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cinerama

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Alle erstellten Inhalte von cinerama

  1. Steigende Besucherzahlen sind nach einer Einlaufzeit von einem Jahr bei einem neuen Kino selbstverständlich, so auch im Kreuzberger Eiszeit. Ob es reicht, wie auch die Insolvenz des Bauherrn des Alhambra in Wedding beweist, ist eine andere Frage. Das erste Kino hat seine Möglichkeit zum Anbau zwei weiterer Kinos um 30 Jahre zu spät erhalten. Der besondere Standort in Kreuzberg und der Einzugsbereich erschienen mir immer etwas randständig. Das zweite Kino, ein mittelgroßes Multiplex, kam 5 Jahre zu spät und befindet sich ebenfalls an keinem optimalen Standort innerhalb des Wedding. Mein Berliner Bauchgefühl hinsichtlich der Standorte trog mich da noch nie, aber vielleicht irre ich mich dennoch, und wir leben in blühenden Landschaften.
  2. Die Sprachdirektionalität u.a. war m.E.n. spaetestens ab 2001 (?) dolbysiert und mittemzentriert neu gemischt worden. Alles 2000/2001 digitalisiert und dann teils auch wieder reanalogisiert worden (70mm Magnetton). Zuletzt den amerikanischen Vorfuehrern und Technikern nach in drei verschiedenen DTS-Fassungen vorliegend: http://www.film-tech.com/cgi-bin/ubb/f1/t012289/p2.html Und der dt. Ton? Wie 1968?
  3. Alle Filme hintereinander weg in der Playlist. Originale 70mm-Roadshows dann ab morgen im Centrum Panorama, auf Deutsch und auf Englisch, mit Pausen und zahllosen Speisemöglichkeiten.
  4. Der gezeigte Clip ist leider nicht geeignet zur qualitativen Beurteilung, nur als Beleg der Existenz einer Kopie. Dies posten sich gerne Menschen in facebook-Gruppen zu. Ein Copyright auf die Clip-Abbildung hat die facebook-Gruppe m.E. nicht, sondern der Filmverleih. ## Das ist mir auch noch so in den 70er Jahren erbaulich begegnet. Bis auf einen Laufstreifen für 5 Sekunden eine unbeeinträchtigte Premierenkopie und in einem dem APOLLO sehr ähnlichen Kinopalast genossen. Hat sich eingebrannt, weil man ja mehrmals gesehen hat, noch jung war. Ein noch besseres Erweckungserlebnis dann mit der "Dimension 150"-Produktion DIE BIBEL erlebt. Lustig ist: das Verfahren wurde frueher nur ganz normal angekündigt und ohne jeden Presserummel. Noch nicht allzu sachkundig, hatte man uneingeschränkt Freude dran und vergaß, dass hinter den Sitzreihen verderbliches analoges Material arbeitete. Im Gegensatz zur schon damals wie Flickwerk und zusammengeschustert wirkenden 35mm-Projektion. Seit der Jahrtausendwende, nachdem das Verfahren kaum noch kommerziell, sondern von Enthusiasten verteidigt wird, werden die Werbeballons immer größer und der qualitative Outputs immer befremdlicher. Besonders meisterhaft ist der Distanzierungsefekt (zuviel der Ehre, ihm den Brecht'chen V-Effekt zu nennen) in DUNKIRK konstatierbar (5 perf-Version). Der künstlich entfachte Hype wird dann von einem Journalisten zum anderen weitergetragen. "2001" ist AB blendengeschnitten und verursacht schon aufgrund vorhandener additiver Lichtbänder keinen Riesenaufwand, direkt vom Originalnegativ zu kopieren. 50 Personen und 9 Monate lange Beschäftigung mit der gerade neuen Kopierung (was normalerweise weniger an als eine Handvoll Leute in wenigen Tagen schaffen) klingt fast so aufwendig wie die Mondlandung. Fairy tales.
