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cinerama

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  1. Nach meiner Eintragung ein Nebeneinander von: Nollendorfplatz 4/Motzstr. 2 "CINES" Nollendorf-Theater (1916-1921 Union-Theater, 1926 Ufa-Theater am Nollendorfplatz, 927-1943 Ufa-Pavillon. Architekt: Oskar Kaufmann (Neubau 1913: hier auch der Name CINES herstammend, der der Eintragung gemäß ab 1916 nicht mehr auftaucht?). Zur Eröffnung am 20.3.1912 wird der italienische Monumentalfilm QUO VADIS? gezeigt. Preise zwischen 50 Cent und 3.25 Mark. Der Baustil wirkt neo-klassizistisch. 1943 zerstört [das wußte ich nicht, daher die Frage nach der Disparität der Standorte. Heute steht dort ein Wohnhochhaus, die Hartnack-Schule.] Nollendorfplatz 5 MOZARTSAAL LICHTSPIELE/TERRA LICHTSPIELE IM MOZARTSAAL (1926 Ufa-Theater Mozartsaal, 1942 Nollendorf Palast, 1946-1951 Neue Scala, 191-1977 Metropol-Bühne). Architekt: Albert Fröhlich (Neubau 1906; Georg Leschnitzer (Umbau 1928). 1928: 996 Plätze; 1930: 1068 Plätze; 1977 Ende des Kinospielbetriebs, danach Diskothek. Nach längerem Leerstand in den 1990er Jahren wurde im vorletzten Jahr das Nobel-Etablissement GOYA ebendort eröffnet und ging wenige Monate hernach konkurs: http://www.die-stimme-der-freien-welt.d...eschlossen Ein Foto von 1912 zeigt den Art-Déco-Stil der Eröffnungsjahrs 1912, ein Foto von 1930 von einen Saal, der wie ein Plagiat des im "organischen Stil" (Mendelsohn über Mendelsohn) erbauten UNIVERSUM-Kinos am Lehniner Platz wirkt: kein Art-Déco, sondern langgestreckte, horizontale Randbänder, jetzt auch mit vergößerer Kastenbühne. Ob 1951 nochmals umgebaut wurde, weiß ich ebenfalls nicht. Zum Betreiber Hanns Brodnitz: http://www.perlentaucher.de/buch/23072.html Der letzte Betreiber, Paul G., bildete mit Johannes B. (Capitol) und W.J. (Delphi) feucht-fröhliche Pokerrunden in der Auslosung des Zuschlags für die jeweiligen Premierenfilme (frei nach dem Motto: Poker statt Krieg). :wink:
  2. Wohlwahr: die Filmbandformatausbeute wäre eher gering - verglichen zum "Tempel" der Filmformatrevolutionen, dem UNIVERSUM/CAPITOL am Lehniner Platz Berlin, nimmt sich das Bildformatige am 3 km entfernten METROPOL am Nollendorfplatz bescheidener aus. Die Marginalien zielen somit auch weniger auf die Filmbandformate, als eher auf die Präsentationsformate und die Premierengeschichte. Und die finde ich interessant. Einige lose Informations-Splitter zum METROPOL/CINES/MOZARTSAAL/UFA THEATER [-PAVILLON] am berliner Nollendorfplatz: Am 12. März erleben Generaldirektoren, Aufsichtsräte, Minister und Journalisten einen "historischen Moment", wie der Kritiker Rudolf Kurtz schreibt: Im Mozartsaal am Nollendorfplatz in Berlin wird mit Walter Ruttmanns "Melodie der Welt" der "erste abendfüllende deutsche Tonfilm" uraufgeführt. Die Einführung des Tons war die Zäsur in der Geschichte der Filmkunst - und das schien den Kritikern auch klar zu sein. "Das Plakat ist eine Täuschung", bemängelt Erich Burger im Berliner Tageblatt, "denn die akustische Photographie ist fast ausschließlich für die Musik reserviert, deren begleitende Kopie nur selten unterbrochen ist durch die Geräusche des Lebens. Dann aber, wenn Schiffssirenen heulen, Ankerketten knarren, wenn die Melodie der Welt wirklich für Sekunden aufbraust, in Bild und Ton, dann sind erregende und faszinierend Wirkungen zu spüren, die zu Sinn und Möglichkeit des Tonfilms überzeugend eine Brücke schlagen". "Melodie der Welt" ist kein Spielfilm, sondern ein "Weltreisefilm" und dazu ein "tauber Tonfilm", wie Herbert Ihering bissig im Berliner Börsen-Courier schreibt. Walter Ruttmann realisierte das Werk im Auftrag der Hamburg-Amerika-Linie und in Zusammenarbeit mit der Tonbild-Syndikat AG, der Tobis. Er verwendete Material, das während einer Kreuzfahrt des Dreischrauben-Luxusdampfers "Resolute" entstand, drehte Szenen im Studio nach und montierte die Bilder im Stil seines 1927 entstandenen Stummfilms "Die Sinfonie der Großstadt". Der notwendige ökonomische Expansionsdrang löst die alten Künste ab und findet in alten Konzert- und umgebauten Theatersälen statt. Schon »fahren die Autos am Nollendorfplatz vor, man bricht den Hals um ein Billett, und Herr Direktor Halm, der Hausgenosse, wird leider bald zum Selbstmord schreiten.«55 Die mit diesen Bauten verbundene »gesellschaftliche Angelegenheit« und die »mondänen Absichten« bringt Robert Breuer in einem sarkastischen Essay über den Kinobau am Nollendorfplatz zum Ausdruck, dessen Quintessenz in der resignierten Pointe liegt: »Der Kientopp siegt. Von den dünn gesäten modernen Theaterbauten (haho) hat er jetzt einen der lustigsten und geistreichsten sich versklavt.