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Teile von "The Dark Knight" in native 65mm IMAX...
cinerama antwortete auf imax-freak's Thema in Allgemeines Board
Ron Fricke dreht noch an SAMSARA in 5-Perf 70, dann kommen 10 Minuten in Tykwers INTERNATIONAL (hier sollte man sehr vorsichtig sein mit den Erwartungen), und angeblich ein Western in 2008, der aber hernach leider durch den Digital Intermediate-Prozeß geschleift wird und nichts vom nativen Format mehr übrig lassen wird, könnte man sich ausmalen. "Neue Kinos" braucht das Land. Dann kommen auch wieder gute Formate zu ihrem Recht. :) -
IMAX geht digital: 100 Sääle mit AMC.
cinerama antwortete auf oceanic's Thema in Digitale Projektion
Da fehlt mir aber sehr der "Dr. des" in Deiner Kürzel-Liste - ist gar nicht fein! @oceanic: keine brandneue Meldung, sondern vor Wochen schon im "Filmecho" lanciert. Auch keine Spekulation von mir, denn dort steht schließlich der Hinweis, IMAX arbeite fieberhaft an einem eigenen Verfahren, das 2008 in seinen Häusern implementiert werde[n soll]. Was bringt uns das? Was bringt DLP-Imax besser, was nicht die 15-70-Kopien zu tragen imstande sind? Wenn in film-tech.com ein gestandener Large-Format-Spezialist wie Gukbrandt Imax dazu gratuliert, man sei auf dem rechten Wege nach so vielen Rückschlägen, so läßt das aufhorchen. Ein Rückblick: Die kinotechnischen Großerfolge der Geschichte hatten nie ein Investitionsproblem, so lange sich "episches" Entertainment mit dem Technikspektakel verband. Als Cinerama (wie Imax) an Inhalten kränkelte, wurden plötzlich Mängel an Investionsfähigkeit entdeckt, die Gesellschafter überwarfen sich. Da war es schon zu spät, und auch zwei Spielfilme kamen um 10 Jahre hinter dem Ereignishorizont. So "wechselte" man zum 1-Streifen Cinerama (um vorhandene curved screen-Häuser weiterhin zu bespielen), und später entledigte man sich auch dieser Häuser und verlieh mittelprächtige Sex- und Krimiplotten in wackligen 35mm-Kaschkopien. 1969 war Schluß mit dieser Firma. Warum sollte Imax über ein tragfähigeres Konzept verfügen? Die Fehler der Vergangenheit sprechen Bände. Das "Down-rezz" seiner Formate geht den selben Weg wie THX. Und was ist neu an Digitalprojektion auf Imax-Bidwänden? Nichts. Schon vor acht Jahren projizierte man mit 4 Stück DLP-DC-Bildwerfern auf die Imax-Bildwand im französischen Poitier - und gab es alsbald wieder auf. Anno 2007 wieder DLP: denn mit SXRD klappt es mit 3-D-Single-Projektor jedenfalls nicht. Es bliebe demnach beim DLP-"Dumping"-Verfahren... Jetzt wird gejammert, eine Kopie von nur $ 20 000 spiele auf einmal ihre Kosten nicht ein. Schon erstaunlich. Vor 37 Jahren klappte das noch bei Imax ganz prima. Denkt man an Dauerbrenner wie EASY RIDER (teils in 16mm gedreht) oder andererseits DOCTOR ZHIVAGO, so hätte deren Saalauslastung allemal genügt, um jed Wocher eine neue Blow-up Version auf 70mm zu bestellen. Fazit: Wer keine zugkräftigen Filme oder Kinoräume anbietet, kann auch keinen großen Leinwände betreiben, selbst wenn dort brandneues Home-Cinema-Equipment installiert würde (und das Datum für einen 12k-Panel-Projektor, der selbst für's Home Cinema verfügbar ist, setze ich spaßeshalber für das Jahr 2011 an.) Kein Weg aus der Kinokrise, sondern die Flucht zum Content der Broadcast-Verwerter. Denn der einzige Nutzen solcher Umrüstung (neben vermeintlicher "Kostenersparnis") liegt in der Option, Fernseh-Live-Events auszutrahlen: nur ein bisschen größer halt, als anderswo. Aber in der Sache und vom Wesen her: der gleiche Trend. Die Ursachen der Kinokrise sind noch immer nicht erkannt worden. -
Teile von "The Dark Knight" in native 65mm IMAX...
cinerama antwortete auf imax-freak's Thema in Allgemeines Board
Die Info ist schon mehrere Wochen alt. Das wäre natürlich schlecht. Denn ich will gerne die 70mm-Kopie sehen, keine digitalen Derivate. :wink: -
IMAX geht digital: 100 Sääle mit AMC.
