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Ist ja lustig. Ich war auch Montag dort, aber um 13.00 Uhr bei den Wirbelstürmen. Und wunderte mich auch über die neue Altersfreigabe. :lol:
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Darüber schweigen sich die Restaurateure m.W. nach aus. Aber es hat den Anschein, als seien die Opticals (Blendenverläufe usw.) möglicherweise verloren gegangen (nicht unüblich in Kopierwerken). Sie wurden ohnedies i.d.R. separat gelagert, da Technicolor routinemäßig im A/B-Verfahren vom Original zu den Matritzen kopierte, was nach meiner Erinnerung auch an den ordentlichen Blenden der alten Hitchcock-Technicolor-Kopien ablesbar ist - ganz im Gegensatz zu den "sprungartig" verlaufenden Dupblenden bei M-G-M. Deine Vermutung mit 4-35-Vergrößerungen auf 65mm kann ich nachempfinden, sie wären der Ersatz für verlorengegangene Opticals. Aber leider habe ich keine Nachweise gefunden. Man müßte die neuen Kopien (ich glaube, UIP hatte im Februar 1997 drei Stück geordert) an entsprechenden Stellen scannen, das hilft in vielen Fällen weiter.
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mir hat's im rahmen dieses bunten südsee-musicals gefallen ... und dem publikum damals wohl auch ... war ein riesenerfolg ... der vom text her eigentlich super-kitschigen "HAPPY TALK" nummer wurde durch die honiggoldene filterung noch "eins draufgesetzt" und ich finde es einfach schön ... wie muss erst das Publikum in den 50er jahren diesen film auf großer leinwand, klaren TODD-AO bildern und in stereoton dies empfunden haben ... man kannte von zu hause ja nur kleinstes b/w tv (wenn überhaupt) und mono-radio ... das war für die ein erlebnis der besonderen art ... Ich bin immer für solche exotische Film-Erfahrungen zu haben, und diese (SOUTH PACIFIC-Farbdramaturgie) fällt "völlig aus dem Rahmen". Ob es dem Regisseur später selbst nicht mehr gefiel, tangiert mich da wenig. Generell halte ich von späten Regisseur-Interviews sehr wenig, die sind meist alle verkalkt oder zynisch geworden.
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Das Erstellen von Separationen war schon vor einem Jahrzehnt ein Problem, als man erstmals Laserdics von diesem Titel herausbrachte. Überdies distanzierte sich selbst Joshua Logan säter von der Farbdramaturgie: er sei falsch beraten worden, man habe ihm gesagt, diese Filterungen könnten später im Kopierwerk ggf. rückgängig (?!) gemacht werden. :cry: Was uns nicht hindern sollte, und der spezfischen und seltenen Stimmung dieses Experiments durchaus auch einmal "hinzugeben". Ein interessante Erfahrung! :o
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Ein sehr interessanter Artikel, dem ich allerdings nicht uneingeschränkt beipflichten möchte. Die Bildqualität der 70mm-Kopie, die ich gestern auf der Südkurve gesehen habe, hat mich begeistert. Farben und Bildschärfe waren sehr beeindruckend. Aber ganz speziell fand dich die Tonmischung sehr gelungen, zumal Herrmanns Musik jetzt eine noch größere Wirkung erzielt. Die Erstaufführung des Films wies nur einen Mono-Mix auf. Während des Restaurationsprozesses wurden die Originalmusikbänder entdeckt, die überraschenderweise 3-kanalig aufgenommen waren. Ich hätte es sehr bedauert, wenn die Restaurateure angesichts dieser Tatsache den Film weiterhin nur mit Mono-Ton augestattet hätten. Viel schlimmer empfinde ich da die nachträgliche Colorierung von S/W-Filmen oder gar die Generierung einer Pseudo-Stereo-Mischung. Besonders interessant war für mich der direkte Vergleich mit einem weiteren Hitchcock-Film in VistaVision, den wir gestern auf derselben Leinwand bewundern durften. Obgleich eine EA Technicolor Druckkopie, war die Bildschärfe hier weit entfernt von dem, was man von VistaVision gewohnt ist! Aber es hat dennoch Spaß gemacht - auch wenn's nur Mono war. Herzlichen Dank an das Schauburg-Team. Ich freue mich schon auf's nächste Mal - insbesondere auf die Fortsetzung des 70er-Jahre Horror-Trash Films mit 4-Kanal Magnetton :wink: 1. Restaurateur Harris macht heute selber Abstriche an seiner höchst umstrittenen (und dennoch hörenswerten und studierenswerten!) Neuvertonung von VERTIGO: "Vertigo" was an interesting case, as no original mixed audio survived, and no magnetic dialogue or effects. The best quality was found on used 35mm prints. We did, however, locate the original music floor recordings, some of which were mono and some 3 track stereo. [...] While a proper restored soundtrack using the stereo music was researched and planned, the studio desired a more "modern" sound, hence the added effects tracks, of which no one one the restoration team is terribly fond, but the studio pays the bills and makes those decisions. We were simply "out-voted." The tracks can still be re-done properly and to Hich's specs. Birds in the dead forest was not in Hitchcock's notes. Please also note that many DVDs use the term 5.1 not as a reference to the reality of the tracks, but rather, to the holding technology available, and into which the tracks have been placed. Occasionally, we'll see this correctly stated as 3.0 or 4.0. Hope this is helpful. RAH [Aus] 2. Der von @preston sturges [unter http://stevenderosa.com/writingwithhitc...hives.html] erwähnte Autor Steven DeRosa hat in vielem recht. Auch und gerade bezüglich der Sound-Mischung. Er irrt aber mit seinem Vorwurf an Harris, dieser habe ungenügend Technicolor-Kopien herangezogen, denn diese seien doch überhaupt die Referenz für Farbauthentizität. Harris hatte sehr wohl für VERTIGO (ebenso für MY FAIR LADY) Technicolor-Kopien gesichtet. In der MY FAIR LADY-Dokumentation werden übrigens verschiedenste Abstufungen von ein und der selben Szene bei verschiedenen Technicolor-Kopien als herausgeschnittene Filmstücke präsentiert. Hier würde ich Harris zustimmen, daß solches nicht schlußgültig eine Referenz ist, da zumindest ich keine TC-Kopien "aus einem Guß" kenne, leider. Harris spricht davon, der Look einer Technicolor-Kopie sei in keiner Weise übertragbar auf heutige Eastman Color-Kopien, womit er tlws. recht hat. Daher konnte er nur die Farben restituieren, die im Originalnegativ enthalten sind. Nun: dies hätte er tun sollen! 