« Aus: http://www.medienrezeption.de/zeitschri...g28-34.pdf Tumultartige Uraufführung auch des Milestone Films "Im Westen nichts Neues" (USA 1930): Bei der Uraufführung des Films im Berliner Mozartsaal, bei der zum ersten Male das Publikum frei zugelassen war, kam es zu schweren Demonstrationen. Nachdem die ersten Szenen ohne Störung verlaufen waren, erhob sich, als zum ersten Mal das Heulen und Kreischen der Freiwilligen im Unterstand gezeigt wurde, ein Proteststurm des Publikums, der die Theaterleitung zur Unterbrechung der Vorführung zwang. Es entwickelten sich schwere Schlägereien. Bald wiederholten sich die stürmischen Proteste, so dass sich die Leitung entschließen musste, die Vorführung abzubrechen. Die Direktion forderte Polizei an, die das Theater räumte. Aus: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/...en/441770/ http://www.welt.de/data/2004/03/12/249891.html?s=1 Die berühmteste Verfilmung eines Hugo-Bettauer-Werkes war jedoch die 1925 erschienene Produktion „Die freudlose Gasse“ unter Regisseur G. W. Pabst. Der auch heute noch als Vertreter des frühen Filmschaffens international aufgeführte Film erschien erstmals in den Kinos, nachdem Hugo Bettauer durch ein NSDAP-Mitglied ermordet worden war. Der Film wurde in Berliner Studios aufgenommen, mit Schauspielern wie Greta Garbo, Asta Nielsen und Werner Krauß. Er spielte im stark von der Inflation geprägten Wien der Gegenwart und gilt international als Startschuss für die Stilrichtung Neue Sachlichkeit im Film. Seine Deutschland-Premiere hatte er ebenfalls in Berlin - wo G. W. Pabst neben Fritz Lang, Paul Czinner und anderen Österreichern ihre Hauptschaffenszeit verbrachten - im Kino „Mozartsaal“. Aus: http://lexikon.freenet.de/Geschichte%20...ilms-----1 Im Mozartsaal am Nollendorfplatz, fand die legendäre Uraufführung des Klassikers "Die freudlose Gasse" am 27. April 1925 statt. Für die anschließende Premierenfeier wählte man ein Lokal in der Motzstraße. Aus: http://openpr.de/news/117291/Greta-Garbo-in-Berlin.html 1930 Nach längeren Zensurverhandlungen gelangt der Film des sowjetischen Regisseurs Sergej Eisenstein »Der Kampf um die Erde« im Beisein des Autors im Berliner Mozartsaal zur deutschen Erstaufführung. Aus: http://www.luise-berlin.de/Kalender/Tag/Feb10.htm Und als sich mir einprägendes Datum für frühen Tonfilmereignisse natürlich in TRI Ergon DAS MÄDCHEN MIT DEN SCHWEFELHÖLZERN (worauf mir seinerzeit Karsten Witte entgegnete, das Beispiel sei doch wohl sehr "akademisch"): 21. Dezember: Es ist alles aus – die ganze Arbeit war vergeblich. Ich muß dies noch kurz notieren, ehe ich mich todmüde schlafen lege. Ich kam gerade rechtzeitig in den Mozartsaal. Der Kulturfilm war zu Ende, – unser Film wurde in den besonderen Projektor eingelegt. Die einleitende Musik erklingt laut und sauber aus den Lautsprechern. Der Ton war gut, obwohl, vielleicht in der Hoffnung, uns zu schaden, das lebendige Orchester sich vorher bei der Begleitung des Kulturfilms besonders ins Zeug gelegt hatte. Das Bild blendet auf – das Mädchen in der Ecke der Straße, in dem Getriebe der Wagen und des Verkehrs -, lauter Applaus bei dem Geräusch der Straße, dem Hin und Her der Fußgänger, dem Gehupe der Autos. Quelle: DIF Deutlich klingt der Ruf des Mädchen: "Kauft Schwefelhölzchen!" über der Menge – die Zuschauer brechen in lauten Beifall aus. Dann der Weihnachtsmarkt, auf dem Weihnachtsmann in der mächtigen Gestalt des alten Diegelmann, das Mädchen, die junge zwölfjährige Else von Möllendorf, herumführt. Die Ausrufe, die Leierkästen und Drehorgeln ergeben mit der musikalischen Untermalung des Orchesters einen seltsamen, berückenden Klang. Auch diese Szene geht vorüber. Da, als die Wanderung des Kindes über die Schneefelder hin zur Krippe der Maria beginnt, höre ich plötzlich ein merkwürdiges Fauchen in den Lautsprechern, das rasch zunimmt. Ich renne hinauf in die Vorführkabine. Seeger hat soeben nach der ersten Rolle die anschließende nebenan im zweiten Apparat anlaufen lassen. Er ruft mir zu: "Es muß hier etwas nicht in Ordnung sein!" Der Ton wird leiser und leiser – das Publikum unruhiger und unruhiger. Ich schreie Seeger zu: "Ton mehr aufdrehen – verstärken!" Seeger geht mit dem Potentiometer bis zur letzten Grenze – die Statophone geben statt Musik nur noch ein brüllendes Geräusch von sich. Seeger ruft entsetzt: "Die Akkus sacken ab – es muß sich an ihnen jemand zu schaffen gemacht haben!" Und ein kräftiger Fluch folgt! Nun wird es entsetzlich: Unser wundervoller Schlußchor geht in dem Zischen und Geknatter der Lautsprecher unter – das Publikum beginnt mitzuspielen – es ertönen Zwischenrufe: "Schluß!" – und in einem Gemisch von Gelächter und Protestrufen endet die Vorführung! Auszug aus: Tagebucheintrag von Guido Bagier vom 21.12.1925 aus: " 'Ton mehr aufdrehen – verstärken!' Guido Bagier über die Tri-Ergon-Abteilung der Ufa", in: Hans-Michael Bock/ Michael Töteberg (Hg.) Das Ufa-Buch, Frankfurt/Main, 1992 Nach dem Kriege eine Kino der amerikanischen Genrefilme und zuletzt der erotischen Movies. Eine Deutschland-Präsentation für das neue VistaVision-Verfahren wurde großflächig beworben, hierfür wurde nach Zeitzeigenaussagen (hjd) angeblich auch die Bildwand in der Höhe beträchlich vergößert. Bilder folgen evt., ebenso einige verwirrende Aspekte zur Disparität (???) der Standorte "Mozartsaal" sowíe "Cines" am Nollendorfplatz: einmal "Nollendorfplatz 4" und ein anderes Mal "Nollendorfplatz 5" [wäre nach heutiger Hausnumerierung auf der gegenüberliegenden Straßenseite situiert].
