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Zum Doppelgesicht des Marketing: Marketing wurde im kommerziellen Bereich entwickelt, und so stellt sich die Frage, ob es auf den nicht-kommerziellen Bereich übertragbar ist. [...] Beispiele sind die Kirchen, die sich vor ein paar Jahren von einer Unternehmensberatungsfirma eine Marketingstrategie haben machen lassen, Vereine und Verbände, Teile des öffentlichen Dienstes, und eben auch Bibliotheken. [...]. Gegen das kommerzielle Marketing wird eine Kritik vorgetragen, die ihre Argumente aus der Kritik an der Konsumgesellschaft schöpft: Marketing führe zu einer unsinnigen, umweltfeindlichen, die wahren Bedürfnisse der Konsumenten verzerrenden Steigerung des Konsums. [...] Ihr kann man entgegenhalten, daß die Konsumenten auch Arbeitnehmer sind und Arbeitsplätze brauchen, ferner daß die letztlich auf Rousseaus Kulturkritik zurückgehende Haltung keiner empirischen Prüfung standhalte. Jean-Jaques Rousseau hat 1750 in seinem Diskurs über die Wissenschaften und die Künste Discours sur les sciences et les arts dargelegt, daß die Kultur den Menschen seinem naturverbundenen, glücklichen Urzustand entfremdet habe und ihm Unschuld, Freiheit und Tugend geraubt habe. Einen anderen kritischen Ansatz tragen die Verbraucherverbände vor. Sie argumentieren, daß die ausgefeilten Marketingstrategien der Unternehmen die Verbraucher in die hilflose Rolle des manipulierten Geschöpfs drängen und wollen ihre Verbraucheraufklärung dagegensetzen. Andererseits haben die Verbraucherorganisationen bei ihren Warentests den Aspekt vernachlässigt, daß bei ausgereiften Produkten die getesteten Kriterien - Sicherheit, Funktionalität, Handhabbarkeit - für viele Verbraucher in den Hintergrund treten und andere Kriterien an Bedeutung gewinnen, vor allem gestalterische und andere Zusatznutzen. Hierbei lassen die Verbraucherorganisationen die Verbraucher sozusagen im Stich und beharren auf ihrem Votum, darauf käme es in Wirklichkeit nicht an, statt daß sie das tatsächliche Verbraucherverhalten detailliert untersuchen und auf diesem Hintergrund Wege zu einem Ausgleich zwischen den Interessen der beiden Marktteilnehmergruppen aufzuzeigen. Die Verbraucherverbände beschränken sich weitgehend darauf, an das rationale Verhalten der Verbraucher zu appellieren und diese Verhaltensdimension mit Informationen zu versorgen. Eine wichtige Erkenntnis des Marketing besteht aber gerade darin, daß die rationale Verhaltensdimension nur einen sehr begrenzten Einfluß auf Verbraucherentscheidungen hat. (Aus: http://www.ib.hu-berlin.de/~kumlau/hand...34/d3.html )
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Harry Potter V digital in Frankfurt/M. ?
cinerama antwortete auf magentacine's Thema in Digitale Projektion
"Wir haben bewusst bis zu diesem Zeitpunkt gewartet, obwohl ich schon in den 80er-Jahren in ersten Konzepten die digitale Kinoprojektion beschrieben habe", führt Harald Metz im Gespräch mit heise online aus, "doch hätte ich nicht damit gerechnet, dass es noch 20 Jahre dauern wird". Metz lässt in diesen Tagen als erster Arthouse-Betreiber in Frankfurt am Main in den beiden Sälen seines Berger Kinos digitale Projektoren neben den beiden 35-Millimeter-Maschinen einrichten. Investitionen in die Zukunft, die seinen Angaben zufolge sechsstellige Summen verschlingen – pro Leinwand wohlgemerkt. Einige Kinos, die nicht auf die Veröffentlichung des Standards gewartet hatten, projizieren noch mit dem MPEG-Verfahren, doch sollen sie, sofern sie ihre Server bei XDC bestellt haben, in den nächsten zwei Monaten ihren Besuchern ebenfalls die "standardkonforme" Projektion vorführen können. Dass die Digitalisierung der Kinosäle bisher von der Öffentlichkeit fast nicht beachtet wurde, lag wohl auch daran, dass die großen Kinoketten wie Cinemaxx und Cinestar an einer öffentlichen Diskussion des Themas kein Interesse hatten. Arne Schmidt von der Cinemaxx-Gruppe erläutert, dass man derzeit noch "über die Finanzierung der digitalen Technik mit den Verleihern" verhandle. Und Thomas Schulz von Cinestar spricht aus dem gleichen Grund davon, dass erst in "relativ naher Zukunft“ die digitale Technik in den Kinosälen der Gruppe angeboten werde, weil man in diesen Verhandlungen erst einen Stand erreichen wolle, der es ermögliche, dass die Beamer "flächendeckend und möglichst gleichzeitig" installiert werden können. (Aus: http://www.heise.de/newsticker/meldung/89522) -
Nebendiskussion: "off-topic": Schon klar, haben wir auch in Berlin auf den Printern für geschrumpftes Negativ oder andererseits auch verkürzte Zahnteilung bei Bauer U2 für Altfilmmaterial. Aber bis dato hatte ich bei 70 mm Material noch nie Probleme mit der Magnettonspurlage und dem Bildstand (eine Vinegare-Syndrome-Kopie allerdings ausgenommen). Das normale Material wurde bei uns bei 5 Grad und 25% r. LF eingelagert - danach ist nichts mehr geschrumpft, gefadet oder verwellt. Empfehle unbedingt die Klimatisierung oder Einlagerung in entsprechenden Örtlichkeiten, auf Dauer vermutlich kostengünstiger. Der Magnetkopf alleine kann es m.E. kaum richten: es müsste doch auch der Flansch der Tonwellen am Magnettongerät "verbreitert" werden, um Spurlage und Azimut konstant rechtwinklig/mittig zu halten zu führen.