3. Der Autor Steven DeRosa irrt, sofern er anführt, die neue Version von Harris auf 70mm habe weitaus bessere Farben als die Wiederaufführungskopie von 1984. Leider ist das Gegenteil der Fall, die Kopien von 1984 sind sehr schön gesättigt und ausgeglichen: optimale Eastman Color-Farbbestimmung. Es wirken indes die Farben der 70-mm-Version matter. 4. DeRosa hat aber wiederum recht, wo er auf unterschiedlichste 70-mm-Kopien der Harris-Fassung hinweist, die er gesehen habe. Dies kann ich bestätigten: Sein Partner, der Produzent James C. Katz ließ in der Nacht vor der Berlinale-Premiere verschiedene Akte zweier 70-mm-Kopien für den 'Zoo Palast' zusammenstellen. Insgesamt aber waren alle Akte zu hell kopiert: daher wurde der Lichtstrom reduziert. 5. Harris lügt, wenn er immer wieder von völlig gefadeten und zerschlitzten Negativ bei VERTIGO spricht. Solche Aussagen entbehrten (bezogen auf das Jahr 1997 - für 2006 möchte ich keine Expertise abgeben) jeglicher Grundlage, abgesehen vielleicht von einigen Opticals. Die vergleichsweise matten Farben der 70-mm-Kopie hängen auch nicht mit diesem totalen Fading" zusammen, sondern sind bedingt durch eine in der Dichte ungenügend abgestimmte Kopierung zum neuen Duplikatnegativ als 1-Licht-Dup (was auch in meiner FAIR LADY-Kopie zu bemängeln ist). Einige Direktabzüge anno 1997 vom VERTIGO-Kamernegativ im 8-35-Horizontalformat, die später übrigens auf der DVD-Dokumentation auftauchten, zeigen sogar hervorragende Farben im Erstprint, die auf analogem Wege keinesfalls mehr möglich gewesen wären, falls tatsächlich ein ernstes Color Fading gegeben gewesen wäre. Ein solches Fading läßt sich nicht korrigieren, auch nicht über Yellow-Masks u.a. Wege, und auch nicht durch Budenzauber à la Robert A. H.. 6. Auch das Negativ von MY FAIR LADY war übrigens nicht gefadet oder gar verschimmelt, wie die A/B-Vergleiche auf Laserdisc und DVDs immer wieder insinuieren. Hier gab es einige Splices, wohlwahr, aber keine Kopierunmöglichkeit, die Harris immer wieder suggeriert. Unter zahllosen, von ihm als "dringend" deklarierten Restaurationstiteln finden sich etliche Originalnegative in hervorragendem Zustand: NORTH BY NORTHWEST oder auch CLEOPATRA (von letzterem wurde erst kürzlich ein "perfekter" Zustand von der Fox bestätigt). 7. Harris hat - entgegen der lamentablen Verlustanzeigen seitens DeRosa, der laufend realitätsfremd auf Technicolor-Wiederaufführungen drängt - mit dem Weg über eine 70-mm-Version dem Film und dem Kino einen großen Dienst erwiesen, denn trotz der zu hellen Abstimmung (die jetzt unnötig das Korn hervortreten läßt) gab es warscheinlich nie eine schärfere Kopie (Anm.: Scorsese erwähnte zwar einmal eine Horizontal-Vorführung in New York 1958, aber ich habe nie davon gehört). 8. Harris hätte einfach wesentlich sorgfältiger und fachgerechter umkopieren müssen, andere Wege in der Sound-Bearbeitung beschreiten sollen und vor allem die Wahrheit sagen sollen - dann könnten seine Interviews Gegenstand ernsthafterer Erörterungen sein.
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Nein, nein - nicht alles wird ausgeplappert. Da hat der Veranstalter stets die Bringschuld in puncto Informationspflichten. Ich bin ja nur ein unschuldiger, gelegentlicher Konsument der einen oder anderen karlsruher Veranstaltung. :wink: Also zur Sache: warum war VERTIGO verloren? Was war wirklich mit dem Sound? Wie wurde kopiert? Warum sieht die DVD so "schlecht" aus? Was sagen die Restaurateure Robert A. Harris und James C. Katz dazu (sie wurden in diesem Thread ja regelrecht übergangen)? Daraus ergibt sich übrigens eine Fülle spannender Montags-, Sonntags- oder 100-Jahresfeier-Rätsel. (Zumindest ich finde das spannend. Andere vielleicht weniger.) :idea: [Für meine Anglizismen und Amerikanismen entschuldige ich mich, sind Marotten.]
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Im Ernst: wie kommen Sie auf "verloren"? Ich drücke es anders aus, wenn es mißverständlich war: Sie äußerten ... einen "verlorenen" hitchcock (es gab keine kopien mehr, der film war für uns, die wir kino machen, nicht mehr buchbar und spielbar) auf diese weise und mit diesem aufwand gegen jede wirtschaftliche rechnung uns wiederzugeben, ist ein großes lob wert. Jetzt entsteht für den nicht zufällig mit VERTIGO befaßten Leser ein sehr geschönter (oder realistischer?) Eindruck, der Film sei wider jede wirtschaftliche Rechnung ins Programm und in der Verleih-Stock genommen worden. Und dafür, daß er ein verlorener Film sei, von dem keine 35-mm-Kopien mehr verfügbar waren, müsse man dem Verleih erst recht dankbar sein, daß er pltzölich neue zieht und sogar auf 70 mm herausbringt, wenn schon die 35-mm-Auswertung nicht mehr der Tagesordnung entsprach. Meinten Sie es so? (Ich antworte gern zu jedem Punkt dieses Films, aber zuvor müßten Sie Ihren Standpunkt klarer herausstellten - schließlich sind Sie der Veranstalter und bewerben diesen Event.) Inwiefern war der Film verloren? War Ihr Wirken im Verleih genau zu dieser Zeit oder eher zu einer früheren Zeit?