  3. Wohlwahr die Filmbandformatausbeute wäre eher gering - verglichen zum "Tempel" der Filmformatrevolutionen, dem UNIVERSUM/CAPITOL am Lehniner Platz Berlin, nimmt sich das Bildformatige am 3 km entfernten METROPOL am Nollendorfplatz bescheidener aus. Die Marginalien zielen somit auch weniger auf die Filmbandformate, als eher auf die Präsentationsformate und die Premierengeschichte. Und die finde ich interessant. Einige lose Informations-Splitter zum METROPOL/CINES/MOZARTSAAL/UFA THEATER am berliner Nollendorfplatz: Am 12. März erleben Generaldirektoren, Aufsichtsräte, Minister und Journalisten einen "historischen Moment", wie der Kritiker Rudolf Kurtz schreibt: Im Mozartsaal am Nollendorfplatz in Berlin wird mit Walter Ruttmanns "Melodie der Welt" der "erste abendfüllende deutsche Tonfilm" uraufgeführt. Die Einführung des Tons war die Zäsur in der Geschichte der Filmkunst - und das schien den Kritikern auch klar zu sein. "Das Plakat ist eine Täuschung", bemängelt Erich Burger im Berliner Tageblatt, "denn die akustische Photographie ist fast ausschließlich für die Musik reserviert, deren begleitende Kopie nur selten unterbrochen ist durch die Geräusche des Lebens. Dann aber, wenn Schiffssirenen heulen, Ankerketten knarren, wenn die Melodie der Welt wirklich für Sekunden aufbraust, in Bild und Ton, dann sind erregende und faszinierend Wirkungen zu spüren, die zu Sinn und Möglichkeit des Tonfilms überzeugend eine Brücke schlagen". "Melodie der Welt" ist kein Spielfilm, sondern ein "Weltreisefilm" und dazu ein "tauber Tonfilm", wie Herbert Ihering bissig im Berliner Börsen-Courier schreibt. Walter Ruttmann realisierte das Werk im Auftrag der Hamburg-Amerika-Linie und in Zusammenarbeit mit der Tonbild-Syndikat AG, der Tobis. Er verwendete Material, das während einer Kreuzfahrt des Dreischrauben-Luxusdampfers "Resolute" entstand, drehte Szenen im Studio nach und montierte die Bilder im Stil seines 1927 entstandenen Stummfilms "Die Sinfonie der Großstadt". Der notwendige ökonomische Expansionsdrang löst die alten Künste ab und findet in alten Konzert- und umgebauten Theatersälen statt. Schon »fahren die Autos am Nollendorfplatz vor, man bricht den Hals um ein Billett, und Herr Direktor Halm, der Hausgenosse, wird leider bald zum Selbstmord schreiten.«55 Die mit diesen Bauten verbundene »gesellschaftliche Angelegenheit« und die »mondänen Absichten« bringt Robert Breuer in einem sarkastischen Essay über den Kinobau am Nollendorfplatz zum Ausdruck, dessen Quintessenz in der resignierten Pointe liegt: »Der Kientopp siegt. Von den dünn gesäten modernen Theaterbauten (haho) hat er jetzt einen der lustigsten und geistreichsten sich versklavt.« Aus: http://www.medienrezeption.de/zeitschri...g28-34.pdf Tumultartige Uraufführung auch des Milestone Films "Im Westen nichts Neues" (USA 1930): Bei der Uraufführung des Films im Berliner Mozartsaal, bei der zum ersten Male das Publikum frei zugelassen war, kam es zu schweren Demonstrationen. Nachdem die ersten Szenen ohne Störung verlaufen waren, erhob sich, als zum ersten Mal das Heulen und Kreischen der Freiwilligen im Unterstand gezeigt wurde, ein Proteststurm des Publikums, der die Theaterleitung zur Unterbrechung der Vorführung zwang. Es entwickelten sich schwere Schlägereien. Bald wiederholten sich die stürmischen Proteste, so dass sich die Leitung entschließen musste, die Vorführung abzubrechen. Die Direktion forderte Polizei an, die das Theater räumte. Aus: http://www.dradio.de/dkultur/sendungen/...en/441770/ http://www.welt.de/data/2004/03/12/249891.html?s=1 Die berühmteste Verfilmung eines Hugo-Bettauer-Werkes war jedoch die 1925 erschienene Produktion „Die freudlose Gasse“ unter Regisseur G. W. Pabst. Der auch heute noch als Vertreter des frühen Filmschaffens international aufgeführte Film erschien erstmals in den Kinos, nachdem Hugo Bettauer durch ein NSDAP-Mitglied ermordet worden war. Der Film wurde in Berliner Studios aufgenommen, mit Schauspielern wie Greta Garbo, Asta Nielsen und Werner Krauß. Er spielte im stark von der Inflation geprägten Wien der Gegenwart und gilt international als Startschuss für die Stilrichtung Neue Sachlichkeit im Film. Seine Deutschland-Premiere hatte er ebenfalls in Berlin - wo G. W. Pabst neben Fritz Lang, Paul Czinner und anderen Österreichern ihre Hauptschaffenszeit verbrachten - im Kino „Mozartsaal“. Aus: http://lexikon.freenet.de/Geschichte%20...ilms-----1 Im Mozartsaal am Nollendorfplatz, fand die legendäre Uraufführung des Klassikers "Die freudlose Gasse" am 27. April 1925 statt. Für die anschließende Premierenfeier wählte man ein Lokal in der Motzstraße. Aus: http://openpr.de/news/117291/Greta-Garbo-in-Berlin.html 1930 Nach längeren Zensurverhandlungen gelangt der Film des sowjetischen Regisseurs Sergej Eisenstein »Der Kampf um die Erde« im Beisein des Autors im Berliner Mozartsaal zur deutschen Erstaufführung. Aus: http://www.luise-berlin.de/Kalender/Tag/Feb10.htm Und als sich mir einprägendes Datum für frühen Tonfilmereignisse natürlich in TRI Ergon DAS MÄDCHEN MIT DEN