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cinerama

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  1. Zitat: Aufgenommen in VistaVision® (35mm 8-perf horizonatal, 1:1.96) Präsentiert in 35mm (1:1.85) / Mono Lichtton Du verwechselst "VistaVision" (Aufnahmeformat 1:1.5) vermutlich mit "Univisium": Aufnahmeformat 1:2. (Beide Verfahren unterscheiden sich eindeutig.) "1:1.96" war für VistaVision allenfalls ein Projektionsformat (in seltenen Fällen gestattet) und tut den Filmen m.E. nicht gut. "Breiter" ist also nicht qualitativ groesser - im Gegenteil -, sobald Kopf- und Fußraum der Komposition spuerbar beschnitten werden.
  2. Bezugnehmend auf den vorangestellten Trailer sah dieser Film in keiner von mir jemals gesehen Version so verfremdet aus. Die Farbkreuzung des älteren, von mir obenstehend kritisierten Interpositivs ist deutlich erkennbar, allerdings reissen die Lichter aus und auch die Schatten saufen ab, was selbst in den letzten 35mm/70mm-Kopien oder in der Blu-ray so noch nie zu verorten war. Natürlich sollte man von einer Vorschau niemals auf das endgültige Ergebnis schließen. Aber auch eine Vorschau dient doch der Information oder der Werbung? Legitim erscheinen Kompilationen und Transformation zu Werbezwecken, deren Intention aber auch erkennbar sein muessen. Findet in einer solchen Version nicht eher eine unfreiwillige und sinnlose Transformation statt? Diese Verschlechterung auf der bildtechnischen Ebene ist keine neue Interpretation, sondern ein sich seit 20 Jahren "fortpflanzender" technischer Fehler und somit ein Zeugnis von Unkenntnis dieses Films. Nun ist anzunehmen, dass der Trailer hier eingestellt wurde, um eine Diskussion anzuregen und weniger, um damit für den Film zu werben? Auf film-tech.com interessante, leider viel zu seltene Kommentare: So, if the original camera negative is too badly damaged to strike a print, how do you get an interpositive off it to make a "new" printing internegative? I remember hearing that when Kubrick was working on Eyes Wide Shut for Warner Bros. he asked Terry Semel about what they had for protection on 2001, and was told that there were 70mm b/w separations made. I wonder what became of them. They'd probably make a hell of a print. (Mark Orden) und weiter auf film-tech.com: Sounds like a reasonable idea, but restoration guru Robert Harris (Lawrence of Arabia, Vertigo, Spartacus, Rear Window) says “non…c’est des conneries. C’est pour les nerds de cinema.”The new 70mm print they’ll be showing in Cannes “will not look like 2001 did in 1968,” Harris claims. “My problems with the project are not with what’s being done, or how it’s being done. It’s with the verbiage of the press release. It can’t be an authentic recreation of how the film looked 50 years ago for any number of reasons. Color stocks, black levels and grain structure are different now, color temperature of the lamps has changed but can be adapted. They were using carbon arc lamps in ’68 and they aren’t now, and on top of everything else the film stock is different — the stock used for original prints was a stock that arrived back in 1962. And so the images will ironically look too clear.”(Harris is speculating, for example, that Cannes audiences might see that Dr. Heywood Floyd‘s floating pen is actually mounted on a circular piece of lucite or glass, which the original ’68 film didn’t have the resolution to deliver.)“What they show may be beautiful — I’d like it to be — but they’re not working from the original camera negative, which has been badly damaged,” Harris explains. “They’re working from ‘new printing elements’ taken from the original negative, which basically means a fourth-generation print. All original prints were struck from the camera original. They won’t be using the original film stock that the original 2001 was printed on, which was Eastman 5385, a 1962 film stock, that had appropriate film grain to the way the film had been designed. So it’s not off the negative, they don’t have the original film stock, and they’re be making it off a dupe rather than using 4K or 8K files.“All of that noted, stocks are so good today that the fact that a print is fourth-generation may not matter.”Final Harris thought: The promising news is that FotoKem, the lab producing the elements, does superb work, so in the end everything should look wonderful, if a bit shop-worn. Most important thing is that the skies must be black, black, black!” Dass es in der neuen 70mm-Kopie zu einer ausgeglichenen Balance der Hauttöne zu den grauen Flächen, aber auch zur Wiederherstellung des reinen Weiss in den Raumschiffen oder des tiefen Schwarz im Weltraum kommt, wie es 1968 war, kann man unter diesen Umständen resp. seit Jahren nahezu ausschließen. Harris vergisst, dass im betreffenden Kopierwerk schon vor etlichen Jahren die meisten hochbezahlten/qualifizierten Mitarbeiter entlassen wurden, was derzeit mit einer - von Insidern sogenannten - "zu geringen Auftragslage" entschuldigt wird. Wenn Harris tatsaechlich dies gemeint haben soll: Harris is speculating, for example, that Cannes audiences might see that Dr. Heywood Floyd‘s floating pen is actually mounted on a circular piece of lucite or glass, which the original ’68 film didn’t have the resolution to deliver ist es völliger Unfug. Niemals waren das Aufloesungsvermoegen des Films und seine Gesamtqualität besser als in den 70mm-Premieren-Kopien von 1968. # Eine Fan-Expo in Dallas: https://www.fanexpodallas.com/en/guests/celebrities/CurrentGuests/keir-dullea.html Eine Präsentation in Berlin (Esplanade, Potsdamer Platz) http://www.club-bel-etage.de/termine/ ist auf den 3. Mai verschoben.