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"Verloren" war VERTIGO? Das wird gerne kolportiert. Man muß schon zwischen Business-Tricks und der Realität unterscheiden. Auch entsteht möglicherwiese irrtümlich der Eindruck, die 70-mm-Version sei herausgebracht worden, weil (in Dtl.?) die 35-mm-Kopie nicht mehr verfügbar war. "Gegen jede wirtschaftliche Rechung zurückgegeben" - das ist Schönfärberei, was Sie schreiben. Es ist seit 9 Jahren bekannt, daß UIP VERTIGO nicht mehr in 35mm in seinem Stock führt. Heißt das nun automatisch, ein Film sei "verloren"?
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Schon einmal fragte ich höflich: Wie lautet Ihre Einschätzung der Restaurierung? Und inwiefern "verloren"?
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Bei Ihnen zu Gast? Welche Kneipe ist denn das? Vor allem müssen Sie mir unbedingt das Schneiden zur "C"-Rolle demonstrieren unter der Prämisse: "Wie wiederkombiniere ich ein Negativ?" - Das ist echt der Brüller des Jahres! :lol:
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Was ist man von VistaVision gewohnt?
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:lol: Absurde Darstellung. "Nachhilfe in Kopierwerkstechnik". Der Witz des Jahres.
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Punkt A (Kopierung): Wie geht das, wenn das Originalnegativ A/B-geschnitten ist? Würden Sie den genauen Prozeß beschreiben? [ich gehe davon aus, Sie beziehen sich auf die Verwendung von Separationen als "C"-Kopierung] Punkt B (Rezeption und Stimmungen): nichts gegen emotionale Aufnahme und Stimmungen jenseits verschulter oder haptischer Rezeptionsgewohnheiten anno 2006 (entweder der Filmtheoretiker oder der reinen Action-Freunde). Nur ein Bitte: nicht nur Schönfärberisches nach solchen Sichtungen übrig lassen. Mit einem übertriebenen Nostalgie-Begriff hätte ich ein Problem, obwohl auch viel Herz für solche Themen. Aber hinterher (also mit ausreichendem Abstand nach einer unbedingt repektvollen und sogar "sakralen" Filmsichtung!) sollte man wieder auch wieder anmerken dürfen, worüber es jenseits des privaten Genusses nachzudenken gibt. (Eingeständnis: die homophile Atmosphäre in Filmen zu glorifizieren, konnte ich nie identisch empfinden, weil es m. E. schwer definierbare Reizreaktionsmechanismen sind, die hier ingang gesetzt werden, die sich manchmal nur in der Fantasie der Filmfans entwickeln. Schön und gut, soll, darf, muß und wird auch so sein. Aber diese Empfindungen sind nicht immer identisch mit der Intention der Produzenten. Hier unterscheide man Produktions- und Rezeptionsgeschichte: das eine so kompliziert wie das andere. Eingestanden: Militärmuscicals in Südsee-Atollen (mit oder ohne Atomtests?) hatten indertat mein Vorurteilsarsenal aktiviert. Sie selbst verweisen auf solche Links: http://www.amazon.com/gp/product/630494...e&n=404272 Man sollte bei solchen Screenings vielleicht Dozenten aus Mischfächern [Psychologie und Film] einladen, sonst ist der Kitschverdacht vorprogrammiert. Die Vermarktung eines solchen Films liefe auch besser über die trashigen Matrosen-Romanz im Südsee-Camp als Highlight des Homo-Kinos. [Nicht aber als zeitrealistisches Bild, bitte, sondern als reine Fantasie!] Aber mit Betonung: ich komme jederzweit und zahle jeden Eintritt für Vorführung solcher Filme, vielleicht und gerade wegen ihrer herausstechenden Widersprüchlichkeiten!)
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Wie lautet Ihre Einschätzung der Restaurierung?
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Die A/B-Kopierung war gang und gebe. Sie sollten unbedingt in Ihrem Gestern/Heute-Vergleich darauf hinweisen, wie diese Frage heute, 2005/2006 bei SOUTH PACIFIC und CLEOPTRA (ehemals A/B/C-Kopierung) gelöst wurde, denn das macht die Vorgänge vielleicht spannender, und es stellt m. E. ein Problem dar. Nur: hiervon liest man nirgendwo etwas. Ich gebe nur ein Stichwort: Zusammenschnitt der A/B-Rollen zum einheitlichen Negativ nebst subtraktiver Lichtbestimmung. Läutet da etwas? Für interessierte Leser hier der Originalbericht des Labors (in Eigendarstellung): http://www.in70mm.com/news/2006/south/i..._final.pdf Dann finde ich auch den objektiven Bericht des Restaurationsleiters selbst, Schawn Belston, präziser und auch etwas kritischer als die mir viel zu schwärmerische Eloge aus Ihrer Feder: http://www.in70mm.com/news/2006/south/pacific.htm Wie auch immer: Ihrer Bewertung von Lichtbestimmungen neuer Kopien würde ich immer mit Nachdruck widersprechen - bei Ihrem letzten Festival hörte ich hierzu Ausweichendes, es hieß von Ihnen humorig, angeblich könne keiner den Originalcharakter eines älteren Films mehr erinnern oder beweiskräftig restituieren. Jenseits dieser Meinungsverschiedenheit führen Sie diese Festlegung im Farbcharakter aus Ihrer Sicht auf eine Geschmacksfrage zurück und verglichen auch in anderen Threads Lichtbestimmungen oder Kopierwerksnormen als eher unverbindlich, wortwörtlich mit dem "Kochen". In diesem Konnex bin ich sehr sehr vorsichtig geworden betreffs Ihrer Verlautbarungen. Bei Ihrem Lob der neuen Lichtbestimmungen kommen mir auch weitere Bedenken, hatten Sie doch bereits die restaurierte Fassung von LAWRENCE OF ARABIA kürzlich als "sehr gut" umschrieben - all dies