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Da ist der Theaterbetreiber zweifelsfrei im Recht. Aber so viel bekommt der Verleih heute für seine Kopien auch nicht mehr (man denke an die Wareneinsatzquote der Massenkopien, manche Filme laufen da defizitär). Somit fördert das Zurücksenden von Kopien noch die Digitalisierung des Kinos. Obwohl ich solche Schrammkopien auch zurücksenden würde. Ein Dilemma.
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Star Wars, Star Trek, philosophische Fragen und George L.
cinerama antwortete auf cinerama's Thema in Allgemeines Board
Im Forum der Trekkies kann man freier diskutieren als hier, ohne als "Wiederkäuer" gestempelt zu werden: http://forum.scifinews.de/index.php?showtopic=5626 Alle Leute, die sich darüber streiten, ob und wie sie den Sinn von Star Trek verstanden haben, sind schon mal prinzipiell sehr weit davon entfernt. Star Trek ist eine Unterhaltungsserie. Die Zeit der Aufklärungsliteratur ist lange vorbei. Kant ist tod, der Sozialdarwinismus lebt. ST war ursprünglich als eine Utopie gedacht, etwas das der Mensch erreichen könnte, wenn er bereit wäre sich zu ändern. Ist er aber ganz gewiss nicht, sonst wäre es auch nicht nötig gewesen mit der Zeit die Utopie zu vermenschlichen und aufzuweichen. Nichts desto trotz zeigt uns ST eine verhältnismäßig helle Zukunft, die sich zu leben lohnt. Kernaussage ist, dass der Mensch etwas erreichen kann. Allerdings ist das keine Weltanschaung, da ST nur eine Fiktion ist, und unsere wirkliche Welt so nicht funktioniert. Man lernt aus einer Serie nicht, wie die Welt funktioniert. Man bekommt vielleicht eine gewisse Interpretation von gutem menschlichem Verhalten vorgetischt. Allerdings ist es schon fraglich, ob es ein wahres "Gut" überhaupt geben kann. Wie ich mir die Welt anschaue allerdings dafür oft "besser". Sich nach den Gesetzen einer Fernsehserie zu verhalten, wird die Menschheit nicht retten. Und erst recht nicht, sich darüber zu streiten, wie diese Gesetze aussehen. "Der Mensch kann mehr erreichen". Ich will aber sehen, wie diese Diskussion etwas erreichen will, das der Allgemeinheit nützt. Da dreh ich mich doch lieber im Kreis. An viele, die es nötig haben: Denkt nach, was ihr aus eurem Leben machen könnt, statt an der Philosophie einer Serie herumzuinterpretieren. In der Zeit könnt ihr auch etwas über das echte Leben lernen. (...) Wollte ich noch was anderes sagen? Achja: Der Sinn von ST sind Titten und andere, niedere Instinkte bedienende Reizauslöser. Zumindest sind das die Dinge, mit denen Geld verdient wird. Nichts anderes will ST als kommerzielle Fernsehserie. Diese Reize sind wohlverpackt in einer schicken Utopie-Hülle. Und ob man mit ST seine niederen Instinkte befriedigen will oder mit dem Schwelgen in "was wäre wenn..." - das ist und bleibt eine individuelle Entscheidung. Oder, anderes ausgedrückt: Um diese Entscheidung treffen bzw. die Möglichkeit einer Entscheidung erkennen zu können, ist ein gewisser intellektueller Prozess vonnöten. Ist jemand zu diesem Prozess in der Lage, dann steht nichts im Wege, noch einen Schritt weiter zu gehen. Und zu erkennen, dass ST uns nichts lehrt, sondern dass wir einen Kopf haben, mit dem wir denken und entscheiden können. ST macht Spaß. Ich liebe es, mich in diese Universen fallen zu lassen und für einige Stunden zu vergessen, dass es irgendwo da draußen eine krepierende Welt gibt, die meine Heimat ist. Aber was lehrt ST mich? Dass ich nur darauf warten muss, dass mein Captain kommt und alles wieder gut wird? Dass sich alle Personen mit mehr Macht als ich selber an die Regeln halten und moralisch agieren? Und wenn sie das nicht tun, sie klar erkennbar böse sind? ST ist eine Fernsehserie. Keine philosophische Abhandlung. Und selbst die ist keine Lehre an und für sich, sondern nur ein weiteres zur Interpretation stehendes Objekt. Use your brain! Oder hier: http://forum.scifinews.de/index.php?showtopic=5602 Also dieser "Kommunismus" kam im Prinzip dadurch zustande, das auf der Welt der 3. Weltkrieg ausbrach, aber der Warp Antrieb überlebte und "Der Erste Kontakt" hergestellt wurde... dadurch wurden sich alle der Lage bewusst und somit musste eine Einheit her und so kommen wir zum "Star Trek Kommunismus" , richtig oder Oder so: http://forum.scifinews.de/index.php?showtopic=1247 Wie siehts mit der Zukunft unserer Galaxis aus, wenn man die möglichkeiten der Kriegsführung im 24. Jahrhundert betrachtet. Sehen wir uns mal die Gegenwart an: Ein Atomkrieg mit entsprechendem Potential würde alles Leben auf unserem Planeten auslöschen (eventuelle Überlebende müssten Jahrzehntelang in Bunkern ausharren), und der Planet wäre für Jahrhunderte unbewohnbar. Im 24. Jahrhundert gibt es viel üblere Waffen, wenn man z.B. die von Soran entwickelte Trilithiumwaffe betrachtet, welche in der Lage ist, ein ganzes Sonnensystem binnen Sekunden zu zerstören, ein Akt, welcher nicht mehr reparabel ist. Ein Krieg, welcher ausschliesslich mit solchen Waffen geführt werden würde, könnte die ganze Galaxie stellar entvölkern, ausserdem entstünden zahlreiche schwarze Löcher, welche das, was der Krieg übriglassen würde, nach und nach verschlingen würde. Auch Spezies 8472 stellt eine imense Gefahr für unsere Galaxis dar. Je grösser der Fortschritt und je ausgedehnter die Territorien in der Zukunft auch sein mögen, sie werden sich schliesslich über mehrere Galaxien erstrecken (man redet dann nicht mehr von Planeten, sondern von Galaxien), desto stärker sind auch die Waffen, welche diese zerstören werden. Aber @preston sturges findet bestimmt immer neue Les- und PR-Arten des kultischen Trekkie-Universums, die sich mir leider verschliessen. Mein Eindruck: seitdem Fernsehserien die Leinwand erobert haben, ist besiegelt, daß Kino nie wieder die "Nr. 1" werden wird. Ich bedaure diese Tendenz. -
Star Wars, Star Trek, philosophische Fragen und George L.