SCHWEFELHÖLZERN (worauf mir seinerzeit Karsten Witte entgegnete, das Beispiel sei doch wohl sehr "akademisch"): 21. Dezember: Es ist alles aus – die ganze Arbeit war vergeblich. Ich muß dies noch kurz notieren, ehe ich mich todmüde schlafen lege. Ich kam gerade rechtzeitig in den Mozartsaal. Der Kulturfilm war zu Ende, – unser Film wurde in den besonderen Projektor eingelegt. Die einleitende Musik erklingt laut und sauber aus den Lautsprechern. Der Ton war gut, obwohl, vielleicht in der Hoffnung, uns zu schaden, das lebendige Orchester sich vorher bei der Begleitung des Kulturfilms besonders ins Zeug gelegt hatte. Das Bild blendet auf – das Mädchen in der Ecke der Straße, in dem Getriebe der Wagen und des Verkehrs -, lauter Applaus bei dem Geräusch der Straße, dem Hin und Her der Fußgänger, dem Gehupe der Autos. Quelle: DIF Deutlich klingt der Ruf des Mädchen: "Kauft Schwefelhölzchen!" über der Menge – die Zuschauer brechen in lauten Beifall aus. Dann der Weihnachtsmarkt, auf dem Weihnachtsmann in der mächtigen Gestalt des alten Diegelmann, das Mädchen, die junge zwölfjährige Else von Möllendorf, herumführt. Die Ausrufe, die Leierkästen und Drehorgeln ergeben mit der musikalischen Untermalung des Orchesters einen seltsamen, berückenden Klang. Auch diese Szene geht vorüber. Da, als die Wanderung des Kindes über die Schneefelder hin zur Krippe der Maria beginnt, höre ich plötzlich ein merkwürdiges Fauchen in den Lautsprechern, das rasch zunimmt. Ich renne hinauf in die Vorführkabine. Seeger hat soeben nach der ersten Rolle die anschließende nebenan im zweiten Apparat anlaufen lassen. Er ruft mir zu: "Es muß hier etwas nicht in Ordnung sein!" Der Ton wird leiser und leiser – das Publikum unruhiger und unruhiger. Ich schreie Seeger zu: "Ton mehr aufdrehen – verstärken!" Seeger geht mit dem Potentiometer bis zur letzten Grenze – die Statophone geben statt Musik nur noch ein brüllendes Geräusch von sich. Seeger ruft entsetzt: "Die Akkus sacken ab – es muß sich an ihnen jemand zu schaffen gemacht haben!" Und ein kräftiger Fluch folgt! Nun wird es entsetzlich: Unser wundervoller Schlußchor geht in dem Zischen und Geknatter der Lautsprecher unter – das Publikum beginnt mitzuspielen – es ertönen Zwischenrufe: "Schluß!" – und in einem Gemisch von Gelächter und Protestrufen endet die Vorführung! Auszug aus: Tagebucheintrag von Guido Bagier vom 21.12.1925 aus: " 'Ton mehr aufdrehen – verstärken!' Guido Bagier über die Tri-Ergon-Abteilung der Ufa", in: Hans-Michael Bock/ Michael Töteberg (Hg.) Das Ufa-Buch, Frankfurt/Main, 1992 Nach dem Kriege eine Kino der amerikanischen Genrefilme und zuletzt der erotischen Movies. Eine Deutschland-Präsentation für das neue VistaVision-Verfahren wurde großflächig beworben, hierfür nach Zeutzeigenaussagen (hjd) angeblich auch die Bildwand in der Höhe beträchlich vergößert. Bilder folgen evt., ebenso einige verwirrende Aspekte zur Disparität (???) der Standorte "Mozartsaal" sowíe "Cines" am Nollendorfplatz: einmal "Nollendorfplatz 4" und ein anderes Mal "Nollendorfplatz 5" [wäre nach heutiger Hausnumerierung auf der anderen Straßenseite].
  4. Dankeschön
  5. Wie bekäme ich (auf die Schnelle!) Filmguard? [Meine Flasche ist gerade leer geworden] :cry:
  6. Es gibt in K. noch den 'Filmpalast am ZKM' mit 8-70-Perf.-"GigaVision"Projektor und "Large 3-D", vermutlich auch für 5-70 dort einsetzbar (MP 75-E ???), wo doch nur die Zahnrollen ausgewechselt werden müßten? Die Bildwand jedenfalls ist bedeutend größer und wirkungsvoller als in der Marienstrasse. Das karlsruher Kino im Zentrum für Kunst- und Medientechnik besitzt zwei exzellente DP 70-Projektoren und spielte (m.W. nach exklusiv) eine Wiederaufführung von Lawrence of Arabia. Exklusiv und avantgardistisch war allerdings der Roll-in von Digital Cinema in allen Sälen von Schauburg-Filmtheater, das hatte noch keiner gewagt ... mit scheinbar kühlerer Publikumsresonanz gegenüber den Roadshow-Vorführungen zu Todd-AO-Zeiten. :wink: Eine weiteres Roadshow-Theater mit einer wechselvollen Genre- und Format-Geschichte:
  7. Bei den karlsruher Annoncen scheint mir, als wären auch einige Wiederaufführungen (Mitte der 1970er?) darunter? Zum düsseldorfer Metropol ist die vorhanglose Version doch denkbar, zumindest in der Frühzeit. So wie auf den Bildern kannte ich es noch nicht. Umgebaut wurde anscheinend öfter, auch beim Vorhang, den Objektiven oder an den Philips-FP 5(6) und Bauer U2-Projektoren und Magenttonverstärkern/Saal-Mischpulten. Die 6 x 6-Negative von Anfang der 1990er Jahre finde ich leider nicht. Die gläserne Eingangsfront des Kinos war mit Hochkant-Doppel-AO-Plakaten von 2001 und Cinerama-Logos dekoriert, im Foyer hingen A-0-Querformat-Poster von INFERNO UND EKSTASE, im Saal italienische Ríesen-Poster von 55 TAGE IN PEKING. Die gelb-farbenen Programmflyer enthielten die historischen Verleih-Embleme für die jeweiligen Formate in auffälliger Formatbewerbung. Das Kino-Logo war dem Rhombus des UFA-Emblems nachempfunden, zumal der Betreiber gelernter Graphiker war und sie selbst gestaltete.
