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Noch ein kurzer Nachtrag (in einem eigentlich schon abgeklungenen Thread): »Kaum war der Tonfilm da, so siegte der Bluff über die Qualität [...]. Die breite Landstraße der Filmkunst, deren schönes Endziel sich schon immer deutlicher in der Ferne abzeichnete, wurde wegen technischer Renovierungsarbeiten gesperrt und auf einem holprigen Feldweg umgeleitet.« (Rudolf Arnheim: Die traurige Zukunft des Films. In: Die Weltbühne, Nr. 37, 9.9.1930, S. 402-404; zit. nach Rudolf Arnheim: Kritiken und Aufsätze zum Film. (Hg. von Helmut H. Diederichs). Frankfurt/M.: Fischer 1979, S. 17-19; hier S. 17. -. Rudolf Arnheim feiert in diesem Jahr seinen 103. Geburtstag und vermag sich als einziger sich noch an die ungekürzte Fassung von METROPOLIS zu erinnern). »Das Schutzpatronat der Bildkunst ist vom heiligen Lukas zum Elektrokonzern hinübergewechselt« (Rudolf Arnheim: Die traurige Zukunft des Films. In: Die Weltbühne, Nr. 37, 9.9.1930, S. 402-404; zit. nach Rudolf Arnheim: Kritiken und Aufsätze zum Film. (Hg. von Helmut H. Diederichs). Frankfurt/M.: Fischer 1979, S. 17-19; hier S. 18. -.) »Stumme Schönheit und tönender Unfug« (Willy Haas, in all seiner ungeordneten Assoziationshaftigkeit, gehört zu den wenigen Autoren, die ein Sensorium für die Zeitstimmung besaßen: Siehe die Textsammlung Der Kritiker als Mitproduzent. Texte zum Film 1920-1933. Hg. von Wolfgang Jacobsen, Karl Prümm, Benno Wenz.) »Film-makers all over the world soon emphasized dialogue to such an extent that the visual track tended to degenerate into a mere accompaniment. [...W]hen dialogue took over, unfathomable imagery withered and intentional meanings prevailed« (Siegfried Kracauer: From Caligari to Hitler. A Psychological History of the German Film. Princeton, NJ: Princeton University Press 1947, S. 205. -) Begeisternd durch die Bank, diese Hochblüte der Filmkritik gegen Heilsversprechungen des Marktes - man wünschte sich doch, eine Zeitlang in den (kapitalistischen und hungernden) 20er Jahren verbracht zu haben. Eine Erfahrung, die heute schmerzlich fehlt und gerade im Film- und Kinobereich möglicherweise zu einer ästhetischen und neuerdings auch technischen Sackgasse führen könnte, sofern sie nicht schon da ist. :D
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Warum digital? Normale Kinocenter-Vorstellungen. Oder - mit etwas Fantasie: Imax- oder Nonstop-Sex-Film-Aufführungen der 80's. Die sind wohl anstrengend und brauchen immerzu Pause. :lol:
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Billig, natürlich. Super-Idee, @preston st.! Zur "brutalen Ausbeutung" auf brasilianischen Zuckerplantagen eine kurze Information: http://www.ila-bonn.de/brasilientexte/z...ssegio.htm
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Der ist in vier Teilen (und zu unterschiedlichen Zeiten) produziert worden und ist 7 1/2 Stunden lang. Wir spielten ihn an zwei Tagen mit je einer standesgemäßen Pause, einkopierten Anfangs- und Endtiteln nebst Ouvertüren etc. pp. Beide Pausen waren vollauf legitimiert. Diesen vierteiligen Monumentalfilm als Anekdote im Streit um eine Unterbrechung von SPIDERMAN III oder PIRATES III liest sich natürlich nett - auch als amüsant-beliebige Small-Talk-Suppe. Nett, aber dennoch eine glatte Unverschämtheit. :lol:
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Hatten Sie sich nicht schon für heute verabschiedet? :wink: 1 Seite vorher liest man mit Genuß:
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Die leidlich provinzielle K-Kultur dort [Griesheim] war gemeint, die in der Innenstadt ausgepägter ist, nicht das Publikum, Monsieur. Zurück zum "Abfüttern" und "Abtränken": Denken Sie mal auch daran, daß einige Gäste nach Rückkehr von der Pause meist so stören wie zu Beginn des Films, wo sie einige Zeit brauchten, um sich zu beruhigen. Diese durch Saft & Corn doppelt "aufgeheizten"Gäste stören mitunter diejenigen um so mehr, die primär den Film erleben wollen und sich bestenfalls nur ein kleines Getränk oder ein kleines, leises Eis mit hineingenommen haben. Ihr "Vorbild" Michael Todd hat das sogar verboten (soweit gehe ich ja gar nicht - ich will ja nur - bitte, bitte- einen unterbrechungsfreien Film erleben. :lol: ) Theatermacher [sprechbühne] (auch und gerade die privaten!) unterbrechen auch nicht ihre Vorstellungen. Warum bloß verbiegt man kinoseitig also die Mindestgrundsätze des Kulturgeschäfts? Sie bewegen sich auf ganz, ganz dünnem Eis - und auch das demagogische Ausspielen bringt Ihnen keinen wirklichen Punkt.