cinerama antwortete auf cinerama's Thema in Allgemeines Board
So kreativ ist er nicht. Er variiert seine Genre-Muster in neue Sujets. So sieht "Schindlers Liste" ähnlich aus wie "Unheimliche Begegnung". Das ist bei ihm Kalkül, denke ich mittlerweile. (Ihr solltet mal die Out-takes von "Schindler" sehen, die gaben mir zu denken. Ich schweige hierzu) Daher wiederholt sich solches Kino unaufhörlich - wie ein Wiederkäuer. -
Star Wars, Star Trek, philosophische Fragen und George L.
cinerama antwortete auf cinerama's Thema in Allgemeines Board
Kenne Star-Trek Kinofilme und Fernsehfilme ohne Ende (seit 38 Jahren). Diese Werke haben alle keine originäre Ästhetik und keine avantgardistischen Züge, weder formal noch inhaltlich (Trivial-Literatur nebst Banalverfilmungen. Sagt Dir jeder Literaturstudent im 1. Semester.) Unglaubliche Utopienlosigkeit. -
Star Wars, Star Trek, philosophische Fragen und George L.
cinerama antwortete auf cinerama's Thema in Allgemeines Board
Unterhaltend waren die Werke zu ihrer Zeit, das kann ich bestätigen. Es bleibt daher interessant, warum sie so schnell altern? Meine These: Es ist nicht gelungen, den (seinerzeit beachtlichen) "Dekor" originär durchzugestalten und künstlerisch zu verarbeiten, den Filmen fehlt daher das künstlerisch "Zeitlose" und eine moderne "message". Somit verwelkt der Dekor rasch, altert und zeigt sich beim Wiedersehen als Fetisch, der nur sich selbst genügt. Man erkennt: hier wird etwas Zirzensisches über die Maßen strapaziert, um im Rausch der Runden und Rekorde (Effekte) zu "unterhalten" (zu "blenden"?), zu "lenken" ("abzulenken"?) und den Inhalt als Staffage des Apparats, ja als "Stichwortgeber" für die nächste Runde zurückzuschrauben. Diese Tendenz war nicht ganz neu, sondern bereits in den 20er Jahre angelegt, allerdings unterscheiden sich hiervon diverse andere Filme gerade deshalb, weil sie ihr jeweiliges Menschenbild mehr oder weniger präzise herauszuarbeiten vermögen und sich vom Klischee befreien. Warum ... - müssen interessante Weltraumfilme mit Pelzaffen, dumpfen Imperatoren und Muppet-Puppen jonglieren? - müssen digitale Effekte unscharf und verwackelt sein? - müssen Schlachtenszenen bunt und rummelplatzartig gestaltet werden? - müssen Dialoge comic-haft und zynisch darherkommen? Viele Fragen, keine Antworten. Wäre ja auch Spaßverderberei? -
Star Wars, Star Trek, philosophische Fragen und George L.
