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Film-Mechaniker

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Alle erstellten Inhalte von Film-Mechaniker

  1. Im Prinzip einfach abschrauben Nicht gegen den Blendenmotor drücken, der ist zu empfindlich. Ein Kabelbinder um den hinteren Schraubring kann helfen.
  2. Aaaaaaaahja, Tasma. Anno 2000 hatte ich mit Hilfe einer Russin, die damals in Basel lebte, einen Brief verfaßt, auf russisch in kyrillischer Schrift, an Tasma gefaxt, jedoch nie eine Antwort erhalten. Sie rief für mich an und sprach mit jemandem. Ergebnis: Man muß dort eine substanzielle Bestellung hinterlegen, zum Voraus alles bezahlen und dann hoffen, daß sie irgendwann liefern. Die Liste auf der Homepage ist schön anzusehen, aber gießen tun die nicht mehr. Also, nicht bestellen und vor allem keine Zahlungen machen, das Geld kehrt nie wieder zurück. Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überwältigen. Kauft Orwo-Schwarzweißfilme, das sind die modernsten und günstigsten und europäischsten. Wem 100 ISO zu viel ist (Orwo UN 54), greife zu Gigabitfilm mit 40 ISO. Dann gibt es noch den panchromatischen Eastman 7234, etwa 20 ISO, den man bei Kopierwerken erhält. 7234 ist übrigens sehr altmodisch oder für einen Vintage-Look geeignet, weil er seit 1958 unverändert mit ausblutenden Farbstoffen sensibilisiert ist (färbt Entwicklungsbäder). Orthochromatische Schwarzweißfilme kann man auch kaufen, z. B. Orwo TF 12 oder Eastman 3378, beides harte Tonaufnahmefilme von etwa 12 ISO. Zuletzt haben Kopierwerke auch Positivfilm, wie Orwo PF 2 und Eastman 7302, die sind nur Ultraviolett-, Violett- und Blauempfindlich, etwa 10 ISO.
  3. Nun, nicht Kino-Digitalisierung, sondern die allgemeine beim Film Ich hoffe, der Thread ist so elastisch, das aufzunehmen. Mußte das einfach loswerden, eine alte Geschichte Ansonsten ist mir nicht klar, wie du auf die Frage kommst, Vorführer könnten weniger Arbeit haben wegen der Digitalisierung. Das ist auf jeden Fall so. Nur allein eine Filmkopie tragen ist etwas anderes als einen Hard-Disk-Drive tragen. Kohlen, Fett, Öl, Filmkitt, Spulen, Diapositive, Schallplatten oder Tonbänder, Lappen, Putzmittel, Kerne, Beutel, Dosen, Schnur Es ist ja gar nicht zu vergleichen. Die neue Zeit läßt die Menschheit anders sein. 1980 waren Filmvorführer noch einsame Gestalten, heute bist du eine umherwuselnde Ratte, trägst Walkie-Talkie und Mobiltelefon mit dir, hast vor allem mit Computern zu tun. Was hat Kino mit Elektronenrechnern zu tun? Schon eine alte, nervige Frage Es gibt weniger zu tun im Office. Wo man früher noch diktierte und mit Schreibmaschine ins Reine tippte, flitzen heute E-Mails hin und her. Das finde ich gut. Weniger Zeit mit Korrespondenz verbraucht ist mehr Zeit für das Wesentliche. Trotzdem waren die alten Fahrkarten bei Bahn und Straßenbahn hübscher. Die kamen nicht aus einem Automaten. Ich habe noch Kasse gemacht in Supermärkten, K3000 hieß einer — kein Förderband, jeden Preis an der Kasse getippt. Vorteil war, daß ich praktisch alle Preise im Kopf hatte. Auch die Käufer kannten übrigens die Preise