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BEnausen, wer sind die? "Banausen" - diese waren übrigens stets & immer in Anführungszeichen gesetzt! Wenn etwas richtig schädlich ist, die Aura des Kinos noch weiter herabsetzt, dann sollten auch sog. Wünsche einiger Personen des Pubikums kritisch gesehen werden. Ansonsten könnte man auch Raucher in Kindervorstellungen einlassen oder Formate auf die Vierte Wand hin zurechtstutzen - der Kunde ist König (frei nach Flebbe) ... Es gibt schon sehr lange das Verständnis eines integralen Filmwerkcharakters. Den Ausdruck bemühen auch gerne Sie, wenn er Ihnen zufällig "ins Geschäft" paßt. Fernerhin: diverse Orchester werden nicht subventioniert! Ansonsten haben Sie an Kultur wohl so manches verpaßt, scheint mir. Muß wohl an Griesheim liegen.
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Auch dies bleibt krude Schummelei und ein arbiträrer Werkeingriff. Ein Beispiel: in Beethovens 9. Sinfonie setzt auf dem Höhepunkt des Orchesterparts der Chor ein: "Freude schöner Götterfunken, [...]". Und jener Orchesterpart führte kurz zuvor dramatisch direkt auf den Choreinsatz zu. Bisher habe ich noch nicht gehört, daß irgendwo irgenwann jemand auf der Welt an dieser Stelle auf die STOP-Taste gedrückt hääte, obwohl man frei nach @preston argumentieren könnte, der Choreinsatz sei das Auftreten eines neuen "Protagonisten". :lol: Wer also kinoseitig (oder provinziell-verleihseitig) in der Kopie herumschnippeln läßt, um kurz vorher noch ruhigen Gewissens Sprite und Cola loswerden zu müssen, sollte vielleicht die Branche wechseln? :drink:
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Völlig uninteressant, zu welchen Kinogästen ich die Nähe suche oder nicht (aber zum Trost: aus Prinzip gehe ich in sog. "Banausenvorstellungen", weil man dabei optimal die Zuschauerreaktionen ergründen kann. Im kommunalen Kino ist dies leider nicht möglich, da keiner sich rührt.) Relevant in diesem Thread schienen diese Argumente zu sein, daran könnte man anknüpfen:
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Es zielt gegen Verhaltensweisen und Verlust an Würde, die u.a. Sie durch Ihre "Empfehlungen" aus alten Zeiten noch unterstützen. Das ist m.E. das eigentlich Traurige, Heuchlerische und Verlogene in dieser Debatte! Ziemlich traurig und auch empörend. Und dass Sie gerne "frömmeln", ist weitgehend bekannt. :cry:
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Die späten allemal (ich bin aber Wessie...).
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Ist seit Jahren Usus, auch bei UCI Berlin u.a. und keine Lösung für unbekömmliche Entwicklungen der Kinobranche. Ironie der Geschichte: Die noch hierarchisch bestimmte Roadshow des 19. Jahrhunderts simulierte noch den exklusiven Opernbesuch und schuf die standesgemäße Kinopause --- seit Kinocenter-Zeiten kehrt nun über den Umweg der Blockbuster-Starts ("Massenkopien") die Pause zurück: für ein Publikum, das beständig mit der Außenwelt "online" sein muß, um Blase und Handy unter Kontrolle zu halten. Das Stammhirn wurde zuvor schon freiwillig in der Popcorntüte abgegeben, und der Selbstbehauptungswille vollzieht sich über Kleinhirn (gibt es das eigentlich anatomisch?) und Kaumuskulatur. :wink: Erziehung ist also gefragt, weniger "worked fine" oder "business as usual".