  8. Zu den Annoncen: sämtliche inserierten Film liefen auf 70mm, bei Bildbreite 18,60 oder 32,80 Meter (City oder Royal). Zur Kino-Teilungs-Philosophie einige Gedanken: Bezogen auf Berlins größte Häuser hat es bis dato (regionalspezifisch gesehen!) keine Unterteilungen der jeweils größten Zuschauersäle gegeben. Der große Saal des 'Zoo Palastes' wird ab 2009 nunmehr dieses Tabu brechen. Allerdings haben viele der benannten berliner Traditionssäle auch aufgehört zu existieren: 'Marmorhaus', 'MGM', 'Capitol', 'Royal-Palast' und 'City', 'Kosmos' und 'Titania-Palast'. In einigen der o.g. Häuser gab es jedoch Anbauten, die aber langfristig ebenfalls die Existenz nicht sichern konnten, weshalb die Häuser aus noch ganz anderen Gründen geschlossen wurden. Etliche Einzelhäuser stehen hier nachwievor und werden von Ihnen leider nicht ernsthaft in Erwägung gezogen: 'International', 'Delphi-Palast', 'Cinema Paris', 'Filmpalast Berlin' bestehen aus ihrem Renomee heraus unangefochten fort. 'Royal-Palast' Frankfurt war ein länglicherer Saal als 'Schauburg' in K., wobei letzterer heute etwas "gestutzt" wirkt und auf das Rang-Kino besser hätte verzichten sollen (schon aus Gründen der Nebengeräusche). Ob man der Aufsplittung der Zuschauerbedürfnisse auf Dauer durch Splittung der Räumlicheiten begegnen sollte, sei dahingestellt. Es handelt sich somit um temporäre Umverteilungen, aber um keine grundlegenden Lösungen.
  9. Da ich den seinerzeitigen Abriß verschlafen hatte, mußte mich erst @Tomcat darüber belehren, daß restlos niedergerissen, später dann aber hüllenmäßig eine Replik wiedererrichtet wurde. Das ist doch schon mal viel mehr als nur "nichts", nämlich auch 2007 noch ein gewaltiger Anblick bei - erschreckenderweise - inhärenter Disney-Land-Funktionalität. War es nicht so, daß abgerissen wurde, aber sowohl das Denkmalamt schlief als auch noch nicht klar war, welcher Neubau an dessen Stelle tritt? Jenem Gerücht zufolge war das Denkmalamt erst beim Projekt des Neubaus involviert und aufgewacht - wie gesagt ein Gerücht. Ein diesmal vorzüglicher Beitrag: dichterische Muse und und architektonische Muße - denn wo wird solches noch heute über Lichtspielheatereröffnungen verfaßt? Breitwandgeschichte machte das Haus nach mehrmaligem Umbau und Formatwechsel spektakulär mit CineStage für IN 80 TAGEN UM DIE WELT: Diese Version wurde allerdings u.a. auch zu den Filmfestspielen in Cannes 1957, im Berliner Kino ‚Capitol am Lehniner Platz’ sowie im Hamburger ‚Savoy’ gezeigt, die den Film sozusagen auf Normalfilm zeigten, womit es kaum 70-mm-Einsätze in Europa gab. Das alte 'Universum' mit 1791 Sitzplätzen wurden meiner Buchquelle folgend erstmals 1948 baulich verändert, als das kleinere Kino 'Studio' eingebaut wurde und zwei Jahre der Umbau im größeren Saal zum 'Filmtheater Capitol' führte, dessen nunmehr dem italienischen Opernstil entlehnter Art-Déco-Dekor (hufeisenfüriger Grundriß, Architekt: Gerhardt Fritzsche!) 1955 dem Einbau von CinemaScope sich zu widersetzen scheint: die Normalbildbühne scheint hierfür wenig attraktiv zu sein. Ab dem 8.9.1958 wird das 'Capitol' für die Berlin-Premiere am 17.10.1958 komplett entkernt und als Todd-A-O-/Cinerama-Theater neu eingerichtet, der Name 'Universum' wurde bereits 1950 zugunsten von 'Capitol' abgelegt. Es folgen weitere Bühnenumbauten für Cinemiracle, Todd-AO/Ultra-Panavision sowie letzlich auch für Cinerama, zu dem begleitend die Vorführräume die Etagen wechseln oder Sonderkabinen auf dem Rang die Projekion erweitern (die mit bis heute umfangreichste Umrüsthistorie eines Kinos). Leider fehlt mir der Durchblick in die genaue Bau- und Formatchronik dieses Hauses. Weitere Bilder sind meinem Publkationsvorhaben vorbehalten, einige Fotos vom Abriss jedoch darf ich leider gar nicht veröffentlichen. Hier einige unterkühlte Annoncen aus dem kalt-schroffen Berlin, freilich etwas karger als die südlicheren Annonce gehalten, wenngleich die Geschichte der Breitwandvorführungen Berlins eine weitaus spektakulärere Wirkung auf mich hinterließen als das vom Ambiente eher "heimelig-dekoriert-großbürgerliche" und mittlerweile leider unterteilte Kino in Karlsruhes Marienstrasse: Sämtliche Rechte an Bildern und Texten unterliegen dem Urheberrecht und dürfen leider ohne Erlaubnis der Verfassers und einiger Bildarchive nicht vervielfältigt werden
  10. Funktioniert auch auf meine Weise: und in Veranstaltungen haben es die Zahlen bewiesen. Ein Frage der Dramaturgie. Kühles Ambiente hat auch was für sich: etwa die Antithese burgunderrote Wandbespannung und Kronleuchter im Karlsruher Schauburg-Kino einerseits und das Aquarium-Blau des Berliner Royal-Palast in Berlin andererseits. Das ist oft auch Geschmackssache, es lebe über alles die Vielfalt. Hier ein ganz anderes bedeutendes Kino, jenseits von Breitwand und Frömmelei, eher etwas unterkühlt und "schaudererregend", aber ganz, ganz doll:
  11. Klar: soll und muß sich zu Wort melden, weil dieses Wissen sonst unter geht. Also eine appellative Formulierung und Bitte, die aussagt, wie wichtig das Anliegen ist und mehr bedeutet als nur ein empfindsames nostalgisches Miteinander immer nur bei Sekt und Brezel im besinnlichen Burg-Ambiente. Und durchaus mit freundlichem Unterton der Wertschätzung gesagt, denn sonst gäbe es ja nicht diesen dringlichen Wunsch. Empathie kann man nur dann empfinden, wenn man direkt jemand gegenübersitzt. Und wie gesagt: ich bin im Gegensatz zu Ihnen weniger der Süßholzraspler und Schmeichler, sondern sehr direkt. "Menschlich" finde ich Sie nicht immer, weil Schmeichelei und Marketing bei Ihnen manchmal schon so ein bißchen Hand in Hand gehen. Gelle? Die Appellation enthält also immer große Ausrufezeichen - das ist eine rhetorische Wendung: in Zeitungen, Büchern oder Flugblättern. Direkt, klar, aufrüttelnd und mitreißend. Zurück zum Thema!