cinerama antwortete auf cinerama's Thema in Allgemeines Board
Im Berliner ROYAL PALAST schlief ich 1978 ein, da der Ton viel zu leise war und trotz 32-Meter-Bild. (Schon damals war "Kino nicht mehr die Nummer 1"). "Unheimliche Begegnung" im ZOO PALAST war fesselnder. Liegt wohl am Regisseur. Später dann ging man primär wegen Special Effects, Williams-Musik, 70mm-Soßenbild oder Alec Guniness nochmals rein. Und ebenso unbefriedigt wieder raus. Hätte ein anderer Regisseur mehr darauf gemacht, schade um gute Ideen. Da ist jeder, der redlich Filmvorführer ist, ehrlicher und fleissiger als der Dagobert mit seinem THX-Sortiment, das keiner wirklich braucht. Hab' gelesen, wie McCallum die Frage nach dem Budget eher zurückhaltend beantwortete. Man habe dies auf 140 Mio. Dollar festgelegt und eingehalten. Na, da finde ich Cimino sympathischer mit "Heavens Gate". Der war wirklich besessen, hat kein Budget eingehalten und die bis dato teuerste Produktion hingelegt, die mehr Wahrheit über den amerikanischen Traum entlarvt, als die Weltraummärchen von Dagobert (denen geneigte Zeitgenossen recht leger Nähe zur Rebellenarmee der Sandinisten unterstellten ... viel zu viel Ehre für das gesellschaftliche Ethos von Mr. Dagobert, denke ich.) Man fühlt sich eben betrogen, wenn man sich das anguckt, daß man von den Produzenten nur als Zahlmeister für Rummelplatzattraktionen ernst genommen wird. Die Magazine, die dann voll von Erklärungsversuchen des wahren Mythos sind, konstruieren sich hier m.E. etwas zusammen, was auf sehr wackligem Fundament angesiedelt ist. Spielberg ist übrigens auf seine Weise ähnlich berechnend und manipulativ (denn "Effekt" ist nicht immer mit "Stil" gleichzusetzen), ist jedoch talentierter in der Suche nach einer geeigneten Drehbuch-"Vorlage", die er sich dann schmackhaft zurechtbiegt. Technik und Kunst kommen bei beiden eben nicht zusammen, daher altern diese Filme schnell, wenn man sie nach Jahren wiedersieht. (Anders bei Hitchcock, Kubrick, Lean, DeSica, Kurosawa, Chaplin u.v.a. - immer wieder frisch wie am ersten Tag. Ist seltsam, oder?) -
Star Wars, Star Trek, philosophische Fragen und George L.
cinerama erstellte Thema in Allgemeines Board
Jede Sekunde Star Wars eine "Versprechen" auf etwas, was doch nicht kommt und worum man betrogen wird: Mythos, Epos, Tragik, Witz, Science Fiction, Märchen, Ritterfilm, Generationendrama, Religion, Gesellschaftsutopie, Kostümfilm, künstliche Welten, unendliche Weiten ... alles lieblos angerissen, geheuchelt vorgetäuscht, bedeutungsvoll verbrämt, hastig hingeschludert, geistlos kopiert, dümmlich zitiert, unscharf skizziert - alles ist wie falsches Operngetöse und Geräteklappern im Stil der amerikanischen Boulevard-Bühnenkomödie. Alles ist wie Werbung: Appetithäppchen ohne Ende werden einem vor die Nase gehalten und im entscheidenden Augenblick versagt, damit keiner merkt, das alles erstunken und erlogen ist. Sucht man dann verzweifelt nach einem einzigen Aspekt der einen oder anderen Episode und findet etwas Brauchbares, dauert es nicht lange, bis man dahintersteigt, daß alles woanders schon einmal da und besser war, hier nicht wirklich elaboriert ist. Die Billigkeit der digitalen Animation wird dann bei näherer Betrachtung im Detail sofort offenbar, sobald man Bewegungsschwächen und Artefakte entdeckt. Das wäre Kubrick nie passiert. All diese Mängel sind selbstverständlich dem geübten Betrachter sofort evident und auch Mr. Lucas wohl, aber darum geht es auch gar nicht. Es geht um die Fülle des Summarischen, um Achterbahneffekte um ihrer selbst, wobei die Liebe zum Detail auf der Strecke bleibt und auch zu teuer käme, würde man endlich einmal zumindest die technischen Details perfektionieren. Aber Details und Grundaussage interessieren nicht den Fast-food-gewöhnten Ami, er muß es nur alles schnell und gierig herunterschlingen können. Aus diesem Grunde werden Filme - und Burger - gemacht, bis die Besucher die Nase voll haben, ständig nur Videospiele und Sesambrötchen kaufen zu müssen. :wink: (Ach ja, @magentacine: "Star Trek" macht da keine Ausnahme: Boulevardtheater mit pseudophilosophischem Überbau, schlechten Tricks, schwacher Handlung, dünner Utopie.) -
Merkwürdige Tonspuren --- Vierkanal-Lichtton ???
cinerama antwortete auf E VII b's Thema in Allgemeines Board
"The Stewardesses"? (der erste Film war nur ein kurzes Experiment und Gigantoerfolg, das kurz danach gedrehte recht teure "Remake" aber ein Superflop ... las ich zufällig vor einem viertel Jahr in einem alten Koshofer-Aufsatz der Siebziger Jahre). Mein alter Vorführmeister vor 25 Jahren, W.M., erzählte mir auch einmal von einem solchen Format. Er führte im Neuköllner Rixi in Berlin vor, wo oft Softporno lief, wo auch zwei mechansich verkoppelkte Ernemänner liefen. Jetzt ist mir der Hintergund irgendwie klarer geworden. Habe gerade mal nachgeschaut: wider Erwarten lief der Film auch in West-Deutschland um 1970: "Die Girls vom Jumbo-Jet", verliehen von der Constantin. Und ist angeblich nur soft, dachte ich doch bislang, er sei reiner Hardcore. Einen 70mm-Schnipsel hatte ich derweil bekommen, zwei Teilbilder nebeneinander 1.33 : 1. Darauf hält eine Darstellerin ostentativ einen Schlüssel o.Ä. vor die Kamera. Das könnte der Film sein... -
Merkwürdige Tonspuren --- Vierkanal-Lichtton ???
