: man vgl. 35mm MaxiVision oder 70mm-Showscan mit 60 fps. Die 4k-Auflösung der Panels (egal ob Dalsa Origin oder Red One) wird ja durch Limitationen der Aufzeichnung bei 4k-Kameras etwas herabgesetzt. Diese scharfen Abstufungen sind sehr verführerisch, aber mit Vorsicht zu geniessen. Im Moment betreibt kaum ein Kino in Dtl. 4k-Projektion und kann diese mangels Master kaum sinnvoll nutzen. Umgekehrt wird ein 2k-Roll-out propagiert, der wiederum einer Etablierung des 4k-SXRD-Bildwerfers den Garaus macht und leider sehr nahe am Home Cinema liegt. Für die Kinos zeichnet sich keine Strategie ab, die auf einer langfristigen Amortisation oder auf Langzeitplanungen aufbaufähig wäre. Auch hat im Moment in den USA eine leichte 3-D-Ermüdung begonnen. Auf Dauer mit Brille im Kinosaal ist nicht immer nur das prickelnste Vergnügen, würde ich sagen. Also dazu kann ich sattelfest Auskunft geben: dies betrifft primär die Eastmancolor-Kopien (besonders 70mm), und zwar vor 1981. Mittlerweile haben wir 26 Jahre Filmkopierung auf nicht-fadendem Printstock, dies sollte man anerkennend und als Fortschritt nicht unerwähnt lassen. Auch die Film-Negative sind i.d.R. auch nach Jahrzehnte farblich noch in intaktem Zustand nutzbar. Sicherheits-Interpositive (kaum Verlus zum Original) halten mehr als 300 Jahre. Sie bilden den besten Sicherungsstock, auch in Zeiten ziviler Katastrophen.
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Läßt sich dies evtl. erläutern? Die FIAF, internationale Gremien und das Bundesarchiv-Filmarchiv vertreten folgenden Standpunkt: Bezüglich der Langzeitsicherung (und Benutzung) von Filminhalten gilt es zu entscheiden, ob ein Filmformat, ein Videoformat oder ein Datenformat benutzt wird. Das Bundesarchiv-Filmarchiv favorisiert für die Langzeitarchivierung von Bewegtbildaufnahmen fotochemischen Film auf Basis von Sicherheitsfilmmaterial (Polyester- bzw. Acetatcellulose). Dies hat zwei wesentliche Gründe. Zum einen wird unter den im Archiv gegebenen Klimabedingungen eine Überlieferung von bis zu mehreren hundert Jahren gewährleistet. Darüber hinaus kann in Anbetracht der riesigen Filmbestände in den Archiven der Welt davon ausgegangen werden, dass auch zukünftig Transfertechnik verfügbar sein wird, die eine Wandlung in das jeweils aktuelle elektronische Format gewährleistet. Keines der zahlreichen in den letzten Jahrzehnten entwickelten Videoformate kann vergleichbare Vorteile aufweisen. Zwar kann der Träger bei optimalen Lagerbedingungen durchaus lange erhalten werden, aber eine Langzeitverfügbarkeit der Wiedergabesysteme ist nicht gewährleistet. Da im Bereich der digitalen Videoformate fast ausschließlich mit Datenkompression gearbeitet wird, ist zudem zu erwarten, dass im Zusammenhang mit den notwendigen Transfervorgängen weitere Komplikationen auftreten, da eine Verträglichkeit der verschiedenen Kompressionsalgorithmen nicht immer gegeben ist. Die Auffassung der Archive und Expertengremien. Ich halte mich somit neutral. :wink: Bei Fuji und Kodak aber sind die Negativverkäufe gestiegen, eben so der Dreh in 16mm. Durchgängig praktizierte digitale Produktion ist zu teuer (und photographisch nicht immer befriedigend).