  12. Verstanden, das gehört zu gutem Benehmen und sozialer Kompetenz. Dennoch. ich spiele ungern mit falschem Charme und mag es ein klein wenig "ernsthafter". Der Ton bei Ihnen ist sehr schmeichelhaft und konsziliant, wer Sie kennt und mit Ihnen Cafe trinkt - wirklich ein netter Umgang, könnte man was von lernen. Aber der Inhalt ... Ich schaue lieber gern auf den Gehalt und hinter die Fassade von Personen, weniger auf die "positive Ausstrahlung". Es sollten sich hier mehr Zeitzeugen melden! Es sind Millionen an Kinozuschauern der damaligen Epochen, die etwas zu erzählen hätten, von dem heutige (nicht selten kinoentfremdete) Filmwissenschaftler nur träumen würden! Da muß der Dialog her, oder diese Erinnerungen gehen unter oder können niemals mehr überprüft werden
  13. Ich glaube, wir hatten einmal Briefkontakt, ist aber länger her - kann mich aber auch irren. Es ging um Essener Filmtheaterfotos u.a., ich war mit dem Tausch sehr zufrieden. Niemand weiß immer oder alles überall besser, aber es nützt dem Buch sicherlich, wenn über ein Forum verschiedene Erinnerungen und Auffassungen miteinander vergleichbar gemacht werden. Wenn die Besserwisserei jetzt aber (aus einer gewissen Kränkung heraus) gegen mich gemünzt wäre, so sollte durch eine bessere, erfahrenere und interessantere Erläuterung der Zusammenhänge dem Besserwisser Paroli geboten werden. Es führt zu keinen Animositäten, wenn man mit echtem Interesse am Wissen des anderen die Infos austauscht. Zuletzt überwog leider das Karikieren und Abstreiten seitens von @preston struges, der die Bilder nicht geschossen hat,aber "im Auftrag" betextet. Und endlich: der Urheber der Bilder meldet sich - was zu erhoffen war! Ein anderes Thema, und auch hier wurde oftmals ein Zeitzeuge benannt: es ging um die neue CLEOPATRA-Kopie, sie sähe durchaus so aus, wie zur Premiere, zitierte @preston sturges einen (wieder einmal ungenannten) Zeitzeugen. Der Zeitzeuge, der mir sehr wichtig und wertvoll wäre hinsichtlich anderer Informationen, irrt auch in diesem Punkt: das läßt sich kopierwerkstechnisch nachweisen (hier spreche ich aus Erfahrung, die mir jedoch in vielen anderen Fällen fehlt). Auf die Filmtheaterdarstellung bezogen freue ich mich wie jeder andere auf das Buch, und es wäre sicher kein Frevel, VOR Drucklegung der Texte ein paar Anmerkungen gemacht zu haben. Warum wird das nun als Besserwisserei gebrandmarkt, währenddessen die überall im Internet möglichen Irrtümer nonchalant übergangen werden? Noch einmal der Vorschlag, in nüchternderer Weise über die betreffenden Filmtheater zu sprechen zu versuchen. Oder das Gespräch und die Diskussion abzulehnen und ein Buch herauszubringen, von dem man später selbst zur Auffassung gelangt, es noch einmal drucken zu müssen, wenn man selbst einiges gerne nachgetragen hätte, wofür es dann zu spät wäre. Danke aber für die persönliche Meldung und nachwievor Dank für die unwiderbringlichen Zeitdokumente in Motiv und Farbe.
