-
Gesamte Inhalte
7.772 -
Benutzer seit
-
Letzter Besuch
-
Tagessiege
200
Inhaltstyp
Profile
Forum
Galerie
Alle erstellten Inhalte von Film-Mechaniker
-
Habe selber schon mit Kern-Paillard-Stereo gefilmt, die Originale liegen in Dosen irgendwo im Lager. Das Bild ist nur leicht hochformatig, man kann sich, was nach meiner Vermutung auch die Absicht war, quadratische Bilder einrichten. Es gab spezielle Bildwände von Paillard, Herstellerin ?, im Hochformat von 1,3:1. Ich finde, Stereo-Film und quadratisches Bild passen gut zusammen.
-
Das kenne ich aus erster Hand, war mal beim Produzenten in der Dachwohnung am Zürcher Bahnhofplatz, Ernst Heiniger. Ich meinte einfach kreisrunde Bilder auf der Wand. Keine Diskussion über Seitenverhältnisse :twisted:
-
Stimmt nicht. Es gab kein ursprüngliches einziges Bildformat. Le Prince’s Aufnahmen von 1888 sind quadratisch, die von Bouly 1892 sind noch nicht abgeklärt, die von Démény 1893 2:3, die von Moisson-Lumière-Carpentier 1894-95 4:5. Dickson wählte 3:4, beim Biograph jedoch 4:5. Aus der Kamera Lauste-Latham von 1895 kamen Bilder im Seitenverhältnis 1:2. Erst 1909 wurde 3:4 zur weltweiten Norm erklärt. Ich verstehe Sir Tommes gut. Klar war das ein Witz. Was fehlt, sind runde Bilder, oder gibt es einen solchen Film?
-
Kodak Plus-X entwickeln. (reversal film 7276)
Film-Mechaniker antwortete auf Sandro Proske's Thema in Schmalfilm
Die Empfindlichkeitsangabe ist schlichtweg falsch. PXR ist panchromatisch sensibilisiert, Tageslicht hat die stärkere Wirkung als Glühlampenlicht, das wesentlich weniger kurzwellige Anteile besitzt. PXR 7276 ist im Tageslicht auf ISO 50 zu belichten, bei Kunstlicht um etwa ein Drittel weniger: ISO 40. Ich wiederhole hier zum 563. Male: PXR und TXR sind leicht angepaßte Negativ-Emulsionen auf Grauträger. Man kann diese Filme problemlos zum Negativ entwickeln, wobei sie um etwa eine Blendenstufe reichlicher zu belichten sind. Man kann sie umkehren. Die feinen Unterschiede in den hellsten Lichtern bleiben allerdings vom in der Masse grau gefärbten Träger verdeckt. Der Niedergang von Eastman-Kodak begann mit diesen Murks-Produkten 1957. Bis dahin stellte die Firma anständige Schwarzweiß-Umkehrfilme und tolle Schwarzweiß-Vergrößerungspapiere her. -
Die Liste der Agfacolor-Filme ist von Gert Koshofer. Auffällig gleich zu Beginn ein Fehler, Agfacolor-Neu von 1936 bis 1938 und Agfacolor später. Das muß doch umgekehrt sein. Goebbels tobte, als er braunes Gras sah. Ansonsten immer wertvolle Informationen
-
Die wahre Haltung des Reparateurs
-
Wir müssen die Frage etwas einschränken, denn es gibt Schwarzweiß- und Farbenfilme, wenig empfindliche und hochempfindliche, Negativ- und Umkehrmaterialien. Es kann nur ein und dasselbe Material in zwei Formaten verglichen werden. Doppel-8 ist günstiger, weil man es in halber Länge kauft. Die doppelte Breite fällt weniger ins Gewicht. Beispiel Orwo UN 54 bei Wittner: 25 Fuß, netto, in Doppel-8 kosten € 42,90, die 15-Meter-Super-8-Kassette € 41,65. Daraus resultieren 50 Fuß Normal-8-Film mit 4000 Bildern bzw. 50 Fuß Super-8-Film mit 3600 Bildern. Auf 3600 Bilder gerechnet kostet Normal-8 € 38,61. Bei Positivfilm sieht es so aus: Orwo PF 2 von Kahl kostet als Doppel-8-Portion € 9,25, als DS-8 ebenso. Nach Anzahl Bildern wieder Normal-8 günstiger. Bei den Farbfilmen ist sowieso alles zu teuer. Wenn man die Bildfläche als Rechengrundlage heranzieht, hebt der Längenverlust den Flächengewinn von Super-8/Single-8/DS-8 mit etwa 35 Prozent auf, d. h. der Längenverlust ist 10 %, der Flächengewinn 45 %. Ohne technische Einzelheiten zu berücksichtigen, kann man Super-8 also auf eine um 45 % größere Bildwand spielen. Das wären statt z. B. 90 auf 120 cm bei Normal-8 ungefähr 108 auf 144 cm für Super-8. Mit technischen Einzelheiten komme ich zum Schluß, daß nur bei DS-8 und der Logmar-Kamera für Kassette vergleichbare Verhältnisse vorliegen. Bildstand, Planlage und damit Schärfenleistung sind beim originalen Super-8-System mit Unsicherheiten behaftet. Single-8 leistete technisch bessere Schärfe, DS-8 ist wie Doppel-8 mit 16 vergleichbar. Nicht ohne Grund gibt es die GK-Platte und die Logmar.