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@magentacine, Deine Erkenntnis, die Filmemacher würde sich nur idealerweise darüber Gedanken machen, welche Länge ihre Film hat (implizit die Pausenzeichen nötig werden), ist nicht ursächlich für die Konfusion. Die Verantwortungskette beginnt anderswo: Wer 7 Std.-Versionen CLEOPATRA dreht und auf 3 Stunden kürzt und dennoch kunstvolle Titel und Musikpassagen beibehält, kalkuliert allemal die Aufahmefähigkeit des Publikums. Wenn Clint Eastwood anno 2007 zwei (konsekutiv aufeinander bezogene) Weltkriegsilme nicht zeitgleich als Zweiteiler auswertet, steckt auch dahinter Kalkulation (bspw. bzgl. politisch unterschiedlich disponierter Rezipienten). Wenn Bertolucci die Kinoversion THE LAST EMPEROR auf rund drei Stunden raffte und erst Kinokönig R. eine Pause einfügte (und Verleiher Wohlrabe abnickte), ist auch dies Lokalkriminalität. Ebenso Camerons TITANIC 1997 mit unpassender, spannungstötender Zwangspause am falschen Platz. [LAST EMPEROR und TITANIC dennoch später in 70mm-Kopie pausenfrei gesehen zu haben, war eine völlig neue Offenbarung: gepinkelt hat kaum jemand und auch ältere Leutchen hielten tapfer durch (meine 73-jährige Mutter bleibt bei 4-Stundenfilmen stur sitzen und beschwert sich, daß die Pause so lange dauert)]. Die Störungen einiger Gäste, die bei laufender Vorstellung kurz den Saal verlassen sei auch in ein Verhältnis gesetzt zu den schubweise zu spät eintreffenden, störenden Nachzüglercliquen nach Anlauf der zweiten Filmhälfte: weitaus unangenehmer und auch lauter als still und klammheimlich aufbrechende Blasenschwächlinge während laufender Vorstellungen. Es ist m.E. nicht, @magentacine, Aufgabe der Verleiher und Kinobetreiber, sich Gedanken über Pausentitel zu machen: es gilt das Urheberrecht des Produzenten. Sofern Exportversionen aufgrund "nationaler Interessenkonflikte" (sinngemäß @brillo) entstehen, wurden sie den Filmemachern/Produzenten in der Regel abgetrotzt. Es soll auch mutige Verleiher geben, die sogar schon längere Versionen als die Weltpremiere herausbrachten (Heavens Gate). 3 Stunden Film am Stück sind somit nicht zu lang. Ein Arbeitstag enthält i.d.R. zwei mal vier Stunden mit regulär einer Pause. Die Aufnahmefähigkeit sinkt nicht immer unbedingt mit der Länge eines Films, sondern schwankt auch mit biologischen Kurven. Filmemacher/Produzenten, die eine Pause für vertretbar halten, würden sie wohl einkopieren lassen (1 Meter Film für zwei Sekunden als Klammerteil am Dupnegativ wären eine Lappalie). Warum fehlen diese Pausenzeichen? Weil eine Pause nicht vorgesehen ist und fast immer den dramaturgischen Bogen zerreißt. Das ist hoffentlich unstrittig. Wenn @brillo die Sinnlosigkeit einer Pause zuspitzt, so kann er andererseits keine Toleranz gegen fahle branchenkompromisse eingehen: ein Widerspruch. Gibt es überhaupt einen Sinn der Pause? Mir fällt er nur ein, wenn Handlungsabschnitte entweder zeitlich und/oder örtlich voneinander strikt separiert sind. Hier handelt es sich um größere Abschnitte eine Trennung, deren Interimszeit dramatisch nicht ausgefüllt wurde. Oder es handelt sich um ein dramaturgisches Einfrieren des Augenblicks. Und selbst Pausen aus der "Goldenen Ära" der 60er-Jahre-Monumentalfilme, noch typographisch gestylt, wurden von Seiten der Produzenten/Filmemacher entschieden, um den Roadshow-Charakter und das Opernhafte herauszustellen. Nicht selten waren sie auch hier bereits deplaziert und zerrissen das Epos: "West Side