besser als heute. Nachteil eindeutig: Es dauerte. Da ich selber ein ungeduldiger Mensch bin, wenn es um Kleinigkeiten geht, trauere ich der Handkasse nicht nach. Das handbetriebene Kino hingegen fehlt mir. Wenn es an einem halböffentlichen Ort, wo ich Eintrittsgeld zahle, so zugeht wie am Fernsehen, dann wünsche ich jeder Vorführerin, jedem Vorführer, daß sie oder er ein Mal nach alter Manier zu tun habe. Noch ein Wort zum Synchronlegen von Bild und Ton auf dem Schneidetisch. Wir arbeiteten mit einem Steenbeck, 1 × Bild, 2 × Ton. Der Chef erklärte mir unnötigerweise, wie das mit dem „Synchronpunkt“ geht, wie es auch in den Steenbeck-Handbüchern steht. Er arbeitete auf vier oder drei Bildlängen genau. Ich und Doris waren anfangs langsamer als Egli, jedoch auf das halbe Bild genau, das man im Format 16 mit einem aufwändigen Trick noch schieben kann. Mit Nachdenken versteht man, daß ein Fehler von bis zu einer halben Bildlänge zunächst stehen bleibt, weil es nur ein Perforationsloch(paar) pro Bild gibt, um das man versetzen kann. Beim 35-mm-Film hat man zum Vornherein die Möglichkeit, um je eine Viertel Bildlänge zu versetzen. Mit der Zeit waren wir beide schneller als alle anderen im Betrieb, mit der ursprünglichen Genauigkeit, zu der natürlich das Differenzial im Schneidetisch beiträgt. Was sonst noch zu richtig guter Synchronisation gehört, will ich hier und jetzt nicht ausführen. Danke für eure Nachsicht
  4. Die so genannte Digitalisierung hatte mir einen Job gegeben. Es wird der einen und dem anderen wohl etwas seltsam vorkommen, aber ich will das hier einsetzen: Tagesschau-Archiv, Bericht von der Arbeit Es ist gerade ein Jahr vergangen, seit ich von Herbert Egli auf die Straße gestellt wurde nach 14 Monaten Cutterarbeit am Tagesschauprojekt. Den ersten Monat arbeitete ich alleine. 13 Monate waren wir zu zweit im Schneideraum, Doris Tauber und ich. Unsere Stellen waren 42 Wochenstunden von Montag bis Freitag, und zwar begleiten des Abholens von Material im Studio Leutschenbach, aussortieren, ordnen, fotokopieren der Archivpapiere, beschriften und montieren der Wickel, reparieren, aufschreiben von Inhalt, technischen Angaben und Mängeln, reinigen und versorgen wieder im Keller «vom Fernsehen». Ich finde es bezeichnend für die heutige Ordnung und schade, daß Jürg Hut* schreiben darf, daß «alle bis anhin aufgetretenen technischen Schwierigkeiten ( ... ) von der mit den Kopierarbeiten betrauten Firma gelöst werden konnten.» Weiter keine Silbe zu der geleisteten Arbeit. Das möchte ich hier nachholen. Es hat gleich am ersten Tag gekracht: Yvonne Marti, Co-Geschäftsführerin, glaubte wohl, die Sache vorbereitet zu haben, als sie sich am Montag, dem 5. August 1996, mit mir an den Schneidetisch setzte. Ich bin in der Branche nicht nur geliebt, vermutlich aus dem Grunde, daß ich die Filmtechnik verhältnismäßig lückenlos beherrsche und darüber hinaus auch noch Fehler oder Mißverständnisse zur Sprache bringe. Es ist also nicht verwunderlich, daß Egli und Marti mir nach einer Stunde mit fristloser Entlassung drohten, als ich monierte, es wären erstens kein