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Gerade ins idyllische Krnov lohnt die Anfahrt, wo das grosse tschechische Widescreen-Festival Anfang 2008 steigt - hergerichtet in einem authentisch für die osteuropäischen Wide-Screen-Verfahren gebauten, immerhin mittelgrossen Filmtheater in taubenblauem Ambiente. Besonderer Clou dort: die Projektion mit der osteuropäischen Weltmarke MEOPTA, mit UM 70-Bildwerfern, deren Anblick mich immer wieder von neuem verzückt: Aber auch für den westeuropäischen - und anglo-amerikanischen Film :wink: - ist dort gesorgt: ... Und auch einige Stummfilm-Paläste und die Zweckbauten des frühen Tonfilms würde ich sehr gerne hier weiterhin vertreten sehen - und ergänze dies vielleicht demnächst mit einer Welturaufführung der restaurierten Fassung des PANZEKREUZER POTEMKIN aus der Berliner SCHAUBÜHNE. Ein grosses Manko beibt leider nachwievor die Erörterung der "Dekor"-Paläste, aber auch der 3-D- oder Special-Venue-Theates, die schon in den 1950er Jahren mit plastischem Film, Rundumfilm oder Kuppelprojektionen Aufsehen erregten. Wir vermissen dies heute sehr. :shock: Was ist denn damit Bedauerliches passiert? Meine Kopie SAN SEBASTIAN ist noch sehr farbenfroh und kaum geschrumpft, der 70mm-Magnetton einwandfrei. Hängt das mit der Lagerung zusammen?
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Für unsere Kino- und Festival-Touristen bieten zahlreiche Sonderveranstaltungen diesen Jahres und auch noch 2008 einige exklusive, man könnte sagen vielleicht weltexklusive Filmeinstätze. Dabei werden dem Besucher und Reisenden nicht nur der von uns allen geschätzte Typ der "70mm Cinerama Screen" von 1962 begegnen, sondern auch konträre Varianten und Konzepte im Filmtheaterbau und in der Bildwand-"Physiognomie". Es gibt somit die langwährende Diskussion, wie stark gerümmt eine Leinwand sein darf: elliposoid, parabolisch, in der Mitte eher abgeflacht (der Philips-Vorschlag) oder - umgekehrt - mittig stark gekrümmt und zu den Flanken flacher auslaufend ... Und es gibt die Anhänger der deutlich flacheren (und weniger formatbechneidenden) Studio-Screen, favorisiert seit den frühen kommunalen und musealen Kinos bis hin zum Sternenkriegs-Produzenten George Lucas. U.a. im Thread 70 mm - Vorführtermine im In- und Ausland werden einige fremdländische, aber auch andere deutsche Spielstätten vorgestellt, deren Eigenschaft es ist, dem Publikum noch einige herausragende Seh- und Hörerfahrungen vermitteln zu können: http://forum.filmvorfuehrer.de/viewtopic.php?t=6097 Manchmal macht es eben doch Höllenspaß, das Reisen in fremdländische Gefilde mit exotischen Kinos zu verbinden, allerdings nur für gelegentliche "Tournee-Cinéasten" unseres Forums. :wink: Zum WINDJAMMER Event, @cinemartin, und auch für andere neu hinzustossende Leser dieses Threads, ist die Erinnerung an @filmempires Rubrik http://forum.filmvorfuehrer.de/viewtopic.php?t=6234 sehr erwähnenswert, der diese Aufführungen noch im Original miterleben durfte! :)
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Dann herzlich willkommen im Forum! Wohl gar keine Frage: EUROPA PALAST Essen eines der grandiosesten Breitwand-Kathedralen der Geschichte, und neben dem Berliner ROYAL PALAST eines meiner fünf Lieblingskinos. Es war sicher so, daß in Essen die letzte Betreiberin (ihr folgte noch kurzzeitig eine Havarist, der nicht lange überlebte) grosse Investitionen in die Modernisierung des NEUEN ROXY tätigte und auch den GRAND PALAST (heute ein Theater) in Schuß hielt, jedoch die Totalrenovierung des EUROPA PALASTES nicht mehr stattfinden konnte, nach dem CINEMAXX am Berliner Platz ein Kaufhauskino mit 14 Leinwänden eröffnete und auch die Programmkinoszene der Filmkunstheater sich festigen konnte. Heute sollen die Darbietungen im CxX (trotz eines neuen "Luxus-Saals") mitunter derart ernüchternd sein, sodaß sich viele den leicht "muffigen" EUROPA PALAST vehement zurücksehnen. Leider verfügte der grosse Saal des EUROPA (es gab noch drei weitere Saalanbauten zum Kinocenter) schon seit den 1970er Jahren über keine 3-streifige Funnktion mehr, gleichwohl Teile der Anlage noch in den 1990er Jahren dort stationiert waren. Die 3-streifigen CINERAMA-Kopien von WINDJAMMER (1. Cinemiracle-Film, jedoch verspätet die erste "Cinerama"-Vorführung in Dtl.) und DAS WAR DER WILDE WESTEN konnten durch den Enthusiasten Burmeister gerettet werden und wurde dem National Museum of Film, Photography and Television (NMPFT) im englischen Bradford übergeben, wo sie desöfteren gezeigt werden. Die 70mm-Kopien KRAKATOA und DIE LETZTE SCHLACHT verblieben freundlicherweise in Deutschland. In den letzten Jahren wurde das Format "Cinema-Scope" im EUROPA 1 ebenfalls auf voller Bildbreite von 26 Metern gezeigt: es war höchst eindrucksvoll (zuletzt dort STAR TREK - GENERATION gesehen), aber es wirkte auch etwas dunkel. M.W. soll der Saal zurzeit überhaupt nicht genutzt werden? Jedenfalls wäre er eine echte Wiederentdeckung, sollte sich die CxX wider Erwarten evtl. wieder aus dieser Stadt zurückziehen. Wie Du zurecht bemerkt hast: kein Bild der Welt kann tatsächlich die Atmösphären und Proportionen eines Filmpalastes adäquat wiedergeben - wir können wohl nur mit den Rudimenten und der Präzision unserer Erinnerung leben. Vielleicht gelingt dies einmal über Computer-Simulationen - ich denke oft daran. Traurigerweise ist auch zu vermelden, daß dieser Tage das Weltpremierentheater von 2001: A SPACE ODYSSEY geschlossen und an eine Kirche verkauft wurde. Es handelt sich um das Cinerama Uptown Theatre in Washington DC, um das seit Jahren (auf www.film-tech.com) hitzige Debatten geführt werden: (Quelle: Christianpost) http://www.film-tech.com/uploads/upload...nley70.jpg http://www.film-tech.com/uploads/upload...lec.70.jpg Oder: www.film-tech.com : dann in die Suchmaske den Thread eingeben: Uptown Theater ditches quality projectionists in search of a crappy presentation (Quelle: www.film.tech.com. Bildwandshots aus 2001: A SPACE ODYSSEY sowie LAWRENCE OF ARABIA - bedauerlicherweise bereits in sog. "restaurierten" 70mm-Versionen der beiden letzten Dekaden) Die Deep Curved Sreen im UPTOWN THEATRE wurde als eine der größten und letzten Klassikbildwände der Region gepriesen, erreichte jedoch nie die Ausmasse des essener EUROPA PALAST (26 Meter) oder des berliner ROYAL PALAST (32,80 Meter). Die "letzten" Cinerama-Theaterbauten in Europa durch Nicolas Reisini sprengten somit alle Panorama-Dimensionen. :cry: Zum Trost: Es existieren noch immer die gewölbten Grossbildwände im CINERAMA SEATTLE sowie im CINERAMA DOME und EGYPTIAN THEATRE in Los Angeles oder im ROYAL PALAST in Malmö - immer wieder eine Reise wert!
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Selbsterkenntnis ist der erste Weg zur Besserung, Marketing ein mitunter zwielichtiges Pflaster. Die Branchenanalyse von @robpl [1 Seite zurückblättern, bitte!] war daher sehr sachkundig, das philosophische Einsprengsel von @plutokennedy eine sinnreiche Mahnung. Wie ordnen Sie sich ein? :) Gilt das auch für "300"-Enthusiasten und andere Gewaltpornographien? Verraten Sie es mir?
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Harry Potter V digital in Frankfurt/M. ?
cinerama antwortete auf magentacine's Thema in Digitale Projektion
Eine Spur Selbstironie - und ein weniig Distanz auch zu den eigenen Dogmen. :wink: Aber Danke für die Fürsorge! -
Zusammenfassung nach Erich Fromm: In der heutigen Gesellschaft leben vier Typen von Sozialcharakteren nebeneinander. Diese Sozialcharaktere, die dem Einzelnen von der Familie übergestülpt werden, heißen: Der autoritäre Charakter der Kapitalisten, der sadomasochistische Charakter der Kleinbürger, der nekrophile Charakter der Hochaggressiven und der Marketing-Charakter der Yuppies. Der autoritäre Charakter will Liebe als Macht, der sadomasochistische Charakter will Liebe als Angst-Lust, der nekrophile Charakter will Liebe als Zerstörung und der Marketing-Charakter will Liebe als Tausch. In der heutigen postindustriellen Gesellschaft ist Liebe eine Randerscheinung. Es herrscht die Tauschliebe der Marketing-Charaktere vor. Die Tauschliebe ist im Grunde bindungslos und kalt. Wirkliche Liebe können nur produktive Charaktere entwickeln, die in der Liebe Fürsorge, Verantwortung, Achtung und Anerkennung des Anderen entfalten. Aus: http://www.wdr5.de/sendungen/das_philos...9798.phtml
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Harry Potter V digital in Frankfurt/M. ?