-
Nach geschätzt 55 Jahren könnte die Aufwicklung etwas Pflege vertragen. Nun ist die Kamera abgestürzt, ich würde sie entsorgen. Es gibt noch viele andere 8-mm-Kameras.
-
stadtflimmern: 3 Tage, 40 Projektoren - und die Rückkehr der 70er Jahre
Film-Mechaniker antwortete auf Jürgen Lossau's Thema in Schmalfilm
Nicht um jemandem die Freude zu verderben, sondern im Gegenteil zu helfen: Es kann sich lohnen, bei den Projektoren die Rückwand abzunehmen und einen Blick auf die Motorenaufhängung zu werfen. Man sieht ja zunächst nur das eine. Wenn diese(s) trapezförmige(n) Plastikteil(e) sich in Auflösung befindet/n, droht Ausfall des Apparates. Wenn es zerbricht, wird der Motor nicht mehr gehalten, es gibt keinen oder kaum mehr Andruck der Antriebsscheibe auf die gummierten Abtriebsscheiben. Auch beim nicht mit dem elektrischen Netz verbundenen Projektor von Hand die Antriebsscheibe gedreht, sagt etwas aus. Wenn der Motor sich nicht relativ leicht durchdrehen läßt, ist die Schmierung nicht mehr gut. Gefahr droht, daß die Motor- lagerung trockenläuft. Dann geht nichts mehr. Leider kann man von außen kein Schmiermittel einbringen. Die übrigen vier Lager der Hauptwelle kann man hingegen ölen. Reserve-Projektoren sind mein Rat. -
Ja, ist es. Vor dem Trennen der Einheiten macht man mit einer Reißnadel durchgehende Marken, damit man bei Zusammenbau die Ausrichtung wieder hat. Die Linsen oder Linsengruppen erst in einem Spülibad mit ganz weichem Schwamm oder noch besser mit bloßen Fingern waschen, dann wie ein Trinkglas sanft abreiben. Beim Einbauen Fingerlinge tragen und etwaige Fettspuren mit Aceton und weichem Klopapier oder Watte entfernen. Fusseln mit Gummibirne wegblasen Die Linsen können nicht anders als wieder an ihren Platz zurückkommen, doch dazu muß man sie in der Fassung und auf den Zwischenringen hin- und herdrehen, verdrehen. Das macht man mit den Fingern in Fingerlingen. Nach Anziehen der Befestigungsringe oder was es ist wie beschrieben sauber machen. Die Metallteile selbstverständlich auch alle putzen und danach auf Fehler untersuchen. Es kann vorkommen, daß irgendwo eine Braue aufsteht, derentwegen eine Linse vielleicht nicht ganz richtig gesessen hat. Man kann da einige Überraschungen erleben. Lupe, Fingernägel, Zahnbürste, Aceton. Befestigungsringe haben oft Radialnuten. Ein passender Spanner kostet nicht viel Geld. Wenn Pilz gewachsen ist, hilft nur Neukitten. Ob es das einem wert ist, muß man selber wissen.
