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magentacine

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Alle erstellten Inhalte von magentacine

  1. Hier meine Eindrücke aus einer Vorführung in 2K-Digital-3D (Cinemagnum Frankfurt, ehemals IMAX Zeilgalerie): NIGHTMARE BEFORE CHRISTMAS ist als Animationsfilm (Puppentrick) auf 35mm gedreht und wurde für diese Wiederaufführung "3D-fiziert", unterscheidet sich also deutlich von Animationsfilmen, die bereits für stereoskopische Wiedergabe doppelt gerendert wurden. Der Effekt erinnert mich etwas an die alten ViewMaster-Scheiben zu populären Kinofilmen, wobei die Standbilder ebenfalls künstlich in Ebenen aufgeteilt waren und ein wenig wie Papiertheater wirkten. Eine Reihe von Effekten (Schneefall am Ende) sind wohl neu eingefügt, insgesamt vergißt man das 3D recht schnell, es fügt dem Filmerlebnis im Grunde wenig hinzu, nervt aber auch nicht weiter. Leider merkt man aber deutlich, daß NIGHTMARE nie für die Großformatprojektion und schon gar nicht für 3D gedacht und gemacht war - auch meine technisch nicht sehr interessierte Begleitung empfand das Seherlebnis als für die Augen anstrengend, was bei anderen 3D-Filmen (z.B. IMAX vormals im gleichen Saal) nicht wahrgenommen wurde. 1. NIGHTMARE leidet in sehr großer Projektion besonders unter dem Stroboskopeffekt der Stop-Motion-Animation, gerader Schwenks und rasche Bewegungen sind in 3D noch unangenehmer (Kameraflug am Anfang). Warum man bei der Digitalisierung nicht Bildphasen interpoliert hat, um eine glattere Bewegungsauflösung zu bekommen, weiß ich nicht, der Animation selbst hätte es nicht geschadet. 2. Die Kadrierung ist für 3D zu eng, auch die in 2D durchaus angenehme Schärfentiefe (Beispiel: der Doktor unscharf im Vordergrund, Sally im Hintergrund) wirkt oft desorientierend. Die künstliche Ebenenbildung stimmt zuweilen nicht, wenn Jack z. B. lesend vor seinem Kamin sitzt, scheint sein Hals weiter vorn zu schweben als sein Schädel - solche kleineren "Tiefendreher" gibt es des öfteren. 3. Der gesamte Film leidet unter zu geringer Auflösung und an teils starker Körnigkeit. Ich frage mich, ob man hier wirklich auf die Kameranegative der Animation zurückgegangen ist, oder ob man zum "3-D-fizieren" ein ausbelichtetes Negativ bzw. Interpositiv verwendet hat, in dem die digitalen Effekte (Licht, Feuer, "Zeros" Leuchtnase usw.) auf der Qualitätsstufe des Produktionsjahres 1993 bereits enthalten waren. Besonders auffällig ist das Korn in den Himmelhintergründen und im gelben Vollmond bei zwei Musiknummern. Die Musiknummer mit Sally im Nebel gegen Ende des Films ist extrem grobkörnig und unscharf. Die unzureichende Bildschärfe und teils störende Körnigkeit stört den 3D-Effekt leider erheblich. Schön die Idee, während des Nachspanns (Schrift unsauber wie in den meisten Roll-Credits) die Figurenentwürfe von Burton&Selick einfliegen zu lassen. Das alte Problem mit den Polbrillen bleibt auch bei Digital bestehen: Bei kontrastreichen Bilder mit hart beleuchteten Konturen gibt es "Ghosting". Ich habe drei Brillen durchprobiert und auch gerade gesessen, aber das Phänomen der Doppelkonturen ist und bleibt lästig. Einen wirklich langen Film möchte ich mit diesen Brillen, die auch schon eine gewisse Weichzeichnerwirkung hatten (vermutlich durchs Reinigen und unvermeidliche Verkratzen) nicht sehen. Die Projektion war okay, soweit ich das beurteilen konnte. Bildwandbedingt deutlicher Helligkeitsabfall zu den Bildrändern (bei mittiger Sitzposition), das projizierte Bild war etwas kleiner als die Bildwand selbst. Eine große Enttäuschung war der Ton! Dazu muß ich anmerken, daß ich NIGHTMARE eigentlich nur in der OV kannte, die gesangtechnisch und von der Mischung her ganz hervorragend und druckvoll ist. Die hier gezeigte deutsche Synchro klang dünn und kraftlos, der Gesang fiel gegen das Orchester ab. (Zu den klapprigen deutschen Texten und dem schwachbrüstigen Gesang, der intonations- und phrasierungsmäßig "keinen Arsch in der Hose hat", wie ein Musikerkollege drastisch bemerkte, sei nur gesagt, daß jeder, der NIGHTMARE als Musical mittelmäßig fand, sich einmal die OV anhören sollte!) Woran diese akustische Flachheit lag, kann ich nicht beurteilen, vielleicht ist die deutsche Mischung ja so lau. Die OV hat mich seinerzeit als SR-Analogkopie hat mich damals im ROYAL/MGM fast aus den Sitz geblasen! Fazit: Als Eindruck der 3D-Digitalprojektion unbrauchbar, da die Konversion auf von 35mm-Flachbild auf 3D nicht wirklich überzeugt. Immer wieder ein schöner Film, der aber im Grunde "durch" sein dürfte, da seit Jahren auf DVD und im Fernsehen immer wieder präsent. Ob der "added value" des Pseudo-3D hier Publikum zieht, weiß ich nicht, in der 18-Uhr-Vorstellung saß auch nur eine Handvoll Besucher.
  2. @Odiug: Nein, eher hier: http://de.wikipedia.org/wiki/Portal:Abk%C3%BCrzungen/Gebr%C3%A4uchliche_Abk%C3%BCrzungen "am angegebenen Ort" (hier auf den vorhergehenden Link bezogen) Lateinische Entsprechung wäre: c.l. = citato loco (am angegebenen Orte) Spaß für Abkürzungsfreunde bietet das WOXIKON, eine Datenbank für Abkürzungen und Akronyme: http://abkuerzungen.woxikon.de/ In diesem Sinne: u.A.w.g. ! :)
  3. Auf film-tech.com>Forums>Large Format>AMC To Install 100 IMAX Digital Units wird berichtet, daß es sich um zwei bis zehn gekoppelte 2K-DLP-Systeme handeln soll. Die Sony 4K-Geräte vertragen angeblich die für IMAX-Bildwände erforderliche Lichtleistung nicht. Näheres a.a.O.
  4. @oceanic schrieb IMAX MPX ist nichts Neues, dazu rein analog, da filmbasiertes "IMAX light"-System, das speziell für Installationen in Multiplexen gedacht war, eingeführt ... ;)
  5. Liliputkino schrieb: Eher die Ausnahme als die Regel, würde ich sagen. Selbst erlebt: - Kurzfilmnacht, die im Rhein-Main-Gebiet groß plakatiert wurde, Openair-Projektion auf einer Burgruine im Taunus ist angesagt. Man trifft ein und findet einen Mehrzwecksaal (Stil "Clubraum 1" 1977 eröffneter Bürgerhäuser) vor, in dem ein Beamer wartet. Auch auf Film gedrehtes wird nun von Video gezeigt. - Kurzfilmnacht eines "freien" Radiosenders in Frankfurt, findet statt am Mainufer. Mit Skyline war leider nichts, da Zuschauerbereich sichtgeschützt eingezäunt, dafür eine herrliche farbfalsche Beamerprojektion auf einer Bildwand, die nicht nur gut Streulicht von hinten bekam, sondern auch so tief angebracht war, daß die erste Zuschauerreihe für sämtliche anderen Besucher verdeckt wurde. DANN KAM DAS VIDEO MIT UNTERTITELN... :( Der autistische Charakter der Veranstaltung durch die Kombination von Besucherpferch, halb verdecktem Bild und Fehlfarben wurde noch gekrönt dadurch, daß man (technisch sehr gut funktionierende) Funkkopfhörer ausgeteilt hatte, um die oberhalb des Ufers residierenden Anwohner nicht zu stören. Bei Festivals und Openair-Präsentationen habe ich ja schon viel Mist mit klassischer Filmtechnik erlebt, aber seit der Beameritis und der Öffnung für alle "Bewegtbildmacher", die beim Saturn in die Videokamerabt. getaumelt sind und nach dem roten REC-Knopf gefragt haben, verzichte ich auf die "gutgemeinten" meist lokalen Festivals lieber ganz, zumal sich viele erfahrene Präsentationsprofis aus dem Bereich zurückgezogen haben. Die Kombination von "billig muß es sein", unprofessioneller Planung und völliger Immunität gegen gröbste Bild- und Tonfehler bei den Veranstaltern sowie die Haltung "Ich bin Künstler, laßt mich mit der Technik in Ruhe" jener "Filme"macher, die dann mit selbstgebrannten, normwidrigen DVDs auf Billigst-Rohlingen (mit goldenem Edding beschriftet) anwackeln, bleiben nicht ohne Folgen. Ein aktueller Bericht zu den Geniestreichen einiger Festivalmacher, bei genauem Lesen (natürlich wie immer von der FR auf "neutral und weichgespült" formuliert) ist da jeder Kommentar überflüssig: :roll: "Ein Vertrag ist ein Vertrag" http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/?em_cnt=1255049 P.S.: Ein Kollege weist mich soeben darauf hin, wie unrecht ich vielen "Kreativen" getan habe, daher sofort die Korrektur: Seit es den Canon IP4200-Drucker unter €90 gab, sind selbstverständlich alle DVDs entweder mit einem grünstichigen Selbstporträt der FilmemacherInnen oder einem beliebigen Handyfoto mit kleingeschriebenem Text in einer exotischen Schrift bedruckt - davon hat der Besucher natürlich wenig, es sei denn, die Scheibe wird im Publikum herumgereicht. Technische Daten, Laufzeiten oder technische Extravaganzen (Ton muß nach 5 Minuten leiser gedreht werden) stehen natürlich nicht drauf, die erklärt die Freundin des Filmemachers 1 Minute nach Beginn der Vorführung dem Vorführer (schade, daß sie nur lettisch spricht... ;) )
  6. heiko schrieb: LEBENDE BILDER EINER STADT war mal bei Wohlthat "für 'n Heiermann" billig zu haben, aber dementsprechend schnell ausverkauft. Im oben verlinkten Online-Shop ist es für € 10 zu haben. :wink:
  7. ONKEL TOMS HÜTTE (1965) FLYING CLIPPER- TRAUMREISE UNTER WEISSEN SEGELN (1962) OPERATION TAIFUN, (1967 in 3-D-70mm) OLD SHATTERHAND (1964) DER KONGRESS AMÜSIERT SICH (1966) DEFA 70 (Kurzfilm) TOUR EIFFEL (Kurzfilm) Kopienlage unterschiedlich.
  8. Da ich per Mail mehrfach nach dem irgendwo im Thread erwähnten Buch über Frankfurter Kinogeschichte gefragt wurde, hier noch ein Link (zum MGM/Royal steht allerdings wenig drin, dafür ein Verzeichnis aller Kinos, die in Frankfurt existierten - Stand 1994): "Lebende Bilder einer Stadt", Rudolf Worschech, Michael Schurig, Thomas Worschech (Red.), 1995, 390 S., 400 Abb., ISBN 3-88799-050-1. € 10,-- http://shop.strato.de/epages/61390111.sf/de_DE/?ObjectPath=/Shops/61390111/Products/b_0112
  9. Bilder von @albertk - reloaded:
  10. @cinerama: "Vorbei" meint hier nicht den Ort Kino an sich. Ich bin nur erleichtert, nicht weiter dem von Uringestank und wilder Plakatierung begleiteten Verfall eines Ortes zusehen zu müssen, an den sich für mich viele persönliche Erinnerungen knüpfen. Als ich heute am frühen Abend durch die schwach beleuchtete Schäfergasse ging, sah ich zunächst die Absperrgitter, dann durch die Einfahrt einen geparkten Bagger, der wohl von hinten am Saalgebäude arbeitet, erst dann bemerkte ich, daß die Glasfront, das Marquee-Vordach und die Verkleidung des Mauerwerks bis in Höhe des 2. OG entfernt waren. Bei Tag hat man nun einen Einblick ins Foyer und die schräge Betondecke, die die Basis des Balkons bildet, kann vermutlich bis zum Saalende durchblicken. Das Sterben des MGM/Royal als Filmtheater und Architektur hat sich so lange hingezogen, daß ich außer der plötzlichen Überraschung, daß es tatsächlich soweit ist, nichts mehr empfinde. Auch frage ich mich, für wen außer mir selbst ich denn um Traditionskinos trauern sollte, das Publikum ist mit Multiplexen, LCD-Fernsehern und gepixeltem Digital-TV offensichtlich vollauf zufrieden und wird, wie uns hier immer wieder mit deutlichen Worten erläutert wird, auch die total digitalisierten Filmlandschaft nichts vermissen, was verschwunden ist. Die Dinge ändern sich, und wenn ich durch diese Stadt gehe, fallen mir vermehrt Dreck, allgemeine Rücksichtslosigkeit und Brutalität der Sprache auf. Die Kommunikation läuft im Pidgindeutsch oder in den Phrasen der Fernsehserien, und zwischen Ü30-Party, Tabledance-Bar für den JunggesellInnenabschied und Bahnhofsviertel ist für reichhaltiges Kulturangebot gesorgt. Für die einerseits nostalgische, andererseits idealisierende Idee des Kinos als Film-Theater ist da kaufmännisch, aber zunächst einmal ideologisch kein Platz mehr. Was einer nicht kennt, vermißt er nicht. Das gilt für das Kino ebenso wie für die nicht mechanisch reproduzierten Kunstformen Theater, Oper, Konzert, nur daß es keinen gesellschaftlichen Konsens gibt, Kinos wie Opernhäuser zu bauen oder zu erhalten. Jede Kritik an Veränderungen wird zunehmend als Nestbeschmutzung und Zersetzung empfunden - zum Beispiel daran, daß Frankfurt seine lesenden Bürger in der neuen Zentralbibliothek in eine Art abwaschbarem Plastik-Knast pfercht, gegen den jede McD-Filiale ein gemütliches Lesecafé darstellt. Einem zentralen "Wachturm" fehlt nur noch das MG-Nest à la GESPRENGTE KETTEN, um die Focault-Assoziationen unter dem Stichwort "Überwachen und Strafen" zu ergänzen. Aber genug der rückwärtsgewandten Zersetz- und Ätzkritik! Da ich wohl den Moment versäumt habe, rechtzeitig "abzukratzen", wie hier an anderer Stelle empfohlen wurde, beende ich meine Einlassungen in diesem Thread und harre der strahlend schönen Zukunft.
  11. Letzte Meldung: Der Abriß läuft. Gut, daß es vorbei ist.
  12. Falls Ultraschall-Geräte für Polyesterfilm gemeint sind - bitte sehr, bitte gleich: http://www.metricsplicer.com/3001.html http://www.hollywoodfilmco.com/Splicer.htm Vor Einholen des Preises hinsetzen. Ganz selten tauchte mal bei eBay so ein Metric-Splicer auf, ging aber auch nicht für Taschengeld weg.
  13. Ich bin skeptisch bei allen Visionen, die Kino in einen "Angebotsmix" einbetten wollen, um den Zuschauer anzulocken. Es läuft dann letzten Endes doch auf das alte Shopping-Mall-Konzept amerikanischen Typs heraus, in dem das Kinoerlebnis zwischen Fitness, U-Elektronik, Erlebnisgastronomie und Disco quasi eingerührt wird. Passende Gastronomie zum sozialen Beisammensein vor oder nach dem Film ist m. E. die einzig wirklich dem Kino zuträgliche Kombination. Ein Kinoerlebnis, das sich vom Filmerlebnis (per Handy oder LCD-Großbild) wirklich abhebt, besteht - in erstklassiger technischer Präsentation des Films, dazu sage ich nichts mehr; - in einer auf das Filmerlebnis hin gestalteten Architektur, was wohl das größte Hindernis sein dürfte: - in guten Filmen, die dem Publikum mehr geben als der übliche Einheitsbrei, der wie Industrieessen irgendwann nicht mehr "schmeckt"; - in angenehmer Atmosphäre, wobei eine stärkere Differenzierung einzelner Kinos nach Alter und Zielgruppe sinnvoll wäre. Herr Kosslick kann ja anhand einiger exemplarischer Berlinale-Präsentationen der Welt mal zeigen, wie er sich Kino heute und in Zukunft vorstellt! Der von K. angedeutete Servicegedanke (Wäscherei!) läuft allerdings für mich ein bißchen neben der gesellschaftlichen Realität her, atmet ein wenig den Geist des 1990er-Jahre-Gedankens, daß wir irgendwann alle gar nichts mehr proudzieren, sondern von den gegenseitig geleisteten Servicetätigkeiten leben. Es gibt sicher eine Schicht von jungen Zeitweise-Gutverdienern, die es begrüßen würde, ihre Wäsche nach dem Kino vom Servicepersonal ans Auto gebracht zu bekommen (dank "Valet-Parking" bereits vorgefahren) und den Geigenkurs fürs Kind online mit dem Filmbesuch buchen zu können, aber ich denke, die meisten Kinopraktiker mit Besucherkontakt und Gastronomen werden mir zustimmen, daß die Kaufkraft für Zusatz- und Bonusleistungen, wie Herr Kosslick sie sich vielleicht vorstellt, eher begrenzt ist. Manche Serviceangebote können in unserem System nicht so billig werden, daß sie gleichzeitig menschenwürdige Entlohnung für den Erbringenden auf der einen und niedrige Hemm/Kaufschwelle für den Leistungsnehmer vereinigen. Beispiel: Naßrasur für Herren ist beim Friseur heute zwar noch möglich, aber eine xotische und teure Zusatzleistung, die oft nur unwesentlich billiger ist als ein Herren-Haarschnitt. Daher nimmt sie kaum jemand in Anspruch (nicht mal bei den "preisdrückenden" türkischen Coiffeuren in unserer Multikultistadt). Als Nichtwirtschaftsfachmann würde ich mal darauf tippen, daß früher die Arbeitsleistung des Raseurs Hauptkostenfaktor war, während es heute vermutlich die grotesken Ladenmieten und Steuerabgaben sind. Also lohnen sich bestimmte Dienstleistungen nicht mehr, es sei denn, als Gag oder teurer Spaß für Reiche. Daher glaube ich persönlich nicht, daß zusätzliche Service-Bespaßung dem Kino weiterhilft. Es sei denn natürlich, daß man mir eine serviceorientierte 8-Uhr-Frühvorstellung mit täglich wechselndem Wenders-Film bietet und ich im nach ca. 180 Filmmetern einsetzenden Tiefschlaf perfekt rasiert werde! :)
  14. @sedmikrasky Nein, der Folterknecht muß ein anderer gewesen sein - ich bin fast immer nett zu Vorführern, es sei denn, sie versuchen mir zu erklären, daß das Bild halbseitig unscharf ist, "weil das ein Dolby-Film ist". ;) @Brillo: Ein Kulturschock ist für mich allenfalls (aber immer aufs Neue), was seit Jahren von Verleihern und - manchen - Kinobetreibern dem Besucher zugemutet wird. Davor schützt auch keine digitale oder museale Vorführpraxis, siehe das lachhafte Digitalmaster von RIO BRAVO oder - schlimmstes neueres Beispiel analoger Kopierwerksarbeit: Die entsetzlichen Verleihkopien von DENN SIE WISSEN NICHT, WAS SIE TUN mit zerstörter Farbe, asymmetrisch beschnittenem 2.55>2.35 Scopebild und Schärfe unterhalb 16-mm-Niveau.
  15. How to do it: Schritt 1 Veranstalte eine Vergleichsprojektion 35mm vs. DCI 3D Schritt 2 Sorge dafür, daß die 35-mm-Kopie mit unscharf maskierten Rändern und nicht richtig scharfgestellt läuft, auch die Ausleuchtung sollte etwas dezentriert wirken. Schritt 3 Die Digitalprojektion sollte hell, sauber maskiert und optimal eingestellt sein, bei 35mm behalte einfach den Standard bei, den das betreffende Kino seit 20 Jahren notdürftig hält. Schritt 4 Zeige einen computeranimierten Film, der wirkt digital logischerweise immer am beeindruckendsten, fast so schön wie auf der DVD. Schritt 5 Erkläre der Presse und den Gästen, daß nun endlich dank Digital alles perfekt ist. Hinweis: Nur, weil ein Dienstleister sich nach Sektmarke anhört, muß eine Veranstaltung noch keine reine Schaumschlägerei sein. :lol: :lol: :lol: :lol: :lol:
  16. (falscher Standort, daher editiert)
  17. @Brillo: Grundsätzlich stimme ich zu, daß man sich mit dem Gegenstand seiner Arbeit nachhaltig befassen sollte, und sicher ist jemand, der sich für das Handwerk und das Zustandekommen von Filmen interessiert, einem "booth monkey" (BWR-Affen) vorzuziehen. Aber welchen Erkenntniswert und welchen Nutzen hat es für Filmvorführer und/oder Kinobetreiber, eine Auseinandersetzung über Codecs der Red-Kamera zu verfolgen? Weder gibt es aktuell einen Film, dessen Bilder man beurteilen bzw. von dem man auf die Aufnahmetechnik rückschließen könnte, noch hat irgendein Kino mit diesem Gerät irgendetwas zu tun. Das hat mit Digital oder Analog nichts zu tun, es träfe z.B. auch auf die berühmt-berüchtigte "Todd-AO-35"-Ellipsendiskussion zu, wenn sie nicht im Nostalgieforum und an konkreten Filmbeispielen geführt worden wäre. Diskussionen darüber, was ein Codec ist oder ob ein Kameramann fälschlich ungeeignete Betafirmware verwendet hat, führen meienr Meinung nach hier nicht weiter, zumal es auf Glauben oder Nichtglauben hinausläuft.
  18. Und mit digitaler Projektion hat das alles rein gar nichts zu tun. Wenn die Firma Red einen 4-K-Projektor zu einem Bruchteil des Sony-Preises anbietet, bin ich irgendwie ganz zuversichtlich, daß oceanic uns großzügig darüber informieren wird. Ich finde format- und aufnahmebezogene technische Fragen (ob analog oder digital), sofern sie nicht in Bezug zu einem bestimmten Film oder irgendeinem anderen Punkt der Distribution/Aufführung stehen, sollten auf einem dafür geeigneteren Forum verhandelt werden. Für RED-Diskussionen sind cinematography.com oder das Red-Forum selbst sicher besser geeignet. Mit der Kinopraxis, der Aufführung und Rezeption einzelner Filme und auch DC hat das soweit nichts zu tun. Da ja auch der erste RED-Spielfilm in unseren Kinos noch aussteht, verlegt doch die Diskussion dorthin, wo sie besser aufgehoben ist. Oder diskutiert man am liebsten dort, wo man des Widerspruchs sicher sein kann?
  19. Artikel darüber: http://www.fr-online.de/frankfurt_und_hessen/nachrichten/hessen/?em_cnt=1239658 Internet-Homepage: http://www.viseum-wetzlar.de/
  20. Tja, so lange es uns nicht gelingt, mit einem Schrieber Gleichrichter 1 punkt 1 Gigawatt in den Fluxkompensator zu pumpen, wird nichts anderes übrigbleiben, als das eine zu tun, ohne das andere zu lassen: Historische Kopien vergleichen und Gedrucktes aus der Zeit der Produktion/EA zu vergleichen! Ich hatte geschrieben Damit wollte ich nicht sagen, daß die Verzeichnungen aller bei Todd-AO und Super-Panavision verwendeten Weitwinkel identisch seien, sondern daß bei allen Breitfilm-Weitwinkelaufnahmen unterhalb einer gewissen Brennweite (ich schätze mal 40mm) auf gewölbten Bildwänden verschiedenster Geometrie (Original-Cinerama, D-150, Einstreifen-Cinerama, Torus-Bildwände wie "Ultrascreen" (mit Luftunterdruck) eine teilweise oder weitgehende "Korrektur" (oder Scheinkorrektur, wenn Du willst) erfahren können, so daß es wie beabsichtigt wirken kann. Eine Todd-AO "Bugeye"-Aufnahme (Bahnhof in OKLAHOMA oder Militär-Landemanöver in SOUTH PACIFIC hat - wie von Dir bereits korrekt bemerkt - eine andere Charakteristik als etwa die Handkameraaufnahmen in 2001: A SPACE ODYSSEY oder Eva-Marie Saint im Taxi in EXODUS. Leider kann ich mich überhaupt nicht mehr daran erinnern, wie der weitwinkelige Anfang von BRAINSTORM (Labortest) auf der gewölbten Bildwand des Frankfurter MGM/ROYAL wirkte - wobei hier allerdings eine ungünstige Steilprojektion hinzukam, was weitere Verzerrung einführte.
  21. cinerama schrieb: In der Tat, das Scaife-Zitat ist irreführend. Die Erinnerungen von Kameraleuten (und Regisseuren!) sind leider sehr, sehr oft lückenhaft, technisch komplett falsch oder irreführend. Fairerweise muß muß man bedenken, daß gerade Spezialprozesse (Breitfilm/format, 3D usw.) in der Laufbahn eines Kameramanns meist nur eine kleine Facette seines handwerklichen Schaffen ausmachen, außerdem verwischen sich die Erinnerungen an wechselnde Format- und Prozeßbezeichnungen im Lauf der Jahre. Bei Edward "Ted" Scaife war 70mm nur eine Fußnote in seiner von 1944 bis 1979 reichenden Filmografie, nämlich bei KHARTOUM 1966 und dem 35>70 Blowup zu THE DIRTY DOZEN im Jahr darauf, man kann also nicht erwarten, daß er sich an jedes Detail erinnert. (Scaife ist auch Kameramann meines Lieblings-Horrorfilms NIGHT OF THE DEMON von 1957, empfehle sehr die DVD, allein die atemberaubende Kameraarbeit in Schwarzweiß lohnt den Kauf!) Es gab weder für Ultra-Panavision noch für die sphärischen 65/70mm-Formate Aufnahmeobjektive, die eine abweichende Kompression der Randzonen erzeugten. Die Verzeichnung kurzbrennweitiger Objektive bei Todd-AO und Super-Panavision kann auf bestimmten Bildwänden den Anschein erwecken, die bildwinkelbedingte Verzeichnung werde "passend" aufgehoben, das sind aber reine Zufallsprodukte. Wie man an der "Camera-65"-Fassung von BEN-HUR sehen konnte, wurden anfangs keine ausgesprochenen Weitwinkelobjektive eingesetzt, um die Konstruktion der 1.25x-Anamorphotelemente nicht zu erschweren. Spektakuläre Effekte à la Todd-AO und Super-Panavision (vgl. Passepartout auf dem Hochrad, "Schienensegler" in AROUND THE WORLD IN 80 DAYS oder Autoszenen in EXODUS, Einreiten auf Marktplatz in THE AGONY AND THE ECSTASY) gibt es bei den frühen UP-Filmen nicht. Bis zu KHARTOUM scheint da noch etwas an Aufnahmeoptik hinzugekommen sein, ich meine doch einige Weitwinkelbilder mehr gesehen zu haben als in BEN-HUR oder BOUNTY. Dem müßte man mal nachgehen... Meiner Erfahrung nach muß man bei historischen Filmprozessen immer mehrere Quellen abgleichen, zeitgenössische Angaben sind i.d.R. brauchbarer als später gemachte Aussagen, aber selbst in Fachzeitschriften steht eine Unmenge an irreführendem Zeug (Beispiel: im AC-Artikel zu EL CID wird zwar korrekt Technirama beschrieben, die Bildbeschriftungen sprechen aber immerzu von der "70-mm-Technirama-Kamera", obwohl 70mm erst bei der Herstellung der Vorführkopien ins Spiel kommt). Zwei nette Beispiele, dokumentiert vom American Widescreen Museum: http://widescreenmuseum.com/widescreen/bausch+lombad.htm Die Anzeige liest sich so, als sei THE ROBE mit den tollen neuen Bausch&Lomb CinemaScope-Objektiven gedreht worden! Das ist falsch, verwendet wurden ebenso wie für BENEATH THE TWELVE MILE REEF die (zwei am wenigsten unbrauchbaren) uralten Hypergonar-Vorsätze aus den 1930er Jahren, die man von Prof. Chretien gekauft hatte. Schön auch das zweite "Forschungsabteilungsbild", das Martin Hart treffend kommentiert: "You can trust no one, can you?" http://widescreenmuseum.com/widescreen/wingcs5.htm das macht das Abschreiben und Auflisten à la Carr&Hayes so gefährlich, weil sich dann falsche Angaben im Lauf der Jahre schneeballartig vervielfachen. @ McKenzie: 70mm-Kopien von Technirama-Negativen wie bei EL CID sind eher Formatwandlungen als Blowups, da die Fläche des großformatigen 8-perf 35-mm-Negativs (querlaufend!) nur unwesentlich kleiner als 65mm ist. Der Begriff Blowup ist zwar technisch korrekt, aber insofern leicht irreführend, da andere Blowups auf 70mm von kleineren Formaten stammen und i.d.R. eine sichtbar geringere Bildqualität aufweisen.
  22. magentacine

    US-"Fischerleuchte"

    Die Anzeigetafeln findest Du unter der Bezeichnung "Marquee" oder "marquee sign", ggf. in Kombination mit "movie" oder "cinema". Vorschläge: http://www.geminisigns.com/signletters/changeable-copy.htm http://www.signletters.com/ http://www.signletters.net/ dann unten auf die einzelnen Typen (z.B. "slotted letters") klicken.
  23. Das war auch zu einer Zeit, als er noch unter dem Pseudonym Peter Bohlen komponierte, später nannte er sich dann Dieter Thomas Heck! ;) Scherz beiseite, ich bin sehr gespannt, irgendwann die MCS-70-Fassung von DER KONGRESS AMÜSIERT SICH zu sehen, an dem ja Herr Thomas auch tonsetzerisch tätig war! Mit Walzern kann man eigentlich weniger falsch machen. Fairerweise sei erwähnt, daß P.T. 1961 und 1963 den Deutschen Filmpreis für seine Musiken zu den Will-Tremper-Filmen FLUCHT NACH BERLIN und DIE ENDLOSE NACHT (alias NACHT ÜBER TEMPELHOF) erhielt, letzteres übrigens ein schwarzweißer UltraScope-Film, den ich leider noch nie gesehen habe und der seine Premiere in der großen Abflughalle des Flughafens hatte.
  24. @Brillo: Bei BEN-HUR und EL CID war das Verblassen so fortgeschritten, daß auch eine Filterung nichts mehr gebracht hätte, nur die weißen Lichter wären blau geworden. KAISERLICHE VENUS und ONKEL TOMS HÜTTE waren eher ins Golden-Bräunliche abgedriftet, hatten aber noch akzeptable Dichte des Bildes - Filter hätte hier auch wenig gebracht. 2001 habe ich nicht gesehen, von TARAS BULBA nur wenige Minuten, die allerdings auch fast monochrom wirkten. EISSTATION ZEBRA hatte etwas an dichte verloren, was aber aufgrund der ursprünglich dunklen Bilder zu verschmerzen war. Eine Kopie mit dem Farbstoff-Fading, das auf Filterung gut anspricht, war m.E. nicht dabei. Wenn man mehr Zeit hat - was bei einem Festival mit so rascher Vorstellungsfolge nicht der Fall ist - kann man oft den Bildeindruck durch Anpassen der Lichtleistung verbessern. Habe das schon mehrfach gemacht, die Lampenleistung wird abgesenkt, bis die Schattenpartien nicht mehr transparent wirken. Subjektiv besserer Kontrast- und Schärfeeindruck kann das Ergebnis sein.
  25. Technisch beeindruckend war - bis auf wenige Szenen/Einstellungen - ONKEL TOMS HÜTTE. Die Innenaufnahmen haben teilweise einen richtigen Todd-AO-Look, was durch die relativ gut erhaltenen Farben noch unterstrichen wurde. Der Film selbst ... *räusper*, also, Herbert Lom sehe ich immer mit großem Vergnügen, und selbst O.W. Fischers Darstellung (der mir persönlich sonst immer Zahnfleischbluten verursacht) fand ich völlig in Ordnung. Vielen Darstellern scheint der Regisseur auch nicht gesagt zu haben, welche Szene herade gedreht wurde, weshalb sie etwas teilnahmslos in der Szenerie herumstehen. Die Filmmusik allerdings grenzt an Körperverletzung, eine echte Ohrenpest irgendwo zwischen Schlagerparade und Hörsturz einzuordnen. Sehr lustig auch, daß Eartha Kitt groß auf dem Plakat angekündigt wurde und dann gerade mal ein paar Takte im Nachspann singen darf. :) In den USA nahm der Exploitation-Papst Kroger Babb die Sache in die Hand und bearbeitete das Werk ein wenig: Die Richtung ist wohl klar! Mehr über Kroger Babb: http://en.wikipedia.org/wiki/Kroger_Babb
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