cinerama antwortete auf magentacine's Thema in Digitale Projektion
Aber, Herr Avandgardist, Farbfernsehen gab es schon 1967, und die Ursprünge des Fernsehens liegen länger etwas zurück als die Geburten des Laufbildfilms - nur ganz sachte am Rande. 35mm war schon immer museal - distributiv schlicht eben "universal". Ihre Avantgarde "3* quer laufend 1980 progressiv" (s.o.) wird daran wenig rütteln können können. Der Chanson-Sänger Udo Jürgens (diesmal ohne "Kaffee mit Sahne") trällerte schon beizeiten ein nettes Lied: Wo das Schicksal grausam waltet, bin ich live dazu geschaltet - und das alles in Farbe. Droht 'ne Sendung mit Niveau, schalt' ich um auf Video - und das alles in Farbe. Die Glotze ist doch das größte - ist ja klar. Ich glotze mir meine schönsten Träume wahr... Aus: http://www.aref.de/kalenderblatt/2002/3...nsehen.php (Kommentar von @cinerama: macht aus Filmtheatern Fernsehstuben - befördert endlich die Senkung der Eintrittspeise auf den Getränke-"Mindestverzehr" und die Abschaffung der blöden "Kinoauswertungsfenster". Global bitte zeitgleich für alle dasselbe an jedem Ort! Eine "maßgeschneiderte Zukunft des Kinos" - top progressiv und "irreal gut" [würde @oceanic schwärmen].) -
In diversen Kinos laufen nachwievor die Werbung und auch mancher Hauptfilm analog. Die "Hochlaufzeit" der Philipstongeräte, insbesondere der neueren Nachfolgemodelle der Leichtbauweise seit FP 20, ist katastrophal. Hochnotpeinlich. Inbesondere im Überbeblendbetrieb höre ich auch noch nach 7 Sek. penetrantes Leiern. Dies war zu Zeiten der schönen Europa-Tongeräte (und selbst der ruppigeren Roxy- und splice-freudigen Ernemann-Tongeräte) eben nicht der Fall! Also wieder einmal die Entscheidung zwischen Filmschonung und andererseits Gleichlauf/Präzision? Zugunsten des hervorragenden Gleichlaufs des Europa-Tongeräts könnte ich dennoch nicht behaupten, daß es den Film je strapaziert hätte. Womöglich sollte man diese Marke wieder einbauen. :lol:
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"Digitale Projektion" is schärfer". - Diese obige Aussage ist so lange Propaganda, da Sie bereits in früheren Posts, als es einen Dísput über kleinere Kinos mit DVD-Abspiel gab, diese Entrepeneure verteidigten. Dann die nächste Stufe: "Net Europe docuzone". Und die derzeit letzte Stufe des von Ihnen gefeierten tausendfachen "Roll-outs" in DLP und 2k Cinema: Darüber wissen wir alle bescheid, wo die Grenzen liegen, und daß sie nicht ausweitungsfähig sind (entgegen den Emulsionsverbesserungen etwa beim Filmband, die den Kinobetreiber keinen Cent kosten). Wer in der Produktion mit 35-mm-Formaten und mit getreuer Umkopierung/möglichst verlustarmer Übertragung auf DI zu tun hat, weiß die Vorzüge des Normalfilms durchaus zu würdigen. Dies stellt international kaum jemand in der Branche Frage, außer einem Dutzend von Ihnen genannter Filmregisseure und Kameraleute, die rauschhaft verzückt ihre neuen Spielzeuge ausprobieren wollen... Höchste Verläßlichkeit gilt (minimale Wartung vorausgesetzt) auch für analoge 35mm-Bildwerfer in Filmtheatern, von denen selbst 80 Jahre alte Geräte, d.h. der 1930er Jahre (allerdings gepaart mit einer modernen Optik Cinelux Ultra Star HD Plus und einer universalen Laserabtastung für sämtliche Analogtonspuren) für die Zukunft bestens gerüstet sind. Dabei ist damit zu rechnen, daß künftig zunehmend 4k und alsbald sogar 6k-Ausbelichtungen auf 35-mm-Intermediate erfolgen und - entgegen Ihrer Darstellungen - konkret sichtbar sind. Im übrigen darf ich Ihnen versichern, analoge Bilderwerfer so weit kalibrieren zu können, daß der Minimalvorteil des digitalen Bildwerfers (Bildstand) kaum mehr entscheidend zum Tragen kommt. Außerdem liebe ich 48 Unterbrechungen pro Sekunde (habe auch nichts gegen 1- oder 3-Flügelblenden - hängt schliesslich ab von der Winkelgeschwindigkeit und vom Wirkungsgrad und Winkel der Umlaufblende, wo die Flimmergrenze liegt). Die "unterbrechungsfreie" Digitalprojektion ermüdet sehr rasch, das haben Zuschauerbefragungen ergeben. Ich persönlich bekomme hiervon sogar gelegentlich Kopfschmerzen, ähnlich wie bei der 3-D-Wiedergabe, aber das soll hier natürlich kein Gradmesser und kein Diktat für die Wahrnehmung vor allem jüngerer Menschen sein, die früh- und "rechtzeitig" am Monitor sozialisiert wurden).
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Nicht vergessen und ausserdem hochgradig sehenswert: PASSAGE KINO 1 (Karl-Marx-Str.) UNION KINO FRIEDRICHSHAGEN (Bölschestraße) CINESTAR KULTURBRAUEREI ( Schönhauser Allee) UCI COLOSSEUM - Kino 1 ( Schönhauser Allee) NEUES OFF (Hermannstr.)