  3. http://m.spiegel.de/kultur/kino/milos-forman-ist-tot-a-1202921.html
  4. Netflix wird Global Player: https://duskofdigital.wordpress.com/2018/04/13/netflix-andert-sein-geschaftsmodell-und-wird-zum-herzstuck-des-receiver-fernsehens/
  5. Stornierung in Varnsdorf. ORPHEUS IN DER UNTERWELT: noch vor 4 Wochen schriftlich zugesagt/heute morgen abgesagt. (Ersatz-Titel in Mengen vorhanden. Besser natürlich, wenn auf der Verleiherseite Zusagen unumstoesslich waeren. Was sie nicht sind.)
  6. Welches Münchner Kino am Odeon-Platz?
  7. Auf vielfachen Wunsch im Programm aufgenommen (Centrum Panorama Warnsdorf, "4. 70mm Weekend", 16.-20. Mai 2018): NATASHA ROSTOVA - DIE GROSSE LIEBE DER NATASCHA / Война и мир II: Наташа Ростова Sowjetunion 1966 Aufgenommen in Sovscope 70 Regie: Sergej Bondartschuk Produktion: Mosfilm DEFA Synchronfassung 6 Kanal Stereo Magnetton Visuell eine Tour de Force. Dramaturgisch wird ein langer Bogen gespannt. Hat man konzentriert ausgeharrt, explodiert das Drama förmlich. Die Intonation beginnt mit einem Splitscreen, gefolgt von monumentaler Statik der Establishing-shots. Dann wird das Panorama segmentiert durch Diopter-Linsen. Disparate Standorte, die der Regisseur, je stärker die Leere des Ball-Saals sich füllt, durch Tracking-shots zusammenführt. Die Bewegungsmimik entfesselt sich entlang des Weges des Abschieds der Natascha von der Kindheit: ihr Herz fängt Feuer, und die Rotationen der Tanzbewegungen beschleunigen sich, das Kamerapersonal saust auf Schienen und Rollschuhen hinterher, hebt schließlich ab und schwebt entlang der Decke an Seilen ueber dem Parkett. (Spaeter dann in Hubschraubern über den Schlachtfeldern.) Es ist erstaunlich, wie nuanciert, leidenschaftlich und durchdacht ein Large Format auf großer Leinwand komponiert werden kann, wenn Menschen dahinter stehen, die handwerklich und filmaesthetisch auf Errungenschaften aufbauen, anstatt sie zu dekonstruieren, wie es die Moderne tun muss. Zuvor brachte Luchino Visconti in Technirama in IL GATTOPARDO (It 1963) die größte Ball-Szene der Filmgeschichte auf die Leinwand. Sergej Bondartschuk übertrifft in NATASHA ROSTOVA, dem 2. Teil von VOJNA I MIR ("Krieg und Frieden") Viscontis Fähigkeit im Abgesang auf den untergehenden Feudalismus um ein Vielfaches. Der US-Kritiker Roger Ebert ließ seinen Gefühlen freien Lauf: “War and Peace” is the definitive epic of all time. It is hard to imagine that circumstances will ever again combine to make a more spectacular, expensive, and — yes — splendid movie. Perhaps that’s just as well; epics seem to be going out of favor, replaced instead by smaller, more personal films. Perhaps this greatest of the epics will be one of the last, bringing the epic form to its ultimate statement and at the same time supplying the epitaph." -> Es wird auf dem Festival auf die Kritik an den früheren osteuropäischen Filmemulsionen reagiert und erwogen, mit Farbfiltern zu projizieren. Das Ergebnis in der Wiederherstellung der Farbbalance ist recht gut und in keiner Weise vergleichbar mit dem Ausfiltern der monochrom rotstichigen Filmkopien.