  5. Es macht daher sehr viel Sinn, das Analoge zu retten, wie es Christopher Nolan propagiert, auch wenn Propaganda gelegentlich das eine gegen das andere ausspielt. Es geht aber zuallererst um die handwerkliche Ausführung. Wie weiter oben im eingestellten Nachbericht aus Cannes zu lesen, bestätigt Warner den für sein Alter noch ganz guten Zustand des 65mm Kameranegativs. Ein geringfügig festgestelltes Farbading wäre auch kopiertechnisch noch ausgleichbar, und Solches kann ich nur bestätigen. Zumindest an diesem Punkt eine glaubhafte und brauchbare Information. Und auch ohne diese ist klar: es wäre wohl kaum eine teure Anfertigung eines Interpositivs 1999 vom Originalnegativ sinnvoll gewesen, von der auch die jetzige Neukopierung ausgeht, wenn das Originalnegativ unbrauchbar wäre. Weit an der Spitze der digitalen Restaurierungen liegen "My Fair Lady" und "Spartacus". Bei "My Fair Lady" fehlt ein letzter Schimmer an Glanz. Beim digitalisierten "Lawrence von Arabien" fällt die Lichtbestimmung leider durcheinander. Allen diesen Version in 4K fehlte auf DCP und auf einer größeren Kinoleinwand die Bildtiefe und charakteristische Auflösung einer 70mm-Kopie. Immer wieder verglichen. Durchaus könnte man sich dem Eindruck der 70mm-Premierenkopien naehern, wenn man "2001" wieder direkt vom Originalnegativ kopiert hätte. Natürlich ist das in kleinen Auflagen, bei 60 Fuß Kopiergeschwindigkeit und auf Printern Schrumpfungsanpassung wie bei Fotokem möglich. Für das 50-jährige Jubiläum wäre das eine Gelegenheit und ein Muss gewesen. # Ab 31. Mai laufen auch Einsätze im Berliner Zoo Palast auf einer unproportional kleinen und leider auch flachen Leinwand. Es wurde ja schon auf das benachbarte 70mm-Premierenhaus des Films hingewiesen (Royal Palast), das leider 2006 abgerissen wurde. Im Zoo Palast wurde noch immer nicht die kontrastmindernde sogenannte 3D-Silberleinwand entfernt, nach wie vor ist die Tonqualität und Akustik weit unter dem Berliner Durchschnitt (dumpf), das Bild des dortigen "Billig-Projektors" (DP75) flimmert stark, und die Vorfuehrabläufe werden nicht beherrscht. Aber der Film wird auf den kommenden 70mm-Festivals und auch den singulären Sonderensaetzen seinen Stammplatz behaupten, sodass keiner etwas verpasst, der noch abwartet. Der Film ist als Distributionsmedium also keine Rarität und wird wie "Vom Winde verweht" immer präsent bleiben. [Es bleibt weiterhin eine Herausforderung, sich gerade bei den 70mm-Filmen ein richtiges Bild von der Vergangenheit zu machen. Macht aber auch grossen Spaß, einem Berg an Widersprüchen nachzugehen, anstatt das Ganze nur zu konsumieren.]