als persönlicher Eindruck und weit entfernt von einer näheren Betrachtung der Restaurationsschritte, die die Restaurierung doch erheblich relativieren. Ich hätte nichts dagegen, wenn man mit späteren Blow-ups, heutigen Massenkopien, einer rosastichigen Kopie oder dem Fernsehen vergleicht und zum Eindruck "sehr gut" käme: aber so allgemein würde ich Ihre Äußerungen nicht unterschreiben, denn sie zielen vollkommen an den Ergebnissen vorbei, wie ich immer wieder merkte. Ein anderes Thema: Zur Dramaturgie und Bildgestaltung in SOUTH PACIFIC - dies zur Ergänzung Ihres einhelligen Lobs - liegen die Eindrücke und Folgerungen weit auseinander. Von Ihnen natürlich ein überragendes Lob, aber zeitgenössische und heutige Betrachter sind immer wieder der Auffassung, daß diese Art der Farbgestaltung (filmhistorisch natürlich trotzdem hochinteressant und sehenswert!) das Musical durch einen Mischmasch in der Mise en abyme uneinheitlicher Stileinfälle sogar "kontaminiert" hätte. :wink: In jedem Falle aber, hier könnte ich im Ansatz den Kritikern zustimmen, werde das Prinzip eines wirkungsmächtigen Todd-AO-Films hierdurch unterlaufen, denn mittlere und längere Brennweiten ebenso wie die Farbfilterung reduzierten die Raumwirkung beträchtlich. Nach meinem Eindruck gewinnen solche Stilversuche in Technicolor-Filmen, schwerlich aber in Breitwandfilmen. Dazu schreibt Rick Mitchell (innerhalb seiner CLEOPATRA-Reportage) Folgendes: http://www.in70mm.com/news/2006/cleopatra/revisited.htm Greift man auf den zeitgenössischen American Cinematographer zurück, ist der stark improvisierte Charakter der Produktion augenscheinlich. Er erinnert mich irgendwie an FAR AND AWAY - sozusagen "aus dem Bauch heraus" inszeniert. :lol:
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Vorzüge und Legenden des Digital Cinema
cinerama antwortete auf cinerama's Thema in Digitale Projektion
Ob die Geschichte stimmt, weiss ich nicht. Jedenfalls habe ich von solchen "Rueckumstellungen" nichts gehoert. In der Regel werden die digitalen Projektoren auch parallel zu den existierenden 35mm installiert, die "alte" Maschine bleibt also sowieso da. Im Moment gibt es auch (noch) nicht genug digitale Releases, um die Kinos voll digital zu betreiben. Den angeblichen Test halte ich fuer eine Erfindung. Die meisten Leute hier sehen den Unterschied definitv nicht. Es ist erstaunlich, wie schlecht die Qualitaet in vielen Kinos in den USA ist, und dass die meisten Leute das nicht mitkriegen und so akzeptieren. Ein ganz anderes Problem ist, dass es hier extrem schwer ist, halbwegs qualifizierte oder wenigstens motivierte Arbeitskraefte fuer die Kinos zu finden. Die drastische Mehrheit in der potentiellen Bevoelkerungsgruppe fuer diese Art von Taetigkeit (und Bezahlung) sind derart bescheuert und faul, dass Wartung oder wenigstens die Maschine halbwegs sauberhalten oft nicht stattfindet. Die Kopien werden auch relativ oft von den "Vorfuehrern" zerfahren und da viele Amerikanische Projektoren gelinde gesagt boser Schrott sind, fallen die auch ziemlich bald auseinander. Da die Ersatzteile aber in der Regel sehr teuer sind, wird oft erst repariert wenn die Qualitaet wirklich dermassen schlecht ist, dass die Kunden es dann endlich bemerken, oder wenn gar nicht mehr geht. Daher klingt fuer die Betreiber das digitale Kino sehr attraktiv. Natuerlich sind diese Projektoren nicht komplett wartungsfrei, der Bediener kann aber bei weitem nicht so viel sicht- und hoerbaren Schaden anrichten, und es bleibt auch wirklich nicht viel mehr zu tun als die Filme zu laden, Playlists zu erstellen, und dann auf Play zu klicken. Wie sich das jetzt wirklich alles entwickelt, kann man aber ueberhaupt nicht voraussehen. Wir haben in den letzten Monaten Chrsitie CP2000 in allen unseren Saelen installiert (insgesamt 102), und daher sind wir im Moment "die erste 100% digitale Kinokette der Welt" und sind daher Testgelaende fuer Installation und Betrieb von digitalen Kinosystemen. Es sollen auch in Laufe des Jahres mehr und mehr digitale Kopien zur Verfuegung stehen. Aber, wie gesagt, es bleibt abzuwarten wie sich das alles entwickelt. Das ist die rosige Sicht der Akteure, die von Einbauten leben. Verwiesen wird immer gern auf einen Wartungs- und Personalmißstand "heutiger" (?) Kinos, und geantwortet wird mit einem neuen Marktprodukt, das angeblichen technologischen Mängel der analogen Wiedergabe abhilft (auch hier gibt es SMPTE-Normen, man braucht sich nur daran zu halten!) und "faule" Mitarbeiter, zu "bescheuert" und unfähig, die Geräte "sauber" zu halten, entfernt. so daß nunmehr eine Digitallösung einigen (nur leider nicht allen) Theaterbetreibern scheinbar einen Mehrwert und eine Erlösung von Wartung, Fehlbedienung, streikendem Personal (das man endlich nach Hause schickt, anstatt es fortzubilden oder besser zu bezahlen!), zerkratzten oder falsch lichtbestimmten Filmkopien oder häufigem Ölwechsel ( :cry: ) verspricht. Mit Deinem Plädoyer (oder einer leicht desillusionierten "Bestandsaufnahme"?) schreibst aber auch Du das menschliche Potential im Filmtheater (dem Du selbst jahrelang angehörtest und dort "humane" Verbesserungelegenheiten hattest) a priori ab, verschiebst die individuelle Verantwortung der Akteure vor Ort für ihren Spielbetrieb (merke: Humanverantwortung gehört zur Theaterkultur, die es auszubauen und nicht abzubauen gilt) in die Hände einiger weniger, begnadeter externer Wartungsingenieure und vermeintlich "wasserdichter" Wartungs- und Lizenzverträge, die es fortan dem Betreiber ermöglichen, irgenwann die Vision vom ferngesteuerten Kino, in dem er nur noch die Kasseneinnahmen spät abends abholt, Wirklichkeit werden zu lassen. Dem könnte ich ebenso entlehnen: Die Spielplangestaltung, Filmumsetzung, Format-Wahlfreiheit (16mm-, 35mm-, 70mm-Kopie oder 2 k-Download) gelte es abzuschaffen zugunsten einer "Einheitsnorm", um den Kunden das Versprechen zu geben, sie erlebten überall gleiche digitale Perfektion, die niemals hinter ihrem Home-Cinema-Konsum hinterherhinke, die immer gleich gut funktioniere (ähnlich THX identischen [?] Projektionsbedingungen - vom Sound reden wir diesmal lieber nicht), es gewänne eine unbegrenzte Programmvielfalt (die m.E. doch nur die Schwelle zum Fernsehkino senkt), wobei es mit einem Streich leichter würde, dem früheren Ringen um (m.E. werthaltigere) 35-mm-Auswertungsmuster (die m.E. aber auch zu einer längeren Theateramortisation zwingen, dem Film Prolongationschancen geben, ein Auswertungs- und Kaskaden-Fenster zum Schutz eben dieser Auswertung zur Bedingung machten) ganz digital und ganz revolutionär leichte und billige Bezugs- und Vertriebssysteme gegenüberzustellen. Irgendwie entspricht dies der Methode der Media-Märkte, gewinnt man den Eindruck. Die Folge wäre meineserachtens: die dispositionellen Hemmschwellen sinken dann sofort und überall: die Auswertungsfenster verkürzten sich durch die Monopolisierung des Digigalvertriebs, der schließlich explizit von Downloads lebt, und immer häufiger (nicht nur ausnahmsweise und zur Fußballweltmeisterschaft) kommen kinofremde Unterhaltungsstoffe ins Kino (Sport und Concerts), die Domäne des Fernsehens sind und damit m.E. zu einer Entwertung des Alleinstellungsmerkmals "Filmtheater" führen, das alsbald zum coctail-bezahlten Verschiebebahnhof für Network-Programme würde, die es aber zuhause auch billiger gibt. Fazit: globale Inflation der Distributionsware Film durch Digital Cinema. In solchen digital umgerüsteten Kinos allerdings, dies wäre meine mittelfristige Vision für einen "Roll-out", zahlt man alsbald nicht mehr für ein Filmwerk, sondern für die Zwangsabnahme von Geränken und Zugaben. Ähnlich der Bewirtschaftungsbasis der Porno-Kinos - welche ebenfalls nach ihrer Video- und DVD-Umrüstung, nachdem sie lange Zeit qualitativ hochwertige 35-mm-Film zeigten, einem Entwertungsprozeß anheimfielen und mittlerweile kaum noch relevante Standorte in den Schlüsselstädten besitzen. Der totale digitale Roll-out bleibt somit eine Allmachtsphantasie von George Lucas und einigen Firmen, die es geschafft haben, über DCI-Empfehlungen der Branche einzuflüstern, sie würde von diesen Umrüstungen ausschießlich profitieren und einem auf lange Zeit gültigen Standard folgen. Das Gegenteil steht zu befürchten. Ich hoffe, der so visionär aufgebauschte "Roll-out" geschieht alsbald nicht, denn mittelfristig sehe ich aufgrund dieses Distributionskonzepts - mit allem, was an "Pferdefüßen" dran hängt -, eine große Pleitewelle für Filmtheater bevorstehen. Zu investieren ist stattdessen in erster Linie in derzeitiges Humankapital, dabei sind die angeblich faulen und unfähigen Mitarbeiter zu motivieren, zu schulen und besser zu bezahlen, es sind die 35-mm-Anlagen wieder einmal zu warten, und es ist den Verleihern einzuschärfen, sie möchten ihre Kopierwerksaufträge mit der Auflage verbinden, daß bei Hochgeschwindigkeitskopierung das Bildstands- und Kontrastproblem verbessert wird. Das sind unsere heutigen, realen und leichter abwendbaren Bedrohungen und Belastungen! Oder es müßte ggf. wieder langsamer kopiert werden und es würden die Mehrkosten anderweitig umgelegt werden: sei es durch Einstellung von ABM-Kräften, Zivildienstleistenden, sei es durch Einsparung von Digital-Cinema-Investments, sei es durch eine verbesserte Mehrsaalbespielung mit nur einer Kopie, sei es auch durch Betriebsstillegung einiger überzähliger - weil nie ausgelasteter - Multiplex-Kinosäle, sei es auch durch eine Verlängerung der Auswertungsfenster, die ebenso wieder eine Verlängerung der Film(kopien)amortisaton nach sich zöge und dem Kino als Erstauswerter bestimmte Monopolverfügungen zurückgibt. Ob diese "Revision" bisheriger Fehlentwicklungen allseits gewollt und durchsetzbar ist, überlasse ich den Diskutanten. Es wird genug Spott für dieses Konzept geben, steht zu erwarten. Dieser real aber den Anforderungen nahekommende Vorschlag ist natürlich auch - welch ein Schimpfwort! - ein stückweit eine "konservative" Revolution. Warum nicht? Back to the roots! Das Filmtheater ist konservativ bestimmt in seinem Element: einige Grundpfeiler haben sich in 110 Jahren nicht verändert, dazu gehört m.E. auch der sher verläßliche und profitable Filmbandvertrieb. Ich sehe daher nicht, daß die digitale "Schein"-Revolution, von der John Belton spricht, der Filmtheaterbranche das Paradies auf Erden bringt. Digital Cinema (so sehr ich einige Möglichkeiten und Technologien bewundere und bestaune) mutet mir letzlich doch immer wieder an als "Trojanisches Pferd", als daß, von dem es genuin abstammt: einem Derivat der Fernseh- und HDTV-Industrie. Und diese Industrie verbreitet sich nach diametral anderen Gesetzmäßigkeiten als denen des tradierten Theaterbetriebs, der durch Fernsehinfusionen vermutlich Schaden nimmt. Filmtheater und Broadcasting - das gehört nicht zusammen, sondern es konkurriert miteinander: inhaltlich und ebenso auch technologisch. Bleiben wir dringend beim Filmband und nutzen seine Potentiale! :wink: -
