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Klar. Mache ich, wenn auch du erzählst. DI- und Grading-Aufträge für creative pools dieser Branche? Oder soll das ein Geheimnis bleiben? (Weil deine Sprache immer so verstellt klingt...)
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Besten Dank, nach so langer Zeit kommt Rettung! (Ich hatte nur die gesammelten Annoncen meines Opas, der diesen Film fortlaufend besuchte. Die Premiere muss festlich gewesen sein, da Wochen im Voraus täglich über die Lebensgeschichte des Michael Todd berichtet wurde. Es gibt noch einen weiteren Bericht, wonach es zur Premiere im Capitol prominenten Besuch gegeben haben soll. -> Ich schaue nach, nicht vergessen.) Anbei eine Aktennotiz, nach der Johannes Betzel, der Betreiber das Capitol, sehr zurückhaltend tat. Real aber fanden in diesem Kino die meisten und bahnbrechendsten Umrüstungen in der Projektionstechnik und bei den Leinwandrahmen statt, von denen ich jemals gehört habe. 1971 waren die Gründer des Vereins Freunde der Deutschen Kinemathek e.V. und des Internationalen Forums des jungen Films, Erika und Ulrich Gregor, an der Anmietung eines eigenen Kinos interessiert und sprachen im Capitol vor. Diese historische einmalige Chance zerschlug sich und sie zogen in die Bayreuther Lichtspiele in der Welserstraße, die sie zum Arsenal umtauften.
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Mit etwas Fachwissen wüsste man, dass die gemachten Angaben nicht zutreffend sind. "Das Bild ist sehr scharf" lässt sich rein technisch auf der Grundlage der optischen Umkopierung vom Eastmancolor-Originalnegativ zu Druckmatrizen (gerade im Vergleich zu den Direktkopien, zu 70mm-Kopien oder zur Blu-ray-Disc) nicht aufrechterhalten. Die erste auf deutschem Boden anzutreffende Technicolor Kopie wurde zur Illge-film geschickt und anschließend zur BSG. Hier wird ein Mangel an Urteilsvermögen und Erfahrenheit seitens der Käufer ausgenutzt. Und salopp darauf verwiesen, dass seine Shots unscharf sind und das "sehr scharfe Bild" des Films nicht richtig wiedergeben. Ausserdem ist er nicht rechtmäßig in den Besitz der Kopie gelangt und darf sie gar nicht... Moege er sie verschenken, und die Macht ist mit ihm.
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Eher nicht, denn die 34mm-(Schmalfilm-)Kopie gab es nur in einem Exemplar. Abrasiert für den Londoner Einsatz. "CineStage" bezeichnet alle anamorphotischen 35mm-- oder 34mm-Kopien einer 65mm-Produktion mit einer Bildentzerrung während der Vorführung im Faktor 1,567x. Es kann sie als ComOpt-Kopie mit Lichttonspur geben, als ComMag-Kopie mit 4-Kanal-Magnetton oder als SepMag-Kopie (also als tonlose Bildkopie, mit der synchron und separat ein 35mm-Cordband mitläuft). Eventuell hatten alle Magnettonvorführungen im CineStage-Format auch eine Perspecta-Kodierung, in jedem Falle aber alle englischen 35mm-Lichttonkopien der Erstaufführung und alle SepMag-Vorführungen. Die CineStage-Kopien hatten FoxHole-[Kleinloch-]Perforation. Nicht sicher ist, ob und welche CineStage-Kopien mit der Bildfrequenz von 30 B/s gelaufen sind. Martin Hart kann die Frage nicht beantworten, glaubt aber beim Einsatz der 34mm-SepMag-Kopie in London daran. Richard Haines führt die 34/35mm-SepMag-Aufführungen generell mit 30 B/s an, bespielsweise seien an den Projektoren der Londoner SepMag-Premiere spezielle Motoren installiert worden - aber m.E. sind diese nur "speziell" hinsichtlich der Synchronverkopplung zu den Selsyn-Bandspielern. Die Geschwindigkeit aller 34/35mm-Aufführungen würde ich also bei 24 B/s ansetzen wollen. Und kenne nur Versionen mit 24 B/s. Welchen Sinn auch würde auch eine Frequenz von 30 B/s auf 35mm-Theaterkopien und 35mm-Projektoren (Gaumont-Kalee 21) machen? Lediglich die wenigen Erstaufführungskopien in 70mm (1956) hatten 30 B/s, noch einmal einige wenige Kopien auch aus der breiteren 70mm-Distribution im Jahre 1968, die aber mehrheitlich vom Negativ mit 24 B/s kopiert waren. Deine Unterlagen zur Hamburger Premiere könnten eine 35mm-SepMag-Version beschreiben. Eine CineStage-[Cinema Stage]-Fassung lief erstmalog zur französichen Premiere in Cannes, wenn auch nur mit drei Frontkanälen (eine SepMag-Vorführung, obwohl die verkoppelte Vorführkopie eine CineStage-ComMag-Kopie gewesen sein könnte - sozusagen wäre beides vorführbereit gewesen), während im Monat darauf die Londonder 34mm-CineStage-Fassung 5 Frontkanäle bediente - anschließend lief CineStage auch in Paris. Die Berliner Aufführung von IN 60 TAGEN UM DIE WELT wurde wegen ihres Vorführformats konkret m.W. nur in einer einzigen Publikation beschrieben und als "CinemaScope"Kopie" benannt, obwohl man eigentlich gemäß der US-Aufführung sich in Fachkreisen eine Breitfilmkopie ersehnt hatte, schon um die Projektoren-Verkauf bundesweit anzukurbeln. CinemaScope heisst, die Wiedergabe erfolgt mit der Entzerrung im Faktor 2x, ganz normal, und im Seitenverhältnis 2.35 : 1. Tatsächlich waren die Massenkopien der Erstaufführungen - jenseits von den wenigen CineStage und 70mm-Aufführungen - im "CinemaScope"-Format gestartet. Die Erstaufführungskopien in 34mm oder 35mm kenne ich nur als Technicolor-Druckkopien, obwohl man eine Direkt-Reduktion auf Mehrschichtenfilm bevorzugen müsste. Daß nach dem Riesenwirbel um das Todd-AO-Format in den Berliner Boulevardblättern und dem gewaltigem "Umbau auf Todd AO" im Berliner CAPITOL (Lehniner Platz) 1958 eine konventionelle CinemaScope-Kopie, zudem mit Perspecta-Lichtton, angelaufen sein soll, könnte man als enttäuschend beurteilen. Für so etwas dürfte weder der Name "CineStage" noch "Todd AO" Anwendung finden. Aber der Film wurde in Berlin 1958 nun einmal sehr stark mit "Todd AO" beworben. Jeder 70mm-Einsatz (bis 1968, CITY IM EUROPACENTER) scheidet zur Premiere aus - europaweit m.W.. Die erste Vorführung eines Films in 70mm in Berlin ist für 1959 im DELPHI PALAST mit OKLAHOMA! verbürgt. 1956 bereits im Auensaal der Photokina in Köln, 1957 im Todd-AO-Zweckbau SAVOY FILMTHEATER in Hamburg, gefolgt von ROYAL PALAST München, RIVOLI Hannover, SAVOY Düsseldorf, SCALA Mannheim u.a.
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Selbst zum Ausschlachten viel zu abschreckend. Lustig auch dieser Text des Anbieters: "achso noch etwas keine spassbieter oder solche die nicht zahlen können bargeld lacht sollte dies nicht erfüllt werden können kann ich bitter böse werden und muss mir dann einen anwalt nehmen , aber dies wollen wir sicherlich vermeiden". "Aber das wollen wir ja nicht", wuerde 007 sagen. Nur als Info fuer ihn: der letzte Spassbieter koennte Fox/Disney sein, und dann muss er zum Spaß aussagen, dass er materielles Eigentum jener Company und das geistige Eigentum des George Luchs [Autokorrekturfehler] "auswertet". "Scharf" kann das Bild dieser Dupkopie aus der frühen Zeit des Heissprozesses und seiner Intermediates nicht sein, falls von 1978. (Auch über 90% der 70mm-Kopien waren nicht wirklich scharf.) Wucher.
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Gegen das Vergessen - In Gedenken an die Opfer des Holocaust Bittere Ernte BRD 1985, 105 Min, 35mm, FSK ab 12 R: Agnieszka Holland K: Jozef Ort-Snep D: Armin Mueller-Stahl, Elisabeth Trissenaar, Wojciech Pzoniak „Bittere Ernte“ von Agnieszka Holland spielt in Polen zur Zeit der Kämpfe um Stalingrad. Jüdische Menschen, in Viehwaggons gepfercht, fahren ihrem Tod entgegen. Das Geschäft mit dem Besitz enteigneter Juden blüht. Da wird ein Bauernknecht unvermutet zum Großgrundbesitzer, da wird denunziert, gemordet. All dies freilich ist nur Hintergrund für einen Film, der sich mehr wie ein düsteres, leidenschaftliches Kammerspiel ausnimmt und der die Distanz zwischen Zuschauern und Darstellern fast völlig aufhebt. Denn Agnieszka Holland führt die Kamera immer dicht an ihren Protagonisten, immer in Bewegung. Die Fieberkrämpfe der verstörten, jungen, jüdischen Frau, die Leon, Großgrundbesitzer, im Wald aufgefunden hat, nimmt der Zuschauer fast physisch wahr. Leon nimmt die völlig entkräftete Frau mit, versteckt sie bei sich im Keller, pflegt sie gesund und verliebt sich in sie. Zögernd zunächst, dann immer zupackender ergreift Leon, ein einsamer, vom katholischen Glauben verbogener Mensch, Besitz von Rosa. Heute, 28.1.18 um 19.00 Uhr im REGENBOGEN-KINO (Regenbogenfabrik in Kreuzberg, Lausitzerstrasse 22, 10999 Berlin)
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Welche Projektoren standen in Karlsruhe (Schauburg) vor 1968? 35mm only? (die Kurbel bekanntermassen mit 70mm, Premiere DIE TOLLKÜHNEN MÄNNER IN IHREN FLIEGENDEN KISTEN). ______ Evt als 35mm Starts zu erwähnen: DIE WIKINGER im 70mm-Haus Delphi (zumindest war 1 Kopie in 70mm in London verfügbar), HOTEL INTERNATIONAL im 70mm-Haus MGM. Bekannt die 35mm-Starts von DER KONGRESS AMÜSIERT SICH (im 35mm-Haus Gloria Palast), 55 TAGE IN PEKING und WEST SIDE STORY (im 35mm-Haus Cinema Paris). 55 TAGE IN PEKING und WEST SIDE STORY dann ein/zwei Jahre später in der WA endlich in 70mm (Capitol Lehiner Platz resp. Sportpalast). In Frankfurt 35mm-Starts von BEN HUR, MEUTEREI AUF DER BOUNTY und DOKTOR SCHIWAGO im 70mm-Haus MGM (wann kam der Umrüstsatz in dieses Haus? Wann wurde er erstmals benötigt). In Karlsruhe ebenfall der 35mm-Start von DOKTOR SCHIWAGO - in Schauburg Filmtheater. GEHEIMAKTION CROSSBOW in 35mm 4 Kanal Magnetton im 70mm-Haus MGM Berlin (in 2,55 : 1 auf etwa 25 Metern Bildbreite). KÖNIG DER KÖNIGE zur Premiere im MGM Berlin vermute ich in 70mm. Meine letztes Gespräch mit den Vorführern, die ihn selber noch vorführten, brachte keine Klärung, ob 35mm oder 70mm-Kopie. Die Premiere von IN 80 TAGEN UM DIE WELT 1958 im Capitol wurde "in Todd AO" angekündigt und das Kino von Gerhard Fritsche (Architekt von Zoopalast und MGM-Theater, Panoramen in Britz/Neulölln/ Zehlendorf) "auf Todd AO umgebaut" mit tief gekrümmter Bildwand. Erst 1Jahr später war erstmals 70mm- in Berlin zu sehen mit OKLAHOMA! im Delphi Palast. Die Fachpresse schreibt zur Premiere von IN 80 TAGEN UM DIE WELT im Capitol von einer "35mm CInemascope-Kopie". Ich kenne eine dt. Kopie im CineStage-Format, d.h. 35mm mit der speziellen Bildentzerrung von 1,5x (anstatt 2x wie bei "Cinemascope"), die in Technicolor plus 4 Kanal Magnetton hergestellt wurde. Eine solche Kopie wäre auch für die Capitol-Premiere zu vermuten. da der Film mit beträchtlichem Rummel wegen seiner bildlichen und tonlichen Vorzüge beworben wurde. Noch interessanter sind die 70mm Weltpremieren im City Hamburg (MCKENNAS GOLD), im Kino International Berlin, die Premieren in der Leipziger Schauburg, Palast-Theater Gera, 70mm Open Air in Eisenhüttenstadt und Küchwald, Panorama Erfurt, DEFA 70 Potsdam, Residenz Mainz, City Salzgitter, Imperial Wolfsburg, Royal in Graz, Open Air 2005 und Apollo in Zürich, - nach dem Zufallsprinzip aufgeschnappte Ort des historischen Breitwandfilms. Ob sich jemals Zeitzeugen hierzu melden und Licht ins Dunkle brächten? (Die Premieren an der Spree zusammenzubekommen, sind nicht so schwer: Entdeckungen sind anderswo zu erwarten. Nicht selten die schöneren Kinos! Vollendet die Website zum Regina Filmtheater in Bremen und leider bisher ein Einzelbeispiel). - Korrekturen/Ergänzungen sehr wünschenswert -
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Wer die Hoffnung nicht aufgibt, zahlt servil sein Ticket im Zoopalast. Denn eine Toilette gibt es immer, am gewissen Ort ist man "dankbar" für kleinste Aufhellungen des Ausflusses. Zitat aus der Facebook-Seite des betreffenden Hauses am Zoologischen Garten (etliche Kommentare wurden wohl gelöscht, obwohl Beleidigungen stets unterblieben): Username "Ruhe Bitte": Also das Flackern bei den hellen Flächen ist ja bei weitem nicht mehr so schlimm wie bei Interstellar damals und dass alle dunklen Farben etwas zu dukel sind ist auch nicht das Ende der Welt (immerhin bekommt man mal richtiges Schwarz :>), aber kann man da echt gar nichts mehr machen an dem Projektor? Oder ist das einfach zu arschteuer? Oder liegt's an der Leinwand? INTERSTELLAR war keine so dunkle Kopie wie LAWRENCE O. A. , also war das Flimmern noch impulsiver. Jetzt sind auf einmal die dunklen Flaechen "zu dunkel"? Übersetzt: -> "zeichnungsfrei absaufend". Nein, da kann man nichts machen am Projektor, auch nicht an der Leinwand, auch nicht durch Betreiberwechsel oder Austausch der Theaterleitung. Es ist alles arschteuer, und ich empfehle den Abriss des Hauses und Neubau nach modernsten akustischen und projektionstechnischen Standards. So wie das eye in Amsterdam - dort ist auch eine neue Kopie dieses Titels eingetroffen.
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Wie ist dies gemeint, "vergessen"? Man könnte sagen: wenn ein Filmtitel, der jemals irgendwo auf 70mm gestartet wurde, in einem Westberliner (sog. "Schaufenster des Westens") 70mm-Haus anlief, dann fast immer in 70mm. Ab Mitte der 70er Jahre hat sich das geändert (A STAR IS BORN) 1979 mit APOCALYPSE NOW (Zoo Palast) und ALIEN (Royal Palast) geraet auf dem Kinomarkt sowieso alles durcheinander.
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Jetzt aber hoffentlich getroffen: Datum der Berliner Urauffuehrung von LORD JIM: 29.10.1965 (im Anschluss an 12 W. Laufzeit von DIE GROESSTE GESCHICHTE ALLER ZEITEN) - als Roadshow - auf Europas groesster 70mm-Cinerama-Bildwand ("groesste" nach der Original Cinerama-Bildwand im Gaumont Paris) - mindestens 5 Wochen Laufzeit im Premierensaal (Royal Palast)
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Selber konnte ich dort erst ab Anfang der 70er Jahre gucken - dann bis Anfang der 80er Jahre. Es hat aber einen kompletten Austausch des Publikums ab 1983 gegeben, eine wirtschaftlich feste Klientel, und daher bin ich sehr froh, wie kontinuierlich, wie leidenschaftlich und auch perfektionistisch sich die 70mm und Sandalenfilm-Freunde heute an anderen Standorten zusammenfinden. "Kanonenboot am Yangtse-Kiang" war ja in der Grundabstimmung eine sehr blau-grün-blaue Kopie, deren Fading Eigenschaften sich deswegen auch lange Jahre weniger stark bemerkbar machten. Zu "Funny Girl" laesst sich eine Erstaufführung-Annonce dem City im Europacenter zuordnen. 6.3.1969. Gab es eventuell ein Nachspiel im Delphi? Allem Anschein nach ist der Bezirksstart von "Lord Jim" in 35mm auch die Premiere gewesen. Vorhin in den Zeitungen nachgeblättert, und mir wurde schwindelig, wie massiv ein Dutzend Jahrhundertfilme zur Jahreswende 1965 und 1966 anläuft. Die düster mystische Joseph Conrad-Verfilmung "Lord Jim" muss ein totaler Flop gewesen sein? Etwa eine Woche im Programm, aber danach ist er weg? Immerhin schaffte es der ebenso schwierige Titel "Cheyenne" zu einer Roadshow Premiere im Royal Palast, wurde aber nach 3 Wochen zugunsten von "Meine Lieder meine Träume" abgesetzt. Alle Roadshow-Häuser waren besetzt. Habe das heute mal durchfotografiert, ist spannend.
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Oh, danke vielmals! Dein Live-Gedaechtnis ist unersetzlich. Zur Strafe muss ich wohl das Berliner Premieren-Kino jetzt herausfinden, anbei leider nur die LORD JIM-Annonce der Nachspieler, wie es scheint. Sogar noch 1969 eine 70mm-Premiere im Delphi, 4 Jahre nach Eröffnung von Royal Palast und City im Europacenter, die fortan das meiste an sich zogen. Und ein Zitat aus der aktuellen Delphi-Website: "In diesen sehr problematischen Jahren besinnt sich Jonigkeit auf seine alten Erfolge und wiederholt die Klassiker. Natürlich passen die Sandalenfilme nicht mehr in die Zeit. Wer geht in den Siebzigern schon ins Kino, um Ben Hur oder Cleopatra zu sehen?" Zitat Ende. Heute sind es die Festivals, die weitermachen. Oft schoenere Spielstätten, aber gealterte Filmkopien.
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Noch schlimmer als die, die solches eingebaut haben oder dafür noch bezahlt haben, ist die feuilletonistische Presse. Sie lässt sich mit jeder Fake Story füttern und erfindet noch welche hinzu. Der Betreiber dieses Kinos beabsichtigt nun für seine Mitarbeiter die Einführung eines "Kino-Abiturs" laut Filmecho/Filmwoche. Das wird dann die größte Fake-Agentur der Republik? Noch nie wurde zu 70mm-Vorführungen so viel geschrieben wie heute, noch nie war man vor den Qualitätsmerkmalen eines immersiven 70mm-Films so weit entfernt wie heute. Das versetzt einen in groesstes Staunen.
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Premierenstarts eigentlich auch nach Einführung der filmbasierten Digital-Tonsysteme noch präsent: TITANIC, Wiederaufführung MY FAIR LADY, INDEPENDENCE DAY, GODZILLA, Wiederaufführung von VERTIGO, HATEFUL 8, THE MASTER, INTERSTELLAR, Wiederaufführung von 2001: A SPACE ODYSSEY, ARMAGEDDON, DUNKIRK, MURDER ON THE ORIENTEXPRESS, WONDERWOMAN, INHERENT VICE, PHANTOM THREAD u.a. (70mm Imax hier nicht aufgelistet). Delphi Filmpalast ist das einzige Kino, das noch 70mm spielen könne? Den Maßgaben des Formats nach (Bildseitenverhältnis, Schnittbreite des Wiedergabefilms, Anzahl der Lautsprecher oder zumindest Verstärker) können Berlinale Palast, Arsenal, Haus der Kulturen der Welt (wenn nichts verändert wurde), Zoo Palast 1 und Zoo Palast 2, Astor Filmlounge, Urania, Kino International, CineStar 8 (sofern nicht zurückgebaut wurde), also insgesamt neun weitere Spielstätten den Plastikstreifen abspielen. Davon unbenommen ist richtig, dass das Soundsystem im Zoo Palast entweder wie Betrug oder Selbstbetrug daherkommt (aber "wiedergeben" kann man dort 70mm DTS wie auch Maggnettonfilm), richtig zu erwähnen die eingeschnürte Akustik und der handtuch-lange Saal des Delphi mit Steilprojektion, unerfreulich die Kontrastminderung im International, zutreffend die Stabilitätsprobleme in der Bildbühne auf den Urania-Bildwerfern, abenteuerlich die Filmtelleranlage, Kaschierung und Steilprojektion in Astor Filmlounge undsoweiter. "Abspielen" können sie alle. Premieren laufen aber nur in Zoo 1 angekoppelt an Zoo 2. Zoo Palast hatte in den 1960er Jahren bildlich und tonlich die hochwertigste Wiedergabeanlage, und auch der Bildeindruck war größer als heute! Es gibt noch eine weitere Spielstätte. Nicht für Premieren, möglicherweise aber für Reprisen nutzbar.
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Die letzten 15 Jahre: Defakto nichts. 1965 lief dort noch einmal mit LORD JIM ein klassischer 70mm-Film in Premiere, aber in den 1970er Jahren bis 1980 mithin sehr viele Reprisen. 1983/84 wechselte die Betreiberin, die sich für die Speerspitze der Programmkinobewegung hielt und derartige Filme als Sandalen und Schinken auf die Müllkippe verwünschte. Seine letzten 70mm-Premierenkopien hatte Delphi-Flmpalast mit COBRA VERDE und REVOLUTION in den Jahren 1988 und 1986, wo der Verleih wohl mächtig nachgeholfen haben muss. Es wurde, nachdem seit 2014 mit dem Revival des Zoopalastes (seit den 70mm-Einsaetzen von INTERSTELLAR, DUNKIRK oder HATEFUL 8), auch Delphi Filmpalast in den Fokus gezogen. Aber mit der Doppelspielstätte am Zoo und dessen Möglichkeit zur Prolongation sehe ich nicht den kleinsten Spielraum. Zusätzlich liegt das Haus in der Kantstraße von den Besucherzahlen her weit im Schatten des Zoopalastes, was in den glorreichen 50er und 60er Jahren natürlich anders war. Dagegen aufzuholen war nur noch möglich, in dem ein neues Arthouse-Center, das Delphi Lux mit 7 relativ kleinen Saelen in Parkgaragen realisiert wurde und sehr erfolgreich agiert. Damit aber ist der Markt in Charlottenburg endgültig saturiert.
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Da war ich auch froh, als es im Schwester-Kino dieser Kinofirma am Zoo, der AFL am Kurfürstendamm, nach anderthalb Jahren guten Zuredens gelang, 2010 eine Klassiker-Reihe aufzuschwatzen und wir unsere Filmkopie "Lawrence of Arabia" in der 70mm-Fassung von 1989 dorthin verfrachteten. Ein zweites Archiv drängte dort auch hinein, aber nach zwei Saisons und vielen Filmrissen dann der abrupte Wechsel vom 70mm-Film zum Blu-ray-Repertoire. Nur der "Paukenschlag" der neuen Klasse-Reihe machte Schlagzeilen (siehe anbei), und 70mm war wohl nur als Anwärmer, als Marketing-Gag verstanden worden. Bei der erwaehnten "Sensation in der deutschen Kinolandschaft" wurde in dem Sinne wenig neu angeschafft, sondern zwei Altprojektoren der Vorbetreiberin UCI Kinowelt wurden auf Bitten der Filmfestspiele übernommen. Einer von diesen wurde nicht nach dem Erfolg von "Orientexpress" ins kleine Kino verfrachtet, sondern vor dem Filmeinsatz, welchem man vermutlich keinen Riesenerfolg zutraute, zumal fast zeitgleich ein "Star Wars"-Film eingesetzt werden musste. Auch hier sind die Angaben des Pächters des Zoopalastes ganz schön gemogelt, ebenso wie die beschworene Bildbreite von 22 Metern, die es dort niemals gegeben hat - ebenso übertrieben die "8" Oscars für "Lawrence of Arabia" oder gar ein 70mm breites Negativ (-> 65mm ist der Standard). Daran merkt man dann schon, dass die Hausverantwortlichen in anderen Branchen als der Filmbranche aufgewachsen sind, und dass ein Grundstock für die Herausbildung von Festivals oder filmkultureller Aufbauarbeit nie als Betriebsziel gesehen worden ist. Das gilt ebenso für die technische Vorbereitung, zumal ein dauerhaftes Bildflimmern auf der einen Maschine (jetzt ins kleinere Kino verfrachtet) und die Bildstandsschwankung auf der anderen Maschine als "normale Eigenschaft des analogen Films" entschuldigt werden, wie es jedes Mal wieder auf Nachfrage hin geschieht. Spätestens dann, wenn dieser Normalfall zu einem Totalausfall der Vorführanlage von einer ganzen Woche führt (siehe "Mord im Orientexpress"), wonach man digital weiter spielte und weiterhin Tickets für eine 70mm-Veranstaltung verkaufte, fällt auch dem wohlwollendsten Cineasten auf, dass eigentlich die Grenze erreicht ist. Einige hier im Forum und auch auf vielen Facebook-Seiten nannten es verständlicherweise Betrug. Man wäre ja gerne nachsichtiger mit kleinen Fehlern, die hier wie dort immer passieren können, aber dieses Haus schwimmt im Geld. Trotzdem geschäftlich gerissen, zwei Stätten mit 70mm auszustatten, weil auf diese Weise Delphi-Filmpalast am Zoo ( und auch andere Berliner Staetten) nie wieder an einen 70mm-Neustart gelangen. Diesen Vorzug hatten auch 1965 Royal Palast + City um Europa Center, weshalb der ebenfalls für 70mm ausgestattete Titania Palast kurz danach schloss und auch nicht mehr das MGM Theater Kurfürstendamm die MGM-Produktionen "Doktor Schiwago", "In den Schuhen des Fischers" oder "2001: Odyssee im Weltraum" erhielt - und 1977 schloss. Zu jenen Zeiten waren 70mm-Auswertungen erfolgreicher als heute und auch die Projektionsqualität gepflegter. Weiters sind die letzten Beispiele des Formats, u.a. "Mord im Orientexpress" und "Lawrence of Arabia", mit starken Verlusten von einem digital erstellten Negativ fabriziert und in leider keinem einzigen Punkt mit der spektakulären Qualität der in den 1960er Jahren hergestellten 70mm-Kopien vergleichbar.
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Sieht ja aus wie neu, Schmuckstück. Thx. Den Etat von Oslo hat kein anderes Festival, OV-Fassungen und Russischsprachiges zu pflegen und zu fliegen. Was aber geschieht mit den tschechischen, deutsch-synchronisierten und ansatzweise auch in Dtl. liegenden englischsprachigen Archivkopien? Im Dreiländereck Deutschland/Tschechien/Polen gab es dafür schon immer eine Heimat. Wer kein russisch beherrscht (die Häfte beispielsweise unseres Vereins kann kein russisch), müßte bei Verbot der Synchronfassung vollständig auf eine 70mm-Vorführung verzichten oder wäre in Oslo mutterseelenallein - bei viermal höheren Aufenthaltskosten. Wenn schon 70mm-Klassiker, dann gehören sie auch nicht auf eine Flachleinwand der für die Nouvelle Vague konzipierten Museumskinos. Denn ohne Kurve wenig Tiefsinn in der Perspektive, ohne Größe wenig Kraft in den Millimetern, dachte ich mir. Daher wird in Varnsdorf die gebogene Bildwand erneuert und minimal vergrößert - eine Änderung. Das Problem vom letzten Jahr wurde auch gelöst. Immer auch ist ein 70mm-Festival ein Projektionistentreffen - und Oslo ist als Festival dankenswerterweise von den dortigen Projektionisten (gegen Vorurteile der Programmkuratoren) durchgesetzt worden. Ich meine aber auch, daß Einflüsse der Bildgestaltung (Darlegung der Fotografie) und der Bildperfektion (Filmkopierwerk) auf Festivals Ansprechpartner und Plattformen finden sollten. Insofern sehe ich dies in Tschechien nicht gehindert und würde mich in dieser Beziehung in Skandinavien verloren fühlen. Aber wenn sich dort die Freunde des neuesten Standards die Hand geben, ist das auch eine aktive Form der Kinoverteidigung. Aber Film erscheint mir darüberhinaus auch ein Verständnis für andere Zusammenhänge zu inspirieren. Filmtheorie wäre eine weitere vernachlässigte Variante.
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Da oben irgendwo. Wo Dolby Atmos anzufinden ist. Hat "155 000 Watt, damit könnte man die Waldbuehne beschallen...DAS ist 3D für die Ohren", garantiert immerhin der Pächter (Zitat aus http://m.tagesspiegel.de/zoo-palast-oeffnet-wieder-grand-cinema/9118178.html).
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Es ist eine andere Kopie als die, die wir beide in Karlsruhe sahen (wo wir uns ohnehin das letzte mal sahen). Trotzdem in der Gesamtnote weder besser noch schlechter. Das Material und die damaligen Entwickler können ihren Grundcharakter nicht verbergen. Aber das ist Geschichte. (Wirklich bestürzend finde ich eher die Körnigkeit in den Filmen "H8" oder Matsch in "Dunkirk", aber das moniert anscheinend niemand. Dagegen schaut man in KRIEG UND FRIEDEN fast unendlich in die Landschaft.) Thomas Hauerslev hatte im Web-Kompendium zum 70mm-Film Autoren aus dem Heimatland des sowjetischen 70mm-Films versammelt, wobei Abbildungen und auch Filmlisten angeführt sind, Dmitry Silyanov ist der Rechercheur, der anscheinend dafür tief ins Archiv griff: http://www.in70mm.com/library/process/sovscope/index.htm Selber zuletzt vor 20 Jahren damit befasst, fand ich den Prospekt des Auslandsvertriebs der UdSSR. Ob die hier folgenden Bilder nicht doch schon im Netz sind, kann ich nicht sagen. Aber ich stelle sie mal ein (und warte auf Dein "Gegenstück" im Original, damit man vielleicht einen Vergleich anstellen könnte?). Entwicklungsmachinen, Kopiermaschinen und Projektoren sind ebenfalls abgebildet. Viel Spaß.
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VOJNA I MIR - KRIEG UND FRIEDEN (Sowjetrussland 1964 - 1967) Eine Zeit lang kolportierten die Produzenten Kosten von 100 Millionen Dollar, gaben dann aber zu, dass die tatsächlichen Ausgaben bei 8,3 Millionen Rubel lagen (damals etwa 9,2 Millionen Dollar). Dennoch ist die Rechnung nicht so simpel, zusätzlich zu dem offiziellen Budget durfte der Filmemacher millionenschwere Staatshilfen in Anspruch nehmen und zum Beispiel mehrere Tausend Statisten des Militärs nutzen, die für beeindruckende Massenszenen eingesetzt wurden - ohne einen Rubel dafür zu bezahlen. 1979 nahm das Guinness-Buch der Rekorde „Krieg und Frieden“ mit Kosten von 96 Millionen Dollar als teuersten Film aller Zeiten auf - allerdings inklusive der „Schenkungen“ des Staates, weswegen die Ausweisung umstritten ist. (Aus: http://www.filmstarts.de/filme/bildergalerien/bildergalerie-18504863/ ) Stanley Kubrick hat zehn Jahre später von einem Film in ähnlichen Dimensionen geträumt [...] aber es wurde nie etwas daraus. Und vielleicht konnte auch Sergej Bondartschuks "Krieg und Frieden" nur entstehen, weil die Sowjetunion im Kalten Kinokrieg mit dem Westen einen Rückstand aufholen musste. Hollywood hatte den Roman von Tolstoi nämlich schon 1956 verfilmt, [...] und so bekam die Großproduktion unter dem Kommando des beliebten Heldendarstellers Bondartschuk zunächst vor allem den Auftrag, die Amerikaner in jeder Hinsicht zu überbieten. Hundertsechzigtausend Kostüme, hundertzwanzigtausend Komparsen und ein Budget von napoleonischen Ausmaßen wurden in fünfjähriger Drehzeit ab 1962 eingesetzt, um die Schlachten von Austerlitz und Borodino, den Brand von Moskau und den Untergang der Grande Armée ein für allemal auf die Leinwand zu bringen. Wenn man den Film [...] sieht, [...] begreift man leicht, warum Bondartschuk während der Dreharbeiten zwei Herzanfälle erlitt und zeitweise vom Krankenhaus aus die Produktion leiten musste. Denn die Spannung zwischen Heldenpathos und Seelenkitsch, zwischen Krieg und Lyrik reißt den Film fast in Stücke, und das Sovscope-70-Format walzt jede Berührung zur Staatsaffäre aus. "Krieg und Frieden" ist der gestrandete große weiße Wal des Breitwandkinos. kil (zit. aus: FAZ, 6.2.2009) Wir zeigen als Auftakt den ersten (von insgesamt 4) Teilen in deutscher Synchronisation.
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Frequenzaufloesung der Tonoptik, aber auch der Grad der Filmschonung waren sehr anfechtbar. Unikat-Filme besser auf einer anderen Anlage abspielen, wenn möglich: Also die Unterscheidung zwischen Ausstellungsprojektor und Filmarchivprojektor besteht fort.
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I assume you knew the plans: 70mm, DCP, no 35mm. It doesn't need to inform you that there is a moratorium in place on this title until the 31st May, currently, as WB finalises their big anniversary plans as a studio to celebrate this films milestone. -- Moreover a current (stunning) statement by the restorer of the Columbia production "Lawrence of Arabia": http://www.film-tech.com/cgi-bin/ubb/f1/t012244/p2.html
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Auch wenn ich da etwas durcheinander bringe: es scheinen keinesfalls nur die Sony-Systeme davon zu profitieren, sondern auch Barcos DP4K-60L. Auch wenn Markennamen wie Laserprojektion marktbeständiger als EclairColor klingen, sind sie kein Hindernis für EclairColor, das auch bei Laserprojektion zu gerüstet wird. Liegen die Kosten des EclairColor-Masterings zudem unter dem von Dolby Vision, hat EclairColor ähnlich wie DTS einst zu 35mm-Zeiten ein Potenzial. Gerade die Verbreitung sehr lichtstarker DP4K-60L, die schon im 2D-Betrieb Bildbreiten von bis zu 27 m auf Leinwänden mit Gainfaktor 1,8 zulassen (abgesehen davon, dass sie auch im 3D Betrieb für künftige Masterings mit höherer Leuchtdichte Potenzial gaeben), bietet EclairColor eine sinnvolle Anwendung. Falls gegenwärtig in Westeuropa 63 Kinos mit EclairColor ausgerüstet sind, betrug diese Zahl vor anderthalb Jahren noch 16 Kinos. (Die Zahl der 70mm Kinos lag Ende der 60er Jahre auf ähnlicher Höhe, stieg Anfang der 90er Jahre und ebbte in den 2010er Jahren ab - und kostete richtig Geld.)