  6. Nun wirft man Christopher Nolan vor (nur um die Marktlücke eines kritischen Artikels zu bedienen?), einem analogen Dogmatismus zu frönen, der sich den Potentialen und Nachbearbeitungen digitaler Tools verweigern würde und die Rhetorik von Digital-Skeptikern vor 20 Jahren bediente. Erstmals geht man zwar auf das Ergebnis der Filmkopierung ein, aber wenn die Kritik sich auf ein paar entdeckte Staubkörner und auf Überblendzeichen beschränkt, nirgendwo aber auf die Eigengradation von Materialien, auf den Farb- und Lichtausgleich, auf die Qualität einer Duplikatkopierung oder auf den Bildstand eingeht, dann scheint das "filmtechnische Einmaleins " jenes Journalisten überschaubar zu sein. Dieser ist doch noch nicht einmal in der Lage, fundiert zu beschreiben, wie ähnlich oder unähnlich die Neukopierung zur Kopierung von 1968 ist - und versucht es erst gar nicht. Ziemlich absurd wirkt der Angriff auf Nolan deshalb (das Wort "Verrat" fällt am Ende, läuft aber in die falsche Richtung), weil es einem Jeden freigestellt ist, sich Digisate anzusehen - welche Nolan als Marktvorteil ebenfalls bedient. Seine Digisate finden sogar Erwähnung im Artikel. Nicht nachgedacht wird aber darüber, daß digital genau so wenig wie analog Erfolg garantiert, sofern der jeweilige Restaurateur nicht zugleich über eine ausreichende Kenntnis des Looks eines Films verfügt, und zu begründen vermag, mit welchen Mitteln und Korrekturen dieser erreichbar ist. Konkret hat - provokant unterstellt - der "digitalfreundliche" Nolan indertat gute Blu ray Discs mit besserer Farbabstimmung als auf (von ihm mangelnd korrigierten) Filmkopien abgeliefert, weil er von Filmkopierung zu wenig versteht - um schließlich alles mit seinen missratenen UHD-Veröffentlichungen (Blu ray-Nachfolgeformat auf 4K) zu diskreditieren. Der Ansatz der 70mm-Neukopierungen und eine Projektion auf eine Panoramabildwand muss verteidigt werden, weil man ja auch den Eiffelturm im Original bewundert und dieser, selbst wenn er täuschend in Las Vegas (aus Textil o.Ä.) erstünde, stets aus dem Werkzusammenhang herausgerissen wird. Man sollte die für das Filmbandoriginal Engagierten nicht wegen Dogmatismus kritisieren, sondern nur an der handwerklichen Umsetzung und Seriösität messen. Und hier wäre eine andere 70mm-Kopierweise angeraten gewesen. Darüber schreibt keiner weltweit. Als handelte es sich bei Grundlagen der Lichtbestimmung, Entwicklung und Mechanik um etwas Unerforschtes? https://slate.com/culture/2018/05/christopher-nolans-unrestored-70-mm-2001-premieres-at-cannes.html
  7. Du kannst dein Wissen gerne im dftm Deidesheim in eine Sache einbringen, damit man sich davon ein Bild machen kann. ## Bert Schultz schreibt am 21.12.2013 in der "taz": Entlang des Ku’damms spielen in den nächsten Jahrzehnten noch eine ganze Reihe weiterer Lichtspielhäuser ihr Programm. Doch keines ist von außen und innen so großartig wie der Zoo-Palast. Ältere Cineasten schwärmen bis heute, wie sie dort etwa Stanley Kubriks Science-Fiction-Knaller „2001“ erleben durften. Dies erstaunt, weil der Film dort noch nie gelaufen ist. Sondern auf der größten 70mm-Cinerama-Bildwand der Welt, im Royal Palast. Aber der Name des Regisseurs stimmt hier auch nicht. ## Endspurt in Varnsdorf, am Donnerstag startet das 70mm Festival - alle Rollen und Filme eingetroffen. Man kann da schon froh sein. Von "2001" soll ja schon das Originalnegativ an verschiedenen Standorten gelagert worden sein, da wundert man sich fast, dass Filmkopien noch vollstaendig sind. Das Centrum Panorama hat sein Verständnis der Sache als Promo-Video aufgesetzt:
  8. Die Filmfestspiele in Cannes geben das Produktionsjahr 1967 und die Spiellaenge von 164 Minuten an: https://m.festival-cannes.com/en/festival/films/2001-a-space-odyssey Intimere, ungeschoente Einblicke in die Dreharbeiten: https://www.theguardian.com/film/2018/apr/05/stanley-kubrick-risked-stuntman-life-making-2001-a-space-oydssey Eine 65mm-Trickkamera war 1929 bereits fuer 70mm Fox Grandeur eingesetzt worden: https://www.invaluable.co.uk/auction-lot/fearless-fox-grandeur-70mm-todd-ao-65mm-camera-813-c-fff2a908bd Diskussion im Filmvorfuehrerforum in 2011: Robert A. Harris ist in mehreren Punkten zuzustimmen: “My problems with the project are not with what’s being done, or how it’s being done. It’s with the verbiage of the press release. It can’t be an authentic recreation of how the film looked 50 years ago for any number of reasons. Richtig. Color stocks, black levels and grain structure are different now, color temperature of the lamps has changed but can be adapted. They were using carbon arc lamps in ’68 and they aren’t now, and on top of everything else the film stock is different — the stock used for original prints was a stock that arrived back in 1962. And so the images will ironically look too clear.” Nö. Läßt sich noch immer gut ausgleichen. (Harris is speculating, for example, that Cannes audiences might see that Dr. Heywood Floyd‘s floating pen is actually mounted on a circular piece of lucite or glass, which the original ’68 film didn’t have the resolution to deliver.) Bloedsinn. Man konnte das immer erkennen, wenn man wollte, und zwar an einem kurzen Reflex bei einer bestimmten Drehung der Scheibe, wodurch sie sich verriet. “What they show may be beautiful — I’d like it to be — but they’re not working from the original camera negative, which has been badly damaged,” [Nein. Ist nicht schwer beschädigt, sonst hätte man 1999 davon auch kein Interpositiv angefertigt von dem jetzt sogar analog und ohne Retusche kopiert wurde.] Harris explains. “They’re working from ‘new printing elements’ taken from the original negative, which basically means a fourth-generation print. All original prints were struck from the camera original. Das ist der springende Punkt. Sie hätten unbedingt vom Originalnegativ kopieren sollen. They won’t be using the original film stock that the original 2001 was printed on, which was Eastman 5385, a 1962 film stock, that had appropriate film grain to the way the film had been designed. So it’s not off the negative, they don’t have the original film stock, and they’re be making it off a dupe rather than using 4K or 8K files.“All of that noted, stocks are so good today that the fact that a print is fourth-generation may not matter.” [Doch. Eine Kopie der vierten Generation ist in den allermeisten Fällen auch heute noch erkennbar - erst recht bei FotoKEM, und das hat nichts mit dem Printmaterial zu tun.]Final Harris thought: The promising news is that FotoKem, the lab producing the elements, does superb work, [zumeist ein schwankende Lichtnlbestimmung wie bei "Hateful eight" unerträglich. Bei interstellar gelang der Ausgleich zwar, aber die Grundabstimmunh und der Grünstich erzeugten eine absolut widerwärtige Stimmung, die zum Glück in der Blu-ray eliminiert wurde.] so in the end everything should look wonderful, if a bit shop-worn. Most important thing is that the skies must be black, black, black!” Ungücklicherweise waren die Kubrick- und einige Warner-Kopien der letzten 20 Jahre zu hell, grünstichig, bei "2001" zudem das Weiss der Raumschiffe verfärbt, hatten einen schlechten Bildstand und eine auffallende Körnigkeit. Das muss gar nicht sein, hat nichts mit dem Negativ zu tun und auch nichts mit schlechtem Equipment]. Aus: http://hollywood-elsewhere.com/2018/03/not-so-fast-on-that-70mm-2001-mastering/ ----------------- Aus dem Nachbericht aus Cannes lässt sich nicht per Drag & Drop zitieren. 6 Monate habe die Herstellung eines Interpositivs benötigt und 4 Monate die Herstellung eines Internegativs. Dafür habe man eines Personal von 50 Personen bedurft. Heisst es dort. Hat es ja wohl noch nie gegeben. (Vielleicht haben sie die Kantine des Trump Towers übernommen - die suchen einen neuen Job. [Ironiemodus].)