cinerama antwortete auf oceanic's Thema in Digitale Projektion
Nein, weil völlig unzureichend. Daher eigene Entwicklungen angekündigt. Sieht man schon daran, dass BARAKA (5-perf 70) in 8k gescannt wird, was immer noch als unzureichend errachtet wird. Ergo bräuchte man 16 SXRD R 220-Beamer für das Vorgaben. Wie das dann aussieht, wird sich schon zeigen. -
Dieser "Bauch des Architekten" ist zu groß geworden im Zeitalter des Wellness und des "Waschbrettbrauchs", läßt sich sarkastisch ausführen. Der Entwickler der Immobilie und des geplanten Einkaufszentrums am Zoologischen Garten in Berlin, Herr Stindt, betonte, daß es unbedingt die Eigenschaft von Kinosälen sei, dunkel zu sein - daher bedürften sie der Architektur nicht. Grundsätzlich stellte er den Sinn eines Kinos an diesem Standort infrage: auf einem Architektursymposium 2005 war seine vehemente Auffassung, der Filmkonsum sei zu den Flachbildschirmen übergewandert. Und: Der ZOO PALAST habe mit "Zürcher Verlobung" eröffnet - ein Film, den heute keiner mehr sehen wolle, und so sei es auch mit diesem Kino. Sibyllinischer hatte sich der Pressesprecher von UCI, der von @preston sturges empfohlene Gerog Welles, bereits 2003 geäußert: http://www.morgenpost.de/content/2003/0...30252.html Und recht unsensibel leider Stadtentwicklungssenator Herr Strieder - im völligen Gegensatz übrigens zu den jüngsten "good will"-Erklärungen, vielleicht plötzlich wieder den gesamten Saal zu erhalten. Foto: Christine Kisorsy. http://www.50-jahre-zoopalast.de/ Die Autorin des Artikels "Träumen Androiden vom Kino" ( http://www.taz.de/index.php?id=archivse...6/21/a0158 ) wäre vielleicht noch an weiteren Punkten revisionsbedürftig: ihr Schluß aus der negativen Dialektik, der Erfolg gibt ihnen (den neuen Lichtspielhäusern) recht, wofür sie Besucherzahlen von 2000 geltend macht, würde heute umgekehrt geltend gemacht werden müssen: Programmkinos sind auf dem Vormarsch, Overscreening ist auf dem Rückmarsch (vom Home Cinema mit seinen Digital Cinema 2k- und THX-Systemen aber hier abgesehen). Veronika Rall situiert die Multiplexe "abgeschottet von Straßen [...] jenseits der Großstadt", um ihnen Seelenlosigkeit zu unterstellen und übersieht dabei die Multiplex-Standorte im Innenstadtbereich, die bekanntlich zur Marktbereinigung der "überholten" Spielstätten beitrugen. Der "Geruch von Mister Proper" ist für sie vielleicht eine Allusion auf den klinischen Säuberungswahn nach Maßgabe steriler Krankenhäuser. Aber den Geruch des Popcorns (einige verbinden ihn mit Fäulnis) hat sie nicht bemwerkt. Fabelhaft natürlich ihr Satz: "Auch hier tragen die Jungs und Mädels Uniform, ihr Einheitsoutfit verfolgt uns bis zur Kartenabreißerin, die ihr "ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend" so teilnahmslos runterrasselt wie ihre Kollegin in Los Angeles, Paris und Tokio. Das Bild ist überall das Gleiche." Oder: "Das Bild ist nicht zufällig das eines Hochsicherheitstrakts.". Und hierin vertritt sie den asketischen Standpunkt wider das Ereigniskino (und setzte es mir zu simpel erst mit Multiplexen gleich, zumal es die "Spektakelvorführungen" allzeit gegeben hatte): "Seine Blickachsen berauben uns des imaginären Raums in Kopf und Kino, sie stehlen uns die Distanz, die Träumer und Träumerin brauchen. Die unverhüllte Leinwand hängt uns gegenüber wie ein erbarmungsloses, lidloses Auge, ohne Versprechen auf ein Anderes setzt sie unseren Blick in eins mit der Wahrnehmung." Mit Breitwand und Raumton ist sie weniger warm geworden -aber dies mag auch sicherlich an Filmen der letzten drei Dekaden liegen, die eine arteigene Ästhetik hier verspielt haben. Generell hegt sie - zumeist mit Recht - Einwände gegen den Exploitationsfilm: "Statt den Schwindel auf der Leinwand zu inszenieren, versetzt der Multiplexfilm Blick und Erblicktes in eins, anstatt den Schwindel zu begreifen, empfinden wir ihn." Aber zu denen gehören auch weniger angefochtene Werke wie "Andrej Rubljow", "Playtime", "2001: A Space Odyssey" oder "Blade Runner" - von der Filmwissenschaft hoch geschätzt. Ihre Befürchtung bezieht sich eher auf die sozialen Wirkungen solcher "Multiplexfilme", wenn sie deren Akt der Aufführung im kinematographischen Raum heranzieht: "Mit dem Körper des Menschen verschwindet seine Welt, das reflektieren die anspruchsvolleren Multiplexfilme. Die Kommunikations- und Biotechnologien verwischen die Unterschiede zwischen Natur und Kultur, zwischen Mensch und Maschine, das sieht man auch auf der überdimensionalen Leinwand." Genau dies aber kann auch eine Erfahrungs- und Bewußtseineserweiterung darstellen, was Rudolf Harms in den 1920er Jahren bereits als Kinoerlebnis beschrieben hatte: ""Angestrebt wird dabei sowohl eine Ausschaltung der niederen Sinne (Druck-, Tast-, Geruchsempfindungen) wie die Ausschaltung alles dessen, was von der vollen Hingabe an das Kunstwerk ablenken könnte." (Aus: "Philosophie des Films", S. 40) Bild: Royal-Palast Berlin, 2004 Ein Verständnisproblem überkommt mich in ihrer dichotomischen Beobachtung "Statt uns als Geborene verliebt oder narzisstisch in Spiegeln zu identifizieren, eine unendliche Geborgenheit im imaginären, mütterlichen Raum des Kinos zu empfinden, bewegen wir uns in den Multiplexen und ihren Filmen im Realen, das keine Distanz duldet und