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Tja, das Böse ... wo fängt es wohl an, und wo hört es einmal auf? Ich wüßte keine definitive Antwort. Aber zum Frankfurter ROYAL, das ich mehrmals besuchen und auch in den Betriebsräumen besichtigen durfte, ist zu beklagen: es hat sich NIEMAND, der heute darüber wehklagt, zu Zeiten seiner Betriebszeit um dieses Kino gekümmert, bemüht oder gesorgt. Die meisten gingen hochnäsig daran vorbei, begründeten es mit mangelndem Engagement der UFA- oder hernach der Jaeger-Betriebe und sonnten sich in der Gnade, in anderen Firmen und Institutionen tätig sein zu dürfen (die vielleicht besser bezahlten, mehr Freiräume boten und modernisierter wirkten, wohl aber nicht einmal im Ansatz die Aura und das Potential dieses Hauses aufwiesen). Warum immer nur die Betreiberin anprangern? Wo waren die Cinéasten, Multiplex- und filminstitutionellen Mitarbeiter der Frankfurter Szene mit ihren besonderen Geschäftsideen, Filmwünschen oder vor allem auch Protesten, als das Kino Hilfe brauchte? Alle standen auf dem Standpunkt, sich in ein "gemachtes Nest" setzen zu dürfen, sofern sie je wieder ein Kino in der Schäfergasse beträten, und daß die Betreiberin doch erst einmal von sich aus sämtliche Weltverbesserungen zu übernehmen hätte. Auch im Sinne des Threads "Das Kinosterben geht weiter", sei erinnert, daß man eben frühzeitiger Allianzen oder Kampagnen in die Wege leiten sollte! Na, dann ist ja die Welt in Ordnung. Im übrigen geht es bei diesem Thema um das Frankfurter Kino MGM / ROYAL PALAST. Wohl wahr, aber die "Verschleißerscheinungen" der Einrichtung (Sitze, Teppich) und sanitären Anlagen waren unübersehbar. Die sich ausbreitende leichte Schmuddeligkeit ließ für viele Besucher die neueren MP-Theater eben attraktiver aussehen, man sollte das nicht unterschätzen. In Kombination mit einer hilflos-verfehlten Programmierung der letzten Jahre hat das dem Kino den Rest gegeben. Ihr beide ward ewig nicht hingegangen und gebt Euch jetzt gegenseitig recht. Ich wäre jede Woche dort gewesen, schon aus düsteren Vorahnungen heraus und in dem Wissen, möglichst keine Kinocenter und Fabrikkinos zu unterstützen. Warum habt Ihr das Kino nicht programmiert? Viel können Sie alsbald nicht mehr davon anbieten, wenn Ihr Material so rasant im Essig-Syndrom-versinkt: falsche und fahrlässige Lagerung ist die Ursache hierfür. Ein gekühltes Lager lehnten Sie ja leider ab: ein leider nicht untypisches Verhalten von Schaubudenbetreibern schon im 19. Jhd., das historische Material als verderbliches Gemüse anzusehen, nicht aber als klimatisierungsdürftiges Archivgut. Und darüber werden noch Witze gerissen? :oops:
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Ist doch aber so - noch vor der Schliessung hatten Sie das Haus als "tot" bezeichnet. :cry: Jetzt die Krokodilstränen?
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Niemand bekommt "Schaum" vor dem Mund, wenn ein Kino - und auch den Insertionsgebräuchen entsprechend - überzeugend beworben würde (am rechten Platz zur rechten Zeit, frei nach Mc Lane...!) Woher aber Ihre Kritik an Ihren ehemaligen Frankfurter Kollegen wie der Jaeger-Gruppe? Als damaliger Frankfurter und Leiter innerhalb einer noch grösseren Franchise-Gruppierung hatten Sie doch Gelegenheit, sich um dieses Haus zu bemühen. M.W. nach haben Sie es wie heisse Kohlen betrachtet und das Risiko gescheut. Da nutzt heute als Tränenstube auch kein "www.kinomuseum.com" mehr. (Danke, daß Sie meine Ideen, Programme und Website-Namen immer wieder gerne "kopieren").
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Werde morgen mal in Unterlagen zum Blendenbau nachschauen. Die Ingenieure waren sicher nicht dumm, und simple Bildfrequenz- und Pulsationsmessungen waren schon von Jahrhunderten möglich. Mir fiel das 35-mm-"Flackern" nur auf bei: a) zu hoher Leuchtdichte b) dejustierten Umlaufverschlüssen c) einigen Trommelblenden, deren Lager ausgeschlagen waren d) zuallermeist aber bei Gleichrichtern mit mangelhafter Siebung! Alles Fälle für die konventionelle Wartung. Die Auslechtung der sog. Profi-DLP-Projektoren kann durchaus im Durchschnitt prima sein, zumal Software die Ausleuchtung kontrolliert. 98% aller Kinos aber weltweit ins "Museum" schicken zu wollen, weil angeblich eine Wartung von 35-mm-Umlaufblenden nicht zu erwarten sei, stösst bei mir auf Widerstand. Anstrengend fand ich einige (völlig verschiedene), von 35 mm und 70 mm abweichende Bilderzeuger, die somit stets zu Kopfschmerzen führten: a) flackernde Monitore (auch mit zu geringer Ablenkungsfrequenz) b) statische Bilder bei DLP-Projektion mit geringen Kontrast (DINOSAUR, FINAL DESTINY usw.). c) jegliche Art der 3-D-Projektion (so sehr man sich auch immer darauf freute). Entspannend wirkt- und dies beweisen auch Umfragen: 35-mm-Projektion mit mind. 48 Dunkelsektoren pro Sekunde. Wahrnehmungspsychologisch wird damit auch die Traumsphäre besser stimuliert, behaupten einige Forscher (noch schwach ergründetes Forschungsfeld). 