  9. War tagelang verschwunden. Kommentare fehlen jetzt, obwohl sachlich begründet. Wer macht das?
  10. Ohne Partei zu ergreifen, könnten hier einige Irrtümer aufgelaufen sein. @CM schreibt im Parallel-Thread nicht, dass er "von" @Kinoton oder "über" @Kinoton eingekauft hätte. Da ich letztens, einzig und allein aus Zeitgründen, einen Kollegen bat, eine Kaufanbahnung bei @Kinoton zu tätigen, und nicht, weil ich Ärger mit dieser Firma gehabt haette, ist der Kauf oder die Vermittlung über andere kein Vergehen. Wahrscheinlich gibt es nicht einmal einen Streit zwischen @CM und @Kinoton, und da beide einen Namen mit einer Adresse in der Branche haben, braucht das Filmvorführerforum m.E. nicht zu befürchten, sich Ärger zuzuziehen wegen an einer vermuteten Streitigkeit. Ich finde es sogar sehr informativ, über welche Bezugspartner jetzt in Zukunft Ersatzteile der analogen Projektion noch zu beziehen sind. Selbst ein gesperrter Thread ist aber immerhin zu meiner Zufriedenheit noch nachvollziehbar. Völlig entsetzt war ich darüber, dass ein Thread mit dem ungefähren Namen "Welche Trommeln sind das?" spurlos verschwunden ist (entfernt wurde?). Daran nahmen teil @PK George, @TK Chris, @Stefan2, @Maximum und @cinerama. 3 User kritisierten @TK Chris für eine ihres Erachtens nicht zutreffende Einschätzung von 30er Jahren Projektionstechnologien. Allein diese gegenteilige Auffassung wurde nun mit der völligen Löschung des Threads bestraft, obwohl dieser hinsichtlich der historischen Recherche lehrreich war. Eine Moderatorentätigkeit, ehrenamtlich durchgeführt, ist per sehr anerkennenswert, dringend für den Gemeinschaftsfrieden oder auch für vermittelnde Kommunikation erforderlich. Manchmal ist sie auch undankbar, wenn im Streitfall eine unbeliebte Entscheidung getroffen werden muss. Aber ich glaube, dass eine Intervention in beiden Fällen rechtlich nicht erforderlich war, und dass die User weiterhin die Möglichkeit erhalten sollten, einen Standpunkt, solange er nicht in den Bereich des Strafrechts fällt, erläutern zu dürfen. Das waere wundervoll.
  11. BEN HUR 1907, ein Desaster.
  12. Pressetext Karlsruhe, Schauburg: Anlässlich des 50-jährigen Jubiläums dieses filmischen Meilensteines wurde auf Grundlage des originalen Kameranegativs eine neue 70-Millimeter-Kopie des Films angefertigt, die Kubrick-Verehrer Christopher Nolan („Interstellar“) im Mai beim Filmfestival von Cannes präsentieren wird. Muss umgeschrieben werden. -> Auf Grundlage des Interpositivs.
  13. Fundsache, s.o. Beitrag von @Bauer U2
  14. Auch das British Filminstitut vertritt eine neue Farbinterpretation. Oder gar keine... Die Schatten haben keine Schattierung.