  8. Kopierung neuer Muster auf Pendel-Printern kein Problem. Da VistaVision nun aber ein historischer Prozess ist, kämen auch alte Negative zum Einsatz. Da geschrumpft, kaeme es auf neueren Kopiermaschinen zu Havarien. Zudem wurden sie noch in subtraktiver Filterung auf subtraktiven Lampenhauesern kopiert. Nicht unkritisch, das Ganze...
  9. Noch zwei weitere Titel: Dieser hier dürfte in70mm seit fast 5 Jahrzehnten nirgendwo mehr gelaufen sein! Oder doch? Voraussichtlich der Abschlußfilm am Sonntag, dem 20. Mai auf dem 4. "70mm Weekend Centrum", Panorama Varnsdorf. (Eastman Color-"Color Fading")
  10. TK Chris: Euro M und Euro K von AEG hatten andere Spulenkaesten. Die Spulenkaesten im ersten Bild sind durchaus aehnlich zum Bauer M5, weichen aber minimal ab. Auf dem zweiten Foto sehe ich auch keinen Hahn Goertz, dessen Projektorkopf breiter ist, sondern wie beschrieben einen Bauer M5. M5 ist relativ selten zum leichter zu bekommenden Hahn Goertz.
  11. In sehr wenigen Tagen erscheint der finale Spielplan für das 4. "70mm Weekend - Centrum Panorama Varnsdorf". Der genannte Zeitplan vom 17. - 20. Mai ist unverrückbar wie auch alle bisher angekündigten Filmtitel. Die Feinarbeit liegt noch im Detail: Reisegewohnheiten, eine abwechslungsreiche Mischung, Vermeidung zuvieler Überschneidungen mit anderen Festivals und der Anspruch auf echte Ausgrabungen müssen sorgfältig kalkuliert werden. Zurzeit finden Umbauten im Kino statt: neue Stühle im unteren Parkett, eine neue Leinwand, eine neue Magnettonvorverstärkung. Es folgt ein weiterer Titel, der einen Kernaspekt der Aufarbeitung ostdeutschen Filmerbes durch das veranstaltende Neisse-Filmfestivals darstellt: ORPHEUS IN DER UNTERWELT (nach der gleichnamigen Operette von Jaques Offenbach) Deutsche Demokratische Republik 1974, OF (deutsche Fassung) Aufgenommen auf 70mm-Orwocolor-Negativfilm Aufführung in 70mm-Orwocolor-Filmkopie mit 6-Kanal-Stereo-Magnetton ohne Color Fading Regie: Horst Bonnet Darsteller: Dorit Gäbler, Rolf Hoppe, Liselotte Pulver, Wolfgang Greese u.a. Musik: Jacques Offenbach Synopse. Orpheus ist Musikprofessor zu Theben und hocherfreut, als Pluto ihm die untreue Ehefrau Eurydike stiehlt. Schließlich glaubt er sich endlich beim Fremd-Liebesspiel ungestört. Doch da taucht Jaques Offenbach höchstpersönlich auf und setzt dem nunmehr wirklich bestürzten Orpheus die Waffe der Erpressung an die leidende Brust: Entweder soll er die Götter um die Herausgabe Eurydikes bitten oder er muss auf seine zahlreichen Geliebten verzichten! Orpheus gibt schließlich nach und macht sich auf dem Götter-Olymp vorstellig. Jedoch auch die Götter wollen bei diesem "Theater" nicht recht mitspielen. [...] Der herausragende Opernregisseur Horst Bonnet wurde mit der opulenten Verfilmung des "Orpheus in der Unterwelt" von Jacques Offenbach, dem Mitbegründer der modernen Operette, einem breiten Kino-Publikum bekannt. Er schaffte es, das Stück mit modernen, ironisch gegen die Obrigkeit zielenden Elementen zu versehen. Aus: https://www.moviepilot.de/movies/orpheus-in-der-unterwelt Horst Bonnet saß 1968 einige Wochen im Gefängnis, da er Sympathien mit den Akteuren der Rebellion in Prag 1968 propagierte. Die Ursprungsfassung von 1968 war noch pikanter besetzt, zumal der Titel einer der ersten Produktionen im neuen DEFA 70-Verfahren werden sollte, dann aber die letzte wurde. Bereit auf einer verbesserten Negativtype aufgenommen. Anm.: der erste Akt ist durch zahlreiche Bildsprünge beeinträchtigt. Es ist bis dato kein Ersatzmaterial aufgetaucht. Ggf. behalten wir uns vor, die erste Rolle ersatzweise oder zusätzlich vom 35mm-Film vorzuführen und danach auf das 70mm-Originalformat zu überblenden. Die erhältliche, äußerst minderwertig gemasterte DVD, ist in keiner Weise ein Ersatz, wie der untenstehende Ausschnitt aufzeigt.