3-Flügelblende bei Stummfilmen scheint obligatorisch (oder Gleichrichter herunterregeln), ansonsten ist sie verzichtbar (ich mag mich darin auch irren). Bei hoher Leuchtdichte nach ISO-Norm ist sie aber vermutlich doch die sicherere Lösung. Allerdings: die meisten 35-mm-Kino-Serienkopien heutzutage sind zu hell! Schon deshalb entfällt zumeist leider der Ansatz zu höheren Leuchtdichten, der wiederum bei dichten Kopien beträchtlichen Brillanzgewinn brächten. Aber diese Kopien sind selten (Festivalkopien). Fazit: ausgenommen den perfekten Bildstand bei digitaler Projektion und Live-Einspielungen haben analoge Bildwerfer mehr Potential (hervorragende Kopien und weitere Materialverbesserungen vorausgesetzt). Mag sein. LCD-Monitore hatten immer einen auch für Laien niedrigen Kontrast. Seit 2005 wieder ein kalibrierter PC-Röhrenmonitor bei mir wie auch in den Postproduktonsstudios: Farbtiefe wie 3-D (aber die Schärfe sackt leider ab und er flickert). Das hat aber mit Kinoprojektion alles schon nichts mehr zu tun. Der 2k-DLP-Rollout ist daher nachwievor ein Überrumpelungsversuch der Produzenten, Kinos billig abzuspeisen und ein "Einheitsformat" voranzutreiben. :cry:
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ja...es gibt menschen, die nehmen sogar 3x täglich nahrung zu sich - werter chronist - essen oder nahrungsaufnahme ist für den menschlichen organismus notwendig, das kannst Du in einem selbstversuch gerne einmal testen - spätestens nach 3 wochen ohne nahrungsaufnahme [...] [...] ja, da hast Du recht...so ging es mir z.b. bei "Ben Hur" ...erst hat mich der reiz des posters ins kino gezogen (das BEN HUR plakat, einfach gewaltig, leuchtendes gelb und der zusätzliche attrappenreiz "camera-65"), dann die schaueffekte, die erregende musik, das kristallklare bild - ich konnte nicht mehr kontemplativ den bildstand analysieren - furchtbares machwerk ... @prestons obige Verhöhnungen zielen wieder ins Leere. Denn der Vergleich mit der Nahrungsaufnahme und Nahrungsindustrie ist nicht grundfalsch (und stammt im übrigen von einer Filmprofessorin). Vielleicht erinnert sich jemand an den Film "Super Size Me" und erkennt die schwarze Ironie hinter diesem Vergleich? http://www.usa.de/Magazin/Archiv/index-b-84-2256.html Bzgl. Attrappenreiz (aus der Psychologie): es sollte dieser Begriff besser nicht verurteilt werden, zumal hiemrit unwahrhaftige Blendwerbung kritisiert wird, und sobald erst nachz Kauf der Ware klar wird, wie "hohl" das Produkt ist. Jeder User dieses Forums weiß aus eigener Lebenserfahrung (selbst in seiner Eigenschaft als begeisterter oder gar süchtiger Konsument), was damit angedeutet wird. @prestons BEN HUR-Vergleich ist unnötig, weil das gelbe Plakat nur das Symbol einer römischen Festung und schemenhaft einen Wagenlenker andeutet. In der Plakatkunst eher kein Paradigma für die These vom Attrappenreiz. Im übrigen hatte BEN HUR 1959 heftige Kritik erfahren: ein bombastischer Aufwand ohne Psychologie, Inhalt oder Kunstsinn, hieß es. Im übrigen gehöre ich aber nicht zu den BEN HUR-Kritikern. Bitte freundlicherweise an den Argumenten bleiben und nicht sarkastisch sticheln (und uns damit die Zeit rauben), Mr. @sturges! Zurück zu DEATH PROOF ?? :)
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Nein, das klappt nicht und hat es noch nie. Noch nie hat Filmmarketing einen Film, den die Zuschauer nicht sehen wollten, zum Erfolg führen können. Kein Publikum ist so wenig steuerbar wie Kinopublikum. Das einzige, was Filmmarketing machen kann ist, einen Film, den Zuschauer sehen wollen, noch erfolgreicher zu machen. Aus Sicht der Kultur- und Marktkritiker wurde schon vor Jahrzehnten von Bedürfnisproduktion und sogar Manipulation gesprochen. Weiter Schlagworte waren "Warenfetisch", "Kulturindustrie", "Marketingcharakter des Menschen" usw. - teils von Psychologen, Soziologen oder Philosophen in Umlauf gebracht. Setzt man noch eins drauf, so ist es in der Unterhaltung/Kunst/Literatur wenig anders als in der Nahrungsmittelproduktion. Verpackung ist schon die halbe Miete, der Inhalt oftmals aber nur synthetische Reizstimulation. Bei Filmen bedeudet dies, daß die Ware durch raffiniertes Marketing von übersteigerten Versprechen lebt, die aber nur marginal