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Zurückblickend auf die eigene frühe Vorführerzeit wurde die 35mm-Kopie AMADEUS innerhalb von rund 40 Wochen zwischen drei verschiedenen Spielstätten der City-West(berlin) "verschoben". Erbarmungslose Arbeitsanweisung: Abtrennen des Abspanns für die Säle mit verkürzter Einlasszeit, und zwar nach der Methode "Edward Scissorhands". :twisted: Das sah dann so aus: In der Schlußszene erteilt der geistig umnachtete Mozart-Rivale Antonio Salieri, den man im Rollstuhl durch den Gang eines Irrenhauses fährt, allen seinen Widersachern die "Absolution". Sobald Salieri die Hand hebt, war das auch das "Vorhangzeichen". Irre Zeichen in wahrlich rüden Zeiten. :oops: Interessant aber zu erfahren, wie sich das bereits hochentwickelte Dolby-A-Verfahren auf 70mm-Träger bei dieser tschechischen Kopie darstellt. In Dtl. lief er ja nur konventionell, mit kratzigem Lichtton. Die epochale Tragik von Salieris Privatkrieg mit Gott entfaltet sich schließlich ebenso grandios wie leise in den Schlussminuten, als Salieri dem im Sterben liegenden Mozart hilft, sein weltberühmtes "Requiem" zu vollenden, und ihm so ein einmaliger Blick in den Schaffungsprozess dieses vielleicht größten Genies der Musikgeschichte gewährt wird. Erst hier und nur viel zu kurz erkennt Salieri, dass seine Aufgabe nicht darin lag, als Gottes Werkzeug vollkommene Musik zu erschaffen, sondern dem tatsächlichen Werkzeug Gottes - nämlich Mozart - durch seinen Einfluss zu helfen. Doch Salieri, der Gott nicht nur um das Talent, sondern auch um den Ruhm gebeten hatte, führte stattdessen einen Feldzug von verletzter Eitelkeit gegen Mozart, und erkannte in seiner aufgesetzten Demut und Selbstverliebtheit nicht die ihm zu Teil werdende Lektion: Dass Gott ihm nur die Fähigkeit gab, die tatsächliche göttliche Inkarnation zu erkennen, ist die Strafe für den egoistischen Wunsch nach endlosem Ruhm, und so auch ein kleiner Seitenhieb auf alle selbstgerechten Moralwächter, die in ihrer Tugendhaftigkeit glauben, das alleinige Recht auf Anerkennung und Urteilskraft zu besitzen. Textauszug aus: F.-M. Helmke, http://www.filmzentrale.com/rezis/amadeus.htm Presented in 70mm 6-track stereophonic sound: http://www.70mmfilm.wz.cz/anglicky.html
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Nicht so schnell bitte. :lol: Ist noch nicht alles hundertprozentig abgeklopft - bei jedem Festival gibt es noch viele schöne Entdeckungen und Änderungen im letzten Moment! BATTLE OF THE BULGE: hier ist auch die dt. Kopie gefadet und ich vermute auch die Fassung, die in Bradford zu sehen war. Bei SPARTACUS erwäge ich die deutsche Untertitelung via Aufprojektion, bei LAWRENCE OF ARABIA wäre dies technisch ebenfalls möglich, aber es ist ein Festival, das natürlich die tschechischen Anforderungen zuerst erfüllen möge (womit es bei bereits zwei "deutsch chiffrierten" Filmen vorerst auch bleiben sollte. :wink: ). Die Website ist im ständigen Wandel und zeigt schon einmal eine sehr schöne Flash-Animation einer sich öffnenden Breitleinwand. Auch ist das Taubenblau des Kinointerieurs eine sehr angenehme und entspannende Farbe (- - - das ist aber eine Geschmacksfrage. Am schönsten: aquariumsblau? Oder burgunderrot?) Es gibt einen Allround-Festivalpaß, und die Hotel- und Reisekosten werden in Kürze hier bekanntgegeben. Presented in DEFA-70 - The first 70mm motion picture in the German Democratic Republic.