Von SOUTH PACIFIC gibt es 2006 jetzt drei sozusagen "integrale" Versionen. a) Eine nagelneue Kopie, die nach Zeugen der Sichtungen im 'Egyptian Theatre' nicht ganz den brillanten Look von 'Around the World in 80 Days' zeitigte. In dieser Kopie fehen allerdings die Out-takes, die nach der Premiere aus dem Negativ und etlichen Kopien herausgenommen worden waren b) Die alte rosastichige Kopie, die trotz der neuen Kopie nachwievor gleichberechtigt gezeigt wird, zumal in ihr alle Out-takes noch enthalten sind c) Eine 4 k-Abtastung des neuen (wenn auch nicht ganz kompletten) 65-mm-Sicherheits-Interpositivs, wobei auch die rosastichigen Out-takes aus der Premierenkopien eingescannt wurden, leider jedoch trotz Farbkorrektur nicht auch in das 65-mm-Interpositiv ausbelichtet wurden, sondern lediglich als 4 K-"Konserve" gespeichert sind und nach der Down-Konvertierung zur DVD auch in diesem Format zur Verfügung stehen. Es ist trotz der gerade bezüglich der Farbkorrekturen erstaunlichen digitalen Möglichkeiten leider nicht gelungen, einen unmerklichen Angleich der gefadeten Out-takes an die intakten Materialien (Originalnegativ sowie Interpositive) des Restfilms vorzunehmen, sodaß gewisse Farb- und Dichtesprünge an den betreffenden Übergängen nicht mehr nachzukorrigieren waren. So war es wohl hächste Zeit, den Film umzukopieren, bevor auch noch die Out-takes der rotstichigen Erstaufführungskopie (siehe Bild in Anlage) der Auflösung anheimgefallen wären. Trotzdem bedaure ich, daß die Langversion nur auf 4 k und auf DVD fortexistiert, anstatt auch das Interpositiv zu vervollständigen, um davon und dem Dupnegativ jeder Zeit eine neue ungekürzte 70mm-Kopie ziehen zu können. Ob auch der Wechsel zum Tonformat "dts" das letzte Wort in der 6-Kanal-Magnetton-Konservierung sein soll, mag ein jeder selbst entscheiden oder eruieren. http://www.in70mm.com/news/2006/south/pacific.htm
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ZOO PALAST Berlin steht nachwievor zur Disposition. Zwar verkünden einige voreilige Blätter, er werde erhalten. Tatsache ist aber lediglich, daß das Landesdenkmalamt gegen einen Abriß Protest erhob, währenddessen die komissarische Betreiberin UCI abwechselnd für ein Ausscheiden aus dem Mietvertrag, dann plötzlich wieder für die Verlängerung des Mietvertrags - allerdings bei Abriß des Altbaus und Neubaus eines Multiplexes, aber auch schon einmal für Erhalt des "alten Kastens" (der sich aber nicht rentiere) plädierte. (Vgl.: http://www.berlinonline.de/berliner-kur...t;start=60 ) Thomas Empt, Projektentwickler der Bayerischen Immobilien GmbH, mit dem ich angesichts seiner generellen Kino-Beseitigungsforderungen an die Stadtverwaltung auf dem Architekturgespräch 67 vor einem Vierteljahr drastisch zusammenprallte, mimt nun den Wolf im Schafspelz und verkündet (offenbar vom Widerstand des Denkmalamts und auch der Bezirkspolitik beeindruckt) Pläne für den angeblichen "Erhalt" der Kinostätte. Prinzipiell soll dabei der große Saal um ein Drittel verkleinert werden, da er unrentabel sei. Absoluten Vorrang aber hat nachwievor die Durchführung der Einkaufsschneise vom Hochausriegel am Bahnhof Zoo (sog. "Giraffenhaus") mitten durch den Komplex Zoo-Palast, weiterführend über das Bikini-Haus bis zum ehemaligen Kugelkino heranreichend. Diese Schneise wird nämlich definitiv durch den großen Zoo-Palast-Saal unterbrochen, es sei denn, man führte sie durch das jetzige Foyer hindurch und bildete durch Vorbau eines Bogens noch vor dem Kinoeingang eine Art "Umlenkung" für die erhofften Konsumentenströme. Aufgrund aber ergonomischer Erwägungen und auch mehrstöckiger Geschäftsauframpungen scheidet wohl diese "weiche" Option leider aus. Das bedeutet in aller Klarheit: der große Saal ist keinesfalls mehr haltbar, sofern es nicht noch zum Aufstand der Bevölkerung für Erhalt von Traditionskinos in Berlin käme, was eine völlig neue Art der Zivilcourage wäre. Den großen Saal will weder UCI noch die Bayerische Immobilien AG haben, und auch der opportunistische Baustadtrat Dr. Gröhler, der auf's Bürgermeisteramt schielt, will ihn nicht, wenn ein "moderner" Kompromiß für "irgendein" Kino greifbar wird, notfalls ein Multiplex, bei dem er sein Gesicht als investorfreundlicher Bezirkspolitiker mit kulturellem Feigenblatt wahren kann. Die mit den GRÜNEN regierende SPD ist indes gegen jegliche Zerstückerlung des großen Saals, könnte aber 2007 schon gar nicht mehr an der Macht sein. Mit einer Verkürzung des Saals kippt nun der integrale architektonische Entwurf Gerhard Fritzsches von 1956: die Ovalform des im italienischen Opernstil erbauten Auditoriums und die Deckenformation brächen formlos in sich zusammen, sofern der Bühnenraum nach vorne gezogen würde, wenn fernerhin der gerundete Bühnenvorhang eingeflacht und die Eingänge verlagert würden. Eine Verkürzung