Kinostartbänder zu montieren (die kreuzfalsch kopiert waren), zweitens kein Loch in solche zu stanzen (mit einer Lederlochzange!), drittens die Zählung der Filmbilder wichtig und viertens die Länge der Amorce zwischen den einzelnen Beiträgen genau festzulegen. Ich schlug auch vor, naß zu montieren, die A- und B-orientierten Materialien in eigene Rollen zusammenzunehmen und die Rollenlänge auf 2000 Fuß zu beschränken. Meine Gründe dafür: Film ist filmgerecht zu behandeln und zu bearbeiten, nicht dem Video angepaßt. Bei einem Vorhaben mit Archivmaterial müssen doch die Erfordernisse der Filmerhaltung im Vordergrund stehen. Dazu gehört elementar, daß das Material auf größtmögliche Kerne gewickelt wird. Dann soll der Wickel in Beutel und Dose versorgt werden zum Schutz vor Wasser, Feuer und mechanischer Einwirkung. Im Keller vom Studio Leutschenbach war ein Mal Feuer. Die seit 1936 umlaufenden 2000-Fuß-Dosen nehmen 2000 Fuß Film auf 4er Kern, Durchmesser nominell 4 Zoll, in Polyethylenbeutel auf. Die Videostunde ist beim Film ein Achtel zu lang, 2250 Fuß. Von der Stunde pro Video-Kassette war aber keiner abzubringen. Folglich keine Dosen, keine Beutel, kleinste Kerne Die Orientierung A oder B ist die international vereinbarte Bezeichnung für, salopp ausgedrückt, Originale und Kopien. Im 16-mm-Format kann Verwirrung entstehen, weil es praktisch nur B-Originale gibt, doch sowohl B- wie A-Kopien. Die Filme haben die fotografische Schicht ein Mal auf dieser, dann auf der anderen Seite, selbe Laufrichtung vorausgesetzt. Daß aller Film immer Schicht innen gerollt und gelagert werden soll, ist seit 1965 bekannt. Es gibt wissenschaftliche Untersuchungen und Empfehlungen (Recommended Practice 39 der SMPTE, neu bekräftigt 1987). Von der RP 131 zur Lagerung von Kinefilm, 1985, wäre auch zu sprechen. Daher nicht A- und B-Materialien mischen, wie es immer noch geschieht. Wieviel Amorce soll zwischen den Tagesschaubeiträgen montiert sein? Die Rechnung ist einfach. Mit der ursprünglichen Schätzung von 1600 Stunden Film und durchschnittlich 50 Beiträgen pro Rolle kommt man auf 80'000 Beiträge. Jede Bildlänge mehr oder weniger in der Amorce multipliziert sich mit diesem Faktor. Eine Bildlänge entspricht somit 2000 Fuß Film mit nichts darauf, eine Rolle Leere (80'000/40 Bildlängen je Fuß). Ich hatte vorgeschlagen, 10 Bildfelder einzuhalten, worauf wir die Archivnummer und weitere Daten schreiben würden. Wieviel wird montiert? 50 Bildlängen Der Gerechtigkeit halber nehme ich das Mehr von 40 Bildlängen über meine 10, und so sind dem Fernsehen 40 Rollen Leere verkauft. Ich habe nie erfahren, zu welchem Preis die fertige Digital-Beta-Kassette die Hand wechselte, doch mit der Annahme von 1000 Franken und der Anzahl gezählter Kassetten im Monat sind wir etwa auf der Höhe des Lohnes, den ich während des Engagements erhielt. Warum kein Loch stanzen? Weil die Person am Abtaster ja auch ein Hirn hat. Die wissen selber am besten, wo das Zählwerk auf Null zu stellen ist. Ach, ja, vom Tempo-Problem 24-25 wäre auch noch zu erzählen. Weshalb keine Startbänder? Weil das Abtastgerät keine nötig