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@Ferraniacolor: im Moment sammeln sich die meisten Infos der außerregionalen Einsätze in der Rubrik "70mm-Vorführtermine". Man könnte später noch weiter hier diskutieren, falls das einen Wunsch darstellt. Ein Teil der Arbeit der Vorankündigungen aber läuft im anderen Thread. Willkommen hier im Filmvorführer- und Kinoforum! :)
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Div. Multiplexe in der Hauptstadt haben mehrheitlich 1.85 : 1-Wände: optimiert für das dort drohende Fernsehformat. Das sind Säle bei UCI, UFA/CineStar am Prenzlauer Berg, in Treptow usw. Die Majorität von Filmen in 2.40 oder 1.85 wechselt m.E. ständig, daher keine Einheitsbildwand möglich. Das menschliche Blickfeld wird angeblich durch das Format 2.55 : 1 optimal bedient, wenn man den Theoremen von Goldewsky in "Breitwand-Kinematographie" folgen mag. Der Zustand extrem steil aufragender Auditorien aber, die sich tortenstückartig verschachteln lassen und das Blickfeld nicht erweitern, sondern zum Letterbox-Bild tendieren, könnte man als zivilisatorischen Rückschritt (und vielleicht das Ende des Kinos?) bezeichnen. Der einzige Punkt, der m.E. gegen 2.40 : 1 auf größtmöglicher Bildwand spricht, ist die seit 1953 unsägliche Anamorphose im Faktor 2x, wohingegen jede noch so verwackelte 1.85 : 1-Projektion so klar texturiert wirkt, als hätte man soeben einen Schleier weggerissen. Cinema-Scope würde ich - in polemischer Zuspitzung - als "Verrat" am avancierten Breitwandkino und einer fortschrittlichen Bildgüte erachten. Aber nicht aufgrund seines Seitenverhältnisses und der Extension der Saalarchitektur: dies war ein echter Fortschritt.
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Ähm - die Berger mit dem Stöckchen da auf dem digitalen Bild: das is die Vorschau für "Die schönste Transe unter dem Sternentor"? Emmerich dreht seit Jahren dran. Sprit friert nicht ein, sondern landet ganz woanders. Technisch komplex. Das gilt auch für das Fantasy-Genre: es nährt sich selbst. :roll:
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Der GRINDEL-Verlust wiegt schwer, selbst wenn der berühmte große Saal zuletzt einige Änderungen erfuhr. Schuld daran ist die Marktmacht der Multiplex-Ketten, die alles "bereinigt". Hier noch einmal ein Thread zum GRINDEL: http://forum.filmvorfuehrer.de/viewtopic.php?t=8568
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"Machwerk" ist ja ein hartes Wort. Was nicht sagen soll, daß es nicht warscheinlich sogar zuträfe.:lol: Das Plakat läßt eine Melange aus "300", "Herr der Ringe" und "Am Anfang war das Feuer" erwarten. Blasse, statisch dümpelnde Mimen und groteske Fantasy-Wesen könnten allesamt aus dem Computer stammen - zumindest, wenn man den Trailer beschaut: http://www.trailerseite.de/archiv/trail...ailer.html Und immerzu diesen Helden, Übermenschen, Weltenretter, geborenen Krieger und langweiligen Prinzessinnen. Und Zimmer ist ja ganz tiefer Musikschund. Allerdings gefiel mir THE DAY AFTER TOMORROW in weiten Teilen - und trotz aller Infantilität - recht gut: hervorragend umgesetzte Spezialeffekte (im Gegensatz zur Zappelei und Unschärfe bei Jackson oder Lucas) und ein brauchbar hergestelles Digital Intermediate, das damals relativ gute Kopien ermöglichte.