die Differenz nicht kennt." Eigentlich wäre die Befreiung aus dem Narzißmus oder der Scheingeborgenheit seit dem Mutterschoß ein Postulat des Realismus! Der Realismus-Begriff koppelt sich bei der Autorin aber an die realistische (sie meint womöglich naturalistische) Darstellung von Technik und Gewalt im Multiplexkino. Gerade an diesem Punkt würde ich eine Verklärung dieser beiden Bereiche erkennen, die dem Realismus abschwört ebenso wie der zum Virtuellen in Verbindung stehenden Formextase etwa der Blockbuster-Filme mit dennoch höchst profanen und banalen "Alltagskonflikten", dort wo noch Menschen die Hauptrolle spielen. M.E. verkeht die Veronika Rall auch Ursache und Wirkung, wo sie schreibt: "Das Multiplex entlässt seine Zuschauer nicht entspannt, nicht schläfrig oder metaphysisch in die Fortsetzung der Traumarbeit vertieft. Abgekoppelt vom Informationsnabel des Kinos, sucht der Zuschauer von heute sofort, diesen zu ersetzen, die Reize müssen weiter fließen." Dafür ist nicht das Multiplex der Anstoß gewesen, sondern die Explosion der Multimedia-Gesellschaft, die sich im Multiplex nunmehr widerspiegelt: Filmtheater unterliegen Moden und Trends wie kaum ein anderes Gewerbe. Ebenfalls nicht falsch, aber stets auch umdrehbar ist ihre These "Das Leben? Eine Erkenntnis der Welt? Die virtuelle Welt verdrängt nichts mehr und schon gar nichts Sehenswertes." Es ließe sich entgegnen, daß die virtuelle Welt gegenüber der analogen Welt des früheren Eventkinos das Reale verdrängt hat. Es ist das Zuviel und das Überdeutliche, das Frau Rall aus kunstheoretischer Sicht stört. Aber dieses Zuviel ist in seiner filmischen Umsetzung keinesfalls - im optischen Sinne - überdeutlich oder gar naturalistisch (wie frühere Stummfilme oder der spätere Large-Format-Film) - selten sind mit der Digitalisierung in so unverbindlicher Weise und in visuell verflachter und diffuser Bildtexturierung fast alle Ansprüche eines Realismus über Bord geworfen worden. Daher - ganz einfach - sprechen auch alle vom virtuellen Film und virtuellen Welten. Schade aber, daß sie trotz ihrer an Schärfe wohltuenden Kulturkritik Kino und Fernsehen dort ineins setzt, wo es tatsächlich noch die auch von ihr ersehnte "Differenz" gibt: "Der Blick aus dem Fenster geht ins Leere, das Leben erschöpft sich in den Soapoperas, Dokusoaps und Realityshows des Fernsehens." Soweit aber ist es selbst im Blockbuster-Film nie gekommen. Und wenn der Blick ins Leere fällt (Schein statt Sein), dann ist ist auch kein "Fenster", durch das der Zuschauer schaut, zumal die Autorin noch gerade eben die rahmenlose und das Gesichtsfeld überblähende Übergröße der Bildwand kritisierte. Ja: mitunter haben wir in einigen Multiplexsälen heute wieder größere Bildwände als zuzeiten des Schachtelkino-Centers. Aber "The Window of the World" ist als Begriff eher an die 70mm-Verfahren geknüpft. Der Fensterbegriff in der Filmwissenschaft ist wiederum zur Gänze anders konnotiert - und hat mit Montage und Bewegung, Deleuze und Simmel zu tun, aber nicht die Bohne mit Kinoarchitektur und Technik. Somit hofft Veronika Rall recht diffus, würde ich anmerken, auf die Heterogenität und Diffusionen des Lebens - und eine Entsprechung im Kino. Ob darin auch unscharfe, digitale und mit Weichzeichner und unfreiwilligen Unschärfen befrachtete Filme einzusetzen sind und dem avancierten Naturalismus (vielleicht eines David Lean) positiv entgegenstehen, da dürfen Zweifel geäußert werden. Das "Ordnungssystem" der Multiplexe gegenüber der "Unordentlichkeit" in der Zurüstung der Kinos und Filmpaläste der 1920er Jahre, die darin den gesellschaftlichen Umschlag sichtbar machten, ist uniform und standardisiert. Damit spricht sie aber die Architektur nicht an, denn nur zu genau ist dort der Mangel oder der Überfluss ablesbar. Wir sollten uns jedoch nicht scheuen, die Phantasmen auch früherer Lichtspielhäuser zu demontieren, die wir zwar 2007 im Multiplexzeitalter mögen, und die auch Veronika Rall als Zeugen der Subjektphilosophie anführt. Leider offeriert die Praxis der poststrukturalistischen Filmheoretiker, Programmacher und kommunalen Kinos dieselbe Konformität im Filmtheaterbau wie im Plex: hier ist sie zudem seit den White-Cube und Black-Box-Theorien ästhetisch abgesegnet , womit die Verfügung des Künstlers, und des Autoren über sein Kunstwerk und dessen Präsentation "zurückgeholt" werde: im schwarzen Körper aufgeführt, erfährt das Kunstwerk keine "Beeinträchtigungen" mehr. Dafür als Beispiel die Ansicht eines Kinos nicht des Multiplexfilms, aber des Autorenfilms mit fast identischem Ambiente. Einzige Differenz ist hier nur, dass sich diese Raumkonzeption auf Traditionen des japanischen No-Theaters beruft, aber völlig identisch zu den benachbarten Multiplexsälen eines anderen - und eigentlich konkurrierenden - Betreibers ist. Ein Schildbürgerstreich:
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Die unabhängigen Einschätzungen interessierten mich. Wo der Telefonhörer liegt, ist mir schon noch geläufig. Danke für den "netten Mann" und andere Worthülsen, bin keine Frau. :lol:
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Das habe ich so ja nicht erfragt. Die Fragen waren äußerst konkret. Heißt es nicht eher Takelage (mit einem "l") und Flaggschiff (mit zwei "g") ?