-
Auflagemaß und Brennweiten
Film-Mechaniker antwortete auf Friedemann Wachsmuth's Thema in Schmalfilm
Lieber Stefan, du darfst nicht so pauschal aussagen: Bei einem Teleobjektiv treffen die Lichtbündel in einem deutlich steileren Winkel auf den Sensor, als bei einem kurzbrennweitigen Objektiv (Zitat von deiner Webseite). Du läßt einfach die Blende weg. Wie jedermann leicht selber nachvollziehen kann, sind die Winkel der Lichtkegel von Weitwinkel-, Normal- und Teleobjektiven bei gleichem Öffnungsverhältnis gleich. Beispielsweise WW 1:2, N 1:2 und T 1:2. Wie ich sagte, das Bild entsteht durch ein Loch in einer Wand der CAMERA OBSCURA, nicht durch Linsen. Linsen beeinflussen das Licht nur. Bei einem Weitwinkelobjektiv ist auch das Loch, die Blende, näher bei Film oder Sensor. Zur Prüfung von Auflagemaß und Unendlicheinstellung mit dem Autokollimator: Das Auflagemaß kann man nur mit Längenvergleich prüfen. Es ist ja auch eine körperliche Länge, kein optisches Maß. Also Bügelmeßschraube oder Mikrometer, Tiefenmeßschraube, Meßuhr für Abweichungen zur Voreinstellung mit Endmaßen oder eine mit langem Meßweg. Oder Einlegen von Endmaßen in die Kamera und Lineal auflegen. Oder Auflegen der entsprechenden Bauteile auf Meßplatte, daneben Parallelendmaße und Vergleich mit Höhenmesser. Oder wie auch immer. Wenn das Auflagemaß einer Kamera geprüft ist, dann kann man daran gehen, den Spiegelverschluß einzustellen. Der muß in erster Linie möglichst schlagfrei laufen. Man muß gleichzeitig das Lagerspiel auf Null bringen und die Spiegelebene an den berechneten, vorgeschriebenen Ort schieben, was man mit Paßscheiben macht. Es geht nur um Hunderstel. Nachdem das in Ordnung ist, fehlt noch die Einstellung der Mattscheibe. Je nach Konstruktion ist es leichter, die Mattscheibe oder den Spiegelverschluß zu versetzen. Zum Gebrauch des Kollimators setzt man einen ebenen Oberflächenspiegel an die Stelle der Mattscheibe. Damit sind wir noch nicht durch, denn die Tiefe der aufgebrochenen Oberfläche der Mattscheibe bleibt unberücksichtigt. Genau die macht aber die letzte Feinheit aus, nicht die scharfe Wiedergabe im Kollimator. Im Kamerasucher beurteilt man ja das in der matten Oberfläche einer Glasscheibe oder -linse entstehende Bild. Einer mit Kollimator justierten Mattscheibenauflage traue ich nicht. -
Auflagemaß und Brennweiten
Film-Mechaniker antwortete auf Friedemann Wachsmuth's Thema in Schmalfilm
Mit einem Kollimator kann man keine Längen messen, nur Winkel. Möchte wissen, wie man den Abstand Objektivauflage-Mattscheibe mit einem Kollimator prüft. -
Auflagemaß und Brennweiten
Film-Mechaniker antwortete auf Friedemann Wachsmuth's Thema in Schmalfilm
Schön, das freut mich. Eine Empfehlung: Man beginne bei optischen Überlegungen stets mit der Lochkamera und dem Gedanken, daß das Loch unendlich klein wäre. Dabei wäre das Abbild von der Natur unendlich dunkel, aber auch unendlich scharf. Die Theorie Praktisch hat man ein Loch endlicher Größe. Von jedem Punkt der Natur geht Licht durch das Loch mit endlicher Helligkeit und ebenso endlicher Schärfe. Ohne Linsen stellen wir uns parallele Lichtbüschel vor, so etwas wie Lichtsäulen. Kleineres Loch, engere Büschel, mehr Schärfe. Die Beugung lassen wir mal beiseite. Nun wollen wir mehr Licht, ein helleres Abbild. Über etwa 0,2 mm Lochdurchmesser ist nichts mehr recht scharf. Wir benötigen etwas, womit wir das Lichtbüschel formen können. Linsen Nun können wir ausprobieren, was geschieht, wenn wir eine Linse vors Loch setzen. Wir setzen sie hinters Loch. Dann nehmen wir zwei Linsen und so weiter. Pierre Angénieux war ein Verfechter der geometrischen Optik. Er hatte lange mit den Randstrahlen rein zeichnerisch operiert und war so immerhin zur Retrofokus-Konstruktion gekommen. Er war allerdings nicht der einzige. Das Auflagemaß muß sehr genau stimmen. Was Phil angibt, ist der doppelte Fehler, den ich als tragbar erachte. Klar, den Film in eine Ebene zwingen, ist dann noch ein Mal eine Aufgabe, für die es bis heute keine perfekte Lösung gibt. -