  12. Wie meinst du das?
  13. Danke! Die Cinerama-Kiste ist wohl leer. Den Projektoreinstellfilm haben wir schon, ist wohl der RCA Film. Die Ouvertüre UNTERGANG ROEMISCHES REICH fehlt an meiner sonst kompletten Kopie vor dem 1. Akt. Mich wundert, dass sie so lang ist, dann wohl vom 2. Teil gehörig? (Ist dieser larmoyante Chor- und Grangesang, den man sich selbst bei 100 Promille nicht bis Ende anhören kann.) Traurig, diese Zerfledderung von einst vollständigen Guetern, aber die Aasgeier haben wir auch in Berlin...
  14. Yes. Auf S. 13 die GB-Affaire: Muster-Vorführung auf umgebauter Ernemann 7B [Pentacon-Version?] im Potsdamer Charlott Kino (das ich noch dunkel erinnere): https://www.google.de/url?sa=t&source=web&rct=j&url=http://www.tonfilmmuseum-babelsberg.de/161123-70%20Jahre%20DEFA-Ton.pdf&ved=2ahUKEwi5trSM9J7aAhUI5YMKHcWOB-MQFjAEegQIBBAB&usg=AOvVaw0KTRx-i8LmYsSWSj9iZnL0 Im Kinoton-Katalog stand ein Projektor drin. Ich zweifle nicht daran, dass sie im Auftrag einen gebaut hätten. Aber ebenfalls daran, dass je einer einen gekauft hat. Für Kuppel Projektion gibt es das Vistavision-Format auch. Hätte immer gerne um alles in der Welt einen kompletten Film in diesem Format gehabt, wurde aber bejammernswerterweise nie angeboten. (Ein Freund in USA hat noch einen spielfähigen Projektor, evt ebenfalls auch das Norsk Film Institutt. Hätte man in jedem Filmkopierwerk der Welt entwickeln und noch einigen Umrüstungen an den Printern auch kopieren können.)
  15. In einer Muenchner Werbefirma soll Material gelaufen sein, es ist ein Vierteljahrhundert her. Kinoton bot bis vor etwa zehn Jahren modifizierte Projektoren der FP-Serie an. Aufgrund der franzoesisch-ostdeutschen Koproduktion DIE ELENDEN (mit Jean Gabin) könnten u. U. Muster in der DDR bekannt gewesen sein, "GB Vision" hieß das Format (= Grossbildvision), Herr Maidorn war der Techniker.
  16. Neben der Weltpremiere heute vor 50 Jahren von 2001: ODYSSEE IM WELTRAUM jährt sich am 2. April zugleich der 53. Jahrestag der Eröffnung des Berliner Europacenters. Damals mit vielen innovativen Einrichtungen wie einer Eisbahn, dem Europa-Planetarium, zwei Roadshowkinos und zahlreichen Künstergalerien und Fachgeschäften. Die Filmtheater im ursprünglichen Zustand besitzen eine kühne Modernität und Funktionalität, die in der Gattung "ultimative Sehmaschine" heute fehlt. Zur Erinnerung wieder ein paar Bilder aus der Sammlertruhe ...