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Ein wunderbar gestaltetes Poster - und ein tolles Kino, von denen wir in Deutschland viel zu wenige noch haben. Auch für das internationale 70mm-Festival in Krnov läuft schon der Countdown: noch 46 Tage bis zum Event der tschechischen Freunde mit sowohl Raritäten aus der osteuropäischen Produktion als auch einigen sog. Klassikern aus der westlichen Hemisphäre - die seit Jahren nicht mehr auf dem Kontinent gezeigt wurden! Thomas Hauerslev (Herausgeber der Internetpublikation www.in70mm.com) unterstützte das Festival in Krnov in vielerlei Hinsicht - er hält einen profunden Einführungsvortrag mit wohl einmaligem Bildmaterial, das auf sehr griffige und anschauliche Weise den Wandel der Filmformat-Entwicklungen nachzeichnet. Aus Berlin sind einige Texte zum Programmheft in Vorbereitung, und auch einige Filmkopien, "neufarbig" auf LPP-Material kopiert ... ... befinden sich schon auf unserer Putzmaschine. Der Festivalchef prüft bereits die ersten eingetroffenen Filmkopien... ... und in Kürze sind in diesem Forum einige Bilder von Leinwandshots der nur noch in Tschechien erhaltenen, vermutlich letzten Kopie HAUPTMANN FLORIAN VON DER MÜHLE zu sehen, die einige erheitern werden - es sind sehr amüsante, aufwendige und farbenfrohe Szenen. Die Texte des Programmheftes erscheinen auf tschechisch, aber auszugsweise können sie auch im Filmvorführerforum im Original vorgestellt werden. Somit Passagen aus SPARTACUS: Zum historischen Hintergrund: Im Jahre 71. v. Chr. erschüttert eine Revolte die römische Republik - ihr Anführer ist Spartacus, ein thrakischer Sklave. Dieser dritte Sklavenkrieg, den das Römische Reich erlebte, wurde aber, wie schon die beiden vorhergehenden, blutig niedergeschlagen. Fortan sollte die Figur des Spartacus und dessen mutiger Kampf gegen die römische Herrschaft eine immer wiederkehrende Spur in der Geschichte hinterlassen: Fast zwei Jahrtausende nach den geschichtlichen Ereignissen bezeichnet Karl Marx „Spartacus“ als „famosesten Kerl, den die ganze Antike aufzuweisen hat“ . Und noch 50 Jahre danach werden daher die anonymen Briefe der Reichskonferenz „Internationale“ unter dem Label „Spartacus“ herausgebracht. Vielmehr ein „Räuberhauptmann“ sei er gewesen, urteilt indessen der Historiker Theodor Mommsen, aber „ein großer“, und mit „dem Mut eines Löwen“. Nichts davon sei wahr, urteilt 1979 Antonio Guarino, weder würde es sich bei Spartacus um einen erfolgreichen „Guerilla-Hauptmann“ handeln, noch um einen „beherzten Attackenreiter“, weder hatte er einen „klaren Verstand“, noch ein „sinnvolles Ziel“ . Lenin betont den Klassencharakter der Spartacus-Kriege: „Wir wissen, daß die meisten Kriege dynastischer Interessen wegen geführt wurden. Zuweilen aber wurden Kriege im Interesse der Unterdrückten geführt." Aber auch die deutschen Kommunisten, die 1916 unter Führung von Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht einen eigenen Weg beschritten, nannten sich "Spartacus-Bund" oder „marxistischer Studentenbund“, ein Sportverein in der Sowjetunion sogar „Spartak Moskau“. In der bürgerlichen Kunst des 19. Jahrhunderts finden sich Darstellungen eines ernsthaften, kraftvollen und dennoch tragischen Siegertypen. In der Musik schrieb der armenische Komponist Aram Katschaturian ein Ballett mit dem Titel "Spartacus". 