cinerama antwortete auf E VII b's Thema in Allgemeines Board
Scanoscope! (Welche Kopie war es denn?) -
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cinerama antwortete auf Expert Grouper's Thema in Nostalgie
Genau diese Akteure "mit Stil" werden gebraucht, weil sie möglicherweise auch in Zukunft noch etwas zu sagen haben. Das war es auch nie, sondern immer Sonderformat für Sonderauswertungen. Davon in jeder Stadt gelegentlich vergleichbare HD-Events, und Kino behielte eine begründete Distanz zu den Monitormedien. Merkt dies der Zuschauer, so werden Sprüche wie "ich geh' nicht mehr ins Kino, DVD ist besser" hoffentlich seltener. Die Einsicht könnte zu spät kommen. Dabei gab es Anfang der 90er Jahre - mit Aufkommen neuer Kombiprojektoren in Multiplexen - eine Chance, Sonderformate zu reaktivieren. Dieser Equipierungseuphorie stand aber ein Mangel an programmatischer Kompetenz gegenüber, d.h., sich auch Gedanken über die Distributionsanschiebung zu machen. So wurden also rund 15 Jahre, in denen Digital Cinema noch kein ernstes Thema war, leider verschenkt zugunsten des schnellen Fast-foods, der sehr bald vielen zum Halse heraushängen wird, da es dies auch zuhause oder in jeder Eckkneipe gibt. Sollte die Branche in eine Krise geraten, wäre die Politik seit langem schon gefordert, in die Produktion und die Distribution einzugreifen, falls Du dies unter "political" verstehst. Hierin stimme ich mit Dir überein. Richtig. Es kann nicht angehen, daß Bemühungen, in jeder Hinsicht überragende audio-visuelle Darbietungen zu offerieren (egal ob analoge Breitfilmstreifen oder fortgeschrittenere und sich selbst als ständig fortschreitend verstehende HD-Cinemas gemeint sind) als Nostalgie oder unnötig teurer Luxus betrachtet werden. Na, wir wollten doch bitte lieber nicht von "guter, alter Technik" reden? Reden wir also von der "guten" Technik. 35mm und 16mm sind dann gut, wenn Massenkopierung und Massenabspielbetriebe hierbei umgangen werden könnten. Ansonsten geht es auch unbedingt um die Inhalte: und diesbezüglich führt Dein Linkhinweis zur AG Kino teilweise in die richtige Richtung. :D -
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cinerama antwortete auf Expert Grouper's Thema in Nostalgie
Im ersten Absatz widersprichst Du Dich selbst, nachdem Du die "2001"-Vorführungen im Berliner "Delphi-Palast" so gelobt hattest. Weiters laufen an diesem Wochenende in Bradford Large-Format-Roadshows ohne Ende und Karlsruhe hat sich auch noch einiges vorgenommen. Das sind bereits die Fakten und keine "Träume". Zum zweiten Absatz, der Beseitigung etlicher überflüssiger Plexe, stimme ich Dir vollends zu. Sie sind auch dringend schliessungsbedürftig und sozial verträglich umzunutzen, notfalls durch Änderung des Gesetzeslage. Dieser Tag kommt noch, und ich werde hierfür nicht müde werden, mich dafür einzusetzen. Allein solches Handeln entspräche wirtschaftlicher und kultureller Vernunft. Die andere These, alles geht so weiter wie bisher, halte ich für Traumtänzerei, die sich früher oder später bitter rächen dürfte, wenn nichts mehr übrig bleibt, was es zu erhalten gibt. Schönen Abend noch. -
Natürlich kann man sich freuen, den Film ausserhalb des Monitor-Unwesens in einem grösseren Kinosaal zu sehen. Das ist und war aber keine Seltenheit: kaum ein Film hat derart viele Wiederauführungen erlebt, in allen Versionen und Formaten. Trotzdem sei erlaubt anzuzweifeln, daß sowohl kinotechnisch als auch kopiertechnisch "alles Mögliche getan " wurde. Ich würde dies gewiß nicht zur Skandaldebatte machen wollen, wenn nicht derart penetrant für diese Veranstaltung geworben würde und gleichzeitig unrichtige Informationen und Bewertungen virulent würden. Hätte man objektivere Bewertungen und Ankündigungen verkündet, so würden hier auch die Wogen nicht so hoch schlagen. Nach alledem aber, was ich hier gelesen habe (und seit 27 Jahren von dem Film in diversen Häusern gesehen habe) bedaure ich konstatieren zu müssen: eine herbe Enttäuschung. So jedenfalls möchte ich nicht "2001" und auch "70mm" eben nicht gesehen haben, dies war schon einmal deutlich überragender und an zahlreichen anderen Orten zu sehen und zu genießen. Allerdings verstehe ich, daß selbst diese Aufführung in einer Zeit, in der die Kinoerlebnisse sehr gleichförmig wirken, einigen Besuchern Freude gemacht hat. Insofern kann man sie sicherlich nicht "negativ" bewerten, das ist völlig unstreitig.