  17. Ein Link zur Pressekonferenz zur sehr großen Ausstellung (abgehalten im Kinosaal): Anschließend ein Meeting mit den Kuratoren in der Ausstellung selbst:
  18. Korrekturen oder Ergänzungen herzlich willkommen. Danke!
  19. Wäre ja ein Grund, wieder einmal Stuttgart zu besuchen! Und zum Gucken auch einen Akt der deutschen 70mm Kopie mitzubringen, falls das jemand sehen möchte. Am heutigen 50. Jahrestag der Premiere erschienen international noch weitere interessante Artikel. Über die Inspiration aus der Genregeschichte: http://www.bfi.org.uk/news-opinion/news-bfi/lists/2001-space-odyssey-stanley-kubrick-influences Am 22.9.18 die Vorführung des Films in der Frankfurter Oper (Fft. am Main) mit Orchester-Live-Begleitung unter Leitung von Frank Strobel: https://www.reservix.de/tickets-2001-a-space-odyssey-in-frankfurt-am-main-alte-oper-grosser-saal-am-22-9-2018/e1169902 Lief etwas im Fernsehen? Und noch ein sehr düsterer Bericht: https://duskofdigital.wordpress.com/2018/04/02/50-jahre-2001-a-space-odyssey-seekrank-im-weltraum-zur-versions-und-restaurierungsgeschichte-eines-verfallenden-werks/
  20. Einer der bislang besten und interdisziplinär sachkundigsten Essays, der fast alle Relevanzen brillant verhandelt: https://m.heise.de/newsticker/meldung/50-Jahre-2001-Odyssee-im-Weltraum-oder-Wie-ich-lernte-den-Computer-zu-lieben-4009093.html?seite=all (eine Minimalkorrektur vielleicht zur Verortung, wonach die Erstaufführung in Los Angeles stattgefunden haette, wo sie doch im Uptown Theater in Washington abgehalten wurde. Und auch der Einsatz eines "Beamers" bei der Aufprojektion ist um eine Jahre verfrüht angenommen.)
  21. Offenbar wird Netflix mit einem bipolaren Angriff die bisherige Kinoplattform in sich aufsaugen? A. Solange am Kinofenster zu nagen, bis es verschwunden ist. B. Durch Eigenproduktion sich ein eigenes Fenster zu schaffen. Und auf diesem Fenster steht: "Ab April: nur auf Netflix" (so fuer LOST IN SPACE, eine an visuellem Einfallsreichtum James Cameron und Christopher Nolan kopierende/uebertreffende Science-Fiction-Blockbuster-Produktion): Wer steuert gegen? Nicht einmal Donald Trump mit seinem Angriff auf Amazon, der sich nur an den entgangenen Einnahmen beim Porto für den Onlineversandhandel zu stören scheint.
  22. Heute, Karfreitag, morgen Ostersonnabend und übermorgen Ostersonntag wie jedes Jahr um 20:30 Uhr im REGENBOGENKINO, Lausitzer Strasse 22, 10999 Berlin Pier Paolo Pasolinis Meisterwerk DAS ERSTE EVANGELIUM - MATTHAEUS Italien 1964, 120 Minuten. 35mm, schwarzweiss.OmU. "Was hat denn Ostern mit Jesus zu tun?" [...] Wie gut, dass es - neben der Kirche - auch das Kino gibt, das Informationslücken über die größte Weltreligion schließen kann. Dessen Produzenten greifen freilich am liebsten auf Stoffe aus dem Alten Testament zurück: Mit seinem Maß an Mord und Totschlag und dem stets hart strafenden Gott ist dessen "Unterhaltungswert" schlichtweg höher als der des Neuen. Kaum jemand hat daraus radikaler die Konsequenz gezogen als Pier Paolo Pasolini mit seinem 1964 entstandenen Werk Das erste Evangelium - Matthäus (Regenbogenkino, Karfreitag bis Ostermontag). Selten wirkte die formale Strenge dieses ebenso bejubelten wie befehdeten Italieners so kraftvoll wie in dieser Darstellung des Leben Jesu: Die schwarzweißen, kargen, exakt komponierten Bilder, die zahlreichen, teils stummen Großaufnahmen, die meist unbewegten Mienen der Darsteller, die gelegentlich Handlungsläufe brüsk abbrechende Montage - dies alles übt eine fast hypnotische Wirkung aus, über die man die Laufzeit von 140 Minuten kaum bemerkt. [...] Die ergreifende Archaik der Bilder findet ihre Entsprechung in der verwendeten Sprache. Pasolini bedient das weit verbreitete Bedürfnis nach Hehrem (man denke nur an die geringe Beliebtheit "moderner" Bibel-Übersetzungen) aber nicht glatt. Zum Beispiel verwendet er nicht nur Musik von Bach oder Webern, sondern auch Spirituals und Revolutionslieder. Pasolinis Sympathien für den Kommunismus haben Kritiker immer wieder darauf hinweisen lassen, der Regisseur hätte hier besonders die kämpferische Seite Jesu herausgearbeitet und in den Film marxistische Aspekte eingebaut. Aber sind die Parallelen zwischen den Anfängen des Christentums und denen des Marxismus nicht unübersehbar? Gerade weil Pasolini sie nicht mit dem bibelkinoüblichen Kitsch zukleisterte, ist sein Jesus-Film nicht nur etwas für überzeugte Christen. Von: Jan Gympel, in "Der Tagesspiegel", https://m.tagesspiegel.de/kultur/das-erste-evangelium-matthaeus/136818.html?utm_referrer=https%3A%2F%2Fwww.google.de%2F
  23. Auf www.syfy.com weitere marketing-traechtige Auskünfte zur Neufassung: The studio announced the landmark film’s return to theaters in a widely-circulated release, saying the goal is to give today’s moviegoers the same “cinematic event audiences experienced 50 years ago.” The approach to the re-release is minimal and authentic, according to the studio. “For the first time since the original release, this 70mm print was struck from new printing elements made from the original camera negative,” Warner Bros. explained. [...] The unrestored re-release of 2001: A Space Odyssey floats into theaters beginning May 18." Das alles ist unter günstigen Voraussetzungen anstrebenswert und loeblich. Auch eine Rückkehr zu wieder größeren gebogenen Panorama-Leinwänden. Oder die Rückholung erfahrener Kopierwerks-Techniker, denn eine rein fotochemische Kopierung von einem alten und beeinträchtigten Originalnegativ sollte neben den unvermeidlichen Abstrichen an Sauberkeit und Bildstandsgueten wenigstens einige wenige der brillanten Vorzuege einer Direktkopierung wieder augenscheinlich machen. Der Presse-Verlautbarung nach aber deuten die "neuen Elemente" auf eine gewohnt verlustreiche Duplikatkopierung hin - ebenso wie die Erklärung, es sei überhaupt erstmals von neuen Elementen, die vom Kameranegativ gewonnen worden waren, eine neue 70mm Kopie erstellt worden (was nicht stimmt, weil spätestens seit den 90er Jahren ein 65mm-Duplikatnegativ im Umlauf gewesen war, das auch für das Revival im Jahre 2001 für die Duplikatkopien eingesetzt wurde). Und Duplikat-Kopien sind nun einmal keine Direktkopien vom Originalnegativ, wie zu Zeiten aller klassischen 70mm-Premieren fuer die Erzielung der legendären Biodbrillanz üblich gewesen war, sondern sie sind 2 Generationen davon entfernt, folglich in den meisten Fällen unschärfer, grobkörniger und (aufgrund von Negativschrumpfung) auch im Bildstand verwackelter. Da dem Supervisor Christopher Nolan schon bei seinen eigenen Produktionen seit Jahren keine detailverliebten Kameraleute oder Kopierwerkstechniker mehr zur Seite standen, fragt sich, auf wen und was er und Warner Brothers beim Revival zum 50. Jahrestag tatsächlich noch zurückgreifen wollen und koennen? Was in den letzten Jahren unter deren Flagge "in70mm" herausgebracht wurde, zeugte von unübertroffener Betriebsblindheit. Eventuell steht am Ende wieder die Erkenntnis, im Zweifelsfall eine mittlerweile rotstichige 70mm-Premierenkopie heranziehen zu müssen, um sich zumindest "tendenziell" vorstellen zu können, auf welchem Level Premieren-Kopien dieses Filmtitels zwischen 1968 und 1970 ausgesehen haben mögen. Dies vollstaendig auf analogen Wege wiederherzustellen, ist aufgrund des Zustands des Ausgangsmaterials nach 50 Jahren zumindest bei diesem Titel ausgeschlossen. Darum vermutlich auch der dezente Hinweis in der Presseerklärung, es würde sich um eine nicht restaurierte Fassung handeln. "Nicht restauriert" könnte in einigen Fällen sogar "besser" sein, wenn es sich um eine Direktkopierung von einem nicht beeinträchtigten Originalnegativ handelt. Beide Voraussetzungen sind aber bei diesem Re-Release auf 70mm nicht gegeben. So bleibt es für Forschungsfragen dennoch interessant und reizvoll, aktuell in70mm die real existierenden Mängel des Originalnegativs ohne Retuschen in einer reinen Analogkopierung entdecken zu können. Es wäre interessant, später ausserdem zu erfahren, dass transparent die Bearbeitungsschritte dokumentiert werden: Zumindest im Bonus-Anhang der DVDs, Blu-rays und UHDs sollte man die Beschädigungen und Alterungserscheinungen am Originalnegativ transparent machen. Und auf diesen Medien zugleich den weitgehend unbearbeiteten Transfer des Originalnegativs und die Schritte der digitalen Restaurierung fuer die heutigen HD-Medien abzubilden.
  24. Und hier Christiane Kubricks Danksagung an Christopher Nolan: Christiane Kubrick said, “I’m delighted that ‘2001: A Space Odyssey’ will be reissued in 70mm, and that Cannes has chosen to honour it. If Stanley were alive today, we know he would be in admiration of the films of Christopher Nolan. And so, on behalf of Stanley’s family, I would personally like to thank Christopher for supporting his film.” (Warner Bros., Pressemitteilung vom 28.3.18)
  25. Auch in Berlin zwei kleinere Veranstaltungen im April. Zum einen im Zeiss-Planetarium an der Prenzlauer Allee https://www.berlin.de/tickets/suche/detail.php?id=1511769, zum anderen im Kaisersaal: http://www.club-bel-etage.de/termine/562/lunch-im-kaisersaal-do-12-april-dr-jeannot-simmen-cbe-vorsitzender-kubrickclarke-2001-space-odyssee-50jaehriges-jubilaeum-des-wichtigen-film-und-einer-grossen-utopie. Noch ohne Filmvorführung wegen des Moratoriums. Es sind der neuen 70mm-Kopie noch einige Zusatzbemerkungen und eine leider hart klingende Vorabwertung hinzuzufügen: es zeugt von einiger Naivität, hier oder in anderen Foren dies entweder vorbehaltlos als Event-Thema angekündigt zu bekommen oder immer wieder damit Erwartungen und Hoffnungen verknuepft zu sehen. Allein @filmempire hatte die Stirn, das zu erwartende Ergebnis der aller neuesten Version ironisch zu hinterfragen, während eine juengere Generation von der Marketing-Maschine immer wieder an der Nase herumgeführt wird. Mangels Vergleichsmöglichkeit freut man sich über jede neue Erscheinung auf Breitfilm oder von "2001" generell, aber weniger das eigentliche Ergebnis, als die Tatsache, dass man einen breiten Film durch die Finger laufen lassen kann, scheint Anlass für diese Euphorie zu sein? Es wird noch eine Zeit andauern, mit der Hoffnung junger und noch gutwillig denkender und fraglos tatkraeftiger Menschen zu spielen, bis diese sind vom Thema des 70mm-Films abwenden. Ein wenig Muehe sollte sich bitte ein Jeder machen, zwischen den Zeilen der Presseverlautbarung zu lesen, die zwar mit Begriffsverwirrung arbeitet, aber durchleuchten lässt, dass bereits verlustreich umkopiert werden musste. Wer zudem die Duplikat-70mm-Kopien von "Interstellar" oder" Dunkirk" gesehen hat, erkennt schlagartig, welche Qualitätsmaßstäbe Christopher Nolan an dieses Format stellt. Sehr geringe anscheinend, trotz des beträchtlichen Kostenaufwandes. Selbst seine Direktkopien vom Originalnegativ auf IMAX waren ein Kompendium fehlerhafter Farb- und Lichtbestimmungen. Hat man hier den Bock zum Gärtner gemacht? Zu Lebzeiten des Regisseurs und Urhebers des oben genannten Titels waren solche Ausrutscher äußerst selten, heute sind sie die Regel. this 70mm print was struck from new printing elements made from the original camera negative meaning it’s a true photochemical film recreation
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