1770 schreibt der Theatertheoretiker Gottfried Ephraim Lessing: „Ich hoffe … aus dem Spartacus einen Helden zu machen, der aus anderen Augen sieht, als der beste römische“. Im italienischen Sandalenfilm finden sich ab 1913 unzählige "Spartaco"-Verfilmungen, die auch noch nach Kirk Douglas' Welterfolg "Spartacus" von 1960 jahrelang Fortsetzungen erfuhren. Nach Katchaturians Ballett entstand schliesslich auch der 1977 in gedrehte gleichnamige sowjetische Ballettfilm. © @cinerama, 2001/2008 Production History: __________ Bild: WA-Plakat der Cinema International Corporation, mit dem die Version der 1970er Jahre beworben wurde
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Seit Heraufkunft der "FoxHole"-Perforation auf den 4-Kanal-Magnettonkopien lieferten auch die Projektorenhersteller nur noch Zahnkränze für Kleinlochperforation - die bis heute übrigens beibehalten wurde, obwohl seit Jahrzehnten keine 35mm-Kopien mit Kleinlochperforation mehr gezogen wurden. Einige Kinos mit älteren Bildwerfern verfügen aber nachwievor über einige Ersatzzahntrommeln für die breitere Lichttonbezahnung - bei einem gelegentlichen Einsatz von Magnettonkopien mit Kleinlochperforation wurde hiermit schon öfter eine unersetzliche Archivkopie gleich nach dem ersten Durchlauf zerstört. Vorsicht also mit dem Material, auch bezüglich der Fremdeinwirkungen von magnetischen Störquellen wie Lüftermotoren, Tellersteuermotoren, Lautsprechermagneten usw., die den Ton anlöschen könnten. :roll:
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35mm-Kopien haben sehr wohl mehr als 2k Auflösungen auf die Leinwand gebracht, was ich aus der Kopierwerkspraxis mit Nachdruck erkläre. Sie kennen vielleicht nur irgendwelche verunglückten Massenkopien der letzten Jahre oder die von 2k Digital Masters ausbelichteten 35mm-Dupnegative - was nie im Sinne des Erfinders war. Dies setzen Sie dann mit einiger Agressivität "absolut", um für die 2k Postproduktion einige Absatzvorteile herauszuholen. Dies finde ich nicht sonderlich anzeptabel, und die Vergleiche (etwa mit Zitaten der ITU als weltgrößte Lobby der Fernsehverwerter und die durch diese scheinbar getürkten Testkopierungen in 1.85 : 1) hinken immer wieder. Es steht überall in der Fachpresse: die 2k DLP "Dijektion" (und das ist der debattierte und in keiner Hinsicht zukunftsträchtige "Roll-out") deckt in der Auflösungsgüte - vom schwachen Kontrast gar nicht zu reden - gerade mal rund Hälfte aller Sitzplätze in einem größeren Auditorium ab. Bilder und Tabellen folgen im Digitalthread! Und für die Postproduktion gilt, daß alles unterhalb von 2k Ausbelichtungen von 35mm Negativen eine Körperverletzung dastellt. Es gibt im Filmkopierwerksbereich seit Anfang der 1980er Jahre nur noch "nicht-fadendes" Printmaterial (beginnend mit dem LPP-Prozeß). Das Wort Color Fading trifft hierauf nicht zu. Allenfalls können Datenverluste auf Fesplatten und DVD beklagt werden, die partiellen schweren Bild-/Tonstörungen oder Auslöschungen führen. Vergleichbares habe ich auf 35mm noch nicht erlebt. Somit kreisen die Konzepte beim "Luxuskino" um ganz andere Faktoren, als wir drei sie diskutieren. Konkret handelt es sich um Säle wie etwas im CinemaxX Essen, die öffentlich als Modell eines möglichen Luxuskinos debattiert wurden. Vielleicht kehren wir zurück zum Thema?