Auflagemaß und Brennweiten
Film-Mechaniker antwortete auf Friedemann Wachsmuth's Thema in Schmalfilm
In dem Punkt irrst nun du. Abweichungen vom Auflagemaß haben auf jede Brennweite den gleichen Einfluß. Jedes Objektiv steht um so und so viel zu weit vorne oder zu weit hinten mit der Folge gleicher Unschärfe. Als Grundlage für Schärfebeurteilungen legen wir den Durchmesser eines so genannten Zerstreuungskreises fest. Dieser ist unabhängig von Brennweite und Bildwinkel, jedoch abhängig vom Durchmesser des lichteinlassenden Lochs, also von der Irisblende. Es stimmt nicht ganz streng so, weil als veränderlicher Faktor die Anlage eines optischen Systems mit im Spiel ist. Ein Retrofokus-Weitwinkelobjektiv hat das Hauptgewicht seiner Brechkraft vor der Blende. Ein echtes Weitwinkelobjektiv, dessen Linsen unter Umständen hinter dem Auflagemaß stehen können, hat das Schwergewicht meist hinter der Blende, zum Beispiel ein Weitwinkel-Tessar. Geduld habe ich, keine Sorge. -
Auflagemaß und Brennweiten
Film-Mechaniker antwortete auf Friedemann Wachsmuth's Thema in Schmalfilm
Friedemann hat Recht. Schreibt man recht jetzt groß oder nicht? Egal — Die Sache ist die: Phil verkennt, daß er beim Kollimieren von Weitwinkelobjektiven, so er das tut, diese als Verkleinerungsobjektive einsetzt. Umgekehrt sieht er bei langbrennweitigen Objektiven die Schärfentiefe sozusagen vergrößert und glaubt, die Einstellung wäre einfacher. Ich habe auch einen Autokollimator und benutze ihn nur zur Einstellung von Quadern und Prismen, also z. B. zum Parallel- bzw. Senkrechtstellen des Doppelprismas von H-16 RX und H-8 RX. Unendlicheinstellung mit dem Kollimator ist überhaupt nicht erforderlich, ja eben sogar heikler, als wenn man eine Optik auf den Horizont ausrichtet und die Scharfstellung auf Mattscheibe vornimmt. Auf die Mattscheibe schaue ich natürlich mit einer starken Lupe. Dieserart kann ich auf den Mond einstellen, der nun wirklich noch einige Kilometer weiter entfernt ist als ein Berg. Das geht übrigens auch viel schneller als bis der Kollimator eingerichtet ist, vielleicht zwei Minuten. -
Ja, 0,4 Prozent, das ist das Doppelte der Verkürzung, die man modernen TAC- und PETP-Filmen gibt, damit sie zur Geometrie der Zahnkranz-Kopiermaschinen passen. Beim 16-mm-Film ist der volle Lochabstand 7,620 mm, der künstlich verkürzte (short pitch für die es englisch haben müssen) 7,605 mm. Unterschied 0,015 mm bzw. 0,19685039370079 %
-
Nur frischen Acetatfilm und Polyesterfilm und solches Material auf Steenbeck laufen lassen, das ersetzt werden kann. Nicht daß Steenbeck schlechte Schneidetische wären, sind sind einfach für die Betrachtung und Markierung von Mustern gebaut. Der Zahnkranz am Prisma kennt kein Erbarmen, wenn der Film auch nur 4 Promille geschrumpft ist. Gerade bei 16-mm-Material sind die Perforationslöcher schnell an-, später eingedrückt, und dann ist der Schaden da. Statt des Aufwands und Werteverlusts mit Änderungen am Steenbeck würde ich das Geld für seriöse Abtastung ausgeben. Verbasteltete Schneidetische, entschuldige bitte, werden gerne verschrottet. KEM bietet neue Schneidetische mit Zahnkränzen für geschrumpften Film an.
-
Mögliche Ursachen sind schlechter Träger, der möglicherweise doch bald nach Essig riecht, Feuchtigkeit, ungünstige Wicklung, Wärmeeinwirkung (Projektion). Erste Maßnahme: Mit der Schicht nach innen locker auf einen Kunststoffkern oder eine Kunststoffspule wickeln, nicht stramm, und gemütlich langsam. Im Wochenabstand auf einen anderen Kern umrollen. Film bleibt gerne in Bewegung. Alles Metall vom Film fernhalten, also Spulen und Dosen und Magnetfilm. Etwaige Einbelichtungen von Filmmarke und Herstellungscode zu wissen, wäre hilfreich. Agfa, Kodak, DuPont, Gevaert, Perutz, Orwo, Fuji, Ferrania, Tasma?
