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cinerama

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Alle erstellten Inhalte von cinerama

  1. --- ein Schreibfehler in der Überschrift: es heißt Erstsicherung (als Bestandteil eines "Sicherungspakets" - Verzeihung für diesen Tippfehler) --- Das allgemeine Programm zum Tag der offenen Tür. Um das Bundesarchiv-Filmarchiv besser kennenzulernen, laden wir am 1.3. 2007 um 13.00 Uhr zu einer Produzentenführung am Fehrbelliner Platz 3 in Berlin ein. Themen sind: Recherche im Bundesarchiv, filmbegleitende Materialien, die Restaurierung und Sicherung von Filmen und nicht zuletzt die Hinterlegung von Filmen. [...] 4. Digitale Formate bei der Archivierung von Filmen Welche Materialien sollten abgegeben werden? Warum archiviert Ihr nicht digital? Diese Frage wird oft an das Filmarchiv herangetragen: Kein Wunder, da alle vom digitalen Kino reden. Warum das Bundesarchiv-Filmarchiv nach wie vor Polyester vorzieht, welche digitalen Formate favorisiert werden, zeigt folgender Artikel. Er spiegelt den derzeitigen Diskussionsstand. Aber das Archiv wird die Diskussion zusammen mit den Produzenten und anderen ergebnisoffen weiterführen. Die aktuellen Erkenntnisse finden Sie immer auf unserer Website. Bezüglich der Langzeitsicherung (und Benutzung) von Filminhalten gilt es zu entscheiden, ob ein Filmformat, ein Videoformat oder ein Datenformat benutzt wird. Das Bundesarchiv-Filmarchiv favorisiert für die Langzeitarchivierung von Bewegtbildaufnahmen fotochemischen Film auf Basis von Sicherheitsfilmmaterial (Polyester- bzw. Acetatcellulose). Dies hat zwei wesentliche Gründe. Zum einen wird unter den im Archiv gegebenen Klimabedingungen eine Überlieferung von bis zu mehreren hundert Jahren gewährleistet. Darüber hinaus kann in Anbetracht der riesigen Filmbestände in den Archiven der Welt davon ausgegangen werden, dass auch zukünftig Transfertechnik verfügbar sein wird, die eine Wandlung in das jeweils aktuelle elektronische Format gewährleistet. Keines der zahlreichen in den letzten Jahrzehnten entwickelten Videoformate kann vergleichbare Vorteile aufweisen. Zwar kann der Träger bei optimalen Lagerbedingungen durchaus lange erhalten werden, aber eine Langzeitverfügbarkeit der Wiedergabesysteme ist nicht gewährleistet. Da im Bereich der digitalen Videoformate fast ausschließlich mit Datenkompression gearbeitet wird, ist zudem zu erwarten, dass im Zusammenhang mit den notwendigen Transfervorgängen weitere Komplikationen auftreten, da eine Verträglichkeit der verschiedenen Kompressionsalgorithmen nicht immer gegeben ist. Hinsichtlich der Archivierung digitaler Filmdaten ist ebenfalls nicht zu erwarten, dass die entsprechenden Systeme langfristig verfügbar sind. Aus oben genannten Gründen besteht das Ziel 1. in einem Filmformat produzierte Aufnahmen, zu deren Nachbearbeitung und Duplikation Film benutzt wird und deren Projektion in Form von Filmkopien vorgesehen ist, im entsprechenden Aufnahmeformat, also in der Regel 16mm oder 35mm, zu sichern 2. in einem Filmformat produzierte Aufnahmen, zu deren Nachbearbeitung und Duplikation ein sogenanntes Digital Intermediate benutzt wird und deren Projektion in Form von Filmkopien vorgesehen ist, im entsprechenden Aufnahmeformat, also in der Regel 16mm oder 35mm, zu sichern 3. in einem Videoformat oder einem Datenformat beliebiger Auflösung produzierte Aufnahmen, unabhängig davon, welches Format zu deren Nachbearbeitung und Duplikation benutzt wird, deren Projektion auf Grundlage von Filmkopien vorgesehen ist, im Format dieser Kopien, also in der Regel 16mm oder 35mm, zu sichern 4. in einem HD-Videoformat oder einem Datenformat mit Auflösung >2k produzierte Aufnahmen, unabhängig davon, welches Format zu deren Nachbearbeitung und Duplikation benutzt wird, deren Projektion auf Grundlage eines Video- oder Datenformates vorgesehen ist, in einem Filmformat zu sichern, welches der Auflösung der Aufnahme adäquat ist, also in der Regel 16mm oder 35mm, zu sichern 5. in einem SD-Videoformat produzierte Aufnahmen, unabhängig davon, welches Format zu deren Nachbearbeitung und Duplikation benutzt wird, deren Projektion oder Verbreitung auf Grundlage eines SD-Videoformates vorgesehen ist, im entsprechenden SD-Videoformat zu sichern, bis eine Übertragung auf ein Folgeformat notwendig wird Die bevorzugten SD-Videoformate sind DigitalBetacam und IMX. Das bevorzugten HD-Videoformat ist HD-CAM SR. Das bevorzugte Datenformat ist LTO 2. Das Bundesarchiv wird diskriminierungsfrei die Weiterentwicklung der elektronischen Formate beobachten und seine Archivierungspraxis gegebenenfalls anpassen. Filmtechnisch und ökonomisch sinnvoll sowohl für das Bundesarchiv als auch für den Produzenten ist die Einlagerung möglichst früher Kopierstufen der Filme ! Ziel ist es, die Originalnegative der Filme möglichst frühzeitig in die klimatisierten Magazine zu übernehmen. Damit werden Schäden vermieden, die bei unsachgemäßer Lagerung entstehen können und deren Beseitigung oft einen hohen restauratorischen Aufwand bedeutet. Ergänzend bzw. alternativ sind Duplikatnegative und –positive, Datenformate eines Digital-Intermediates und auch Positivkopien für die Archivierung geeignet. Nur in Ausnahmefällen können Produktionsvorstufen , Arbeits- und Schnittkopien, Mischbänder oder gar Schnittreste sinnvoll in das „Archivierungspaket“ eingepasst werden. Diese Überlegungen gelten ganz besonders für geförderte Filme, die auf diese Weise besser für die Zukunft erkalten werden können, als durch die alleinige Einlagerung einer Vorführkopie. Für die filmografische und inhaltliche Dokumentation der Filme archiviert das Bundesarchiv auch Unterlagen wie Presseveröffentlichungen, Rezensionen, Annotationen, Fotos und Plakate und Drehbücher. Auch Vor- und Nachlässe übernimmt das Bundesarchiv. 3. Hinterlegung im Bundesarchiv Erreichbarkeiten/Konditionen Filmhinterlegung im Bundesarchiv: -kostenfrei -sicher -lange Lebensdauer des Materials -für das deutsche Filmerbe Wer sich in der Zwischenzeit genauer über die kostenlose Filmhinterlegung im Bundesarchiv-Filmarchiv informieren will, dem empfehlen wir unsere neuen Seiten zur Hinterlegung/Übernahme im Internet: www.bundesarchiv/aufgaben_organisation/ ... index.html. Dort finden Sie auch die Ansprechpartner. Oder schicken Sie uns einfach eine mail unter FA.Hinterlegung@barch.bund.de.