  15. Am wenigsten zerstört (unter allen Internet-Szenen des Films) erscheint das Farbgleichgewicht im ansonsten wenig referenzfaehigen EA-Trailer von 1968: 2 Punkte weniger blau, etwas gesättigter, und man könnte ungefähr erahnen, wie es sein sollte. Der von Warner 2018 vorgestellte Thriller der Neufassung ist dagegen verunglückt. Kollegen, die bereits 70mm-Material gesehen haben, weisen jedoch darauf hin, dass dieses vollkommen anders aussieht, angeblich "teriffic". Der Internet-Trailer der Warner gleicht dennoch stark den sonstigen 70mm-5perf-Kopierungen auf Veranlassung Christopher Nolans, etwa "Interstellar" oder "Dunkirk", die eine furchtbare Lichtbestimmung aufwiesen, ebenso wie "The Hateful 8" (gruen-blau-gruenes Grau und desaturierte Hauttoene):
  16. Ja. Restaurierung heißt laut Wikipedia "Wiederherstellung des Alten", Grundlagenliteratur gibt es seit Jahrhunderten aus der Denkmalpflege. So müsste es der FIAF übermittelt werden, bevor diese Welt-Filmbewahrungsanstalt ihre Grundsätze umschreibt (unter Federführung etwa des dort dominant auftretenden deutschen Kinematheks-Verbundes. Dieser - mit der dem Berliner Mitglied Stiftung Deutsche Kinemathek überlassenen Stimme - überzeugte bereits seine Bundesregierung und Frau Prof. Gruetters, die staatseigenen Filmkopierwerke im Bundesarchiv zu schließen und das Geld in das digitalisierte Vertriebsgeschäft zu stecken.) Digitale Kameras werden heute uebrigens als "Super 35 Kameras" und "65mm Kameras" verkauft. Die Hersteller bauen den Sensor jeweils nach Abmaßen der der Bildfenster der traditionellen Filmkameras. Allerdings bezeichnet 35 und 65 die Schnittbreite des Filmstreifens, der in keiner digitalen Kamera transportiert und belichtet werden kann. So wird man bald auch den kuenstlichen Menschen vermarkten, eine neue Spezies entsteht, und alle wissen es. Auf Facebook unterhalten sich in der dortigen Kubrick-appréciation-Gruppe seine Fan-Girls und Boys über die Frage, ob der Regisseur heute zur digitalen Aufnahmekamera gegriffen hätte. Mehrheitlich wird es dort bejaht, wobei auch die Mehrheit über Eigenheiten der Filmmaterialien und Objektive kaum Kenntnisse besitzt. Den Regisseur selbst sehe ich als Geschäftsmann und Pragmatiker, weniger fundamentalistisch wie Bela Tarr oder Christopher Nolan veranlagt. Die beiden Letztgenannten stehen eigentlich unserer Überzeugung am naechsten. Der jedoch dem Mainstream (und American way of life) verpflichtete US-Filmemacher Nolan besitzt scheinbar (wie Scorese einst) eine traditionalistische und archäologische Ader. Wegen des Geschäftserfolgs seiner Filme vermag er sein Konzept am Leben zu erhalten. Er scheint mir aber alle seine Vorsätze und Grundsätze dadurch zu gefährden, indem ihm die Fachberater in den Filmkopierwerken abhanden gekommen sind. Etwas polemisch, ideologisch und agitatorisch - was mir äußerst sympathisch ist - traut er sich mit dem Begriff "nicht restauriert" in die Öffentlichkeit, um auf einen heiligen Wert des originalen Filmmaterials zu verweisen. Ziemlich schlau, zumal der Begriff "restauriert", wie du schon schreibst, nicht auf Digisate anzuwenden ist. Nolan hat die Begriffsperversionen somit realisiert, die seit dem Aufkommen der DVD ihre Runde machen. Er selber liefert tatsächlich im traditionellen Sinne weitgehend eine echte Filmrestaurierung ab. Dem Presse-Text nach aber keine "neuen Elemente vom Kameranegativ", sondern es wird das zuletzt 1999 erneuerte Interpositiv gegriffen, davon einen Dupnegativ hergestellt, und hiervon werden wiederum ein Dutzend Theaterkopien im Originalformat gezogen. Old Shool. Der Ton kann mangels Fertigungsbetrieben nicht mehr mit Magnetpisten aufgetragen werden, soll aber in seiner früheren direktionalen Mischung auf DATASAT/DTS digital umgespielt werden. Da einige normale Schäden oder eventuelle Alterserscheinungen des Originalnegativs in dieser photochemischen Umkopierung erkennbar sein werden, und weil der Begriff "Restaurierung" seit 20 Jahren mit digitaler Retusche umgwmuenzt wurde, traut sich Nolan nicht die Verwendung des Begriffs im traditionellen Sinne zu. Und dreht ihn zu Vermarktungszecken um, agitatorisch polemisch, um eine aussterbende Spezies zu verteidigen. So könnte man das Ganze verstehen. Weil das mittlerweile keiner mehr richtig kopiert und entwickelt, werde wohl nicht nur ich schreiend nach 5 Minuten aus der neuen Version herauslaufen. Man hat einen Film sehr gut vor Augen, wie er einmal war, muss ihn bei der 99. Sichtung nicht mehr vollständig ansehen. Man sollte sich beim Kopierwerk FotoKEM einschalten und zu Wort melden. Manche Firmen blocken arrogant ab, andere gehen darauf ein. Es wuerde mich interessieren, welche Auffassung @magentacine hierzu vertritt.
