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Der Titel sagt es bereits - warum nicht mal ein Kinotipp ins Schmalfilmforum Zwei aktuelle Filme, der eine läuft (vielleicht - noch) in Programmkinos, der andere ist vor kurzem in den formatierten Kinos angelaufen. Die männlichen Protagonisten beider Filme sind ganz dem Analogen verfallen. Deswegen hier der Hinweis! 1. "Only Lovers left behind", der neue Film von Jim Jarmusch. spielt, wechselt und transzendiert zwischen Detroit, USA und Tanger, Marokko. Zum einen eine Jarmuschsche Interpretation des Vampirfilm-Genres... zum anderen nutzt Jarmusch die Protagonisten, besonders "Adam", als Sprachrohre seiner Lebenseinstellung. Der Vampir Adam ist ebenso kreativ, intelligent wie auch zivilisations- und lebensmüde, und bittet, schwach und ermattet, seine Ehefrau Eve herbei. Eve, mit der er seit ein paar Jahrhunderten verheiratet ist. Dieser Vampirmensch Adam lebt in seiner Welt analoger Aufzeichnungs- und Reproduktionsmedien: Seine Musik spielt er auf jahrzehnte bis jahrhundertalten E-Gitarren ein, auf einem 8mm-Tonbandgerät, analog abgemischt, lässt er diese Musik auf Schallplatten pressen... das Videotelefonat mit seiner Frau führt er über einen kleinen alten Röhrenfernseher... Wunderschön sind auch die Nachtaufnahmen von Tanger und Detroit. Sehenswert schon wegen all der Detroitschen Bauruinen, verlassenen Industriekomplexe, verwitternden Prachtbauten... hervorragend fotografiert. 2. "Das erstaunliche Leben des Walter Mitty" Warum nicht mal Mainstream-Kino! In der Hauptrolle und als Regisseur fungiert Ben Stiller. Man muß sagen, kongenial gelingt ihm hier die Vermengung massentauglichen Kinovergnügens mit einem melancholischen Abgesang auf die alte Glanzzeit analoger Fotografie.. und, ja, Kapitalismuskritik erleben wir auch. Walter Mitty arbeitet seit 15 Jahren als Negativ-Archivar für das Life Magazine. Das Life Magazine wird eingestampft und umgewandelt in ein Online-Magazin... die Redaktion wird in diesem Prozess "gesundgeschrumpft"... wodurch Walter als Analog-Nerd von vornherein auf dem Schleudersitz sitzt. Ein existentiell wichtiges Negativbild kommt ihm abhanden. Dieses Foto, aufgenommen vom erfolgreichsten Life-Fotografen, soll aufs Titelbild und die Quintessenz der ganzen Life-Jahre darstellen. Um dieses Foto zu finden, jagt er diesem von einem sagenhaften Nimbus umschwebten Analog-Fotografen um die halbe Welt hinterher... parallel dazu gibt es natürlich noch eine Liebesgeschichte "Wird er sie am Ende doch kriegen", wie immer in Ben Stiller-Komödien. Zum einen folgt dieser Film dem bekannten Verlauf: amerikanischer Durchschnittstyp, der, mit einer überwältigenden Aufgabe konfrontiert, über sich selbst hinauswächst und dadurch zum Helden wird. Aber Ben Stiller konterkariert diesen klischeehaften Handlungsverlauf: Walter ist ein Peter-Pan-Typ, der in seinem Träumen immer noch den Comic-Superhelden seiner Kindheit anhängt... was am Anfang sehr schöne Parodien auf die ganzen computergenerierten, hyper-unrealistischen Actionsequenzen heutigen Popcorn-Kinos auf die Leinwand zaubert. Kopfkino, sozusagen. :smile: ... und unterm STrich ist "Walter Mitty" eine Hommage an das analoge Foto, das gute alte Negativ; als das Foto noch den einen ganz besonderen Moment bedeuten konnte, mußte ... oder so. Aber Vorsicht... Beide Filme gibt es nur als digitale Projektionen zu gucken... ist halt so, heutzutage.