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cinerama

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Alle erstellten Inhalte von cinerama

  1. cinerama

    300

    Noch andere Passagen aus Kritiken ( -> "faschistoid" beginnt nicht erst mit Bücherverbrennungen und Tötungslagern): [...] Besonders Leonidas (Gerald Butler), König Spartas und Held des Films, schwingt alle fünf Minuten Reden, die sich stilistisch irgendwo zwischen Schulhofstreitereien und Josef Goebbels situieren. Diese Tiraden fallen während des Films allerdings kaum auf, da sie sich mühelos in ein Werk einpassen, das überzeichnet zu nennen eine Untertreibung sondergleichen wäre. [...] Snyders Helden sind braungelockte, muskulöse Recken, die im von goldflutenden Weizenfeldern umgebenen Sparta vor allem mit Männlichsein beschäftigt sind. Die persische Armee besteht dagegen aus äußerst düsteren, dunkelhäutigen oder verhüllten Gestalten sowie missgestalteten Monstern aller Art und wird von prunksüchtigen, deutlich homosexuell konnotierten Anführern in die Schlacht geschickt. Die bösen Absichten sind letzteren schon im Gesicht abzulesen, verhandeln kommt also nicht in Frage und Mitleid schon gar nicht. [...] Allzu ergiebig ist 300 in dieser Hinsicht dennoch nicht. Schließlich enthält noch fast jede Comicverfilmung der letzten Jahre faschistoide Momente und einem Actionfilm Gewaltverherrlichung vorzuwerfen, ist ein allzu einfaches und meist wenig produktives Unterfangen. (Aus: http://www.critic.de/index.pl?aktion=kritik&id=814) Zunächst zum Thema Faschistoid: Ja, ich denke 300 ist faschistoid. Aber das ist nicht schlimm - Dirty Harry ist faschistoid, Dark Knight Returns ist faschistoid... denn faschistoid ist bei weitem nicht das gleiche wie faschistisch. Frank Miller spielt gerne mit diesem Gedankengut und es zieht sich generell als roter Faden durch die Popkultur. (Aus einem Forum: http://www.comicforum.de/showthread.php?t=76577&page=20) „300“ will nie altgriechische Geschichte darstellen, auch nicht die Legende des Kampfes bei den Thermopylen im Jahr 480 vor Christus. Dennoch lässt er im Voice Over die Story als Historie erzählen, als Exempel für künftige Zeiten: ein breit angelegtes Schlachtengemälde, das Blut und Boden, Stärke und Ehre und Treue, Opfer und Kriegsarbeit, die frei macht, propagiert. Von Kind an werden in Sparta Kampfmaschinen herangezüchtet, missgestaltete Säuglinge werden weggeworfen, um eugenisch reine, arische Krieger in die Schlacht schicken zu können, denn der Krieg ist das Lebensziel eines jeden Spartaners. Diese spartanische Grundeinstellung stellt der Film nie in Frage, ja, er affirmiert diese Mentalität ausdrücklich durch seine Ästhetik der Körperlichkeit, die sich vor allem darin ausdrückt, dass große, mächtige Körper kleinere, degenerierte Körper in heroischer Pose mit Speeren blutspritzend durchlöchern. Während andere Kriegsfilme, auch allerschlimmste Propaganda, immer die Haltung einnehmen, dass Krieg zwar notwendig, Frieden aber die bessere Alternative sei, zieht „300“ die Option der Kampflosigkeit nie in Betracht. Die Freiheit, für die Spartas elitäre Schutzstaffel der 300 kämpft, ist die Freiheit, wann und wo immer Krieg führen zu können, ist die Freiheit, im Felde der Ehre zu fallen, ist die Freiheit, den martialischen spartian way zu leben. [...] Das also ist, was Zack Snyder für cool hält: faschistische, rassistische, kriegsverherrlichende Männlichkeit, martialisches Geschrei und heroische Blicke, Unbarmherzigkeit und Testosteron, Fetischisierung von Waffen und Heldentum, Ruhm und Ehre und Tod für Führer, Volk und Vaterland. Der Film bejaht Krieg nicht nur, sondern fordert ihn ausdrücklich, denn er ist niemals ironisch gebrochen, baut niemals eine zweite Ebene von postmodernem „Ist ja nicht so gemeint“ auf (auch wenn er in seiner Bildauswahl reichlich eklektizistisch ist und am Ende auch noch das Kornfeld aus Gladiator klaut). [...] FAZIT: Gute Digitaltechnik darf nicht eine derart faschistische Kriegslüsternheit rechtfertigen. (Aus: http://www.cinefacts.de/kino/review/ans...?reid=1001) Außer einigen Schauspielern ist fast alles im Computer entstanden. Scheinbar ist der bedrohlichen Wirklichkeit (Klimakatastrophe, Liberalisierung) nur durch nostalgische Fantasy noch beizukommen? Wer sowas in seinem Kino zeigt, muß immer auch die Bereitschaft einiger Gäste zum Verbrechen kühl einkalkulieren.
  2. In den 1990er Jahren wurde sogar eine neue Kopie vom Original-Kameranegativ gezogen. Tournierte auf einige A-Festivals (auch in Bln. gesehen). Das ist echtes Kino! (Wird aber für nur eine sporadische Veranstaltung schwerlich beschaffbar sein - aber man sieht immer wieder: es gib alles.) Genialer Film und Vorbild aller Action-, Bond- und sonstiger Streifen der Neuzeit. :D
  3. cinerama