  17. Was sagt das aus?
  18. Hier fleißig am sammeln, der nächste Bericht. Kursiv gesetzt Begriffsverwirrendes, das man nicht ernstnehmen sollte. Some facts, and then we’ll let Nolan take it. In 1999 Warner Brothers made “interpositives” of Kubrick’s original release version. These are an intermediate step, taken from the original camera negative, en route to a final print. But that final-print stage never came; it was deemed too costly at the time. Last summer “Dunkirk” director Nolan, whose earlier films “Inception” and “Interstellar” owe a considerable debt to Kubrick’s science fiction landmark, was at work remastering his own films for 4K digital rerelease. “I had this room set up for projecting the film prints (alongside) the digital video and comparing the two,” the director recalls. “And Ned Price said to me: ‘We’re gonna do this with “2001,” and I have some cans with some of the reels from the original negative. Would you like to see them?’ We watched them without sound. And they were amazing.” The following is an edited transcript. Q: So what’s your rationale for using the word “unrestored” for this version of “2001”? A: The word “restored” over the last 20 years has come to mean digitization. It’s come to mean cleaning up dirt and scratches, by digitizing a film and putting it back out in theaters. The reality is, whilst digitization is one of the tools in the toolkit of the restorer, these films were made analog, and they were made to be shown analog, with the beautiful analog color, the high resolution of analog and the photochemical process. (...) Aus: http://www.chicagotribune.com/entertainment/movies/ct-mov-2001-unrestoration-nolan-interview-0510-story.html
  19. Erstaunlich, wie @TK Chris mit den Vulgaerausdruecken von Scherben, ueber Flaschenboeden bis Dingern den Durchblick verliert. Und bei 2-Linsensystemen landet. Mit dem Visionar war in ausreichender Schärfeleistung bei vorteilhaftem Öffnungsverhältnis gerade im Open Air Bereich und bei langen Brennweiten eine gute Lösung gefunden geworden. Vergleicht man es mit dem Gauss-Typ westlicher Fabrikation, dem Super Kiptar aus Goettingen, überragte es dieses Objektiv deutlich. Auch im Abstand zum Petzval Typ des Prokinars von 1953 war das Visionar ein deutlicher Schritt nach vorn, vielleicht das beste DDR-Projektionsobjektiv. Wenn man sich obenstehend in einer Yuppie-Rhetorik über den Höchststand der damaligen Erkenntnisse der optischen Physik lustig macht, muesste man im gleichen Zug zum Entschluss gelangen, seine TK35 als "Blechbüchse" zu entsorgen, denn auch mit einem Ultra Star HD plus (das war mit "rotem Flaschenboden" gemeint?) wird aus dieser keine FP 30EC.
  20. Und zudem des Imax Discovery Channel Berlin am Marlene-Dietrich-Platz am Potsdamer Platz . (u.a. Kinematograph Gmbh.)
  21. Der vorliegende Film aber wäre vielleicht ein Sonderfall in der Linie vom Sandalenfilm (Religions-Filme) zum Blockbuster (Weltraumopern). Tiefgang in der Mise-en-scene ist vorhanden, das Production Design schreit nach einer unendlich großen Leinwand. Auch in der 5-Minuten Raffung dieser Produktion lassen sich die meditativen Ansätze der Unendlichkeit noch herauslesen: Gegen viel Widerspruch tendiere ich ja dazu, so gut wie alles, auch das Kammerspiel, auf der Panorama-Leinwand zu projizieren. Wenn im 3. Jahrtausend soziokulturell der Drift zur Miniaturisierung neigt, Smartphone als Surrogat für ein würdiges Leben, dann stellte doch die Wiedereinrichtung einer titanischen Leinwand (auf der Vorderseite abgebildet), den Kontrapunkt dar. In den Jahren, in denen ich davor saß, war alles eindrucksvoller und immersiver als Imax-Projektionen. So muss es wieder werden!