eingelöst werden, um auf des Basis des Mindestkonsenses ein paar "Häppchen" für das aufgescheuchte Wild zu verteilen. Damit wird auch die Abhängigkeit von einer Ware (Film) vertieft, einer Ware, die nie vollends befriedigt, erhellt oder aufklärt. Ästhetisch schlägt es sich wieder im Attraktor des Attrappenreizes (Filmvorankündigungsposter) und in den sog. "Effekten" eines Films, die Inhalt und kontemplative Analyse förmlich unterdrücken. Auch sind die von der "Bewußtwerdung [oder dem "Klügerwerden"] ablenkenden" Effekte dergestalt, daß sie aufgrund des schnellen Schnitts, dunkler Ausleuchtung, selektiver Objektverhandlungen und adrenalysteigernder Funktion kurzzeitig "stimulieren" und sogar zum mehrmaligen Ansehen zwingen, nachdem man dem Bildersturm/Effektgewitter nicht ganz folgen konnte. Somit widerspreche ich der These , zumal ein Bedürfnis eben auch künstlich (syntethisch, synkretistisch) kreiert werden kann, ohne das gemachte Heilsversprechen der Ware einhalten zu müssen. Auch unter Berücksichtung der Kinogänger, der routinemassig ins Kino gehen, um keinesfalls neuere Special Effects zu versäumen, obwohl sie inhaltlich seit langem auf Distanz zu diversen Genres stehen, wären das Besucherverhalten zu analysieren. Wie in der Lebensmittelindustrie ergeben sich fernerhin also Abhängigkeiten zu den Sequels, die man trotz früherer Desillusionierungen (von Sternenkriegen bis hin zu Bond-Filmen) quasi automatisch bei jeder neuen Folge besucht, ohne immer gleich nachhaltige Begeisterung zu empfinden. Leider vertieft sich dieser Widerpruch eben auch, weil dem Autorenfilm zumeist die Neigung zum Spektakel abgeht - was ich als Defizit und Paradox bedauere. Ein Film, der übrigens trotz skeptischer Besuchererwartungen aufgrund des dröhnenden Marketings dennoch erfolgreich wurde, ist THE PHANTOM MENACE (1999) oder auch CLEOPATRA (1963), da bereits die Vorveröffentlichungen zu diesen Filmen klarstellten, welche unsagbaren Dummheiten dem Publikum offeriert werden würden [und obwohl auch der "Look" beider Filme sich um Lichtjahre unterscheidet und die Kinosucht entweder stimuliert oder deprimiert]. :wink:
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Kommentar wohl überflüssig. :wink: [...] Aber da sich oceanic hauptsächlich an richtet, finde ich es nicht verkehrt, daß einige seiner "Informationen" gelegentlich richtiggestellt werden. Denn, liebe Unverbohrte (und alle, die dieses Posting für Haarspalterei halten), möchtet ihr den weiterführenden Aussagen desjenigen Glauben schenken, der sich schon bei den Grundlagen so verheddert? :wink: Also, einfach nicht alles glauben, was man hier so liest, sondern sich lieber selbst ein Bild machen, damit komme ich sogar wieder zum Thema zurück 8) Es ist kaum zu erwarten, daß ein Video- oder IT-Techniker "Vorzüge" der elektro-chemo-mechanischen Aufnahme/Wiedergabe gelten läßt, denn die rasanten Produktzyklen bei Digital lassen einem gar keine Atempause zu, um sich auf das zu konzentrieren, was die Vorzüge einer analogen Filmbilderzeugung und Kopierung ausmacht. Na ja. Also ich habe auf der DP 70 (Einflügelblende) ein flimmerfreies Bild. Kleines Rätsel am Rande: weiß vielleicht wer warum? (Stichpunkt: "Winkelgeschwindigkeit"...) Könnten Sie eventuell (bezugnehmend auf Ihre obige Passage) ergänzend erklären, wie die Flimmergrenze definiert ist in Relation der Bildwechselfrequenz zur Bildwiedergabefrequenz? Wann ist die "Flimmergrenze" erreicht? (Anhand von Zahlen. Dank im Voraus.)
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Natürlich nicht. Aber wie meinst Du das? Sobald das Gebäude weg ist und dort etwas Kinofremdes Platz nimmt, ist der Zorn zumindest einiger Anwohner noch grösser. Es gibt keine positve Lösung mehr, denke ich. Ab dem Augenblick zählt die Erinnerung - je mehr und deutlicher, desto besser. Was hat der letzte Mieter verbrochen? Mutwillig zerstört, um Nachmieter abzuschrecken? Oder die Embleme per Ebay versteigert? Wenn innen trocken, dann könnte man es auch als Lager zwischennutzen?
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Warum? Ich fürchte eher nicht. Es ist ein Kinodenkmal, und ich würde es gerne - selbst wenn komplett verwittert - auch noch in Jahrzehnten "als Mahnmal" sehen wollen. Das wäre also (aus meiner persönlichen Sicht) positiver als Entkernung oder Abriss. Es ist doch völlig in Ordnung, wenn es richtig "weh tut". Man lernt daraus und handelt frühzeitig. :wink: Es lebe also das Mahnmal als Erinnerung an die Unterlassungssünden des 20. Jahrhunderts! :shock:
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Harry Potter V digital in Frankfurt/M. ?