macht. Startbänder braucht der Filmtechniker hauptsächlich im Kino, wo man mit Projektoren den Film intermittierend und kontinuierlich bewegt zur Erzeugung von Laufbild beziehungsweise Schall. Dazu sind die Tongeräte mit recht großen Schwungmassen ausgestattet. Über die Länge des Startbandes wird die Schwungmasse beim Anfahren der Maschine beschleunigt. Wer hat bei den Magnetfilmen Essigsyndrom festgestellt? Ich verrate nur, daß man im Studio Leutschenbach nicht ein Mal wußte, was das ist. Ein Glück, daß der Magnetfilmläufer bei Egli das zum Teil arg verworfene Zeug schluckte! Heute ist der 15. März 1999. Vor fünf Monaten wollte ich diesen Text wegwerfen, aber die Abscheulichkeit der Arbeitgeber (Marguerite Duras) ist immer noch da. Als es nach zwei Wochen ans Synchronlegen ging, wollte Egli von mir wissen: «Händ Sie scho emal Ton gschnitte?» Ich sagte: «Ja». Damit hatte sich’s für ihn. Ich habe nie ein Bitte oder ein Danke gehört. Wie gut die Arbeit ist, hat er nicht geprüft. Er hat mir wenigstens nie etwas Entsprechendes mitgeteilt. Es hat überhaupt nie irgend jemanden interessiert. Leicht überarbeitet heute, 13. August 2012 *Redaktor beim Fernsehen und Verantwortlicher für das Projekt, an dem auch der Verein Memoriav beteiligt war
  5. Für mich sieht es auf allen Bildern nach Feuchte/Nässe aus. Abhilfe: Man sollte die Filme waschen, d. h. sie durchlaufen eine Wässerung und werden danach abgestreift und staubfrei getrocknet. Wer entwickelt, sollte das machen können. Die Gelatine ist an einzelnen Stellen aufgequollen, da muß man aufpassen. Um eventuelle Ölspuren zu lösen, geht dem Wasser ein Bad von Reinbenzin voraus oder man gibt dem Wasser Spüli bei. Wenn du es selber machen willst, brauchst du hauptsächlich eine Trockentrommel. Wichtiger noch ist jedoch, daß die Filme in Zukunft trocken lagern.
  6. Film-Mechaniker

    Rettet 35mm

    Ich liebe diese unkaputtbaren Übersetzungen. Die Kohlenstoff-Bogenlampe gefällt.
  7. Nachtrag VALCA Bilbao (Sitz) Werk in Aguera, etwa 60 km südwestlich von Bilbao, Spanien Schwarzweiß- und Color-Filme, wie Valcolor II, 21 DIN Letzte Bilanz 1992 NEGRA INDUSTRIAL, S. A. Barcelona Ende um 1987 Negrapan 21 INDU Hindustan Photo Films Manufacturing Company, Limited Staatliche Gründung 1960, produktiv seit 1967 Marke Indu Kinefilme im Werk I in Ooty Kooperation mit Orwo Lizenz von Agfa-Gevaert für CP 3 AZOMUREŞ Strada Gheorghe Doja 300 4300 Târgu Mureş Rumänien Gegründet 1962 als Düngemittelkombinat, am 12. November 1990 in staatliche Ag. umgewandelt, 1998 privatisiert Juni 2012 von der Börse. Ganz üble Dreckschleuder Roll- und Kinefilme, auch Schmalfilm Azopan PS 21 Azopan PS 24 SMPIC (1987) Shanghai Movie and Photo Industrial Corporation, gegründet 1973 669 Wu Song Road Shanghai, China Exporte unter der Marke Seagull Shanghai GP 3, ISO 100, Rollfilm 120 Filmfabrik Rotes Banner/Rote Fahne Wonsan, Nordkorea
  8. Herrje, diese Murkskopien . . . Hatte auch mal Aelita programmiert, das Positiv hatte Lichttonspur, eine eigentliche Academy-Kopie. Nimm die CinemaScope-Maske und deck’ an der Kabinenscheibe oben und unten etwas ab.