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cinerama antwortete auf Expert Grouper's Thema in Nostalgie
Vokabeln wie "Traumwelt" oder "Speicherplatz"-Verschwendung stimmen wieder nicht sehr froh, da sie hier fielen. Ggf. aber würde ich mich gerne an Kosten für die Aufrechterhaltung eines Speicherplatzes beteiligen, da ich wie @TomCat der Auffassung bin, daß etliche Beiträge erhaltenswert sind. In allen Fragen der Systematik und des Selbstverständnisses des Forums hat unabweislich @TomCat die schlüssigste Darstellung geliefert. Sie ist auch schwergewichtiger als meine Aufassung, die noch besagte, daß gewissermaßen "Marginalisierungen" von Auffassungen stattfinden könnten, so diese der heutigen Marktanpassung/ dem Life Style widersprechen (und das sollte erlaubt sein, denke ich) , und sofern man sich künftig aus der "Tagesdiskussion" (siehe "Allgemeines Board" oder "Technik") heraushielte. Es sollte weiterhin möglich sein, auch in aktuellen Fragen und Boards eine Gegenposition zum "Marktgesetz" und "Common Sense" zu artikulieren... So es es richtig gelesen habe, mochte auch @preston sturges ein "Verlassen" der aktuellen Rubriken seinerseits auch nicht glücklich machen: http://forum.filmvorfuehrer.de/viewtopic.php?t=3967 @TomCats Beobachtung der Erosion und des Untergehens von ausführlicheren Beiträgen ist jedoch so schwergewichtig, daß ich mich dem gerne anschliessen würde. Wie immer die Organisation der Zusammenfassung von Beiträgen auch vonstatten ginge, es bedürfte auch immer der Mitarbeit der Forumsleser, die einzelne relevante Beiträge wiederfinden und aus den Boards herausfischen, um sie an die Moderatoren weiterzuleiten, sodaß diese sie in einen neuen Zusammenhang stellen. Dennoch könnten die Postings des alten Boards nebst Antworten dort komplett erhalten bleiben, um den damaligen Diskussionsverlauf zu erhalten. Offenbar besteht aber überall Einigkeit des Bedarfs einer neuen Systematisierung, sodaß vielleicht nur noch Detailfragen, ob man hierfür "Nostalgie" oder vielleicht andererseits, wie schon von @moses vorgeschlagen, "Spezialformate" verwendet, oder dies in "Kinohistorik", "Technikhistorie" oder gar "Geschichts-Plenum" umtauft. @Henri hat aus dem Wikipedia folgende Begriffsfindung für Nostalgie exzerpiert (und damit meine Bedenken tangiert): Die Nostalgie ist eine leicht wehmütige Stimmung, der guten alten Zeit hinterherzutrauern, in der angeblich vieles schöner, besser, freundlicher war als in der heutigen bösen Zeit. Die Liebhaber der Nostalgie nennt man Nostalgiker. Sie gibt es auf vielerlei Gebieten: in der Kunst, in der Musik, in der Technik, in der Politik usw. Der Standard-Seufzer des Nostalgikers lautet „Ach... was war das früher doch schön…“, er freut sich dabei und lächelt versonnen. Die ihn beobachtende Umwelt nimmt ihn gelegentlich dann nicht ganz für voll. Auch wird oft „Früher/Damals war alles besser“ verwendet. Deshalb habe ich damit ein Riesenproblem: bei aller Begeisterung für vergangene Kinoarchitektur und ältere Filme und Formate würde ich heute zahllose Gegebenheiten keinesfalls mehr einfordern: z.B. Kohlelampenbetrieb, Petzval- und Sonnar-Objektive vom Typ Isco-Kiptar und Zeiss-Kipronar usw., alte konventionelle Breitbandlautsprecher, harte Bestuhlung, zu geringe Rampensteigungen, Überblendbetrieb bei Langzeiteinsätzen, Röhrenverstärker, wenn sie schaltungstechnisch fehlerhaft konzipiert sind etc. pp. Hierin dürfte mir @stefan2 zustimmen, der jedoch ebenso erhaltenswerte Errungenschaften gerne verteidigt. Also als West-Nostalgiker möchte man nicht abgecancelt werden. Auch, um politisch zu werden: die Regierung Kiesinger der 60's, fernerhin eine andere Sexualmoral, kurzum die Ofenheizung und schliesslich eine gewisse Monotonie im deutschen Film der 40's bis 60's, das gegenüber heute zahlenmäßig geringere Filmangebot, der Mangel an Kinematheken und Publikationen - dies alles sehne ich mir nicht herbei. Darum bin ich bitte kein Nostalgiker und möchte so bloß nicht betitelt werden. Und gehe weiterhin in Mutiplexkinos, in denen ich eine "modernere" oder beständigere Technik einfordere, die mitunter auch ältere Aspekte aufnimmt. Der Schlagbegriff "Nostalgiker" macht alle unglücklich, und das Gehaue wird noch heftiger, wenn es heißen könnte: "Hau Du nur ab in Deine Nostalgie-Rubrik, denn hier hast du nichts zu suchen!" Oder auch: "Alte, gebt die Löffel ab!" :cry: -
Das ist schade, denn wenn dies schon als zu "teuer" gilt, da leben wir in nicht sehr innovationsfreudigen Zeiten?