  14. Na ja - kühne Worte. Die Branche ist solange nicht am Boden, wie Übereinkunft darin besteht, den Gästen etwas Interessanteres oder Schöneres, Exklusiveres oder Kommunikativeres, technisch und/oder inhaltlich "Höherstehendes", service-bezogen "Besseres" zu bieten als im Home Cinema und mit Video. Daher finde ich den Begriff "Kino", der einen immensen Aufwand und hohe Risiken im Betrieb mit sich bringt, für einen kleinen Raum mit Beamer und gängigen Kaufvideos etwas anmaßend: er straft alle diejenigen, die sich fast zu Tode arbeiten, um den Gästen avancierteres Kino zu bieten. Avanciert bedeutet im Sinne der oben beschriebenen Qualitätssiegel auch die Verbindung mit dem Mythos "Filmtheater", der etwas Neues, Unerwartetes, Seltenes oder mit anderen Freizeitangeboten Unvergleichliches bietet. Ein "Durchgangsetablissement", indem die Kunden wie die Freier in einem Freudenhaus mitbringen, programmatisch umgestalten und performieren, was aus ihnen selbst herausquillt (ihre Privatvideos), wäre eine neue Form von "Interaktivität", die im Gegensatz zum Selbverständnis der kommerziell produzierenden Filmindustrie (Unterhaltung, Überwältigung und Narrativität versus Interaktivität) stünde. Dies ist möglich geworden durch technische Forschritte der Home-Medien und infolge des Verfügungsbedürfnisses über sämtlichen Medien seit Einführung des Computers. Daß die Filmtheaterbranche sich dessen erwehren muß, liegt in ihrer Natur. Wir brauchen sicherlich nicht "KinoMinimal", sondern maximal anspruchsvolle Kinos. "Minimal" ist Werbung, mit der Supermärkte Kunden gewinnen, "minimal" und "Geiz ist geil" ist der Kultur abkömmlich. :) Rein rechtlich liegt m.E. eine Koppelgeschäft vor: 1 Kunde bringt ein Video mit, viele weitere Kunden (nähere oder entfernte Bekannte) schauen mit und bilden eine Öffentlichkeit. Damit sinkt der Individualverkauf an DVD's, der nur für Vorführungen privater Haushalte betrieben wird. Eine Rückfall noch unter das Niveau der frühen Penny-Arcaden. :roll:
  15. Und Konzernvorstände (Ackermann & Mehdorn AG) natürlich nicht minder. :wink: Die FBW ist auch eine kulturell relevante Einrichtung nach dem Kriegsende geworden, die einem bürgerlichen Begriff qualitativ guter Unterhaltung eine Erkennbarkeit im Dschungel der Kulturangeboten verschaffen wollte, und versteht sich ex negativo wie folgt: Kein Prädikat erhalten demnach Filme, die 1) „gegen die Verfassung oder die Gesetze verstoßen, oder Persönlichkeitsrechte oder das sittliche oder religiöse Gefühl verletzen“, 2) „auf die Wiedergabe unmittelbarer Tagesaktualität beschränkt sind, ohne daß filmkünstlerische Gestaltungsmerkmale erkennbar sind“ (z.B. Wochenschauen, d. Verf.), 3) „erkennen lassen, daß sie der kommerziellen Werbung dienen“ (hiervon nicht betroffen sind Industrie- und PR-Filme, d. Verf.), 4) „der Wahlpropaganda oder in herabwürdigender Weise der politischen Propaganda dienen“ oder 5) „in einem so mangelhaften technischen Zustand vorgelegt werden, daß die Identität der zu begutachtenden mit der auszuwertenden Fassung nicht mehr gewährleistet scheint“.
  16. :?:
  17. Ist o.K., daß jeder einmal nach so langer Zeit sich nicht in allem mehr perfekt erinnern kann. Das mit der Leinwand VOR dem Vorhang aber wäre hinzugesetzt, dies mochte ich sagen. Vertragen wir uns doch: Sie kennzeichnen eben erkennbar, ob dies und jenes Ihr pers. Eindruck ist, oder tatsächlich Fakt, einen Scherz, einen Witz o.a. darstellt. Man erkennt es einfach nicht mehr. Von mir folgen gerne Bilder in Kürze, wenn es gewünscht ist, allerdings mit der Markierung, die ich für sinnvoll erachte. Und zwar uneigennützig und nicht als Verkaufsveranstaltung.
  18. Niemand baut kleine Fehler ein, um sich in entnervende Debatten zu stürzen. Schade, daß Sie es nicht selbst erlebt haben und jetzt viel dazudichten. Aber tausend Dank an den Fotografen!
  19. cinerama

    Magnetton mit CP55

    Und für meine vielen noch brauchbaren Philips-Köpfe kam ich um MPU nicht umhin. Schauburg in K. spielt ja ebenfalls mit MPU, hat sie daher doppelt im Hause. Da aber @Ernemann nach einer Dolby-Lösung fragte, wollte ich ihm zu der noch immer brauchbarsten Variante verhelfen. Im MPU wäre auch eine Überblendmöglichkeit und die 12 kHz -Schleuse (justierbar) vorhanden. Die von Dir vorgeschlagenen Karten müßten erst gebaut werden, auch hast Du noch keine Lösung für die Überblendmimik, das 12-kH-Filter und das Netzteil vorgeschlagen. Aber wenn @Ernemann nur mit einem Projektor ohne Dolby-Turm spielt, könnte Deine Variante die günstigste sein. Fernerhin: man könnte diese Karten auch ins MUP-Gestell einsetzen, wenn man Wert auf das Gehäuse legt, und das Gestell direkt unter der Decke neben dem Abwickelarm des Projektors anbringen. Direkt am Magnettongerät ist aber die beste und verlustsärmste Lösung: auch bei der Viktoria_8 von Cinemeccanica so gelöst mit hervorragenden Klangeigenschaften. :)