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Es ist ohnehin schwierig zu vergleichen - da müßten wir uns auf eine Versuchsanordnung einigen (oder klärend darauf verständigen, nur Bildwerfer, wie sie von Werk aus ausgeliefert werden, zu vergleichen. Oder eben abstrakt eine gebogene gegen eine gerade Bildbahn vergleichen. Und das ist ja auch alles machbar.) Also der Vergleich Phlips / Ernemann scheint wirklich in vielerlei Hinsicht aufschlußreich. Perforationsschäden hat es im Philips-Betrieb weitaus weniger gegeben als bei anderen Normalfilm-Projektoren. Aus diesem Grund hatte einst Kunstkinokönig Walter Kirchner in den 1960er Jahren seine Programmkinos generell mit Philips FP 5/6/56 ausgestattet, weil somit die Lebensdauer seiner Altkopien deutlich verlängert werden konnte. Das ist in der Kinobrachen weithin bekannt. Alter Spruch eines von vielen Lehrmeistern, die man so hatte (Ernemann-Fan): die EX wickelt unten ohne Spule selbst auf 50mm-Holzbobby einwandfrei." Heute denke ich daran mit Grausen zurück. Bei Philips unmöglich... Dein Hinweis auf Teflon-Kabelbinder (oder anderen Materialien) ist gewiss sinnvoll, aber wir sprachen von alten Ernemanns und Philips-Typen. Insofern - gleiche Materialien in der Filmführung/Gleitflächen vorausgesetzt - würde ich gerne die obigen Thesen aufrechterhalten. Nicht jeder Projektor ist demnach gleichgut oder bei ordentlicher Wartung akzeptabel hinsichtlich der Abnutzungssymptome des Medienträgers (wie es heute z.B in bezug auf Silberscheiben, Brenner usw. neumodisch heisst).
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Staunt mich allemal, weil damals das Gegenteil erlebt. Und auch einige Ingenieure davor warnten. Aber ich mag mich irren: man sollte das mal objektiv mit Vergleichstest oder Messungen herausfinden, inwieweit Ernemann X im Optimum der Filmschonung liegt. Leider gibt es solche Messungen wohl nicht. :( Meine Zehen sind relativ flexibel, sie pellen sich nur bei den Beamer-Fetischisten - daher keine Angst vor Zornausbrüchen. :lol: Verkürztes Schaltverhältnis meinte ich durch nicht-tangentialen Eingriff des Stifts, aber solche Getriebe sind verpönt. Möglich wird die Verkürzung auch durch versetzte Schlitze, oder die Stiftscheibe wird mit ungleichförmiger Geschwindigkeit (Vorschalt- und Kurbelschleifen, etwa beim Radion-Projektor) angetrieben. Andererseits bietet sich noch die Variante der Hi-Speedschaltwerke bei Simplex-Projektoren mit exzentrisch angetriebener Stiftscheibe: solche Projektoren wurden auch in der Tschechoslowakei gebaut - daher meine Frage nach der UM 70! Bei Philips hätten wir mitunter das Vorschaltgetriebe (meine Lieblingsbildwerfer), die ich einer gängigen Ernemann gegenüberstellten würde. Zu Deinem Beispiel, wonach sich die Krafteinwirkung auf die Perforation an der Nachwickelrolle sozusagen kompensiert, sobald auf der einen Seite die Aufwickelfriktion wirkt und diametral hierzu die Bremsrolle im Tongerät dann aber "gegenzieht": ich würde sagen, daß gerade wegen des Gegenzugs der Bremsrolle dann die Gegenkraft der Aufwickelfrktion erhöht werden müßte, um einen halbwegs festen Wickel zu ermöglichen. Das führt bei Ernemann gegenüber Phlilips zu höherer Filmverschrammung. Auf den Tongeräten der Ernemanns (vor der 12er oder 15er Version) treten m.E. massive Beanspruchungen des Films auf. Oder ist das doch ein Denkfehler? Dabei entstehend durch die Bremswirkungen massive Reibungswiderstände - wohingegen in Philips-"Durchlauftongeräten" das Prinzip der sich "ausgleichenden Schlaufen" für optimale