    1:1,85

    Ja, so ist es in der Branche üblich gewesen. Aber die DIN-Normen schreiben immer Breite : Höhe. Konkret: 1,33 : 1; 1,66 : 1 usf. [hier mit Komma geschrieben]. Die Frage wäre für mich gelöst. Enz verwendet beides: 1 : 2,2 für das Seitenverhältnis sowie 48,59 x 23,0 mm für die Bildabmessungen. Tümmel beschreibt H : B (Bild- und Ton, Sept. 1953), aber zwei Seiten weiter verfährt sein Kollege Ulffers genau umgekehrt: B : H. Anfechtbar bleibt wohl der Begriff "Amerikanische" Breitwand. :cry: Streitig auch der 50er-Jahre-Begriff 4 : 3 für das Tonfilm-Normalformat, 1.37 : 1. :?: [Rechnerisch ergäbe es ja 1.33 : 1.]
  4. cinerama

    1:1,85

    Also von 16 : 9 abgekupfert - na, na - hier aber heftiger Widerspruch! Eigentlich interessierte mich auch die US-Schreibweise nur nachrangig. Es sollte nur logisch sein und der dt. Rechtschreibung nahekommen: demnach alphabetische Reihung von Begriffen (Breite, Höhe). [Weitaus haariger sind Oberkategorien wie Standardfilm, Normalfilm, Normalformat und die resultierenden Unterkategorien. Bei Enz durch Tabellen gelöst, aber in der Kapitelsystematik schwer fassbar, ohne in Querverstrebungen zu enden (Allokationsproblem). Erst nach 1000 Seiten Manuskriptseiten habe ich das halbwegs logisch "in die Reihe" bekommen.] In einer älteren, fotokopierten Tabelle (war es Enz oder Tümmel? [s. 18 f, Tafel 2]. Oder war es Bild & Ton [DDR]?) reiht sich ebenfalls Breite zu Höhe. Unter den DIN-VDE [iSO inkl.]-Normen (Kapitel 37.00010; Kinematographie im allgemeinen) steht ebenso Breite : Höhe. Also doch der deutschen Rechtschreibung angepaßt. Branchen-Usus aber war fast immer die Angabe Höhe : Breite. Der Rechtschreibung widersprechend, aber zu den Handwerksinnungen konform? Ganz falsch scheint "CinemaScope" zu sein: kein einziges dt. Wort wird inderart zusammengeschrieben. Nächstes Aufgaben-Paradoxon: man gliedere bitte die Seitenverhältnisse der filmischen -Formate. Dann lautet eine Überschrifft für ein Kapitel der Scope-Systeme: 2.68/66/55/34/35/39/0 sowie 1.17 : 1 . :lol: Oder (Stummfilm und TV-Raster inkl.): 1.18/1.2/1.33/1.34/1.37/1.5 : 1. :roll: Bleiben wir doch ruhig - dem Thread entsprechend - bei Amerikanische Breitwand, 1.85 : 1 (Breite : Höhe).
  5. cinerama