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Neue Diskussionen und Spekulationen um das Objekt ZOO PALAST: http://www.berlinonline.de/berliner-zei...07391.html (Ich kann weder die eine noch die andere Version so ganz glauben. Immerhin bedarf es für einen 20-Jahresvertrag einer vorherigen Wirtschaftlichkeitsprüfung. Ein 20-Jahresvertrag war Vorbedingung der Bayerischen Immobilien-AG für ein Kinobjekt. Da der ganze Umbau - wild spekuliert - mind. 20 Mio. Euro kostet, ist weder das alte und noch weniger ein neues Kinogebäude wirtschaftlich tragbar. Das Riesenrad ändert nicht das Geringste an der Situation. Mal nachgefragt: baut UCI zurzeit irgendwo neue Kinos in Europa? Und wie sehen diese "neuen" Kinos aus?)
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Edit: abgetrennt aus: http://forum.filmvorfuehrer.de/viewtopi...8a223ac428 Der 65-mm-Prozeß hat im Rahmen der moderneren heutigen Produktionsweise wenig "Sinn", behaupte ich immer wieder mit größtem Bedauern. Es sind ja wieder nur einige wenige Shots, die dann mit den Super-35-Drehanteilen zzgl. Tricknachbearbeitung über D.I. laufen. Das Potential dieses Formats ist heute nicht mehr auszuschöpfen und wird m.E. nicht wirksam angewendet. Siehe "As Good As It Gets" u.a. - ein sehr hartes Wort - "Rohrkrepierer". Der "Unterschied" zu anderen modernen Verfahren müsste daher fulminant und umwerfend sein. Dafür kenne ich kaum Beispiele der letzten 37 Jahre, Imax ausgenommen und die vorletzte David-Lean-Produktion. Vielleicht geignet aber für sehr ruhige, kontemplative Filme aus Deutschland - evt. bei Ulrike Ottinger oder Heinz Emigholz gut vorstellbar. Und für "naturalistische" Motive. Aber wer spielt diese Breitfilm-Kopien dann 10 Wochen im Hauptprogramm auf entsprechend 30 Meter breiter Bildwand? In der Rubrik "Neue Kinos braucht das Land" müßten sie erst entworfen werden. :)
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Die Autorin war einmal bei uns Dozentin. Im "wichtigsten Teil" nun - übrigens eine Parodie von @preston sturges, dem gestandenen Heros aus der Pisa-Studie - schafft er es doch glatt, Kracauer mit Krakau und Kubrick mit Kubrik (oder Kuckuck) zu verwechseln. So wundert kaum, daß die Programmredaktion im Kino Schauburg/Karlsruhe oft ähnlich deliriert. Der Facharzt wurde verständigt ... :wink:
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Zurück zum Thema "Neue Kinos braucht das Land", dazu Ausschnitte aus Veronika Ralls wie ich meine äußerst anregenden Artikel "Träumen Androiden vom Kino?" Sie haben die Matrix geändert: Wie die hypermodernen Multiplexkinos den Blick, die Wahrnehmung und die Körperlichkeit des Publikums wie auch die Realität des Films verändert haben. [...] Eine Klage scheint daher unangemessen, und gerade am Rand der Großstädte, wo die Multiplexe aus dem Boden schießen wie die Pilze, mag sich einiges zum Positiven verändert haben. Multiplexe aber verändern die Bewegung der Menschen, sie verändern ihre Haltung, ihren Blick, ihre Wahrnehmung, ihre Körperlichkeit genauso, wie sie die Filme verändern. [...] Multiplexe [...] Abgeschottet von den öffentlichen Straßen, von jedweden attraktiven Kneipen und Cafés nisten sie sich in Baulücken oder in den Speckgürteln der Großstädte ein. Ihrer Nachbarschaft assoziieren sich Einkaufszentren, wahre Kaufpaläste, die so verlässlich einige Ladenketten über die Welt verteilen[...]. Versorgungseinheiten für die Wohlhabenden, der Besucher tut wohl daran, über einen Geldbeutel oder eine Eintrittskarte zu verfügen, andernfalls wird man ihm die Türe weisen, schließlich bewegt man sich hier auf Privatgelände. Nicht der Bürger, der Konsument ist gesucht und gefragt. Und der soll sauber, clean sein und bleiben: keine Demonstrationen, keine Obdachlosen. Keine Flugblätter, keine Diskussionen. [...] Auch in den Gebäuden wird man den Geruch nach Meister Proper nicht los: dunkle Teppiche, die täglich mindestens einmal vom Reinigungspersonal gesaugt und shampooniert werden, große Glasflächen, die Transparenz suggerieren, wo das Gegenteil der Fall ist, die Räume