Filmschonung und minimale Reibung und Filmrißgefahr sorgt. Ich habe auch Folgendes noch nicht verstanden: warum sollte eine längere Bildbühne Entlastung bringen, auch wenn der Kufendruck sinkt? Er sinkt zwar, aber der Gesamtreibungswiderstand nimmt zu: allein durch die Länge der Reibungsfläche. Somit - dies eine vorläufige These - sind die (von mir dennoch geliebten) gekrümmten Bildbühnen optimal für Bildstandberuhigung sowie Planlage des Films, sie erhöhen aber den Reibungswiderstand und die Abnutzung von Perforation und Schaltrolle. Resümee (Irrtum vorbehalten :wink: ): bspw. der "Primitivprojektor" Philips FP 7 ist hinsichtlich der Ansprüche auf Schonung uralter Archivkopien bei gleichzeitig schonendem Schaltverhältnis und dennoch annehmbarem Lichtwirkungsgrad mittles Vorschaltgetriebe sowie auch allgemein in bezug auf die Reibungswiderstände und Friktionskräfte der optimale Projektor. (Jetzt hab' ich was angerichtet und die "Lieblinge" vieler Forumsteilnehmer gewagt zur Diskussion zu stellen. Hoffentlich fliegen nicht gleich die Pflastersteine auf @cinerama. 8) )
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Unbedingt ein Muß, finde ich auch. So ist die Bildbühne der meistverbreiteten Version der Viktoria-8 (35mm/70mm) nur zur Hälfte gekrümmt und zur anderen plan. Das reicht überhaupt nicht, wie sich in einigen Häusern erwiesen hat. Da sind die anderen Universalmaschinen stabiler im Fokus, da die Bühne durchgängig gekrümmt ist. Ich weiß, ich weiß, da hauen sich die Gelehrten die Köpfe ein. :wink: Wiederum meine Erfahrung ist sehr nachteilig bei der IX und besonders der X - die VIIb ist geringfügig filmschonender. Das habe ich so Anfang der 1980er Jahre mit Triacetat erlebt und immer den Bauer- und Philips-Geräten mehr Vertrauen geschenkt. Will heißen: bei Ernemann hatte ich seit den 90' nur noch mit der 15 zu tun. Und auch diese ist noch halbwegs filmschonend, ähnlich der 12. Besonders die X hatte zu Centerzeiten in diversen berühmten Kämmerchen "Lichtjahre an Triacetat" gespliced. In manchen Kinos kamen dann "2" Filmhälften auf dem Teller an. Und es klingt auch logisch, wenn man das härtere Schaltverhältnis, die längere Bildbahn und vor allem die hart eingestellten Spannrollen an den Tongeräten in Anschlag bringt. Und die elektrischen Schütze waren ähnlich unzuverlässig wie bei der alten Meo-Version. Hoffe, ich bin hier niemandem auf die Füsse getreten - ist ja schließlich nur altes Eisen und keine Märchenprinzessin, von der wir reden.
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Aber auch nur dass, und leider nichts aus der Praxis. :( Daher trenne ich zwischen verschiedenen Anforderungen, die nicht immer alle konform gehen. Gußeiserner Projektor: o.k. Aber bitte keine Fedi, älteren Ernemanns oder Wassmanns, wenn man alte Filme spielt. Hier überragt die Meo 5, die Philips-Typen der Schwer- und Leichtbauweise. Was keiner macht und keiner weiß, wären filmbezogene Vergleichstests zwischen den Universalmaschinen bei Philips und Meo. Umschlingungswinkel, Spannungsdruck an Schleifenhaltern oder "Beruhigungsrollen", Perforbeanspruchung durch das ausgelegte Schaltverhältnis, Größe der Zahnkranzteilung, Reibungswiderstände im Filmkanal und an den Laufflächen, Rauhheit der Magnetköpfe, Splice-Anfälligkeit an der Schaltrollle usw. Eben all das, was auf älteren, verwellten oder geschrumpften Film nachteilige Auswirkungen hat. Und da weiß ich nicht, wie man die UM 70 einordnen könnte? (Ist warscheinlich eine typische Minderheitenfrage, die heut keinen mehr groß interessiert.)