  2. Um es kurz zu machen, bekunde ich nur Verständnislosigkeit für diese Seite. Der Bericht über die Home Cinema Beamer hilfe der Kinobranche nicht weiter. Mitunter wird auch Kantenanhebung und Artefaktbildung durch Unterabtastung mit angeblicher "Schärfe" verwechselt. Denn einige Transfers von Film auf Digi-Medium sind nicht immer das, was auf dem Negativ (oder neuerdings "Source Master") enthalten ist. Besonders hoch auflösende Filmmaterialien, projiziert in höchster Güte, gelten sogar als "weich" und weniger scharf als 16mm oder Video. Das ist ein Ausdruck unserer heutigen Sehgewohnheiten, die durch neuere Filme und elektonische Medien etwas manipuliert wurden. Mich interessiert vielmehr das filmische Original und das Urmaterial. Auch eine LCOS-Projektion ist hierfür nur eine Ersatzlösung, aber kein Original und keine Kinodarbietung - man sollte dies klarer herausstellen. Am meisten wundert mich die Verliebtheit in die eigenen Spielzeuge, wenn man sie frisch erworben hat: der o.g. Sony Beamer der "Black Pearl"-Serie weist massive Ruckelartefakte bei der PAL-Einspeisung auf, die erst durch ein Modell der Bravia-Serie behoben sein sollen. Ruckeleien aber hat es mit analoger Filmprojektion bei 24 B/s wohl kaum gegeben, oder? Wozu also dieser Unfug, der nirgendwohin führt, schon gar nicht zu schöneren und größeren Kinos? Letzte Bemerkung: selbstverständlich werden Filmverleiher alsbald JEDEN Beamerfritzen mit Erstaufführer-Ware beliefern, wenn es ihnen so gefällt. Ich halte es für eine Illusion - auch wenn fast die ganze Branche vom Gegenteil spricht - dass ein digitaler sog. Standard allgemeinverbindlich werden könnte. Dies widerspricht diametral den Interessen und dem Wesen digitaler Vertriebs- und Absatzweisen und derer Kleinfabrikanten. Der DCI-"Standard" ist nur eine Verlegenheitslösung für eine Interimsphase, in der man zu der tradierten Kinobranche vorübergehend noch Kontakte aufrechterhält, insbesondere, um ihr das Abrüsten des 35mm-Parks schmackhaft zu machen. Allgemeinverbindliche Standards aber und weltweiter, unproblematischer Austausch von Filmware dürfte es im Digitalzeitalter immer weniger geben. Diese angedachte Absatzpraxis ist für ortsfeste Filmtheater ein tödliches Gift - so weit meine These. Also: was haben die Home Cinema Soundverfahren in diesem Forum verloren? :cry:
  3. Vielleicht mögen Sie ja eine Umfrage starten, wieviele deutsche Betreiber für das 1. Quartal 2008 den Umbau auf 3-D-digital beschlossen haben und ein rosiges Kinojahr 2008 prognostizieren? Somit zeigt sich, inwiefern Europa zu den USA deckungsgleich ist. Randbemerkung: auf der Berlinale 2008 - Brennpunkt des Weltfilmschaffens - läuft (leider?) kein einziger 3-D- Film: unter bald tausend Titeln. Ironischerweise aber eine Triple-Projektion)
  4. Man kann viele Box-Office-Erhebungen posten, wenn man damit einen Zweck verfolgt [bspw. Beseitigung des derzeitigen Abspielbetriebes]. Warum der europäische Markt aber etwas anders tickt, das wäre ebenfalls einer Analyse wert. - Aber dann wären ja "Interessen" tangiert, weshalb es sich immer gut macht, lieber nur Hits zu posten. :sleep:
  5. cinerama

    Berlinale

    Das ist auch erfreulich, wenn sich die Vernunft durchsetzen könnte... Dennoch hörte man bereits von einigen Sektionsleitern einen "Prost" auf den Weg des einfachsten Widerstandes: den der Videoprojektion. Und: die "Unterschiede zwischen Film- und Video" hätten doch heute "keine Bedeutung mehr". [Über solche Gleichmacherei würden sich vermutlich selbst Videokünstler zurecht erzürnen.] Am Ende sind es dann immer die Filmemacher und Künstler, die ein sehr hochwertiges Format verteidigen müssen, denn Kino- und Festivalbetreiber sind ja nur Dienstleister, die sich "dem Markt anpassen". Auch eine Interessen-IG oder ein Verbundsschreiben an die Festivalleitung, ein solches Gut nicht leichtfertig zu verspielen, wäre wirklich unterstützenswürdig. Zumindest bei der Retrospektive habe ich noch den Eindruck, daß man durchaus noch Differenzierungen beim Medienträger berücksichtigen möchte (was in früheren Dekaden auch nicht immer all zu ernst genommen wurde). :idea:
  6. Da bin ich irritiert: wenn Ihr Kulturkritik üben wollt, wäre ich evtl. auf Eurer Seite. Aber eines würde man bitte voraussetzen: man sollte sich mit der Film- und Kinogeschichte auseinandersetzen, auch und gerade mit dem Blendwerk. Das sagt in diesem Falle: allein mit dem sarkastischem Vorwurf gegen Opfer der Verblendung und des Kommerzes langt es nicht, um diesen Erfolgs-Phänomenen auf den Grund zu gehen. Das gilt ausserdem für einige Exzellenzen der deutschen Filmwissenschaft, die leger über das Genre schmunzeln und die Stirn runzeln. Da verwundert nicht, daß dieselben ihren Lebtag noch keine Filmrolle in der Hand gehalten haben - geschweige denn eine Kamera oder ein Kopierwerk, ein Soundstudio, einen Bildwerferraum oder ein Atelier je von innen gesehen haben, dafür aber die Junghegelianer rauf- und runterbeten. Die Varianz leinwandtypologischer Wirkungskriterien interessiert solche Gralshüter des Wissens am allerwenigsten - die täglich mit verschrabbten Video-Kassetten die Studentenschaft beehren und das Original eines Regisseurs oder Kameramanns mit Vorsatz aus der Geschichtsschreibung verbannen. Dagegen die BILD ZEITUNG: fast "am Puls des Lebens". So viel zum Blendwerk und zur Kriterienbildung. 8) Und daher noch ein Zitat gegen den Kritizismus, dessen Autor unschwer zu erraten sein dürfte: Die absolute Kritik hat die 'Masse' fuer DEN WAHREN FEIND des GEISTES erklaert. (...) Die absolute Kritik geht von dem DOGMA der absoluten Berechtigung DES 'GEISTES' aus. Sie geht ferner von dem Dogma der AUSSERWELTLICHEN, d.h. ausser der Masse der Menschheit hausenden Existenz des Geistes aus. (...) Schliesslich laeuft diese große kritische Entdeckung auf eine Tautologie hinaus. Der Geist hatte nach ihrer Ansicht bisher eine Schranke, ein Hindernis, d.h. einen Widersacher, weil er einen Widersacher hatte. Wer ist nun der Widersacher des Geistes ? Die Geistlosigkeit. Die Masse ist naemlich nur als 'Gegensatz' des Geistes bestimmt, als 'Geistlosigkeit' und als die naeheren Bestimmungen der Geistlosigkeit, als 'Indolenz', 'Oberflaechlichkeit', 'Selbstzufriedenheit'. (Mit Selbstbespiegelung hat es nix zu tun, da ich gerade erst zwei Jahre alt war, als der Film gedreht wurde).
  7. Poltisches Kino konnte Willy Münzenberg in seiner Zeit fordern, weil die Zeit reif war für Veränderungen. Aber bereits Eisensteins Monumentalwerke zeigten "Vereinfachungen", Symbolismus, Klischee und historisch-politisches Plakatives, dass erkennen läßt, daß bestimmte filmtechnische Mittel, die oft stärker der Suggestion als der Reflektion zugeneigt waren, den Zweck zu heiligen hatten. Der politische Ansatz und die formalen Methoden waren unverkennbar brillant, aber eine "mehrschichtige" und selbstkritische Betrachtung der Realität seines Landes oder der russischen Geschichte, aber auch eine psychologische Deutung, kommen m.E. dort zu kurz. Diese Filme entstanden auch kurz nach Bürgerkriegszeiten oder in einer Epoche des ausländischen Drucks und der inländischen Repression. Weniger die prüfende Immanenz, als eine Bewußtwerdung für eine historisch für "reif" erachtete Massenmobilisierung war der Primäransatz. Weiter Formen des politischen Kinos seit 1945 sind hier kaum in straffer Form vorzustellen. Zu Deinem Kardinalvorwurf: Auf den ersten kritischen Blick setzt sich 2008 der Gigantomanie-Fetisch der 1960er Jahre im Blockbuster fort und könnte, sofern man dies boykottiert, nie mehr als eine Inszenierung der falschen Bedürfnisse und endlosen Vertröstungen sein. Denn gegen eine Gesellschaft des Spektakels eine "Situationistische Internationale" zu setzen, das war zuallermindest in den 1960er Jahren das treibende Postulat der Kulturkritik, die bei einigen jüngeren Regisseuren auch verfing. Etliche von ihnen blieben beim Avantgarde-, Experimental- oder Essayfilm, waren mit einem begrenzten Kreis an Interessenten zufrieden oder beklagten im anderen Falle eine unzureichende Reichweite in den etablierten Filmtheatern oder gar distributive Zwänge. Godard, der zunächst das Fernsehen hasste (und dennoch nichts mit David Lean und Monumentalität zu tun hatte), wandte sich in den 1970er Jahren daher dem Fernsehen zu - oder brachte das Kino in die Schulen und Clubs, weil er die ortsfesten Kinos immer mehr mied. Greenaway u.a. produzieren heute vornehmlich für die Rezeption im Internet. Andere Anhänger der 1968er-Bewegung, etwa Bertolucci, vollzogen die Wende des Thesenkinos innerhalb des Genres, das Freud, Marx und Oper (zum neuerlichen Melodram) verbinden sollte. Auch deren Monumentalwerke ("1900" oder "The Last Emperor") wälzten