sind hermetisch. [...] Auch hier tragen die Jungs und Mädels Uniform, ihr Einheitsoutfit verfolgt uns bis zur Kartenabreißerin, die ihr "ich wünsche Ihnen einen angenehmen Abend" so teilnahmslos runterrasselt wie ihre Kollegin in Los Angeles, Paris und Tokio. Das Bild ist überall das Gleiche. Doch nicht nur die Körper der Angestellten sind uniformiert und gerichtet, den Körpern der Besucher widerfährt nichts anderes. Bis hin zum Kinosessel wird ihnen diktiert, wie sie sich zu halten haben. Hier strecken, hier bücken. Hier nach unten. Dort nach oben. Hier essen. Dort ausscheiden. Nirgendwo rauchen. Wo das Auge des uniformierten Personals nicht ausreicht, ein uniformes Verhalten der Besucher zu garantieren, informieren unsichtbar angebrachte Überwachungskameras ein Wachpersonal über Abweichungen von der Hausordnung. Das Bild ist nicht zufällig das eines Hochsicherheitstrakts. Doch anders als in den öffentlichen Gefängnissen überspielen die Multiplexkinos den geschlossenen Raum, den sie als attraktiven feilbieten. [...] Die alles übersäuselnde Musik schließlich beruhigt den nervösesten Unterhaltungshäftling wie einen übersensiblen Flugpassagier und verfolgt ihn bis in die nobelst ausgestatteten Toiletten. [...] In den Multiplexen lässt sich nicht träumen. Hier habe ich zwar von jedem Sitzplatz eine optimale Sicht auf die Leinwand und sie wird, egal wo ich mich befinde, meinen Gesichtskreis überschreiten. Doch entspannt zurücklehnen darf ich mich nicht, denn die Leinwand ist nicht über meiner Blickachse, sondern darunter angebracht. Da mögen die Gesichter groß, wesentlich größer als in jedem herkömmlichen Kino sein - ich aber schaue auf sie hinab, anstatt zu ihnen aufzublicken. Hätte es ohne diesen Blick nach oben Rita Hayworth Gilda gegeben? Hätte Marilyn Monroe uns aus der Übersicht derartig fasziniert? Hätten Monty Clift, Gregory Peck oder James Dean uns je in ihren Bann geschlagen, wenn wir auf sie herabgeblickt hätten? Ich glaube nicht. Das moderne Multiplexkino ist nicht zufällig seltsam starlos, hier regieren die Technik, die Kameraführung, die Montage, die digitale Bearbeitung. Seine Blickachsen berauben uns des imaginären Raums in Kopf und Kino, sie stehlen uns die Distanz, die Träumer und Träumerin brauchen. Die unverhüllte Leinwand hängt uns gegenüber wie ein erbarmungsloses, lidloses Auge, ohne Versprechen auf ein Anderes setzt sie unseren Blick in eins mit der Wahrnehmung. Sie bezeichnet uns als allmächtiges Subjekt, um uns Tyrannen zu tyrannisieren. [...] Indem er den Körper des Schauspielers attackiert, in Stücke reißt oder an Felswänden marginalisiert, bringt der Multiplexfilm nicht die Projektion, sondern den Körper des Zuschauers selbst ins Spiel. Statt den Schwindel auf der Leinwand zu inszenieren, versetzt der Multiplexfilm Blick und Erblicktes in eins, anstatt den Schwindel zu begreifen, empfinden wir ihn. Bomben detonieren in unseren Augen, zerfetzte Flugzeugwracks fliegen uns um die Ohren, der Soundtrack raubt uns die Sinne. Es sind primäre Affekte um die Unversehrtheit unseres Körpers, auf die dieses Kino zielt: Jeder Kinobesuch eine Simulation ums Überleben. [...] Das, was dort geschieht, ist so real wie die Matrix im gleichnamigen Film der Wachowski-Brüder, und es ist nicht einmal sicher, ob mit der Matrix die Welt verschwindet: Präzise das Gefühl für diese Differenz kommt dem Cyborg-Zuschauer zunehmend abhanden.[...] Statt uns als Geborene verliebt oder narzisstisch in Spiegeln zu identifizieren, eine unendliche Geborgenheit im imaginären, mütterlichen Raum des Kinos zu empfinden, bewegen wir uns in den Multiplexen und ihren Filmen im Realen, das keine Distanz duldet und die Differenz nicht kennt. Mit der Wirklichkeit hat diese psychoanalytische Kategorie wenig zu schaffen, sie bezeichnet vielmehr die Ebene der lebensnotwendigen Bedürfnisse: Was wir brauchen, wird eingespeist. [...] Das Multiplex entlässt seine Zuschauer nicht entspannt, nicht schläfrig oder metaphysisch in die Fortsetzung der Traumarbeit vertieft. Abgekoppelt vom Informationsnabel des Kinos, sucht der Zuschauer von heute sofort, diesen zu ersetzen, die Reize müssen weiter fließen. Die Chance, ein Publikum im klassischen Sinne zu bilden, geht für den Zuschauer heute gegen null. Das Kino stellt keine Öffentlichkeit her, weder im Kinosaal noch später, wenn wir es längst verlassen haben. Wozu auch? Was sollte hier noch ausgestellt, welches Geheimnis veröffentlicht werden?