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Danke für die Info. Hoffentlich klappt das Vorführen dann ohne Risse und Unschärfen bei altem oder sprödem Breitfilm - denn da stünde gerade etwas an. Wenn UM 70 ähnlich filmschonend ist wie die 5, dann wäre man mehr als happy. :)
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Bei den Digital Intermediate-Diskussionen geht es fürdar um alles mögliche, nicht aber um das Thread-Thema "Luxuskino". :oops: Daß matschig und verwackelte Kopien überhaupt widerspruchsfrei den Weg in Filmtheater finden, ist schon Katastrophe genug. Dass aber ein hochentwickeltes System aus der fernsehproduzierenden Industrie als Luxuskino ausgegeben wird, zumal es ausschliesslich um Fragen der Kostenersparnis bei der post-produzierenden Industrie geht, wird sich auch in hundert Jahren nicht widerspruchsfrei erklären lassen, geschweige denn als Rettungsanker des Kino interpretiert werden können. Und daß sich Großteile der Industrie auf 2k D.I. festgefahren haben, erklärt sich aus dem Umstand der Formatkompatibilität in allen Auswertungsstufen: stets das gleiche vom gleichen Master für ohnedies nur mittelgroße Bildwände der real existierenden Filmtheater. Auch wollte man stets damit das "Vorbild", den hochwertigen 35mm-Film "erreichen" oder auf digitalem Wege simulieren. Ob dies allein die Wahrnehmung grundlegend revolutioniert - mit oder ohne 3-D - sei dahingestellt. In jedem Fall zahlt die Zeche der dumme Kinobetreiber, der ab sofort von einer Nachrüstung in die nächste manövriert wird. Daher ist der 2k- DCI-Rollout in meinen Augen überflüssig und alles andere als zukunftssicher. Aktuelle Messungen haben ergeben, dass in größeren Sälen wirklich erst eine 8k Wiedergabe (damit etwas unterhalb des 70mm-Films liegend) die Sichtbedingungen von allen Sitzplätzen gleichermassen einwandfrei abdeckt. Gönnen wir uns zwischendurch ruhig den "Luxus" einer perfektionierten 35mm-Projektionsanlage - ein Luxus, der sich rechnet. :wink:
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Braunrot und ultra-knochenscharf. Der Raumton wie neu oder heute produziert.
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Einer meiner absoluten Lieblinge aus der Ära. Wie gehts der Farbe in der Kopie? Nun, die Verdienste des Hauses in Rochester für die Stabilität des Weltkulturerbes sind bekannt, besonders für den 70mm-Film. Ohnehin ist die Schar der Bewunderer dieses Opus sehr klein, was damit auch zusammenhängt, dass die bewußt lethargisch gestaltete Kameraarbeit sich in ihrer Dynamik der latenten Implosion erst auf 30-Meter-Bildwänden erschließt - nicht jedoch auf Monitormedien. Ansonsten fristet gerade dieser Film auf den Ersatzmedien (im Gegensatz zu beachtlichen DVD-Transfers von RYANS DAUGHTER oder BATTLE OF THE BULGE) ein tristes Dasein: Mitte der 1970er Jahre von einer Theaterkopie auf 35mm-Internegativ (nicht das Intermednegativ) gedoubelt, geistert dieses Werk seither stumpf und monophon auf 35mm-WA-Kopien und diversen TV-Kanälen und bis zur Unkenntlichkeit enstellt umher. Eine Kostprobe von der verbliebenen Güte (obwohl hier viel Farbe reingekippt wurde) zeigen die Auschnitte, die John Landis präsentiert: http://www.trailersfromhell.com/index.php?tid=8 Zumal aber seit den 90er Jahren beim Filmlook die Bleichbadüberbrückung in Mode gekommen ist und heute über Digital Intermediate weitergeführt wird, weil viele Filmemacher ein realistisches, leicht "schmutziges" und d.h. farbentsättiges Bild bevorzugen, braucht man sich für eine Altkopie schon nicht mehr zu schämen. :wink:
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Weiß jemand von Erfahrungen zur UM 70 zu berichten? Hinsichtlich des Verhaltens bei Filmschrumpfung, gewölbtem Material und Bildstand (speziell auch bei 70mm-Film)? Finde keinen, der über Erfahrungen Mitteilung machen könnte. :(