Story", "2001" oder "55 Days at Peking" litten unter der Pause. Aber diese waren (formalrechtlich) zumindest "angeordnet" und einkopiert. Nun frage ich mich, wenn derzeit zumeist (noch aus Respekt der Filmkopie gegenüber - erstaunlich genug) an einem AKtende der "break" kommt, wer hier Verantwortung für die neue "Syntax" der Spannungsverläufe übernimmt? Ein Filmvorführer? Die Theaterleiter (BWL-fähig, aber keine Dramaturgen), der Nachtportier oder die Putzfrau, sofern der Vorführer ausfällt? Oder per "Abstimmung" in diesem Forum?? Mich würde also nicht wundern, wenn dieser Tage in den Betriebsleitungen Anweisungen des Verleihs nachfolgen, wo pausiert werden darf. Man könnte davon ausgehen, daß nicht einmal Rücksprachen mit den Produzenten gehalten wurden, sondern ein Disponent oder Verleihmitarbeiter dort eingreift, wo ansonsten die Putzfrau schneiden müßte. Ob ein kurzweiliger Piraten- und Kinderfilm in den Stand eines Historienepos zu erheben sei, was sich anderswo bei CASINO ROYALE und SPIDERMAN III schon als "Falschpause" erwies, kann bei PIRATES OF C. III kaum gelingen. Letzter Punkt @magentacine, an dem zu widersprechen wäre: Kinos hätten keine erzieherische Funktion, so Deine These. Ich sehe es umgekehrt: wie schon das Theater hat es natürlich kathartische Wirkungen: sowohl Filmtheater als auch Filme haben sie; und die edukativen Wirkungen im Guten oder Schlechten sind allzeit mehr oder weniger stark vorhanden, ob es einem gefällt oder nicht. :wink:
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Aber das sind doch keine Filmkopierwerke. :wink: @kodachrome will Filmtechnik und Entwicklung erlernen: Da war mein Hinweis zielführend.
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Lokal am nächsten sicher hier: http://www.abc-taunusfilm.de/ Viel Glück!
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Kleine ironische Anmerkung zum eingebürgerten Begriff "seelenloser Abspieltempel": ein TEMPEL zeigt uns davon das Gegenteil: Verneigung und Unterwerfung vor den Wundern, die da kommen! Wenn am Anfang von BEN HUR (in einer absolut statischen Breitwandszene) die Heiligen Drei Könige in den Staub sinken und am Firmament der Stern von Bethlehem aufsteigt, dann befinden wir uns auch inszenatorisch und kinematographisch in einem Tempel. Schaukultur des 19. Jahrhunderts und seiner Panoramen. Interessante, staunenswerte Erfahrung. Ans Handyflackern, ans knirschende Popcorn und ans Rausrennen denkt keiner in solchen Momenten. :lol: Leider gibt es nicht wenige Kinos, die zwar über PIRATES OF CAR. , Plexe und Banausen klagen, aber oftmals mit ihren seelen- und vorhanglosen Black-Box-Kinos noch weniger Ambiente als ein modernes Multiplex anbieten. Das nennt sich dann hochnäsig "Programm-" oder "Kommunales Kino"
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Das käme auf Deinen Wohnort drauf an und Deine konkreten späteren beruflichen Vorstellungen.
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Die TV-Anstalt rückt ohnehin bald näher: durch die hier immer wieder geforderte Zurüstung von D.C.