des Saals kann aber nur nach genau diesem Plan erfolgen, da explizit der heutige Bühenraum inmitten der angedachten Einkaufsschneise liegt, währenddessen der Vorführraum in Art eines Schwalbennests "eingehangen" ist und bauökonomisch keinerlei Belastung für die Einkaufsmall darstellt. Im Klartext: es stehen eben massiv das heutige Foyer und der direkt darüber liegende Bühnenraum der Einkaufsmall im Wege. Angeblich haben sich die Filmfestspiele geweigert, unter solchen zerstückelten Bedingungen weiterhin das Haus für die Berlinale zu buchen. Dies kümmert Thomas Empt von der Bayerischen Immobilien AG nicht im geringsten, denn die einmalige Anmietung im Jahr sei für ihn völlig ohne Bedeutung. Um aber, denke ich, nicht als "Kinomörder" dazustehen, offeriert er freibleibend potentiellen Kinoinvestoren eine umgebaute Schmal-Version Zoo-Palast, den er am liebsten völlig aus der Welt schaffen würde (auf dem Architekturgespräch äußerte er noch zynisch: Kinos seien heute nicht mehr so im Trend, sondern mehr die Flachbildschirme und DVDs. Auch sei der Zoo-Palast 1957 mit "Zürcher Verlobung" eröffnet worden, einem alten deutschen Film, den heute keiner mehr sehen wolle, wie - ebenso - auch dieses Kino heute nicht mehr gewollt sei. Obwohl: er ginge sehr gern ins Kino, er habe nichts gegen Kino...). So wird der "Schwarze Peter" geschickt an die jetzige Betreiberin weitergereicht, die Tera-Group, die das Kino nach meinem Eindruck ohnehin nur als Melkkuh nutzt und nicht das Geringste seit Jahren investiert hat. Oder, so Empt - man suche nach einem Investor aus dem Kinobereich, der die von ihm gütlich vorgeschlagenen Umbauten mitfinanzieren solle. Folglich müßte aufwendig in Umbauten und Saal-Verkleinerungen investiert werden, wo das Haus eigentlich nur eine Renoviuerung bräuchte! Diese Variante ist deshalb hochgefährlich, zumal 2007 ein eher schlechtes Kinojahr wie schon 2005 werden könnte: und damit wäre der Weg frei zum völligen Abschuß der Spielstätte, gegen den auch kein Denkmalamt mehr einschreiten kann. Faktisch wären die Betriebskosten im benachbarten Royal-Palast (der dieser Tage in Trümmern liegt, aus denen nur noch ein gewaltiges Cinerama-Skelett hervorragt) günstiger gewesen, auch mit Sicht auf eine Festivalvermietung wirtschaftlicher als im Zoo-Palast. 2008/09 kann damit gerechnet werden, daß - vom Delphi-Palast einmal abgesehen (ursprünglich kein Kinozweckbau, sondern ein Tanzpalast) - kein einziges Großraumkino in Berlin mehr besteht. http://morgenpost.berlin1.de/content/20...30571.html Alle Bilder: www.kinokompendium.de
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Sie merken es schon, zumindest dann, wenn der Unterschied zum Home Cinema noch gegeben ist oder schon nicht mehr. Das spürt man einfach, jeder Zuschauer mehr oder weniger unbewußt, und handelt instinktiv danach: durch Verweigerung einer weiteren Nutzung solcher Angebote. Natürlich beschweren sich die wenigsten, da die Informationen fehlen und man nicht als Dummbeutel dastehen möchte. Aber Häßlichkeit in den Bildern - ebenso auch Schönheit - die ist ganz eindeutig wahrnehmbar. Man vergleiche bitte mit einem Museumbesuch: man sieht sich zwar alle Bilder an, auch die "mißlungenen" oder häßlichen, aber nicht jeder beschwert sich sofort beim Museumspersonal.:wink: Man zieht schlicht, stillschweigend und wenig ergreifend die Konsequenz und kommt alsbald nicht wieder.
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'Filmtheater International' in Berlin hat langjährige Erfahrung mit Pyrcon UP 700. Einfach mal anrufen, vielleicht ist gerade jemand im Haus, der mit dem Problem auch einmal zu tun hatte und sicher gerne weiterhilft.
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Das IMAX-Kinosterben geht weiter...
cinerama antwortete auf LaserHotline's Thema in Allgemeines Board
Der Link zum Online-Report: http://www.berlinonline.de/berliner-zei...54057.html Eingezwängt zwischen zwei mit ihm konkurrierenden grossen Multiplexgruppen hatte das Haus als Einzeltheater nicht die geringsten Überlebenschancen. Dies war absehbar. Wenn die Kuppel durchsichtig wäre, so könnte daraus zumindest noch ein Gastronomiebtrieb entstehen...angeblich will SATURN in der Nachbarschaft sich erweitern und zahlt jede Miete. -
Ich hatte betont, daß auch dieser Filmtitel außerhalb eines "offizösen staatlichen oder musealen Restaurationsauftrags" läge, nicht aber verbreiten wollen, diese Institutionen seien Restaurateure solcher Filme - im Gegenteil. Bibel-Filmreihen habe ich seit den 1970er Jahren én masse gesehen, in mir leichter zugänglichen Kinos und mit mehr Kopien als heute. Einige Werke, die sicher nicht in Karlsruhe laufen, etwa DER SILBERNE KELCH (Magnetton) DIE GLADIATOREN (Magnetton), DAS BUCH RUTH , DER FISCHER VON GALILÄA (70mm), DIE BIBEL (70mm) u.a. archivieren wir bereits, sodaß ich mir nicht richtig vorstellen kann, welche Entdeckungen die Karlsruher Veranstaltung (für mich persönlich) noch brächte. Allenfalls denke ich, daß DIE BIBEL dort läuft, wobei die Kopienauswahl sicher diffizil sein dürfte. Daher bedauere ich, keinen Festivalpaß von Ihnen zu kaufen, da mein Bedarf gedeckt ist. Nicht böse sein :wink:
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Die Umfrage zum Board digitale Projektion.