    1:1,85

    Also ich finde den Trailer besonders schlimm aussehend: hatte mal vom rotstichigen Material etwas über Kodak-Internegativ umkopiert - und dabei war durch Anhebung des Cyan-Bereichs der Rotstich zurückgedrängt worden, aber dafür die Hauttöne aschfahl und weiße Schrift und weißer Hintergrund oft stichig geworden, die in der Rotkopie neutral blieben. Dasselbe passiert selbst bei Abtastung und digitaler Nachkorrektur: die Farben kreuzen sich. :wink: Die Breitwandformate betreffend sind zeitliche Abgrenzungen fast unmöglich. Schon in der Frühzeit gab es sowohl die Full Aperture (bis hin zur Verleihkopie, aber kaschiert vorgeführt) wie andererseits auch a) hard matting und b) soft-matting - d.h. Breitwandfenster in der Kamera oder später erst eingesetzt: in der Schrittkopiermaschine. In West-Dtl. aber auch DDR ist oftmals von 1.65 : 1 die Rede, anstatt 1.66 : 1. Gleichzeitig wurden nachwievor Normalbildfilme gedreht und auch in Normalformat (1.37 : 1) vorgeführt. Unter letzteren waren noch in den 1960er Jahren bisweilen Tonfilm-Produktionen üblich, die mit Stummfilmfensterhöhe aufgenommen wurden und in gewissenhaften Kinos (bspw. im BIO am berliner Kurfürstendamm) auch in 1.18 : 1 projiziert wurden. Breite : Höhe - dem Alphabet entlehnt: http://de.wikipedia.org/wiki/Zeitungsformat
  6. cinerama

    1:1,85

    Paramount zeigte schon vor der THE ROBE-Premiere mit SHANE das Kaschbreitwandformat 1.66/1.75 : 1, Universal bei THUNDER BAY sogar 1.85 : 1. Auch in West-Dtl. gab es - bevor DAS GEWAND seinen Start erlebte - diverse Kaschbreitwandvorführungen: auch und gerade auf 1.85 : 1. THE CAINE MUTINY ist eine COLUMBIA-Produktion, die in jener Zeit ebenfalls projektionsseitig zu 1.85 : 1 konvertierte.
  7. Die Geräte sind auch über 40 Jahre nach Einführung in streßbehafteten Situationen von Übel. Wer beim Filmauf- und abbau zeitlich "Kompromisse" machen muß (Schuld ist ncht selten die Mehrsaal-Überlastung), kalkuliert mehr oder weniger Filmmaterialschäden mit ein. Beim Filmabbau hat sich bei älteren Modellen besonders die Umlenkrolle am Make-up-Tisch als Falle gerade für Vorführanlernlinge erwiesen. Vom möglichen Nachziehen der Gewindelagen beim Abbau der Kopie ganz zu schweigen. Gar nicht zu reden von anderen Tellerfabrikanten wie Neutronic (der Name klingt schon bedrohlich genug - so wie Neutronenbombe :wink: ). M.E. hat sich der 1800 Meter-Spulenbetrieb der Programmkinos bei häufigem Auf- und Abbau der Kopie besser bewährt, wenn Motorumroller und Projektor über regelbare Friktionslösungen verfügen. Ohne diese verschrammen auch dort die Filmenden in Nähe des Wickelkerns, aber mit Filmreiniger wäre dieses Manko in den Griff zu bekommen.
  8. cinerama