-Anlagen - aber das sei hier nicht das Thema --- Ernsthaft überlegt: die Pflicht, auch für ein roheres Publikum (Schlagwort "Banause") Dienste zu verrichten, ist auch mir ein Anliegen. Es gehört aber zur Shomansship und zur Kreativität des Kinos, auch dieses Publikum dadurch anzurühren und zu erstaunen, daß man ihm eine bessere und arteigene Kinowelt präsentiert oder es hierzu zu verführen versucht. Nach etwas Einwöhnung akzeptiert und schätzt es diese Brauchtümer. So brauchte immerhin der Riesenvorhang eines unserer früheren Roadshow-Theater endlose 30 Sekunden, bis irgendwelche "Star Wars"- Rolltitel ins Laufen kamen. Ein Gong wurde vorher noch betätigt. Der Saal war richtig dunkel und ließ sogar den Wunsch im Publikum wachsen, dem Geschehen staunend bis zum Schluß zu folgen: in das Geschehen "hineingezogen". Bei Anlaufen der Endetitel mit Nachmusik wurden diese auch nicht durch hereinstürmendes Personal gestört (die das Banausentum ja durch ihr Vorbild nich fördern). Ein eingeflicktes Pausenzeichen oder eine zeichenlose Unterbrechung wäre in der klassischen Filmtheaterdarbietung nur als Fremdkörper empfunden worden, selbst von blasengeplagten Banausen (zu denen auch ich gehöre). Der heutige "Wunsch" des Publikums nach Pause ist vielleicht Ausdruck seiner Angst, in anbetracht inhaltlich dünner Filme ansonsten seiner Entscheidungsfreiheit eingeschränkt zu werden und Kontakt zu seinem Handy zu verlieren. Das Publikum verlangt natürlich immer nach "Allmacht" über die Ware (und auch die Filme). Grundkonsens und primäre Bewirtschaftungsbasis aber der "Traumfrabik" war jedoch immer der umgekehrte Zug: mit dem Kinoapparat das Publikum zu verführen und zu entführen, es macht- und willenlos den Zauberkünsten des Entertainments auszusetzen.# Bricht man mit diesen Eigenheiten (und macht Filme und Vorstellungen "interaktiv", "gefügig", "häppchengerecht" und beliebig umformbar), so wird der Zauber durch eine neue Kinoform ersetzt, die den Konventionen des Video- und Computerkonsums folgt, wo man zwischendurch kocht, ißt, plaudert, pinkelt und zappt. Es soll ja durchaus noch so etwas wie "Erziehung" geben. Sie nützt jedem Menschen auch in jungem Alter, gerade auf der Schulbank oder im Sportverein, indem die Aufnahmefähigkeit und Lernfähigkeit durch Konzentration und Muße gefördert wird und auch zu positiven kollektiven Erfahrungen führt. Ein zielloses Feisetzen aber jedweder "Vereinbarung" zum Gemeinschafterlebnis (auch zu Rücksichtsnahme und zu einer gewissen Anspannung [= Spannung]), entwertet nun einmal die Einrichtung, in der ganz antiquiert eine packende Bühnenshow verkauft werden will, die man gerne auch wiedersieht und deren Protagonisten und Regisseuren man nicht willkürlich "das Wort abschneidet". Sinkt der Respekt vor dem Kino, ist die Insolvenz schon vorgezeichnet, fürchte ich.
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Weg mit oktroyierten Pausen. Die führte Kinokönig R. Anfang der 1980er Jahre ein und wurde daraufhin von der Presse jahrelang im Programmabdruck boykottiert! Oder die Praxis der Privatfernsehsender: diese haben jedweden Respekt vor der "kinematographischen Aufführung im theatralen Raum" (etwas geschwollen ausgedrückt) nachdrücklich untergraben. Die Folge: künftig zahlt man für zehn-Minuten-Contens und zappt dann weiter. Beim Kinocenter: Aus- und Einzug der Saal-Nomaden. :lol: Schon die direkt am Hauptfilm ankopierten Trailer nerven gelegentlich (vor allem, wenn sie in 1.85 auf Scope-Leinwand gezeigt werden). Dann aber noch mitten im Film die für jeden spürbare Unterbrechung mit eingeklebtem Schramm-Teaser läßt auch die dümmsten Kälber glauben: diesem Kino geht es sehr schlecht, es muss noch zwischendurch zur Kasse bitten. Hinweis: es gibt Kinopuristen, die kopieren sich schon deshalb DVDs: bei Wegfall der Eingangsmenüs. "Reines" Filmwerk ohne Störungen! Rein psychologisch gesehen auch "erholsamer".