cinerama antwortete auf PERFO's Thema in Digitale Projektion
Ich nich' so, weil ich das auch schon gemacht habe und immer eine leicht ironische Distanz zu sämtlichen filmtechnischen Tätigkeiten hatte. Man sollte alles mal probiert haben... Zudem habe ich technisch fundiertere Kräfte eher in den Centern/Multiplexen als in den angeblich nur edlen Programmkinos kennengelernt, die dafür mehr musische Neigungen innehatten. Mittlerweile ist auch das vielleicht durchmischt und durchrasst, und das ist auch gut so. Das alles relativiert sich also sehr schnell, ebenso die Arbeitsweisen und die Auffassungen von Disziplin, Produktivität oder Selbstständigkeit in den Arbeitsplatzbeschreibungen. -
was denn nun? erst wird hier seitenlang jeder film, der es wagt, mit DI's oder anderem digitalen teufelswerk zu arbeiten, ausführlichst niedergemacht und als wegbereiter einer allmächtiger HD-zukunft ohne kino gegeißelt und jetzt holst Du Deine "heiligen 65mm reliquien" aus dem temperierten schrein und willst sie dem digitalen 2K-teufel opfern? @cinerama - Du begehst hochverrat an Deiner religion oder hast Du etwa die notwendigkeit des pragmatischen denkens erkannt, etwas, was Du sonst aber niemandem zubilligen möchtest? Bewegen sich zwei seelen in deiner brust, die heftigst miteinander streiten? ... würde einiges erklären !! Ein Transfer ist möglicherweise die letzte Rettung, da dieser 70-mm-Film außerhalb des Sektors eines offizösen staatlichen oder musealen Restaurationsauftrags liegt und verloren ist. Der Film ist sonst kaum mehr aufführbar, es sei denn, ich besorge mir eine 35-mm-Fassung, die aber eine geringere Sauberkeit und Vollständigkeit als mein 70-mm-Material aufweist. Selbst bei einem Sponsor für eine 70-mm-Neukopierung wäre dieser Weg nicht mehr möglich aus verschiedenen Gründen. Es handelt sich um eine "Notrettung". Ebenfalls sind digitale Lösungen bei schwer beschädigten Ausgangsmaterialien (zuletzt bei DAS WEIB DES PHARAO realisiert) oder Ausnahmefällen im Large-Format Bereich (Out-takes SOUTH PACIFIC! oder auch das 4 k-Scannen des 35-mm-Ziwpos und der verlorenen Opticals [via Separtionen] von CAROUSEL) ein Segen. Auch bzgl. einiger früher Agfacolor-Negative wäre diese Reihe fortzusetzen usf. Ansonsten ist immer der bestmögliche analoge. d.h. photochemische oder magnetton-sterophonische Weg zu präferieren. Das ist eine andere Ausgangslage als die Einstellung der Herren Lucas und Cameron in ihrer heutigen Produktionspraxis, die mehr die Animationsschiene als den akribisch photographierten, "anwesenheitseffekt"-erzeugende "Look" eines Filmformats bedienen und aus Geiz auf 2 k-Digital Cinema setzen, wo beide einst 65-mm-Formate einsetzten. 3-D anstelle Bildrelief ist hier das Motto der neuen haptischen Bilderaneignung, die tief "einschlagen", aber wenig "nachwirken". Zu Ihrer persönlichen Spitze: Das "Religiöse" ist nicht mein Fach, in Fragen des "Glaubens" sind Sie mir weit voraus. :wink:
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nein. ich sagte wir führen ebensolche durch. jo, wäre einfach. lesen sie den vorherigen beitrag nochmals. jo, die geräte hier sind soweit ganz ok. aber das sie durch das internet zu sehen denken....nunja, ein wenig esoterisch wirken sie schon. was sehen sie denn noch so? Sie müssen deutlicher werden. Welche 65- /70mm-Material bearbeiten Sie digital? Ich würde es (zumindest für die Anhänger des DVD-Markts) sogar begrüßen. Allerdings habe ich einigermassen gründlich die 65-mm-/70-mm-Materialien filmographisch einmal erfasst ("work-in-progress"), sodaß ich keinen Anlaß für eine derzeitige Large-Format-Bearbeitung in Deutschland 2006 erkenne. Es beträfe allenfalls einige ältere MCS-70- oder DEFA-70-Produktionen. Letztere (DEFA-70) aber wurden von Alpha-Omega letztens nicht in Large-Format, sondern über 35-mm-Intermediates bearbeitet resp. restauriert. Es gibt den Kurzfilm von Veit Helmer TOUR ÉIFFEL, der ein paar Splices im Negativ hatte, die man aber ebenso billiger in California digitalisieren könnte, wenn man es denn überhaupt wollte, zumal das Negativ längst repariert und umgeschnitten wurde. Es gibt ein paar auch an dt. Schauplätzen gedrehte Imax-Filme (ein anderes Forumsmitglied hatte einmal u.a. vor dem Brandburger Tor die Kamera geführt und könnte vielleicht darüber berichten), aber all das wird nicht in Deutschland bearbeitet. Sind Sie mit Gulliver Paris verbandelt, da Sie verkünden, Sie führten 65-/70-mm-Restaurierungen durch? Ich verstehe nichts mehr von dem, was Sie andeuten, ohne konkret zu werden und glaube, die Sache ist wieder einmal eine "Ente". :roll: Nachtrag und invitatio ad offerendum: Sollten Sie eine 70-mm-Abstastung vorweisen können, erscheine ich als Kunde die nächste Woche in Ihrer Firma. Es gibt einen rotstchigen Film, den ich zumindest in 2 k gerne "gerettet" hätte. Es ist mir ernst damit, und im Falle einer Auftragsannahme betrachte ich die hieisige Debatte als eher unbedeutend. Denken Sie darüber nach. [Den Licht- und Farbausgleich würde aber gerne ich nach meiner Vorstellung vornehmen, falls sich das arrangieren ließe.]