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cinerama antwortete auf Expert Grouper's Thema in Nostalgie
Na gut, dann ist der Begriff also nicht abwertend. Aber ernstzunehmen leider auch nicht: immerhin gibt es doch zahlreiche ernstzunehmende Veranstaltungen (auch wenn sie nicht den von @manfred geforderten writschaftlichen Stellenwert erreichen), es gibt Publikationen hierzu, die Aufffassungen stellen auch eine Herausforderung für`s Kinomachen 2005 dar, und wollte man hier bpws. investieren, d.h. neue Kopien ziehen, Kinogebäude errichten, die einigen durchaus zeitlosen Anforderungen entsprechen, vielleicht auch Festivals ausgestalten, so ist mir das Schlagwort "Heimweh" einfach zu verniedlichend. Das klingt nicht nach Überzeugung, sondern Gefühligkeit. Und dagegen habe ich etwas, eine ganze Menge sogar. (Denn in der Nostalgie liegt auch die Tendenz gebettet, und hier wird sogar @manfred zustimmen wollen, wenn er bestimmt mir eine Tendenz zuschreibt, der man selbstverständlich widersprechen muß ... und dafür sind diese "Sonderrubriken", in denen sich bestimmte Leute ["immer dieselben"] die "Köpfe einhauen", ungeeignet. Es bedarf der Konfrontation mit der Gegenwart, und nicht des "Sich-Ein-Igelns") Man diskutiert ja auch unaufhörlich in den Kunst-,-Literatur, Musik-, Gesellschaftswissenschaften undsoweiter über grundlegende "Klassiker" der jeweiligen Disziplin nicht unter dem Aspekt "Sehnsucht", sondern fragt: wie verarbeite ich sinnvolle Werke in der heutigen Zeit, sind deren Sichtweisen nachwievor aktuell, wie wende ich das Erlernte in der Alltagspraxis an (technisch, programmatisch, inszenatorisch ... je nach Branchenzweig), wie, wo und wie oft sind die Klassiker und weitere Abzweigungen des Themas einem heutigen Publikum oder Heranwachsenden nahezubringen usw. Dafür greifen "Heimweh" und "Sehnuscht" zu kurz, und ich denke, auch gestandene Progrmamkinomacher, Filmmuseen, Filmemacher und sich ernsthaft für Filminhalte und für Kunst interessierende Körperschaften würden dieser verniedlichenden Kategorisierung nicht unbedingt zustimmen. Wenn man im Filmvorführerforum zun einer gegenteiligen Ansicht gelangt ist, ist dies sehr schade. Bedenkenswert ist auch, daß der Bereich Filmgeschichte per se immer schwerwichtiger sein wird, als nur eine tägliche Praxisbewältigung. Was länger als 24 Stunden zurückliegt, ist bereits der Geschichte zuzschreiben. Vermittelt man Geschichte oder diskutiert hierüber, habe ich in den entsprechenden Institutionen noch nie erlebt, daß dies als Randsektion begriffen würde, die primär einer aktuellen Wirtschaftsquote zu genügen hat. Somit plädiere ich wie @preston sturges und @expert grouper für die Beibehaltung der alten Rubriken und gegen jegliche Fraktionsbildungen. Dies heisst: Aufhebung der Rubrik "Nostalige" und Export der Beiträge in die vorherigen Rubriken "Small Talk" und "Allgemeines". Es ist so auch übersichtlicher, wenn es nicht zu viele Rubriken gibt. :wink: -
Von allen obigen Befunden wäre das -absolute - Gegenteil richtig. Daher erspare ich mir Begründungen in allen Einzelheiten: kurzum von alledem das Gegenteil, und die Sache kommt langsam ins Lot.
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cinerama antwortete auf Expert Grouper's Thema in Nostalgie
Sowohl Rubrikenumbenennungen in "die hochwertigste kinotechnik" wie auch die bisherige, also "Nostalgie", sind wertend. Da mir kein besserer Begriff einfällt, stimme ich @preston sturges zu, der von Anfang an die Einrichtung einer "Nostalgie"-Rubrik für unstatthaft hielt. Man sollte es rückgängig machen. @TomCat: Gegen den Thread "Magnetton - so war es wirklich" hat niemand etwas einzuwenden. Selbstverständlich schlagen da die Wellen hoch, und in Bezug auf meine Stadt wäre einiges nachzutragen, worin die Gründe der Verwerfungen liegen. Gibt es wirklich diesen Mut, diese Unerschrockenheit, ein solches Thema zu eröffnen? Du hast dieses Faß ja gerade aufgemacht... :roll: -
Was wird denn aus der dts 24/96-Version? Kommt das Format denn ... noch zu Lebzeiten des analogen Filmstreifens?
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Na, da muß ich aber entgegnen, daß in Anbetracht vieler verwässerter Darstellungen im Forum zur Vergangenheit (was in der Natur der Sache liegt, da Nachgeborene - zu denen auch ich gehöre - sich erst an die Thematik heranarbeiten müssen), daß durchaus ein schon etwas älteres Forumsmitglied wesentlich resoluter die Klärung (oder aus seiner Sicht auch eine "Klarstellung") einiger Sachverhalte angeschoben hat. Obwohl zwar Internet-Beiträge früher oder später stets persönlich werden, so hat nur dieses Mitglied, auf das Du anspricht, bislang am deutlichsten die Technik-inhaltlichen Desaster formuliert. Hat sich ja sonst keiner getraut! Allerdings: hier bin ich zu subjektiv eingenommen, da ich dessen Auffassung in etlichen Punkten doch folgen kann und mich über den sehr klaren und rigorosen Standpunkt auch gefreut habe. Andersherum vermag ich @umlenkrolle, obwohl er ähnlich in seiner Dialogstruktur vorgeht, rein inhaltlich nicht zu folgen, leider in keinem einzigen Punkte - wiewohl ich ihm den Respekt der Branchenerfahrung gerne zolle. Das ist eben so, in der Politik ja ähnlich. P.S.: Würde aber lieber anstelle des "sozialistischen Grusses" lieber den "multiplexalen Gruß" einführen wollen. Er ist so zeit- und lebensnah und läßt sofort erkennen, wo die Wiege der Weltanschauung lokalisiert werden muss. Das würde viele Diskussionen und Mißverständnisse deutlich abkürzen.