sich allerdings in nicht gerigeren Klischees als ein David Lean, auch wenn Kameraleute wie Vittorio Storaro ihnen zur Seite standen. Letzlich war die Nähe aller Regie-Talente der letzten Dekaden, die behaupteten, "epische Filme" wiederauferstehen zu lassen, sehr nahe an David Lean orientiert, ohne jemals seine stringente formale Meisterschaft zu erreichen oder eine völlig konträre und neuartige Filmsprache im Monumentalkino erfinden zu können. Aktuell gibt es hier wie da Enklaven und Refugien für den politischen Film jenseits des rigorosen Perfektionismus oder übersteigerten Formalismus, sofern man sich vom Fetisch des Unterhaltungskinos zu dürftig bedient fühlt: kommunale Kinos und andere Stätten in ganz Europa. Ausgesprochen geringschätzig aber werden traditionelle Kinematographien, Technologien und stilbildende Genrefilme in diesem Lande behandelt (entweder ungenügende Formtreue, unzureichende redaktionelle Betreuung oder gar "Filmpräsentationen" in sterilen und strukturlosen "Blackboxkinos" - so etwa dieser Tage eine "Retrospektive" unseres Filmmuseums in einem schwarzen Schachtelkino eines Multiplexes, das einem früheren Studiokino der 60er-Szene erstaunlich ähnlich sieht). Unter solchen Zuständen fahrlässiger Uminterpretationen einstmals stilbildender Kinoklassiker, angesichts derer Verkürzung oder der Ignoranz gegenüber Mindestanforderungen des Kinomachens, halte ich es geradezu für - in Deinem Sinne - hoch politisch oder revolutionär, in Nostalgie für das zu schwärmen, was schon schon immer besser war. Oder wenigstens für einige markante Stilingredienzien des Monumentalfkino, die völlig unabhängig vom politischen Telos nachwievor einen kunstimmanenten Wert für sich bilden, von dem man nur lernen sollte, auch wenn man es ablehnt. Wenn Du legitimerweise hervorhebst, dieser Rummel der grossen Gefühle und übergrossen Bilder stosse Dich ab, dann würde ich polemisch erwidern, ein Thesen- und Politkino, dass wir in einigen Sektionen grosser Filmfestivals in DAUERVIDEO-Projektionen erleben, stellt auf Dauer ebenfalls eine Schule falschen Sehens und schlechter Bilder - sprich: der Körperverletzung - dar. Ein Filmemacher, der wirklich etwas zu sagen hat und auf die Langzeitwirkung abzielt, nimmt die formalen und technischen Herausforderungen an, anstatt ihnen auszweichen, nur weil er sich vom Joch der Technik und des Apparats unterdrückt sieht und flugs zur Mini-DV konvertiert. :wink:
  8. Sprach Jeffrey Katzenberg - und gut war's. :lol: Sobald ein Massenstart einsetzt, ist die Vorsprung passé. Und Massenstarts sind geplant, auch im Home Cinema. Warum aber ist das alles absolut "rekordverdächtig"? Sicher keine schlechten Zahlen, aber 1100 Besucher für einen grossen Saal pro Tag sind weniger als die Anfangsmonate unseres (mittlerweile geschlossenen!) Berliner IMAX-Discovery Kinos - mit oder ohne 3-D. Das sind bei vier Vorstellungen vielleicht 2 sehr gut besuchte und evt. 1 ausverkaufte Vorstellung. Jedenfalls würde ich nicht von "Rekorden" mehr sprechen. Interessant auch dies: Katzenberg und Co sind eben so vehement im DVD-Vertrieb ihrer 3-D-Filme tätig, die schon wenige Monate nach Kinostart auf den Markt geworfen werden. Wer so einem Marketing-Fuchs kürzlich noch in München jedes Wörtchen glaubte (Motto "Wer nicht umrüstet, bleibt auf der Strecke!" oder: "Die größte Chance in der Geschichte") sollte mal ganz kalt und nüchtern betrachten, wie vehement dieser Mann auf den DVD-Markt setzt. Zwar: er hat sicherlich nichts gegen Kino. Er freut sich sogar über zusätzliche Erlöse durch die derzeitige 3-D-Mode. Keinesfalls aber würde er seine DVD-Starts deswegen aufschieben oder den Kinos eine exklusive Plattform auf Jahre hinaus sichern wollen. Eben so wenig eine exklusive Technologie - was bereits im Fachmagazin "Filmecho" einem der Journalisten kürzlich aufstiess. Fazit: äusserte Vorsicht bei der derzeitigen 3-D-Welle. Diese Technologie ermüdet schnell. Und auch die genannten Filmtitel klingen nicht so, als wenn der Rest der Welt auf sie gewartet hätte. Diejenigen Filme, die interessant klingen, kann man an einer Hand abzählen! Konkrete Zahlen: für 2010 sind 12 Filme in 3-D angekündigt. Vielleicht laufen sie auch wieder in 35mm 3-D, was man nie ausschliessen sollte. Aber weniger als 12 Filme hier und jetzt anno 2008 rechnen sich für anvisierte Umrüstungen in keiner Weise.