    300

    Besser wären gar keine Reaktionen gewesen - weil Vergeudung von Zeit. Ein Betreiber, der NS-Propaganda mit Augenzwinkern spielt und sich auf interessante und hitzige Diskussionen beruft, ist nur an der Kohle interessiert, nicht aber an nutzbringender Diskussion. Ist aber keine neue Erkenntnis, sondern Beleg für ein Hurengewerbe. Jedenfalls kenne ich zu genüge andere aufrechte Programmkinobetreiber, die keinen Bock auf sowas haben und lieber Filmkunst spielen. http://molodezhnaja.ch/300.htm http://www.dasmanifest.com/01/300.php
  9. cinerama

    300

    Schade. Aber woanders dürfen wir in einstmals renommierten Programmkinos "Blut und Boden" gepredigt bekommen: Voraussichtlich ab Donnerstag 5.4. 300 Opulente und bildgewaltige Verfilmung des Kultcomics von Frank Miller (Sin City), in dem König Leonidas mit 300 Spartanern in den Krieg gegen das gewaltige Heer von Perserkönig Xerxes zieht. Grauschwarz der Himmel, aggressiv aufgestellt die muskulösen Krieger, blitzend die Augen in den Schlitzen der Helme, mächtig die Schilde, auf denen sich das Licht der Götter bricht, ahnungslos der Feind, bevor sich die Kampfmaschine Spartas in Bewegung setzt, um mit dem Blut der Perser Geschichte zu schreiben. Martialisch und nihilistisch, von druckreifer Lakonie durchsetzt ist der Ton in Zach Snyders wuchtigem Actionfresko, das Frank Millers Comic einen Schrein errichtet. Geradlinig erzählt ist der Plot, der aus der Aussichtslosigkeit Hoffnung generiert. Für Realismus interessiert sich "300" nicht, nur für den Mythos, der die Jahrtausende überlebte. Im Hintergrund stehen die Perserkriege, die Versuche des Großreichs, die griechischen Stadtstaaten zu unterwerfen. Im Vordergrund platziert ist die berühmte Schlacht am Engpass der Thermopylen, in der sich ein von 300 Spartanern angeführtes Kleinheer einer riesigen Übermacht von Orientalen in den Weg stellte. Ein Prolog zeigt, wie der junge Leonidas, der spätere König Spartas und Kopf der 300, mit List einen monströsen Wolf erlegt. Ein Epilog deutet an, welche Bedeutung das Blutopfer für das Selbstbewusstsein der antiken Demokratie und die folgenden Siege gegen den Erzfeind hatte. "300" ist nichts für zarte Gemüter und kritische Realisten, ist kein Stimmungsmacher für aktuelle US-Kriege, sondern ein antikes Heldengedicht, ist nie Arthur Penn, aber oft John Ford, ist Herodot, übersetzt von Leni Riefenstahl. Und folgt nur einem Ziel, mit dem der Erzähler die Geschichte beschließt: "Erinnert Euch unser". Ein Film fürs Langzeitgedächtnis. (Originaltitel: 300) USA 2007 Buch & Regie: Zack Snyder 117 Minuten (in digitaler DLP-Projektion) Aus: www.schauburg.de (Vorschau, 12.3.2007)
  10. cinerama

    300

    Braucht man nicht. Es geht in diesem Thread bereits so "bräunlich" zu, da hilft auch keine "reinrassige" Dijektion mehr weiter. :cry:
  11. cinerama

    300

    Tja, das sagt mein alter Freund, der schon im Thread "Das Kinosterben geht weiter" unseren heißgeliebten berliner Royal-Palast als eines der "schlechtesten Kinos" schmähte und wie kein anderer das Filmbandorginal als quasi tot erachtet. Heute mal ohne Alkohol zugegen? :wink:
  12. cinerama