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Also vom Timbre her sind solche "Elogen" bei MP-Projektionsleitern einiger mir bekannter Spielstätten identisch. Aber nein: ich muß @umlenkrolle in Schutz nehmen: Anfänger ist er bei weitem nicht angesichts seiner Branchenerfahrung ... und um so mehr bin ich enttäuscht über seine Respektlosigkeiten. :x
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Verzeihung, aber die Diskussions-Topics hast Du selbst angerissen, begonnen bei der Digital-/Analog-Problematik bis hin zum Verweis, Du hättest Anfang der 90er Jahre noch neue Magnettonkopien vorgeführt (es war dann offensichtlich doch nur eine), und das sei nicht ganz das Wahre gewesen. Nun mag es Zufall sein, aber damit hast Du einen Nerv bei mir, ein Interessengebiet berührt, da ich mich damit beschäftigt habe. So sei nur nebenbei bemerkt, daß ich an anderer Stelle diese Spezial-Retrospektive auf 30 Seiten auseinanderzunehmen mir erlaubte (fremdwörtlich hieße dies "analysieren"). Das mag Dich amüsieren, sodenn es lange zurückliegt, aber in den Thread Nostalgie paßt es exakt. Meine Äußerungen hierzu sind leider durchaus haltbar und ich kann Dir prognostizieren, sofern Du Dich auf einen tiefergehenden Disput hierüber einlassen solltest, daß Du unerwartet eine Niederlage zu erwarten hättest. Laß' es Dir gesagt sein, daß Du mit Deinem Spott entsprechenden Eindruck bei Fachleuten machen würdest, was Dich außerhalb eines ernstzunehmenden Stellenwertes stellt. Ursache hierfür ist ein wirklich erstaunlicher Sarkasmus, der leider gegen fälschlich sondierte Mißstände zielt, den eigenen Tätigkeitsbereich verklärt und andere nicht für voll nimmt. Ich bin gespannt, welche Projektions- und Produktionsweisen Du zu empfehlen oder zu offerieren hast, so lässig, wie Du Pauschalurteile und völlig abstruse Vergleiche hier verbreitest, wobei das Lächerlichmachen zum Selbstzweck gerät. Nicht nur, daß Du überaus dankbar für die Einrichtung einer Sonderrubrik "Nostalgie" Dich zeigstest. Jetzt ist sie eingerichtet, und es paßt Dir wieder nicht, so etwa, daß über 12 Jahre zurückliegende Retrospektiven gesprochen wird. Worüber sollen wir denn Deiner Ansicht nach hier diskutieren? :cry:
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Digital ist schlecht...frühere Technik ist überlegen
cinerama antwortete auf Expert Grouper's Thema in Nostalgie
An diesem Punkt würde ich insofern widerspechen, wie ja auch in den fünfziger Jahren die wechselnden und sich verbesserten Breitwandverfahren in Vergleichsvorführungen den Kinobetreibern, Produzenten, Verleihern und der kinotechnischen Gesellschaft präsentiert wurden. Hier sollen im A/B/C-Vergleich beispielweise erst a) Scope, dann b) Scope von Technirama und schließlich c) 70mm Todd-A-O demonstriert worden sein. Allerdings ist einzuräumen, daß es sich um tatsächlich grundlegene und dauerhaft angelegte Änderungen der Formate handelte mit spürbarer qualitativer Differenz und konzipiert für einen jahrzehntelang andauernden Produktzyklus. Also kein Vergleich mit dem heutigen Teufelskreislauf. Haargenau ist dies so. Meines Wissens nach ist diese Wegwerf- und Up-date-Kultur massiv erst durch Microsoft angeschoben worden. Seitdem gilt es als schon "nicht mehr normal", sich nicht jedes Jahr neues Equipment zu kaufen. Die traditionelle Filmtechnik (16, 35, 70mm/Lichtton, Magnetton) vermochte es durch einen jahrzehntelang gültigen Standard einigermaßen Stabilität in der Branche herzustellen. Die totale Digitalisierung (ob man sie nun technisch-qualitativ begrüßt oder nicht) wird zu derartigen Verwerfungen in der Branche führen, daß auch hochengagierte und bislang erfolgreiche Kinomacher zu unrecht untergehen könnten und einige wenige, sich durch Konzentration hervortuende Großbetreiber sich den letzten Showdown liefern. Um dennoch halbwegs objektiv zu bleiben: selbst wenn hochwertigere digitale Equipments der analogen Technik überlegen sein würden, so muß diese Umstellung zu kaum vorstellbaren Szenarien an Insolvenzen führen. Umgekehrt glaubt der modern sicb dem Markt anpassende Kinobetreiber, er müsse hier mitziehen, um den eigenen Untergang abzuwenden. Das ist eine ernste Dichtomie, ein unauflösbares Dilemma. Indertat: ich kann mir nicht vorstellen, daß diese "Umstellung" friedlich und unmerklich vonstatten geht. Entscheidend ist für mich auch die Frage nach dem Verbleiben älterer Spielstätten und bestimmter Programmprofile. -