  9. Interessant zu hören, danke. Man müßte den Drehbericht zu FANTASIA 2000 einmal ausgraben, schon wegen der Formatfragen. Man berichtet auch von angeschnittenen Köpfen (die ich in der ge-beam-ten 1.85 : 1-Fassung nicht bemerkte): http://www.in70mm.com/newsletter/2000/6.../index.htm Imagica bezieht sich dann noch auf FANTASIA 2000: http://humanbody.bigmoviezone.com/artic...ml?uniq=82 In London lief er auch im 'Waterloo iMax'. Jemand schreibt im Net zu BLACK CAULDRON: Black Cauldron was a Disney Movie it was screened @ the Odeon London Road - a disaster of a movie nearly bankrupted Disney. Aus: http://www.fact.co.uk/forum/viewtopic.php?=&p=1764 War das eine der 70mm-Vorführungen in London, oder eher in 35mm? Aber ob man heute noch - vor allem bei einem Animationsfilm - die Bildgüte von BLACK CAULDRON beurteilen kann, das stelle ich mir schwierig vor aus der Erinnerung. Warscheinlich würde Disney auch die Kopie von damals nicht mehr ausliefern wollen. Laut dieser Liste hatte BLACK CAUDRON in einem Deiner Lieblingssäle im large format, ODEON LEICESTER SQUARE, Premiere: http://www.in70mm.com/library/70mm_in/london.htm
  10. cinerama

    Berlinale

    In diesem Jahr - 2008 - wird Dieter Ksoslick zum siebten Male das Festival betreuen und verkündete bereits, man sei ein Full Service Festival geworden. - Lassen wir uns überraschen. Im "Wettbewerb" laufen dieses Mal Filme von Mike Leigh und Andrzej Wajda. Im "Forum" die neueste Folge der schon in den 1960er Jahre begonnenen Dauerreihe "Die Kinder von Golzow" sowie ein neues Werk von Jacques Doillon. Im "Panorama" Regiewerke von Madonna und Rosa von Praunheim [wenigstens gibt es auch ordentlich etwas zum Schmunzeln!], und die "Retrospektive" widmet sich dem mexikanisch-spanischen Surrealisten Luis Bunuel - in überwiegend neuen Kopien und als erste vollständige Werkschau des Regisseurs überhaupt. Die Hommage gilt diesmal dem italienischen Sozialrealisten Francesco Rosi. Als "Aufbruch der Filmemacher" erinnert eine gesonderte Reihe an die Exponenten des Neuen Deutschen Films: Fassbinder, Herzog, Wenders und Bohm werden geehrt. Zum Thema "War at home" sind "Coming Home", "Catch 22", "The Green Berets", "M.A.S.H." oder "Winter Soldier" zu sehen. Eine weitere politische Reihe widmet sich der Gründung des Staates Israel. "Star-Besuch" gibt es in diesem Jahr von: Scarlett Johansson, Natalie Portman, Penélope Cruz, Daniel Day-Lewis, John Malcovich, Sir Ben Kingsley und Isabella Rossellini
  11. Annoncen zum Auführungsformat des Films kenne ich auch nicht. Nur spurenweise Hinweise auf 70: http://www.cinemarx.ro/filme/The-Black-...n-213.html Und die Dir bekannte Liste von Michael Coate: July 24: The Black Cauldron Super Technirama 70 / Six-Track Dolby Stereo Walt Disney (Buena Vista) "New Disney Magic" — "In Brilliant 70mm 6 Track Dolby Stereo" Costa Mesa: [Edwards] Town Center* Hollywood: [Mann] Chinese* (THX) Irvine: [Edwards] University Lakewood: [Pacific] Lakewood Center* Orange: [syufy] Cinedome* Pasadena: [Pacific] Hastings* Westwood Village: [Mann] National* (THX) Presentation included Chip 'N' Dale animated short "Chips Ahoy" *Includes 70mm Sneak Preview screening on July 19 [70mm Trailers: "The Journey Of Natty Gann," "One Magic Christmas"] Additional 70mm Engagement: Orange: [syufy] City Center (Sep. 13) http://www.fromscripttodvd.com/70mm_in_...s_1985.htm Lief angeblich auch im 'Chinese Theatre' in L.A. im large format. War angeblich ein "Desaster": 44 Mio. Dollar Produktionskosten und spielte in USA nicht einmal die Häfte ein. Erster Animationsfilm des Hauses mit einigen computerunterstützten Szenen, liest man. SLEEPING BEAUTY (Altkopie) lief auf dem 70mm-Festival des Norsk Filminstitutts in Oslo, http://www.thedvdforums.com/forums/show...p?t=383923 , die gerade eine spektakuläre 3-D-Reihe veranstalteten: http://www.nfi.no/cinemateket/program.html Nichts wie hin zum nächsten 70mm-Festival! Interessanterweise ist auch von FANTASIA (1940) ein Blow-up gezogen worden, mit der A.R: von ca. 1.85 : 1 - der neben GONE WITH THE WIND und THE TEN COMMANDMENT vielleicht am meisten umkopierte Film überhaupt. Ganz gut sah FANTASIA 2000 (selbst in Mini-Digitalprojektion) aus, weil in er Imax gedreht worden war. Ihn hätte ich gern einmal in Imax gesehen. Müßte eigentlich Kopien geben? Man sammle diese Filme und kaufe sich einen Projektor, sobald sich die Firma einmal verabschieden sollte. Es sollte dann ein Imax-Museum geben, in dem auch ältere Titel (aus Ende der 1960er Jahre) zu sehen wären. Das wär mal was. :P
  12. Wie gesagt: meine Neigungen gingen in total andere Richtungen: etwa das Ausloten der Vielfalt und Extrema in der Kinematographie. Mit der Zielvorgabe, Besuchern andere und deutlich sich unterscheidende Sichtweisen nahezubringen. Allerweltsstandards sind m.E. so langweilig wie eine Diktatur.
  13. Was geschieht im Moment mit THE BIG FISHERMAN (65mm Super Panavision): hat jemand einen Draht oder Kenntnis von dem von Disney angekündigtem Restaurierungsprojekt? (Neukopierung analog wie bei Shaw Belston bei Fox fände ich ja viel interessanter.) http://www.in70mm.com/newsletter/1997/5.../index.htm http://www.widescreenmuseum.com/Widescreen/wingsp1.htm http://widescreenmovies.org/Highlights/epic.htm Aus: http://widescreenmovies.org/Highlights/epic.htm - Wenn die Forumskollegen an diesem Film Interesse haben, kann ich ihn gern auf die Berliner Screening-Liste setzen. Vielleicht dann im Frühjahr? Entschuldigung: das Bild war leider nicht "kleinzukriegen" :wink:
  14. ... man findet keine Ruhe. So habe ich mir das nämlich auch gedacht: Kopierung SLEEPING BEAUTY über I.N. [Achtung] Disneys TRON dagegen war für die 70m-Auswertung vom 65-mm- "Produktionsoriginal" gezogen (selbst noch vorgeführt). Also für den allerersten Super-Technirama-Film von 1959, SLEEPING BEAUTY, kein guter Einstand, könnte man meinen. Die 70mm-Kopie SLEEPING BEAUTY soll dennoch "schön" anzuschauen und zu hören sein, was man mir erzählte. Die Hälfte der Kopie angeblich farblich gut erhalten. Die "neue" 70mm-Kopie von Anfang der 1990er Jahre (gelaufen im 'El Capitan' in L.A.) war dagegen eine "Suppe", auch die 35mm-Kopien. Mangels der ausrangierten Printer also mittlerweile alles analog-verhunzt oder digital-verfälscht zu sehen - ein letzter Notnagel? Welch' eine "Schande" für die amerikanische Filmindustrie, die ihre Produktionstechnik nicht aufbewahrt, sondern in den Orkus geworfen hat. Dasselbe eventuell wie bei EL CID zu erwarten: vor wenigen Tagen wurde dieser in USA geil-digital über 4k-Beamer annonciert und gezeigt und war den Beschreibungen nach eine veritable Katastrophe! (Bericht folgt.) Good Night.