  22. Und diese Neugierde fehlt mir heute, zu den Personen gehörend, für die es nicht das erste Mal ist, sondern die 1000ste Wiederholung in einer verblassten Darstellung. Die genannten Kinos in Hannover und Hamburg habe ich mehrmals sowohl in den 80er Jahren als auch letztmalig vor zwei Jahren aufgesucht. Abgesehen von der Tatsache, dass der Film 7 cm breit ist von Anfang bis Ende durch den Projektor ohne Ausfall durchlief, gibt es nicht einen einzigen positiven Punkt zu erinnern. In den dem 70mm-Todd-AO-Verfahren entsprechenden Saelen mit gewissem Nachhall und damaligen Hornlautsprecher Systemen (Bionor und andere) stand das Cello sozusagen "direkt vor einem". Raumklang. Analog zur räumlichen Tiefe des Bildes, die eine bedingungslose Direktkopierung vom Kamera-Original mit hoher Bildauflösung, makelloser Lichtbestimmung, perfektrm Bildstand und der Verschrammungsfreiheit bedurfte. Zugleich war die Konditionierung des Sehwinkels auf eine gebogene Panorama-Leinwand gewollt, wobei sich die Bilder vom Boden bis zur Decke und von Wand zu Wand erstreckten. Wahrnehmungspsychologische Wirkungen entstehen dabei, Insbesondere auch die Dynamisierung von Randbewegungen an den Bildwandflanken. Schon diese wenigen elementaren Aspekte der Filmkopierung und der Show-Vorführung sind abhanden gekommen. Also muss man von einer Zurückstufung sprechen, und es wurde völlig ausreichen, auf den genannten Bildwaenden eine Blu-ray zu projizieren.
  23. Naja, bei einem Chaplin-Film könnte ich mir schon verschiedene Ambientes vorstellen. Bei diesem Titel aber hat sich speziell nur eine einzige Kopie in nur einem einzigen Kino 1979 "in die Hirnwindungen eingebrannt". Danach fällt es schwer, sich auf etwas anderes einzulassen. Und zugleich ist zu erwähnen, dass dieser Titel lebenslange Anhänger gefunden hat, die ihn beim ersten Mal im Fernsehen gesehen haben.
  24. All dies - projizierte Randunschaerfen oder auch gruen-blau-gruenstichige Filmkopien mit desaturierten Hauttönen, charakteristisch fuer alle unter Herrn Nolan lichtbestimmten 70mm-Filmkopien mit durchgehend leichter Unschaerfe - hat es in meiner Jugendzeit so nicht gegeben. Noch weniger in der Jugend meiner Lehrer, die alle Anfange des 70mm-Verfahrens kennen. Die Projektion betreffend ist dies eine Betreiberverantwortung. Hier würde ich unterscheiden zwischen Cinemax/Lounge-Erfindern mit "Flexmax"-Betriebsphilosophie, die sich auf aktuelle oder nostalgische Hypes draufsetzen, und Spielstätten mit regelmäßiger Repertoire- und Filmkunstpflege, gerade solchen, die in Europa jährliche Festivals des 70mm-Films durchführen und einen enormen Recherche-Aufwand auf sich laden. Ein Jeder ist dafür verantwortlich, in welchem Filmtheater man seine Eintrittskarte löst. Leider ist im Savoy Hamburg nach der Renovierung des neuen Betreibers die ehemals 21 m breite und 120 Grad gebogene Panorama-Leinwand in die Entsorgung befördert worden. Heute scheint sie um die 17 m breit bei deutlich flacherer Kurve zu sein, alles andere als "spacig".
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