cinerama antwortete auf magentacine's Thema in Digitale Projektion
danke für die warnung ... aber selbst angesehene filmmuseen und -archive schließen sich dem "roll-out" an ... Library of Congress, British Film Institue, National Museum of Photography, Film & Television in Bradford, das von Dir (zu recht) sehr gelobte Norwegian Film Institute, George Eastman House ... andere archive und museen haben digitale projection in planung ... that's the way it is! Ich habe Ihnen dies schon in unserem PN-Chat ganz ausführlich und ruhig mitgeteilt, aber gerne ein zweites Mal: geplant wird immer viel, ausgeführt aber wenig. Der Wunsch entsteht primär um neuere Filmemacher und Festivals herum, die digital gedrehte Filme direkt vom Master abspielen wollen. Und das ist nun einmal auch Bestandteil des neueren Programmauftrags. In den von Ihnen genannten Museen, deren Mitarbeiter ich etwas besser und länger kenne als Sie, sind die Filmverantwortlichen keineswegs von den "Filmkino"-Qualitäten dieser Projektionsweise überzeugt, geschweige denn vom Nutzen für die mediengerechte Darbietung aller auf 35mm-Format und 70mm-Format entstandener Filme. Wenn Bradford (ehemals NMPFT) léger auch einmal OKLAHOMA! (65-mm-Produktion) in 2k DLP vorführte, und Sie diesen "Einfällen" bekanntlich folgen, finde ich auch Bradford an diesem Punkte kritisierenswert. In den dt. Kinematheken und Museen (Berlin, Frankfurt am Main, München, Hamburg) sind keine festen Planungen für einen Roll-out bekannt. Es sind "Avantgardisten" nach Aussage des Roll-out-Beauftragten des HDF, Christian Koppelmeier, die derzeit im Alleingang etwas einbauen oder gar umrüsten. Und es ist Ihr "lokales Bier", wenn sie CASABLANCA, BLOW UP oder TANZ DER VAMPIRE eben nicht mediengerecht, sondern via 2k DLP-vorführen. Das ist im Museumsbetrieb auf keinen Fall durchsetzbar, glauben Sie mir. (Und lesen sie bitte auch die jüngste Verlautbarung des KoKi-Verbundes bzgl. der 35mm-Repertoire-Nutzung). @preston sturges: Sie sind kein Mitglied des Kinematheksverbundes oder ein eingetragenes Filmmuseum, so sehr es natürlich anstrebenswert ist, alles zur gleichen Zeit sein zu wollen. M.E. möchten Sie vom Fernsehkuchen etwas zehren, siehe Opernübertragungen usw.. Dieser Kuchen ist aber schnell aufgegessen, glauben Sie mir, und die Leute sind es satt ... :wink: Auch das wäre ja schön, wenn es immer so wäre (Pflege und Neukopierung). Sie sind gern ein super Schön- und Stimmungsredner! [Kennen aber die Interna leider viel zu wenig] :) -
Harry Potter V digital in Frankfurt/M. ?
cinerama antwortete auf magentacine's Thema in Digitale Projektion
Das kannst du so nicht sagen, wenn die Verleiher einen großen Topf bilden und den Kino´s die Umrüstung bezahlen, ohne Vorderungen zu stellen, warum nicht? Frei nach dem Motte: Wer spart der zahlt. Das einzige was gegen eine Umrüstung spricht ist die Finanzierung! Es müssten natürlich auch die Kleinstbetreiber umgerüstet werden. Keine Wettbewerbsverzerrung bitte. Sonst greift das Antidiskriminierungsgesetz :lol: Vielleicht sollte man den Begriff "Investitionsruine" gegen "Investitionsfalle" austauschen. Man müsste auch noch einmal bei Keynes nachschauen (Stichpunkt "zins-unelastische Investitionsnachfrage", prüfbar auf Anwendbarkeit ja oder nein). Aber m.E. dreht sich die Debatte um die Aufweichung der Kino-Infrastruktur: keineswegs allein mehr nur um den Austausch irgendeines eines Projektionsgerätes (so wie das Abgehen vom Lichttongerät und die Hinwendung zum Digitalton). Bei der "Virtual-print fee" werden ebenfalls keine Geschenke gemacht. Es wäre aber vorstellbar, daß auch das noch eintritt, sobald denn Verleiher erkennen, daß es zwar schwierig ist, sich abrupt aus dem Kinoverleih mit vormals hohen Investitionsgütern und Gewinnen (wie einstmals edlen Filmkopien) zurückzuziehen, dennoch aber der "Öffnung" zu anderen Märkten der Nebenverwertung "Rechnung" getragen werden muss. Einstige Nebenmärkte (Video und Fernsehen) werden mit Hilfe der digitalen Vertriebstechnologien und AV-Formate plötzlich Hauptinvestitionsmarkt. Somit - das wäre meine These - wäre die derzeitige "Investition" in 2k Digital Cinema-Roll-outs eine Scheininvestition. "Scheinbar" wird damit die Annahme populär gemacht, es handelte sich um eine Modernisierung, die exklusiv für die Kinos erfunden wurde. Scheinbar auch wird eine Marketing-Kampagne damit eingeleitet, Kinos würden damit zum neuen Wachstumsmarkt aufschliessen. Man darf aber nicht unberechtigterweise vom genauen Gegenteil ausgehen: eine Investition, die Kinos an den Monitor-, Video- und Multimedia-Vertrieb "anschliesst", befördert auch die kommende Nachrangigkeit des Kinomarktes. Und befördert die Abschaffung der Kinoauswertungs-"Fenster". Was der Verleiher, der sparen oder modernisieren möchte, zurzeit immer auch versucht: mit diesem Roll-out scheint die Einsicht auch auf Seiten der Kinostandorte zu wachsen, daß man nicht länger gewillt ist, ihnen hochrangige, exklusive und nur langfristig amortisierbare Investitionsgüter anzuvertrauen. Bisher aber waren dies die Grundvoraussetzungen einer Kinoauswertung. Das entfällt somit künftig. Es bleibt vorauss. eine Unzahl von ruinierten Standorten (selbst und gerade die digital "umgerüsteten" werden aufgrund ihrer Affinität zum Fernsehen identitätsloser und somit immer weniger "Kino" und sterben möglicherweise selbst noch vor den traditionell nur Spielfilme auswertenden Häusern). Von einem Mindestmass an flächendeckender Infrastruktur (einstmals durch das 35-mm-Format gefestigt) könnte im Roll-out-Fall nicht mehr die Rede sein. In diesem Dschungel der Formate und Distributionsweisen wird das Unwort von der "Marktbereinigung" völlig andere Gesichtszüge annehmen. Entgegen der simplen Erwartungshaltung, nicht digital umgerüstete Kinos würden sterben, vollziehen sich Insolvenzen aufgrund der anderen schon beschriebenen Faktoren (Gleichschhaltungs- und Anschluss-These). Daher kann man nur wärmstens von einer Implementierung solcher "Anlagen" u.a. Spielzeuge warnen. 8)