[...] Die virtuelle Welt verdrängt nichts mehr und schon gar nichts Sehenswertes. Wir haben uns daran gewöhnt, bis auf unsere genetischen Muster hin durchsichtig zu sein, und wir haben uns daran gewöhnt, andere zu durchschauen. Der Blick aus dem Fenster geht ins Leere, das Leben erschöpft sich in den Soapoperas, Dokusoaps und Realityshows des Fernsehens. Obszön wie die Multiplexe ersetzen sie das Diffuse und die Heterogenität des gelebten Lebens durch eine dramaturgische Überschaubarkeit und eine Homogenität, menschliche Erfahrung definiert sich durch immer neue Schnittstellen und Benutzeroberflächen. Der Begriff der Reproduzierbarkeit zielt heute nur noch auf die des Menschen selbst, nicht mehr auf seine transzendentale Wahrnehmung einer Differenz. [...] Das Zeitalter der unendlichen Simulation, die von sich selbst nichts weiß und nichts wissen will, kann eine Subjektphilosophie gut und gerne entbehren. [...] Nur in einer Hinsicht hat Kracauer noch Recht: "Jene Zurüstung der Lichtspielhäuser", schrieb er 1926, "hat die Aufrichtigkeit für sich." Anstatt aber wie in den 20er-Jahren eine Selbsterkenntnis, einen "Mangel...unordentlich" auszudrücken, der sogar auf einen "Umschlag" der Gesellschaft zielt, inszenieren die Multiplexe heute außerordentlich ordentlich die Fülle an Reizen und garantieren obendrein ihre Befriedigung. Alte Filmpaläste und Kiezkinos mögen sterben, die Multiplexe florieren, weil sie reizen und gereizt werden. Das zahlt sich, rein darwinistisch gesehen, in ihrem und unserem Überleben aus. Vorläufig jedenfalls. Aus: http://www.taz.de/index.php?id=archivse...6/21/a0158 Wie sieht das Kino der Zukunft aus?
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Bye Bye Cinema ... Artikel der NEW YORK TIMES
cinerama antwortete auf cinerama's Thema in Digitale Projektion
Auf Seite 11 der FFA-Studie finden sich entsprechende Zahlen für die sog. "Kunstkinos": http://www.filmfoerderungsanstalt.de/do...os2006.pdf Und hier auf S. 1 die Zahlen für Besucherrückgänge der letzten 5 Jahre: http://www.filmfoerderungsanstalt.de/do...2_2006.pdf -
In diesem Forum und in den Kinohierarchien sind Frauen unterrepräsentiert, ein Ärgernis. Es hat sich aber an den Universitäten aufgrund der Gleicjstellungsklausel geändert. Auch an den Schulen hat sich das Leistungsverhältnis längst umgekehrt zur traditionellen Männerdominanz, zunächst noch immer aber in den Geisteswissenschafften, aber vorpreschend in den Naturwissenschaften. Muß gefördert werden, auch von Kinobetreibern.
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Bye Bye Cinema ... Artikel der NEW YORK TIMES
cinerama antwortete auf cinerama's Thema in Digitale Projektion
Du meinst die derzeitigen Zahlen? Habe sie noch nicht angeschaut, hatte im Kopf die Zahlen von 2006. Damals ein Plus für Kinos der AG-Kino/Gilde/KoKis von 18 %, für Multiplexe oder Kinocenter ein (prozentual) etwas geringeres Minus. -
Bye Bye Cinema ... Artikel der NEW YORK TIMES
cinerama antwortete auf cinerama's Thema in Digitale Projektion
Es gab einen Besucheranstieg Mitte/Ende der 90er Jahre aufgrund neuer Multiplexe sowie der Einzelerfolge TITANIC usw. Ich bezog mich auf Deutschland, Vergleich 1958 und 2007. Ingesamt sind die Besucherzahlen rückgängig, während die Bevölkerungszahlen zunehmen. Angestiegen ist sie im Programmkinosektor (sehr löblich ud hoffnungsvoll!) Film boomt auf allen Kanälen, nicht aber immer mehr nur im Kino. Ich bleibe skeptisch. Wenn Sie die FFA-Zahlen einsehen, dann schaut es nicht so rosig aus. Wüßte keinen Grund, warum sich das revolutionär zum Positiven wenden sollte vor Ablauf der nächsten 2 Dekaden. -
Einige Allgemeine Fragen zur Digitalen Projektion...
