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Es gibt mehr Remakes, als man glaubt, meist TV-Movies: DAS FENSTER ZUM HOF (1998, TV) http://www.imdb.com/title/tt0166322/ ZEUGIN DER ANKLAGE (1982, TV) http://www.imdb.com/title/tt0084911/ Dem Kino-Klassiker von Billy Wilder mit Marlene Dietrich und Charles Laughton (1957) gingen übrigens 1949 und 1953 schon TV-Versionen des Theaterstücks voraus. WER DEN WIND SÄT Der Gerichtsfilmklassiker von Stanley Kramer (1960, mit Spencer Tracy & Fredric March)) wurde als TV-Version gleich dreimal neugedreht, und zwar 1965 (Melvyn Douglas & Ed Begley), 1988 (Kirk Douglas & Jason Robards) und 1999 (mit Jack Lemmon und George C. Scott, leider beide 20 Jahre zu alt für die Rollen) Trotz der großen Namen in der Besetzung sind die TV-Remakes leider oft gestalterisch sehr dürftig, was u.a. am Budget und an den festgelegten Laufzeitformaten liegt. Ach ja, und der vorletzte Bond war natürlich auch schon mal da, im Jahre 1954 als TV-Film CASINO ROYALE in der Serie CLIMAX mit Barry Nelson als James Bond! 8) Aaargh, gerade fällt mir das Eichinger-Remake (1996) von ES GESCHAH AM HELLICHTEN TAG (1958) wieder ein... "German Classics"! http://www.zeit.de/1996/51/classics.txt.19961213.xml
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Endlich das Remake, auf das jeder gewartet hat! "PRO 7 verfilmt Hollywood-Klassiker BEN HUR neu" http://www.dwdl.de/article/story_20315,00.html Bestimmt kann man mit moderner CGI-Technik die Statisterie auf 1.500.000 erhöhen, mehr Streitwagen hinzufügen und die Pferde durch Saurier ersetzen. Auf das "moderne Gewand" bin ich besonders gespannt - Baggy Pants oder Levis? :)
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Wasserschaden bei einer s/w-Archivkopie
magentacine antwortete auf trutz-guenther's Thema in Technik
Bitte um mehr Daten! Wenn sich das Material beim Abwickeln von der obersten Windung löst, wird dabei die Emulsion beschädigt oder "springt" sie knisternd ohne Beschädigung ab? Welche Rückstände und/oder Veränderungen sind an der Seite des Bildes sichtbar, von der her der Wasserschaden auftrat? Lassen sich Rückstände (du sprachst von "Schlieren") z.B. mit Isopropanol abwischen? Ist außen am Wickel Schimmel- oder Pilzbefall sichtbar? -
@preston sturges: Es stand nur - als Vermutung und Randnotiz - in einem Beitrag, der seitdem editiert wurde. Nichts Weltbewegendes, aber alle Filmsammler und engagierten Verleiher werden mir zustimmen, daß man Irrtümer am besten frühzeitig aufklärt. Es wäre ja irreführend, wenn beispielsweise irgendwo zu lesen stünde, der zweite Akt von BARAKA habe kopierseitig einen schlechteren Bildstand als der erste und dritte, während in Wirklichkeit die Projektion dafür verantwortlich war. Daher lieber einmal ein reales Problem benennen (und natürlich beheben) als riskieren, daß der Schwarze Peter bei jemandem landet, der gar nichts dafür kann. Womit der Sache schon viel mehr Raum als nötig geopfert wurde, eventuell weitere Fragen beantworte ich gern per PN!
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Aus gegebenem Anlaß möchte ich darauf hinweisen, daß die in Frankfurt gezeigte Kopie LAWRENCE OF ARABIA keineswegs gewölbt, wellig oder sonst irgendwie verformt war. Die störenden Rand-Unschärfen, auf welche @Sorahl zu Beginn dieses Threads völlig korrekt hingewiesen hat, waren in keiner Weise auf die Kopie zurückzuführen, wie einige Forumsmitglieder annahmen, sondern ausschließlich auf ein Filmbahnproblem der Bauer U4C, das leider erst am zweiten Spieltag behoben werden konnte. Aufmerksamen Festivalbesuchern wird aufgefallen sein, daß die genannten Randunschärfen bereits während des vorangegangenen Kurzfilmprogramms störend in Erscheinung traten. Die vorgeführte LAWRENCE-Kopie aus dem Jahr 1989 repräsentiert nicht nur farblich exakt die Harris-Painten-Restaurierung des Films, sondern befindet sich auch mechanisch in ausgezeichnetem Zustand. Anderslautende Gerüchte oder "Ferndiagnosen" entsprechen nicht der Wahrheit. Besten Dank! :)
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Bei zunehmender Abblendung werden Abbildungsfehler des Objektivs verkleinert, gleichzeitig vergrößert sich die Beugungsunschärfe (Beugung der Lichtstrahlen an Blendenkante) durch verkleinerten Blendendurchmesser. Die Bildschärfe wird also schlechter, je weiter abgeblendet wird. Theoretisch sollte ein Projektionsobjektiv (anders als ein normales Aufnahmeobjektiv) bei voller Öffnung die beste Korrektur und Bildgüte bieten, ob das auch praktisch so ist, weiß ich nicht. Vermutlich bringt eine Abblendung um 1-2 Stufen noch bessere Korrektur der vorhandenen Fehler. Irgendwie vermute ich aber, daß @Filmtechniker auf etwas anderes hinauswill, das wäre sonst zu einfach... :)
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Jetzt kann man sich im Kino endlich wohlfühlen
magentacine antwortete auf RaKna's Thema in Allgemeines Board
Noch etwas untechnisches: Die allerletzte Person, die irgendeine Art von Kompetenz hinsichtlich der Abhörlautstärke hat, ist der Regisseur des Films. Mischtonmeister - selbstredend, die wissen, daß laut nicht gleich gut ist und können auch eine leise Stelle ertragen, denn sie wissen ja, daß die Tonspur dort "Muskeln zeigt", wo es inhaltlich Sinn ergibt. Noch nie habe ich einen Regisseur erlebt, der nicht den Saalregler weit, weit über die 7 hinaus aufdrehte, um dem Publikum sein Werk näherzubringen. Gut gemeint, aber fatal, wenn man die Raumakustik nicht kennt, nur auf die Vorspannmusik einstellt und sich dann zufrieden über das Geleistete in die nahegelegene Bar verzieht. Den Zorn der Hörgeschädigten kann inzwischen das Personal ausbaden. -
Recherche im OPAC des DIF/Deutschen Filmmuseums hier möglich: http://www.museumsbibliotheken.frankfurt.de/verbund/index.asp?DB=ALL
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Die schlechtesten 35-mm-Film-»Projektoren«
magentacine antwortete auf Film-Mechaniker's Thema in Technik
Ich hatte vor Jahren eine normale und eine Zweibandversion (mit 17,5-Magnetfilmlaufwerk) von Wassmann zu bedienen und fand die mechanische Ausführung unpräzise, den Filmzug für Acetatmaterial zu stark (auch bei schwacher Einstellung). Ferner keine Rastung der Andruckrollen in Offenposition und keinen überzeugenden Bildstand, egal bei welcher Einstellung und Schlaufengröße. Über die Aufwickelfriktion möchte ich schweigen. Die Zweibandmaschine stammte von einem münchner Geräteverleih und fiel fast auseinander, aber auch die praktisch neuen ComOpt-Geräte aus anderer Quelle wirkten auf mich nicht vertrauensbildend. Die optisch ähnlichen italienischen Portables (Veronese, wenn ich nicht irre?) habe ich dagegen schon bei Openair-Veranstaltungen mit exzellentem Bildstand erlebt. Wenn jemand auf die Wassmann schwört, mag das Glück beim Kauf gewesen sein, vielleicht im positiven Sinn ein "Montagsgerät"? :) Bei kompetenter Bedieung und Änderung bestimmter Details wird auch ein weniger gut konstruierter Projektor gute Dienste leisten. Auf 1300-Meter-Spulen, die ich Mitte der 1990er bei Wassmann auf deren Angebot hin bestellt hatte, warte ich übrigens bis heute... -
Die schlechtesten 35-mm-Film-»Projektoren«
magentacine antwortete auf Film-Mechaniker's Thema in Technik
Wassmann 35mm Portable (Spanien). -
@Alan Smithee hat recht: Hartes Licht war damals eher üblich und wäre zu verwenden, wenn man den Look imitieren wollte. VNF-Material habe ich nur noch selten angeboten gesehen, da einige Freaks (Experimentalfilmer) den Look mochten und das Zeug hamsterten. Eine gute Alternative sehe ich in hochempfindlichem Farbnegativ, z.B. Fuji Eterna 500 (siehe http://www.fujikine.com/ ), das notfalls auf 1000 ASA gepusht werden kann, um die Körnigkeit noch zu erhöhen, falls nötig und gewünscht. Für die Bearbeitung empfehle ich ein kleines Kopierwerk mit Ansprechpartner, der exotische Wünsche gewöhnt ist (z.B. Film16 H. Rings) und natürlich TESTEN, bevor man was Größeres anfängt. Was die alten Abtaster angeht, so würde ich mal eine Firma fragen, die Abtastertechnik wartet und entsprechend die Anbieter kennt, z.B. (aus der Erinnerung, ohne Gewähr) http://www.teltec.de/ Alte Röhrenabtaster bekommen ihr Gnadenbrot bei Kleinbetrieben, die nebenbei Schmalfilmabtastungen machen, werden oft eingemottet, wenn ein teureres Ersatzteil fällig ist (Röhre).
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@eastwood: Du meinst, diese netten Homeshopping-Sendungen sagen nicht die Wahrheit?!? :shock: Ein Freund, der vor langer Zeit in der Fotoabteilung eines ProMarktes arbeitete, erzählte mir von einem Kunden, der ihm lang und umständlich etwas von einem optischen Vorsatz erzählte, den er "für seine Dias" haben müsse. Der Verkäufer brauchte lang, um herauszubekommen, was der Kunde meinte: - keinen Vorsatz, um Dias abzufotografieren - kein Farbfiltersystem (Cokin o.ä.) - Keine Nahlinse, kein Reprogerät Nein: er wollte einen Vorsatz, den er an die neue Videokamera (Hi8) montieren könne, um seine KB-Farbdias so aufzunehmen, daß sie sich bewegen, um also aus Standbildern Bewegtbildaufnahmen zu machen. :) Für mich wäre das nichts, aber ein Filterglas, das aus Schwarzweißfilmen Technicolor macht - immer her damit!
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@Michael: Der Fernsehfilm-Look ist das Ergebnis verschiedener Faktoren. Nicht nur das verwendete Filmmaterial spielt dabei eine Rolle, sondern auch die 1970er-Jahre-Abtastertechnik. Wenn Du das nachahmen möchtest, empfehle ich ein hochempfindliches 16-mm-Farbnegativmaterial (die damals verwendeten VNF- oder ECO-Materialien gibt es leider nicht mehr), belichte es 1-2 Blenden über, was die Farbsättigung eher in den Bereich der damaligen Filme bringt und lasse eine korrigierte Positivkopie davon herstellen. Die läßt Du auf einem möglichst alten Flying-Spot-Abtaster überspielen, der gibt dem Look den letzten Schliff (leichte Bildstandschwankung, Gradationsveränderung, Röhreneffekte usw.) Die Digitalfilter, mit denen man Aufnahmen auf alt trimmen kann, finde ich nicht so überzeugend, aber das muß jeder selbst entscheiden.
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@Ultra Panavision & @preston sturges: Danke für die Hinweise auf die verschiedenen Kopierwerke, das muß natürlich korrekt zugeschrieben werden. Schön zu hören, daß gerade im Fall von THE BIBLE eine Nachbesserung stattfindet, weil dieser Film bei hellerer Abstimmung sicher den D-150/Todd-AO-Look eindrucksvoll demonstriert. Wurde KHARTOUM eigentlich vom Kameranegativ oder vom Duplikat kopiert?
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Ich möchte der Firma FotoKem nicht absprechen, daß sie einer der wenigen Fachbetriebe ist, der 65/70mm bearbeiten kann. Die Ergebnisse fallen leider sehr unterschiedlich aus - hier einmal aus der Erinnerung an Karlsruher Seherfahrungen, die nicht von Vorführmängeln wie auf der Berlinale beeinträchtigt waren. POSITIV: THE AGONY AND THE ECSTASY exzellente Schärfe, Todd-AO-Wirkung nachvollziehbar, die Farbcharakteristik in sich stimmig, wenn auch wohl anders als auf damaligem Material PATTON minimal körniger als zeitgenössische Kopien, aber insgesamt scharf und in Licht- und Farbbestimmung einheitlich HELLO, DOLLY m. E. Todd-AO-Wirkung voll erhalten, Farbabstimmung OK GEMISCHT: CLEOPATRA Schattenpartien laufen teilweise zu, Farbbestimmung konstant und deutlich abweichend von der Todd-AO-Ästhetik der 1960er Jahre. Beeindruckend durch Schärfe, Detailreichtum und guten Bildstand - auch einem Zuschauer, der noch nie 70mm gesehen hat, teilt sich die besondere Bildwirkung mit. STAR scharf und einwandfreier Bildstand, aber viel zu dunkel, was in den eindrucksvollen Musiknummern weniger auffällt als in den "Alltagsszenen". MANGELHAFT: THE BIBLE Zwar ist die unglaubliche Schärfe der D-150 Aufnahme beeindruckend, aber der gesamte Film ist, fotografisch gesprochen, anderthalb bis zwei Blenden zu dunkel kopiert. Das fotografische Konzept von Giuseppe Rotunno ist komplett zerstört, bildwichtige Elemente gehen im Schattensumpf unter (Schlange im Paradies, Abraham-Episode) SOUND OF MUSIC weitgehend unscharf auf dem Niveau einer Super-35-Kopie, Absaufen der Low-Key-Szenen (Nonnenkonvent, Song "I Am Sixteen"). Keinerlei Ähnlichkeit mit irgendeinem Todd-AO-Film dieser Zeit, man vergleiche rein technisch AIRPORT (Szenen ohne Bildteilung), THE LAST VALLEY oder AGONY AND THE ECSTASY. LAWRENCE OF ARABIA Grobkörnig, zu kontrastreich, Gesichter in Innenszenen sehen wie Nachtaufnahmen aus, krebsrote bzw. orangefarbene Gesichter in Wüstenszenen (kein Sonnenbrand!), mangelnde Schärfe. In diesem Fall besonders unverständlich, da ja bereits ein "nahtloses" neues Negativ auf modernem Material der Restaurierung zur Verfügung stand, von dem nur eine kleine Zahl akzeptabler Kopien gezogen wurde. Das Problem ist nicht, daß aus material- oder budgetbedingten Gründen eine neue Kopie nicht so aussehen kann wie eine 1960er-Jahre-Kopie vom Kameraoriginal. Auch die versicherungstechnischen und konservatorischen Bedenken sind nachvollziehbar. In dem Moment, da eine neue Kopie nur noch fotografische Verzerrung eines visuellen Konzeptes oder Stils ist (LAWRENCE) oder vermeidbare/behebbare Mängel aufweist (2001-Klammerteile im letzten Akt, Bildstandsfehler), ist es sinnlos, diese Fassung als Nonplusultra anzupreisen, wie es laufend geschieht. Jungen Zuschauern, die noch nie 70mm "done right" gesehen haben, kann man das Besondere dieser Produktionsmethode und Bildästhetik nicht vermitteln, indem man neue Kopien hochjubelt, die definitiv ein schlechteres Bild und teilweise eine völlig verkorkste Farbabstimmung zeigen. Daß das Publikum die Filme goutiert, liegt an der künstlerischen und dramatischen Qualität der Werke, nicht an der technischen Perfektion, die dieser Qualität nur noch eine weitere Ebene hinzufügt, aber nicht Vorbedingung für den Genuß ist. Wie könnten sonst Millionen von TV-Sehern sich alle Feiertage wieder für BEN HUR oder SPARTACUS begeistern, die sie in der Mehrzahl nur vom Pantoffelkino her kennen (die letzte WA von SPARTACUS war glaube ich Mitte der 1980er, wenn ich mich recht erinnere). Ein Vorzug von Festivals ist es, daß diese Genrefilme immerhin so gesehen werden, wie sie gesehen werden sollten: Mit viel Publikum auf großer Leinwand - das ist schon mal ein Wert an sich. Dazu braucht es aber keine aufwendige 70-mm-Projektion, wenn der technische Rahmen nicht stimmt. Will man ein Format demonstrieren, das auf Perfektion abzielt, so kann man nicht in der Anfängerklasse für Filmvorführung herumtapern, sondern muß eine werkgetreue Präsentation bieten, wie es anderswo ja auch klappt. Begründbare technische Kritik sollte nicht als "Undankbarkeit" oder "Nestbeschmutzung" abgetan werden, sie hat schließlich auch mit dem Respekt vor den künstlerischen Machern des Film zu tun. Bei Arane-Gulliver überzeugte mich nicht nur die gelungene Farbabstimmung, sondern auch die Erhaltung der Schärfe im Dupprozeß. Außerdem wurde die Restaurierung von M. Faillot vorbildlich dokumentiert und transparent gemacht, zum Beispiel die Entscheidung, den Vorspann trotz einiger Mängel zu belassen. Von daher traue ich Arane-Gulliver eher zu, ohne zahllose Nachbesserungen eine gute Neukopie von 1960er-Jahre-Farbfilmen wie OLD SHATTERHAND hinzubekommen.
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@filmuwe: Danke für den detailreichen und informativen Bericht! Die Einstellungs-Ungenauigkeiten bei HELLO DOLLY gehören zum Film, wie er nun mal ist und mindern die Wirkung nicht wirklich. Zu bedenken ist dabei, daß für das Todd-AO-Verfahren keine Reflexsucher zur Verfügung standen, das gab es zu dieser Zeit nur bei Panavision, DEFA-70 und M.C.S.-70 - die Mitchell-65-mm-Kameras hatten während der Aufnahme nur einen seitlichen Sucher mit entsprechender Parallaxe, eine Kontrolle der Schärfeneinstellung war also nicht möglich. FYLING CLIPPER finde ich als Zeitdokument faszinierend, und man muß ihn wirklich an den amerikanischen Travelogue-Filmen messen, wie ich anderswo schon mal sagte. Der etwas sterile Klang der Tonmischung liegt in der Tat daran, daß alles stumm gedreht und nachträglich anhand von Primärton und Nachsynchronisation "vertont" wurde. @cinerama erwähnt mit Recht etliche klar unterbelichtete Szenen (Prozession in Spanien?), bei korrekter Vorführung sind in den Luftaufnahmen leichte Vignettierungen der Bildecken zu sehen, und ein Objektiv kürzerer Brennweite wurde für weitere M.C.S.-Produktionen nicht mehr eingesetzt, weil es in puncto Schärfe und Kontrastwiedergabe den anderen unterlegen war. Die Neukopierung ist in jedem Fall erfreulich und läßt hoffen, daß in Zukunft vielleicht auch OLD SHATTERHAND wiederauferstehen wird - vielleicht nicht in den USA kopiert, sondern in Frankreich, wo man (siehe PLAYTIME) mit 1960er-Farbmaterial offensichtlich besser umgehen kann.
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Menschen oder Institutionen, die sich nicht wirklich für die Materie interessieren, sondern primär auf ihre (oft imaginierte) Fachwelt bzw. Peer Groups fixiert sind, sollte man die Ergebnisse eigener geistiger Arbeit und Forschung nicht hinterhertragen - lieber etwas Eigenes erschaffen, wenn auch in bescheidenerem Rahmen. Tatsache ist, daß manche Kulturverwalter im Grunde ihren Gegenstand verachten, und ich verwende den Begriff bewußt und meine es auch so. In der Filmwissenschaft sind Aussagen über das Medium, seine Rezeption und Geschichte, seine Mittel und Sprache möglich, für die man in "echten" Wissenschaften geteert und gefedert, mindestens aber ausgelacht würde. In einer bestimmten Generation der Filmkulturverwalter gibt es eine tiefe psychische Kränkung darüber, daß man selbst älter wird, während bestimmte Werke der Filmgeschichte zeitlos bleiben und von immer neuen Generationen aufgrund ihrer künstlerischen und formalen Qualität begeistert aufgenommen werden. Die großen Theorien von vorgestern sind peinlicherweise in der Filmliteratur verewigt, in Zeitschriften nachzuschlagen, und etliche der damaligen Autoren, die vor Ekel bleich wurden, wenn es um Genrefilme ging, entblöden sich heute nicht, billigstes Nostalgie-Parfüm abzusondern und sich hätschelnd über Filme zu beugen, die sehr gut viele Jahrzehnte ohne ihr klebriges Wohlwollen überlebt haben. Es ist ja nicht schlimm, wenn man in den 1970ern jeden Film darauf abgeklopft hat, ob er auch brav die Revolution beförderte und der Arbeiterklasse diente. Schlimm ist, daß manch einer heute mit Steuergeldern nicht Forschung, Förderung, Sicherung von Dokumenten und Zeitzeugenberichten befördert, sondern sich auf eine Pro7-artige Simulation von schlecht kopierten Hollywoodritualen zurückzieht. Die genannten Arbeiten können ja Privatleute erledigen, genau jene Sammler, Fans und Publizisten, bei deren Erscheinen man nervöse Zuckungen entwickelt wie Herbert Loms Inspektur Dreyfus. Im Bedarfsfall appelliert man kurzerhand an den Idealismus dieser Spinner und Erbsenzähler, deren Texte und Filmografien man gern plündert, die aber sonst die Klappe halten sollen. Zuviel Sachverstand oder eigene Meinung sind hingegen konkrete Ausschlußkriterien, wer die Party durch Beharren auf philologische und/oder technische Maßstäbe und Grundsätze stört, muß draußen bleiben. Nach soviel Klagen aber zurück nach Berlin :) - absolutes Weltniveau beweist man dort gekonnt durch innovative Projekte wie den "Walk of Fame": http://www.wunschliste.de/index.pl?news&newsid=2662
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Bitte um Verzeihung, wenn ich als Ortsunkundiger nicht alles kapiere... Bedeutet das, daß - die vorher anstandlos für 35 und 70mm nutzbaren Pyrcon UP700 nicht wieder in Betrieb genommen werden, - die unzulänglich aufgearbeiteten DP70 mit allen Mängeln (Blendenfehler usw.) verbleiben, - dann noch nicht einmal die 70-mm-Umrüstsätze verfügbar sind, falls das "International" einmal eine Breitfilm-Veranstaltung durchführen möchte? Es kann ja wohl nicht Sinn und Ergebnis einer von Steuergeldern bezahlten Maßnahme sein, gönnerhaft im Scheinwerferlicht das 70-mm-Format abzufeiern und stillschweigend faktisch eine weitere Spielstätte abzuschaffen? Oder habe ich etwas falsch verstanden? :shock:
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Bestimmt kommt ein Verleih noch darauf, 50% pro Auge (bzw. Teilbild R/L) zu verlangen, ist ja doppelt so viel Bildinformation - vielleicht mit der Argumentation, daß der Kinobetreiber auch doppelt an den Concessions verdient ("Das zweite Auge ißt mit")...
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@jenz666 Danke für den Bunny-Link - einfach großartig! Erinnert mich an den russischen Zeichentrickfilm DIE HARD - der gesamte 1. Teil auf nur 90 Sekunden reduziert. Besonders gefiel mir der Nachspann! http://www.youtube.com/watch?v=OgfYX35ptI8
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Rebalancing-Filter kann im Einzelfall eine Lösung sein, ist aber keine "Wiederherstellung" in irgendeinem Sinne. Bei verblassten Kopien (tendieren in Richtung s/w, sind aber nicht rot oder pink) ist Filterung sinnlos, allenfalls ND-Glasfilter oder kontrolliertes herabsetzen der Lampenleistung verbessern den subjektiven Bildeindruck. Das Bild wirkt dann nicht mehr dünn und flau, an die Desaturierung gewöhnt man sich rasch. Bei dunkel- oder "weinroten" Kopien bringt die Filterung ebenfalls wenig, weil das Bild stark abgedunkelt wird. Sofern die Schwärzen des Filmbildes noch dicht genug sind, lieber Lichtleistung verringern oder ND-Filter verwenden. Farbfiltern ergäbe nur blaue Lichter und absaufende Schatten. Gut anwendbar ist der Rebalancing-Filter bei bräunlichen oder leicht rötlich gefadeten Kopien. Hier wird die Dichte verbessert und die Änderung der Lichter bleibt tragbar. Bei schrill pink oder orange gefadeten Kopien hilft m.E. nichts mehr (außer Umwandlung in Kunstinstallation mit Malen & Kratzen auf dem Material). Auf jeden Fall muß man es mit der jeweiligen Kopie und ohne Publikum ausprobieren. "Der Film hat Farbstich, hau mal Filter rein", so geht es nicht. Wo eine Änderung der Lichtleistung Anpassungsprobleme schafft (Überblendbetrieb), kann man optisch hochwertige ND-Filter aus Glas (z.B. Formatt, Tiffen) benutzen. Plexiglas, Scheinwerferfolien und bunte Glasperlen haben meiner Meinung nach im Strahlengang einer Filmprojektion nichts verloren... ;) Für Super-8-Kauffilme würde ich vor dem Kauf eines Rebalancing-Filters erst mal ein KB15-(Korrektur-Blau)Glasfilter billig bei eBay kaufen (Fotozubehör) und probieren, ob die Lichtleistung des eigenen Projektors überhaupt ausreicht - sofern's nicht ein Elmo oder Fumeo Xenon ist!
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Da der Begriff Bildästhetik fiel, sollte man bedenken, daß ein "Travelogue", bei dem die Kameraleute weitgehend mit dem vorhandenen Licht gestalten oder zurechtkommen mußten, nicht mit einem Spielfilm verglichen werden sollte, bei dem jede Einstellung durchgestaltet und eigens ausgeleuchtet wird. FLYING CLIPPER sollte man eher an THIS IS CINERAMA und anderen Effekt/Reisefilmen messen. Zudem war FC auch eine Art Test- und Demonstrationsfilm für das M.C.S.-70-Verfahren, so daß noch nicht alles hundertprozentig ausgereift sein konnte. Daß sich auch mit diesem Verfahren Todd-AO-Wirkung, also räumliche, ultrascharfe Aufnahmen) herstellen ließen, sieht man ja an ONKEL TOMS HÜTTE (1965). Zu den hier aufgelisteten Vorführmängeln fällt mir nichts mehr ein, außer daß ich froh bin, nicht für die BOUNTY-Vorführung eigens eine Mehdorn-Gedächtnisabgabe entrichtet und einen Tag geopfert zu haben. Daß gerade der Film, für den letzten Endes der ganze Pyrcon-vs.-DP70-Zirkus betrieben wurde, so unzulänglich präsentiert wurde, ist ein besonders bittere Pointe. :roll:
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Kleine Anekdote am Rande: Vorführer (Süddeutschland) erhält panische Anrufe, man suche dringendst jemanden, der sich 70-mm-Vorführung zutraue. Er nennt Referenzen für seine Festivalarbeit und erklärt sich bereit, an den gewünschten Terminen gen Norden zu reisen. Kurzfristig sagt man ihm ab, nachdem er auf Fahrtkosten (2. Klasse, Bahncard vorhanden) hinweist und um Stellung einer Übernachtungsmöglichkeit bittet. Wie gut, wenn ein A-Festival sich von solchen unmäßigen Forderungen unabhängig macht - das hier gesparte Geld kann man dann sinnvoller in die Leihmiete für zahllose Digibeta-und HD-Apparaturen stecken, wenn's mit der Serverlösung nit klappt. Und jetzt das große 70-mm-Quiz (Teil 1) Frage 1 (an Kenner der örtlichen Verhältnisse): Ist die Benutzung eines Fernglases zur exakten Scharfstellung von Filmbildern in der Hauptstadt nicht bekannt? Frage 2: Sind Fälle bekannt, in denen bei DP70-Maschinen durch Ausbau, Einlagerung und Neuinstallation selbsttätige Heilungsprozesse an jahrzehntelang bekannten Defekten eintraten? Wenn ja, bitte dem Vatikan zur Einstufung als Wunder zur Kenntnis bringen! Frage 3: Gibt es neben dem genormten Todd-AO-Format 1:2,21 auch noch die 70-mm-Sonderformate 1:1,95 und 1:2,35, und welche Spezialanamorphoten finden dabei Verwendung? Ich frage nur, weil mir auch das in "Bigger Than Life" erwähnte Format "Dimension 150 - 1:2" bislang nicht bekannt war... Frage 4: Können Klimawandel, Erdstrahlen oder Luftfeuchtigkeit Veränderungen bei digitalen DTS-Scheiben auslösen, in deren Folge ein Film in Berlin anders klingt als in Karlsruhe (Sonneneruptionen?), und was kann gegen die gefürchtete Bitschrumpfung getan werden? (stefan2, übernehmen Sie!) Frage 5: Gibt es grenzwissenschaftliche Erkenntnisse über die paranormale Fähigkeit, spontan den visuellen Eindruck von Filmkopien vorauszusagen, die noch über dem Atlantik schweben, und wäre ein Einsatz solch mental begabter Personen an anderer Stelle in Berlin (Wirtschaftsministerium! Bahnrevision!) nicht sinnvoller? Fragen über Fragen - der erste, der sie alle beantwortet, erhält wahlweise ein 70-mm-Startband oder ein Stück MEUTEREI AUF DER BOUNTY in original Ultra-Panavision 70 (Rot-Show!).
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Digitalprojektion in den TRAUMPALÄSTEN
magentacine antwortete auf LaserHotline's Thema in Digitale Projektion
Das stimmt, allerdings hatten Blowups in der ursprünglichen Form durchaus ihre Berechtigung: Obwohl ein Blowup z.B. von 35mm Panavision auf 70mm nicht mit einem "echten" 65/70mm-Film vergleichbar war, brachte es dennoch i.d.R. ein besseres Bild auf die Leinwand als eine 35-mm-Kopie desselben Films. Grund: Die Blowups der 1960er wurden meist direkt vom Kameranegativ auf 70mm Positiv kopiert, und das in Schrittkopierung (sehr, sehr langsam) und in Liquid-Gate-Naßkopiertechnik, die letzte Informationen aus dem Negativ herauszuholen vermochte. Die größere Fläche des Positivs ermöglichte höhere Lichtleistung bei der Projektion auf große und größte Bildwände, auch der Bildstand war stabiler. Wenn man noch die Mehrkanal-Tonwiedergabe hinzunimmt, so ergab das Blow-Up meist eine sichtbar bessere Qualität als 35mm. Daß aus Marketinggründen auf diese Weise die "Marke" 70mm verwässert wurde und dazu einlud, Filme aufzublasen, die nicht dafür geeignet waren, steht auf einem anderen Blatt. Bei den meisten Blowups späterer Jahre konnte ich eigentlich nur noch den Ton als Plus erkennen, während das Bild fast ausnahmslos von Duplikatmaterialien kam und manchmal sogar schlechter wirkte als die 35-mm-Fassung. Davon abgesehen: Wer DVDs als Filmkopienersatz im Kino spielt, sägt nur am eigenen Ast. Daran ändert auch ein verminderter Eintritt nichts, der Zuschauer sitzt im gleichen Saal und sieht bewegte Bilder auf gleicher Bildwand. -
Digitalprojektion in den TRAUMPALÄSTEN
magentacine antwortete auf LaserHotline's Thema in Digitale Projektion
Daß in der Praxis unter "geschickter Auslegung" der DCI-Norm die Bildwiedergabe auf Heimniveau heruntergebracht werden kann, um an Ausstattung und Technik zu sparen, wird z. Zt. bei film-tech.com diskutiert. Lesenswert: Projector Imager Areas and DCI Compliance http://www.film-tech.com/ubb/f16/t000307.html Wenn dann 1.85 mit 858 x 1587 Pixeln läuft oder gar alte Filme im Academy-Format mit stolzen 858 x 1180, da wünsche ich mir doch den guten 16-mm-Film oder wenigstens eine Eidophor-Projektion auf dem Stand von 1953 her...