-
Was für eine Ausrede! Von Anfang an ein irriges Konzept, Lizenz für den Gebrauch einer fremden Marke und unüberlegtes Marketing Ich bin ja wirklich kein Spezialist auf Video-Kameras, doch selbst ich sehe, daß die Leute mit dem Produkt glücklos bleiben mußten, wenn man es mit den gängigen anderen Video-Kameras vergleicht. Wer stellt denn eine digitale Video-Kamera mit C-Mount her? Eine persönliche Begeisterung für die Paillard-Bolex-Geräte kann nicht Grundlage für so ein Geschäft sein. Die Marke Bolex alleine führt eigentlich in die 1920er Jahre zurück, zu Bogopolsky und letztlich zur Ortschaft Bogopol, heute Pervomaisk. Für den Preis der D16 bekommt man auch eine neue H-16 SBM. Mit so einer kann man filmen, immerhin auch ohne Strom auf 16-mm-Material, was Kinoprojektion und Abtastung für sämtliche Fernseh- und Videoformate erlaubt, während diese D16 mit maximal 1152 Pixelreihen in der Senkrechten auflöst. Wenn man die Bildfrequenz erhöht, geht die Auflösung zurück, bei 60 B./s hat man noch 720 p, worüber Filmkameras nur lachen. Daß man für das Geld auch eine gebrauchte Arriflex 35 BL 4 oder eine Moviecam Super America oder eine Mitchell BNC kaufen kann, wurde nicht bedacht. Gemeinerweise ist gerade in der Aufbauphase von Rubinsteins Geschäft Aaton an einem Sensor-Problem eingegangen. Aber eben, die D16 mit dem Pistolengriff zu den Paillard-Bolex-B8/C8/D8 auszuloben, war dilettantisch. Die Anlehnung an die H-16 überhaupt finde ich sogar banausenhaft. Die Filmkameras sind da, die Video-Kameras dort.
-
Das Prinzip des Unterteilens wird bei Filmproduktionen ja schon von Anfang an eingesetzt. Die ganze Handlung wird als Zusammenfassung aufgeschrieben, als Treatment schon aufgeteilt. Gedreht wird zuweilen durcheinander, nach Szenerie geordnet, um Aufbauten am Stück zu nutzen, usw. Wie das Material im Schneideraum anwächst, stellt der geschickte Schnittmeister fortlaufend Untereinheiten zusammen, nicht zwingend nach Vorlage, sondern je nachdem nach Sequenzen, die kein Nachdrehen erlauben oder erst viel später vervollständigt werden können. Das ist der Grobschnitt. Bei jeweils 950 Fuß macht man gewöhnlich Halt, um später beim Feinschnitt Spielraum zum Schieben zu haben, eben so daß eine kurze Szene noch zugeschlagen werden kann, was vielleicht einmal zu mehr als 1000 Fuß führt, oder so daß man die Fuge sonst geschickt unterbringt. In der großen Zeit des klassischen Tonkinos von 1930 bis etwa 1958 wurden eine Reihe von technischen Gestaltungsmitteln fast gleichbleibend verwendet. Die Akte wurden oft mit einer Abblendung beendet und begonnen, für die Vorführer natürlich wunderbar, weil sie damit den Aktwechsel von einem zum anderen Projektor kaum versauen können. Die Titel waren am Anfang mit Auszügen aus dem ganzen Film als musikalische Einstimmung. Der fünfte Akt, also der Halbakt 10, erhielt einen Schlußkarton, das grosse ENDE, und vom Orchester noch ein Mal Klamauk oder ein ersterbendes Letztes und dann mußte man am Projektor schon die Lichtklappe schließen und den Verstärker zudrehen. Es gibt Spielleiter (Regisseur liegt mir nicht), die mühelos einen Handlungsakt auf 20 Minuten inszenieren können, vergessen wir die Schnittmeister nicht, die manchmal rettend eingreifen, und solche, denen es nie gelingt. Es kann auch sein, daß man während der Fertigstellung merkt oder daß der Produzent verlangt, etwas weglassen zu müssen. Mancher gute 80minüter war zuvor ein weniger guter 100minüter. Manche Filme sind kaum mehr zu verstehen, nachdem wie z. B. bei Vampyr von Dreyer die Liebesgeschichte im Umfang von 20 Minuten herausgeschnitten wurde. Tempora mutantur nos et mutamur in illis. Die Zeiten ändern sich und wir ändern uns mit ihnen. Es wird wohl immer schwieriger, in verschiedene Zeiten der Filmgeschichte hinabzutauchen und nachzuerleben, was einst in den Menschen geklungen hat. Das Schwelgen in Gone With the Wind muß man erst lernen, sonst ist der Film einfach grauenvoll. Ich hoffe, dir durch Vermeiden einer die Frage platt deckenden Antwort dennoch den Sinn für das Thema geschärft zu haben. Sieh dir viele Filme an und du wirst wahrscheinlich ebenso viele Erklärungen finden.