cinerama antwortete auf UC-KA's Thema in Digitale Projektion
Schade, daß immer nur das Mittelmaß sich durchsetzt. Denn für die Architektur und die Leinwandphysiognomie der Filmtheater (-vielfalt) ist das nicht förderlich. Auf den von mir favorisierten Leinwänden und Betrachtungsabständen bevorzuge ich derzeit eine gute 35mm-VOLL-Analog-Kopie. Gerade auf den Filmfestspielen ist man immer wieder für einige exzellente Filmkopien dankbar, die sich von der DCI-Projektion via Barco 2k in einigen Parametern angenehm unterscheiden. Andere Zuschauer mögen dies natürlich anders sehen, für diese sind viele digital nachbearbeitete Produkte (Kantenanhebung, Verstärkung gröberer Bildelemente usw.) attraktiver. -
Bye Bye Cinema ... Artikel der NEW YORK TIMES
cinerama antwortete auf cinerama's Thema in Digitale Projektion
DIe 2k DCI-Prjektionen wurden erst dann "Referenz", als das Digital Intermediate zunehmend die analoge Dupkopierung schwer beeinträchtigte. Weshalb einige Regisseure weert darauf legten, ohne D.I. zu arbeiten (BATMAN RETURNS, DAS LEBEN DER ANDEREN). Diese sind aber der Ausnahmefall. Die Besucherzahlen entsprechen einem Fünftel von dem vor 50 Jahren. In diesem Jahr in Dtl. vermutlich 7 % Minus, in USA angeblich noch mehr, aber neuerdings hörte man von sensationellen Erfolgen während des Thank-Givings-Spiels, schreibt BLICKPUNKT:FILM und schönt die US-Bilanz in seinem Sinne. Die Zahlen lassen 2007 m.E. noch keine eindeutigen oder endgültigen Prophezeiungen zu. Weder negativ noch positiv. Blue-ray, HD-DVD und Flachbildschirme werden über Bestandserhaltung oder Bereinigung der Filmtheaterlandschaft entscheiden, weniger im Moment der Typ des installierten Bildwerfers, von dem viele 35mm-Zuschauer glauben, er sei bereits digital. :wink: -
Bye Bye Cinema ... Artikel der NEW YORK TIMES
cinerama antwortete auf cinerama's Thema in Digitale Projektion
Ich finde diesen Text an dieser Stelle auch nicht gut und würde so etwas immer auseinanderhalten wissen! Das Miteinbringen von angeblich poetischem Ausdruck (der eher aufgrund technischer Mängel so entstanden ist), fand ich immer schon peinlich. Der Artikel diagnistiziert aber kulturgeschichtlich viele Entwicklungen, denn er zeigt natürlich auch, daß ältere Artefakte mit ihren Mängeln (d.h. ältere TC-Kopien) für ihre Zeit mit den Premierenversionen verbunden sind und sich auch in der Erinnerungskultur der Besucher als ästhetisches Original eingegraben haben (so wie Furtwängler Beethoven-Dirigate entgegen den späteren perfekteren, aber "seelenloseren" Karajan-Dirigate). Aber eine Neuabtastung 2007 von Orginalmaterialien (oder eine erfolgreiche analoge Neukopierung, wenn das Negativ intakt ist) holt mehr an Details heraus als anno 195x. Manchmal auch unerwünschte Details... Trotzdem gibt es bestimme Inszenierungs- und Schärfe- wie auch Beleuchtungskonzepte, die auf des damaligen Technicolor-Konzept bereits bei der Aufnahme und der Wiedergabe in ganz bestimmter Weise ausgerichtet waren. Diverse Farbmuster bei DeMille (THE TEN COMMANDMENS) oder Hitchcock (VERTIGO) wurden durch spätere analoge Neukopierungen aber auch angeblich neutrale Abtastungen für DVD erstmals wieder von Ausgangsmaterialien kopiert, leider aber auch verfälscht. Man verfährt dann als Tycoon, der Kino als Hobby betreiben kann und das aus der Westentasche bezahlen kann, wie folgt: 1 Kopie vom Kameraoriginal (im Large Format) 1 alte Technicolor-Kopie als Referenz für die Farbästhetik und das Konzept 1 4-Scan vom Original mit und ohne Retuschen und .Grain-Reducer-Programmen mit SXRD-Projektion Und dies alles in a) deutschen und b) originalsprachigen Fassungen. Das ist leider der Stand des derzeitigen Repertoires. -
Technicolor digital für ~300 Sääle, incl. Ziegfeld Theatre
cinerama antwortete auf oceanic's Thema in Digitale Projektion
Oh, ist mir peinlich, beim Nichtwissen ertappt. :oops: Interessante Ergänzung, danke. Hat mich neugierig gemacht, was dort lief (einige 70mm-Premieren sind mir zumndet bekannt). Bilwandgrösse, na ja. Vielleicht so um die 18 Meter? -
Einige Allgemeine Fragen zur Digitalen Projektion...