  9. Achtung, nicht Kamera- mit Projektorfenster verwechseln. Aufnahme 18 × 24 mm ist richtig. Kopierfenster meist ¾ × 1 Zoll (19,05 × 25,4 mm)
  10. http://www.optibelt.de/ Filz → Öl Molylube nicht so gut, da ist Molybdänsulfid drin. Nyoil enthält Graphit, gehört auch nicht ins Getriebe. Reine synthetische Schmiermittel nehmen, Vaseline- oder Siliziumöl.
  11. Das normale Seitenverhältnis der Kinobildwand ist seit Herbst 1909 Drei zu Vier. Ältere Filme, z. B. Lumière-Streifen, haben anderes Format. Bei der Einführung des Tonfilms hat sich am Bildseitenverhältnis nichts geändert. Die Filme aus der Zeit zwischen 1928 und 1932 sollte man mit Bedacht vorführen. Meistens geht 3:4 gut. Die Öffnung der Stummfilmmaske im Projektor ist 17,7(3) mm hoch und 23,6(4) mm breit.Die Hundertstel werden von der Lichtbeugung an der Kante überstrahlt.
  12. Du bist eindeutig kein Materialist. Auf dem ersten Bild Filz. Filz besteht aus Haaren. Haar besteht aus Horn und Bindestoffen, alles organisch. Auf dem zweiten Bild Glasfasergewebe. Auf dem dritten Bild sehe ich nur ein verstaubtes Lüfterrad aus Stahlblech. Auf dem vierten Bild ein Kunststoffschlauch auf Stahlbolzen, vergilbt von Öl. Auf dem letzten Bild Hartpapierisolation. Pertinax oder Pressfaser. Es gibt viele Bezeichnungen für Verbundstoffe. Es gibt auch viele Verbundstoffe, die meistens mit Kunstharzen hergestellt werden. »Asbest ist ein natürlich vorkommendes mineralisches Fasermaterial, welches meist in Form von Adern oder Nestern in einem Muttergestein eingelagert ist. Chemisch besteht Asbest zur Hauptsache aus magnesiumhaltigen Silikaten wechselnder Zusammensetzung.« Hermann Christen: Materiallehre. Huber & Co., Frauenfeld, 1948
  13. Ich vermute Agfachrome.
  14. Thema bei Schmalfilmkameras mit Guillotin-Verschluß: Pathé und Beaulieu.
  15. Verschluß und Blende sind durchaus verschiedene Organe. Zentralverschlüsse pflegen mit so wenig Lamellen wie möglich auszukommen, drei oder fünf im Allgemeinen, während eine gute Irisblende möglichst viele Lamellen zu annehmbarem Preis aufweist. Ein Zentralverschluß ist bis zur 1/500 Sekunde erhältlich, bei kürzeren Zeiten hat sich gezeigt, daß das Verhältnis zwischen Bewegungs- und Offenzeit unbrauchbar wird. Mit anderen Worten: Kaum ist der Verschluß offen, sollte er auch schon wieder zu sein. Die Kräfte müßten so gesteigert werden, daß die Gelenke Schaden zu nehmen beginnen. Während die Blende an einem ganz wichtigen Ort im optischen System stehen muß, kann der Verschluß abgerückt sein. Je nach Fabrikat findet man ihn vor der Blende oder dahinter.
  16. Eben ist die Post gekommen. Das Arbeitsamt hat mein Gesuch gutgeheißen (so heißt das hier). Freude herrscht! (Adolf Ogi, gewesener Bundesrat) September bis Anfang Januar muß ich keine Bemühungen mehr vorlegen (so heißt das hier). Wir können uns voll reinknien. Voraussichtliche Betriebseröffnung: 7. Januar 2013.