-
In der Zeit von 1910 bis 1945 sind zwei tiefgreifende Umwälzungen bei der Filmtechnik erfolgt. Die erste ist der Übergang vom Einakter zum Mehrrollen- oder Langfilm. Bis zum Ersten Weltkrieg gab es haufenweise einzelne kurze Streifen mit in sich geschlossener Handlung. Kriegsberichterstattungen und Spielfilme sprengten diesen Rahmen. Der längste Film vor dem E. Wk. war die italienische Großproduktion Cabiria von 1912. Dann kam der Tonfilm. Auch Tonfilme können nur eine Rolle kurz sein, doch durch die 1920er Jahre hindurch wuchsen der Starkult, die Filmlängen, die Bildfrequenz und die Tonsysteme. Mit dem Pariser Tonfilmfrieden von 1930 war der abendfüllende Kinofilm von 90 oder 100 Minuten Laufzeit fest eingeführt. Das klassische Drama in fünf Akten wurde auch verfilmt. Technisch blieben in vielen Ländern bis in die 1960er Jahre und noch länger zwei so genannte Halbakte in Gebrauch. Rollen bis 1000 Fuß (300 Meter) waren nach feuerpolizeilicher Vorschrift die Höchstlänge. 1936 erlaubten die Behörden in Deutschland und in den USA die Koppelung je zweier Rollen bis zu 2000 Fuß Länge, in anderen Ländern wurde bald danach mitgezogen. Voraussetzung dafür war, daß nur mit Projektoren vorgeführt wird, die Hinterblende haben, d. h. die Blende wirkt zwischen Lichtquelle und Film. In der Stummfilmzeit gab es viele Konstruktionen mit Vorderblende. Die Blende vor dem Objektiv hat einen größeren Lichtwirkungsgrad (schneidet das Lichtbüschel an der engsten Stelle), dafür brennt die Lampe die ganze Zeit aufs brennbare Celluloid. Lange nicht alle Filmgestalter nahmen auf die Aktstruktur der Kinokopien Rücksicht. Andere bauten die Produktion gerade auf den elf Minuten Laufzeit des Tontausendfüßlers auf, etwa Alfred Hitchcock, dessen Rope von 1948 ununterbrochen durchzulaufen scheint. Mit dem Techniscope-Verfahren wurde die Aufnahmedauer auf 22 Minuten verdoppelt. Ich kann im Moment nicht auswendig sagen, ob und wie davon Gebrauch gemacht wurde. Techniscope galt als das Verfahren der Spaghetti-Western.
-
Bin gerade an den Bell-&-Howell-Eights dran, Artikel geht bald in Arbeit.
-
Richtigstellung: Sommer 1935
-
Fomapan DS8 splitten und Super-8-Kassetten befüllen?
Film-Mechaniker antwortete auf jacquestati's Thema in Schmalfilm
Zum Beispiel den da: http://www.kahlfilm....3&productid=211 -
Auch wenn die Maschine gut läuft, ist es nicht so einfach, Film zu verkaufen, weil man verschieden dicke Unterlagen beschichten muß für Foto-Filme, 35 mm und 16 mm; man verschiedene Lagertechniken anwenden muß für die unterschiedlich schnell sich verkaufenden Formate. Am dicksten ist der Träger von Planfilmen, etwa 0,18 mm. Die Ferrania-Leute wollen unbedingt Blätter schneiden und Fotografen mit Planfilm 8" × 10" versorgen, 4" × 5", auch 5" × 7". Im Kickstarter-Projekt wurde Kinefilm in den Vordergrund gestellt, da haben die für Fotografen schwindelerregenden Längen gelockt. Eine starke Sache wäre dünnerer Träger, so daß man doppelte Längen laden kann. 16-mm-Gigabitfilm hat diese Stärke gehabt, auf der bekannten 30-m-Spule haben 60 Meter gut Platz. Die Single-8-Kassette ruft auch.