cinerama antwortete auf UC-KA's Thema in Digitale Projektion
Fragt sich, wer in den Genuss der Virtual Print Fee kommt. Mein "Kino um die Ecke", in das ich schon als Fünfjähriger hineinging, um BEN HUR zu sehen, bestimmt nicht. Noch nie gekannte Abhängigkeiten und starre Verleihkonditionen. Der mögliche Exitus. -
Kontrast und Schwarzwert viel schlechter als Nachfolgemodell R 220. Und solitär nicht 3-D-fähig. Und was ist die typische Leinwand? Die DCI-Leinwand? :lol: Für mich als Forscher der verschiedensten Bildformate seit der Steinzeit ist allein diese Wortwahl "typische Leinwand" oder "typisches Format" (16 : 9?) ein Frevel. Es wird also alles "typisiert". Ähnlich dem THX? Das würde mich nicht wundern, wenn dies die nächste DCI-Empfehlung wäre, die uns blüht. Flat 1.7777777777777777777777777777777777777777777777777punkt. SORRY: Bei DCI eher 1.89 : 1 - full panel. Das ist das riesige Breitwandplus gegenüber dem Home Cinema. Für curved screens und haushohe Leinwände und auch Imax, die bald umrüsten möchte? Wenig berauschend!
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Technicolor digital für ~300 Sääle, incl. Ziegfeld Theatre
cinerama antwortete auf oceanic's Thema in Digitale Projektion
Nö, nix mit WideScreen. Aber für Digital Cinema reicht die Bildgrösse. http://www.clearviewcinemas.com/cgi-bin...ay_theatre Eher ein Witz. Aber die Stühle sind nett. :wink: -
Bye Bye Cinema ... Artikel der NEW YORK TIMES
cinerama antwortete auf cinerama's Thema in Digitale Projektion
Imposante, ungeheuer fundierte Statistik. - Scheinbar traut sich keiner, auf den INHALT des Artikels einzugehen. -
1200 Plätze und die seinerzeit modernste Tonfilmanlage. Als ich den Saal das erstemal sah, fiel ich aus allen Wolken: so muß und kann eigentlich nur das klassische Normalformat-Theater aussehen - in Vollendung das Prinzip des "dynamischen Quadrats" umsetzend (Foto sende ich Dir, wenn Du die neue Mail-Adresse mitteilst). Kurz vor dem Abriss fotografierte eine Bekannter von mir das entkernte Interieur des 'Haus Vaterland'. Wenn es heute noch Sinn machen würde, die Tonfilme vor 1945 vorzuführen, so wäre dies ein Saal gewesen, der einen auf fast schon "gefährliche" Weise den zeitpolitischen Background vergessen machen könnte. Aber eines Tages werden solche Architekturen im Retro-Look zurückgeholt werden müssen, um bestimmte Performationskulturen überhaupt noch vermitteln zu können, so verdächtig diese Art der Nostalgie und Rückwärtsgewandtheit auch anmutet. Da aber neue Filmtheaterkulturen mitnichten kompatibel sind mir älteren Aufführungsformen, führt kein Weg daran vorbei. Ähnlich dem Saal im Haus Vaterland wäre in Berlin noch die Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz zu nennen, in der Stummfilmaufführungen während der Berlinale eine ungeheure Atmosphäre entfalten, die alles an späteren Roadshow-Epochen noch in den Schatten stellt. Einer der wenigen weltstädtischen Event-Säle der Berlinale. :o
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Gestern verfaßte ich kurz Folgendes, die eMail anbei zur Nachahmung, wer mag: An: Redaktion Hessenschau eMail: http://www.hr-online.de/website/fernseh...ubrik=3070 Sehr geehrte Damen und Herren, als Tourist in Frankfurt war ich über alle Maßen erstaunt, das Frankfurts beeindruckendstes Filmtheater, daß am ROYAL PALAST an der Schäfergasse seit gestern offenbar die Abrißbirne tobt. Ein so gräßliches Schauspiel wurde ja lange nicht mehr geboten, aber ich war auch bereits einige Jahre nicht mehr am Main. Allerdings war dieses Haus über die Landesgrenzen berühmt! Als Tradeshow-Theater noch in den 80er und 90er Jahren für die größen Filmverleihcompanies, und in den 1950er bis 90er Jahren liefen dort in Erst- und Wiederaufführungen im gigantischen 70mm-Filmformat die großen Klassiker BEN HUR, DOKTOR SCHIWAGO, 2001: ODYSSEE IM WELTRAUM, GRAND PRIX, BLADE RUNNER, STIRB LANGSAM, IM RAUSCH DER TIEFE, ALIEN, POLTERGEIST, KRIEG DER STERNE (1978-1983), ABYSS, LAWRENCE VON ARABIEN u.v.a. - auf einer wirklich riesigen und vor allem tief gebogenden Breitleinwand, die es so heute nicht mehr gibt! Ein vibrierender Raumton durchflutete die Säle. Würden Sie den Hessen vielleicht eine Reportage zukommen lassen, über heute und gestern, vorgestern und morgen: dabei das aktuelle Geschehene dokumentieren und auch einen Ausblick auf die Zukunft am Standort gewähren? Mich würde der Fortgang sehr interessieren, und viele hessische Bekannte klagten mir ihre Bestürzung mit dem Verlust dieser wirklich sehr berühmten Kinopalast-Stätte. Vielen Dank und beste Grüsse nach Frankfurt/Main