  20. Durch den Weitwinkel erscheinen die Leinwände bei näherer Entfernung sehr eindrucksvoll, danke an den (leider) unbekannten, aber verdienstvollen Fotografen! (Vielleicht meldet er sich ja einmal.) Obwohl die Bilder stets interessant sind, verstehe ich aber nicht, warum zu viel an Text hinzugefügt wird, um es interessanter zu machen. Denn auch dieses Kino scheint @preston sturges nicht zu kennen, obwohl es nachwievor in nahezu unveränderter Weise fortexistiert. Der angesprochene Theaterleiter war zwar Theaterleiter einst bei Goldermann, jedoch zur Metropol-Zeit bereits Betreiber dieses und anderer Programmkinos. Er spielte zunächst 4-Kanal-Magnetton, hatte aber bereits in den 1960er Jahren ein Faible für Cinerama- und 70mm-Vorführungen: es hat also diese Neigung nicht erst später entdecken müssen. Der "Bildschirm" des Metropol wurde nicht vor den Vorhang gesetzt, sondern ein Vorhang verlief im selben Rund vor der (7-Meter-)Leinwand, wie üblich. Das ist meines Wissens nach dort immer noch so. Das zweite Café im Haus wurde kurz nach einer erfolgreichen Wiederaufführung des 70mm-Films "Playtime" nach 1991 mit eben solchem Namen umgewidmet. Es ist nicht das einzige Kino dieser Art, denn bereits um 1974 rüstete ein Berliner Filmmusik-Förderer (diesbezügliche Zeitschrift und Sendung) und Monumentalfilm-Freund ein in der Mini-Tauentzien "Wand-and "Wand" zum benachbarten Royal-Palast befindliches Kino mit eben solcher Konkavbildwand auf 70mm um und nannte es Cinema Prinzeß: es galt mit etwa 6 Metern Bildbreite als kleinstes öffentliches 70mm-Kino Europas (abgelöst 1989 vom Cinema-Programm-Kino in Berlin Steglitz, wo auf 4 Metern dann exklusiv von uns einmal "Playtime" und "Porgy und Bess" gezeigt wurden). In das Cinema-Prinzeß am Europa-Center wurden auch um 1974 Kronleuchter für die Saalbeleuchtung eingebaut. Das 70mm-Repertoire-Programm war zwischen 1975 und etwa 1977 nicht minder vielfältig als das des Metropol in Düsseldorf in der Zeit zwischen 1989 und etwa 1998. Auf der vorherigen Seite dieses Threads ist ein Film auf der EUROPA PALAST-Leinwand Düsseldorfs zu sehen. Ist aber nicht direkt STAR WARS (1977), sondern THE EMPIRE STRIKES BACK - was zwar nicht sonderlich aufregend oder gar frevlerisch ist, aber hilfreich ist, wenn man das Aufnahmedatum gerne wissen möchte (also nach dem Dezember 1980). Die Szene: Leia Organa begegnet das erste Mal Han Solo wieder, und zwar in den ersten Minuten des Films auf dem Rebellentsützpunkt des Eisplaneten. Beide mögen sich nicht, verlieben sich aber nichtsdestotrotz. :)
  21. cinerama

    Magnetton mit CP55

    Ja: der MPU-1 Vorverstärker. Ich habe MPUs mit meinem CP-55 zusammen betrieben. Die Cat. 92 ... des MPU-1 hatten zwar nie gute Operationsverstärker, aber es gibt ein Gerät, das ich vor etwa drei Jahren an @preston sturges veräußerte, in welchem die Operationsverstärker und andere Bauelemente noch diesseits aufwendig modifiziert wurden: es konnte dabei eine deutlich bessere Rauschfreiheit und ein sehr geradliniger Frequenzgang erzielt werden. Jenseits, bei @preston sturges, kam dann jedoch ein anderer Verstärker zum Einsatz, der auf die dortigen Hausbedingungen zugeschnitten, bereits installiert und eingemessen war. Ich wäre froh, wenn dieses verbesserte Ex-Berliner Gerät wieder zum Leben erwacht, zumal ich es von @preston sturges nicht zurückerhalten würde. Vielleicht bekäme aber auch er auf diese Weise sein Geld zurück, das es allemal wert war. :wink:
  22. Ups. Und ich dachte, dies sei ein Kino-, Filmband- und Filmvorführer-Forum - weniger das der DVD-Händler. :roll: Amüsante Fundsache aus dem Thread "Kleinstes Kino der Welt": ICH BEKENNE MICH SCHULDIG EIN SERVICEFANATIKER ZU SEIN! ICH BEKENNE MICH SCHULDIG EIN FREUND DES GUTEN FILMS ZU SEIN! ICH BEKENNE MICH SCHULDIG EIN KINO ZU SEIN!!! ICH BEKENNE MICH SCHULDIG EIN GESCHÄFTSMANN ZU SEIN! ICH BEKENNE MICH SCHULDIG EIN DVD FREUND ZU SEIN!!! ICH BEKENNE MICH SCHULDIG EIN FAMILIENVATER ZU SEIN DER GELD VERDIENEN MUSS UM ÜBERLEBEN ZU KÖNNEN!!
  23. Wie geistreich. Aber schaut mal hier - der nächste Raubfisch zieht schon seine Runde: http://www.macnews.de/news/97068
  24. Alle Trägermedien werden voraussichtlich vom Online-Vertrieb abgelöst werden. Das hat katastrophische Wirkungen auf Videotheken ebenso wie für Filmtheater, sind aber die Kehrseite der Errungenschaften der Digitalisierung. Gleichwohl scheint mit jede Art des Home Cinemas dröge: habe es in allen Versionen gemacht: DP 70 im Schlafzimmer und Ende der 1990er Jahre der DVD-Player im Badezimmer: nette Hintergrund-Kullisse, aber kein kommunikativer Akt der Filmrezeption. Home- Cinema macht debil, degressiv, einsam und autistisch. Trotzdem ist es eine Tatsache, daß die Industrie den Fehler beging, ab 1952 ihre Ware für die Monitor-Industrie zu verwerten und sich damit selbst entmündigte. Man gab dem menschlichen Trieb, über die Produktionsinstrumente haptisch verfügen zu wollen (über Selbstgestaltung der Programmabläufe), nach und beraubte sich der Aura des exklusven Kinoerlebnisses. Es bleibt abzuwerten, ob es in Zukunft vielleicht wieder einen Gegentrend gibt, wenn das Home-Entertainment gesättigt ist und plötzlich die öffentlichen, sozial-politischen und kommunikativen Funktionen wieder an Bedeutung gewinnen. Vermutlich wäre jedoch erst eine übergeordnete Krise der Impetus für diese Kehrtwende. :wink:
  25. Es wurde, weil Sie die Forumsregeln anmahnten, von mir @Henri zitiert (Forumsregeln), und Sie habe ich um etwas bessere Leserlichtkeit gebeten (aber wirklich nicht @T-J, @Manfred u.a. oder Väter und Mütter hineingezogen und auch nicht mit Ihnen "zusammen" beleidigt). Es wurde um eine höflichere Sie-Anrede gebeten. Leider: Sie setzen sich über alles hinweg. :cry: Zurück zum Thema?
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