  17. Bis Mitte August sollte ich vom Arbeitsamt Antwort auf mein Gesuch um Hilfe bei der Verselbständigung haben. Egal, ob die zu- oder absagen, wir fangen diesen Herbst an. Etwas Eigenkapital ist da. Jetzt habe ich für 1000 Franken eine Revolverdrehmaschine gekauft, zwei Tonnen tschechisches Eisen. Wir haben noch kein Plätzchen für die Werkstatt, doch immerhin die Möglichkeit, uns in eine einzumieten. Einen Teil der Anfangskosten für Cargo habe ich schon kalkuliert. Ich schätze, daß wir im August die G. m. b. H. errichten werden. Im Vordergrund stehen Überholung und Instandstellung von Anlagegütern (Revision bzw. Reparatur von Investitionsprodukten für Nichtdeutschsprechende), etwas weiter hinten wartet jedoch eine Reihe von Neuheiten der Filmtechnik. Auch einen Bohrerschleifapparat bin ich am Entwerfen, nachdem ich gesehen habe, daß da noch etwas zu holen ist. Die Konkurrenz kocht auch nur mit Wasser.Die Tatar-Optima zum Beispiel, deren Herstellerin ich im Februar kennen gelernt habe, wurde 1980 für 15'000 verkauft. Das Nachfolgeprodukt von Mega-Point kostet ähnlich viel. Wahnsinn! Ja, Filme entwickeln hat Zukunft, obschon man nichts daran verdient. Es bildet die Grundlage für Folgegeschäfte, wie Mustern, Duplizieren, Kopieren, Archiv-Technik u. a. m.
  18. Das kann etwas Kraft erfordern. Auf jeden Fall nicht am Motor drücken, der das nicht aushält. Praktisch ist eine so genannte Gurtzange. Ein Kabelbinder kann auch helfen.
  19. Es ist ganz einfach. Du brauchst einen so genannten 18-Prozent-Karton, das ist eine graue Karte, die ungefähr 18 % des auf sie fallenden Lichts zurückwirft. Bei guter Beleuchtung hältst du die Karte vors Motiv, den Beli. darauf und hast einen guten Blendenwert. Bei wenig Licht nimmst du einen weißen Karton, mißt auf die selbe Art und teilst den Wert durch 5. Berufsleute stecken eine Graustufenkarte vor die Kamera. Beim Lichterbestimmen haben sie Anhaltspunkte, zwischen welchen Stufen das Bildwichtige sich bewegen soll. Manchmal ist es nicht unbedingt ein Gesicht, sondern etwas anderes, das hauptsächlich zu erkennen sein soll. Wie ich an anderem Orte schon ausgeführt habe, bestimmt man eigentlich vom projizierten Bild im Kino rückwärts die Belichtungsbedingungen der Originalaufnahme. Das ist so, weil die kommerzielle Kinematografie im Gegensatz zur klassischen Fotografie keine Unterschiede der Entwicklung kennt. Alles läuft durch vorgegebene Prozesse.
  20. Einzellinsen kann man nicht unter den Objektiven tauschen, weil sie oft in so genannten Paaren verbaut werden. Das heißt, Linsen mit korrekten Radien, aber etwas zu viel Dicke werden mit ebenso korrekt gekrümmten dünneren verkittet oder gegenübergestellt. Es kommt auf den Aufbau an. Der Konstrukteur kann verschiedene Freiheiten offen lassen, in denen man sich in der Herstellung bewegen kann. Neben der Linsendicke sind das auch die Lage der Blende, die Lage des ganzen Systems in der Fassung und das Gleichgewicht positiver mit negativen Gruppen. Es geht natürlich um Hundertstel, aber die sind wertvoll angesichts der Bruchteile von Tausendstelmillimetern, um die eine Linsenoberfläche stimmen muß. Es gibt keinen Optikhersteller, bei dem alle Linsen in allen Punkten austauschbar gleich herauskommen. Das wäre unbezahlbar.