    300

    :?: :idea: :shoot3:
  13. Genau das ist der Tod des Kinos, was Dich nun freut. Deine persönlichen, individuellen Vorlieben sind naturgegeben nämlich den Selbsterhaltungpflichten der Theaterbranche (aber auch allgemein kollektiven, kommunikativen Bedürfnissen unter den Menschen, die ebenfalls eine Funktion haben) entgegengesetzt. Hier bahnt sich hemmungslos das Chaos den Weg: Technische Fortschritte und Individualisierung einerseits - zivilisatorischer Rückfall in die Urzeit und pure Egomanie andererseits. :wink: Der SPIEGEL-Artikel ist (von kleinen Fehlern abgesehen) ganz hervorragend. Die Verbände sollten ihn sich dringend und gründlich zu Gemüte ziehen. (Abgesehen von der vertriebstechnischen Frage, daß nur noch ein einziges professionelles Trägerformat Bestand haben soll. Denn gäbe es nur für das Kino ein einziges verbindliches Profi-Format [zumindest bis 1952 war es das Monopol], so könnte man ja lächelnd aufatmen.)
  14. Was macht das "Erstaufführungpublikum" privilegierter gegenüber dem Programmpublikum? Nieder- und hochklassiges Publikum? Das eine taub, das andere dolbysiert? Das sind Klischees, die an den (eher individuell verortbaren) Wahrnehmungsmaßstäben vorbeigehen. Szenario: Das HARRY-POTTER-Publikum verlangt die 20-kHz-Surroundspeakerkurve oder verläßt sonst den Saal; aber das Publikum von RHYTHM IS IT ist jederzeit happy, lichttonverprasselte Geigentremolos auf brüchigen Holzsitzen sogenannter Kinos mit "Programm" zu zu bewundern. -> Immerhin können sich Programmkinos noch eine Vorführkraft für oft nur einen Kinosaal leisten, unbenommen des Luxus, bisweilen über zwei oder drei Projektoren in einem BWR nebst Vorhang, Kaschierung und Gong verfügen zu können. - So einige Kinofabriken, die sich Erstaufführer nennen, weil sie nach dem Fast-Food-Vorbild eines Discountgschäftes konzipiert sind, sind m.E. weit armseliger dran. :cry:
  15. Zu meinen fünf filmkundigen Vorrednern würde ich dennoch leichte Widerrede halten: - Der US-Mainstream ist heute teils avancierter und abwechslungsreiche als in den 70er/80er Jahren: professionellere Drehbücher, wandlungsfähigere Schauspieler, einfallsreicheres Production Design, näherer Bezug zur Tagespolitik in den Action-Streifen. Negativ ist ihm der Rückgang der "auratischen Bilder" und sinnlich ausgeleuchteten Tableaus anzulasten, der mißverstandene Begriff interessanten Sounddesign (Berieselungscluster für den Adrenalystoß) oder der entfesselten Kamera (Übernahme der Reality-TV-Schmuddeligkeiten) - Der europäische Mainstream ist in den genannten Kategorien demgegenüber konformer, pflegeleichter und unpolitischer geworden. Zumeist ist aber die Herkunft des europäischen Kunstgewerbsverständnisses im literarischen Bildverständnis noch immer erahnbar: die Bilder sind "verbindlicher". Noch nie gab es so viele Filmproduktionen und Filmseher wie heute. Die Branche boomt in allen Bereichen und definiert sich ständig neu. Wem es schlecht ergehen wird, das sind die Filmtheater. Infolge von Multimedia und des kommenden Weltproduktionsstandards HDTV wird es viele neue kinoähnliche "Locations" geben, die sich billig anbieten, und über die der Kunde sogar (anders als im zu "Respekt" und "Beherrschung" aufrufenden Theatersaal) beliebigen Einfluss nehmen kann. Wenn der DVD-Markt für die produzierende Industrie seit Jahren einen Boom