So komödiantisch fand ich dies alles nicht. Der Thread begann mit einer Belehrung der, wie man es auffassen könnte, rückwärtsgewandten Utopisten (die sozusagen "am Alten hängen"), um mit einiger Rigorosität die völlige Überlegenheit und Sieghaftigkeit der modernen Produktionsweisen, die einen beinahe als unumstößlich wider jeden Zweifel erhabenen Evolutionssprung darstellten, zu umschreiben. Das rief Widerspruch von seiten derjenigen auf den Plan, die glauben, einige "handwerkliche" und produktionstechnische Vorführweisen als durchaus in einigen Zügen hochwertiger aufzufassen als gegenwärtige. Hier jedoch hat @umlenkrolle pauschal sämtliche Eigenheiten älterer Produktionsweisen als überholt oder überflüssig kategorisiert: wirtschaftlich, psychologisch, ergonomisch, technisch ... und politisch. Zumindest kann ich darüber nur wenig lachen, wenn hier steht "mit sozialistischem Gruß". Ich habe nichts gegen sozialistische Grüße, aber um so mehr gegen die hiermit ironisch unterstellte Unterordnung unter die SED-Bonzokratie. Wenn von @umlenkrolle also Überblendbetrieb, sozialistische Politiktheorien und andererseits SED-Doktrinen nebst den ihnen (oder deren Produktionsweisen) nachtrauernden Filmschaffenden in einen Topf geworfen werden, so ist dies ziemlich ärgerlich. Es gab sehr wohl auch in der DDR (unter der gehaßten Bonzokratie und schlimmerem noch) etliche vernünftige soziale Einrichtungen und auch Ansätze zur Organsation des Kinowesens (trotz einer partiellen Mangelwirtschaft ... aber damit haben wir es selbst in einigen heutigen Multiplexen ebenso und auch in etlichen Programmkinos unlängst wieder zu tun). Es ist nicht haltbar und führt zu nichts, wenn @umlenkrolle mit Ironie diese ziemlich ernsten Probleme im Ost-West -Vergleich instrumentalisiert, um alles, was der Vergangenheit angehört, als heute irrelevant einzustufen, auch wenn er jüngst sich selbst widersprach. Im gleichen Zuge kommen die modernen Produktionsweisen bei ihm anstandlos durch, hierüber hörte ich kaum ein kritisches Wort. Dabei sei gesagt, daß @umlenkrolle, der doch in ähnlichen oder gleichen Filmtheatern wie ich tätig war, aus dieser Erfahrung heraus eigentlich wissen müßte, daß hier wie dort fast nichts mehr stimmt - von der Berlinale-Retro 1993 angefangen bis hin zu einigen Gegebenheiten in Mulitplexen und zuletzt auch in Programmkinos, die in den Jahren seines Berlin-Aufenthaltes sich in einem betrüblicherem Zustand befanden als je zuvor, was die Schuld der Betreiber war (und ist). (Da hilft auch kein Ablachen über den Staatssozialismus "drüben"). Vor diesem Hintergrund kann ich mich nur wundern, was @umlenkrolles hartnäckige Breitseite gegen die "Ewiggestrigen" überhaupt mitteilen möchte, da er doch genau die Branchenverhältnisse en detail kennengelernt hat..
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Wobei @sewi schon immer etwas wehleidig veranlagt war. So oft diskutiert er allerdings gar nicht mit, um nun Sonderrubriken glaubhaft machen zu können ... eine Schnapsidee war das mit "Nostalgiker". Eigentlich auch abwertend, da mit diesem Schlagwort Schwärmerisches ohne relevanten Bezug oder aktuelle Herausforderung verbunden wird.
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Meine Anführungszeichen galten einer Tendenzhaltung, einem Gedankengut unter jenen Vertretern der Moderne, die glauben, über die Vergangenheit erhaben zu sein. Direkt den Zitationsregeln zuzuordnen wäre erst die Juxtaposition von Autor, Verbum und Direktzitat, in etwa in Ableitung zu der von Dir beanstandeten Passage wie folgt zu formulieren: "Allein die Tatsache, daß Du es geschafft hast, das gegeneinander auszuspielen und auf die Ebene des Sarkasmus zu manövrieren und am Ende jegliche Diskussion, die sich um Vergleiche zwischen Gegenwart und Vergangenheit bemüht ins Lächerliche zu schieben sowie in einer neuen Rubrik "Nostalgie" zu isolieren, in der sich die, wie Du sagst, "Fantasten, Spinner und Ewiggestrigen" ein Stelldichein geben, ist Dir nicht positiv anzurechnen." Erst die in diesem Beispiel rot markierte Einfügung entspräche meinem Zitationsverständnis, d.h. der Zuordnung eines Direktzitats, konkret. Somit stelle ich fest, daß Du nicht "Fantasten, Spinner und Ewiggestrige" erwähnt hattest. Das Schlagwort "Ewiggestrige" wurde von Dir erst nach meinem Posting übernommen - anscheinend gefällt Dir meine Wortprägung nun doch.