  15. Vermute, HONEYMOON ist nie auf 70mm erschienen. Arc-120 wäre, meinen Akten folgend, nur in 35mm geläufig, obwohl auch einmal die Rede davon war, FLYING CLIPPER/"Mediterranian Holliday" sei in 70mm Arc-120 projiziert worden. THE VIKINGS in der von Dir erwähnten WA-Kopie könnte - ähnlich EL CID - auf ein Internegativ von Technicolor-Auszügen kopiert worden sein, mit bekanntlich deprimierender Dup-Mehrschichten-Kopie. Das gleiche Schicksal ereilte auch 55 DAYS AT PEKING. Aber in Skandinavien existieren noch passable 70mm-Kopien, während das deutsche Super Technirama-Material leider unzumutbar geworden ist. Weiß jemand eventuell, wo die britische 70mm-Kopie von THE VIKINGS verblieben ist? Auf 4k-Wunder warte ich nicht mehr. Ist außerdem eine für large format vollkommen unzureichende Auflösung, und auch die Farbergebnisse wären skeptisch zu bewerten. Da 4k ab 2009 Heimkino wird, werden auch Filmmuseen und Archive ihre Anstrengungen im Erhalt der analogen Umkopierungen oder auch Altfilmkopien verstärken müssen - wie dies in Berlin nun langsam voran kommt. (Gestern beim Bekannten in einige DVDs hineingeschaut, die von sog. 4k-Masters von Panavision-Filmen wie THE SPY WHO LOVED ME sowie ON HER MAJESTYS SECRET SERVICE gefertigt wurden. Die Farbrestaurierung und Tonmischung war ein Faustschlag in die Magengrube - mir ist jetzt noch schlimm. Selbst wenn Schärfe und Sauberkeit gegeben waren: der Restwert waren Lichter aus "Twilight Zone". Rauchig helle oder duster-absaufend, blau-blau-grün-Stich mit gelegentlichen völligen Szenenausreissern, dumpf-durchgefilterter Lichtton, der jetzt nur nur plärrt und stört, penetrant eingemischte Magnettonmaster der Musikaufnahmen, die sich vom Bildgeschehen separieren. Das nun eine digitale Restaurierung, der doch eigentlich mannigfaltige Tools zur Verfügung stehen sollten. Fazit: es ist der Mensch, dessen visuelle Inspiration und für einen künstlerischen Ausdruck bestimmend ist. Das kann sich in neuen Technologien mitunter entfalten, oder auch in eine Hölle verwandeln. Da mir letzten Monat SLEEPING BEAUTY in 70mm angeboten wurde (70er Jahre WA-Kopie), würde ich prophylaktisch zusagen, da eine 4k-"Restaurierung" keine Filmband-Originalrestaurierung ist. Die Hoffnungen und Wünsche von @preston sturges stehen da diametral zu den meinen.) Weiß jemand - bitte keine Vermutung oder eine solche bitte dann "kennzeichnen" - wie von Sequential Exposure-Material auf 70mm kopiert wurde? Da wäre ich doch gespannt. Danke. Das werden die einstigen "Arbeitsklaven" von Walt Disney vermutlich ganz anders gesehen haben. :lol:
  16. Das ist wohlwahr! (Als ich dort mal einen untertitelten Film spielte, bat ich sehr um flat-screen-Projektion. Hinterher war die [eigene] Enttäuschung gross, da das Tonpanorama zusammengeschnürt wurde.) In den letzten Jahren wurden die technischen Bedingungen in Bradford weiter optimiert. Obwohl ich es lieber vermeide, von einem "besten" Festivalkino zu sprechen, überzeugten in Bradford Randschärfe, Bildstand, Ausleuchtung und ein geringerer Bildbeschnitt gegenüber Mitbewerbern der Festivalszene. Vorzüge anderer Spielstätten waren ebenfalls zahlreich: gehäufteres Programmangebot, beste Tonanlage (via Panastereo-Verstärker in der Kinemathek in Oslo), üppigeres Programmheft und Gastro (Schauburg). Bradford besticht auch durch die Hochrangigkeit seiner Referenten, kompetenten Gäste und Zeitzeugen. (Gleichwohl hätte man sich anstelle von Brannagh eher einen Star-Kameramann wie Jack Cardiff - fast 100 - gewünscht). Der regelmässige Einsatz eines 3-Streifen-Films macht diese Spielstätte ausserordentlich bedeutsam: die gesamte Raum- und Technikkonzeption liesse sich als ideale Umsetzung eines perfekten Kinematographie- und Museumskinos bezeichnen. Eine weitere "Wiederholung" dieses Jahres ist denn auch eine Premiere: STAR! von Robert Wise wird in neuer Kopie aufgeführt werden. Die grösste Rarität vielleicht: HONEYMOON von 1959 in der Regie von Michael Powell: gedreht in Technirama und seinerzeit projiziert in ARC-120. Es sind nicht so viele Sponsoren in B. (und öffentliche Haushalte drängen auch dort auf Sparsamkeit) - und anderherum: die Risiken in K. sind vernachlässigbar, da ein Kino quasi nur an sich selbst die Miete zahlt (Teil einer Immobiliengruppe + Konföderation mit 'CineStar'). Links zu STAR!: http://www.dvdclassik.com/Critiques/sta...li-dvd.htm http://www.youtube.com/watch?v=2fbhF94mi48 Links zu SAND PEBBLES: http://www.youtube.com/watch?v=ZKTuWCgiNhs http://www.youtube.com/watch?v=clNRweMmP5g