  21. Ob wir es gut finden oder nicht, schon klar Doch filmisches Feeling und Kino, wie es zur Zeit war, als Casablanca herauskam, um bei dem Beispiel zu bleiben, gibt es mit keinem Beamer. Dazu sind, es geht mir nicht um Nostalgie, sondern um Physik, Film und Kohlenbogenlicht erforderlich. Casablanca ist nicht mit Xenon-, nicht mit HMI-Lampen ausgeleuchtet und nicht mit Xenon-Lampen projiziert worden, jedenfalls die ersten 12 Jahre nicht. Vielleicht darf ich es mit dem Vergleich zu Kunstmuseen versuchen, wo man sich doch seit einigen Jahren Gedanken darüber macht, wie Gemälde von Vermeer, Anker oder Friedrich zeitens ihrer Entstehung ausgestellt wurden. Ich meine, Caspar David Friedrich hätte ordentlich gebockt, hätte man seine Landschaften elektrisch anstrahlen wollen. Aus Filmbildern macht man heute Dateien und nennt es Film. Ich störe mich einfach am Etikettenschwindel. Wenn es heißt, man zeige ein gleichnamiges Video nach diesem oder jenem Film, dann stimmt’s für mich. Der Kino, Kinematograf, ist vom Video verdrängt worden. Binär-numerisches Video oder EDV. Es ist übrigens nicht so, daß es in Hollywood, vielmehr auf den Beverly-Hügeln, am Bewußtsein fehlt, daß Kino und Film bis Mitte 1950er Jahre Celluloid und Kohlenbogenlicht war. In Kalifornien gibt es vermutlich mehr kultivierte und an Echtem interessierte Reiche als in Europa. Sie setzen Ihr Kapital halt so ein, daß möglichst wenig Anlage und möglichst viel rascher Umsatz dabei sind. Sie lesen Bücher, haben Reben und reisen. Zugegeben, die Scientologen sind auch in Hollywood. Die sind, sehr ab vom Thema, drum höre ich jetzt auch auf, völlig kulturlos.
  22. Warum habe ich nur Casablanca erwähnt statt The Lady From Shanghai oder Duck Soup!
  23. Ist es nicht albern, Filmtechnik und Computerwesen zu vermischen und darunter zu setzen: Film - da knistert's?
  24. Ich gebe mir alle Mühe, doch da pauschalisierst du mir zu viel. Arbeit im Filmkopierwerk ist nicht zu vergleichen mit jener im Datenkopierbetrieb. Gerade die Auslagerung persönlicher Leistung auf Apparate, in Elektronenrechner, um ein Wort aus den 1960ern zu benutzen, ist das Thema. Wenn man in der Digitaltechnik einen Farbstich beheben will, erfordert das vom Operateur Knöpfe drücken, Tasten drücken, Mausklicken. Wenn man im Filmlabor gegen Magenta-Schleier vorgehen will, muß man Bädern Proben entnehmen, titrieren, neue Bäder ansetzen, Proben entwickeln, warten. Körperliche Anstrengung scheint eine Schande geworden zu sein. Die Amerikaner sagen, die White Collars regieren über die Blue Collars. Ich sage, die Faulen terrorisieren die Fleißigen. Auch wenn ich nicht dicker Freund der Juden bin, mit der Geschichte von Abel und Kain haben sie Recht.
  25. Das bedeutet im Umkehrschluß, daß diejenigen, welche das ganze Digitalglump aushecken, hirngeschädigt sind. Herr Spitzer ist, leicht bewiesen, auf dem Holzweg. Ich finde, die Jugend ist einfach nicht gefordert. Niemand fordert vom Nachwuchs Kopfrechnen, es wird nicht mehr von Hand geschrieben, weil die Lehrer es selbst nicht drauf haben. Vor einem guten Jahr noch besuchte ich die Gewerbeschule (Berufsschule), wo ich im Stillen entsetzt war über die Klaue meines Klassenlehrers. Er ist ein Jahr jünger als ich. Vor 30 Jahren hat die Kybernetik voll gegriffen und seither ist noch nichts anderes aufgekeimt.
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