darstellt, währenddessen das Kino als schrumpfendes Marktsegment nur noch das kulturelle Feigenblatt für einen weiteren PR-Effekt darstellt, so werden die Strategien offensichtlich, wohin die Produktion sich primär wenden möchte, um schnellstmöglich bei risikobehafteten Filmproduktionen Margen zu erzielen, noch bevor sich herumspricht, wie schlecht der Film denn sei. Daß in diesem Konnex Auswertungsfenster abgeschafft werden und Filmtheater doch bitte freiwillig den Bezug brieflich versandter Festplatten (gegenüber dem Premium-Filmkopie) "schlucken" sollen, sind nach meiner Einschätzung völlig logische Bestrebungen produzierender Gewerbe, die den Untergang des Kinowesens achselzuckend inkauf nehmen. (Jeder Produzent hat ja mittlerweile einen häuslichen oder firmellen HD-Schirm, der ihm - auch persönlich - das Wegbrechen des Kinomarktes versüßt.) Ist das Auswertungsfenster weg - das wäre eine gewagte These - so verschwindet die flächenbildende Infrastruktur der Filmtheater auf immer. :roll:
  16. Beschwerden bitte endlich einmal an Blickpunkt:Film weiterreichen: nicht zum ersten Male zitiert man dort Sekundärquellen, die offenbar der Red. keiner autorenrechtlichen Überprüfung wert sind.
  17. Blickpunkt:Film zitiert ein Videobranchenmagazin, einige Passagen daraus: 40 Prozent Verlust für Kinobetreiber Die einstige Regel, einen Film erst sechs Monate nach seinem Kinostart auf DVD [...] zu bringen, ist schon lange passé. Mittlerweile ist ein viermonatiges Kinofenster üblich. Eine internationale Studie zeigt laut "Welt" nun auf, wer die Gewinner und die Verlierer einer weiteren Fensterverkürzung wären. So prognostizieren Forscher der Bauhaus-Universität Weimar, der Londoner Cass-Business School und der US-Universität Missouri-Columbia den Kinobetreibern im Durchschnitt Einnahmeeinbußen von 40 Prozent, wenn die Studios bei einem gleichzeitigen Filmstart für Kino, DVD-Verleih und Video-on-Demand den jeweiligen Titel nach nur drei Monaten in den Kaufhandel bringen würden. Für die Studios hingegen würde dies eine Umsatzsteigerung von bis zu 16 Prozent bedeuten. [...] Doch schon heute haben Kinobetreiber damit zu kämpfen, dass mit dem alleinigen Verkauf der Eintrittskarten kein Gewinn erwirtschaftet werden kann. Erst mit dem Verkauf von Getränken und Popcorn können sie den Verlust von durchschnittlich 57 Cent pro verkaufter Eintrittskarte wieder ausgleichen. Für die Studie wurden 1.770 Konsumenten in den USA, Deutschland und Japan befragt. Die komplette Studie soll im Oktober im "Journal of Marketing" erscheinen. Quelle: VideoMarkt Aus: http://www.mediabiz.de/newsvoll.afp?Nnr=227620&Biz=dv&Premium=N&NL=FID&uid=m19265
  18. Meine HiFi-Anlage der 70er Jahre hatte die dröhnige "Loudness"-Taste, der jetzige Allroundverstärker eine flüsternde "Midnight"-Funktion, die die ohnehin dynamikreduzierten silbernen Bewegtbildscheiben nochmals komprimiert. Global features - full of action. :oops: Apropos: "Magnetton" hört man immer heraus, eine physikalisch eigene Klangeigenschaft, die mich sofort in Vibrationen setzt. :lol:
  19. Schade. Traurig, aber wahr. :idea:
  20. Das Abschreiben von Internetinfos ( http://www.technicolor.com/Cultures/En-...cesDye.htm ) ist nicht unbedingt ein eigener Gedanke, @sturges. Als ich Ähnliches übermittelte, was dies nach @sturges "falsch", weil er alles besser weiß. Trotzdem ist die Kopier-/Druckzeit sehr wohl entscheidend, auch bei nur 200 Fuß weniger/Min., aus den Gründen, die Du selbst hervorhebst: enormer Zeitdruck bei der Produktion. (Das merkt man immer wieder Produktionen an, von CLEOPATRA (1963, Einführung des Zero-Close -Schnitts) über CASINO ROYALE (2006, verschiedene Ausbelichtungsraten) bis KING KONG (2006, mangelnde Anpassung der CGI-Elemente an die gemischten 35mm-Drehanteile), die in der Postproduktion die Kopienherstellungen beschleunigten - eine Uraltgeschichte. Bedauerlich bleibt die Einstellung dieses sozusagen neuerlichen "improved" new Technicolor mit Blick auf die Revivals alter Filme, diese sollten oder "müßten" in diesem Prozeß hergestellt werden, schon aus restaurationsethischen Gründen. Und gegenüber der von mir als ökonomisches Gegenargument ins Feld geführten Anmerkung noch schnellerer Produktionsstrecken bei den heutigen Mehrschichten-Kopien darf man nicht vergessen, daß diese Kopien normwidrig sind. Selbstverständlich wären demgegenüber alle mit der Wiederaufnahme des Druckprozesses glücklicher geworden, sofern sie zur Masse geführt hätte. So spricht aus meinem Text auf Seite 1 dieses Threads die Erfahrung, daß auch digitalisierte Versionen im Farbraum und Gleichgewicht zerstört werden können: die Digital Cinema-Version dieses Themas hatte leider farblich und akustisch mit SINGIN' IN THE RAIN jedenfalls wenig zu tun.
  21. Bei 800 Fuß um etwa 20% langsamer als die gängige 35mm-Mehrschichtenfilm-Massenkopierung bei Technicolor Lab. in London.
  22. 800 Fuß sind belegt. 1200 schließe ich nicht aus, zumal man nicht "dabei" war.
  23. Falsch. Die Herstellung dieser Durckkopien erfolgte in kleiner Aulage. Kostengünstiger waren sie allenfalls in den 1950er bis 70er Jahren. Ende der 1990er Jahre daher in anbetracht der Auftragslage und unter Abzuge der getätigten Investitionen zu teuer, umständlich und zeitraubend. Auch kenne ich nur eine 800-Fuß-Kopierung des damals "neuen" Verfahrens, wohingegen Sie von 1200 Fuß sprechen. Auftragslage etwa bei GODZILLA (1999) bei Technicolor: 7000 Mehrschichten Prints, 250 TC-Prints. Soweit die Fakten und Zahlen. Der "operative Gewinn von rund 240 millionen $", den Sie Technicolor zuschreiben, beruht nicht auf der Wiedereinführung dieses nur marginal genutzten Druck-Verfahrens, sondern darf als Gesamtergebnis aller unternehmerischen Aktivitäten angesetzt werden. Das glauben Sie doch wohl selbst nicht, was Sie schreiben? Die Idee war Anfang der 1990er Jahre durchaus ein erfreulicher Schritt - mit Eunführung neuerer Fuji-Printamterialien wie auch der Kodak Vivison-"Familie" sehe ich (bei einwandfreier Bearbeitung) seit Jahren keinen einzigen Vorteil mehr in einer Techniclor-Druckkopierung, selbst wenn einige Filmemacher anfangs ins Schwärmen gerieten. Die selektive digitale Farbkorrektur spielt durchaus eine Rolle. Fragen Sie sich einmal durch in der anglo-amerikanischen Kopierwerkszene ... Ohnehin wundert mich Ihre Technicolor-Nostalgie, @preston digital, zumal Sie andereortes die Auffassung vertreten, es gäbe keine Filmkopien der letzten Jahre, die mit einer (bzw. Ihrer) 2k-DLP-Projektion mithalten könnten. Daß Sie sich jetzt die Rückkehr von Technicolor wünschen, widerspricht den realen Gegebenheiten, Möglichkeiten und Nöten dieser Branche. Man braucht für die Zukunft weiterhin alte Technicolor-Auszüge der älteren Filme, man braucht aber heute keine Druckkopierung mehr. Äußerungen, wie zur Wiederaufführung THE WIZZARD OF OZ, wo es heißt "Higher contrast makes the image seem sharper," oder "As far as color rendition is concerned, we believe our greens are slightly darker, but this is correctable. The blues, and the beige instead of pink, are a matter of adjusting color ratio." (Dr. Goldberg), halte ich für überholt.