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Bin ja dort seit Jahren - genauer gesagt in der Vorberliner Zweigstelle. :) Zu (kompromißgewählten) optimierten Bedingungen für Prints, die gleichsam spielbar bleiben sollen: +5 C und 23% rel. LF. Der Barbara-Stollen indessen (ich war nie dort) scheint wohl eher Archiv des Nationalkulturerbes zu sein und ist gegen Luftangriffe und Atomschläge gesichert, die Bedingungen für Kinokopien scheinen dort nicht tyoisch zu sein, Zitat Wikipedia: Unter den im Stollen bestehenden klimatischen Bedingungen von etwa zehn bis zwölf Grad Celsius und 35 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit wird von einer Haltbarkeit des Filmmaterials von mindestens 500 Jahren ohne Informationsverlust ausgegangen. Das ist zu warm und zu feucht. :roll:
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Nein, man ist nicht dabei gewesen, auch nicht bei Jesu Christi Kreuzigung. :wink: Verkürzt: es gibt Hypothesen der Chemiker und Physiker (Rohlfilmhersteller aber auch die FIAF) zum Verfallsdatum. Sofern kein neuerer Forschungsstand erreicht ist, gelten sie zur Orientierung. Zweitens: WORM-Medien gebrauche ich nicht, bin Filmmensch. Wenn sie jedoch etwas taugen, bitte öffentlich den Filmarchiven vorschlagen. 100 Jahre werden offenbar nicht garantiert, sondern 40 Jahre: http://www.contentmanager.de/magazin/ar...ung_v.html Und nach Ablauf dieser Zeit tritt dann der Regressanspruch ein? Letzter Tenor der Filmarchive war: alle fünf Jahre neue Sicherungspakete bei kompletter Digitalisierung, und dies ist unbezahlbar. Und da wir von Film hier sprechen, wäre es m.E. nicht der falscheste Weg, mediengerecht umzukopieren und zu sichern. Auf authentischem Filmmaterial. :D
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Nachtrag: nichts gegen digitale Sicherungspakete (werden unbedingt gebraucht, gerade in brenzligen Fällen), aber alles gegen einen blinden Wunderglauben an den technischen Fortschritt (nebst angehängtem Marketing), der manchmal mehr ökonomische als restauratorische oder humane Ziele verfolgt. So ist es auch in der Kunst und im Film.
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Sony führt neue SXRD-Projektoren für 4K-D-Cinema ein
cinerama antwortete auf 3dcg's Thema in Digitale Projektion
4k ab etwa 2010 auch expansiv ins Home Cinema vordringend - soweit die Industriemeldungen. Auch diese Umrüstung ist daher (wie jede auf Basis einer definierten Panel-Wiedergabe) durch und durch kurzlebig. Der 35mm-Film hat bis dahin neue Potentiale erschlossen. Ob man sie nützt, ist natürlich eine andere Frage. :cry: -
Bitte Vorsicht bei Äußerungen eines obigen Users mit Institutionenennungen, die simpel aus der internationalen Presse herausgeschrieben wurden. Er selbst hat wohl noch nie bei Abtastungen an einem Spirit Data Cine gestanden oder andererseits im Bundesarchiv Filmkopiermaschinen begutachtet. Auch zum "Pragmatismus" früherer elektronischer Umspielungen des Bundesarchivs wüßte er doch wenig zu sagen (1k, Beta u.a.)? Dieser Kinokollege ist happy, wenn er eine 2k-Festplatte zugeschickt bekommt, und weil man vernünftig Personal entlassen kann. Mit Restaurationsethik (nicht zu verwechseln mit Ideologie) haben solche Allmachtphrasen nichts zu tun. Fazit: Bermerkenswert ohnehin, daß diverse digital gedrehte Filme auf filmischen Sicherheitspaketen gesichert werden müssen.
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Eben nicht immer verlustfrei: eine digitale Legende. Software- und hardware-bedingt kommt es immer wieder zu Verlusten, auch und gerade farblich und hinsichtlich der Schärfe. Passiert bei billiger DVD-Umkoperiung eben so wie selbst in professionellen Studios bei Erstellung eines Digital Intermediates (KING KONG 2006 u.a.) Die digitalen Datentäger halten nicht lange: 5-20 Jahre im Schnitt. Film hält zwischen 50 - 500 Jahren, je nach Materialtype. Anekdote: wir hatten heute eine Diskussion über die Einführung neuerer Kernkraftwerke des "finnländischen" Typs sowie über die scheinbar sichere Einlagerung der Alt-Brennstäbe in Salzstöcken oder in Gorleben. Nicht nur, das Wasser nebst Sauerstoff JEDEN künstlich hergestellten Kunststoff oder Metall zersetzt. Auch die Illusion, über digitale Aufbewahrung von Informationen über Standorte radioaktiver Endlager dauerhaft verfügen zu können, wurden debattiert. Es wurde davon ausgegangen, daß im Gegensatz zu Papyrosrollen u.a., die noch nach 3000 Jahren lesbar sind, die Umstellung auf digitale Informationsträger ein gewaltiges Risiko nach sich zieht. Da Radioaktivität abgebrannter Kernbrennstäbe noch in 100 000 Jahren strahlt, darf damit gerechntet werden, daß schon die nächsten Generationen des 22. Jahrhunderts den Überberlick über die Flut der Datenerfassungen aus dem 21. Jahrhundert verloren haben werden. "Der Tod steht uns gut." Soweit die Annahme der Wissenschaftler. Tschuldigung, daß ich soweit abgeschweit bin... :wink: