Problematisch ist vor allem die Tatsache, dass vieles, was uns heute erhaltenswürdig erscheint, zum Zeitpunkt der Erstellung keinen hohen Wert hatte. Harry Piel ist hier das beste Beispiel. In den 90er erinnerte man sich in meiner Heimatstadt Bremerhaven, dass Piel in 1932 den Film "Das Gespensterschiff" in dieser Stadt gedreht hatte. Nachdem eine Archivkopie aufgetaucht war, konnte der Film restauriert und wieder aufgeführt werden. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte sich 60 Jahre niemand für den Film interessiert.
Bei den meisten Filmen, speziell Dokumentationen, gibt es ein "Interessensloch". Sie sind von Relevanz zum Zeitpunkt der Erstellung. Die nächsten 20-40 Jahre sind sie uninteressant und damit wertlos. Entsprechend schlecht sind die Lagerbedingungen: Dachboden, Keller, bestenfalls Archiv. Bei digitalen Trägern würde sich niemand die Mühe einer Umkopierung machen. Erst nachdem das Interesse wieder gestiegen ist werden die Bedingungen der Aufbewahrung besser. Für einen digitalen Träger kann es dann allerdings schon zu spät sein.