  17. Daß massive Veränderungen geplant sind (ähnlich der "Globalisierung" seit 1991) will ja keiner ignorieren. Nicht überall aber sind die Segnungen unstreitig. Im Moment scheint mir: das Schlagwort "Digitalisierung der Kinoprojektion" interessiert eher einen kleinen Teil des Publikums, zumeist einen, der zu den Heavy-Users der DVD gehört. Einer Szene also, in der Fachzeitschriften für diese Minderzeit über Bit-Raten, Kompressionsfaktoren und sog. "Rauschfreiheit" des Bildes fabulieren (wobei meist "rauschfreie", farblich degradierte und durch Tonnachmischungen beeinträchtigte 35mm-Produktionen am besten abschneiden). Die Website des erwähnten Kinos zeigt in seinem Forum gerade mal ein Dutzend Diskutanten, darunter die Hälfte Moderatoren oder UFA-Mitarbeiter. Die Umfragen mit zweistelligen Prozentsätzen wären dementsprechend zu relativieren. Der Tenor in der deutschen Kinobranche ist zurzeit jener, daß vielmehr Probleme der verkürzten Kinofenster, der Raubkopierung und der sog. "Servicewüste" zu beheben seien, bevor schon wieder die Kinotechnik ausgewechselt würde - die nach Auffassung des Vorsitzenden der Filmtechnischen Betriebe in Deutschland noch Laufzeiten von 20 bis 30 Jahren hätte, die es wirtschaftlich (!) in Betracht zu ziehen gelte. Wichtig ist auch, daß weitere, für 2008 drohende Insolvenzen, begrenzt werden müssen, die gerade Traditionshäuser, aber auch vorbildlich ausgestattete und architektonisch interessante Multiplexbauten plötzlich ereilen könnten. Die Liquiditätsfrage ist das oberste Gebot eines jeden kaufmännischen Betriebes. Und da steht der momentane Nutzen zusätzlich eingebauter Beamer nicht immer im akzeptablen Verhältnis. Auch erscheint es kaum durchführbar, die relativ kleinen Bildwerferräume der Neuzeit (mit nur zwei Projektionsluken) komplett vom 35mm-Equipment zu befreien und plötzlich nur noch beamen zu können. Ein solcher Betrieb müßte unweigerlich nach wenigen Tagen stillgelegt werden. So viel zu 2008/09.
  18. Den Rückbau gab es bereits in etlichen amerikanischen Kinos (vgl. auch Debatte auf film-tech.com), aber auch auch in deutschen Theatern (UCI vor einiger Zeit, jüngst bei einigen Einzelbetrieben, kommunalen Kinos oder auchMessen). In Köln besitzt ein angeblich voll digital ausgestattetes Multiplexkino nicht einmal zur Hälfte DCI-fähige Beamer und rüstete vornehmlich wegen des Werbeprogramms "hinzu" (und nicht "um") Die derzeitigen, nicht flächendeckenden "Mini-Roll-outs" erweisen sich in vielen Fällen als zu teuer, anfällig, riskant und ineffiziert. Weiters hat sich herumgesprochen: 2k Digitalkino bleibt Substandard und ist keinesfalls mit dem Aberglauben an eine "generelle, zukunftsfähige und verbindliche Umrüstung auf Digitalprojektion" vereinbar. Nicht zuletzt erscheint jedweder Mischbetrieb als zu teuer. Zum sog. Kunden-Mehrwert: Das Publikum merkt den Unterschied fast nicht (es sei denn, man glaubt dem Werb- und Promotion-Journalismus auf BLICKUNKT:FILM, wo man ohnedies auf Seiten sogenannter "neuer" Martkteilnehmer - also der Fernsehproduzenten - steht. Dort dürfen dann einige "Digitalavantgardisten" unter den Kinobetreibern, die schon sonst mit ihrem Geld nichts anzufangen wussten, von den ungeheuren "Erfolgen" erzählen - so, wie der Tag lang ist und so hell, wie die Sonne nie untergeht.)
  19. Da wüßte ich auch keine Antwort. Denn wenn alles fast gleich ist und jeder den Unterschied nicht merkt, dann steht alles zum Besten. Und es "sündigt" auch keiner, da keine Präferenzen existieren. :)
  20. Zur Entlarvung des Projektionsverfahrens: man nehme durchaus an, dass die Allermeisten Unterschiede im Nachteiligen wie im Vortelhaften sehen. Sind Sie wirklich schon so lange beim Kino oder beim Film? (Jedenfalls erreichen Sie mit Ihren Vergleichen eher die geballte Zustimmung von @oceanic. Ich denke in allen Dingen genau umgekehrt.) Aber deswegen kein böses Blut. :wink:
  21. Größe und Erfolg des debattierten Films sind nun einmal eine geschichtliche Tatsache und nicht allein Verklärung - und das mit etlichen Konseqenzen zum Nachdenken über die derzeitige Kinolage. Absolut hat die Technik schon immer alles angetrieben: ob dies einmal zum Untergang führt, ist jenseits dieses Fakts eine ergänzende Auseinandersetzung. Ein sinnliches Erleben, wie gefordert, ist aber vielfach beschreibbar: wenn Du es in der Realismus-Frage verortest und die direkte, nicht stilisierte, nicht-melodramatisierte oder nicht-überhöhte Spiegelung des nächstliegenden gesellschaftlichen Zustandes siehst, ist das ein völlig berechtigtes Konzept. Die Genres hierfür sind der Dokumentarfilm, waren der Neorealismus, Nouvelle Vague, Dogme 95 oder lateinamerikanisches Kino: in 35mm Schwarzweiß und Low-Budget, in 16mm oder heute in digitalen Formaten, die sogar unabhängig von der "Diktatur" eines Großverleihes oder eines Kinoabspiels den Weg zu ihren Rezipienten finden (so gingen Greenaway, Godard u.a. diesen Weg, und selbst George Lucas präferiert die Zukunft des On-Demand-Kinos gegenüber der Produktion für ortsfeste Filmtheater, die nun einmal Sinnbild einer monopolkapitalistischen Phase der 1920er Jahre sind.) Wir können aber keine Monumentalfilmdebatte führen, in dem wir diesem Genre vorwerfen, nicht komplementär mit den soeben angeführten Gegenströmungen zu sein. Oder man würde zu dem Kurzsschluß gelangen: man präferiert