  24. Ohne ins Fettnäpfchen zu treten, kurz meine Eindrücke des CP 50: war 1978 in West-Dtl. in den Kinos, die noch nie (oder schon lange nicht mehr) Stereoton spielten, natürlich eine Steigerung des Erlebnisses. Unüberhörbar war aber der Rauschpegel und das Knistern (trotz Cat. 22 und "A"-NR) und das permanente Übersprechen zwischen den Kanälen. Besonders knisterte und rauschte es um dekodierten Surround-Kanal. Johannes Webers berichtet, damals hätten sich an "Magnetton" Gewöhnte "die Ohren zugehalten". Auch mir fiel die Minderwertigkeit des Raumtons ebenso auf wie die milchige Dup-Qualität etlicher 35mm-Kopien der Zeit. Aber erstaunlich allemal, über Matrixschaltung und Dekodierung von einer Lichttonspur überhaupt 4-kanaligen Raumton zu gewinnen. Der CP 55 hatte bereits bessere Karten und Kanaltrennung, und die Kopplung an SR-A5 für "SR"-NR-Codierung löste viele Mängel der analogen Lichttonmodulation - ohne jemals Magnetton zu erreichen. Beide Prozessoren kann auch der talentiete Oberskundaner zur Not reparieren: diese Teile waren leicht ausmeßbar und aus Elektronikläden ersetzbar. Das macht die Sache billig und überschaubar. Für professionelle Kinos 2007 wäre dies indessen als Substandard unbedingt abzulehnen. Mit DFP-1000 und HPS 4000 allerdings wäre dieses Schulprojekt überfordert: so edles Equipment dürfte eher undankbar akzeptiert und respektiert werden, wenn man Realist ist. Der Sinn der Aufgabe ist ja anscheindend der des kreativen "Bastelns", und da finde ich die Idee mit veraltetem Originalequipment wiederum reizvoll. Die Surround- und Digitalton-Modulationen indessen über die (sicherlich simpel beherrschbare) Computer-Softwares einzuspeisen, zeitgt zwar gute Ergebnisse, mutet aber schrecklich langweilig und eher unkreativ an. Man lernt da vielleicht mehr, indem man sich an den "alten Krücken" FP 20 und CP 50 abarbeitet und gewinnt somit einen Eindruck des Kinomachens in den 1970er und 80er Jahren. Und warum sollte man diese Geräte verschrotten, wenn sie ein Bild ihrer Zeit abgeben? :)
  25. SONY wirbt aber mit dieser Behauptung: hochskalierte 2k-HD-Produktionen wirkten homogener und auch im Farbgleichgewicht in den Hauttönen angenehmer. Wenn aber die Industrie forciert auf 4k-Digital Intermediates setzt und damit auf 35mm ausbelichtet, dann erscheinen mir die HDTV-Projektoren doch etwas spartanisch. Kommt es dann später oder früher (nach dem >Roll-in<) etwa zum >Roll-out< (kompletter Systemaustausch auf Anforderung der Verleiher für hochwertige 4k-Premierenveranstaltungen?)?? DCI-konform muß ja nicht heißen, daß alle Verleiher besondere Premierenveranstatlungen nur nach diesem Kriterium ausrichten. Auf der Berlinale liefen alle Mainstream-Weltpremieren der Amerikaner, Asiaten und Europäer (ausgenommen THE GOOD GERMAN) trotz 2k-Barco-Projektor auf 35mm-Filmbandoriginal. :)
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