den politischen oder experimentellen Film, egal in welchem Medium, in welchem Format, in welcher Distribution. Und man werfe jedwedes Großkino samt seiner Genres auf dem Müllhaufen der Geschichte. Eine derartige Attitüde zeigen nicht wenige kommunale Kinos - die später dann doch in späteren Jahren plötzlich das "Genre" als Marktlücke entdecken - aber dabei weder mediengerecht noch inhaltskritisch zur Aufführung bringen: http://www.fdk-berlin.de/arsenal/progra...5ebde84ecb Wenn wir über die Monumentalfilme hier reden, dann sind diese geschichtliche, technische und ästhetische Phänomene - auch und nicht selten Jugenderlebnisse. Dabei ist es interessant zu erfahren, warum und mit welchen Tricks und Überwältigungsstrategien damalige Zuschauer auf Jahre hin an ortsfeste Filmtheater gebunden wurden. Und es kommt zu der Frage, warum dies heute anders ist, und welche Wirkungen, Einflüsse, Kommunikationsmuster/Wahrnehmungsmodi usw. die verschiedenen Kinoformen erzielen, und wann dies nicht mehr der Fall ist, weil Kino niemand mehr "hinter dem Ofen vorlockt". Als Skeptiker des digitalen Kinos stellen für mich die diskutierten Großfilme ein "Bollwerk" gegen das Fernsehen, gegen Video, DVD, digitalen Vertrieb, Computerkultur, schlechte Technik, schwaches Handwerk und Langeweile dar. Aufschlussreich sind übrigens die Zeitbezüge zu DOKTOR SCHIWAGO: als er Ende der 1960er Jahre jahrelang in dem o.g. Riesenkino am Berliner Europacenter lief, regierte vor den Kinotüren der Aufstand der Studentenschaft: es gibt Dokus, in denen Rudi Dutschke Reden hält, und in der Ferne das Transparent des westberliner "Durchhaltefilms" DOKTOR SCHIWAGO die Hintergrundkulisse bildet. Wäre ich 1968 Student gewesen, hätte ich gewiss SCHIWAGO und großes Kino gehasst und wäre zu den Gründern der aufstrebenden Off-Kinoszene hinzugestossen. Leider zeigte sich ab Mitte der 1970er Jahre, dass weder die eine noch die andere "extreme" Kinoform (Groß-Palast versus Studentenprogrammkino) in der Lage waren, legitime Ansprüche an Form, Inhalt, Technik, Realismus oder Ästhetik durchgängig zu erfüllen, sodaß man nicht umhinkommt, zu verschiedenen Kategorien der Filmgeschichte sich die besten Beispiele selektiv aus den unterschiedlichsten "Lagern" heranzuholen. Zum Kunstwert von DOKTOR SCHIWAGO: Es dürfte nicht schwer fallen, die dramatischen oder historischen Unzulänglichkeiten der Carlo-Ponti-Produktion von 1965 anzugreifen. Das ist oft genug geschehen. Seltener oder gar nicht werden leider die sozialpsychologischen Phänomene früherer KINO-Epochen behandelt, am wenigsten an den Universitäten. Es "reicht", einen Film irgendwie und irgendwann irgendwo einmal sich "reingezogen" zu haben. Gerne breche ich da eine Lanze für den monumentalen Filmpalast, auch noch in zwanzig Jahren! Es sind Kulturleistungen, auch jenseits der Betrachtung des sozialen oder poltischen Systems, in dem sie entstanden waren.
  22. Anders herum wird ein Schuh draus! Es sind ja nicht alle blind oder taub. Von solchen Relatisvismen entferne ich mich lieber: a. Als Ex-Organist höre ich sehr wohl den Unterschied zwischen Preifen- und Digitalorgel. b. Interessant wird eine Filmprojektion dort, wo sie rein technisch besser ist als Digitalprojektion: und solche Filmbandprojektionen gibt und gab es jede Menge. c. Wer sich ein Knistern, Rauschen oder eine Kompressionsverzerrung dazumischt und dies schön, alt oder "warm" findet, kann mir leid tun! Mich interessieren unverzerrte, unkomprimierte, unbeschnittene und weitgehend rauschfreie und obertonreiche Bandaufnahmen. Auch möchte ich kein Raster- und Panelbild sehen, sondern ein feinkörniges, kontrastreiches, hochauflösendes und farbtreues photochemisches Bild. Diese Güten gilt es zu erforschen, anstatt zynische Vergleiche zu ziehen. Es kann doch 2008 in einem Filmforum nicht zu viel verlangt sein, an pure Selbstverständlichkeiten zu erinnern?
  23. Natürlich gibt es immer hier wie dort Wiederholungen: 2001 HELLO DOLLY THOSE MAGNIFICENT MEN (dort schon Anfang der 1990er Jahre gesehen) HOW THE WEST WAS WON THIS IS CINERAMA WINDJAMMER Es gibt, denke ich, für jeden Aufführer auch einen Kanon des Repertoires, der einen Kern des Progammprofils ausmacht.
  24. So ist das mit den Festival updates. Zumindest hat er nicht das Problem mit THE WALL gehabt.
  25. Ich habe keine DVDs mehr /verschenkt), nur noch 35mm und 70mm, weil dies Arbeit genug ist. Daher auch keine Beamer, die den Veranstalter eine sorgfältige Archivkopienrecherche ersparen sollen. Bradford hätte ihn sicherlich in 70mm gespielt, aber wie Bill Lawrence ausführt: die Kopie ist aus dem Verkehr gezogen worden. SAND PEBBLES ist unbedingt erwähnenswert, der selten gezeigt wurde. Hierzu bekundet Bill Lawrence: The Sand Pebbles was restored to 4k digital elements and then produced as a 35mm print. Werben wir doch hier für schöne Filmkopien! Nicht für Blurey. :lol:
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